Ausgabe 
30.9.1903 Zweites Blatt
 
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Lebensunterhalt zu verdienen. Urteil: ent Jahr drei Monate Ge­fängnis.

r. M a i n z, 29. Sept. Wegen schwerer Beleidigung des hiesigen Oberstaatsanwalts und eines Polizeikom- missärs wurde in der letzten Sitzung der Strafkammer des chiesigen Landgerichts die ehemalige Balleteuse und jetzige Kellnerin Gertrude Schmidt aus Darmstadt zu 1 Jahr Gefängnis verur­teilt. In einer wegen falscher Denunziation gegen sie eingeleiteten Untersuchung rühmte sich die Schmidt gegenüber dritten Personen, ihr könne überhaupt nichts passieren, denn der Oberstaatsanwalt chabe in viel zu intimem Verkehr mit ihr gestanden. Tie Staats­anwaltschaft hat von diesen Äeußerungen der Schmidt Kenntnis erhalten und ließ diese verhaften. In der Untersuchung stellte sich sofort die Unwahrheit der gemachten Angaben heraus und in der gestrigen, unter dem Ausschluß der Oeffentlichkeit stattgehabten Ge­richtsverhandlung, in welcher die verleumdeten Beamten als Zeugen erschienen waren, ergab sich, daß die Schmidt ihre Erzählungen .glatt erschwindelt hatte.

Heidelberg, 29. Sept. Vom Kriegsgericht wegen mili­tärischen Aufruhrs zu schweren Gefängnisstrafen verurteilte Sol­daten haben Revision eingelegt.

B e l g r a d, 29. Sept. Das Urteil im Rischer Prozeß wurde heute gefällt. Die Hauptleute Rowakowitsch unb Lazare- witsch wurden zu zwei Jahren Gefängnis und Verlust ihrer iCharge, Leutnant Dondarewitsch gn einem Jahr, die Oberleutnants lLagumerski und Protisch zu zehn Monaten, die Leutnants Todoro- witsch, Georgewitsch und Andritsch zu 8 Monaten, Major Wclischko- witsch und Hauptmann Lonvikewitsch zu einem Monat, die übrigen -Angeklagten zu vier Monaten Gefängnis verurteilt.

Arbeiterbewegung.

Berlin, 20. Sept. Die Bereinigung der Berliner Metall- ivarenfabrikanten entläßt, da die Streikenden die Arbeit mit Ausnahme der auf die Einigung eingegangenen 137 Firmen nicht wieder aufnahmen, heute abend alle Metallarbeiter, etwa 1200. Infolge desO m n i b u s st r e i f 3" fanden gestern abend abermalige Ausschreitungen statt. In der Ehausseestraße wurde eine größere Anzahl Glasscheiben der Omnibusse zertrümmert und mehrere Beamte und Bedienstete durch Steinwürfe verletzt. Auch in den südlichen Stadtgegenden fanden Exzesse statt. Ueberall wurden Drohrufe laut, so daß das Publikum von den Fahrten ab­stand. Die Polizei stellte die Ruhe wieder her.

Mailand, 29. Sept. Die vereinigten Vorstände der natio­nalen Verbände der italienischen Eisenba hm beamten ver­sandten Zirkulare mit der Aufforderung zur Einstellung des Betriebes, die morgen auf allen Hauptlinien, welche Mailand berühren, erfolgen soll. Trotzdem halt man eine Einigung im Laufe des heutigen Tages noch für möglich.

Handel und Uerkeyr. Volkswirtschaft.

Berliner Börse vom 2V. September 1903.

(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Prwat-Diskont 3»/4 Prozent.

' Die heutige Börse stand unter dem Eindruck der Newyorker and Londoner Kursmeldungen insofern, als die hiesige andauernde Strömung nach oben durch die flauen auswärtigen Meldungen aufgehalten wurde. In Anbetracht dessen kann die Stimmung an der heutigen Börse als recht fest bezeichnet werden. Der Vevkehr bewegte sich in bescheidenen Grenzen und nur in einigen besonderen Werten zeigte sich etwas mehr Lebhaftigkeit, so z. B. in Gotthard- bahn-Aktien und Schiffahrts-Aktien. Für letztere waren gut in­formierte Käufer bemerkbar. Renten lagen im Anschluß an den nichtigen Kurs für englische Konsols leicht abgeschwächt. Für Monlanwerte und Bankaktien zeigte sich wenig Interesse, doch waren die Kurse gut behauptet. Der Kassaindustriernartt verkehrte in strammer Haltung.

Anfangs- u. Schlußkurse.

Deft Kredit .202.00

Deutsche Bank . . . 212.50 212.50

Darmstädter Bank . . 136.00 136.12

Bochmner Guß . . 179.90 1/8.90

Harpener Bergbau . . 184.25 184.10

Amerikas Eisen. Tag für Tag wird nun die Frage ventt- iliert, ob amerikanisches Eisen schon in der nächsten Zeit nach Europa und speziell auch nach Deutschland eingeführt wrrd. Vor wenigen Monaten wurde es als eine große Gefahr bezeichnet, wenn der Eisen- und Stahlexport nach den Vereinigten Staaten ins Stocken geraten sollte, und nun tritt diese Frage so ziemlich in den Hintergrund und es wird nur noch die andere lebhaft diskutiert, ob eine amerikanische Invasion zu erwarten ist. Wir haben schon mitgeteilt, daß vom Morganschen Schiffahrtstrust demnächst große Mengen von Eisen unb Stahl nach Europa transportiert werden sollen, wenigstens wurde dies von einem der Direktoren behauptet. Von der Verwaltung des Stahltrusts soll aber die Erklärung ab­gegeben worden sein, daß keine Veranlassung vorliege, sich um das mit Risiko und wenig Gewimt verbundene Auslandsgeschäft mehr als gewöhnlich zu bewerben. Hierin liegt ein Widerspruch zwischen Schiffahrtstrust und Stahltrust, wie sich überhaupt die ganze An­gelegenheit noch sehr in der Schwebe zu befinden scheint. Man weiß drüben offenbar nicht recht, was man will und noch weniger was man vermag und nicht vermag. Die Furcht vor einer un­mittelbaren amerikanischen Gefahr, die mehr in Börsen-, als in Jndustriekreisen gehegt wird, ist jedenfalls stark übertrieben.

Deutsche Baut und die Petroleumiuduftrie. Es wird in Finanzkreisen viel besprochen, daß die Deutsche Bank die 2 Millionen Kr. neuen Aktien der Petroleum-Gesellschaft Schodnika übernommen hat. Es scheint, daß das Institut insbesondere ein Auge auf die Petroleumindustrie im Osten Europas geworfen hat. Bekanntlich ist die Bank auch an den Gruben Etole Romrnaine interessiert und es wird angenommen, daß sich dieselbe noch an weiteren Unter­nehmungen beteiligen und den deutschen Markt nach und nach von der Standard Oil Company befreien wird.

Deutsche Auleiheu. Das 'Aettestenkollegium der Berliner Kaufmannschaft hat in feiner letzten Sitzung bte Frage des Kurs­standes der 3prozentigen Anleihen einer Erörterung unterzogen und babei ebenfalls hervorgehoben, daß die ungünstige Kurs­entwicklung nicht nur auf das Anziehen der Geldsätze, fonbem auch auf die Wirkung des Börsengesetzes zurückzuführen sei, das eine Ein­schränkung des Börsenverkehrs herbeigeführt, die Kuliffe ausgeschaltet und dadurch den Zwischenhandel erschwert hat.

Kohlenkontor. Unmittelbar nach Neugründung des rhein­isch-westfälischen Kohlensyndikats soll ein Zusammenschluß sämtli­cher seither am Kohlenverkehr über die Rheinhäfen interessirten Kohlengroßhandlungen zum Abschluß gelangen. Man war schon einmal zu gleichem' Zweck zusammengekommen und kurz nach Neu­jahr 1902 dem Abschluß nahe, jedoch scheiterte damals der groß- angelegte Plan an dem Widerstand einiger der größeren Firmen. Wie es aber bisher im Kohlenhandel gegangen ist. soll es nutzt weiter gehen können; derselbe ist total zerrüttet, die Preisschleuderei enorm. An dem Kohle,rkontor, das diesmal in Aussicht genommen ist, will sich auch das Kohlensyndikat direkt beteiligen. Ob etwas rus der Sache wird, werden wir ja bald sehen.

Meteorologische Beobachtmrgen

bet Station Gietzerr.

September

1903.

Barometer auf 0° reduziert

Temperatur der Luft

i Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Windrichtung

Windstärke

Wetter

29.

2«

747,5

20,2

13,1

74

sw.

4

Sonnenschein

29.

925

748,4

14,6

11,8

96

8.

1

Heller Himmel

30.

726

749,4

12,8

10,6

97

8.

1

Bew. Himmel

Höchste Temperatur am 28.-29. Sept. 20,4° C.

Niedrigste , 28., 29. , 9,8" O.

Wöchentliche WerWim Todesfälle m der Stadt Gießen.

37. Woche. Vom 6. bis 12. September 1903.

(Einwohnerzahl: angenommen zu 26 900 (inkl. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 23,19, nach Abzug von 7 Ortsfremden: 9,66 °/to.

Kinder

Es starben an: Zusammen:

Erwachsene:

hn vom

Typhus

KD

1. Lebensjahr: 2.15. Jahr

1(D -

Attersschwäche Brechdurchfall

1

2

1

2

Krebs

2(1)

2(D

Gehirnerweichung

KD

1(1)

Diphtheritis

KD

- 1 (1)

Herzfehler

1

1

Verunglückung

2(2)

2(2)

tötlicher Körper­verletzung _____

1(1)

1(1)

Summa: 12 (7) 9 (6) 2 1 (1)

Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Krcurke kommen.

Kirchliche Nachrichten.

Israelitische Religionsgemeiude.

Gottesdienst in der Synagoge, Sudan läge.

Donnerstag den 1. Oktober: Bersöhrrrrrrgsfest.

Dorabend: 6 Uhr.

Predigt.

Morgens': 7.30 Uhr.

Predigt mit Seelenseier: 11.30 Uhr.

Nachmittags: 3.15 Uhr. Thoravorlesung.

Schluß-Predigt: 5J0 Uhr.

Festesausgang: 6.45 Nhr.

NB, Wahrend der Predigt ist der Eintritt nicht gestattet.

Krieskasten der Redaktion.

(Anonyme Anfragen bleiben ««berücksichtigt.)

L. L. Die schöne alle Stadt am Rhein wird leider amtlich immer nochEöln" geschrieben, nicht wie's gut deutsch wäre und wie's alle guten Kölner tun.

Schiffslulchrichteu.

Hamburg-Amerika Linie.

Vertreter in Gießen S. Elsoffer, Marktstraße.

Hamburg, 28. Septbr. Der Hamburger Schnell-Post- DampferMoltke", Kapitän Dempwolf, ist am 26. September, 4 Uhr nachnu, wohlbehalten von Hamburg via Southampton und Eherburg in Newyork angenommen.

Neueste Meldungen

Originalbrahtmeldungeu des Gießener Anzeigers.

Berlin, 30. Sept. In den anhaltischen Landtag ist bei den gestrigen Wahlen wiederum ein Sozialdemo­krat gewählt worden.

Frankfurt a. M., 30. Sept. Auf dem Börneplatz wurde in der vergangenen Nacht ein 18jähriger Slrbeiter namens Schmidt mit schweren Vertetzrmgen aufgefunden. Er starb auf dem Transport nach dem Heilig-Geist-Hospital. Er soll bei einer Schlägerei von Zuhältern erstochen worden sein.

London, 30. Sept. Wie aus bester Quelle versichert wird, ist Lord Milner ein Minister-Portefeuille an­geboten worden, jedoch hat sich derselbe Bedenkzeit erbeten. Man glaubt, daß die Krisis nicht vor Ende der Woche ge­löst wird.

London, 29. Sept. Eine große öffentliche Versamm­lung in Sanct James Hall nahm eine Resolution an, in der erklärt wird: 1. die Mißregierung in Mazedonien und das Mißlingen aller Versuche zur Einführung von Re­formen unter türkischer Kontrolle mache es notwendig, daß die direkte Herrschaft des Sultans in den maze­donischen Provinzen aufhöre, 2. die von England in dem Berliner Vertrag übernommenen Verpflichtungen er­fordern, daß England Schritte tue, um der Nieder­metze l u n g von Nichtkämpfenden und der gegenwärtig ver­übten Plünderung Einhalt' zu gebieten und auf die anderen Vertragsmächte zu Gunsten der oben bezeichneten Politik ein- zuwirten, 3. wurdeHllfeleistung zur Abwendung der Hun g e rs- not für dringend notwendig erklärt und die Einsetzung eines Balkan-Komitees verlangt, um Notständen vorzubeugen. Unter den Rednern und Teilnehmern der Versammlung waren alle politischen Parteien und alle religiösen Bekennt­nisse vertreten. DieMorning Post" meldet aus Tschifu: Eine Räuberbande raubte bei einem Einfall in Tokusan 15 reiche Chinesen, um ein Lösegeld zu erpressen. Der Morning Post" zufolge herrscht große Bestürzung im Palu-

Distrikt, wo russische Truppen das koreanische ttf-er de§ Flusses besetzten.

Ancona, 30. Sept. Der Anarchist Vechito wurde bei seiner Ankunft auf einem Dampfer verhaftet. Es wurden 2 Kilogramm Dynamit bei ihm vor'gefunden.

Wien, 30. Sept. Das ,Fremdenblatt" bestätigt, daß anläßlich der Anwesenheit des Zaren und des Ministers des Aeußeren, Grafen Lambsdorff, die Situation im Orient neuerdings gründlich zur Erörterung kommen wird. Mmr drückt die Hoffnung cnls, daß das Land die gegenwärtige schwierige Situation überwinden und eine allmähliche Befferung der Lage eintreten werde. Eine von der Parteileitung der österreichischen Sozialdemokraten abgehaltene Protestversamm­lung der Arbeiterschaft gegen den Zarenbesuch konnte die von Dr. Ellenbogen eingebrachte Resolution nicht annehmen, da die Versammlung durch den anwesenden Regierungsvertreter aufgehoben wurde.

Asch, 30. Sept. Die wegen ihrer seltenen Kunstschätze und ihrer historischen Vergangenheit berühmte Kirche in Wunsiedel ist infolge Blitzschlages vollständig nieder- gebrannt.

Klagenfurt, 30. Sept. Die bekannte Schauspielerin Marie Geislinger ist heute nacht auf ihrem Gute in Kärnten gestorben.

Bozen, 30. Sept. Professor Mozellino aus Bacano ist in dem Sugaer Gebirge abgestürzt und blieb t o t.

Sofia, 30. Sept. General Zontschew hat an 27 in Ost-Mazedonien stehende Freischaaren die Ordre gegeben, mit den kriegerischen Operationen zu beginnen. Zontschew selbst, der von den Bauern überall enthusiastisch begrüßt wurde, hatte in den letzten Tagen zwischen Melnik und Nevrokoy mehrere Gefechte zu bestehen.

New-Port, 30. Sept. In einem Gesuch an die deutsche Regierung hat die Verwaltung der Cornrl- Universität sich bemüht, die Aufhebung der Verfügung zu erlangen, durch welche der Dozent der deutschen Sprache an der genannten Universität, Professor Fritz Pauls, an­gewiesen wurde, sich zum Einjährig-Freiwilligendienste im deutschen Heere zu stellen. Professor Pauls hatte bei seinem Besuch in Deutschland in diesem Sommer die Mitteilung er­halten, er müsse dienen, oder er werde expatriiert werden. Das Gesuch der Universitätsverwaltung hatte keinen Erfolg, ebensowenig die Anrufung des deutschen Botschafters in Washington.

Telephonischer Kursbericht*

Frankfurt

3W0 Reichsanleihe . . 101.05

8% do. ... 90 3*/,% Konsols .... 101.55 3% do......90.01

31 /go/o Hessen .... 100. 3^/,56 Oberhessen . . . 99.02 4% Oesterr. Goldrente . . 101.09 4^6% Oesterr. Silberrente 100.05 4% Ungar. Goldrente . . 99.03 4°/o Italien. Rente . . . 102.09 41/a% Portugiesen ... 50.08 8°/., Portugiesen. .... 30.85 1% C. Türken .... 3665 Türkenlose......133,02

4% Griech. Monopol «-Aul. 43.05 4äussere Argentiner.

». 2L., 30. September 1903.

30/o Mexikaner .... 27.62 4,/2% Chinesen . . . . 91.08 Electric. Schlickert ... 95.01 Nordd. Lloyd . . . . 102.02

Kreditaktien..... 202.02

Diskonto-Kommandit. . . 187.01 Darmstädter Bank . . . 136.04 Dresdener Bank .... 146.08 Berliner Handelsges. . . 153.09 Oesterr. Staate bahn . . . 138.07 Lombarden . . . , . 16.03 Gotthardbahn . . . . . 191.05 Laurahütte ...... 226.05 Bochum ....... 180.75 Harpener......186.00

Tendenz: fest.

Die Kinder gedeihen i| Hervorragend vorzügHch^abei^^®^^ bewährt* bei & leiden Brechdurchfall,

an

Yerdauungs-^ A Diarrhoe

Störung. W etc. c

5702

Das Kaiserliche GesrmdhettS-Amt und der Kaffee. Der ungeheure Import von Bohnenkaffee in Deutschland beweist, wie verbreitet dieses Genußmittel bei uns ist und wie wenig man sich in den weitesten Kreisen der Bevölkerung die Gefahren und Schad- llchketten klar macht, die der regelmäßige Genuß von starkem Kaffee mit sich bringt. Allen denen, tvelche sich von der nachteiligen Wirk­ung des Kaffees auf den menschlichen Organismus, namentlich auf Nerven, Herz und Magen bis jetzt rricht überzeugen ließen, möge eine soeben vom Deutschen Reichs-Gesundheits-Amt herausgegebene Spezial-BroschüreD e r K a f f ee" zur Belehrung und Aufklärung dienen und zwar in ihrem eigensten Interesse. In dieser Broschüre warM das Kaiserliche Gesundheits-Amt, in dessen Namen hier die größten wiffenschaftlichen Autoritäten sprecheir, ernst und eindring­lich vor dem regelnläßigen und übermäßigen Genüsse von Bohnen- kaffe. Auf Grund zahlreicher, eingehend geschilderter Fälle und Beobachtungen kommt das Kaiserliche Gesundheits-Amt zu dem Schluß:Ein Getränk, welches bei Verwmdung kleiner Mengen doch schon die Anfänge der geschilderten Vergiftungs-Wirkungen in sich trägt, eignet sich nicht zum Genuß für Kinder, nervöse und Herzkranke Personen." Es fft daher von größter Wichtigkeit, ein gutes Ersatzmittel für den Bohnenkaffe ausfindig zu machen. Unter den Produkten, welche bisher in den Handel famen, dürfte nach dem übereinstiminerrden Urteil aller Autoritäten, die sich hierüber geäußert haben (v. Pettenkofer, v. Ziemssen, Vrrchow, Eulenburg, Tobold 2c.), Kathreiners Malzkaffee als vollkonlmenster 5kaffe-Ersatz zu betrachten sein, weil er den Anforderungen der Hygiene, des Wohlgeschmackes und der Haushaltung gleichmäßig entspricht.

____AMTLICH GLIäZEND BEGUTACHTET:____

®SALUTARI$S

TOILETTE-FETT-SEIFE

Otmbertroffen für baut- u retetpfiege r Rciu. «nd. sparsam

C.Maurnann, Seifen- u. Parfämeriefabrik, Offenbach a.AL

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Donnerstag de« 1. Oktober nachmittags 3 Uhr sollen dahier Marktplatz Nr. 20 (3um Adler)

1. Möbel aller Art,

3. eine Ladeneinrichtung und verschiedene Kurzwaren,

3. 30 Blumenkörbe, und

4. eine größere Partie Schuh­waren

gegen bar versteigert werden.

Gießen, 30. September 1903. '52J Seipel, Gerichtsvollzieher.

AeWlsHen-AseWsl EMlerzer Gieren.

Unsere neuen 7353

O nichts» Kimse

beginnen am

Dkensrrrg den 6. Oktober, abends 8y2 Uhr

in unserem Vereinslokal, Frankfurter Hof.

Unterrichtshonorar tt Alark. Unterrlchtsdauer 3 Monate.

Anmeldungen werden beim Beginn des Unterrichts entgegen» genommen. Der Vorstand.

Giessen 9 Seltersweg 9.

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