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Nr« 285 .
Redaktion, Expedition u. Druckerei: Schulstr.L, Tel. Nr. 5L Tetegr.-Adr. i Anzeiger (Biegen,
Rotanonsdruck unb Verlag der Brühl'fchm Unwerfttätsdruckerei. R. Lange, Gieß«.
Erscheint tLgttch mit Ausnahme des Sonntags.
Die „Slehener §amUiend!3tter" werden dem .Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der •St|fl|d)e kandwtrf erscheint monatlich einmal.
Drittes Blatt. 154. Jahrgang Samstag B. Dezember 1904
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
13. Nov.: beut
wartete darauf: „Ach, tte so schreckliche „Zahnwebtaa Zahn ausziehen lassend p ließ, da sie ihre Zustimmm
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Permanente Aussteüung der Gießener Möbelfabrik (mit besteingerichtetem Maschinenbetrieb) Th. Brück, Ecke Schloßgasse, Kanzleiberg, Brandplatz, gegr. 1859. Größtes Möbellager, 100 Zimmer - Einrichtungen, 10 Schaufenster, 1200 qm Ausstellungsräume. Durch Selbstfabrikation Garantie für nur erstklassige vorzügl. Ausführung in geschmackvoll moderner Richtung. Lfrg. srko. jed. Bahnstat. event. durcy eig. Fuhrwerk. Telef. 373. Teppiche, Vorhänge, Linoleum, Metall-Betten, Patent-Matratzen, Bettfedern, Daunen, voll-
Schiffsuachiichten.
9i e b Star Linie
Vertreter Carl Retter, Gießen, Bleichstraße 8.
Der Postdampler „Belgenland" der Red Star Linie in Antwerpen, ist laut Telegramm am 30. November wohlbehalten in Philadelphia angefommen.__________
in Wort und Bild ivicbcrgegebcn. Tic Er- iilien Anforderungen an ein modernes Bilder- ug öcvbiiianb Carl in Stuttgart.),
beweisen die noch in letzter Zeit mehrfach vorgekommenen klassischen Leistungen der Zensur-Behörde hinsichtlich des Verbots dra- mattscher Aufführungen. Ten „toten Löwen" hat ja gerade die Zenfur zum Leben erweckt. Ein Unterdrückungs-Gesetz nach dem Herzen der Kreisfynode Berlin II. öffnet doch nur der durchaus noch nicht endgiltig begrabenen lex Heinze eine weite Hintertür. Wenn nun der Antrag des nationalliberalen Abg. Tr. Semler und Genossen, über die Petition der Berliner Kreisshnode zur Tagesordnung überzugehen, beschließen will, so bringt die nationalliberale Partei mit diesem Anträge ihren Entschluß zum deutlichen Ausdruck, daß sie für eine neue lex Heinze, in welcher Gestalt sie auch erscheinen mag, nicht zu haben ist; sie darf in dieser Stellungnahme auf die Zustimmung aller libe» raten Elemente rechnen.
jährte Frau, das Fakwtnm des Dorfes, welche Botengänge verrichtet, Gesinde vermietet, und daneben auch einen kleinen Handel mit Butter, Eiern, Geflügel und dergleichen betreibt. Sie hatte an dem Tage, als der Kronprinz nach Jädersdors ins Quartier kam, gerade hefttges Zahnweh und trug deshalb ein Tuch um den Kopf gebunden. Als der Kronprinz sie erblickte, fragte er sie freundlich: „Nun, was fehlt Ihnen denn, mein gutes Mütterchen?" Sie ant- .Ach, liebster Herr Leutnant, ich habe j". „Würden Sie sich wohl den
ragte der Kronprinz weiter und da sie ihre Zustimmrmg gab, einen Militärarzt holen, der' ihr den Zahn auszog. Später erkundigte sich der Kronprinz noch einmal nach ihrem Befinden und ließ sich zusammen mit ihr auf einem Bilde photographieren. Ein solches Bild erhielt die Frau bald nach dem Manöver aus Potsdam, weil sie darum gebeten hatte. Aus Dankbarkeit verfehlte sie dann später niemals, dem Kronprinzen zu seinem Geburtstag und zu Neujahr, und so vor kurzem auch zu seiner Verlobung zu gratulieren.
* Englischer Humor. Mama hört ein furchtbares Geschrei ttn Kinderzimmer und geht schnell nachsehen, was los ist. Auf dem Fußboden sitzen die beiden Kleinen Jackie und Ethel und brüllen aus vollem Halse. Am Tisch sitzt Thomas, der schon acht Jahre ist, unb kaut mit vollen Backen. „Mer, was gibt's denn, Kinder?" ruft Mama. „Uh — uh — uh! Wir haben Paradies gespielt", druckst Ethel unter Heulen heraus. „Nun ja", sagt Mama, „ich habe Euch Wy gestern die Geschichte vom
DMische Tagesschau.
Lex Heinze rediviva?
Nach dem Kölner Sittlich keitskongreß hat die Kreissynode Berlin IL an den Reichstag eine Petition gerichtet, welche die U n - terdrückung der schlechten Literatur- und Kunsterzeugnisse fordert. Gewiß Und sich alle Parteien tn ihrem Urteil über die sittlichen Schädigungen der „Schmutzliteratur' und jener obszönen Darstellungen einig, die, mit den Neaungen einer freien Kunst nicht das geringste gemem haben. Mer auf gesetzgeberischem Wege, der womöglich die Ausführung der ,sii,nLer- dcückung" von Literatur- und Kunsterzeugnissen in die Willkür solcher Kategorien von Beamten stellt, denen ore „janze AAttmg nicht paßt", ist jenen bedauerlichen Bergungen und Auswüchsen n ckn beirukommen Die Petition der Berliner Kreissynode ei> SSrt an M? Ration eines Teils der katholischen Geistlichkeit gegen Re ,üchlimme" Presse, womit UW die liberale Preise gnna s^bst ohne ein solches von der Berliner -MMstr-btts Unl??drüclungs-Gesch möglich fein tonn,
tiefen Verständnis der Geschichte heraus neue Urteile in stets klärender und niemals verwirrender Weise fällt. Es ist erstaunlich, auf welcher breiten geistigen Grundlage dieses Buch aufgebaut ist. Ter Berfafser beherrscht die ganze geistige Sphäre, aus welcher das Leben und Wirken des Theaters hervorgeht. Seine Urteile über Literatur, Kmist und Zeitverhültmsse sind oft ebenso reizvoll, wie seine Wertungen des Theaters selbst. Richard Wagner würdigt er in weitumfassender Weise, für Friedrich Hebbel zeigt er ein großes, manche neuen Gesichtspunkte gewinnendes Verständnis; den verschiedensteil Epochen der Entwickelung der Literatur feit Schüler bis zum heutigen Tag wird er durchaus gerecht. Tadllrch erhält das Buch auch den Charakter einer wert- volleil Literaturgeschichte. Um die Zeitverhältnisse zu scknldern, greift der Verfasser and) in andere Gebiete der Kunst über, zieht er z. B. auch die Beeinflussung der Zeit durch die Malerei, wenn dies neue Aufschlüsse gewährt, zur Besprechung heran. Dock ganz besonders in der Charakterisierung der sozialen Zcitverhält- nifse hat der Verfasser seine Stärke. So wächst die Darstellung der Theaterentwickelung im 19. Jahrhundert aus klar erkanntem Kulturboden heraus, und die moderne Geschichtsschreibung überhaupt wird in einer solchen Darstellung manches neue Kulturelement finden. „Tas Buch möchte — so fck-reibt der Verfasser im Vorwort — überhaupt mehr von einer richtigen ästhettsctn'n Psychologie und von der Einsicht in die Bedeutsamkeit der sittlichen zkräfte im Kulturprozeß diktiert erscheinen als von einer nut Objektivität prunkenden Gelehrsamkeit." Und vorher schon sagte der Verfasser: „Um eine möglichst lebendige Tarftellmlg zu erreichen, ist auch auf die übliche, aber täiun mehr löbliche Beigabe eines vielen besonders wissenschaftlich erschieinenden literar- geschichtlichen Notenapparats, der ins Äiaßlose angeschwvllen wäre, abgesehen worden." Der Verfasser bezeichnete seine lültur- und naturgeschichtliche Metlwde der Behandlung seines Stoffes mit ben Hardenschen Worum als „Soziologische Dramaturgie". Eine gciuiiie Tatkraft wird immer vom Theater in die Literatur über»
29. Aug. 27. Nov.
Anna, geb. 9. Okt. — Lukasgemeinde.
Zugführer Johannes Friedrich Preiß ein Sohn, Hans Karl Dtttt- thäus, geb. 28. Sept. 27. Nov.: dem Elektrotechniker Max Weißbäcker eine Tochter, Hüde Marie, geb. 31. Ott.; dem Hilfswagenmeister Georg Heinrich Wenderoth eine Tochter, Luise Christiane, geb. 20. Sept. — Johannesgemeinde. 27. Nov.: dem Heizer Heinrich Schliffer eine Tochter, Elisabeth, geb. 11. Ott. 13. Nov.: dem Schuhmacher Robert Mader eine Tochter, Anna Katharina, geb. 19. Okt.; dem Jnstitutsdiener Wolf Müller ein Sohn, Hans, geb. 28. Okt. — Militärgemeinde. 30. Nov.: dem Oberleutnant.Ludwig Menges eine Tochter, Lina Charlotte
Vera, geb. 14. Sept.
Beerdigte.
Matthäusaemeinve. lu. Nov.: Emma Anna Rausch, Tockter des Taglöhners Nikolaus Rausch, 8 Jahre alt, starb den 13. Nov.; Rosa Stadler, g5o. Pfannkuchen, Ehefrau des Schlossers Karl Stadler, 53 Jahre alt, starb den 13. Nov.; Wühelm Wagenbach, Sohn des Schneiders Heinrich Wagenbach alt 1 fJccn., starb den 14. Nov. — Lukasgemeinde. 26. Nov.: Joh. THörner, Installateur, 46 Jahre alt, starb den 24. Nov. 29. Nov.: Ludwig Kreiling, Straßenwürter, 43 Jahre alt, starb den 26. Nov. 30. .Nov.: Clifabetl) Baduin, geb. Hillgärtner, Ehefrau des Händlers Eduard Baduin, 48 Jahre alt, starb den 27. Nov. — Johannesgemeinde. 27. Nov.: Hermann Seipp, Pfarrer zu Treis a. d. Ldo., 59 Jahre alt, starb den 24. Nov. Katharina Arnold, geb. Rothermel, Witwe des Landwirts Christ. Arnold, 63 Jahre alt starb den 25. Nov.
zu Gießen.
Getaufte.
M atthäus g em einde. 20. Nov.: dem Kaisers. Bankasfistent Otto Falk ein Sohn, Otto Wilhelm Friedrich, geb. 11. Juli; dem Fuhrmann Wilhelm Deibel ein Sohn, Wilhelm Karl Ernst, geb. 21. Olt.; dem Tapezier Otto Bingel ein Sohn, Karl Wühelm Otto, geb. 21. Sept.; dem Taglöhner Johann Friedrich Feilmg ein Sohn, Adam Friedrich, geb. 23. Okt. 27. Nov.: dem Larernenaufseher Louis Petri eine Tockter, Anna, geb. 18. Aug.; dem Metzger Ernst Reitz ein Sohn, Wühelm Ernst Ludwig, geb. 8. Ott.; d.m Maschinenmeister Phllipp Meininger eine Tochter, Marie, geb. 22. Aug.; dem Küfermeister Julius Wellhöfer eine Tochter, Margarete, geb. 16. Okt. — Markus gemeinde. 13. Nov.: dem Küfer Wühelm Schmall ein Sohn, Erich geb. dem Lagerarbeiter Kaspar Baitz eine Tochter,
* Tischgebräuche des deutschen Kaisers. Wie das „Kleine Journal" von einer den Hojkreisen sehr nahestehenden Person erfahren haben will, genießt oer Kaiser hauptsächlich nur weiche Sachen. Vor allem hält er viel auf frisches Gemüse. „^Jch habe so viele Hofgärten, daß ich woyl auch aus meiner Tafel täglich ftijches Gemüse beanspruchen darf", äußerte er sich einmal. Eures der Lieblingsgerichte des Kaisers ist deutsches Beessteat mit Quetschkartoffeln. Gegen Austern hat Karser Wilhelm eine gewisse Aversion, seitdem während einer Hosjagd in Letzling-en der Genuß von „gebackenen Austern" schliurme Folgen für die Beteiligten hinterlassen hatte. Eine hohe englifche Persönlichkeit hatte dem Kaiser so viel von „gebackenen Austern mit frischem Gemüse vorgeschwärmt, daß dieser das Gericht aus die Letzlinger Hostafel beorderte. Ter Gerruß der englischen Speise wurde aber für einige von der Hos- gesellschajt so verhängnisvoll, daß Kaiser Wilhelm das warm empfohlene Gericht ein für allemal von dem kaiserlichen Küchenzettel strich. Tas gewöhnliche Menu der kaiserlichen Tafel besteht Mts Suppe, Fisch ^dieser darf nie fehlen), Gemüse mit Beilage, Braten, süßer Sveise und Käse. Von den süßen Speisen gibt der Kaiser oem deutschen Eierkuchen den Vorzug. Die Weine werden stets nur in un- etikettierten und ungekapselten Flaschen serviert. Jeden Abend vor dem Schlafengehen nimmt der Kaiser eine Mischung von Apfelsinen- und Zitronensaft zu sich. Das erste Frühstück wird nie vor acht Uhr eingenommen. Zum Frühstück liebt der Kaiser besonders geröstetes Weißbrot mit Butter. Obst schält sich der Kaiser an intimer Tafel nie selbst. Mes besorgt der neben ihm sitzende Hoftnarfchall.
* Die Freundin des Kronprinzen. Seiner „Freundin", der Frau Krüger in Jädersdors (Neumark), die ihm zu seiner Verlobung ihre Glückwünsche übersandt hatte, hat der Kronprinz eine Photographie geschenkt, die ihn und seine Braut darstellt. Eigenhändig hat er darunter geschrieben: „Zum And.rtten an Ihren Freund. Friedrich Wilhelm, Kronprinz." Die Bekanntschast dieser Frau hat der Kronprinz im Jahre 1900 gemacht, als er während des K ais er m an ö v er s einen Tag bei dem Bauern Hübner in IÜdersdorf im Quartier lag. Nicht weit davon hat die Frau Krüger ein Stübchen inne, in einem kleinen Häuschen. Sie ist eine schon be-
Kleines IeulNton.
— Wie früher bereits kurz mitgeteilt, wird der Verband i .u ii n ft f r p u rr h p in ben Ländern am R hei n am 4 Tumber d I in D a r m st n d t feine erste Wand-rauzstellung eröffnen. Tie Ausstellung findet in sEMchen R-umen-des Sä «SM v
hfS Groü Herzogs, des Protektors des Verbanoes, an ou von den Kommifsioncn der einzelnen Berbandsstadte vorg-fchlagenen Künstler. Am 4. Dezember werd um 11 M BormUtaflä GrMerzog die Ausstellung crolfnen Zu der Cio fnungsferer lind eingeladcn: die Spitzen der Behörden d s Mlitars und oer Stahr her Gefamtvorstand und bte sämtlichen stommiiirons müglleder'des Berbmtdes, die Mitglieder der.Darmwdter^KüM - kvlonie und die Vertreter der Prefse. Dre Ausstellung oauen vom 4. Dezember 1S04 bis 6 Januar N'tlchlteßlich.
— Die gothischen Rimmer betitelt sich Strindberas neuestes Drama, das der große biidje Tickter, weil es einen deutschen Stoff behandelt, zuerlt m he ifkfipr racke veröffentlicht hat. Unb es wird auch eme denlf.tw Bülme sein auf der das Werk demnächst 'seine Urmm.- uung er b? Sucht man für Strindbergs neuestes Werk Berglmche, läüt ück Goethes „Götz" daneben stellen, xer Verlag hat Der flJrbreituna d s Dramas als deutsches Volks- und Hausbuch Rech- nung cttageu Indem er. es trotz stattlichen Umfangs zu deut greife von n ir 1 Mart in ben Handel gebracht hat. , 45rCl!l Mar Martersteig, Das deutsche Theater int 19 °s ab r h u n b e r t. Eine' kulturgeschichtliche Darstellung. SeiWig »icitfWf u., H-rl-l. Stan Kult sich Wt lau trockenes, smli erfütliges Blich, soudeni bau Werk eines .1101111^, ba selbst eine charaktervolle Persönlichkeit ist und der aus einem
Won den Uersonal-Boten über franMsche Hjfijiere,
Die jetzt der französischen Kammer viel zu schaffen machen, gibt die nationalistische Presse fortgesetzt Auszüge wieder, die ein ganz seltsames Licht auf die französischen Heeres- zustände werfen. Der „Voss. Ztg." werden daraus folgende Einzelheiten gemeldet:
Renault, Major im 141. Jnf.-Regt. Kräftiger, entschlossener, tätiger, sehr kluger Offizier. Alle diese ausgezeichneten Eigenschaften würden jedoch im Ernstfall wertlos .werden, denn wenn der Dienst große Allforderungen an ihn stellt, gibt der Major sich dem Trunk hin. Seine jVorgesetzten wissen es, und wenn ihre geheimen d^otew gerecht sind, müssen sie es verzeichnet haben. Er spricht seine Meinung über unsere erbärmliche Regierung unbe- rümmert aus. Man war denn auch sehr überrascht, ihn zur Beförderung vorgeschlagen zu sehen.
d'Exea-Doumere, Major im 141. Infanterie-Regiment. Ein französischer Don Quijote. Er hat alles erobert, alles erfunden. Vorgesetzte und Untergebene sehen ihn als Kindskopf an. Es heißt, er habe noch als ho herVierzigervon seine mV ater Backpfeifen bekommen. Dazu klerikal; schreit in alle Winde die dümmsten Eselefen über die Regierung hinaus.
Pons, Major im 141. Eigentlich Pons(tius) Pilatus II. Wäscht sich die Hände bei allem, was nicht unmittelbar sein Persönchen berührt. Lä ßt seine Untergebenen im Stich, wenn ettvas krumm geht. Leugnet Die Befehle ab, die er selbst erteilt hat. Mittelmäßiger Verwalter. Struppiert. Scheut schon lange jede Anstrengung. Klerikal, obschon Protestant. Gegner der Republik.
Laporte, Oberst des 55. Jnf.-Regts. Alöchte, weil Protestant, gern für einen Republikaner gelten. Ist aber durch und durch Rückwärtser, den man nicht über den Oberst hinaus gelangen lassen darf. In beruflicher Hinsicht nicht eben hervorragend.
de Sallmard, Ääajor im 55. Gehirnerweicht. Bildet sich auf seinen Adel furchtbar viel ein. Als Militär eine Null. Nlüßte einem Jüngern Platz machen. Legitimist. Geht nur mit dem Adel von Aix (Standort des Regünents) um. Spricht nie mit den Regimentskameraden.
Dutroe, Major im 55. Ungezogener Patron. Urbild der alten Lederhose....
Vandeuvre, Major. Feiner Verstand. Geschmeidiges Rückgrat. Kriecht auf dem Bauche vor den Vorgesetzten. Arbeitet, ist ein guter Republikaner, setzt nie einen Fuß in die Kirche, hat aber zu große Angst, die Rosette der Ehrenlegion, sein Strebensziel, nicht zu bekommen, und ist darum gegen seine Vorgesetzten schwach.
P i e r r 0 t, Oberstleutnant. Selbstisch. Befehlerisch. Verleidet den Untergebenen den Dienst und läßt ihnen kerne Initiative. MUitärisch nicht gerade ein Adler. . .
Felineau, Oberstleutnant. Katholik. Kirchgänger. Rückschrittler. Behält übrigens seine Gesinnungen für sich und will sich augenscheinlich auf seine militärische Berufsarbeit beschränken.
Hilden brand, Major im 61. Hat gar keine politischen Gedanken, weil er eben überhaupt keine Gedanken haben kann. Vollkommene Null in jeder Hinsicht. Vier Rangstreifen für einen derartigen Dummkopf sind einfach eine Schmach. Müßte sofort geschwenkt werden. Der Oberst hält chn für unfähig, auch nur einen Zug zu führen."
So werden weit über tausend Generale Stabs- und Frontossiziere geschildert!
empfänglicht 5 ftcii raschender Natürlich dein mib Exl l scheinüng entspricht buch. (Loewes Bei
strömen. Marterlteig verkennt nicht, daß in anbetracht der Abhängigkeit des Theaters von besonderen Verhältnissen literarische greife dazu kommen konnten, sich von dem Theater überhaupt abzuwenben, allein andererseits hat dock) Wagner mit Recht ben Kampf gegen gewisse exklusive Zirkel gekämpft, bei denen der „Fanatismus des Philistertums" seinen Einzug hielt und die sich in persönlichem Ränkespiel verloren, damit weit mehr die Lüeratur störend, als dies etwa ein geringwertiges Theater vermöchte.
Ter Unterschätzung des Theaters will Marterstttg jedoch keine Ueberschätzung entgegen stellen. „s)iach allem hier Targelegten — so lautet sein letztes Urteil — kann eine künstlerische Theaterkultur eines Volkes nie ein Ziel sein, sondern immer nur ein Symptom. Ein Zeichen hoher Gesundheit unb organischer Fortbildungsttaft des Körpers. Wie eine unkünsllerische Kultur Symptom des Gegenteils ist." Und wenn der Verfasser dieses vortreulicheu Vuchcs die auf die VolkshUfc sich Itübeitbe Selb (Hilfe staatlichen Füvsorge vorzieht unb den Stabten den Rat erteilt, ihre Schaubühnen, die sie mit dem Gelbe ihrer Burger erbaut haben, nicht als P r 0 s i t a n st. a 11 e n zu oewaltcn, 10 beutet er uns damit den besten Weg an, auf dem ein THemer zu einem weitlM rühmenswerten Wahrseichen eines idealen Burgcr- sinns und einer edlen Kultur werden kann.
— Hänschen im Blaubeerenwald. Ein neues Bilderbuch von Elsa Beskow. Mit Reimen von Karsten Brandt und 16 Farbbruckbildern. Kl. quer Quart. Papier, geb. i.lü Du. — Ein Buch von eigenartigem Reize, dessen künstlerisch wertvolle Bilderreihe die ideale Verkörperung der Bewegung ist, welche die Kunst in das Leben des Kindes, in sein unverfälschtes,
, zu pflanzen sich bemüht. In über- bas kindliche Wollen, Wünsckzen, Han-
ständ. Betten.
lieben Gott und von Adam unb Eva erzählt. Was gibt's denn da zu heulen?" Die kleine Ethel hört zu heulen auf unb mit ivütenbem Blick zeigt sie auf den älteren Bruber am Tisch: „Aber der liebe Gott hat boch den Apfel gegessen! ."
Ans^vg aus itu KircheMchrr» her Staat tzirßtN.
Evangelische Gemeinde.
Getraute.
Matthäusgemeinde. 16. Nov.: Johannes Schlund, Schuhmacher zu Gießen, und Katharina Landsiedel, Tochter des verstorbenen Bremsers David Landsiedel zu Bebra; Kaspar Döring, Schuhmacher zu Gießen, unb Luise Auguste Bertha Hill, Tochter des veriwrb. Gefangenenwarters ^Tidbiiä} Hill zu Lauterbach. — M arkusgemein de. 26. Nov.: Georg Sauer, Kutscher zu Gießen, und Eiisabethe Eichenauer, geb. Erb, Witlve des Fuhrmanns Konrad Eichenauer. 27. Nov.: Christian Achenbach, Müller in Gießen, und Lina Elise Wagner, Tochter des Bergmanns Peter Wagner zu Groß-Eichen — Lukasgemeinde. 12. Nov.: Rudolf Wühelm Wolf, Dreher zu Gießen, ein Witwer, unb Katharine Becker, Tochter des verstorb. Äcüllermeisters Wilhelm Becker HI. zu Kesselbach; Karl Andernach, Kaufmann zu Marburg, unb Anna Katharine^ Waag, Tochter des Lokomotivführers Heinrich Waag zu Gießen. 26. Nov.: Ludwig Wießbart, Lehramtsassessor zu Laubach, und Katchen Berta Schönhals, Tochter des verstorb. Pfarrers Georg Schönhals zu Hotzhausen. — Johannesgemeinde. 1. Dez.: Tr. Jul. Georg Reinhard Christian Dieterich, Großh. Haus- und Staatsarchivar zu TarmMckt, und Emllie Naumann, Tochter des Großh. lluiversitätsprofessors Geheimen Hoftats Dr. Alexander Naumann


