Dienstag 31. März 1903
153. Jahrgang
Zweites Blatt.
Z)ie heutige Nummer umsaht 8 Seite».
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dem
auS hat,
monath(t)75'VL, viertel» iSbriid) Mk. t.90, durch u. RroeiafieUen
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^[otie hierher zu entsenden, die sich mit einer solchen feSflem»&nrunülcn'rufen bei uns Erlich weder' tz°üs" «Sf «w"-st°llung, ferner Oberbürger.
^hrc Lebensjahre Haden wen über baS gewöhnliche Matz hinausgereicht, und ,in einsamer Sumbe- hat sie
Seme Peeienkrone licl), $3o das Herz noch votier Siebe Gtauvend, hoffend nuimärtS ichant Und der Zulunst all fein Lehnen, Seme Wüniche fromm vertraut/
die Post Mk.2.— viertel» jährt. au4ld)L Bc stetig. Annahme von Anzeige» ‘ür die TageSnuininer bi* pormtnafle 10 Uhr. Zecken prei» lokal 1291» aueioärtt 20 il'g.
93 m a n i ivo rt 11 cti ’üt den poltL und allgern. Teil: P. Witt ko. für .Stadt und Vanö' und .Genchrowaf: ttuquft ® ö 9 ; für den An» zetaentefl: Hans Beck.
9CtU9Snacf) und nach wird beS SebenS Bürde m« schwer, Euijanlleck bedrückt das alle Herz,
Nr. 76
Erscheint fSqkich auffer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesftschen Landwirt die Lietzener Zamtlien- Mätter viermal tn der
Woche beiflelegL Aiotatton-druck u. Verlag der Brüh l'scheu Unioers.-Buch- u.eietn- bruderet (Bietsch Ifcrben) Nedaktton, Eroedmoa und Druderet:
Schul st rode 7. tlbrefie für Tevet chen:
Anzeiger (Biegen, ^trnlprrdjanldiluö Wr.51.
Diele Lüden seh ich um mich her,
51U die leuem, die bet Lust und Lcherz
9)lu nur fühlten, sind dahin begangen;
Fremd ist nur die Welt mit ihrem treiben.
Und nun soll ich auch noch Lieder schreibens
So erstarb bann allmählich in ihr die Freude und dte Kraft zum dichterischen Schaffen. In ihren letzten Liedern klingen tiefe und ergreifende Töne heraus, die da zeigen, datz sie längst abgeschloffen hatte mit dem Leben, das ihr nichts mehr zu bieten vermochte. Man wird, hält man ihr Gedichtbüchlem in der Hand, doch immer wieder trotz der füllen und geklärten, erhabenen Ruhe, die au5 ihm spricht, erinnert an die Verse beö Sophokles:
„Ter verlängerte LedenStaq
Stellt gar vieles naher dem Leid
Und das Erfreuliche siehst du nicht mehr.-
Aber sie verniochle sich doch auch wieder nut den Bitternissen des Ledens abzusiuden. Ihr Glück hat sie niemals nach außen hin' gesucht, sondern in sich selbst zu gründen vermocht. Durch eine Reihe ibrer Poesien llmgt die Harmonie einer stillen Zufriedenheit. Wohl hat sie mit dem Leben hart kämpfen müssen. Tie Tagesmühen waren oft schwer, und manches Mal war sie nahe daran, m Mutlosigkeit zu
Berlin, 30. März. Der Kaiser empfing heute im königlichen Schloff u. a. den Reiä-stommissar für die Welt- Ausstellung in St. Louis, Geheimrat Lewa d, und Pro» fejsor Schmitz zur Vorlage von Entwürfen für das L 11 . . i - . .. r w—. lorn.r flhprh irn*r.
Politische Tagesschau.
Tat Blllmeumtdill«.
Ein Berliner Mitarbeiter schreibt uns unterm 30. März Für da- verurteilte Blumenmcdiuin Frau N o t h c wird wie wir Horen, in Berliner spiritistischen Streifen ein Gnadengesuch vorbereitet. Der Fall liegt allerdings derart, dag ein solches Gesuch Aussichten hat; denn wenn auch die Verurteilte nicht im Sinne des Gesetzes in unzu- rechnung-fährgem Zustande gehandelt hat, so ist sie bad; zweifellos stark hysterisch. Ist aber irgendwie anzunehmen daff bic lange Gefängnisstrafe biefen Zustand befcitiatr Vermutlich cher bas ok-gcnicU, ihn verschlimmert. Bezüglid der abschrillenden Wnkuna veispricht der Prozeff aar keinen Erfolg. Wir Heiden einen solchen von Anfang au bezweifelt Dr. Albert Moll, ein namh.ifler G.lehr.cr, giebt heute im „Berl. Lokalanz." unumwunden seine Meinung baffin ab daff dem Spiritismus bei der Gelegenheit die weiteste Ne- Haine gemacht worden sei. Die fatalste Rückerinnerung an den Prozeff dürste, nächst der Verurteilten, dem Präsidenten des Züricher iwssatwnsge:ichtS Herrn Sulzer verbleiben, der als Zeuge mit so glüh.uder Beredsamkeit für die Echtheit des Blumenmediums eüurat, und dem jetzt bei Rücktritt vom Nichtcramt nah gelegt wird. ft.in Geist hatte Herrn Sulzer auf diese ftv.isequciiz warnend hingcwiesen.
Admiral Teweys Größenwahn.
Der „Newyo.k Hcrald" und andere amerikanische Blätter veröffentlichten lürzlich ein von uns bereits kurz erwähntes Interview des Admirals Tewey mit dem Vex- treicr der „Newmarl Eveuing News". Die wichtigsten
1899 in einem schmucken Bändchen in der Rickerschea Verlagsbuchhandlung *) hier erscheinen laffen. Den Gedichten chickte er ein „Geleckworf voraus, das wir hier zum Ab- druck bringen, da es zugleich eine kurze Lebensbeschreibung Der Verstorbenen enthält. Alfred Bock schreibt:
„Es ist in der Adoentszeck des Zah.es 1819. Vor dem Selterstor der Stadt Gieffen sind Maurer und Zimmerleute beim Werk, em baufälliges Häuschen niederzureiben. Die Arbeit giht bei starkem Schneegestöber langsam von ftatlen. Auf dem Tachs.rst sicht ein stat.licher junger Zimmennann und treibt mit blitzender Axt das Gebälk auseinander. Sn es, daff sein Fuff auf dem glatten Holz den Halt Vertter^ sei es, daff ihm der Schnee in die Augen weht — plötzlich stützt er einen Schrei aus, die Axt entfällt seinen Händen, er stürzt jählings in die Tiefe. Tie Kameraden eilen zu Hilfe. Der Verunglückte liegt regungslos am Boden, aus klaffender Stirnwunde rinnt das Blut. Rasch richtet man eine Bahre her, den Besinnungslosen darauf zu beiten. Und da man ihn über die Schwelle seiner Hätte in der Salinen Mühlgasse trägt, bricht sein ahnungsloses Weib ohnmächtig zusammen. Cljne das Bewußtsein wieder zu erlangen, geht Der Arme anderen Tages still hinüber. Zn der grötztim ')tot bleibt seine Witwe mit drei unmündigen Hindern zurück, und daff das Maff ihres Elends sich fülle, sieht sie voll Banaen der Ankunft emes vierten ficmen Wesens entgegen. — Ter Brave, der in der Blüte der Zähre bei fernem Handwerk das Leben lieg, war der Z i m m e r m a n n Ikbristtan Lein. Als seine Tochter erblickte Johan» nette Lein am 11. Juni 1820 das Licht der Welt. An ihrer Wiege reichten sich die finsteren Gestalten der Sorge und der Armut b.e Hände. In schwerer Arbeit schalste die Mutter um käralichen Tagcslöh.i für die oater* lofen Waisen das Brod herbei. Tie kl.ine, schwächte >hannette wuck/s he.a.i, Ta s.e das siebente Leb.ncha^c erreicht hatte, schickte sie die Mutter in die Stad.armenschule, roo sie notdürftig lesen und schreiben lernte. Tas Lehramt versah em ehemaliger Sattlermeister, ein Tummkvps, den
•) Tie RickerlÄe Buchhandlung hat soeben, rote sie uns mit» -.eilt um weue.en ft reifen als bist) er c5 zu ermöglichen, dag sie
©ebä u4 de . um Gictsin durch den ft auf der *Se»
dicy: an ihrem Telle ehren, ueren Pr«S fürS erste von
von Mt. Ich« auf 6U Piemng ermäßigt.
schalten zu." Soweit Gras fluocntloio. ycoer Kenner du Verhaliniise wird ihm Recht geben. Roch viel schärfere Worte liefen sich über bie amerikaliischen Laudstreiilrufte sagen Es ist nicht viel mehr, aiS eine Soldat-Svielerei, was man im Toltarlande zu schon bekommt, und wenn Prrnz Heinrich bei seinem Besuch einige wohlwollende Anertennungen gespendet hat, so wurde ihm erpeuS das beste Material gezeigt, und dann zog er auch tvohl als mildernden Uni|taub in Betracht, daff eigentlich erst feu dem panischen Kriege die Militärischen Retgunaen blühen fid) entfaltet haben. Tie Amerikaner entdeckten das Latent an sich, sie seien ein kriegerisches und in dieser Eigen, schäft rcspekteinflöffendes Volt — es geht in der Regel o daff fuld)€ tuitdcckung zunächst zu einem übertriebenen Selbstdewufftsem verleitet. Weck die Amerikaner mit dem kleinen Spanien fertig geworden, glauben sie gleich eine ihielt in Waffen in die (Sdjxanten fordern zu können. Auch der anuritanJdje Landsockat sühck sich zuiiächsi und vor allem alS „freier 9)ümn". Daraus folgt, daff man diefem freien Wiaim im Punkt der Disziplm nicht all» luviel zumuten darf, sonst wird er ausiassig oder geht von dannen. Haltung unö Ausführung des Kommandos lassen vielfach zu wunsd)en übrig. Also auch m dieser Hinsicht empfiehlt sich für die Amerikaner Bescheidenheu und stilles, eifriges Lernen von Denjenigen, die wirklich euvas zu leisten vermögen.
Johaauette Lei»
-tt- Gießen, 31. März.
Am Sonntag Jubica ist hier im Alter von 83 Jahren die VockSdichlenn Johannetle Lein durch einen sanften Tod von ihrem Leiden erlöst worden. Die Beerdigung findet heute nachmittag vom Sterbehause auS, ftleine Muhl»
In 'ihrem engen Stübchen, das sie in ihren Gedichten so schlicht und poesievoll besungen hat, in dem auch im Winter üübuftaibe Veilchen und zarte Maiblümchen zu blühen pflegten, »st sie friedlich aus dem Leben geschieden. Seck dem letzten Herbst war d,e alte Dame nicht mehr aus» gegangen. Bis zu dieser Zeck hatte sie früher, trotz ihres hohen 'Alters, nut größter Rüstigkeit grotze epa^ergange unternommen. Seit 4 Wochen nun konnte sie ihr ^ub(^n nicht mehr verlassen. Ihre zahlreichen Freunde und Ber» ivanbten ließen eS an Besuchen nicht fehlen und waren um sie bis zuletzt. Besonders die Dickbewohner ihreS^ kleinen Häuschens, denen sie bei Lebzeiten immer eine gute Freundin und Beraterin war, erwiesen ihr, wie die nQd)’Icn.^crro,Q|>nMe"' aroße Anhänglichkeit und Pflege. Tie Altersschwache die bei bibr doch plötzlich rasch zu nahen schien, bereitete ihr em
Staunen noch Entrüstung hervor. Heiterkeit ist der einzige Effekt dieses „Gutachten-". Ter „Hat-fitn." wird von unterrichteter Seite mitgeteilt, daß die deuische Reaierung keinen diplomatischen Schritt in dieser Angelegenheit getan hat Aus eigener Initiative hat Präsident Sioosevell den Admiral auf fein eigentümlid-es Verhalten hmge- wiesen. Die Art, wie Mr. Tewey sich herauszurcden ver- sudite, beleidigende Absichten bestreitet unö Deutschland der freundschaftlichsten Qk|uljle versichert, ck-arakterifiert den Mann zur Genüge. Es wäre in der Tal den Bemerkungen eine unverdiente Bedeutung beigelegt worden, hätte die deutsche 'Dicgierung eine diplomanfche Aktion daran geknüpft Im „Bert Tagebl." unterwirft soeben Gras E Re- venllow die Fiotte der Vereinigten Staaten einer ftritik, die den Amerikanern einige Zurückhaltung auferlcgcn könnte im Vergleick-cziehen nut europä.sd-en Lotten. Was Da» Personal an lange, schreibt Gra, gievcntlow, welches Admiral Teivcy hoch über das der deuisd-en Flotte setzt, so zeige sid) dessen an ihm gepriesene Selbständigkeit vor- nehmlick) in Mais^ndejertionen. Wenn cuieui bitjer freien Männer das Essen nidst schmeckt, oder der Tiensl nicht gefällt so empiiehlt er sich auf Nimmerwiedersehen.
52enn heute die Flotte der Ber. Staaten mobil machte, würde weder die Zahl der Lfsiziere, nod) der Unttr- ofiUicrc, noch der Mannschaften audreidjeii, um fie auch nur annähernd voll zu besetzen. . . . Amerikanisch« F-ad-- biältcr geben außerdem unumwunden die gelinge niora- Uidic Qualität bud llnierostiztertorps und der Mann- Sowcit Graf Neventlow. Jeder Renner der
Punkte daraus sind folgende: .
Die Flotte der Bereinigten Staaten ist die grötzte der Welt, weil jeder Mann der Flotte Intelligenz besitzt Er weiß genau, was br zu tun Hai und die Zeck, zu handeln. Ein ftriegsichifs ist eine Maschine von ungeheurem Umfang und jeder einzelne Teck dieser schweifäckigen Sd)opjung muff mit Versland geführt werden. Tie deutsche Flotte zum Beispiel de itzt eine vollständig verschieden organisierte Mann» sdmst Ich habe die deutsche Marine genau studiert. Merne Ansicht ist die, dag die L e i st u n g S sä hi gleit, wenn es zur Aktion kommt, sich als ü b e r s ch a tz t her- auduellen wird. Die Leute tradjlen nicht, was Ausbckdung und Wissen anbetrifft, mit den Amerikanern «chritt zu halten. Ihre Mannschaften sind derart ausgebildet, Laß sie auf die Lfsiziere angewiesen sind und sich wegen Instruktionen selbst der gerinasten Art an Jic wenden müssen. Tie amerikanischen Manöver in dem ftaiibischen Meer waren nickft allein erfolgreich, sondern waren die größte Lbzektivlebre dieser Art, nne fie je bie Welt getaimt hat, eine Lehre wehr für den ftaifcr, alö für irgend eine andere Person Man bedenke, 54 ftriegsschiisc einschliefflich der Lohlensdstfie; ganz Deul sch land würde nicht imstande sein, eine . u . ' . ............... hi» firli mit einer solchen
iiattcm OottDcrtrauen hat sie ihr Leben lang gläubig auswärts geschaut. Ein schöner Tab ist ihr deschteden g°. wesen, allerdings nicht, rote sie ,,ch ibn m ihren Pecsicn er. Sie hatte in frühen Jahren schon davon ge» ~ i sterben,
wünscht hatte. '------- _
träumt, nne schön cS sein müsse, in der Jugend zu Wo ein Hauch von 'üoene
Üiüerm kurzen Erden wallen
versinken. . v _ ,f
<y0* halt die Liebe mir den Schild zum Heil, Sie Iain nach ickmrerem Rampi den eieg mich schauen. Ter Glaube und die triebe, gui und rein, 2,eh'n mild verlohnend wieder bei mit ein, 2er Mui erwacht und roedi die Hoffnung gleich, Tie ernste Surn läut ch" Salten ichwuiden, TeS alten ftindes Herz til wieder weich, Sucht mit Geduld den Piad und mug ihn finben, Turch Viacht zum Licht, der Winter ist vorbei, Und feder ffrichlmg bat ja fernen Mai!
An einem schönen Frühlings-onntage ist sie nun dem Leben geschieden, daS sie meist unverzagt getragen in dem innigen Vertrauen, daß ____em Vater wacht,
2er und erweckt nicht nur für dieses Leben;
Was er un» hier versagt, wird dort er geben/
Um die Herausgabe ihrer Poesien hat sich unser heimischer Dichter Alfred Dock verdient gemachl. 6r ha: bie besten ihrer Gedichte gesammelt, gefeilt und im Jahre
AetzeimAnzeiger
General-Anzeiger ™
Amt5- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
meister Kirschner und Stabtbaurat Hoffmann. Spater hörte der Kaiser ben Vortrag dcS sicllvertrctetiden ChcfS des ZivilkabrnettS und empfing den Ttajer William Paoe.
— In ber heutigen Audienz legte Etadtvaurat Hoffmann die neuen tinnoüife für ben Märchenbrunnen bcm Kaiser vor, ber sich mit ber Umarbeitung des ut* prünglichen Plane- einverfiaubcii erklärte.
— Ter Kaiser besichtigte gestern nack-mittag tn Anwesen heu deS Präsibenten Fürsten zu Wteb unb beS ersten Vizepräsibeiuen Frhrn. v. Manteusiel, soime beS Bureau- direktorS ben Neubau beS preußischen Herrenhauses.
— Ter Kaiser hat gestern zahlreiche Perso- nalveränd^rungen in ber Marine vollzogen.
— Die Kaiserin konnte heute infolge der fort* chreitcnbcn Besserung wieder an der gemeüifamat orühsiückStasel im Sck-loff teilnchmen.
— Heute ist folgendes Bulletin über daS ve- tnben der Kaiserin ausgegeben worden: In dem zufriedciisiellenden Befinden Ihrer Majestät ist eine Arn- ocrung nid-t eiiigetreten. v
— Ww der „Germ." mitgetaiTt wird, werben der deutsche Kronprinz unb Prinz Eitel Friedrich am 20. April in 91 o m erwartet, wo sie im deutschen Eotscl-aftspalaiS absieigen werden. BiS zur Ankunft beS Kaisers sollen bie Prinzen bereits abgereift fein.
— '2ln bemjelben iagc, an bcm bie Kaiserin ben Arm gebrochen hat, ist, wie nachträglid) gemclbet wirb, ber Hausminister v. Webel im Tiergarten mit seinem Pferbe gestürzt unb hat einen starken Bluterguß am Unterarm baoongetragen.
— Ter Gouverneur von Deutsd)-Sübwestafrika, von Leutw e i n, trat gestern bie Rückreise n ach A f r i ka an.
— In ber heutigen Sitzung des Bundesrats würbe bcm Ausschuffbericht über bie Eingabe ber Handelskammer in Wiesbaden betr. Errid)tuiig einer Zwecken Untersuch- un gölte Ile für daS in das fiolhnlanb eingehende Fleisch in der Provinz Hessen-Nassau zugestimmt, sowie bcm Ausschuffbericht über ben Entwurf bes Gesetzes betrefienb Feststellung bes Naaftrags »um Lanbec haushaliS- ü,tat von Eljag-Loihriiigen für bas 8Ud;nungöjai)r 1U03.
— Dem „Dieid-sanzeiger" zufolge würben die kontro- diktorisd-en Berbaiidlungen über das inländische Kartell^ wesen am 2G./27. März mit Etütterungen über bie ober- schlesische Koh.en-Kvnveniion unb dos Rhein t k^)-We st falls d-e Kohlcu|ynditat, soweit dessen umstrittenes Absatzgebiet in Frage lommt, fortgesetzt. Erörtert wurde ber Wettbewerb der oberfcküestschen Kohle mit der Kohle anderer Absatzgebiete unö die hierdurch bedingte Preispolitik ber Verbände. lieber bie Wirkung ber Brennstoksverbände auf Oie Lcmb wirt schäft unb Industrie sand em lebl-asier Metn- ungSauStaufch zwischen den Vertretern der Landwirtsd-aft und denen der rheinisd^ivestsälisd-en Kohiensyndtkate tatt । ferner wurden bie geschä|tlid-en Beziehungen -wi chen den Betrieben der obersck/le|ijchen Eisenindu|trie, ivelche eine eigenen Kohlengruben besitzen, unb ben obeiscl-lcsi chen Koylenkonventionen, sowie bie Verhältnisse ber Eisen-« oerarbeitungSindustrie in Nord- und Mitteldeutsd>lanb unb Elfaff-Lothnngen bisprod>en. Schliefflich wurde die ge- fck-aftliche 2age einer Anzahl anderer Gewerbszweige unter bein Einflüsse ber ftohlenlartelle erörtert Tas sienoara- ph.sche Protokoll wird im „Reichsanzeiger" veröffentlicht werden.


