Dienstag 31. März 1903
153. Jahrgang
Oersted Vlatt.
deutete au
r ch n l ft rckhe 7. tlbreflr für Trpd dxn: vuzciger • Ufern.
nlprrd>anld)lu6 1h 51.
tlppenbig au einer der ütaUpofitionea, der das tikjey aU solche» nut)t direkt berührt, eS wäre aber doch richtiger
IJiiliiirdir Tagesschau.
Ter bekannte Autifemlt lÄtaf Pückler
ist, tme die „2<ui|a,|o$iakn flauer" behaupten, kürzlich in einer St r a n I e n a n |i a 11 gewesen, ui der drei jüdische Aerzte amtieren.
Arn Freitag Hal der Q>ia| im fünften Berliner Reichs» tagswahltreiS jur Unterstützung der Kandidatur des ttntU fcmiten Bruhn geredet uno Dabei bedauert, daß eigentlich in Berlin gar nicht fo viele Antisemiten seien, als zu vermuten ivace. Im Anschluß hieran führte er nach dem Bericht der „StaatSb.-Ztg." über Die Antisemiten folgende- auS: „Ls gibt zwar viele Leute, Die Da sagen: Ich bin Antisemit, aber ivie wenig zuverlässig ist ihre Haltung! Zu diesen scheint neuerdings auch Dec Herr lieber- mannv. Sonnenberg zu gehören, Der mich in schmählicher Wei se beleidigt hat in seinen „Deutschsozialen Blattern". Graf Pückler meint die von Herrn Liebermann o. Sonnenberg oben erwähnte Sanatoriumgeschichle. Wenn Liebermann o. Sonnenbeig fortjahre, in so gehussiger Weise gegen seine eigenen Gesinnungsgenossen zu hegen, würde aus die Dauer „fein anständiger Man n" niehr mit ihm zu tun haben wollen. Wer angesichts des Feinde- die eigenen Gesinnungsgenossen angreift, ist schlimmer als das ganze Zudenpack. Wenn wir nur in die Versammlungen gehen und Hurra rufen, können wir die Fudenfrage nicht U)|cn, wir mus,en kämpfen, der eine mit Dem Sabel, der anucie mit dem Schnabel". Hierauf verglich sich Graf Püaier mu dem General Hork und forderte auf, zu beten für Ihre Majestät bie Kaiserin. Vorher hatte die Agilalionsversantmlung em Beileidstelegramm wegen des Unfall- der ftaifer in an Den Kaiser gesandt.
9?r. 76
erf Aftet täglich auferr Sonntag«.
Trm Lietzener Anjerger werden tm Wechsel mit dem Hessischen tanbelrt die Oletzenek Samlllen» blätter viermal ut der Woche beigelegu
Rota non«bvud u. Verlag bei Brühl'leben Unlveri.-Buch- u. Eiern- b rudert i (Bietsch lht>en) 5Ubafnon, (trpebinoe
^ntklguung des KliniKgeläudes vor dem Krovinjial-Ausschuß.
Fortsetzung.
Gießen, 30. Mär).
Der Vorsitzende Provilizialdirckoor Dr. B r e i d e r t et* klärt, daß man nunmehr in die Verhandlung wegen der W« rrbeuiissung des fru enteignenden GeuuideS euureten könne.
Bauinspeftor Becket protestiert dagegen, daß über die Frage der 9a>uvenbigteit deS zu enteLgnenben Gelände- md)t mehr verhandelt werden solle, er habe in der lebten tiiynng infolge der vorgeschrittenen Zeit in Hinsicht der 'Jlonuenbigteit der Enteignung des Geländes zwischen Wilhelm- und Klinikstraße für die Sache wichtige Ausführungen unterlaffen mujen. E» fei ihm auch heute möglich, wegen der baulichen OrientierunaStnöglichkeit zwei Gut- ad/ien von zioei Autoritäten zu überreichen, die er bann wenigstens zu verlesen bitte.
^ustizrat Hirschhorn erklärt fuß ganz entschieden, auch natnens feiner Kollegen, dagegen, daß man bie Frage der Notwendigkeit bet Enteignung noch einmal zur (£t* öcterung bringe. Nach bem Dafürhalten aller Vertreter Der Parteien, auch Dem des Vertreters der Staatsbehörde Geh. Zustizrats Södel, sei Die Frage Der ^Notwendigkeit der Lnteignung erschöpfend behandelt, und man sei sich einig gewesen, daß Die Verhandlung nun zum Schluß gebracht iverbcn solle. Würde man Dein Antrag des Vertreters Der Baubehörde seitens des Provinzialausschuffes fuiugeben, so habe er noch Anträge zu >reUen, welche die Labung weiterer «sachverständiger bczivecke.
Der Vorsitzenoe Dcrfünbet, daß der Provinzial* ausschuß-Be schloß erlägt, bie Zeugen uno Sachverstänbigen zu Horen, und sich später schlaf,ig machen wirb, ob und in wie weit den gefüllten Anträgen slattzugeben sei.
Ter Sauunt.nubmer Hrch. P h. Filz- Frankfurt a. M. erk.ä.t, daß bas Gelände zivischen Lümk- und Wi.h^lm- strage seiner ganzen Lage liach als Vilren-Baugelänbe anzusehen sei; er habe besonders von der Frankfurterstrabe sowohl als auch von der Wilhelmstraße aus leicht zu eröffne ab c Zugänge. Auf Befragen des Rechtsanwalts Katz bemerkt Herr Filz, daß Gabriels Haus gut und solid gebaut und ui jeder Weise gut unterhalten sei. Seine Garten-
Aarmstadter Aries.
Original-Artikel des „Gießener Anzeigers".
Darmstadt, 29. März.
Qu Ehren des am 2. März verstorbenen Dichttrs Go 1t- fried Schivab hatten die Freunde eine öebä^tni5fvier veranstaltet, die einen stimmungsvollen Verlauf nahm. Ter Saal der Freimaurerloge prangte in Traue rlchmuck. Ter ebur des RiännergejangvereinS „£umanita5" eröifnete bas ttroaramm nut einer Motette. Hierauf hielt Fcl. tt- J M e n s ch bie GcdäckMisrede, bie sich unter brei Gesichtspunkten die Würdigung des entschlafenen Dichters ange- leacn sein ließ, indem sie an Schwabs De,en hcrvorhob bie ideale Auffassung vom Berus des Dichters, sein warme-, echt deutsches Raturgefühl und endlich feine Begeisterung für hohe patriotische Ziele.
Die Gedichte und die auf Schwab sche Texte komponierten Gesänge wurden in vornehmster künstlerischer Weise zu Gehör gebracht von Hosrat Hugo Edwards dem verdienstvollen Leiter der Luther- und Gustav Adolf-sprele, den 5^ofschauspielem L Wagner und H. n i s p e l sowie den Opernsängern Franz Har res und >:aii~ von Hesse rt. Ter letztere sarg das pieidjesollte tflotrenlieb.
horch, der Seewind peift . . der $hmwD,uu>n deS Deutsch-Arncriainers Christoph Vach tn . .uwaukee, bte Derzeit beim Empfang des Prinzen tMur.ch von Preußen
zu Marburg, der Prüfungskommission zu (Lafjel und der Icpuiaiüm des Trutschen Furiileniages. Von seinen Werten nennen wir: Heber Begriff und Wlrtung der Suspenstobedmgung und des AniangSlermiiis', .(Sari Friedrich von Lcwigny und die Richtung der neueren RechlSwiffemchaii', „Gin Hölerechl 'ur gellen", -RechlS- geschän, Bedingung und Anlangslernnn", „Tie ^Steuerreform in Preugen" (3. Ausl. 1M92), „Vermögens»euer, sundierle Etnkominen- steuer oder Ertrjcha'lL'ieuer", „Tas Bürgerliche Recht" Bd. 1, 2. Aust. 1901 (Bd. 2 mit Lehman).
— 21 u s den 21 Universitäten des Deutschen Reich- smd tm eben abgelaufenen Wintersemester 1902 03 insgesamt 36 665 Llndieiende enigeichiieben geiveiciu Davon fallen am Berlin 7u91, Mimchen 4-7u, Leipzig 3704, Bonn 2214, Breslau 1755, yalle 1740, Heidelberg 1352, toomngcii 1335, Wurzburg 1302, Dubingeii 13ul, Freiburg i. Br. 1288, Straßburg 1193, Dtünsler 1153, -biarbuifl 1111, Greven 1018, Königsberg 976, Erlangen 969, Kiel 879, Grenswaio 706, Jena 697, Ronock 597 Stubierenbe. Za'u kommen noch d.e zum Horen der Vorlesilngen berechtigten, man förmlich eingeschriebenen 'Personen, nämlich 7862 männliche (baoon ui Berlin: 5757) uno 1271 werbliche (ut Berlin 552, ohne Hörerinnen sind nur Freiburg, Münster und Greifswald). — Die Lechmschen Hochichulett des Teulsaicn Reiches hauen mSgesamt 13 269 Llädierende, 2174 Hörer (Berlin 601), 1590 Hörerliiiien (Berlin 3dl). Tie einzelnen Zahlen smd für: Berlin 3396, München 2419, Karlsruhe 1601, 2:arm|iabl 1506, Hannover 1292, Dresden 9,;4, 3.:utiqari 998, 521, Braunschweig 1552 Studierende.
Hui UiuDcuiiäien und Technischen Hochschulen zujannnen bestnden sich aho zur Zeit rund »0<X)U Studierende.
gewesen, wenn da- Abgeordnetenhaus der Mahnung vom Regierung-tifch gefolgt und ihre diesbezüglichen Wünfä-e in einem besonderen Antrag außer dem Rahmen der Etat-- beratung vvrgcdracht Hütte. Denn es muß doch auch außerhalb unserer rot-weißen Grenzvsähle sonderbar berühren, wenn man von sozialbemvkratiscber Seite plötzlich in bet Kammer ben tintcag oemimmt, die Forderung von 36 (XX) Mark für die Vertretung Hessens in Berlin und im BundeS- txu zu streichen, weil — auch für bie ReiäMagsabgeorb- neten feine Diäten bewilligt würden. Ter Wonfuhier Der Partei, unterstützt von ben obeih/ffifchen Bauerubunblem, in ziemlich unverblümter Weife an, daß man .Teilung einen gewissen Druck auf bie leiten-
fiaaten fiub es gewöhnlich M ausschließlich bie (sozial. Demokraten, bie ui alten nicht Direkt ule Aibeiterint^ssen berührenden Dingen eine strikte ablehnende Haltung ein- nahmen und bem „Racker von Staat' auch bic notwendigsten Existenzmittel verweigern. Bei uns in Hesien ist das geiade Gegenteil ber Fall. Hier spricht ber Osfetiöacher Parlei- ches laut und ösfentlich ber Gioßh. Regierung seinen Daul aub für chre liberale und loyale Hoituna, hier pläbiert er für höhere Beamtengehaltcr und -Pensainen, unb et- klärt, baß er für ein so kärgliches Ministergcha11, wie es Hessen zahle, einen solchen Posten nicht üoenuljmen würde, wobei es allerdings nicht ohne einen entrüstuiigsvollen Seitenhieb auf die „Schlotbarone" und bie großen agrarischen „lürotv er teurer" ober „Hurnroud>crer" abgeht, hier treten bie Genossen für kostspielige Bauten, für erhöhte Schulausgaben unb bie völlige Uebemuhnie berfeiben auf ben Staat ein, hier findet man sogar feine Gründe, um die bedeutenden Mittel für ein überflüssiges „katholisches" Amtsgeriäst ganz sans gene zu bewilligen und selbst bei der Entscheidung über bie erwähnten 32 000 Mk. bleiben vier von ben sechs Genossen ber Abstimmung fern, um nur ja niemand auf die Hühneraugen zu treten. Aus ber andern Seite ficht man teils das Zentrum, das doch im Reiche eine fo gute „Stütze von Thron und Altae' geworden ist und namentlich auch bie obeih.ssischen ©auemubgeorbnetin in scharfer Opposition, die 9laiionalliberalen marschieren in wichtigen Fragen getrennt unb stimmen ganz nach eigenem Belieben — kurz, rechter Hand, Unter Hand, alles vertauscht I
Wenn bad so weitergeht, bann möchten wir doch dringend ben Vorschlag machen, baß man ben jüngst erst so stolz im Hause verteilten Situationsplan schleunigst noch einmal zurückziche unb ein allgemeines „Verwechselt, verwechselt das Plätzelein" arrangieren möge. Eine „reinliche Scheidung" täte bei dem jetzigen Parleikonglo- merat im Interesse des Publikums, wie der vielgcplagten Journalisten wirklich not Wir haben in Hessen bekanntlich keine eigenlliche konservative Partei, bie mit der Regierung durch dick und dünn geht Wie reizend würde es sch doch ausnchmen, wenn diese Lücke von den Herren Ulrich und Genossen ausgesülll und sie zur Zierde des rechten Flügels im Hause berufen würden? An chre Stelle könnte man ja mit Fug und Recht bie Herren Bahr, Köhler, Hirfchel, Wolf und vielleicht noch einige wirklich ganz parteilose Herren setzen, wenn man nicht „alle Reune" von der hessischen Bolks- partei diese fo bevorzugten Plätze einfach auvknobeln lassen will. Schon Schiller sagt im Don (Larios: Das lieber- rächende macht Glück!
3)attnfldbtrr Aries.
Hschschalgelder, 1irlch»ta-ldiLte> nn> flemmrroppifillOTL
K B. Darmstadt, 80. Dlürz.
Die beiden Hüuser unsere- Landtags haben prompte Arbeit geliefert Die zweite Kammer hatte den Haupi- voranschlag für die Einnahmen und Ausgaben des Etats 1903/04 am 13. Februar in Beratung genommen und in vier Wocl^n fertiggefiellt Dann kam er an bie erste Stammet, bie sich in zwei Sitzungen bamit beschäftigte unb nachdem bie Anstände derselben wieder der zweiten Kammer boigetragcn, ist genau sechL Wochen nach Beginn, am 28. März, durch das zweite Volum der ersten Kammer der HaushaltSetat befimtü? verabschiebet worden. Die letztere bat, um weitere Verzögerungen in ber Fertigstellung des Etats zu vermeiden, der Ablehnung ber brei Positionen, 32 000 Mk. für bauliche Veränderungen am Refidenzfchlob, 4000 Mk. auf bem Hofe beS MarstallS und 14 700 Mk. für bie vielbesprochene Forsuvarleiwvhnung bei Offenbach zugestimmt, während bie zweite Stummer dem Beschluß bei ersten Kammer auf Bewilligung der 538 700 Mk. für ben Erweiterungsbau an ber Technischen Hochschule beitrat. Das geschah allerdings erst nach bar lern Kampfe und nachdem von der Regierung bas Versprechen abverlangt unb gegeben worben war, daß sie, um das Studium ausländischer StaatSaiigehöriger an der Hochschule etwas ein- zudammen und nicht durch Massenausbildung fremder Techniker ber brutschen Industrie Schaden zuzujügen, die Kollegien gelber für Ausländer beträchtlich erhöhen würde. Durch Die bereits im Wintersemester 1091/02 erfolgte Erhöhung Dieser Beträge für Ausländer — die Zahl derselben belief sich im abgeiaufenen Wintersemester auf 532 bei einer Gesamtfrequenz von 1859 — sind der Staatskasse bereit- rund 35 000 Mk. Meehreinnahnien zugestosscn, und die Regierung hat zugesagt, eine weitere Erhöhung schon für das demnächst beginnende Sommersemester cmtrcien zu lassen, sodaß fortab eine 3!kehreinnahme von 50—60 00t Mark erzielt werden wird.
Wir müssen gestehen, bap wir bie von der Kammer an bie Bewilligung der Forderung geknüpfte Bedingung nur sehr willkommen heißen können. Das starke Hinzu- brängen ber Ausländer, namcnUich Russen, Polen, Böhmen, Ruma vier x. bat in hiesigen Kreisen längst zu lebhaften Bedenten Anlaß gegeben; man kann sie in vielen Lokalen der Stadt in ganzen Rudeln beisammen sitzen sehen, wobei sich die slavische Zunge mit ben prononz.erten schnurrigen Xönen meist so laut und euidringlich bemerfbar macht, daß einem das Anhörenmüssen der Gespräche geradezu unerträglich wird. Diese meist von wohlhabcnoen Fabrikbesitzern oder auf Staatskosten hierher gesandten lungen Leute, die auch ihre Studienzeit viel grünt)Ud)er als ihre deutschen Kameraden auszunutzen pflegen, zahlen jetzt 50 Prozent mch., als die reichSdeutschen Studierenden, deren ÄoUegiengtloer sich auf 80-100 Mk. belaufen. sJtan meint hier nun mit Recht, daß eine wesentliche Weitererhöhung ganz am Platze wäre, und statt der jetzigen 120—150 Mait selbst das Doppelte dieses Betrages nicht zu bo<f) Jein iuürbc. Auf den Besuch von auswärts wurde bie Erhöhung kaum von merkbarem Einfluß fein, beim trotz ber 50pro- zemigen Erhöhung ist die Zahl ber Ausländer im letzten Winter nicht zurückgegangen, sondern sogar nochumlll Kopse gestiegen. Die erste Kammer hat sich deshalb auch der Richtigkeit der Beweggründe für die verlangte weitere Studiengelderhöhung niu-t verschließen können und stimmte dem Begehr des anderen Hauses vollauf bet
Eine grundsätzliche Meinungsbisjerenz zwischen den beiden Häusern des Landtags ist, da auch bie zweite Rammet teine prinjipielk «kßnetüt der wemgen obge- lehnten Forderungen war, sondern sie angesichts der ^inai z- lagc nur aufgeschoben wissen wollte, cigeiitlich nur ui einem Punkte zu tage getreten, nämlich hinsichtlich ber Frage der Re ich s t ags d iä t en. Während die zweite Hammer das Ersuchen an die Regierung beim Bundesrat für die Bewilligung von Diäten an bie Reichslagsabgeordneten em jutreun, zweimal einstimmig beschloß, ist do^>elbe von ber ersten Kammer ebenso einstimmig abgelehnt worben, j-^se Beschlüsse bilden ja im Grunde genommen nur eine Jari
vorgesührt wurde. Mit Silcher» ergreifendem Chor: „Stumm schläst ber Sänger, bessen Ohr gelauschct hat an anderer Welten Tor. . ." schloß Die ernste Feier ab, ber auch Gräfin zu Erbach-Schönberg nebst Tochter beigewohnt hatten.
Ter Frauen-Schiller-Bund, ber feine öffentliche Tätigkeit in diesem Winter eröffnete durch Veranstaltung einer Reihe von Vorträgen, bic sich sämtlich auf Schillers geistiges Leben und Schassen bezogen, kann einen sehr nennenswerten Betrag an ben Fonds ber Schillerst istung abliefcm. Der gesch.ckte Vertrieb der Karten, die UeberlaHung der Aula der „Techn.scheu Ho^l^schule" seitens des Rektorats und das «Entgegenkommen ber Redner, bie auf jedes Honorar verzichteten, hat dies günstige finanzielle Resultat zu stände gebracht. Es haben im Verlaufe des März gesprochen: die Schriftstellerin Frau Elisabeth Mentzel aus Frankfurt a. Ää, Pros. Dr. Otto Ha mack von Darmstadt, Prof. Dr. Paul Hensel, Erlangen.
Marburg, 29. März. Ter Senior der Jnristen-Faknltat, ordentl. Proi. für römisches unb bürgerliches Recht, weh. Fuflizral Tr. jur Kudwlg Enneccerus feien am 1. April seinen 60. Geburtstag. Zu Neustadt a. R. geboren, studierte Enneccerus m Göllingen zuerst Mathematik, später Jurisprudenz, vroinopierle und hädililicne sich dort im Früh,ahr 1870 als Privaldozenl. 1872 iolgre er einer Berufung als Extraordinarius nach Göllingen »mb" 1873 als Ordinarius nach Marburg. Proleffor Enneccerus ist Mitglied des Provüizialrats zu Easiel, der Unioersuärsbepulalion
mit biefer Streichung einen gewissen Druck auf bie leitenden Berliner Streife au-üben wolle — wie man sich bie Wirkung bieses „Druckes" eigentlich vorgestellt hat, ist von den Herren in ber Kammer Iciber nicht verraten worden. In Der Sache selbst hat das Für und Wider bie Diäten an die ReichstagsabgeorDneten wenig zu bedeuten, denn bie Regierung hat ihre Stellung zu der Ftage bereits vorher durch bie Erklärung des Staatsministers Rothe dahin fest- gelegt, baß sie zwar bie Bedenken, bie gegen eine Diälen- beioilligung sprächen, nicht verkenne, aber aus allgemeinen Erwägungen heraus doch für bie Einführung derselben im BundeSrat zu wirken bereit fein werde.
Tie allgemeinen politischen Verhältnisse in der zweiten Kammer bilden sich übrigens immer mchr zu einem Unikum in Deutschland aus. In anderen Bundes-
SletzenerAnMeM
General-Anzeiger 87 .::=,px
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen MM


