Vermischtes.
ungen.
Höchste Temperatur am 29.—30. Juli 18,4U C.
Niedrigste „ „ 29.-30. w 11,6° C.
Dr. A. Oetker, Bielefeld
5886
AUS Stu dl und Land.
Gießen, 31. Juli 1903.
Meteorologische Beobachtungen der Station Gieße».
der von ihm so geliebten Waffe gestellt, die ihm in Wm Mabe ihre leitgcmäße Vervollkommnung verdankt. Seen Andenken wird ui der Geschichte der Artilleric-Prufungs- kommission foitleben." _____ —.
Gerichtssaat.
Frankfurt, 29. Juli. Kriegsgericht. Wegen Kör»
Wer Hurlien liebt
möge bedenken, daß man auf je 5 Liter des Essigs oder des Salzwassers 1 Päckchen Dr. Oet.er's Salicyl a 10 Pig. glebt. Dann braucht der Essig nicht noch emuml aufgetochl 5lt lverden, die Gurken werden nicht kahmig, die Salzgurteil bleiben hart uni) der Geschmack bleibt'ein frischer, da femevlci unliebsame Gährungen entstehen. Rezepte auf Wunsch grcrlls vom Unterzeichnete»!. — Dr. Oetker s Salicyl u 10 Pfg. ist in den Geschäften vorrätig, welche führen Dr. Oetker s Backpulver.
werden verschiedene Gründe zu Gunsten des Feldatal- vroiektes angeführt und zum Schlüsse daraus hingewiesen, I paß auch schon mit der vorläufigen Ausbauung der strecke Ehringshausen-Groß-Felda gedient sein wurde. Diese Strecke zeigt durchaus nicht den Charakter einer Gebirgsbahn, har absolut keine Terrainschwierigteiten zu überwinden und erschließt bei einer Länge von nur 11 Kilometer einen Bezirk mit 4000 Einwohnern. Zieht man noch in Betracht, daß eine Eisenbahn naturgemäß ein Anwachsen des Verkehrs un Gefolge hat, daß ferner die zu erwartende Verfrachtung der hier zu hebenden Bodenschätze eine starte Inanspruchnahme der Bahn bedingt, so darf man wohl mit vielem Recht dieser Eisenbahnstrecke Ehringshausen—Groß- T^elda eine bescheidene Rentabilität in Aussicht stellen.
Eine Wetterführung der Bahn von Groß-Felda über Ulrichstein nack) Rixfeld konnte jederzeit vorgenommen werden
Die Kammer wird gebeten, aus Grund des der Großh. Regierung vorgelegten Projektes, der Linie Ehringshausen— Groß-Felda—Ulrichstein—Rixfeld den Vorzug zu geben, bezw. den Ausbau der Teilstrecke ß^^ng‘^^au^en— Felda zu genehmigen.
Landwirtschaft.
Der ständige Ausschuß des Deutschen Landwirtschaftsrats behandelte in Rietz die Frage des „wirtschaftlichen Zusammenschlusses der mitteleuropäischen Staaten bezw. die Reform unseres jetzigen Systems der allgemeinen Meistbegünstigung". Auf Antrag des Referenten Grafen Schwerin-Löwitz wurde dazu, wie die „Teutschc -ragesztg. erfährt, einstimmig der Beschluß gesaßt:
In Erwägung, daß t ,
a. weder die Genehmigung irgend eines neuen Tarif» ' Vertrages durch den Reichstag,
b. n o ch eine Erneuerung des am 31. Dezember d. Zs. ab- laufenden Handels-Abtommens zwischen dem Deutschen Reiche und Großbritannien
, ohne vorherige Klarstellung der Frage angängig erscheint, m welcher Weise die allgemein - und anscheinend auch von den Berbülideteii Regierimgen — als notivelidig erkannte Reform un» ierer bisherigen M e i st b e g ü n st i g u n g sver t r a g e, insbesondere mit den Vereinigten Staaten von Amerika, erfolgen |oll, beschließt der ständige Ausschuß des Deutschen Landwirtschaftsrats, dem Vorstände anheimzugeben, e r f o r d e r l t ch e n i a l l s zur Klärung der obigen Frage oder zur Beratung eines dem Reichstage vorgelegten Tarifvertrages eine außerordentliche plenar- verfammlüng'deS DeutschenLandwirtschastsrats imStoveniber oder Tezeiiiber d. IS. einzuberufen und zu derselben nach eigenem Ermessen auch Sachverstäiidige der Industrie urid des Handels
I einzuladen. ___
Arbeiterbewegung.
Odessa, 36. Juli. In den Fabriken der Firma Wahlkuch und in emer einem Franzosen gehörigen Fabrik ist wegen Lohndifferenzen ein Streik ausgebrochen. Auch die Führer und Kondukteure der Straßenbahn streiken, sodaß der Stragenbahnverkehr völlig stockt.^ 30, Juli. Tic russische Telegraphenagenlur
meldet aus Tiflis vom 28. Juli: Auf der Station Michailowo, 112 Werst von hier, an der Strecke Tiflis—Batum, stellten die Arbeiter die Arbeit ein und führten Unordnungen herbei, inbem sie einen Güterzug anhielten. Der Aufforderutig der Eisenbahn- obriakeit, der Polizei tmd des Ehess des Atilitärkommaildos, aus- einanderztigeheii, folgte die Menge md)t. Als sie darauf einen anderen Zug aufzuhalten versuchte, rückte em 40 Mann starkes 5tom- malido nach mehrmaliger Warnung gegen die Menge vor, die sie mit einem Steinhagel und einigen Revolverschüssen empfing. Es erscholl das Komniando „Feuer". Z e h n A r b e i t e r s i n d t o t, 18 verwundet. Darauf wurde der Zugverkehr wiederhergestellt^
Fas KisenvatinkomiLee Oroß-Kelda und Umgegend hat eine Vorstellung, betreffend die bann na einer Eisenbahn E h r r ngshaus e n Groß- Felda—Ulrichstein—Rixfeld an die 2. Kammer ge richtet in bet folncnbcd luirb. .
} Seit einer Reihe von Jahren bricht sich in der htc>,geu Gegenb beo Vogelsberges immer mehr d>e Erkenntnis Bahn, haft für ba-< Wohl beb Feldatals eine Eisenbahn unbedingt nötig sei. Bei einer Entfernung von 2—3 stunden von ber nächsten Eisenbahnstation verspüren bte umliegenden ^metnben sehr wenig von den Borteilen ber modernen Verkehrswege. Mit tiefem Bedauern wirb hier bemerkt, lute un er wirtschaftlich kräftig entwickelter Bezirk in jedem weiteren gedeihlichen Fortschreiten gehemmt ist, da die Verkehrsader, welche einen dichten und vorteilhaften Austausch der Produkte ermöglicht — die Eisen- ^^Reiche ^Bodenschätze harren hier noch der Ausbeutung. Mächtige B a s a 1 t l a v a l a g er — sogenannte Lung-1 keine — find bis jetzt noch nicht zwecks baulicher Verwertung in Angriff genommen. Kürzlich aus Anregung eines hervorragenden hessischen Geologen vorgenommenr. Schürfungen behufs Erschließung eines solchen Umbruchs ergabeu nach fachmännischem Urteil em günstiges Resultat. I Ob bei gänzlichem Mangel eines billigen Transportmittels die Ausbeumug derartiger Steinbrüche ratsam ist, erscheint ^ftruljer angestellte Bohrungen ergaben das Vorhanden, fein von reichh altigen Eisenerzen. Auch biefe müssen ungehobeu bleiben, da der kostspielige Abtransport mittels Achse die Rentabilität des Abbaues illusorisch macht.
Weit ausgedehnte fiskalische Waldungen der Großh. Oberförstereieu Windhausen, Hainbach, Romrod und Ulrich- üein würden durch eine Eisenbahnverbindung EhrmgS- Hausen-Groß-Felda-Ulrichstein aufgeschlossen, und es wird sich die Holzverwertung für die Großh. Regierung bedeutend gewinnbringender gestalten, als dies seither der, Fall war.
rllvei große Dampssägewerke m Groß-Felda tonnten sich bis jetzt kein Absatzgebiet nach autzen verschaffen. Es wird dies durch die bei der schon erwähnten Achsenfracht nach der nächsten Eisenbahnstation entstehende Verteuerung des Holzmaterials von vornherein unrnögliü)
noch nicht bekannt.
* Eine Reichskanzlerehrung von ganz besonderer Art wird aus Obernick gemeldet. Die Ortschaft Goscienjewo hatte, um dem Reichskanzler ihre Verehrurtg und Achtung zu bezeigen, bei der Regierung den Antrag gestellt, ihren Ortsnamen in „Bü 1 owta 1" um tauf en zu dürfen. Diesem Verlangen ist jetzt entsprochen worden. Die Tauffeier soll mit großer Festlichkeit vor sich gehen.
* Grimsby, 30. Juli. Ein ausgedehntes, dem Transitverkehr dienendes Gebäude des hiesigen Docks ist Heutes in früher Morgenstunde abgebrannt. Da sick^ wertvolle Güter aus dem Lager befanden, wird der schaden aus mehr als 20000 Pfund Sterling geschätzt.
* Der Uebersall aus den Fürsten Gagarin. Vor einigen Tagen wurde aus seinem im, Gouvernement | Riäsan gelegenen Gute der 71jährige Fürst Gagarin von Bauern überfallen und schwer verletzt. Eine ausführliche Schilderung der Revolte gibt die „Petersb. Ztg.", welche u. ,cu. folgendes ausführt: Fürst Gagarin hielt sich auf seinem Gute zu seinem eigenen Schutz vier Tjcherkessen, die I cmf dem weitläufig angelegten Gutshos direkt neben der Einfahrt ein eigenes kleines Häuschen bewohnten. Diese vier Tscherkessen sind seit langer Zeit bei den Bauern ver- haßt gewesen und das umsomehr, als sie bei jedem von ihnen entdeckten Uebergriffe die Knute nicht geschont haben sollen. Eines Tages faßte einer der Tjcherkessen einen V<mern beim Grasstehlen ab und tötete ihn nach kurzem Streit Die 9cachricht hiervon verbrellete sich rasch im Torfe, und die Bauern rotteten sich zusammen. Fürst Gagarin, dem ebenfalls der Tod des Bauern gemeldet worden war, ließ anspannen, um mit der Fürstin und einem Nachbarn, dem Fürsten Schtscherbakow, den Tatort zu besichtigen. Ter Fürst selbst lenkte den Wagen, hinter seiner Gemahlin und dem Fürsten Sck)tscherbatow sitzend. Unter- ! dessen traf der bis auf 150 Personen angeschwollene, aus Weibern, Kindern und Adänneru bestehende Bauernhause auf dem Gute ein und stürmte unter einem Steinhagel das Haus der Tschertessen, die das Weite gesucht hatten; die Türen wurden aeünengt und das Haus in Brand gesteckt.
richt zu verantworten. Er war über Ostern in seine Heimat Wiesbaden beurlaubt worden und hatte dort mit einem Bekannten bis nach Mitternacht gezecht. Auf dem Heimweg provozierte er Mit zwei Leuten, die ihm begegneten, einen Skandal und verseyre einem mit dem Säbel einen scharfen Hieb- über den Hirrurkopf. Ter Angeklagte wird zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt, wahrend nur drei Atonale beantragt waren. Holzhey ist schon vor dem DiensteintriU dreimal wegen Körperverletzung bestraft.
Paris, 30. Juli. Das Zuchtpolizeigericht verurteilte 13 Redemptoristen und ö Marianisten zu je 16 Fr. Geldstrafe wegen Ueberlrettuig des Kongregationsgesetzes. Als die Veriirtelllen das Gerichtsgebaude verließen, wurden voii Frauen Hochrufe ausge- I bracht und Blumen überreicht. Als sie den Chateletplatz erreichten, ertönten Schmährufe. Tie Polizei verhinderte weitere Kundgeb-
— Das Großh. Regierungsblatt Nr. 40, aus-l gegeben am 28. Juli d. I., enthält: Verordnung zur Aus- führuna des Gesetzes, die Disziplmarverhältnisse der Gendarmen betreffend, vom 27. August 1902. Vom 22. Juli 1903. —I Bekannlmachung, die Erweiterung der städtischen elektrischen Straßenbahn in Darmstadt betreffend. Vom 20. Jull 1903. /Betrifft die Erstreckung der Konzession für die.Saalbau- Lime der elektrischen Straßenbahn in Darmstadt durch die Hemrichsstraße bis zur Heidelbergerftraße)
Ems 29. Juli. Eine in bestimmten Zeitabschnitten wredertehrende 'Rümmer des Vergnügungsprogramms der Kurkommisston ist die Bäderlai-Beleuchtung, die wohl
in ihren Grundformen unveränderlich ist, deshalb aber doch niemals ermüdend wirkt, weil man öfter kleine Randverzierungen dem mächtig großen Bilde in passender Weise zu geben versucht. Dies geschah auch vorgestern abend wieder, indem man nach der Beleuchtung des Bergkegels, die durch die dicht lagernden Dämpfe em eigenartiges Gepräge trug, einen Tanz der Heinzelmännchen aufführen ließ. Die Knaben, welche die Flanunen entzündet hatten, wurden mit roten Papierlatcrnen versehen und umtanzten nun, aus dem Dunkel des Berges austauchend, das Kriegerdenkmal und die Mooshütte, der Jugend damit ein sreydig begrüßjes Bild bietend. Bei einem Zugänge von 1380 Personen während der verfloßenen Woche ist die Frequenz aus 13107 Personen gestiegen. — Für künftigen Sonntag hat man hier wieder ein großes Sommerfest vorgesehen, das mit einem Blumenko r s o a u f | der Lahn — geschmückte Schiffe mit eigener Aüifilkapelle > __ beginnt, dem ein Promenaden-Korso im Kurgarten folgt und das am Abend mit einem venetianischen Nachtsest, dessen Schauplatz Lahn und Kurgarten sind, abschließen soll.
Kleine M i 11 c 11 n n g e n *a u 3 Hessen un d d eN Nachbarstaaten. Wie nmn aus Altenberg (bei Wetzlar) meldet, ist dort Musikdirektor Louis Seibert aus Wiesbaden nach Teilnahme an der Beerdigung seiner Schwägerin infolge eines Schlaganfalles plötzlich gestorben. S. war cm verdienter Komponist. — Die bei Bingen gelandete Leiche
I ist nicht die des bei der Regatta in Mainz ertrunkenen August Freier. Es ist vielmehr dte Leiche eines Schiffsjiingen.
^emuch^ letzterem Grunde erleidet auch die hiesige L a n d -1 wirtschast jährlich eine sehr ansehnliche Einbuße an Zeit und Geld sowohl beim Versand ihrer Produkte als auch beim Bezug der hier unentbehrlichen und in großen 'Massen eingesührten Futterartikel und künstlichen Düngemittel. , . , , , ,
Große Summen wurden und werden noch fortgesetzt der hiesigen Gegend bei der Errichtung von Neubauten entzogen Tie Verteuerung der Buumaterialien durch die zwei ßis dreistündige Achsenfracht ist eine ganz ungeheure.
Es ist einzig und allein dem gänzlichen Mangel an billigen Transportmitteln zuzuschreiben, daß sich in dem mit natürlichen Schätzen so aus gestalteten ^cldatalferne Industrie entwickelt und das jetzt schon Bestehende still steht! bezw. zurückgeht. Auch mag yieraus die langsam ober stetig | fortschreitende Entvölkerung der hiesigen Gegend zuruckzu- führen sein. .. <
In dem vorstehend Ausgeführten möge zur Genüge dar- gelegt sein, daß es unerläßllcy erscheint, dem Feldatal mtt rare? Eisenbahn zu Hülse zu kommen Dieses Verlangen nach einer solchen kann kaum als ein unbilliges bezeichnet werben, wenn man bie Eisenbahnkarte von Oberhessen einer näheren Betrachtung unterzieht. Ein Blick aus biese lehrt, wie reichlich bie Wetterau, bie Sübost- und Sübwestjeite bes Vogels- beraes mit Mhnverbinbungen ausgestattet sinb, und wie hingegen ein großer Bezirk um Ulrichstein unb GroMll>a von solchen noch gänzlich entbldßt ist Mit Ausnahme, der weit abgelegenen Strecke Gießen—Fulda besitzt dieje «eite des Voqelsberges keine Bahn. Von allen anderen Bahnverbindungen ist unser Bezirk durch das hoch auftzeigende Vogelsgebirg getrennt. .
Tie gleichen Bestrebungen der Segnungen einer Eisen, bahn tellhastig zu werden, regen sich wie im Feldatal^auch seit langer Zeit schon im Ohmtal U lr e ichp e in-aet- bertenrod—Ober ohmen—Ruppertenrod. Tie
beiden Komitees des Felda- und Ohmtalprojeitcs waren auch bereits dieserhalb bei der Großh. Regierung vor>te lig geworden. Von hoher Regierung würbe bamals bie An- aelegenheit vorläusig zurüagestellt unb beit beiden Komitees anheimgegeben, ihre beiderseitigen Interessen zu ver-
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Tie Rauchwolken bemerkten die aus der Fahrt befindlichen Herrschaften, der Fürst wendete und un scharfen Tempo ging es wieder dem Gute zu. Schon eine Viertelwerst von der Einfahrt war das infernalische Geschrei der lobenden Menge zu vernehmen, die beim Herannahen des Wagens ausgestoßenen Ruse: „Sie kommen, sie kommen! wurden deutlich hörbar. Tie Fürstin beschwor ihren Gc.mahl, nicht weiterzufahren, doch dieser kannte feine Furcht. Kurz vor der Hospsorte wurde der Wagen von einem -teu der grell > beleuchteten schwarzen Gestalten umringt — es war neun Uhr abends und es regnete —, und ein Steinhagel empfing den Wagen; zu gleicher Zeit wurde nach den Pferden und dem die Zügel führenden Fürsten Gagarin mll Heu-unb Mistg0ve 1 n geftoajen. Ter Fürst brach sofort zu sammen — die Fürstin, deren linkes Auge nichts mehr sah, uiiolae einer Biutwelle, die von der Stirn hmabstoß riß Die Pferde zurück, die, wild gemacht diirch Die entgegen stürmende Bande, scheuten uno scharf abbogen, ^den Weaaraben nahmen und in voller Karriere über das Feld ivcg stürmten. In diesem Moment Halle die Furstm die '-jünel dem nur roenig verletzten Fürsten ^chljcherbatow
I uiqeworfen und ihren Gemahl, der aus dem Wagen zu Kürzen drohte, gehalten. Erst nach einiger Zeit (uniuen die Pferde aiigehalleu werden. Ter besinnungslose Fürst wuroe loiort in Die Wohnung des Geistlichen gebracht und ms Bett gelegt, luäljicni) man Dte Lichter im Hause verlöschte. Doch verfolgte der emprutc Hause seine Opfer nicht mehr, lonucrn bald trat tiefe Stille ein.
* Ber 1 in, 30. Juli. Das neue R e i ch s t a g s p r a s i - dialgebäude, das jetzt auch im Innern semer Vollendung entgegengeht, ist an seiner nach dein Waffer zu gerichteten Houptfront mit einem grogeiP Giebetrelief geschmückt worden, das nach einer genauen <^lizze Wa 11 ols > gefertigt und von Professor Widemann geschaffen wurde. Unter deni malerischen Blatllvert eines Eichbaumes, der sich wie ein Baldachin über ihrem Haupte wvlbt, lagert eine Frauengestalt, die Germania, in friedlicher Ruhe. Während sie mit der rechten Hand ein Reh umfaßt, das sich ihr zutraulich genaht, stützt sich ihr linker Arm auf die Einfassung eines Ouells, der ;ich in reichem ströme ergießt. Zu ihrer Seite, etwas im Hintergründe fleht, ihres Winkes gewärtig, ein iraftvoller Jüngling, das adlergeschmückte Szepter in der Hcmd. Links hu et neben der Germania ein Genius, der ihr bic Kaiserkrone dor- bringt; Schwert und Schild, mit Lorbeer geziert, bilden den Abschluß. An den Seiten des Giebelfeldes stehen als Bekrönungen über den Halbsäulen allegorische Putten- gruprcn, die die Attika anmutig beleben. Den Schlußstein über dem Porlal an der ^ommerjivaße bildet ein weiblicher Phamasiekopf, auf dem ein von der Kaiserkrone überragter Adler mit seinen Schwingen sich ausbreitet.
* Zn dem Todessprung zweier Schwestern aus demFenster in Berlin, über den wir in der gestri- |ÄÄ « ^."5.? *5= KÄfS”' - w
malige Lehrerin Hebwig unb die 43fahrige Porträtmalerin Mara, die aus Stettin stammten. Dr sich vorgestern abend die Damen sehr lange im Fenster stehend I reigten und sich eine große Menschenmenge angesammelt hatte, so war allgemein der Ruf nach. Betten, die unter dem Fenster ausgebreitet werben sollten. Es gelang jebochl nur schwer, etwas Passendes herbeizuschafsen. Der Haus- portier brachte endlich ein pao.r Teppiche^ wegen der Ge- fahr fanden sich ledoch nicht genügend Leute bereit, bei Teppich ausgebrettet zu halten, um eventuell den Auß- fchlag der liörper beim Sturz zu milbern. In dem Nachlag ber Mädchen sanden sich weder Gelb noch Wertpapiere .Die Schwestern, die nun den Tod gefunden haben, sind den Behörden und vielen Zimmerverrnietermnen und Pensionsinhaberinnen Berlins aus vielen Unonnehmlich-1 feiten, die sie aller Welt bereiteten, bekannt. Dio Oesfent- lichkett haben die Sck)western beretts vor zwei Jill-ren I einmal beschäftigt, als sie sich im Juli 1001 ^ebenfalls aus dem Fenster einer Mietwohnung stürzten. £>ie kamen damals mit geringeren Verletzungen davon und wurden im Krankenhause geheilt. Sie waren wohl geistig stcu:f belastet und haben sich durck) allerhand schwindelhafte Manöver über Wasser gehalten. Unter anderem lebten sie unter beständiger krankhafter Furcht vor der Polizei und behaupteten, man wolle ihnen „wichtige Papiere" abnehmen. Solche besaßen sie aber garnicht. Was die
I Damen seit zwei Jahren nach ihrer damaligen Entlassung aus dem Krankenhause getrieben haben, ist im einzelnen
Juli 1903.
oO‘ jNV
Temperatur der Lull
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
Wetter
30.
2™
741,3
17,8
10,1
67
WSW.
2
Sonnenschein
30.
926
742,9
12,2
9,8
94
SSW.
2
bew. Himmel
31.
r^lb
744,3
12,2
10,0
95
SSW.
1
Regen


