Ausgabe 
2.4.1904 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Erstes Blatt.

Samstag Ä.APrtt l»O4

für

Lchahlagtt

9

der bei der

154. Jahrgang

d) hochßk DZpeDW |9 - am Bm

heutüs njnä) geblieben ist.

Arischen ist die Natur erwacht, der Frühling hat seine l -]re n ft i cf>ternen Blüten in den Gürten und in den Wäl-

«ateh '

schind,,

®l9lttng«iT,|to

blthlfltR tftjWHk,,

und £ebtt:fe

richten sich unsere Ostergedanken und Osterhoffnungen. Wenn aus dem Gezänk des Tages, wie es nun schon jahre­lang andauert, um materielle Interessen niederer Natur uns hoffnungssrohe Stimmen aufwärts weisen, so trägt vor allem das immer sieghaftere Turchdringen des sozia­len Gedankens dazu bei, des Evangeliums unserer Zeit, das die Armen und Enterbten nicht über ihre Not Yinwegtrösten, sondern sie in werktätiger Hilfsarbeit von ihnen nehmen will. Taß der soziale Gedanke, nach an­fänglichem Widerstreben, von dem Liberalismus freudig ausgenommen worden ist, und daß er in unseren Tagen allenthalben reife Früchte zu tragen beginnt, ist uns Ge­währ dafür, daß die liberale Anschauung Trägerin jedes Entwickelungsfortschrittes auch in fernen künftigen Zeiten sein wird. Wem aber das Häuflein noch immer zu klein dünkt, das sich überzeugungstreu und zukunftssicher um dieses Banner f'chart, wer sorgenvoll um sich blickt ob der Zersplitterung des politischen Liberalismus, der mag zum Jrühlingsfeste sich an ein gutes Wort halten, das wir uns gern zu eigen machen:Geschichte wird von hofs- nungsfreudigen Minderheiten gemach t."

-acooi un» 66««* ifeinI laßenauswahl

für Herren

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Metzen

seid 78

r 'I h Int täglich Sonntag».

Den»' 11 ßener Anzeiger roenthr i n Wechsel mit bem» liIR |d)tn Landwirt Die itfi euer Familien. Witta lermol in der 8 täte beigelegt.

OtctuMfcrud il Ver­lag i In 0 t ö h l'ichen Um nifd. 8)utb-u.61etn- bruailM. R. Lange. Redwünon. Chrthttüm trb t?nineret:

»l^alstratze 7.

Adtte-, für Depeschen: y&t|(liier Gießen.

FernlNü'ciunschlußNr.bl,

Zentralbahnhofes wurden nämlich an verschiedenen Häu­sern, besonders an Hotels etwa hundert Fenster^ scheiben von bübischen Händen eingeschlagen. Auffallend bei der Sache ist, daß niemand das geringste Geräusch gehört hat und weder bte Bewohner der Häuser, an welchen die Scheiben zertrünrmert wurden, noch die auf der Straße patrouillierende Schutzmannschaft irgend eine Wahrnehmung gemacht haben und erst am Morgen von der Tatsache überrascht wurden. Begreiflicherweise ist die Polizei in großer Aufregung und eifrig bemüht, dem oder dell Tätern auf die Spur zu kommen, bis jetzt ohne Erfolg.

Frankfurt, 31. März. Gestern ist das eisenbahn- fiskalische Terrain am Lahnhofplatz, auf dem sich das neue Theater unter der Leitung von Reumann-Hoser, dem jetzigen Tirektor des Berliner Lessing-Theaters, er­heben soll, für eine Gesellschaft, die sich zum Zweck der Erbauung konstituiert hat, von der hiesigen Baufirma Louis Greb käuflich erworben worden. Ter Abschluß er­folgte durch E. Silberberg und Söhne.

Vermischte».

Köln, 1. April. In Roisdorf verhaftete die Polizei eine Schwindlerbande, die erklärte, daß ein Herr mit goldenem Kneifer noch zu ihr gehöre. Polizcibeamte verhafteten daraufhin zwei im Zuge sitzende Herren mit goldenem Kneifer, trotzdem sich beide als Beamte einer Versicherungsgesellschaft legitimierten und auf eine telephonische Anfrage hin die Kölner Subdirektion der Gesell­schaft die Aussagen ihrer Beamten bestätigte. Sie wurden in Haft behalten und erst freigegeben, als bei der Gegen­überstellung mit den wirklichen Gaunern sich ergab, daß man Unschuldige verhaftet hatte. Infolge der Nachricht von der Verhaftung wurde eine Anzahl der von den Verhafteten abgeschlossenen Versichcrunganträge von den Antragstellern zurückgezogen und die Einlösung der Polizen verweigert. Die Gesellschaft klagt auf Schadenersatz.

* E l b e r f e l d, 31. März. Aus dem hiesigen Gefängnis ist in der Rachjt auf Mittwoch ein gefährlicher Verbrecher Namens Esser ausgebrochen. Er hatte die eisernen Stäbe feiner Zelle ourchgefeilt, naljm dann seinen Weg über die hohe Gefängnismauer und gelangte ins Freie., Bisher ist es nicht gelungen, seiner wieder habhaft zu' werden.

Gelsenkirchen, 31. März. Der Direktor der Deutschen Krankenversicherungskasse hier ist ver­haftet worden. Die Ursache ist noch nicht ermittelt Da§ Fortbestehen der Kasse ist gesichert.

* Halle a. S., 1. April. Auf der Grube Bennstedt wurden drei Arbeiter durch Grubengase betäubt. (Siner, wurde gerettet, zwei sind erstickt.

'Hamburg, 31. März. Ein jüngst verstorbener hiesiger Pastor hat ein Vermögen von 117, Million hinterlassen. Bei der Erbschaftsregulierung hat sich herausgestellt, daß er fein Einkommen nur sehr niedrig ange­geben hat und sich daher einer bedeuten den ©teuer» defraudation schuldig gemacht hat.

* Königsberg, 31. März. IN dem Kirchdorfe Possessern sind 15 Gehöfte mit 50 Häusern nieder­gebrannt. Zwei Kinder und ein 70 Jahre alter Mann kamen in den Flammen um.

* München, 1. April. In der letzten Nacht hat ein Unbekannter aus der versperrten Schjublade eines Tisches des P o st a m tes in der Marsstraße 6359 M k. bares Geld und für38Mk. Po st an Weisungsformulare g e st o h l e n. Ein in der Nähe stehender eiserner Geldschrank blieb unberührt.

* London, 31. März. ,Daily Chroniele" berichtet aus New-Orleans, es sei dort eine neue Maschine er­funden worden, welche zur Herstellung von künst­licher Seide dient. Die Maschine verknetet Maulbeer­blätter und der so gewonnene Satz ist ähnlich demjenigen des Bombax (Wollbaum), welcher Seide enthält.

* London, 31. März. In der Kohlengrube Alfteton in der Graftchaft Dorby stieß ein Förderkorb, in dem sich sechs Arbeiter befanden, 90 Meter von der Sohle auf eine losgelöste Schiene und kippte um. Drei Arbeiter wurden aus dem Korb geschleudert und als Leichen aufgefunden. Die übrigen drei hatten sich an dem Förderkorb festgehalten und konnten aus ihrer gefährlichen Lage befreit werden.

'Lens, 31. März. Einem Grubenarbeiter, der mit der Sprengung einer Mine beauftragt war, wurde durch die vorzeitige Explosion des Sprengschusses der Kops vorn Rumpf getrennt.

* Rom, 1. April. Der junge und reiche Herzog Cassano erschoß sich gestern au§ unglücklicher Liebe zu einer Dame der Aristokratie.

* Innsbruck, 31. März. Seit gestern mittag schneit es ununterbrochen. Tie Berge sind bis zur Talsohle mit Schnee bedeckt. Auch aus den südlichen Gegenden wird tarier Schneefall gemeldet.

* Budapest, 1. April. Tie Stadthauptmannschaft hat gegen die Generalswitwe Hedwig von Mano- wich wegen Betrugs einen Haftbefehl erlassen.

* Budapest, 1. April. Ein Wal d in der Nähe von Großwardein wurde von den rumänischen Sozialisten in Brand gesteckt, zweihundert Joch stehen in Flammen. Da ein allgemeiner Aufstand der rumänischen Landbevölkerung befürchtet wird, wurde Militär requiriert.

" Graz, 1. April. Gestern bemerkte man in Cilli,

BezngSprei-r monailtch 75 Pl^ viertel­jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Mk.2. viertel- jahrl. außschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die TageSnummer bis vormlltagS 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12Pf^ auswärts 20 Pfg.

Verantwortlich für den polit. und allgem. Teil: P. Wtttko: für «Stadt und Land^ und »GerichtSfaal*: August Goetz; für den An- zetgenteil: HanS Beck.

gege n, uni der wir alle hoffen, daß sie f' euMceli!Bilde gleicht, das uns draußen auf Schritt und HU aui Weg und Steg entgegenlacht.

-W üben verleiht dem Osterfest seine Bedeutung, das t :a.i üuferstehungsgedanken, der älter ist als L Lhcistentum, und mit einem Feste schon untrennbar reuten war in grauer Vorzeit, als unsere Altvorderen H 'ch 1 ter Göttin Ostara opferten, und der wohl unlösbar il i flpi füin wird, solange ein Menschengeschlecht existiert, i jJ'Otatur übertrügt auf das menschliche Leben. Selbst . jcij Jern and Verzagten verleiht er die Gewißheit, daß ! deniv'ige Strafte nicht verloren gehen und sich immer aufs -'.en Bieter betätigen auf allen Gebieten. Gesunde und me i Zdemi, mögen sie auch noch so oft auf Hindernisse ! i)CH untb noch so häufig unterdrückt werden, kehren unnieic Nüber. Sie sind das einzig wahrhaft Bleibende im L.Äm, das größte und schönste, das den Menschen beschi 0en ist.

1 n« derkorgetrieben. Ueberall ein emsiges Knospen und prijsstn, an Baum und Strauch zeigt sieh dem frühlings- , oli ,-f Sa ge frisches junges Grün, das uns das Fest der - ufe«sickung kündet, die gleichbedeutend mit dem Leben j *ii tie Brust mit neuem Wünschen und neuem Sehnen ,chwoü!l und den Blick vorwärts lenkt einer Zukunft ent» dem lenzes-

Hstern.

Gießen, 2. April 1904.

Unlängst wurde in der Gießener Stadtkirche JoyULb Bachs Matthäus-Passion aufgeführt. Tie un Zcl.r:;hause versammelte, mehrere Tausend Köpfe starke gab sich in tiefster Ergriffenheit der erschüttern­den i leide nstragöbie des göttlichen Märtyrers hin, die uns liier: erschien in der unvergleichlichen Kunst des größten, deö : in tun er Meise einzig dastehenden Meisters des reinen, idea^ gemachten Protestantismus. In Bachs Passion ist inchtri von bunter Weltlichkeit. Streng und ernst streben ihre Pfej-Ll in einen vergeistigten Himmel. Kein üppiges äußer- Ucht/L L t nvelgen in Blut und Wunden, keine ekstatische SchhMwvwei, und wo sich die Schwere eines über alle Nensthent und Menschlichkeit erhabenen, von Gott Vater undt Coll Sohn gewollten Schicksals in die weiche Jnuig- leit I Schmerzes auflöst, auch dort kein greller, wühlen­der llebe::schwang des Gefühls; diese weinenden Augen verbtf«igcn ihre Tränen.

Aus Stad! und Kund.

Gießen, 2. April 1904.

** Ter 2. Kursus für Fleischbeschauer wurde am 31. v. M. mit einer Prüfung durch .Meistierarzt Schmidt geschlossen. Ter Kursus dauerte vier Wochen und wurde von Schlachthausverwalter Tr. Liebe geleitet. Bon den 88 Teil­nehmern waren etwa 18 aus dem Kreise Gießen, 36 aus dem Kreise Friedberg, 3 aus Schotten, 6 Lauterbach, 10 Alsfeld, lp Büdingen. Am Schluß des Kurses wurde die Organisation der Fleischbeschiauer beschlossen und Schritte zur Gründung einesVereins für Fleisch be­schau e r" in Oberhessen unternommen.

** Im Schaufenster des Herrn Jean Eckert am Seltersweg ist gegenwärtig ein künstlerisch ausgeführtes Gruppenbild derM är ch e n f e st" - Aufführung des Gie­ßener Radfahrer-Vereins 1885 ausgestellt, auf welches wir Interessenten aufmerksam machen.

Fl.-V. Tie Hessenglocke. Schon des Defteren ist an dieser Stelle von derHessenglocke" die Rede gewesen; auch hier in Gießen wird, tote aus dem Inseratenteil hervorgeht, d-cmnächst mit Sammlungen für dieselbe be­gonnen werden. Was bedeutet nun dieHcssenglocke"? Sie soll sein ein Paten gescheut des Hessenlan­deis für das neue LinienschiffH esse n", eine eherne Glocke, kunstvoll gearbeitet, mit Hessens Abzeichen geschmückt. Tie Glocke des Schiffes zeigt die Stunden oes Tages, der Arbeit wie der Ruhe an; sie ruft in den Stunden der Gefahr; chr Ton gilt dem Kommandanten wie dem Schiffsjungen. Ter Besatzung des Fahrzeugs aber soll sie auch mit jedem ihrer Schläge einen Gruß bringen aus der Heimat, eine Erinnerung an das Hessenland. An alle Hessen ergeht daher der Ruf, ein Scherslein zur Be­schaffung dieser Glocke beizusteuern. Jeder Betrag, auch oer kleinste, wird danlbar angenommen. Ein Ueber- s chuß der Sammlung wird in Form einer Stiftung zu Gunsten hilfsbedürftiger Familien unserer in der deutschen Kriegsflotte dienenden hessischen Landsleute und der Be­satzung des LinienschiffesHessen" verwendet werden.

-i-Lang-Göns, 1. April. Ter Bahnhofsumbau geht seiner Vollendung entgegen. Außer der Erweiterung des Bahnhofs wurden zwei lleberholungsgleise für Schnell­züge und eine neue Rampe angelegt. Tie neue Haltestelle Kirch-Göns, welche erst ein Jahr besteht, zeigt einen sehr guten Verkehr. Gegenwärtig wird vom Tors nach der Halte­stelle eine Kreisstraße erbaut, die später nach Gambach weiter gebaut werden soll.

,k- Lich, 31. März. Einem hier beschäftigten Schmiede­gesellen flogen bei Schmiedemeister Sch mehrere Stahl- sunken ins Auge und verletzten dieses so schwer, daß sich der Verunglückte in die Augenklinik nach Gießen begeben mußte.

k- Ettingshausen, 31. März. Im Alter von 83 Jahren verstarb der frühere Ortsgerichtsmann Gastwirt Johannes Albach, nachdem vor kurzem seine Frau infolge eines schweren Unfalls verschieden war. Beiden war es vergönnt, im Februar vorigen Jahres ihre goldene Hoch­zeit zu feiern.

k- Lauterbach, 31. Mrz. Gelegentlich der dies­jährigen Herb st Manöver werden die hessischen Infan­terie-Regimenter in hiesiger Gegend chr Regiments- und Brigadeexerzieren abhalten.

sc. Offenbach, 1. April. In der Moltkestraße stürzte die Frau eines städtischen Taglöhners, die ihrer Ent­bindung in den nächsten Tagen entgegensah, beim Fensterputzen aus oem 3. Stock aufs Straßen­pflaster. Sie starb nach etwa einer Stunde an den erlittenen Verletzungen: Bein-, Becken- und Wirbelsäulen­bruch, nachdem sie vorher von einem toten Kinde ent­bunden worden war.

-k- Aus Rheinhessen, 1. April. Tie bis jetzt in diesem Jahre hier stattgehabteri Frühjahrsweinver­steigerungen haben fast durchweg einen für die Ver­steigerer sehr wenigbefriedigendenVerlauf ge­nommen. Bis auf vereinzelte Ausnahmen blieben die zum Ausgebot gekommenen Weine hinter den Taxen zurück unb in vielen Fällen waren die Gebote so gering, > sich die Versteigerer veranlaßt sahen, die Weine zurück­zuziehen ober die Auktionen ganz aufzuheben. Triefe geringe Kauflust tritt bei allen Weinsorten zutage, bei den gewöhn­licheren wie auch bei den besseren Weinen, doch finden die ersteren immer noch leichter Absatz, während für die besseren Sorten alle Liebhaber feylen.

-k- Mainz, 1. April. Verflossene Nacht fand 'hier ein eigenartiges Vorkommnis statt. In der Umgegend des

MWare Stifc

KjnchWtib g..bt keine edlere Verklärung des Passionsgedankens, itlö Smlnnfn i. I cr Auferstehung der Ostern führt, als Bachs Matthäus- . c .. v Mii PassiM. Unb die Allgewalt dieser feierlichen Kunst nahm Wl, 0)0101111 die Äötci Derart in Besitz, daß in manchem von ihnen der ümcils in ihren Herzen erwachende Ostergedanke bis ijeutü- roaffii geblieben ist.

redü

KMW

Kraukfmm vorzüglich« !Ä M ei I. ÄtniBgrt) wen 0^-- n Rules und l>5

ag wird zllgtß^

Tr ' Mürrische Liberalismus ist sich jederzeit all der yr H0' Lusgab L!I üb'.wußt gewesen, die ihm aus der wirkenden

JjA iJJ :4runbi itier Entwickelung erwuchs; er hat manche Ver-

.ugj^unktluüniz s eines Bewußtieins erfahren, und oft genug w1 ocjentllot; zleile der rückständigen Gedankenwelt entgegen»

zesetzteu: t lülauschauungen in sich aufgenommen.

I' . [Pv >' Auöiot enbgiltige Befreiung von allen Schlacken

A! senstehungsgedanken erfüllen uns heute, ichchiirl uob mir dem christlichen Symbol die Bedeutung einer - cbjri'tiv feftgefteUten unb vom Glauben nochmals > ei)_cfitbiii.ben Heustatsache, einer subjektiv, innerlich zu ersass'stttcn Erlösung oder eines, bestimmter Entwicklungs­stufe <wgoL>aßten Ausbrucks menschlicher Sehnsucht aus der ii 'grepMjcheiit des Tafeins heraus beimessen. Für jede dieser Ausch uiiKsstufen aber fällt der Auferstehungsgedanke, auf nut mtiiche Probleme und Aufgaben bezogen, mit Idee ilil iLn twick lun g zusamnten, zum mindesten folgeriiiqiigtent Durchdenken seiner Konsequenzen. Er-st GedancL ter Entwicklung macht die christliche Idee .... das liiatlero unserer Zeit fruchtbar; erst wenn wir die Er- v-,-, - , >.dsung-Ms chaft im Verlaufe der Weltgeschichte ebenso wirk-

fltTäSS* ltim i wie im Tasein des Einzelnen, finden wir den 18 VA jg aiimlitumpsem Teterminismus unb Fatalismus zu einer nniPjff freien,: unseres Mühens werten Auffassung ber Mensch" uv* cksaialicil, verklären wir bereits den Erbenwandel unseres eschli^. mit einem Idealismus, der in anderen Welt- Ja billigten nur den jenseitigen Hoffnungen leuchtet.

S uicinche Wunde klafft am Körper unseres Volks- che Rao^ lebens i. Tiber wer an die Fortentwickluna glaubt, ber 1 der W1' ubi nchi, daß eine Zeit kommen wird, dre den Hader der

i|C Kr'Ilses Weil schlichten, die die Kraft besitzen wird, eine noch

tiefere Itu ft auszufüllen, die, älter als ber Zwiespalt ber dem G0'1 c leiirnit; b', ein trauriges Erbe unseres Werveganges, die i iversit^ ' l gebilbE-dn .rtlassen ber Nation unb ihre Kultur von ben niv a. \ iiigebiJlieui Schichten trennt. Tiese Zeit wirb auch auf» v' \ raumem« ntrl ben morschen Trümmern längst bahingesun- I teuer (Hchen, die, vom Moderduft ber Vergangenheit um- webt, .Ülict Werdenben, Zukunftskräftigen Licht und Lust vrrspevMn. Sie wird bas Gemeinwesen, in einmütigem K ZusamiMi-^irken aller berechtigten Faktoren, zum Llus- bruck £<: Volkswillens unb zum idealen Organ des .slcholkkw-Afles ausgestalten. Sie wird die Freiheit der - 'Wissen^jch't,. die noch so vielfach gehemmte man denke nur-ain lu jüngst erfolgte schwierige Besetzung einer theo- lßg'Lckst.i» Mofesfur an unserer Universität siegreich hc .iss chem und die Forschung vom Banne des Togmas befieieiin;. 5<ie wird das schöne Wort von der Weiterbiwung Dec RW-iziom zur Wahrheit werden lassen. Sie wird uns Übe- c Ni-uunstanschauung hinwegheben, die, dem Begriffe Der LiLttiil.ung seltsam fremd, einen starren Kanon an Stelle loftigim Blühens unb Werbens setzen möchte unb, feire )iti göttliche Funke nicht mäßiger als die Arm- eiigteii^ tiefes Unverstänbnisses, ein Leichenfeld da schaffen vüide,: to der Menschengeist in schöpferischer Betätigung >er Gov'.chiit am nächsten kommt.