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T°n aOaonenbemnblgnmCnben langsam^^hmsterben ber Aeinen M erfreut»
Z Hefte find der beste Mrst.
die Kunst! In diesen Heften aber finb- drei. Künste vereint, Poesie, Musik und Malerei, und zwar in der für ixe Kleinen T er.? CxAvt-o fivrh. Kat* hpffp Fünft»
lich einen in Maske, Sprechweise und Haltung aristokraü- scheren Don Juan. Immerhin seien auch Herrn C. einige hübsche Einzelzüge gemütlicher Komik bereitwilligst zugesprochen. Das Zusammenspiel war wieder vortrefflich, und das ist eins der wesentlichsten Dinge für den Erfolg eines Theaterabends. P* W.
Formarr (Schnupfenäther) klinisch erprobt und ärzllicherseits mehrfach als geradezu ideales Schuupfeuwittel bezeichnet! Bei leichten: Schnupfen Forman- Watte (Dose 30 Pf.) Bei starkem Schnupfen Forman - Pastillen (50 Pf.) zum Inhalieren mittels Riechgläschens. Wirkung frappant: Bei beginnendem Schnupfen fast unfehlbar. In allen Apotheken. Man frage
Natur — Angesichts des bevorpehenden Weih nachts festes feien untere Leser auf die Publikationen dieser Vereinig-
Die Werke der Nationakgalerie zu Berlin, der weitaus bedeutendsten Sammlung von Werken neuerer deutscher Maler in der Reichshauptstadt, durch die technischen Mittel des Farbenlichtdruckes zu reproduzieren und sie in weite Kreise zu tragen, ist seit langem das hoch verdienstvolle Bestreben der Der einigung der Kunstfreunde in Berlin. Die Nationalgalerie ist ja langst nicht mehr ein Bilderhaus, das uns auf seinen langweili- gen Wänden nur große Staatshandlungen breitspurig, charakterlos und devot erzählt. Unter der Direktion des Herrn v. Tschudi hat der höhere Dekorationsmaler der rem pathetischen Auffassung und Stimmung vom Range des Herrn v. Werner dort nicht mehr viel zu suchen; umsomehr aber der wahre Kunstfreund, der sich an unserer Hellmalerei erfreut, dieser Art von Malerei, die die Schönheit eines schlichten Natur ausschnittes zu erkennen und nachzugestalten sucht, die überall um sich schaut und rings in der Welt Silbertöne sieht, die sich in die Natur vertieft und auch im grauen Tagestone Schönheiten entdeckt. (Line ihrer neuesten Reproduktionen ist eine naturfrische thüringische Landschaft des leider zu früh verstorbenen verehrungswerten Meisters Paul Flicket, „Alte Erlen an der Schwarza" darstellend, das reise Werk eines bedeutenden Künsfters. Es ist Frühherbst. Die Erde beginnt sich schüchtern mit goldbraunen Farben zu schmücken. In den klaren Silberwellen des Flusses spiegeln sich schlanke Baun:rlesen, die ihre Aeste tief hinabtauchen in das Wasser und hoch enrporrecken in den grauen Himmel. Im Hintergründe sieht man die Umrisse eines Ortes. Aus der^ aanzen Landschaft atmet ein weicher, zarter, müder o O Awkatt fa-mrrfntnpn hifrp-rhprr hpr
VervielfältigungDverfahrens repräsentieren. Die Bereung- ung macht ihren Mitgliedern nur Werke von wirklichem künstlerischem Wert zugängliche Die Mitgliedschaft steht jedermann gegen einen Jahresbeitrag von 20 Mark offen, wofür jährlich ein Normalblatt und im dritten Jahre eme ebensolche Prämie nach freier Wahl geliefert wird. Die Geschäftslokale der Vereinigung befinden sich m Berlin Martgrasenstraße 57 und Potsdmerstraße 23. —v.
— Es ist ein Eigenes um die Macht der Musik. Selbst auf die allerjüngsten Menscherikinder wirkt sie in wunderbarer Weise. In chren einfachsten Formen spricht sie zu dem Empfinden selbst der unentwickeltsten Menschenseele. Und diese einfachsten Formen finden sich am schönsten in unterem Volksliede, das mit naiver Ursprünglichkeit und Canfatt, mit natürlicher Anmut und schlichter Liebenswürdigkeit geistige Feinheit und Schärfe, reiches Gefühl und kluge Verständigkeit in sich vereint. Eine sehr geschickte Auswahl Der reizendsten Volks- und Kinder lieber hat 3"r x e Merck getroffen, die in zwei mit seins innig stem Kunst- aesühl ausgestatteten Heften im Berlage von B. Schotts Söhnen in Mainz erschienen ist. Für Krnderstimmen gesetzt hat sie der bekannte Mainzer Musikdirektor Prof. Dr. Fritz Bold ach und mit Bildern geschmückt Ludwig v. Zumbusch Die farbigen Bilder geben den Heften den größten Wert Sie treffen in chrer kräftig und energisch zugreifenden und zugleich! gemütvollen Art in unver- aleichlicher Weise den kindlichen Geschmack, und obendrein stehen sie auf einer so hohen künstlerischen Stufe, vereinm sie mit vollendeter Anmut einen so gesunden Humor, daß vornehmlich durch sie diese Hefte einen Platz verdienen m der allerersten Reihe unserer gesamten Kinderbücherei. Wenige Bücher werden unseren Kindern einen besseren Dienst erweisen, nachhaltiger und gemütblldender auf sie wirken, als diese Hefte. In der steinigen Wüste des Lebens bilden sie ja, die Kleinen, für uns mit die lieblichsten Oasen, . find sie uns mit die holdesten Blumen des verlorenen , Paradieses, an denen der trübe Staub des Lebens noch nicht hastet, lind was wohl ist mehr geeignet, auch unsere
Hektor Kwilecki in Paris recherchierte, bekundet, Frau Rames erklärte ihm nach Konfrontierung mit der Gräsin, diese sehe ihrer Besucherin zwar etwas ähnlich, spreche aber viel besser ranzösisch. Nach einem längeren Gespräch mit der Gräfin erkennt Zeuge Tard die außerordentliche Geläufigkeit an, mit der die Gräfin französisch spreche, doch sei ein fremder Akzent zu erkennen. In der Weiterverhandlung stellt Arbeiter P u k den Unfall der Gräfin mit ihrein Wagen wahrend der Schwangerschaftszeit, auf den sich auch die Anklage bezieht, viel harmloser hin als ftüher. Er erklärt, von fernem Schwager, der den Unfall auch sah, eines Besseren belehrt zu fein. Er fei völlig unbeeinflußt, weder er noch, fern Sckwager stehen in Diensten der gräflichen Familie. Die Harmlosigkeit des Unfalls behauptet auch der Kutscher Trymke. Hierauf wird die Verhandlung auf Montag vertagt.
Die interessanteste Gestalt in dem großen Kindesunter- schiebungsprozeß ist jedenfalls die angeklagte Gräfin Kwilecki. Die „Voss. Ztg." entwirft von ihr folgendes Bild: In ihrer ganzen Erscheinung, in ihrer Art sich zu geben, durch das langstielige Lorgnon malles zu mustern, . was sich im Sitzungssaale befindet, als wollte sie fragen, was will di,eses Volk eigentlich hier — die große Dame aus der vornehmen Gesellschaft. Eine mächtige Portion Selbstbeherrschung ist ihr eigen, aber die Energie, die aus den noch immer schönen Zügen der Frau nnt dem üppigen weißen Haar spricht, scheint bisweilen einer vorübergehenden Erschlaffung zu weichen, dann hält die Gräfin die Hand vor die Augen, aber ihr Gehör rastet nicht und ihr Gehirn ist tätig, denn fällt eine Aussage, die ihr wichtig erscheint, so richten sich ihre schwarzen, funkelnden Augen durchbohrend auf den Zeugen oder die Zeugin. Es steckt eme mächtige Portion Rasse, Wille und Kraft in dieser Frau, das sieht man ihr auf den ersten Blick an, denn es spricht aus ihr ein in sich abgeschlossener Charakter. Keinen größeren Gegensatz kann man sich denken, als den zwischen der Frau Gräfin und ihrem Gemahl, der aber auch einen besonderen Typ vertritt. Schlank, elegant, etwas müde und blasiert, mit sorgfältig gepflegtem, am Kinn ausrasiertem Bart, gehört er zu den Erscheinungen, die man in Monte Carlo, auf den Rennplätzen, in den Chambres separees, kurz überall zu sehen pflegt, wo seidene Röcke rauschen und alte Sünder junge Sünderinnen zu finden pflegen. Großes Interesse scheinen die Verhandlungen für ihn nicht zu haben, vielleicht sind sie ihm nicht aufregend genug, und so beschränkt er sich darauf, seine Nägel zu betrachten. Nur gelegentlich streifen seine Blicke auch das Publikum. An einer Person im Saal hleiben die Blicke des Grafen aber nie haften, seine Frau scheint er nicht zu sehen, und die Gräfin lwt auch für den Mann, dessen Namen sie führt, keinen Blick. Sie beide sind für einander Luft. Beim Verlassen des Sitzungssaales vermeiden sie eine Begegnung. Ist das schon lange so, oder hat die Gräfin dem Gemahl dessen vop Gericht ausgesprochenes Wort: „Gewiß habe ich Verhältnisse gehabt, warum sollte ich. keine Verhältnisse habend übel vermerkt. Der späte Liebesfrühling, der dem Paar vor einigen Jahren in Italien erblühte, scheint jetzt wieder in Eis erstarrt zu fern. Graf Kwilecki hat auch darauf verzichtet, seinen Platz aus der Anklagebank neben seiner Gattin einzunehmen. Zwischen ihnen sitzt die H e b a m m e O s s o w s. Mit dem schlicht gescheitelten Haar und dem Heinen rötlich angehauchten Näschen hätte sie Wilh. Busch als Modell zu seiner frommen Selene gedient haben können. Diese Familienähnlichkeit ist in der Tat unverkennbar. Zur Rechten hat der Graf die Dienerin Bronislawa Chwiatkowska zur Nachbarin, eine unschöne Person mit stark hervortretenden Backenknochen, die gleichgiltig vor sich hinsieht und vollkommen unbekümmert scheint. Sie soll das angeblich untergeschobene Kind aus Krakau geholt haben und ist die Tochter der 78jährigen Dienerin Joseph a Kn oska, die dazu ihre hilfreiche Hand geboten haben soll. In einem Lehnstuhl zusammengesunken sitzt die alle Frau da, ohne irgend welche Anteilnahme an den Verhandlungen zu verraten. Bisweilen sinkt ihr Kopf auf die Bimst, sie scheint einzunicken, vielleicht träumt sie auch, die ganze böse Geschichte sei vorüber, und sie selbst wäre wieder glücklich in Posen. Und anders werden auch die Zeuginnen nicht denken, die man aus Posen zur Vernehmung nach, Berlin ge-
♦ Kiel 28. «Okt. „Ein vor sechsundzwanzig Jahren zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilter Maurer Namens Burmeister ist begnadigt unb gestern frcigclaffen worben. 1877 beteiligte er sich! an einem von seinem Vater angeregten Einbruch in bas Gehöft bes Miihlenpächters Kähler in Dahmsdorf. Der Pächter und seine Frau erwachten, und der Vater des Burmeister streckte nun beide durch Schüsse int Bette nieder. Nach der Entdeckung bei Mürber bestritt der Vater, ein übel beleumundeter und mehrfach vorbestrafter Mensch, die Tat- dagegen gestand der Sohn ein, daß er beide töt- liche Schüsse auf die Eheleute abgegeben habe. Das Schwurgericht in Kiel verurteilte beide zum Tode und w 11/2 Jahren Zuchthaus. Die Gnade des Königs Wandelle die Strafe in lebenslängliches Zuchthaus um. Der Vater tarb im Jahre 1896 in der Anstalt. Nunmehr versicherte der Sohn, der sich! im Zuchthaus stets tadellos geführt hatte, mit unverkennbarer Glaubwürdigkeit, daß nicht er, andern sein Vater b ei d e töt l i che Sch ü s s e a b- gefeuert hätte; er habe befürchtet, daß sein Vater bei einen vielen Vorstrafen dem Henker verfallen würde, wenn >ie Wahrheit an den Tag käme, und ihn durch die falsche Selbstbezichtigung vor dem Schafsot retten wollen. Nach anfänglicher Erfolglosigkeit hat der Sohn letzt aus ein erneutes Gesuch! die Begnadigung und die Freiheit er» langt. Durch feste Arbeit ist der jetzt einundsünszig- jährige Burmeister vor äußerster Not geschützt; seine ast neunzigjährige Mutter ist noch am Leben."
lerische Erzieher bes Kindes unfo Wdenr geeignet, in Ehren zu erhallen, das durchaus Nicht das so arg ge- schmähte Ungetüm mit fletschenden Elesantenzah^n rst. son- bern ber liebe vertraute Freund, aus dem jeteS^euA auch ber Kinderherzen mitteilsam h«voriub«ln unb für alle ibre Schmerzen der rechte Ausdruck fmden lassen kann.
- E. v Keyserling: Peter Hawel. Dcmna. (S. Fischer, Verlag, Berlin.) Geh. 2 Mk. Der „Peter Hawel teilt ganz auf dem Boden der Wirklichkeit. Cs ist em Eha^ rakter-Drama; die Gestalt des H^l^n ist Sroß gesehen, fna^ und fest gezeichnet. Peter Hawel ist em ^e^scher Gutsbesitzer von bäuerlicher Herkunft und bl^llchem lmipsm- den, — ein ganzer Mann, mit der Scholle, ^^.^beba^ untrennbar verknüpft lieber ihn wird die tückisch eines schönen Weibes Herr, einer unnutzen, dekadenten Seele. An dem K'ampf geht Hawel zu Grunde; er tötet die Frau und wird selbst der Mchter über i^ui gebrochenes Leben. Das Drama ist sehr wirksam gebaut, voll Spannung, und hat sich bereits vieler Orten die Bühne erobert. Auch in Gieß,en kommt das Drama vielleicht zur Aufführung. bie Tätigkeit des Allgemeinen
D e u t s ch e n S p r a ch v e r e i n s herrfchen selbst in. gebildeten Kreisen noch vielfach ganz unrichtige Urteile. Nicht wenige glauben r B daü er die F r e m d w ö r t e r schlechthin auszurotlen strebe. Das'ist durch^s irri^ Der A. D. Sprachverein bekä.npst nur iwerilussiae Jremdwötter, nicht aber unentbehrliche. Unentbehrlich sind Fremdwörter für die der entsprechende deutsche Ausdruck ehlt, z. B. die Bezeichnungen für NaturerzeugniNe des Auslandes wie Kaffee, Tabak, Zigarre, Aiahagoni, Tee; ferner für fremde ^iere wie Hyäne, Lama, Elefant; für Gegenstände des Gewerb» üeikes fremder Völker wie PergamerU, Saffian, Buckskin, raffet; L^mb7 Spiele wie Schach Whis. Tennis, findet ; für aus. ländliche Miimen, Sitten und Einrichtungen nne Frank, Louisdor Fetisch Harem. Unentbehrlich sind auch die Lehnivorter, d H. fremde Wörter, die in Betonung und Aussprache deutsch geworden sind und sich eingebürgert haben, z. B. Kreuz (aus crux), finpser (eaprum), Schachtel (scatoh), Seide (seta), Segen (signmn), Mauer muras), gieqcl (flageUum), Banner (irzs. damusres, Grenze (poln.. rufj. granica), Grolle (ltal. grotta), «orte (fys. Sorte), usw. Aber aQIU unb qar entbehrlich sind Fremdwörter, für die es nn Deutschen völlig entsprechende Ausdrücke gibt, wie vis ä. vw ---- gegenüber, ä, = au oder je, Terrain = Gelände, Logis — Wohnung, Garantie — Bürgschaft, Gewähr, existieren = bestehen, exact — genau, und ' taufenb andere.
WarnungI
Die meisten Nachahmungen von Dr. Hommels Haematogen werden, um das D. K. P. No. 81,321 zu umgehen, mit Zuhilfenahme von Aether bereitet, ein Zusatz, der insbesondere für Kinder und Nervöse direkt schädlich ist. Um sicher zu sein, das aetherfreie Original-Präparat zu erhalten, verlange man stets ausdrücklich Dr. Hommel’s Haematogen und achte auf die Schutzmarke „Sau-
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aiiet unter Diejer Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Gießen, 10. Oktober.
Gegen Ende 1901 richteten über 100 Steuerzahler, Bewohner der südlichen, südöstlichen und südwestlichen Stadteile eine Eingabe um Unterfthrung des Bahnkörpers zwischen Ebel- und Stephanstraße an die Großh, Bürgermeisterei. Sie warten bis zur Stunde, daß das Gesuch der Stadtverordnetenversammlung zur Beratung und Beschlußfassung vorgelegt wird. Aber vergeblich! Noch heute ist ein Bescheid nicht eingettofsen!
Im Namen und Austtag der Bittsteller von 1901, svwett sie noch am Leben sind: G. H.
gende Löwin.“ _______________________
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d. Mainz, 29. Okt. Kinder kamen gestern nachmittag ! eiligst auf den ersten Polizeibczirk gesprungen und machten < die Mitteilung, daß in einer Dachluke des Hauses der Fleischtereiberufsgenosfenschaft auf dem Karmeliterplatz sich ein Mann erhängt habe. Hunderte von Menschen < standen um das Haus herum und sahen voll grausigen : Schreckens den „baumelnden Erhängten" in der Dachluke. Als die Polizei sich in das Mansardenzimmer : begab, uni noch schnell den Lebensmüden abzuschneiden i und Wiederbelebungsversuche anzustellen, sand sie in dem . Erhängten eine große Fa st n ach t s p u p p e. Als die Neu- < gierigen von dem J-astnachtSspuk unterrichtet waren, zogen ; sie freudig von dannen.
Der Prozeß wegen Kindesunterlchieöung gegen die Orafin Kwilecki.
LV.
Berlin, 30. Okt.
Die Schwester der Zeugin Falkowska bestätigt die Aussage ihrer Schwester. Fräulein v. Wardeska habe sich! über die Gräfin beklagt und erllürt, sie werde alles Schlechte von der Gräfin sagen und sofort zur Hedwig Antuszewska gehen und chr alles erzählen, um die Gräfin schlecht zu machen. Ritter v. Ziegler bekennt sich zu der Vaterschaft zweier Kinder der Pareza und gibt die Möglichkeit zu, der Vater des angeblichen kleinen Grafen .zu sein. Wirtschaftsinspektor Kruger hat seine Wirtin aufgesordert, recht genau auf den Zu st an d de r Gräfin aufzupassen, das ein Kissen fern solle. Die Frau paßte beim Anziehen der Gräfin auf und berichtete auf das Be- stiuimteste, die Gräsin fei in anderen Umständen. Frau v. Hervath hat die Gräfin mehrere Tage vor der Geburt gesehen, wo sie unbesttellbar wie eine Frau in mideren Umstünden aussah. Sie hatte geschwollene Hände und ein verändertes Gesicht. Unter starker Bewegung im Saale werden der älteste Sohn der Cäcilie Heyer und der kleine Graf hereingeführt, beide weiß gelleidet, damll Rllter v. Ziegler fid), über die Aehnlichkeit äußere. Letzterer erllärt, er fei dazu außer stände, da er die Kinder bisher nicht gesehen habe. Es folgt eine Reche von Zeugen, darunter auch andere als Angestellle in Wroblewo, die übereinsttmmend bekunden, daß nach chrer festen Ueber- zeugung die Gräfin 1896 wirtlich in anderen Umständen war. Eine Zeugin will sogar von einer andern gehört haben, sie habe die Gräfin betastet und den Zustand be- stättgt gefunden. Polizeikommissar Tard bekundet: Im Jahre 1902 sei zu ihm ein H>err gekommen und habe ihn beauftragt, bei den Gummiwarenhändlern in Paris Nachforschungen «nzustellen, ob bei einem derselben im Jahre *1896 eine Frau die Anfertigung eines Instruments bestellt habe, das dazu dienen konnte, eine physische.Veränderung des Iörpers vorzutäuschen. Er habe in dem Bandagisten-Geschäft von Rognier u. Burnet die gewünschte Auskunft erhallen. Frau Burnet habe chm erzählt, im Jahre 1896 sei eine etwas korpulente Dame, die französisch mit etwas deutschem Akzent gesprochen habe, im Geschäft erschienen und Habe noch nach mitgebrachtem Maße einen Gummileib bestellt. Dies sei im Juli .oder August 1896 gewesen. Die Bestellerin sei etwa drei- bis viermal gekommen und habe dann das Instrument bezahll .nnd urttgenommen. Zeuge hat bann der Frau Burnet die Photographie der Gräfin Kwilecki vorgelegt und sie gefragt, vb sie darin (die Bestellerin des Gummileibes wieder- erkenne. Dies sei aber verneint worden. Frau Burnet haöe im Gegenteil gesagt, daß dies nicht jene Dame sei. Auf die weitere Frage, ob Frau Burnet das Maß aufgehoben, habe diese verneinend geantwortet. Der Zeuge hat auch Ermittelungen angestellt, ob Frau Gräfin Kwilecki zu jener Zell in einem der Pariser Hotels angemeldet gewesw ist; die Nachforschungen hatten aber ein negatives Ergebnis. Bei der Hebamme Ram es erschien 1896 eine mit deutschem Akzent sprechende Dame und forderte sie auf, zu einer bestimmten Zell einen neugeborenen Knaben zu besorgen, der nach dem Auslande solle. Die Rames machte die Dame namentlich auf die Notwendigkell einer förmlichen Erllärung vor der Polizei auflnerksam, worauf die Dame fortging und nicht zurückkehrte. Frau Rames erklärte, in (d er Photographie der Gräfin die Dame wiederzuerkennen. Der Verteidiger betont demgegenüber, daß Frau Rames, als ihr in Berlin die Gräfin gegenüber gestellt wurde, diese nicht wiedererkannt habe. Maler v. Krajen ski, der für den Grafen


