Erteilung des Segens die Feier ihren offizLelLn Wfchttrß fand.
§ Hattenrod, 28. Sept. Sein fünfzigjähriges Jubiläum als Gemeitldeeinnehmer und zugleich sein vierzigjähriges als Kirchen Lassenrechner feiert im November unser RÄ)ner Schäfer, aus welchem Anlaß eine größere Ferer unter allgemeiner Beteiligung der Gemeinde geplant ist. Schäfer, der bereits die Mitte der 80er überschritten hat, erfreut sich bester Rüstigkeit.
§ Butzbach, 29. Sept. Oberposttnspekbor Naumann von Darmstadt weilt seit mehreren Tagen hier zur Information über die durch den Neubahnbau erforderlicher! Aender- ungen der Telegraphen- und Fernsprechleitungen, sowie über zweckmäßigere Zuteilung von Orten bezw. Hilfsstellen an Hauptpostämter 2C. — Gegenwärtig finden in unserer Gegend die Obstversteigerungen durch die Gemeinden statt, wobei recht gute Preise erzielt werden; so kostete z. B. der Doppelzentner Aepfel 12 bis 16 Mark.
l. Fr iedb er g, 28. Sept. Heute nachmittag war die städtische Seewiese hier der Schauplatz einer sehr interessanter! Brand-Dernonsttation. Eine große Menge hatte srch versammelt und auch die Vertteter des Stadtvorftan- des, der Militär- und Postbehörde, sowie des Feuerwehr- Kormnandos waren erschienen, um einer Feuerlösch- probe mit dem Hand lös chappavate ,Minimax" bei- zuwohneu. Zuerst wurde eine ca. 12 Quadratmeter große Teerfläche in, Brand gesetzt. In ein paar Sekunden entwickelte sich ein gewÄtiges Feuernteer mit undurchsichtig gen mächtigen Rauchmassen; die Hitze war dabei so groß, daß die Zuschauer bis auf ungefähr 20 Meter von dem Brandobiekte zurückweichen mußten. Der Handlöschappw- rat wurde in Tättgkeit gesetzt und verblüffend war das Resultat. In 8 Sekunden war der gewaltige Brand vollständig gelöscht, der Rauch und Qualm spurlos verschwun- den. Darauf tour de dann eine mit Holzlatten angefüllte, mit Teer bestrichene und mit Pettoleum getränkte 4^2 Meter große, 3 Meter hohe Bretterbude angesteckt. Nachdem auch bei diesem Brandobjekt gewaltige Feuermassen gen Himmel schlugen, trat der Hand lös chapparat „Minimax" abermals in Tätigkeit. In 14 Sekunden war dieser so- geuanute Raumbrand ebenfalls gelöscht. Der , Apparast glmcht einem kleinen Zuckerhut. Au der Seite befindet sich ein Handgriff, au der Spitze ein kleines Loch aus welchem sich das Wasser ergießt. An der oberen breiten Flächje ist ein Druckttwpf angebracht. Durch einen Schlag auf diesen Knops wird eine in dem Apparat befindliche Glaskugel, in welcher sich eine Säure befindet, eingeschlagen. Diese Säure ergießt sich in das mit Wasser und Salzen gefüllte Innere. Sofort entwickelt sich im Apparate eine Vdenge Kohlensäure, die bewirtt, daß das Wasser in einem 10 bis 14 Meter langen, unausgesetzt wirkenden Strahl dem Behälter entströmt. Bei Ausbruch eines Feuers ist dieser Handlöschapparat wegen seiner großen Leichtigkeit selbst von einem Kinde in Tättgkeit zu setzen. Die ausströmende Salzlösung ist vollkommen unschädlich für jedes Mäterial, auch für die Haut der ALenschen, und die mitgesührite Kohlensäure verursacht stets erstaunliche Wirkungen ohne Wasserschaden. Brennende Oel-, Zelluloid-, Petroleum-, Teer-Massen uHv. sind in einigen Sekunden gelöscht durch diesen Apparat. — Auch in Gießen wird voraussichtlich
am 12. Oktober eine Löschprooe mit dem Apparate ^Mi- nimax" stattftuden.
k. Nidda, 29. Sept. Heute fand in dem Gasthaus „Gambrinus" hier die Kreis lehr er konferen z des Kreises Büdin gen unter dem Vorsitze des Kreisrats Bock- manu und im Beisein des Krelsschulinspektors Buß, des Landtaasabgeordneten Erk und des Pfarrers Hildebrandt- Echzell statt. Dem von Herrn Kreisschulinspektor Buß erstatteten Bericht ist zu entnehmen, daß zurzeit im Kreise 71 Schulen mit 110 Schulklassen und ebenfalls HO Lehrer vorhanden sind. Tie Anzahl der Schulkinder bettägt 6630. 182 mehr als im Vorjahre. Davon 3306 Knaben, 3324 Mädchen. Auf eine Klasse kommen durchschnittlich 60,3 Schüler. Eine neue Schulstelle wird in Kürze in Oberwioders- heim errichtet. Nachdem der geschäftliche Abschnitt erschöpft war, referierte Lehrer Frank- Langenbergheim über: „Der Lehrplan in der Fortbildungsschule."
R. B. Darmstadt, 29. Sept. Die Abreise des Zaren nach Wien zum Besuch des Kaisers von Oesterreich und zur Teilnahme an der Jagd bei Schönbrunn ist heute nachmittag 5 Uhr programmgemäß erfolgt. Die Zarin und der Groß- Herzog geleiteten den Zaren in einem offenen Zweispänner zum Bahnhof, wo sich auch Prinz Ludwig von Battenberg und mehrere der ersten Hofbeamten eingefunden hatten. Der russische Minister des Aeußern, Graf Lamsdorfs, und die Herren des Gefolges, Generaladjutant, Generalleutnant Free- dericksz, Generaladjutant, Generalleutnant Hesse, Leibarzt Geh. Rat Dr. v. Hirsch, Generalmajor Mossolosf und Kapitänleutnant Graf Heyden waren bereits am Bahnhof versammelt. Der kaiserliche Sonderzug trifft Mittwoch vormittag 10 Uhr in Wien ein. Am Sonntag vormittag 10 Uhr gedenken der Zar, Graf Lamsdorff und Gefolge wieder in Darmstadt zurück zu fein. Im Laufe des gestrigen Tages hatte das Zarenpaar u. a. noch den preußischen Gesandten Fürst Hohenlohe -Oehringen, den englischen Gesandten Mr. Herbert und den russischen Gesandten Fürst Koudaschesf empfangen.
Eb. Darmstadt, 30. Sept. Zn der im Sommer n. I. auf der Mathildenhöhe zu Darmstadt nach Entwürfen der Darmstädter Künstlerkolonie stattfindenden Ausstellung dreier mit Jnnen-Ansstattung versehener Wohnhäuser sind bereits zahlreiche Beteiligungsgesuche von Geschäften aller Art eingelausen. Bei der beschränkten Zahl der für die Ausstellung auszustattenden Räume dürfte es sich für diejenigen Firmen, welche noch an der Ausstellung teilnehmen möchten, empfehlen, baldigst ihrle diesbezüglichen Wünsche zur Kenntnis der Großh. Kabinettsdirektton zu bringen.
Gettchlssaal.
Berlin, 29. Sept. In dem Prozeß gegen den Staatsanwaltschaftssekretär Baganz und Genossen wegen Amtsverbrechens wurde Baganz zu vier Jahren Zuchthaus, Frau Baganz zu sechs Monaten Gefängnis, Aufrecht zu 600 Mk. Geld» strafe event. 60 Tagen Gefängnis, Bruckmüller zu drei Monaten Gefängnis, Eduard Sand zu eurem Monat Gefängnis zusätzlich, Hoermann zu vier Monaten Gefängnis, Polzin zu 300 All. Geldstrafe event. 30 Tagen Gefängnis verurteilt. Justtzrat Raetzell wurde freigesprochen.
Kiel, 29. Sept. Der GerlchtSyerr z. Instanz, Prinz Heinrich, hat das U r t e i l g e g e n H ü f s e n e r b e st ä t ig t, womit dasselbe Rechtskraft erlangt chat.
Leipzig, 29. Sept. DaS Lberlandesgerrcht Dresden lehnte die Haftbeschwerde der sozialdemokratischen Redakteure Lüttich und Hellmann und des Metteurs Schmidt ab. Das Verfahren wegen Majestätsbeleidrgung ist eröffnet, mich gegen den freigelassenen Schöpflin.
Arbeiterbewegung.
Berlin, 29. Sept Anläßlich des Streikes der Omni b u s - A n ge ste l l t e n kam es gestern, abend zu mehreren Zwischenfällen. Auf einzelnen Linien wurden die im Verkehr befindlichen Wagen mit Johlen und Schreien empfangen, worauf sich Tausende von Menschen ansammelten und die Schutz- Mannschaft Mühe hatte, bie Ordnung aufrecht zu erhalten. Als einige der ärgsten Schreier von Polizeibeamlen zur Wache gebracht wurden, nahm der Lärm noch zu. TieFenster mehrerer Wagen wurden ei «geschlagen und die Fahrgäste belästigt. Auf einigen Linien mußte abends der Betrieb eingestellt werden. Die Direktion hat heute früh dem Einigungsamte des Gewerbegerichtes mitgeteilt, daß sie Verhandlungen in Sachen des Streiks adle h n e. Eine Abordnung der Ausständigen ist vom Oberbürgermeister Kirschner empfangen worden, der ihnen zusagte, sich ihrer Sache anzunehmen.
Familien Nachrichten.
Gestorben: Herr Ludwig Kaufmann, Bingen.
Wer dauernd frei bteiöen will
von Nervosität, Herzklopfen und Verdauungsstörungen, der gewöhne sich den regelmäßigen Genuß von starkem Bohnenkaffee, ab und mache den gänzlich unschädlichen, leichten und milden, dabei voll- und wohlschmeckenden Kathreiners Malzkaffee zu seinem täglichen Frühstücks- und Vesper - Gettänk.
Wer flickt gern W äsche ?
Niemand! Jede Hausfrau oder Mädchen wünscht sie möglichst lange zu erhalten, und trotzdem achten die Meisten nicht darauf, welche Waschmittel sie zum Waschen und Kochen ihrer Kleidungsstücke und Geräte verwenden, sondern lasten sich irgend ein Waschpulver ii. s. w., welches vielleicht stark schädliche Stoffe enthält, blos, weil es einen Pfennig billiger ist, als die bewährte Gioth's gemahlene Kernseife mit Salmiak und Serpentin, aufdrängen. Gioth's gemahlene Kernseife, für bereit Unschädlichkeit der Fabrikant garantiert und welche hohe Waschkraft besitzt, kostet per Packet 15 Pfg. Fabrikant: I. Gioth, Hanau a. M. 3735
Iie Luft ist kühl und es dunkelt
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Derdiugung von Drainagearöeiten.
Für die Feld Vereinigung Gießen, rechts der Lahn, sollen die zur alsbaldigen Ausführung vorgesehenen Drainagearbeiten — cq. 32 500 Meter — und das Anfahren der Röhren — ca. 4180 Zentner — im Wege schttftlichen Angebots vergeben werden.
Die Verdingungsunterlagen liegen bei der unterzeichneten Behörde zur Einsicht auf. Angebote haben in Prozenten des Voranschlags zu erfolgen.
Die Offerten sind verschlossen und portofrei, mtt entsprechender Aufschrift versehen, bis Montag, de« 5. Oktober d. Fs., vormittags 11 % Uhr, bei der unterzeichneten Behörde einzureichen, woselbst auch deren Eröffnung um ine angegebene Zett in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter stattfindet.
Zuschlagsfrist 14 Tage.
Gießen, am 24. September 1903. 7238
Großh. Knlturiuspektiou Gießen.
W i ß m a n n._______________________
Derdmgung von Drainagearöerten.
Die für dieses Jahr zur Ausführung vorgesehenen Drainage- arbeiten in der Gemarkung Langsdorf — ca. 37 000 Meter — sollen Montag, den 5. Oktober d. Js., nachmittags 3 Uhr, auf dem Rathause zu Langsdorf durch öffentliches Ausgebot vergeben werdeu.
Die Verdingungsunterlagen liegen auf Großh. Bürgermeisterei Langsdorf zur Einsicht offen.
Gießen, den 24. September 1903. 7W9
Großh. Kulturiuspektiou Gießen.
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