Zweites Matt.
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Die yestigr Kummer umfaßt 10 Setten.
Gchxlstraße 7.
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M iWtz
in Rußland gelegentlich der Wiederkehr des Tages statt, am welchem Kaiser Wilhelm das durch die Brandkata- sttophe im Jahre 1901 zerstörte russische Grenzstädtchen Wysttten persönlich besuchte und durch seine Spende' die Wieder erbamnmg der Ortschaft ermöglichen half. Der Rabbiner schilderte in seiner Predigt die große Menschenfreundlichkeit des deutschen Kaisers und verrichtete zum Schluß für diesen und den Herren Gebete.
— Der Generalmajor a. D. Cornelius Wvlf aus Metz ist heute nacht im hiesigen Zentralhotel am Herzschlag g c - störben.
— Amtlich wird gemeldet, daß über das Gruben* Unglück auf Her Laurahütte am vergangenen Samstag an das Zivilkabinett des Kaisers Bericht erstattet wurde. Noch an demselben Abend traf aus Rominten ein Telegramm des Flügeladjutanten Fregattenkapitäns von Grumme ein, in welchem sich der Kaiser teilnehmend nach dem Befinden der Verunglückten erkundigte. Daraufhin wurde dem Kaiser gemeldet, daß, abgesehen von vier Toten, die dem Unfall zum Opfer gefallen seien, bei den Verletzten Hoffnung auf Genesung und völlige Wiederherstellung bestehe.
— Der Gesamtausschuß des Handelsvertrags» Vereins beschloß in seiner gestrigen Sitzung, den Verein auch in Zukunft weiterbestehen zu lassen.
— Die Handelsvertragsver Hand langen zwischen der Schweiz und Deutschland beginnen am 9. Okt.
— Die „Germania" veröffentlicht heute abend den Wahlaufruf des Zentrum s für die preußischen Landtpgswahlen. Nach einem Rückblick auf die'verflossene Legislaturperiode wird als eine der wichtigsten gesetzgeberischen Aufgaben der Neuwahlen zum Abgeord- netenhause die gesetzliche Regelung der Schulunterhaltungs- pslicht bezeichne:, insbesondere müsse der konfessionelle Charakter der christlichen Volksschulen in Preußen gesetzlich, feftgelegt werden. Ferner wird Cinspruch erhoben gegen die Versuche, den Frieden unter der christlichen Bevölkerung zu stören, feiner für das Gedeihen des Vaterlandes notwendigen Erhaltung werde besondere Sorge zugewendet werden müssen.
— In sechs- großen Versammlungen erstatteten die sozial demo kratischen Delegierten der Berliner Wahlvereine, darunter Bebel und Heine, Bericht über den Dresdener Parteitag. Es wurden Resolutionen angenommen, in denen die Beschlüsse des Parteitages gutgeheißen und gegen die unnütze Zeitverschwendung der persönlichen Auseinandersetzungen protestiert wird.
Aryr. v. Aredek bereitet vor!
Jü der Dienstagsitzung der bayerischen Abgeordnetenkammer erstattete der Mnanzminister Frhr. v. Riedel das Finanz-Expos^. Er bemerkte, daß.die anfänglich gehegten Befürchtungen glücklicherweise übertrieben wären. Man stehe noch lange nicht vor dem Ban ke- rott IN feder Budgetrede in letzter Zeit habe er die Notwendigkeit einer befriedigenden Entwicklung der finanziellen Beziehungen im ganzen Reiche und den Einzel- staaren hervorgehoben. Wenn das bisher im wesentlichen nicht geschah, so sind daran weder die Regierungen noch einzelne Personen schuld, sondern lediglich eine Reiheanßer- ordentlich ungünstiger Verhältnisse. Der Fi- nanzmiuister gab darauf der Hoffnung Ausdruck, daß es gelingen werde, mit der nächsten Finanzperiode für die Beamten und Bediensteten noch etwas zu erübrigen, wenn die Besserung der Eisenbahnerträgnisse und der Verkehrsverhältnisse überhaupt anhält und wenn allenthalben eine zielbewußte Sparsamkeit im Staatshaushalt beobachtet wird.
Finanzminister - v. Riedel hat dann auch auf neue Reichssteuern vorbereitet. 9lach seiner Meinung werde es sich nicht umgehen lassen, für das Reich schon in nächster Zeit die eine oder andere neue Einnahme zu schaffen. Also, es wird nicht erst gewartet, wie man vielfach zur Beruhigung annahm, welche finanziellen LVirkungen die Neugestaltung des Zolltarifs cmsübt. nächster Seit" heißt nichts anderes als: in der nächsten Reich stags- jession. Um welches Projekt es sich handelt, Dürfte sich ja bald Herausstellen. Die Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß das Bier als ein steigerungsfähiges Objekt unser sehen ist.
Auf Form und Inhalt dieser Finanzreform kleiner Ausgabe darf man gespannt sein. Wir warm kürzlüh in der Lage, mitzuteilen, daß der Entwurf sich in Borbereitung befindet. 9tach den Andeutungen des Frhrn. v. Riedel scheint die Pointe der Finanzrefirm darin za bestehen, daß die Einzelstauten gegen die Dtöglichkeit geschützt werden sollen, daß die von ihnen an das Reich zu leistenden Beträge die Ueberweisungen des Reiches übersteigen. Den auch schon wiederholt vorgekommenen umgekehrten Fall, daß das Reich, den Einzelstaaten mehr überweisen kann, als es von den Einzel stauten fordert — diesen Fall möchte allerdings wohl jeder Finanzminister begrüßen. Oder soll dann das Reich das Mehr für sich behalten dürfen? Doch das ist spätere Sorge, ^.nächst interessiert Nam' und Art der „einen oder anderen neuen Einnahme des Reiches". Vielleicht ist es sogar die eine und die andere neue Einnahme des Reiches, wird dem Reichstag ein Steuerbouquet präsentiert zum Aussuchen?
Kolonialpost.
Berlin, 29«» Sept. Die Blättermeldung, der Gouver» neur von Samoa, Dr. Sols, würde demnächst von seinem Posten zurücktreten, wird der „Post" von unterrichteten Seite als völlig unbegründet bezeichnet.
Eine sonderbare „SpionitiS".
Aus Luxemburg bringt die „Patrie" Mitteilungen von jemand, der große Angst vor Spionen zu haben scheint und über „verkleidete Touristen" schreibt:
Nn SAN
erfd>et»t taget« außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener KamMem blätter viermal tn der Woche beigelegt.
KotattonSdruck tu Verlag der Brühl 'schen Untvers.-Buch- u.Etetn- druckeret(Pietsch Erden)
Kirche und Schule.
— Wie die deutsche Lehrerzeitung in ihrer neuesten Nummer M berichten weiß, soll die hessische Schulbehörde mit dem Plane umgehen, die Seminar zeit für Lehrer von drei Jahren ans vier Jahre auszudehnen. Die Absolvierung einer Realschule soll zum Eintritt ins Seminar berechtigen. Doch sollten vorerst die Präparandenanstallen beibehalten werden, um die Seminare zu füllen. Auch sagt das genannte Schulblatt, daß die Behörde geneigt sei, den Seminar-Abiturienten ohne Unterschied des Zeugnisgrades den Besuch der Uni» versität zu gestatten.
Ulm, 29. Sept. In der heutigen Mitglieder-Ver-* sammlung des Deutschen evangelischen Bundes teilte der Schriftführer Professor Dr. Witte im Jahresbericht mit, daß die Mitgliederzahl des Bundes sich im letzten Jahre von 156 000 auf 170 000 gehoben hat. — Auf das Huldigungstelegramm an den König von Wütttemberg ist von diesem aus Friedrichshafen folgende Antwort eingegangen: „Für die mir freundlichst übersandte Begrüßung seitens des evangelischen Bundes spreche ich meinen wärmsten Dank aus und wünsche der Versammlung den besten und einen segensreichen Verlauf."
— Nach einer Meldung aus Paris weist der „Figaro" auf einen die letzte Papstwahl betreffenden Brief des Erzbischofs Kopp an einen seiner Pariser Freunde hin. Kopp stellt darin die ihm nachgesagte Einmischung in Abrede. Ec erklärt, er habe von keiner Seite Weisung zur Beeinflussung des Konklave erhalten, weder vom Kaiser noch vom Grafen Bülow noch von anderen politischen Persönlichkeiten.
Mittwoch 3v. Seplemver 1903
yezugspeetSl
monatl ich 75 viertel»
jährlich ML. 2.20; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.—viertel- fährt ausscht Bestellg. Annahme von Anzeigen ür die TageSnummer ^>tS vormittags 10 Uhr. ZellenpreiS: Lokal 12 Pl* auSwLrtS 20 Pfg.
Vrramtwortttch für den pottt und augem. Teil; P. Witiko: für „Stadt und ßanb* und .Gerichtssaal": August Götz; für den Anzeigenteil: Hans Deck.
Die Situation in Ungarn.
Ter ungarische Ministerpräsident Graf Khuen-He- dervarygab am Dienstag wiederum feine Demission, da der Verlauf der Sitzung des Abgeordnetenhauses zeigfi, daß er auch einen Teil der liberalen Partei gegen sich habe. Die Unabhängigkeitspartei, welche die Einberufung der Sitzung verlangt hatte, nötigte chn, sich über die Er- klarungen zu äußern, die v. Körber im österreichischen Reichsrate betreff# des Verhältnisses zwischen Oesterreich und Ungarn in den Armeefra-gen abgab. Die Unabhängigkettspar Lei fand, daß Gras Khucn den ungarischen staatsrechtlichen Standpunkt nicht genügend gewahrt habe, und verlangte für heute eine neuerliche Sitzung, um Khirens Haltung z*u mtifieren. Tie Anhänger Apponyis und Banffys stimmten mtt ihr, woraus der Ministerpräsident schloß, daß er auch in der heutigen Sitzung in der Minorität bleiben werde. In den Eouloirs soll Präsident Apponyi erklärt haben, Graf Khuen habe eine geradezu schändliche Unkenntnis des ungarischen Staatsrechtes gezeigt. Graf Khuen wird seine Demission heute dem AbgeorDnetenhause £ur Kenntnis' bringen. Infolgedessen- unterbleibt die Reise des Grafen nacfy Wien, wo er beim Empfange des Kaisers Nikolaus die ungarije^ Regierung hätte vertreten sollen. In Streifen der Opposition wird die Demission mit großer Begeisterung begrüßt, während in den liberalen Kreisen diese Wendung schwere Bedenken erwectt, da man nun das Eingreifen einer schärferen Hand besorgt-
Iriedenskiängr vom Aatkan.
Wie die „Nationalztg." erfährt, wird an unterrichteter Stelle die Besserung der Lage auf dem Balkau anerkannt. Das stimmt mit den sehr günstig lautenden offiziösen Nachrichten aus Konstantinopel überein. Aber Der bulgarischen Regierung ist anscheinend doch noch nicht zu trauen. In Der Depesche aus Konstantinopel wird von den „Bemühungen" der bulgarischen Regierung berichtet, die maeedonische Komiteeleitung zur Einstellung der Bewegung zu veranlassen. Tie „'D^orDb. Attg. Ztg." hingegen lenkt hie Aufmerksamkeit auf eine von russischen Blättern „mit lebhaften Mißfallen verzeichnete" Rede des bulgarischen Ministers des Innern, worin folgende charakteristische Steile sich vorfindet: „Rußland hindert uns auf Schritt und Tritt, wir aber w e r b e n e s verstehen, unser Ziel unabhängig von ihm zu erreichen."'
Der Zufall hat mich auf die Sdur einer Gruppe bentscher Offiziere geführt, tue auf einer Forsch- nngsscchrt (!) begriffen sind. Ich war mtt einem Freunde; die Offiziere fragten mich mn Auskunft. Ich habe mich« wohl gehütet, ihnen zu verraten, daß ich ihre Sprache verstehe. So ließen sie sich vor mir gehen und erzähllen alle ihre Angelegenheiten, ohne zu ahnen, daß mir kein Wort von ihrer Unterhaltung entging. Während unsere Internationalisten erklären, der Krieg, namentlich mit Deutschland, werde unwahrscheinlich, beschäftigt sich der deutsche Generalftab mit der Möglichleit eines Einfalls in unser Gebiet durch Luxemburg. Die Gruppe der deutschen Generalstabsoffiziere durchstreifte am 25. und 26. Septem'ber die Umgegend von Luxemburg, Esch, Etttngen und betrat unser Gebiet bei Audun le-Roman. Die deutschen Offiziere, acht an der Zahl, waren zu Rad und in Zivil. Die Aufzeichnungen, die sie machten, unb bie Erörterungen, die sie mtt ber Karte in der Hand über die Bodenbefchafsenheit anstelllerr, ließen keinen Zweifel über den Zweck ihrer Forschungen zu. Es handelt sich da nicht um einen getvöhnlichen Touristenausslug, sondern um eine regelrecht organisierte Studienreise. Den deutschen Offizieren steht es fiei, als Touristen auf unser Gebiet herüberzukommen rmd sich da umzusehen. Es wäre Zeit, daß unsere Offiziere auf dem annektierten Gelände von dem Rechte der Gegenseitigkeit Gebrauch machen könnten. Die deutschen Offiziere, von denen hier die Rede ist, sind über Longnyon um> Longwh auf luxemburgisches Gebiet zurückgekehrt. Heute am 26. September befinden sie sich in Luxemburg.
Daß dieser Darstellung des von so höchgrabiger Spio- nttis befallenen Mannes Uebertreibungen cmhaften, ebenso sicher, wie es unmöglich ist, in der Darstellung ohne toeitere# das Falsche vom Richtigen zu sonderm Auf der Hand liegt jedenfalls die hohe Unwahrscheinlichkeit, daß ein ganzer Trupp Ofsiziere füb so verraten würde. Daneben darf man vermuten, daß diese Offiziere, wenn es wirllich solche gewesen sind, vielleicht mit vereinter Sehkraft den Angsthasen durchschaut und ihn dann zum Besten gehabt haben. _______
Deutsches Keich.
Berlin, 29. Sept. Die „Danz. Ztg." toenbet sich gegen bie Darstellung der „Preuß. Korr." über die D an- z iger Arb eiterkund g ebung bei der Anwesenheit des Kaisers in Danzig. Es sei eine durchaus spontane Kmtd- gebnng der Arbeiter gewesen. Auf Sonder wünsche habe man begreiflicherweise in der Ansprache nicht eingehen können. Man tarn in den Zusammenkünften der Arbeiter- ansschüsse überein, aus zahlreichen Entwürfen eine kurze, allgemein gehaltene Ansprache des Sierra Glashagen zu wählen, nicht etwa, weil andere Wünsche als unberechttgt angesehen wurden, sondern wett, besonders für die erste derartige Kundgebung, die Glashagensche Ansprache für angemessener gehalten wurde. „Die übrigen wohlgemeinten und zu Papier gebrachten Wünsche mußten also für diesmal zurück gestellt werden, ziunal man den Kaiser doch nicht auf freiem Platze mit einem solchen detaillierten Wunschzettel überraschen konnte. Die ausgewählte Ansprache wurde dem Oberhofinarschallamte eirrgereicht und ohne Streichung genehmigt. Einen Passus wegen ber Rayonverhältnif s e, den nach Angabe der „Preuß. Korr." das 5^ofmarschallamL ge- sttichen haben söll, war in dem Entwurf der Ansprache nie enthallen. Auch^ in den Konferenzen wurden speziell die Rayonbefchrünkungen nicht besprock)jen, wie überhaupt die einzelnen Wünsche hier nicht zur Beratung stcmden. Ebenso äst in ber Unterhaltung der Arbeiter mit dem Kaiser diese Frage nicht berührt worden. Nachdem die Ansprache vom Oberhosmarschallomt genehmigt toar, wurde von dem Sprecher noch der Hinweis einzufügen gewmrscht, daß Kaiser Wilhelm I. durch seine Allerhöchste Botschaft vom 18. Rov. 1881 der Begründer unb Kaiser Wilhelm II. der Fortführer der Sozialpolitik sei. Dieser Wunsch ließ sich jedoch bei der Kürze der Zeit nicht mehr nach Berlin mitteilen, sodaß auch hier von einer Streichung nicht Die. Rede sein kann.
— Ein feierlicher Kaiser-Gedenk-Gottesdienst fand auch in diesem Jahre in der Synagoge zu Wysti ten
Politische Tagesschau.
Das Brrsuchsgui Qnedna«.
Das Versuchsgut Quednau in Ostpr. ist soeben von Pros. Dr. Backhaus, nachdem die vorgesteckten Ziele im wesentlichen erreicht und durch die im Frühjahr erlassene Publikation „Das Versuchsgut Quednau, ein Beispiel der angewandten modernen Betriebslehre ein gewisser Abschluß erzielt wurde, durch Verkauf in Privatbesitz übergegangen. Bei der Uebernahme des Gutes im Frühjahr 1900 stellte sich Prof. Dr. Backhaus die Aufgabe, alle Fortschritte der Technik und Wissenschaft in Quednau zur Anwendung zu bringen, darüber hauptsächlich wirtschaftliche Beobachtungen anzustellen unb so neue Grundsätze für bie Betriebslehre zu sammeln. Trotz größter Schwierigkeiten ist der erzielte Erfolg sehr beachtenswert. In den dreiJahren ber neuen Bewirtschaftung hat sich ber Rohertrag des Gutes mehr I# verb oppelt; anstatt des früheren VerIustes ist eine mäßige Verzinsung eingetreten und der bei dem Verkauf erzielte günstige Erlös hat auch bestätigt, daß die Einwendungen richtig waren. Allerdings hat sich- anderseits auch gezeigt, daß ttotz aller Mühe unb Arbeit in der Landwirtschaft zurzeit nur allmähliche und nur inäfüge Erfolge erzielt werben konnten. Der Emtewert des Gutes hat sich in runben Zahlen wie folgt gehoben: 1900 40 000 Mk., 1901 55 000 Mark, 1902 63000 Mk., 1903 75000 Mk. In ähnlicher Weise haben sich auch die Erträge der Viehhaltung unb des Nebengewerbes (Molkerei) erhöht. Schon diese Zahlen, die in der Verallgemeinerung bedeitten, daß in Deutschland die Milliarde Mark, die es zurzett jährlich für landwirtschaftliche Produkte an das Ausland zahlt, zum Teil von der heintt- ichen Landwirtschaft sehr wohl selbst Serbien! werden könnte, lehren, wie bebeutungsvoll die Quednauer Versuche sind. In Bezug auf Feldbearbeitung, Düngung, Anwendung der Elektrizität, Maschinenverwendung, Handhabung der Viehhaltung, der technischen Gewerbe sind eine Menge von Einzelergebnissen erzielt worden. Etwa 6000 Fremde haben in den drei Jahren Quednau besucht, und das genannte im Frühjahr von Prof. Dr. Backhaus herausgegebene Werk über Quednau hat in wetten Kreisen lebhaftes Aussehen erregt. Um so bedauerlicher ist es, daß es nicht möglich war, ein derartiges modernes Versuchsgut, das ohne die aerinaste Unterstützung durch den Staat oder landwirtschaftliche 'Korporationen lediglich durch private Mittel eingerichtet wurde, für die Allgemeinheit zu erhalten, um noch weitere Ergebnisse zu erzielen.


