Nr. 206
•rfftelnt ««glich außer GonntagL.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem KeMschen Landwirt die Gießener KamMen- hlätter viermal in der Woche betgelegt.
Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen UniverU-Buch-u. Stein- druckeret. 8t Lang«. Redaktion, Expedition und Druckerei:
Schulstroßs I.
Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen, Fernsprechanschluß Nr. 51.
Erstes Blatt.
Freitag 2. September 1904
154. Jahrgang
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Giehener Anzeiger»
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Amt?- und Anzeigeblatt ßr den Kreis Sietzen WGZ
IWWWiWrwTWTwnraiTniBiiiBiMiMIIIII hiiiiwih .....- zeigenteil: Hans Beck.
Die Yeuttge Kummer umfaßt 10 Sette«.
Wiröachs Knde.
Gestern abend erhielten wir folgendes Telegramm, das wir sofort durch AuShang bekannt gaben:
Berlin, 1. Sept. (W.B.) Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Der Oberhofmeister der Kaiserin, Freiherr von Mirbach 'st aus wiederholtes Ersuchen von den ihm nebenamtlich übertragenen Geschäften als Kabinettssekretär der Kaiserin und Oberverwalter der Schatulle entbunden. Die Geschäfte werden dem früheren Landrat Kammer- herrn Dr. von Behr übertragen. Mirbach legte seine Stellungen in den Vorständen der von ihm geleiteten kirchlichen und gemeinnützigen Vereine nieder.
So hat denn also der Fall Mirbach, der sich seit mehreren Monaten wie ein brausender Strom durch die Presse der Welt ergoß, das Ende genommen, das man fast allenthalben längst sehnlichst erwartet hatte. „Stuf wiederholtes Ersuchen" erst ist ihm der Abschied zu teil geworden, längst also hatte er sich dazu entschloßen, seine Ehrenämter niederzulegen.
Also hat den Herrn endlich doch der „Schmutz" erreicht, der nach seiner Behauptung in der Oeffenllichkeit gegen ihn ausspritzte, der nach anderer Meinung indes an mancherlei Dingen klebt, die mit seiner Person in unerfreulichem Zusammenhänge standen. Herrn v. Mirbach hatte dieses Sommers drückende Schwüle eine außerordentliche Popularität gebracht. ES war ihm gelungen, Monate lang alle Tage fast von der gesamten Presie genannt zu werden, und alle Tage hatte er das Vergnügen, seinen werten Namen beim Morgen- und Abendgebet gedruckt zu lesen. Freilich wurde von seinen Freunden emsiglich das Gerücht verbreitet, der Herr Baron sei mit seinen frommen Werken so außerordentlich beschäftigt, daß er überhaupt keine Zeit zu irgend welcher Lektüre finde. Wenige werden'S geglaubt haben.
In der Art der Verabschiedung liegt so etwas wie eine Vertrauenskundgebung, und die weiße Weste seiner Ehrenhaftigkeit ist auch von niemandem angetastet worden. Was man unausgesetzt zu rügen gezwungen war, war das System.
Das System Mirbach hat aufgehört zu sein. Dieses System bestand in der verwunderlichen Art und Weise, wie für die Kirch en bauten seit Jahren die Gelder eingesammelt und wie sie zum Teil verwendet worden sind, nicht um das einfache „Bedürfnis" der Gemeinden zu stillen, sondern um Prunk-Kirchen herzustellen. Ein epangelischer Kirchenbauverein sollte sich doch darauf beschränken, freiwillige, ohne jeglichen Nebenzweck gewährte Spenden nur aus evangelischen Kreisen entgegenzunehmen. Herr von Mirbach hat ferner wiederholt an öffentliche Korporationen, wie an Stadtverordneten - Versammlungen re. das Ansinnen gestellt, Gelder zur Erbauung des von Kirchen zu bewilligen. Besonders ärgerlich war die Art, tote er persönlich die Berliner Stadtverordneten-Ver- ,anTr^J; g Bewilligung zu bestimmen versuchte, wobei J.l7 ttucy ttidjit vor dem Besuch sozialdemokratischer und ' r Stadtverordneten scheute, und ebenso ärgerlich be- rtchrte e--» dann, wie er, als die Kommunalbehörden den Antrag abgelehnt hatten, sich, einer staatlichen Behörde gleich, an den Berliner Stadtverordneten-Vorsteher wandte und chm wegen der ablehnenden Haltung den Text lesen wollte. Im Pommernbank-Prozes; hatte sich Herr v. Mir- vach gerühmt, daß durch seine Hände Millionen gingen, die zu kirchlichen Zwecken verwendet würden. Um so auffallen- betoies^ 6tC geschäftliche Routine, die er dabei S^viel Anstoß aber auch die unter der Aegide des Frhrn. ö. Mirbach verübte Sammeltätigkeit, die Verwendung der emgetommenen Gelder und die seltsame Verwaltung erregen. m den Schatten gestellt wurden diese Dinge durch die m dwsem Frühjahr ans Licht gezogene Methode, Beiträge zu gew mnen zu einem Ehrengeschenkandas Kaiserpaar anläßlich seiner im Jahre 1906 bevorstehenden silbernen Hochzeit. Hatte es schon im Volke überall bis weit in die konservativen Kreise hinein Entrüstung erregt, das; ntf'ii Die große Masse des Volkes bei dreier Spende mit- w.rren uno daß kleine« Sammlungen, „die öfters nur Bei- trage von 12 bis 200 Ms, erbracht haben", verhindert werden sollen, so forderte e§ zu scharfer Rüge heraus, baß bei diesen sogenannten ft,eiwilligen Gaben die Autorität
Anspruch genommen würde, Freiherr v, Mrbach hat sich nicht begnügt, auf privatem Wege die „Sammlungen einzuleiten, sondern er hat dnzu den Behvrdenapparat bc8 Staates in Anspruch genommen, Wie noch in aller Erinnerung ist, suchte eine Interpellation kurz vor der Vertagung des preuß. Landtages Licht in die Sache zu bringen und festzustellen, wie eS Freiherrn v. Mirbach möglich gewesen war, unter Umgehung des ver« cmtwortlichen Ministers des Innern die amtlichen Stellen für seinen Sammeleifer anzuregen. Der Minister Freiherr d. Hammerstein wich damals einer Antwort mit der Begründung aus, daß er noch nicht informiert fei, und die Konservativen deß Landtages unterstützten ihn im Widerspruch nut der Stimmung des Landes in seinem Bestreben nach einer Verschleppuug der Angelegenheit. Aber ans der Welt .geschafft ist die Sache auch heute noch nicht. Das Schluß- i ort wird zweifellos in den Parlamenten auch trotz dec> Rücktritts des Herrn v. Mirbach gesprochen werden.
Oberhof meist er dec Kaiserin ist Herr v. Mirbach
nach der obigen offiziösen Notiz allem Anscheine nach geblieben, wenigstens fürs erste. In besonderer allerhöchster Gnade aber steht er heute gewiß nicht mehr; das zeigt auch eine Meldung au8 Altona, daß nicht er, sondern ein ihm unterstellter Herr v. d. Knesebeck an. der Spitze des Hofstaates der Kaiserin steht, der sich aus Anlaß der bevorstehenden Kaisertage in Altona dorthin begiebt. Also es sind wohl auch seme Oberhofmeistertage gezählt. Im übrigen ist es eine ganz private Sache der kaiserlichen Familie, wie sie ihren Hofstaat zusammensetzt. Hier kann und darf ihr selbstverständlich niemand hineinreden. Darum klang durch den brausenden Entcüstungssturm auch immer nur der Wunsch im wohlverstandenen Interesse des monarchischen Gedankens, daß sich ein Oberhofmeister auf seine höfischen Verpflichtungen beschränken möge und sich für private Zwecke nicht der staatlichen Organe bediene. (Das wird in Zukunft wohl auch geschehen nach den üblen Erfahrungen des nun für die Oeffentlichkeit toten Herrn v. Mirbach.
Der Krieg Mischen Japan und Iußlaud.
Die Schlacht bei Liaujang hat deu Japanern neue große Erfolge gebracht.
Wir erhielten gestern abend folgende Telegramme:
Tokio, 1. Sept. (Reuter.) Der rechte Flügel und das Zentrum der die Stellungen südlich von Liaujang verteidigenden russischen Linien haben heute nachmittag den Rückzug angetreten. Die Japaner verfolgen sie.
Petersburg, 1. Sept. General S s a ch a r o w berichtet: Der heutige (Bl. August P) Kampftag verlief für die Russen durchaus erfolgreich. Die Russen behaupteter: alle vordersten Stellungen gegen die Sturmangriffe der Japaner. Die russischen Verluste sind bedeutend. Generalmajor MrosowSky ist verwmrdet; Baron Stackelberg erlitt eine Kontusion, blieb aber bei der Front.
Das waren zwei einander widersprechende Nachrichten, aus denen schlechterdings nichts zu folgern war. Heute früh dagegen traf folgendes wichtige Telegramm ein:
Tokio, 1. Sept. Nach zweitägigen Kämpfen ist Lian« jang heute von den Japanern eingenommen worden. Die Japaner verfolgen die Ruffen. Tokio ist festlich geschmückt.
Andere Nachrichten lauten:
Petersburg 1. Sept. Ein Telegramm Ssacharotvs vom 1. September besagt: Heute setzten Teile der Armee Kurokis auf das rechte Ufer des Taitscho in der Gegend von Sakan und Kankwantun, wo der Fluß eine Biegung macht, über. Um fünf Uhr früh stellten unsere Streifwachen fest, daß eine Division Infanterie mit Artillerie und Kavallerie die Furt passierte. Flußabwärts zeigten sie sich noch nicht. Die Japaner gingen in zwei Richtungen,vor, nach Westen und in der Richtung auf Jantai. .Die übergesetzten Truppen begannen das Gefecht, um den weiteren Uebergang zu verbergen. — Auf unserer vordersten Stellung wurde der Kampf am 31. August außerordentlich heftig geführt, um acht Uhr abends bis zwölf Uhr nachts, wo er vollständig unterbrochen wurde.
Wie der gestrige, endigte auch der heutige Kampftag für .uns durchaus erfolgreich. Wir haben ausnahmslos alle,unsere vordersten Stellungen behauptet. Einen besonders heftigen Kampf hatte die Division be£ Generalmajors Kondratvwitsch auszuhalten. Das Artilleriefeuer der Japaner war sehr heftig. Unsere Truppen, die den ganzen Tag mit Shrapnels überschüttet wurden, behaupteten die ihnen anvertrauten Sicklungen mit erstaunlicher Ausdauer. Nach den Vorbereitungen des Angriffs durch Artilleriefeuer gingen die Japaner mehrmals zum Sturm gegen unsere Stellungen vor. Einige unserer vor der st en Befeftig- ungen gingen nach hartnäckiger Gegenwehr in die Hände der Feinde über, wurden aber von uns immet wieder durch Bajonettangriffe z u r ü ck e r o b e r t. Bei diesen Angriffen ließen die Japaner eine große Menge Toter zurück. Vor einem Teil der Befestigungen war es gelungen, eine große Anzahl Wolfsgruben auszuheben, die teils bis zum Rande mit Leichen des. Feindes gefüllt waren. Die Verluste der Japaner müssen ungeheuer groß sein. Aber auch unsere Verluste die noch nicht annähernd festgestellt werden konnten, sind bedeutend. Verwundet ist Generalmajor Mrosowskp. Eine Kontusion hat Generalleutnant Baron Stackelberg erhalten, der aber an der Front bleiben konnte. Viele Waffen der Japaner sind in unsere Hände gefallen.
Petersburg, 1. Sept. Aus der ganzen Umgebung von Liaujang flüchten d-ie Bauern-Familien, aber in ihrem Gefolge auck» viele Landstreicher nach Liaujang. .Es wurde eine aus hundert Köpfen bestehende cvinesisch-russische Frciwilligen-Polizei zum Schutze der Häuser besonders gegen Brandstiftung organisiert.
London, 1. Sept. Ein dem. Reuterschen Bureau aus Shanghai zugegangenes Telegramm besagt, die Japaner hätten heute nach viertägigem schwerem Kampfe Liaujang besetzt. Von russischer Seite träfen zurzeit beträchtliche Verstärkungen ein.
Tokio , 1. Sept. (Reuter.) In der Frühe des heutigen Tages machte der linke Flügel der Japaner mit Erfolg einen wilden Angriff auf die Höhen von Hsinlitun, westlich von dem Schenschan-Berge und d u r ch l/r a ch e n die russische Linie. Dieser Erfolg mauste wahrscheinlich den darauffolgenden Rückzug des Zentrums und des rechten Flügels der Russen notwendig. Hier glaubt man, K u rv p a t ki n sei völlig geschlagen. Oya m a telegraphiert, seine V e r - lüfte bei dein Sturmangriff auf Liaujang seien beträchtlich. Kurokis Verluste an den Tagen vom 24. bis 28. August waren 2 2 5 5 Mann.
Tokio, 1. Sept. (Reuter.) Kuropatkin hatte alle verfügbaren Truppen bei Liaujang konzentriert und hat während der" letzten drei Tage den japanischen Angriffen iviedcrholt äußersteil Widerstand entgegengesetzt. Marschall Oyama warf die vereinigte japanische Armee gegen die russischen Truppen, lvrlche eine Reihe von ausgezeichnet befestigten Stellungen inne hatten, die sie hartnäckig verteidigten. Ten Japanern gelang es 'chlicßlich, den russischen linken Flügel zurück- zuwcrsen; lange Zeit jedoch vermochten sic gtoen die rechte
Flanke keinen Erfolg zu erringen, da die Russen den Angriff wiederholt abschlug-en.
Es hat also ungeheuer heiße Mrnpfe gegeben. Ungefähr die gleiche Anzahl von Klegern tote in der Völkerschlacht bei Leipzig, etwa eine halbe Million, stand W Feuer und — ein seltener Zufall in der Kriegsgeschichte, das! „lleine Japan" mit seinen 48 Milliorten Eirttoohnern stellte dem großen Rußland mit seinerr 130 Millionen Köpfen! eine überlegene Trüppentoacht gegenüber. Ea. 300 000 Japaner kämpften gegen 200 000 Russen. Die Japaner todesmutig heranstürmend, im Vollgefühl eines bisher fast ununterbrochenen Siegeszuges, von Generälen geführt, die im Angriff die beste Verteidigung sehen, toohlaegliedert und in trefflichen Stellungen — die Russen geführt von einem Kommandeur, der bisher im vorsichtigen Zurürb- weichen und in geschickter Verteidigung die die russische Sache allein rettende Maxime gefunden hat.
Rußland, an Zahl unterlegen, mrtßteauch im Kampfe unterliegen. Kuropatlln ist geschlagen und aus Liaujang vertrieben worden. Da es sich für ihn nicht darum hageln konnte, auf die Dauer bei Liaujang stehen zu bleiben, vielmehr nur darum, diese Stellung so lange zu halten, um den Rückzug möglichst unter Mitfühtmng der Vorräte nach Mukden zu betoerkstelligen, so toar der anfangs gemeldete Rückzug des rechten Flügels an sich noch> keine Entsch^eidung des Schicksals der Armee Küropatkins. Dann aber kam die sehr bedenlliche Nachiricht, daß die schweren Geschütze der Zentrumsstellung der Japaner in die Stadt Liaujang reichten. Und dann tpaf die Meldung vom Falle Liaujangs ein. Damit toar es natürlich, daß die Japaner einen, wenn auch mit außerordentlich schweren Verlusten erkämpft ten großen Erfolg davongetraaen haben. Eine Ent- s ck> e i d u n g haben die Tage von Liaujang irides trotzdem ntcht gebracht. Vielmehr ist anzunehmen, daß Kurvst a t k i n, um einer Umktammerrtng zu entgehen, rechtzeitig den Rückzug auf der Str aße nach Mukden angetreten hat. Auf der Verfolgung dürften die siegreichen Japaner ihren Gegnern jedoch noch empfindliche Verluste beibringen. Die Einnahme Liaujangs dürste von größter Bedeutung für die weiteren Operationen in diesem Jahre sein und der für die Japaner siegreiche Ausgang des' gewaltigen Ringens zwischen annähernd einer halben Million Menschen wird nicht verfehlen, auf der ganzen Welt nachhaltigen Eindruck zu machen.
Das Signal zum Beginn dieses fürchterlichen Kampfes scheint vom Mikado selbst gegeben zu sein. Er ist ungehalten, daß Port Arthur noch immer nicht gefallen ist Illtd da ihn die letzten mißglückten Sturmangriffe der Japaner auf die heldenmütig verteidigte Festung endlich überzeugt haben werden, daß eine rasche-Enffcheidung hier auch durch Hekatomben von Menschenleben nicht zu erzwingen ist, so wollte er, daß auf dem anderen Kriegsschauplatz endlich, ehe der Gegner immer mehr erstarkt, die Würfel fallen sollen. Der erste Schritt dazu ist jetzt getan, die nächsten' Wochen werden vielleicht eine Entscheidung bringen. Wo diese Entscheidung fallen wird, das hängt davon ab, ob Kllropatkin sich nur auf Mukden, oder auf das viel weiter nördlichere Eharbin sich zurückzuziehen für opporttrn hält. Die Schwierigkeiten des nun beginnenden zweiten Teils des Feldzuges werden sicherlich die Mühseligkeiten ersten noch weit hinter sich lassen. Von außerordentlicher Wichtigkeit ist oa nvjch folgende, kurz vor Schluß der Redaktion eingehende Meldung:
Mukden, 1. Sept. 9 Uhr 27 Min. abnids. Der Eifen-- bahndienst nach Liaujang ist unterbrochen. Die Wege sind unpassierbar.
Neue Kämpfe bei Port Arthm.
London, 1, Sept. Dem Reuterschen Bureau wird aud Tschifu vom 31. August gemeldet, daß die Japaner um Port Arthur folgende Stellungen besetzt haben: Im Osten die Hohe in der Nähe von Fort V, im Süden Palin- tschang, im Westen Kukiatou und Japt.owang. Das Fort V ist nach Berichten von Chinesen, die am 28. August die Festung verließen, weder von den Ruffen noch von den Japanern besetzt. Von Tungkaitschian wurden die Japaner, die auf den benachbarten Höhen Geschütze auffahren, be- schossen. Es bestätigt sich, daß die Russen wieder Jtschau besetzten. Die Lebensmittel in Port Arthur sind knapp. Ein Sack Mehl kostet 11 Rubel.
Tschifu, 31. Aug. (Reuter.) Ein Chinese, der Port Arthur am Abend des 29. August verlassen hat, meldet, daß am 27. August ein heftiger Kampf gewütet hat. Die Japaner hätten versucht, das FortPeluntschan zu nehmen, aber zwei schwere Angriffe wären zurückgeschlagen worden, und die Japaner hätten dabei 1045 Mann an Toten und Verwundeten verloren. Am 28. August hätten die Japaner das neue starke Fort Nr. 6 angegriffen, obgleich sie einem heftigen Kreuzfeuer von den benachbarten Forts ausgesetzt gewesen wären. Nach dreistündigem ununterbrochenem Kampfe wäre es ihnen gelungen, in Fort Nr. 6 ein- zudringen. Die Russen hätten sich in die benachbarten Forts zurückgezogen, von wo aus sie durch ein konzentrisches Feuer auf das Fort Nr. 6 die Japaner gezwungen hätten, eS wieder zu räumen.
Tokio, 1. Sept. Im Volk meint man, der Fall Port Arthurs werde spät im September effolgen.
Japan in Korea.
London, 1. Sept. Die „Morning Posf meldet aus Washington vom 31. August: Die japanische Regierung c rn a w n t e den Offizin Steven S, Legationsrat der japansichc Gesandtschaft in Washington, zum Ratgeber deS Auswärtigen Amte« in Soeul. Steven« rst A'ncnkaner


