Ausgabe 
30.11.1903 Zweites Blatt
 
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Nr. 281

Erscheint füglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden hn Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien» blätter viermal in der Woche dergelegt.

Rotationsdruck u. Der» lag bei Brü h l'schen Untvers.-Buch- u. Stein­drucke rei (Pietsch Erbens Redaktion. Grpcbttion und Druckereir

Gchalstratze 7.

Adresse für Depeschenr Anzeiger Gtetzerr.

Fernsprechantchluß Nr. 61.

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Zweites Blatt.

153. Jahrgang

General-Anzeiger w

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Montag 30. November 1903

Ve-ngSpretS,

O monatlich 7b Ps^ viertel-

jährlich ML 2L0; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePost Mk. 2.viertel- sährl. auSschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die LageSnummer bis vormittag- 10 Uhr. ZeUenpretS: total lLPl^. auSwüct- 20 Psg.

Teil, P ölttCe: für , Stabt und Land^ und .GerichtLsaalE: August Gütz' für den An­zeigenteil: $>an« Beck.

Ale heutige Wummer umfaßt 10 Seiten.

Bekanntmachung.

BeLr.: Das Meldewesen in der Provinzialhauptstadt Gießen.

Nach pos. III, 2 der Melde-Ordnung für die Provinzial­hauptstadt Gießen vom 10. Mai 1890 haben die dorten des Näheren bezeichneten Meldepflichttgen, mit Ausnahme der Dienstboten, die vorgeschriebenen An- und Abmeldungen persönlich oder schriftlich zu erstatten.

Für schriftliche Ateldungen sollen vom 1. Dezember L Js. ab eigens dazu eingeführte Formularien zur Ver­wendung kommen.

Wir ersuchen die Meldepflichttgen, sich dieser Formularien bedienen zu wollen, und machen darauf aufmerksam, daß solche außer auf unserem Meldebureau auch an den Oktroi­erhebestellen des Selters-, Neustädter- und WaÜthors unentgeltlich verabreicht werden.

Gießen, den 26. November 1903.

Großverzoglicdes Pottzeiarnr Gießen.

Hechler.

Iie ZLijchofswM in Mainz.

(Eigener Bericht des Gieß. Anz.) d. Mainz, 30. Nov.

Die heutige Wahl des Bischofs der Diözese Mainz wurde gestern abend 5 Uhr durch feierliches Glockengeläute der Kathedrale und sämtlicher Pfarrkirchen der Stadt an- .gekündigt.

Heute, am Wahltage selbst, wurde in der Domkirche um > Uhr zum erstenmal, um 9x/2 Uhr zum zweitenmal und um 10 Uhr mit allen Glocken geläutet und zum Hochamt in den Dom geladen. Um 9j/3 Uhr versammelte sich das Dom­kapitel in dem großen Saale des bischöflichen Hauses, um den landesherrlichen Kommissar, Geh. Oberjusttzrat Lor- i acher-Darmstadt, zu begrüßen, welcher das Allerhöchste Beglaubigungsschreiben überreichte und alsdann von dem Domkapitel zum hohen Dome geleitet wurde. Die Anfahrt des Domkapitels und des Kommissars erfolgte am Markt- mortale des Dornes. Der landesherrliche Kommissar nahm ,ben auf dem hohen Chor zu Seiten des Hochaltars bereiteten ^Sitz ein. Domdekan Dr. Raich hielt das Votivamt de Spiritu Sancto, welchem die Stadtgeistlichkeit, die Pfarrer aus den benachbarten Dekanaten und die Alumnen des Priesterseminars und eine große Menge Katholiken bei­wohnten.

Nach beendigtem Hochamte wurde der HymnusVeni creator Spiritus angestimmt, worauf sich nach der ersten Strophe die gesamte Geistlichkeit erhob und unter fortgesetztem Gesänge bis in die sogenannte Memorie zurückzog, worauf Las Domkapitel nebst den zur Wahl gehörigen Personen sich in die Nikolauskapelle begab, um die Wahl vorzunehmen, während die übrige Geistlichkeit sich wieder in das Chor zurück begab. Nach vollzogener Wahl kehrte der Sekretär Domkapitular Dr. Bend ix in die Kirche zurück, bestieg die Kanzel und verkündigte der Geistlichkeit und dem katholischen Volke, daß zum Bischof der Diözese Mainz vom Domkapitel Domkapitular Georg Hch. Maria Kirsteiu gewählt worden sei.

Unter den Klängen der Orgel ward der landesherrliche Kommissar von dem Domdekan Dr. Raich und dem Senior Capituli zum Marktportal begleitet, von wo seine Abfahrt erfolgte. Die Wahl des neuen Bischofs bleibt der Bestäti­gung des Apostolischen Stuhles vorbehalten.

Der neugewählte Bischof Dr. Gg. Hch. Maria Kirstein ist am 2 Juli 1858 zu Mainz geboren und entstammt einer angesehenen Beamtensmnilie. Sein Vater, war hier lange Jahre Bezirksgerichtsrat und ist in Pension am 6. Marz 1898 im Alter von 85 Jahren gestorben. Seme Mutter war eine geborene Blanck. Der Neugewahlte hat die Priesterweihe am 14. November 1880 in Eichstätt erhalten; er war mehrere Jahre Kaplan in Darmrstadt, am 26. Januar 1899 wurde er Pfarrer in Gau-Algesheim, im Jahre 1902 wurde er in das Domkapitel als Domkapitular berufen. In seinem Wirken als Pfarrer in Gau-Algesherm wurde er zum Dekan des Dekanats Ober-JnMlheim ernannt Bischof Hirstein ist ein außerordentlich beliebter uno hochcuige- schener Kanzelredner, dabei ist er mr Umgang em äußerst liärenswürdiger Charakter. Sem Ruf als gewandter und angenehmer Prediger ist weithin bekannt.

Die Kandidatenliste war'von der hessischen Regierung umgehend und unverkürzt nach Mainz zurückgelangt. Dazu schrieb dieKöln. Volksztg.": , r , . .

Diese Nachricht kann nur als eine hocherfreuliche bezeichnet morden und zwar nach zwei Richtungen hm. Einmal ist die ISromptbeit bemerkenswert, mit welcher von beiden beteiligten Seiten eine möglichst baldige Neubesetzung des verwaisten Bischoys- ft il hl es ermöglicht wird. Bischof Brück ist am 5. November uer° Hieben. Danach hatte das Domkapitel nach der als ntaatsgesetz vniblizierten Bulle Ad Dominici gregis custodiam eine emmonat- ft che Frist, um der Regierung seine Kandidaten zu benennen. Es oat diese Frist nicht voll ausgenutzt, wndern bereits am 18. No­vember die Kandidatenliste eingereicht. Danach hatte die Regie- ? na eine dreimonatliche Frist, um biejenigeii Kundi­gen zu bezeichnen, welche ihr .minus grati fein wurden und so­mit nicht zu wählen seien. Auch die Regierung hat nur einen X kleinen Teil dieser Frist in Anspruch genommen und schon ach d r e i T a g e n die Liste z u r u ck g e s eh t ck t, so bay, wofür "Sier Monate vorgesehen sind, in zwei und einer halben Woche er­

ledigt worden ist Da nun die Bischosswahl bereits am 30. No­vember ftattfmdet, so ist das eine Beschleunigung der Neuwahl, wie sie wohl noch nie seit der Geltung der heutigen Rechtsverhältnisse stattgefunden hat: die Neuwahl des Bischofs m demselben Monat, in welchem der frühere Bischof gestorben ist! Man sieht, was bei gutem Willen erreichbar ist, und es ist kein Wunder, daß man in Preußen auf solche Vorgänge mit einem gewissen Neide hinblickt. . . . Ebenso erfreulich ift es, daß die Regierung die Kandidatenliste zurückgegeben hat, ohne einen der auf ihr bezeichneten Kandidaten als minder genehm zurückzuweisen. . . . Von den sechs Kandidaten, welche das Mainzer Domkapitel nach dem Tode des Bischofs Haffner vorgeschlagen hatte sWeihbischof Fischer (Köln), Prinz Max von Sachsen, Pfarrer Forschner (Mainz), Domkapitular Brück, Dekan Dr. Engelhardt (Heppenheim a. d. B.) und Propst Fehr (Worms)s, hatte die hessische Regierung die drei ersten gestrichen. Alan muß anerkennen, daß das jetzige Verfahren der hessischen Re­gierung nicht entgegenkommender fern kann; esgeht eben auch so", wenn man nur nicht dem sehr beliebten, aber auch wenig be­rechtigten Mißtrauen gegen die katholische Kirche fröhnen wollte. Es würde überhaupt manches besser gehen, insbesondere in Preußen, wenn die unbefangenere und freimütigere Haltung der hessischen Regierung gegenüber den katholischen Bischofswahlen Nachahmung fände.

Die Mainzer Bischofsliste lautete: Domkapitular Dr. Bend ix, Geistlicher Rat Dr. Elz in Darmstadt, Dom­kapitular Dr. Engelhardt, Dompsarrer Goedecker, Domkapitular Kirstein und Bistumsverweser Dr. Selbst.

Deutsches Keich.

Berlin, 29. Nov. Der Kaiser hörte gestern den Vortrag des Staatssekretärs des Reichsmarineamtes und des Chefs des Marinekabinets.

DerSchles. Ztg." ist ein Bries aus der Umgebung des Kaisers zur Verfügung gestellt, in dem die folgende Stelle von Interesse ist:Der Kaiser muß strenge Diät halten. Milch und wiederum Milch, Bouillon, Tee und manch­mal etwas Rührei ist so ziemlich alles, was er genießen darf. Am meisten scheint ihm das Rauchen zu fehlen, und jedes­mal nach der Konsultation fragt er, ob er schon eine Zigarette rauchen dürfe". Wie dieKl. Pr." hört, besteht über den Gesundheitszustand des Kaisers eine Auffassung, die sich mit den offiziellen Kundgebungen nicht völlig deckt. Der Kaiser sei sehr angegriffen. Prinz Friedrich Karl von Hessen und seine Gattin, eine Schwester des Kaisers, werden, so heißt es, demnächst zum Besuch des Kaisers nach Berlin reisen.

Der polnische Reichstags- und Landtagsabg. von Glebocki ist infolge eines Schlaganfalles gestorben.

Der Vorstand des Rheinischen Hauptvereins des Evangelischen Bundes übermittelt uns eine Erklär­ung worin er seineschmerzliche E ntrüstung darüber ausspricht, daß bei der letzten Landtagswahl in dem heißum­strittenen Wahlkreis Altenkirchen-Neuwied der evangelische Pfarrer Heckenroth in Altenkirchen durch eine Gefolgschaft mit nur 27 evangelischen Wahlmännern gegen 261 nicht ultramontane, fast durchweg evangelische Wahl- männer ein Wahlbündnis mit den Ultramon­tanen geschlossen hat, durch das er sich selbst sein Mandat gesichert und ein zweites Mandat dem Zentrum ausgeliefert hat."

Es hieß anfangs, Dr. O e r t e l, der Chef-Redakteur der agrarischenDeutschen Tagesztg.", würde von konser­vativer Sette als Kandidat für die Reichstagsersatzwahl in Stallupönen aufgestellt werden, und man wunderte sich als plötzlich Verbandsdirektor Kreth auf den Schild erhoben wurde. Kreth hat nun in einer Versammlung in Stallu­pönen erklärt, die Kandidatur sei Dr. Oertel in der Tat an­geboten worden, Dr. Oertel habe aber die Kandidatur wegen zu groberUeberbürd ung abgelehnt. Gestern abend fand anläßlich der hier stattgehabten Verhandlungen über den deutsch-russischen Handelsvertrag ein größeres Diner bei dem russischen Botschafterpaar statt, an demtteilnahmen die Minister Frhr. v. Richthofen, Graf Posadowsky, Frhr. v. Rheinbaben, v. Podbielski, Möller, Baron Stengel, die russischen Bevollmächtigten Geheimrat v. Timirjasew und Departementsdirektor des Ministeriums des Aeußern Malewsky-Malewitsch, Geheimrat Raffalowitsch, Finanzagent in Paris, Goloubew, Finanzagent in Berlin, und andere. Der Bundesrat stimmte den Ausschußberichten über die Vorlage, betreffend den § 12, Absatz 3 des Gesetzes betreffend Schlachtvieh und Fleischbeschau vom 3. Juni 1900, und über den Entwurf des Etats des Reichsheeres zum Reichshaushalts-Etat für 1904 zu.

Ter Senior des Reichstags wird in der bevor­stehenden Session der konservative Abg. v. Winter- s etdt-Menkien sein, der 1823 geboren ist, also das 80. Lebensjahr überschritten hat. Trotz seines hohen Alters war Herr v. Mnterseldt imnrer einer der fleißig­sten Besucher des Reichstags, wenn er auch an den Be­ratungen nicht tätigen Anteil nahnr. Als Senior wird er die erste Sitzung zar eröffnen und zu leiten haben, bis die Wahl eines Präsidenten erfolgt ist Das jüngste Mitglied des Reichstags findet fid) in den Rethen des Zentrums: der Abg. Erzberger, der am 21. September 1875 ge­boren wurde.

Bei den Berliner Stadtverordneten­wahlen zur ztveiten Abteilung wurden särntliche 18 libe­rale Kandidaten gewählt.

TieNordd. Allg. Ztg/' veröffentlicht heute einen Auszug aus' dem Kolonialetat. Dieser schließt in Einnahme und Ausgabe mit 38483120 Mk. (mehr 2 061478 Mark) ab, davon Ostasrika 9036 720 (mehr 1175 220), Ka­

merun 4186000 (mehr 420 500), Togo 1605 000 (mehr 510000), Südwestafmka 8136 000 (weniger 295 400), Neu- Guinea 1016 000 (mehr 26 000), Karolinen, Palau und Ma­rianen 328600 (weniger 100 000), Samoa 586 000 (mehr 45 000), Kiautschau 13 088300 Mk. (mehr 280158 Mk.).

Köln, 29. Nov. DerGermania" zufolge hat die Zentrumspartei hei der Stadtverordneten­wahl in der 2. Klasse über die liberalen Kandidaten ge­siegt und damit die Ätajorität im Stadtverordneten-Kolle- gium erhalten. Bon 45 verfügt das Zentrum über 23 Sttmmen.

München-Gladbach, 29. Nov. Unter allgemeiner Teilnahme der Bürgerschaft wurden hier heute in An­wesenheit des Prinzen Eitel Friedrich ein Kaiser Fried­rich-Denkmal und eine Kaiser Friedrich-.Halle enthüllt.

Ausland.

Christiania, 28. Nov. In der heutigen Sitzung des Storthing warnte der Ministerpräsident vor Bestrebungen, die Ausgaben für die Landesverteidigung herabzusetzen, da diese dine Lebensvedingung für die Nation sei. Er hob auch die 9tt)twendigkeit hervor, eine Verteidigung des nördlichen Norwegen zu organisieren. Der Vor­sitzende des Budgetausschusses betonte^ daß, wenn nichit eine Herabsetzung der Ausgaben für die Landesverteidigungi vorgenrnnmen würde, man eine der Landesverteidigung feindliche Bewegung Hervorrufen werde. Die Finanzen müßten in gute Ordnung auch mit Rücksicht auf die Landes­verteidigung gebracht werden, denn was helfees, wenn man gerüstet dastehe und die Rüstung allzu drückend werde.

Paris, 28. Nov. Eine Nachricht aus Tokio besagt: Tie Verhandlungen zwischen Japan und Rußland sind seit etwa 10 Tagen wegen der Krankheit der Kaiserin von Rußland, die der Kaiser nicht verläßt, unterbrochen. Tiefe Verzögerung erregt die öffent­liche Meinung, die eine rasche Lösung fordert.

Genua, 29. Nov. DerCorriere Ligure" aus Bordi- ghera meldet, Kaiser Wilhelm beabsichtige das Schloß Grimaldi in Ventimiglia zu kaufen und dort den Winterzuverbringeu. Durch einen Kurier des Pots­damer Hofes wurde eine Persönlichkeit in Ventimiglia mit dem Ankauf des Sch-losses beauftragt (Wolffs Tel. Korr.- erfährt hierzu, daß die Nachricht erfunden ist.)

Skierniewice, 28. Nov. Das heute über das Be­finden der Kaiserin ausgegebene Bulletin lautet: Die. gestrige Abendtemperatur betrug 37,3, Puls 64, die heutige Morgentemperatur 36,8. Tie letzte Nacht verbrachte die Kaiserin gut. Der lokale Entzündungsprozeß ver­läuft normal.

Petersburg, 28. Nov. Die Rufs. Telegr.-Ag. meldet aus Port Arthur: Das chinesische BlattSinwenbao" schreibt, Tibet, das bisher zu China in Lehensverhältnis^ stand, könne nun der Schauplatz großer Wirren werden. Um dem vorzubeugen, schlägt das Blatt vor, Tibet ent­weder China einzuverleiben oder unabhängig zu erklären oder für den internationalen Handel zu öffnen.

Aus Tasahitschao wird ein heftiger Zusam­menstoß zwischen Russen und Chunchusen gemeldet. Dabei sind vier Russen gefallen, neun Gemeine und ein Offizier schlwer verwundet.

Wie aus Tsinwendao gemeldet wird, sollen dorck Truppen des Generals Mah erschienen sein, welche fried­liche Chinesendörfer plündern, die Nähe euro­päischer Truppen aber meiden.. Es verlautet auch, daß ;ich. Boxer gezeigt hätten und daß die chinesische Regier­ung den Chunchusen, welche den regulären Truppen bei­treten, volle Amnestte verheiße.

Alle Behörden der westlichen Provinzen erhielten strikten Befehl, umfassende Sicherheitsvorkehr- ungen zu treffen, da sich neuerdings eine heftige sozia­listische, regierungsfeindliche Bewegung unter der Arbeiterbevölkerung dieser Provinzen bemerkbar mache. Die Enthebung des Generalgouverneurs der Weichselprovinz Czerttow von seinem Posten steht unmittel-' bar bevor.

Sofia, 29. Nov. Der deutsche Kaiser spendete zur Linderung der Not der aus Macedonien nach Bulgarien geflitchteten Frauen und Kinder eine Gabe von 20 00 Frs., nachdem solche Zuwendungen auch vom Sultan, der Kaiserin-Mutter von Rußland und Kaiser Franz Josef gemacht worden find. Die Spende Kaiser Wilhelms wurde durch einen Bries der Prinzessin Clemen­tine von Coburg veranlaßt, in bem um einen Beitrag zur Unterstützung der 9iotleidenden gebeten wurde.

Konstantinopel, 28. Nov. Der hier gefangen ge­haltene Prinz Lutsullah wird beschuldigt, anläßlich des Ramazanfestes ein Attentat auf den Sultan geplant zu haben.

Kapstadt, 28. Nov. Hier sind Nachrichten einge­laufen, wonach ein d e u t s ch e r O f f i z i e r, in' der Farmer­kolonie am Oranjefluß wohnhaft, die Mitteilung machte, daß die Deutschen das Land der Bondelzwarts annektieren und ihren Namen als Volk nicht länger anerkennen würden. Die Uebergabe der Bondelzwarts wird erwartet.

S t e i n k o p f, 27. Nov. Im letzten Gefecht in der Nähe von Landsvntein wurden die Hottentotten ge­schlagen. Sie flüchteten in die Stege. Der Kampf wird fortgesetzt.

Newyork, 28. Nov. Zu dem gesttttgen Zwischenfall, der den Präsidenten Roosevelt beim Verlassen einer 5t1 ir che betray, wird noch berichtet: Bei dem Verhör jagte Teming aus, er habe vergebliche Versuche gemacht, sich an den deutschen Kaiser zu wenden, damit dieser jein Heilmittel gebrauchen, dann habe er es den Aerzten