Erstes Blatt
Samstag 31. Oktober 1903
Schulstraße 7.
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Kerniprrchanschluß Nr. 51.
153. Jahrgang
Nr. Z56
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Gietzener Anzeiger
rj7 General-Anzeiger 67
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
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Zum Meformationsfest.
„Luther der größte deutsche Mann, und die Reformation das größte weltgeschichtliche Ereignis", so hat unser Kaiser am 4. September zu festlicher Stunde in Merseburg bekannt. Dieses Bekenntnis flog mit Windeseile durch die deutfchen Gaue, und wo innnxr evangelische Herzen schlagen, da vernahmen sie es mit dankbarer Freude. Nun eines fiel dabei treuen deutschen Herzen schwer aufs Gemüt: daß über 13 Millionen deutscher Mitbürger dies Bekenntnis nicht teilen, daß ihre Empfindungen in scharfem Widerspruch damit stehen, und zwar heute mehr, als je. Kann man sich doch heute auf katholischer Seite unter Führung von Rom nicht genugtun in schärfster Verurteilung der Reformation, in der Herabwürdigung Luth-ers. Cs müßte nicht so sein. Es hat Zeiten gegeben, noch oor 100 Jahren, da waren fromme Katholiken mit den Evangelischen eins in der Hochachtung Luthers und in der Erkenntnis, daß die Reformation unserem deutschen Volke, und auch der kathio- lischen Kirche viel Gutes gebracht habe. Wie unbefangen man aus evangelischer Seite das Große und Gute, das sich in der katholischen Kirche findet, zu würdigen weiß, beweist die hohe Verehrung, die unser Kaiser tvotzseiner Begeisterung für Luther, dem Papst Leo XIII. entgegengebracht hat. Die großen Helden der katholischen Kirche, ein Augustin, ein Franz von Assisi, ein Vincenz de Paula, haben aus protestantischer Sette volles Verständnis und liebevolle Schilderung gefunden. Selbst einem so wenig sympathischen Manne, wie einem Ignatius von Loyola, sucht man im weitesten Maße gerecht zu werden, auch wenn man seine Schöpfung, die Jesuiten, bekämpfen muß. Man verschließt sich auch nicht der Tatsache, daß der deutsche Katholizismus 'heute auf "einer ganz anderen geistigen Höhe steht, als noch vor fünfzig Jahren, daß sein Eintreten für die Arbeiterbewegung und für die politische Freiheit, wenn auch zunächst aus dem Interesse der Kirche und ihrer Macht erwachsen ist und daran seine sehr bestimmte Grenze findet, ihn doch dem Protestantismus auf diesen Gebieten näher gebracht bat, wie z. B. der höchst erfreuliche Arbeiterkongreß, oer in dieser Wocbe in Frankfurt die katholischen und evangelischen Arbeiterorganisationen zusammengeschlossen hat, beweist. Umso bedauerlicher ist es, daß, von solchen erfreulichen Erscheinungen abgesehen, sich auf katholischer Seite immer stärker das Bestreben geltend macht, den Riß zwischen beiden Konfessionen zu vertiefen, auf allen Gebieten katholische Sonderorganisationen und Einrichtungen ins Leben zu rufen, die Katholiken von der gemeinsamen deutschen Geisteskultur nach Möglichkeit abzuschließen, wie es in grellster Weise aus dem bekannten Vorgehen des Bischofs Korum in Trier hervortrat. Das alles ist nur aus einem Grunde verständlich: man spürt auf katholischer Seite, so wenig man es auch meist eingestehen will, auf allen Gebieten des geistigen, des sozialen und politischen Lebens den Pulsschlag des Protestantismus, die Fortwirkungen der Reformation. Und mit Recht. Das tiefste, das Luther seinem Volke fiir alle Zeiten zu sagen hatte, faßt sich zusammen in jenes köstliche Wort, das er in dem Büchlein „Von der Freiheit des Ehristen- menschen" geschrieben hat: „Ein Christ ist durchs den Glauben ein freier Herr aller Dinge und niemand untertan, aber durch die Liebe ist er jedermann Knecht". Damit "hat er das Leitmotiv angeschlagen, das bald stärker, bald schwächer, bald bewußt, bald unbewußt, durch die ganze Entwicklung unseres Volkslebens seit der Reformation hindurchklingt. Das können auch die katholischen Deutschen, ob sie wollen oder nicht, nicht verleugnen. Wer sie können dessen nicht froh werden, weil dies Motiv bei ihnen durchkreuzt wird
durch das andere: Der Sirene untertan und dem Manne in Rom, der sich den Stellvertreter Gottes nennt. So findet uns jedes Reformationsfest leider in Streit und Kampf. Mögen sich die Evangelischen durch die Erinnerung an Luther daran mahnen lassen, daß in diesem Widerstreit für sie kein Sieg zu holen ist nach katholischer Methode, o. h. durch alle die Mittel, die auf unsere Macht hinzielen. Damit sind freilich äußere Erfolge zu erzielen, wie die innere Politik des deutschen Reiches eben beweist. Wer dauernd Sieger bleibt nur, wer die größten innerlichen geistigen Wirkungen übt. Wenn der Streit der Konfessionen zum edlen Wettstreit würde: wer am besten die Erziehung unseres Volkes zu charaktervoller geistiger Freiheit und' Selbständigkeit und zugleich zur dienenden brüderlichen Liebe fördert, dann würde daraus trotz allem ein Segen für unser Volk erwachsen. Die Kirche der Reformation würde ihren Ursprung und ihr Wesen verleugnen, wenn sie fick) von dieser großen Aufgabe je ablenken ließe.
Pm.
Keer und Klotte.
Die kaiserliche Verordnung über die Behandlung Betrunkener durch die militärisch en Borg e setzt en, über den Gebrauch der Waffe in dringender Not und äußerster Gefahr hat nunmehr aus Anlaß des Falles H ü s s en e r eine Ergänzung sowie genauere Feststellung erhalten. Die neuen Bestimmungen besagen nach einer Mitteilung der „Köln. Ztg.", daß eine unabsichtliche Berührung eines Vorgesetzten durch einen angetrunkenen Untergebenen nicht als tätlicher Angriff aufzusassen ist. Erst, wenn die Person des Vorgesetzten tatsächlich gefährdet ist, darf die Waffe gebraucht werden. Der Vorgesetzte soll vermeiden, betrunkenen Untergebenen Befehle zu erteilen, und deren Entfernung, wenn erforderlich, durch Kameraden bewirken lassend Die Schiffskommandanten sowie die Kompagnieführer hüben die neuen Bestimmungen alle vier Monate vorzutragen. '
Aus Stad! und Saud.
Gießen, 31. Oktober 1903.
'* Privatdozent Dr. Kißkalt. Der 1. Assistent am hygienischen Institut, Dr. med. Karl Kißkalt, der sich in der medizinischen Fakultät der Universität als Prioatdozent für Hygiene habilitiert hat, wurde geboren 1875 zu Würzburg, studierte von 1894—1899 in Würzburg, München und Berlin und promovierte 1898 in Würzburg mit „Beiträgen zur Kenntnis der Ursachen des Notwerdens des Fleisches beim Kochen". 1899 erlangte er in Würzburg die Approbation. 1899 bis 1901 wirkte er am Würzburger hygienischen Universitäts-Institut unter Professor Dr. K. B. Lehmann. Am hiesigen hygienischen Institut ist Kißkalt seit dem 1. Oktober 1901. Von seinen Schriften nennen wir: „Ueber lokale Disposition, Erkältung und Abhärtung" (Münch, med. Wochenschrift 1900), „Die Erkältung als krankheitsdisponierendes Moment" (Archiv für Hygiene Bd. 39), „Ueber die Absorption von Gasen durch Kleidungsstoffe" (Archiv f. Hygiene Bd. 41) und „Eine Modifikation der Grane'schen Färbung" (Zentralblatt für Bakteriologie Bd. 30).
** Personalien. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Neustadt i. O. Michael Pilger, Leonhard Thierolf, Georg Fritz und Heinrich
Pilger L — In den Ruhestand wurde versetzt der Hausbeschließer am Justizgebäude in Gießen Heinrich Keller auf fein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste und Verleihung des Allgemeinen Ehrenzeichens mit der Inschrift: „Für langjährige treue Dienste. — Ernannt wurde der Gefangenwärter am Gefängnis in Darmstadt Martin Weyrich zum Gefangenausseher an dieser Anstalt.
** Gemäldeausstellung im Turmhaus am Brand. Durch eine Anzahl Gemälde, welche die Ausstellung im Turmhaus am Brand vorige Woche bereicherten, wurden die Mitglieder und Freunde des Kunstvereins aufs neue zu ihrem Besuche veranlaßt. Unter den neu ausgestellten Werken befinden sich viele, welche einen Besuch reichlich lohnen und dem prüfenden Auge einen befriedigenden Anblick bieten. Wir nennen von den 100 ausgestellten Gemälden besonders „Bauernhof in Arndsee" von Hoch- he imer-Berlin, mit vorzüglicher Perspektive und erfolgreichstem Studium von Licht und Luft; „Commersee bei Canoenabbia" von H Hacker-München, „Motive vom Gardasee" von N e t t i ch - Aiünchen, den „Alexanderplatz in Berlin", der besonders alle, die schon einmal in Berlin gewesen sind, interessieren wird, von W. Geißler -Berlin. Ein dankbares Motiv hat sich auch Kle e h aas-München zu seinem Bilde: „Schulausflug" gewählt. „Walpurgis-- morgen" von H arlfin g er-Wien zeigt gute Studien der Bewegung des menschlichen Körpers. Mit drei originellen Bildchen hat F. I ü tt n er-Berlin die Ausstellung beschickt. „Idyll" und „Märchen" von K. Heilig-München, „Bei der Toilette" von R. Epp-München, und „Junge römische blutter" von L. v. Lö ffts-München vervollständigen die Sammlung der Genrebilder. Auch die Landschaft ist gut vertreten; wir nennen nur: „Herbstnachmiltag" von F. Kallmorgen - Berlin. Auch Frucht- und Blumen- stücke sind nicht ausgeblieben; wir Heven hervor „Löwenzahn" von Dora C o mpt o n-London, „Stllllebeu" von Kaw er au -Berlin und ein „Fruchtstück" von Marie Felchner-Gießen. Einige flott gemalte Aquarelle auÄ Nachbarstädten Marburg, Limburg sowie von Schiffenberg und Badenburg hat G. Gehrhardt -Gießen ausgestellt, die ein besonderes Interesse verdienen. Der Besuch der Ausstellung kann nach vorstehendem bestens empfohlen werden. Wir bemerken noch, daß in den Kunstverein neu eintretende Mitglieder noch teilnehmen dürfen an der im Dezember stattftndenden Verlosung.
** Vier Jahreszeiten. Morgen, den 1. Novbr., finden in genanntem Lokale zwei große Spezialitäten-Vor- stellungen statt, worauf wir an dieser Stelle nochmals aufmerksam machen.
S. Friedberg, 30. Okt. Gestern tagte hier unter dem Vorsitz des Kreisrats Fey eine Generalversammlung für die bisherige Sparkasse „Mathildenftift Friedberg- Butzbach", wobei die Orte des Bezirkes Butzbach abgetrennt und die selbständige Sparkasse „Mat hild en stift Butzbach" definitiv gegründet wurde. Zu dieser gehören u. a. die Orte: Gambach, Ober-Hörgern, Nieder- und Hoch-Weisel, Rockenberg, Griedel, Kirch- und Pohl-Göns, Münzenberg, Ostheim, Fauerbach und Hausen. — Im benachbarten Ober- Erlenbach fand heute unter großer Beteiligung der Gemeinde die Beerdigung des fiüheren Bürgermeisters I. Möglich statt. Er war 84 Jahre alt.
R. B. Darmstadt, 30. Okt. Der Finanzausschuß und der P e t iti o n s au s sch u ß traten heute vormittag wieder zu längeren Sitzungen zusammen. Der erstere hatte namentlich wieder eingehende Besprechungen mit den Regierungsvertretern. Die wichtigeren befinitiöen Beschlüsse wurden jedoch für eine der späteren Sitzungen Vorbehalten.
Gießener Stadttyenrer.
Die berühmte Frau, von Schönthan und Kadelburg.
Mehr als anderthalb Jahrzehnte ist es her, als den Herren Franz v. Schönthan und Gust. Kadelburg — in den letzten Jahren hieß die literarische Kompagnon-Firma Franz v. Schönthan u. Franz Koppel-Ellfeld — der gute Einfall kam, um die Idee von Schillers bekanntem Gedichte „Die berühmte Frau" einen modernen Schwank herumzuschreiben, nicht etwa ä la Moliöres „Gelehrte Frauen", behüte, so hoch verstiegen sich die Verfasser nicht, nein; ganz nach Art ihrer bekannten anderen Scherze, der „Goldfische" 2C., die ihnen so viel eingebracht haben, daß Herr von Schönthan eine prächtige Villa in Blasewitz bei Dresden beziehen und Herr Kadelburg dem anstrengenden schauspielerischen Berufe als gemachter Mann Valet sagen konnte, schufen sie diesen Schwank. Mit der ganzen Schwankliteratur von Hans Sachs bis auf Oskar Blumenthal waren sie schon im Jahre 1887 aufs engste vertraut und ihre „Fliegenden Blätter"-Studien waren damals schon phänomenal zu nennen. Darum (oder trotz dem?) macht sich der Schönthan-Kadelburgsche Schwank „Die ^berühmte Frau" ganz nett, und es ist nicht zu leugnen, daß in dem ganzen Stücklein ein frischer munterer, Ton herrscht, daß die Sprache gewandt und liebenswürdig ist und einzelne Szenen einer originellen, echten Komik nicht ermangeln.
Gespielt wurde gestern bei gut besetztem Hause recht flott. Den Wildfang Herma spielte Frl. Hell berg. Das war wirklich ein „patentes" Mädel! Das lose Baroneßchen mit dem „Gardedeutsch" verlangt eine Darstellerin, die das hat, was man „Nace" nennt. Ob Frl. H. im Grunde das Temperament des Schelmes Herma hat, das hat sie bei ihren bisherigen Talentproben zu zeigen noch keine rechte Gelegenheit gehabt. Nach ihrer entzückenden Marianne in den , Ge
schwistern" wissen wir, daß sie nicht sowohl der Kunst der Schönthan und Konsorten, als vielmehr der eines Goethe gewachsen und für sie reif ist, und ihre gestrige Leistung schien das trotz allem wieder zu bestätigen. Ist aber Frl. H. selbst so wenig Wildling wie Goethes Marianne, dann war sie gestern um so bewundernswerter. Keinen der zahlreichen Pointen der Nolle mit ihren Knallbonboneffekten ließ Frl. H. unbeachtet. Sie kamen freilich mitunter um eine Idee anders heraus, als die Verfasser es sich gedacht haben mochten, weniger burschikos, mädchenhafter, darum aber anmutiger, lieblicher, liebenswürdiger, allerdings freilich auch ein ganz klein wenig angelernt. Die Figur ist etwas unwahrscheinlich, allein dafür ist sie eine echte und rechte Theaternaive, die immer das Wohlgefallen der Zuschauer hat, und das errang sich gestern Frl. H. wieder in vollstem Maße durch das frische fröhliche Leben und ihr süßes schmeichelndes Sümmchen, mit dem sie alles umstrahlte. Ob wohl Sprachforscher diese Figur später einmal als einen wertvollen Beitrag zur Geschichte des Werdeganges unserer vergardedeutschten Sprache ansehen werden, so wie man Molißres „Precieuses ridicules“ auf ihr eigentümliches Französisch untersucht hat? Geeignet dazu wäre sie; doch der Herren v. Schönthan und Kadelburg „Berühmte Frau" hat bald das hohe Alter von 20 Jahren erreicht; älter wird ein neuerer deutscher Schwank kaum, und es ist auch nicht gerade schade darum.
Die Bekehrung des reizenden Kobolds gelang dem Onkel Traunstein des Herrn San dorff mit geringeren Schwierigkeiten als man hatte erwarten dürfen. Dieser Onkel Uli braucht doch nicht nur Ruhe und Haltung, sondern auch viel vornehm Gewinnendes und durch weltmännische Abgeschliffenheit Imponierendes. Unserem ernsten, stimmungsschweren und gediegenen Herrn Sandorff aber fehlt zu dergleichen Rollen die immerhin leichte und gefällige Art eines Lustspiel- Salonkavaliers. Schon sein merkwürdig dunkles Organ paßt
zu keiner Art von Schönthan-Kadelburg'schen Lllädchenherzen- eroberern.
In ganz anderer Weise fesselte Herr Direktor Siein- götter durch sein so elegantes und parkettgewohntes wie temperamentvolles Spiel das Haus. Er hatte sich die etwas schwierige, aber allerdings auch ungemein dankbare Kadelburg- Rolle des bis zu Dachsteins Rand verliebten, das liebe „Deitsch" ein wenig kraus gebrauchenden Schwerenöters aus dem Ungarlande, Grafen Bela Palmay, zugeteilt. Verständigerweise erschien er nicht, wie es manche andere Darsteller belieben, in ungarischer Nationaltracht, sondern als äußerlich sehr wohl- gebildeter Sohn der Pußta, in elegantem Wmterpelz mit Zylinder. Selbst die Sprache deutete nur wenig auf einen Ungar hin, sondern eigentlich nur der Schnurrbart ä la Mikosch. Sein prächtiges, frisches, natürliches Spiel erschöpfte die humoristischen wie die manchmal auch ein bischen sentimentalen Seiten dieser echten rechten Schwankfigur. Seine Partnerin, Frl. Hohl, besitzt für eine Ottilie gute Bühnenerscheinung und gute Haltung., Auch kam ihrer Rolle ihre überlegte Sprechweise zu statten. Frl. H. hat aber eine kleine Angewohnheit, die den Zuschauer auf die Dauer irritiert; sie läßt häufig ohne ersichtlichen Grund ihre Augen weg vom Bühnenraum, in den sie eigentlich allein gehören, ins Publikum abschweifen. Ihre Absicht dabei ist es wohl, mehr Fühlung mit dem Auditorium zu gewinnen; sie erreicht aber das Gegenteil dcynit, denn ihre Blicke lenken von der Szene, von Milieu und Stimmung ab, statt sie mit aller Jntensivität an sich zu fesseln. Die Tante Paula gab Frau Fischer mit recht sympathischer Charakteristik. Zuletzt — die „berühmte Frau" selber, die erst im Schlußakte in Aktion tritt, Frl. Kellermann, habe ich nicht mehr gesehen — Herr Conradi als verliebter alter Herr, dessen Herz nicht alt werden will, und über die Maßen fürtrefflicher Mädchenerzieher. Ja, dieser gute Baron Ottokar verlangt doch eigent-


