Ausgabe 
31.3.1903 Zweites Blatt
 
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Ein orientalisches Protektorat Deutsch- kands in der Beschützung katholischer Inter­essen soll man, wie derHann. Cour." sich aus Berlin schreiben läßt, in vatikanischen Kreisen wünscüeu, und Kar­dinal kvpp soll die Erfüllung dieses Wunsches anstreben. Als Gegenleistung würde das Zentrum einer neuen dem Reichstage bereits in seiner ersten Tagung vvrzulegenden umfangreichen MarinevoUa^e die Zustimmung gewahren. (Das sind offenbar willkürliche (Erfindungen.)

Dresden, 30. März. Der als Führer der Leinziger Jungliberalen bekannte Rechtsanwalt Hermann Martin hat soeben eine Flugschrift verdfsentlrcht. Aus derselben wrrd folgender Satz wiedergegeben:

Wir Sachsen rühmen gern die Anhänglichkeit des Volke- an Vaterland und Fürstenhaus. Aber feien wir offen: in keinem Lande Deutschlands wer­den beide mehr gehaßt als in Sachsew"

Die Generalversammlung des deutlichen Tabak­arbeiterverbandes hat nach sehr langen Erörter­ungen die Einführung der ArbeitslosenunterstützurrL mit 43 gegen 18 Stimmen beschlossen.

Wahlbcwcgung.

Die geplante Reichstagskandidatur des Prinzen Max von Baden tm Reichstagswahlkceis Karlsruhe-Bruchsal, die als Sammclkandidatur gegen die Sozialdemokratie gedacht ist, erregt wegen der konservativ- klerikalen Gesinnung des Prinzen in liberalen K're.sen Un­mut. Auch der verstorbene Later Prinz Wclhelm, der Bruder des Großherzogs, war Mitglied des ersten Reichs­tags, wurde aber wegen feiner konservativen Politik von »den Liberalen bei der Wiederbewerbung mit Erfolg be­kämpft. Prinz Max, der künftige Thronfolger, ist eine der Stützen des lterikal-lonservativen Systems. Seit dem Ein- und Vordringen der Sozialdemokratie im Reichstag auch in Bayern hat sich Prinz Ludwig, der bayerische Thronfolger, einst um ein Mandat beworben dürften Mitglieder re­gierender Hauser in ihrem wohlverstandenen Interesse nur noch geringe Lufr haben, sich einem Wahlkampf und der Probe auf chre Volkstümlichkeit an der Wahlurne zu unterziehen.

Ausland.

Rom, 30. März. Nach einer Meldung derPol. Korr." trifft Kaiser Wilhelm am 2. Mai in Rom ein und ver­bleibt hier bis zum 6. Mai. Neapel wird der Kaiser nicht besuchen. Der Reichskanzler Graf Bülow dürfte dem König von Italien seine Aufwartung machen. (Eine Be­gegnung mit dem Minister des Auswärtigen, Prinetti, hatte Graf Bülow heule in Neapel.

Belgrad, 30. März. Rekruten aller Waffengattungen wurden für den 22. April unter die Fahnen berufen. Die Milizpflichtigen werden durch Kundmachung ausgefor- dert, sich für das Einrücken bereit zu hallen.

Aus tzluöl iiiiü Land.

Gießen, 31. März 1903.

* Der März, der heute scheidet, hat sich Heuer als Lenzmonat und Bringer des Frühlings im vollen Blaße ge- zeigt. Die Vegetation ist diesmal beim Scheiden des ersten Frühlingsmcrnals entwickelt, wie in zahlreichen Vorjahren nicht Ende April. Sonnige, warme Frühlingtage waren unö in vergangener Woche beschert, wie oft nicht un Mai, und die Knospen schwellten in milder, wonniger Frühlingsluft. Am Spalier blühen schon Pfirsich und zeitige Pflaumen, eine Seltenheit für den Monat März. Die lästigen Märznebel haben diesmal auch gefehlt, sodaß wir nach alter Bauern­regel keinem gewilterreichen Sommer entgegengehen. Und Märzcnslaub, welcher Goldes wert sein soll, wurde für das Publikum eine Strafe. Und doch giebt cs nichts Bangeres als die Zukunft. Kann doch em einziger unvorhergesehener Nachtfrost die ganze früh aufquellende Herrlichkeit zerstören.

Ein Prioatturnkursus zur Ausbildung von Turnlehrerinnen begann am 30. März unter Leitung des Landesturninspektors E. Schmuck in Darmstadt. Der Kursus dauert drei Wochen und schließt am 18. April.

die Weisheit der Stadtväter zum Pädagogen cmsersehen hatte. Nach der Konfirmation nahm Johannette als Haus­mädchen Dienste und blieb bis zum 23. Jahre der Mutter fern. Während sie sich in den Willen ihrer Herrschaft schicken lernte und bei fleißiger Hantierung Trübes und Heiteres erfuhr, erschien chr wie eine Botin aus Himmelshöhen die Muse der Dichtkillist, um sie fortan nicht mehr zu verlassen. Was sie erlebte und dachte, das formte sich ihr von selbst zum Gedicht, sich poetisch auszusprechen war ihr innerstes Be­dürfnis, war ihr Erquickung und Trost. Aus Mainz, wohin sie sich verdungen hatte, kehrte sie 1843 zu der kränkelndenMutter nach Gießen zurück. Für die langsam Hinsterbende und für sich selbst gewann sie nun alsNähmamsell" den Lebensunterhalt. Bald lernte man in den Familien der Honoratioren und Universitätsprofessoren das liebens­würdige junge Mädchen schätzen, und als nun gar ver­lautbarte, mit welch reichem poetischem Talent Johannette begnadet sei, da begegnete chr Achtung und Teilnahme, wohin sie mit ihrem Ncrdclbüchschen tarn. Im Jahre 1853 mackste sie die Bekanntfck>ast des jungen Malers Carl Rühling auS Göttingen und schloß mit ihm einen innigen Freiinschaftsbund.

Warf so die Freundschaft, ja die Liebe auf Johannet- tens mühevolles Leben einen verklärenden Schimmer, so blieb chr der große Schmerz nicht erspart, ein Jahr später des Freundes Tod zu beweinen. 1854 raffte die Cholera in München den talentvollen jungen Maler hin. Und Jahrzehnt und Jahrzehnt sah das alternde Mäd­chen DeniKljen und vergehen. Regsam von früh bis spät erfüllte sie getreulich als Näbmamjell ihren Beruf. Erst an der Schwelle des 78. Jahres legte fie b i e Nadel hin.

Die Gedichte der Naturdichterin Johannette Lein reden ihre eigene Sprache. Das Gefühl für den Rhytmus, das ihnen innewohnt, die Fülle von Gedanken, die sie offen­baren, predigen die alte Wahrheit, daß nicht erworbene Kenntnisse, sondern natürliche Anlagen den Dichter machen, lieber die Grenzen ihrer Heimat hinaus verdient Johannette Lein, die Dichterin aus dem Volke, bekannt unu geschätzt zu werden."

Mit den Worten Oioethes, mit denen Bock sein Geleit­werk schloß, wollen auch wir schließen:

Wie man sich sonst gegen den Menschen dankbar erzeigt, daß er uns treffliche Poesien liefert, fo muß man e5 hier der Poesie recht lebhaft verdanken, daß sie unS mit einem ivaderen Menschen bekannt macht'.

Der Lehrerturnverein für Hessen ist dem all­gemeinen deutschen Lehrerturnverein beigetreten und hat die Unterhaltung des Grabes des um daS Schulturnen sehr ver­dienten Adolf Spieß in Darmstadt übernommen. Der hessische Lehrerturnoerein wurde Weihnachten 1900 in Frank­furt a. M. gegründet, besteht also erst zwei und einviertel Jahr. Trotz dieser kurzen Zeit hat er sich bereits unter den hessischen Lehrern großen Anhang erworben. Den Vorsitz führt Landes-Turninspektor Emanuel Schmuck in Dannstadt.

-n. Allendors a. d. Lahn, 31. März. Am Sonntag nachmittag um 3 Uhr wurde hier das 2 5; übrige Bür­germeister-Jubiläum unseres Bürgermeisters Ludwig Volk XUI. festlich begangen. Prooinztaldirektor Dr. Breidert nahm persönlich daran teil und überreichte mit Worten der Anerkennung die von der Regierung ver­liehene Auszeichnung. Mehrere Geschenke wurden dem Ju­bilar überreicht, darunter von den Gemeinderatsmitgliedern eine schöne Hängelampe, vom Kriegerverein, dcsien Ehren­mitglied der Bürgermeister ist, eine Standuhr, vom Gesang­verein ein Diplom und von den Bürgermeistern deS Kreises eine Pfeife. Bürgermeister Volk dankte in bewegten Worten für alle diese Ehrungen. Im Jahre 1878 war er einer von den drei Bürgermeister-Kandidaten; aus der Stichwahl ging er am 18. März als Ortsoberhaupt mit großer Majorität siegreich hervor. Am 29. März 1878 wurde er vereidigt und trat das Bürgermeisteramt an. Seinem Gerechtigkeits­sinn und feiner Gewissenhaftigkeit gelang es, sich das Ver­trauen und die Verehrung der ganzen Gemeinde zu erwerben, sodaß er im Jahre 1887 zum zweiten und 1896 zum dritten Male und zwar einstimmig wiedergewählt wurde. Da unser Bürgermeister gegenwärtig erst im 65. Lebensjahre steht, so ist es ihm hoffentlich vergönnt, noch recht lange zum Besten unseres Dorfes das Bürgermeisteramt zu verwalten.

-i- Friedberg, 30. März. Die Gewerbe-Aka­demie zählte im kürzlich abgelaufenen Winter-Semester 270 Studierende. Seit dem kurzen Bestehen des Instituts hat sich die Zahl der Studierenden stets gesteigert, sodaß bei Beginn des Sommersemesters deren Zahl 3U0 übersteigen durfte. Das Sommersemester beginnt am 15. April, während der Vorunterricht heute seinen Anfang nahm. Schon jetzt sind zahlreiche Anmeldungen erfolgt. In dem jetzigen Ge­bäude der früheren Augustinerschule können rmr etwa 450 Techniker untergebracht werden. In den nächsten Jahren wird deshalb ein neues Akademie-Gebäude errichtet werden, das zirka 900 Besucher aufnehmen kann; die Baupläne sind bereits ausgearbeitet. Da Stadtrechner Maul mit dem 1. April in den Staatsdienst zurückkehrt, so übernimmt Finanzaspirant Presser-Bad-Nauheim, der unter 46 Be­werbern von den Stadtverordneten zum Stadtrechner erwählt wurde, am 1. April diese Stelle.

M a i n z, 30. März. Iw einem £aufe der Kaiserstraße wurde gestern nachmittag eingebrochen. Dabei wurden aus einem Kassenschrcuik 2000 Mk. bar und eine Anzahl Wertpapiere gestohlen. Jrn Untersuchungsgefängnis hat sich gestern ein Mitglied der verhafteten Eiubrecherbande, die Cb.frau Heil, geborene Lauser von hier, erhängt.

Mainz, 30. März. In der heutigen Sitzung der St a d t v e r o r d n e t en-V e r s am m l u n g teilte der Oberbürgermeister mit, daß Architekt I. Krämer der Stadt 19 000 Mk. testamentarisch vermacht habe, daß er aber das Testament der juristischen Kommission unterbreiten werde, damit diese prüfen soll, ob die Stadt die Schenkung an­nehmen oder abweisen soll. Die Gemeinden Laubenheim, Eudenheim, Mombach, Gonsenheim und Kostheim sind vor­stellig geworden, Mainz möge bei der Uebernahme der elek­trischen Straßenbahn Die genannten Orte mit der Stadt durch die Straßenbahn verbinden. Die Verkehrsdupntation soll die Eingabe prüfen. Auf Einladung des Oberbürger­meisters Dr. Gaßner wird hier im Mai eine Versamm­lung von Vertretern mittel- und süddeutscher, sowie elsaß- lothringischer Städte zusammentreten, um in Beratungen gegenüber der durch § 13 des Zolltarifgesetzes (bete. Aushebung kommunaler Verbrauchsabgaben) geschaffenen Sachlage einzutreten. Das Referat hat Stadtrat Boedicker- Kassel, das Korreferat Oberbürgermeister Köhler-Worms übernommen.

Wiesbaden, 29. Marz. Geh. San.-Rat Dr. Brau­neck beging am 26. März fein 50jähriges Doktorjubi­läum. 1830 zu Wetzlar geboren, sttidierte er nach der 1849 erlangten Maturität in Gießen und Berlin. Das Staatsexamen bestand er 1854. Während des Feldzuges 1870/71 war ihm als Krcisphysikus in St. Wendel die Leit­ung der Reserve-Lazarette übertragen. 1887 zum G.h.imen Sanitätsrat ernannt, nahm er feinen Abschied als Kreis- phyfikus und ließ sich in Wiesbaden nieder.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Gutem Vernehmen nach hat die in Hanau unter dem Verdacht der Kuidestötung inhaftierte Baronesse von Seckendorfs, die sie im Oktober 1901 inFulda begangen haben soll, ein Geständnis abgelegt Die Ange­klagte wird sich eventuell vor dem im April L I. am Land­gericht Hanau tagenden Schwurgericht zu verantworten haben. Man meldet aus Hochheim bei Mainz: Zwischen Kostheim er und Hochheimer Jungen war am Sonntag ein Streit ausgebrochen, in dessen Verlauf ein Bursche von einer Pistole Gebrauch machte. Ein Hochheimer Knabe er­hielt eine Schußwunde in den Kopf, der er, wie gerüchtweise verlautet, erlegen fein soll. Bei Guntersblum war von Samstagmittag 2 Uhr an bis Sonntag ein Wiesen- brand entstanden, der sich über 100 Morgen Land ver­breitet hatte. Die Wiesen gehören der Gemeinde, welche einen Schaden von mehr als 1000 Mk. haben wird.

Dermischtts.

* B erlin, 30. März. Frau Geheimrat Krupp hat der Sternwarte zu Treptow eine naturgetreue Nachbilduna des in Afrika nid)ergefatlenen Meteorsteins zum Geschenk gemacht. Der Cnginalftein befindet sich int Kruppmuseum zu Elfen.

* Das Befinden der Prinzessin Luise ist derAugsb. Abendztg." zufolge fortgesetzt gut. Sie hört jeden Morgen die Messe und fährt am Nachmittag in offenem Wagen spazieren. In den letzten Sagen hielt sich ein Kapuzinerpater aus Salzburg in der Billa Toscana als Gast auf.

Zniiöcl und yrrkctjr. Volkswirtschaft.

Berliner Börse vom 30. Mär; 1903. (Mitgeieilt von der Dank für Handel und Industrie, ließen.) Tie anhalkend guten Berichte auS dem rheimichcn Monlandezirk veraulaßleu bie Spe­kulation zu weiteren großen Käufen in 'Tioniamverten, welche ausnahmslos bedeutend über letzten Schlußkurf sn eröffnete* und

dies erhöhte Niveau während des ganzen Verkehrs behaupten konnten. Erneutes Interesse zeigte sich heute für Henry, Italienische Bahnen, sowie Gouhardbahn-Aktien. Lon sonstigen Bahnen er­fuhren noch Transoaalbahn-Certisikate eine wesentliche Kurssteiger­ung, die auf Meinungskäufe eines Großfpekulanteu zurückzufühven sind. Banken im Anschluß an die Gefamthaltung fest, jedoch bei trägem Verkehr. Spanier und Türkische Werte erholt auf bessere Pariser Notizen. Ter Kasiamarkt, auf welchem heule größere Ge­winnrealisierungen vorgenommen wurden, zeigte wenig veränderte Kursnotierungen und kann weiterhin als fest bezeichnet werden; hervorzuheben ist das rege Interesse, welches man heute seit langer Zeit wieder den Aktien der Neuen Boden-Gefellschaft und West­lichen Boden-Gesellschaft widmete. Obgleich sich die amtlichen No­tierungen bereits 2, rejp. 1 pCt. über die letzte Notiz stellten, zogen die Kurse nachbörslich bei lebhaften Umsätzen noch um ca. zwe Prozent an.

Privat-Diskont 2T/, Prozent.

Anfangs- u. Schlußkurse.

Lest. Kredit . . . . 217,40 217,60

Deutsche Bank . . . 219,80 218,62

Darmstädter Bank . . 143,00 142,87

Bochumer Guß . . . 193,00 195,10

Harpener Bergbau . . 184,80 185,75

Schluß-Tendenz: fest.

Märkte.

Gieße«, 31. März. Markt de richt. AushelitigeniWochenmarkl kosteten: Butlerpr.Pjd. 0Z51,10 Mt., Hühnereier 1 St. 06 Pia., 2 Stck. 0011 Psa., Wänfeeier 1213 Pfg., (inteneierß7Pfg., Haje vr.Stck. 58 Ps., Kasematte2Stet. 56Pig., Erbsen pr.L'iter 21Pso^ Linken pr. Liter 32Pfg., Xaubcn pr.Paar 1,001,20'2)tf., Hühner pr. St. 1,001,70 Mk., Hahne pr. Stück 0,852,00 Mk., Emen pr. Stück 2,CO2,40 Mk., Ganse pr. Psd. 5460 Psg., Schsenslcsich rr. Pfund 6176 P'g., »uh-und Rindfleisch pr.Pßnw CG66 Pig., Schweine­fleisch pr. Pfund 6676 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfuiid 80 Psg., Kalbfleisch pr. Psd. 6672 Psg., Hammelfleisch pr. Pfund 5272 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 6,000,00 '1UL, WeisikraiU per Stück 00-00 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 6,007,00 Alk., Milch per Liter 18 Pfg. Äepiel per Pfd. 000 Pfg^ in Korben 0000 Pfg. Trauben Ou00 Pfg.

Kirchliche Kachrichtrn.

Evangelische Gemeinde.

Mittwoch den 1. April, abends S Uhr:

6. Pafsions-Aiidacht in der Johauncokirche.

Pfarrafsistent D o gt.

linirltv itU'luuiujcii.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

R. B. Darmstadt, 31. März. In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer wurde nach Erledigung mihrcrer An- träge die Ruckäußerung der ersten stammet in Betreff des Antrages Köhler zu § 6 des Fleischbeschau gesetzes, der von der ersten Kammer einstimmig abgetehnt worden war, jetzt auch von der zweiten Stamm et" abgclehnt, nachdem mehrere Redner, darunter Abg. H a a s - Darmstadt, den An- trag für zwecklos erklärt hatten. Darrn tarnen WahlPrüf­ungen zur Verhandlung. Das Haus erklärte die Wahl der beiden Abgeordneten für Darmstadt einstimmig für ungültig und genehmigte darauf die Wahl der Abgeord­neten Ulrich, Dr. David, Haas^Mainz, T am m- Friedberg, Tr. Heidenreich, Hauck uird S e n ß f e l d e r. Bei der Wahl des Abg. Orb enlsvairn sich eine große uiü) erregte Debatte, die gegen 2 Uhr abgebrochen wurde. Ochste Sitzung ist morgen.

Berlin, 31. März. In einer sehr stark besuchten Ver­sammlung der Stäbler, Drahtweber, Geflechts- fpinner und Hilfsarbeiter Berlins und Umgegend wurde gestern einstimmig bejchlosien, daß, wenn der heule m sämt­lichen Betrieben unterbreitete Lohutanf biß morgen abend nicht bewilligt ist, sämtliche Arbeiter am Donnerstag ein­mütig die Arbeit nieberlegen werben. In einet von über icujcnb Berliner Tischlermeistern unb Holz.In­ti u st riell en besuchten Generalversammlung bes Vcrbanbeß ber Holz-Industriellen wurde gestern abend als Gegen­maßnahme zu dem Streik der bei den Holzbearbeitungs- Maschinen beschäftigten Arbeiter, die das Ultimatum, die Arbeit bis Sauisiag wieder aufzunehmen, abgelehnt haben, mit großer Majorität bejchlosien, diese Arbeiter sofort zu ent­lassen, neue Arbeiten nicht zu vergeben, sowie in Tischlereien mit eigenem Maschinenbetrieb 25 Prozent der Arbe.ter fofort zu entlassen. Von diesen Ntaßregeln werben ca. 6UU0 Ar­beiter betroffen. Wie ber ,B.-(5." mitteilt, wirb Jnienbant v. Hülsen im Herbst befinitio in bie Stellung beS General- Inlenbanten eintreten unb bann auch feinen bauernben Wohn­sitz nach Berlin verlegen. Es ist wahrscheinlich, baß alßöann Herr v. Mutzenbecher zum Jntcnbanten beS Wiesdabener Hoftheaters unter ber Oberleitung o. Hutsen'S ernannt werben wirb.

Neapel, 3L März. Hier wird entgegen anders lau­tenden Meldungen behauptet, baß bei dem B c s u ch bes beutschen Reichskanzlers Graf Bülow bei Prinetti von Politik keine Rebe gewesen fei.

Moskau, 31. Marz. Das Bezirksgericht verurteilte ben Untersuchungsrichter Hatzek wegen eineß Ein­bruchs-Dieb st ahlS bei seinem HauSwirt zur Emrcihung m eine Arrestanten-Kompagnie auf 2 */, Jahre.

Newyork, 31. Dtärz. Der beiitsch-amerikanische Zentral- Bund hat Deweys Taktlosigkeit m einer fcharfen Revision verurteilt.

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92.60

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104.00

ober feine einzige fonnre Doering? Eulen-Äeife überflügeln. Tiefe Taifache fprichl berebter als glänzende Anpreifung in Worten, sie ruft Jedem laut und mahnend zu: Waschet euch mit Toering'S Sulcu-Leifc, sie ist die beste, mildeste, fettreichste und Verhältnis- utäßlg billigste, denn sie kostet nur 40 Pfg. per Stück. AM

191.50

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Telephonischer Kursbericht«

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