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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
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Mr. Ä2S erföeiitt tSgttch außer Sonntags.
Denr Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt bte Gießener Familien« blätter viermal In der Woche beigelegt.
sährl. auöschl. Bestellg. Amiahme von Anzeigen für Die TageSnummer bis vormittags 10 Uhr. Zettenpre«: lokal 12B^ auswärts 20 Plg.
verantwortlich M den poltt and augrm, Teil: D. tolttto: für .Stadt und Land* unb .GerichtSsual": Auou st Götz; fßt den Anzeigenteil: Hans Beck.
lag der Brüh lachen Llntvers.-Buch- «.Stein- dr«ckerri(Piettch Erben» Redaktion. Spedition unb DrvckereK
Gchnlstratze 7.
Adresse für Depeschenr «nzeiger Gießen.
Fernsprech anschlutz Nr. 51.
Erstes Matt. 153. Jahrgang Mittwoch 3V.SWtember 1NV3
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Gießener Anzeiger
° General-Aiyeiger v
Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Ps.; durch diePost Mk. 2.—viertel-
Gieß em, den 28. September 1903.
B etr.: Die Errichtung unb Einrichtung der Fortbildungsschule.
Die Grotzh. Kreisschnlkmumission Gießen mr die Schulvorstände des Kreises.
Indem wir die baldige Erledigung unseres Ausschreibens vom 22. August l. Js^ KreisblaLt Nr. 98, in Erinnerung bringen, machen wir darauf aufmerksam, daß die Fortbildungsschule in Gießen nicht am 16., sondern am 5. Oktober ihren Anfang nimmt und empfehle Ihnen, die dorthin überwiesenen Schüler hiervon in Kenntnis zu setzen.
Tr. Brsidert.
IorLschritte und Mängel in «njerm ZLauerustaude.
Die Zuschrift vom Lande, die wir unter diesem Titel in unserer Nr. 228 veröffentlichten, hat viel Zustimmung in unserm Leserkreise, aber auch Widerspruch gefunden. Au§ einem Nachbardorfe liegt uns heute ein langes Schreiben vor, das sich kurioserweise auf § 11 des Preßgesetzes bezieht. Der Herr Einsender hätte mit dem gleichen Rechte euren Paragraphen aus einer Hottentottengrammatik zitieren können. Doch da seine Ausführungen nicht uninteressant sind und wohl in mehreren Punkten die erste Zuschrift tatsächlich treffend zu widerlegen scheinen, so sei auch chnen hier in wesentlichem Raum gewährt. Der Herr schreibt:
»Der Herr Verfasser stellt zunächst die Behauptung auf, „daff sich zuviel Arbeit der Bauer selbst mache dadurch, daß es auf dem Lande zum guten Ton gehöre, bei jeder Güterversteigerung neue Grundstücke zu erwerben." Wir möchten dagegen die Behauptung aufstellen, daß der Gütererwerb in fast allen Fällen einem berechtigten Bedürfnisse, das der Landwirt dank seines gesunden Menschenverstandes richtig empfindet, entspricht. Man denke doch nur an einen Erbfall, wo vier oder fünf Abkömmlinge den elterlichen Nachlaß teilen und wo natürlich jeder einzelne infolge des zu kleinen Anteils genötigt ist, sein Besitztum zu vergrößern, um für seine Arbeitskraft ein entsprechendes Gebiet zu haben, wenn er nicht, was ja schon allmählich üblich zu werden beginnt, der Landwirtschaft entsagen unb unter der Masse der Industriearbeiter verschwinden will. Als ein anderes Beispiel sei nur noch die Einheirat in eine andere Gemeinde erwähnt. Dies dürsten wohl meistens die Gründe für die Gütervergrößerungen sein. Daß dagegen der Ehrgeiz der allein ausschlaggebende Grund sein soll, ist jedenfalls eine ziemlich bedenkliche Behauptung. Der Vorschlag, den umgäehrten Weg einzuschlagen, nämlich ^anstatt neue Grundstücke zu erwerben, eigene zu verpachten oder
zu verkaufen und zwar soviel, daß der betreffende Landwirt fremde Arbeitskräfte entbehren kann", scheint theoretisch annehmbar und wücksam zu sein. Aber man vergegenwärtige sich, welche Folgen dies, in die Praxis übertragen, zeitigen würde! Allerdings würde hierdurch ein Güterausgleich herbeigeführt, zugleich aber entstände doch ein Ueberangebot von Grundstücken und damit ein kolossales Sinken der Preise derselben, sodaß die neue Wirtschaft noch weniger rentabel wäre, als die stühere mit fremden Arbeitskräften.
Die zweite Klage der Landwirte bezieht sich auf den häufigen Dienstbotenwechsel. Die Ursache hierftir findet der Herr Verfasser einmal in der schlechten Behandlung und dann in der der Arbeit nicht entsprechenden Beköstigung. Von einer Behandlung »als Menschen zweiter Klasse" kann unseres Erachtens aber gar keine Rede sein, wo doch der Landwirt sich alle erdenkliche Mühe geben muß, für hohen Lohn überhaupt noch Dienstboten zu bekommen. Denn läßt er sich zuweilen zu einem an und für sich vielleicht ganz gerechtfertigten Tadel hinreißen, so muß er gewärtig sein, daß sie ihn mitten in der Arbeit im Stiche lassen und ihm Schimpf und Schande nachsagen, um ihm soviel wie möglich den Erwerb einer neuen Arbeitskraft zu Hintertreiben.
Ein zweiter Grund soll die schlechte Beköstigung sein. Nun, in nicht allzuserner Zeit beginnen wieder die großen Schlachtfeste der Bauern. Man sehe sich diese einmal an, welche Menge von Fleisch hier für den Haushalt konserviert wird. So könnten wir eine Menge Landwirte mit ein und zwei Pferden anführen, die alljährlich nicht nur drei Schweine — und diese welchen Gewichtes! —, sorrdern auch noch ein Rind von 800—1000 Pfund schlachten. Dazu wird außerdem noch bei den Metzgern des Dorfes namentlich im Sommer und 'Herbste gekauft. Was in aller Welt mag der Landwirt mit diesen Fleijchporräten cmfangen? Kann man wohl annehmen, daß die Familie, aus 4—ö Köpfen bestehend, dies alles allein vertilgt und ihren Dienstboten nur die Ueberreste gönnt? Reichlich dürfte also das Essen wohl notwendigerweise sein! Was die Zubereitung anlangt, so darf man nicht den Maßstab eines.Städters anlegen, der meistens auf die geschmackvolle Zurichtung von Gemüsen, Kompot re. Gewicht legt, während ber unseren Landwirten das Fleisch als der Harten Llrbeit entsprechend den Kernpunkt ausmacht. Mag auch sein, daß der Herr Verfasser einnral in einem gottverlassenen Gebirgsdorfe eine schlechte Erfahrung darin gemacht hat, daß die Zubereitung seinem vielleicht städtischen Wirtshausgeschmack nicht entsprochen. hat. Aber dieser Maßstab kann doch nicht für das Gesinde, das meist aus ärmeren Verhältnissen flammt, maßgebend sein. Vielmehr ist im Gegenteil die ^einfachere kräftige und reichliche Kost noch der einzige Grund, weshalb der Dienstbote es vorzieht,
statt in die Fabrik zu gehen — wo doch der Lohn, absolut betrachtet, höher ist — bei dem Bauer zu bleiben.
Jedoch ist" es zu beklagen, daß gewisse Leute, denen es offenbar eine Leichtigkeit ist, die wirtschaftlichen Uebel- stände auf dem Lande in ihren tieferen Gründen zu entdecken, und die toäijnen, in geeigneter Weise Abhilfe schassen zu können, sich nicht schon lange öffentlich hervorgetan und „gewissenlosen Agitatoren", die sich des Verbrechens schuldig machen, als Demagogen die Bauern gegen den Staat aufzuwiegeln, das Handwerk zum Heil und Segen des gesamten deutschen Bauernstandes gefegt haben.
Parlamentarisches aus Hessen.
Eine Vorstellung von pensionierten Be* amten an die zweite Kammer betrifft die Aufbesserung ihrer Pensionsbezüge. Sie ist auch deins Großh. Staatsministerium zugestellt worden. Es wird darin ausgeführt, daß nach Aufhebung des Gesetzes, welches die hessischen Staatsbeamten in zwei Klassen schied, auch der Unterschied, der in der Gewährung der Pensions- bezüge lag, für die vom qu. Tage ab zur Pensionierung kommenden seither widerruflich Angestellten in Wegfall gekommen ist, sodaß dieselben jetzt den gleichen Prozentsatz von ihrem Gehalte beziehen wie die definitiv Angestellten, ein Mehr von 10 Prozent bis zu 30 Dienstjahren hin. Es wird gebeten, diese Vergünstigung auch auf die Pensionäre auszudehnen, die vor dem 9. August 1899 in den Ruhestand treten mußten.
Der Stadtvorstand zu Offenbach wünscht die Beseitigung des Hochwasserschlauches bei Bürgel.
Ter Schulvorstand zu Leihgestern hat mit Mehrheit beschlossen, im Sommer die Gesamtunterrichtszeit auf die Vormittagszeit zu verlegen; dieses Recht dürfte dem Schulvorstand nach Art. 14 des Gesetzes vom 16. Juni 1874 unzweifelhaft zustehen. Nichtsdestoweniger hat die oberste' Schulbehörde den Schulvorstandsbeschluß nicht zur Ausführung gebracht. Ich frage ergeb en ft an, welche Gründe hierbei Großherzogliche Regierung geleitet haben.
Ter L and esr echner-Berband im Großherzog- tum bittet um gesetzliche Regelung der Pension^-, Witwen- und Waisenversorgung der Gemeinde-Einnehmer rc.
Politische Tagesschau.
Verfrühte Meldungen.
Man schreibt uns aus Berlin, 29. September:
lieber die neue Militärvorlage und den Zeitpunkt der Einberufung des Reichstages sind soeben Mitteilungen in der Berliner Presse veröffentlicht worden. Daß das Geheimnis der Militarvorlage auf das sorgfältigste gehütet wird, versteht sich von selbst. Es kann sich also nur um Vermutungen handeln, die gleichwohl in Einzelheiten zutreffen
5>ie ßröffuurrg des THeaterjayres 1903/04.
Gießen, 30. September.
Gestern abend wurde in dem alten Gießener Stadttheater - saale unter der neuen Direktion Steingoetter und mit einer neuen Theatergesellschast das neue Theaterjahr glücklich eröffnet. Alles neu — bis auf den Theatersaal! Hoffen und vertrauen wir, daß das Neue sich auch als gut bewähren werde, als ein triebkrästiges Saatkorn für die Ankunft unserer heimischen Kunst — und daß wir in absehbarer Zeit auch ein Theaterhaus erhalten, das den Anforderungen an Sicherheit, Bequemlichkeit und würdige Ausstattung reichlich entspricht.
Am Abend wird man klug
Für den vergangnen Tag, '
Doch niemals klug genug Für den, der kommen mag,
sagt Rückert. Dieser erste Abend aber war recht verheißungsvoll. Die ersten Weihetöne, die durch das Haus brausten, entstammten dem Genius C. M. v. Weber's, des originalen Schöpfers der deutschen volkstümlichen und doch stets klassisch vollendeten Musik, die im Verein mit Kl ei st's Dichtungen der deutschen Kunst das Element herziger Anmut und holder Naivität gab. An Webers Jubel-Ouverture schloß sich ein Prolog, der, voll feinen Geistes und von großem formellen Geschick, die Hoffnungen und Wünsche beider Parteien im Hause, der Spendenden und der Empfangenden, sinnig mit den drei dramatischen Gaben des Abends und ihren Titeln verknüpft, wackeres Streben ausspricht und als Lohn dafür sich ein neues Haus ersehnt. Die Sprecherin, Frl. Hohl (früher am herzogl. Hoftheater in-Altenburg ?), eine schlanke schöne Erscheinung, die sich von dem für die engen Verhältnisse des Bühnenbildes wohl mit zu viel Pomp beladenen Rahmen vortrefflich abhob, verdiente den Dank des uns unbekannten Autors und erntete für ihren Vortrag lebhaften Beifall von Seiten des das ganze Haus besetzt haltenden Publikums, da§ nckch Mozart's'Ouvertüre zu „FigaroS Hochzeit", mit der diese kurze und schöne Eröffnungsfeier schloß, der folgenden Ausführung der drei berühmtesten Einakter unserer National- litteratur mit Spannung entgegensah.
Ein neu zusammentretenbes Ensemble, das „aus Süden and aus Norden zusammengeschneit und -geblasen worden" 'und als erste Probe seiner Leistungsfähigkeit eine erfolgreiche Darstellung drei der edelsten, aber auch schwierigsten Dichtungen unserer Klassiker zu bieten vermag, muß in seinem Kern gut sein. Ist als eine erste Hauptbedingung für jede
M—WBMPBWHilf WlIHBMMWBBtiWSaBeaKSBMWHrtilfflilMIMIHWi’MyntmilHIBCB—IWil—lffiWI ersprießliche und gennßbringende schauspielerische Betätigung die Wahl eines erfahrenen, tatkräftigen und künstlerisch tüchtigen Oberleckers anzusehen, so hat schon der erste Abend bewiesen, daß man in Herrn Direktor Steingoetter alles Vertrauen setzen darf.
Kleists „Zerbrochener Krug", dessen drei erste Szenen der Dichter anno 1803, also just genau vor einem Jahrhundert, einem Freunde diktierte, hat uns erst im März vor. Js. Jürgensen auS Kassel im Theaterverein geboten. Die Dichtung gehört nach Hebbel*) zu „denjenigen Werken, denen gegenüber nur das Publikum durch fallen kann". ES stellt sich als der Schluß von Ereignissen dar, die vor dem Beginn des Stückes sich abgespielt haben. Aber was vor dem Stücke geschehen ist, steckt uns kein neues Licht über die Personen auf. Wie sie, namentlich aber der Schlingel von Dorfrichter, sich benehmen, genügt uns vollkommen, um sie bis auf den Grund kennen zu lernen; jede ergänzende Erzählung, nachträgliche Erklärung ist als überflüssig durchaus vermieden. Die Charaktere entwickeln sich, sie werden nicht beschrieben und ausgedeutet, wie das leider die meisten unserer jüngeren Dramatiker tun, die wahrlich im Komischen keine Figur geschaffen haben, die dem Dorfrichter Adam auch nur die Schuhriemen auflösen dürfte. Herr Conradi gab mit diesem Schurken und Werbernarrn eine Art von niederländischem Fallstaff, über dessen Schlauheit rrnd unerschöpfliche Erfindungsgabe, mit der er sich aus der Klemme zu helfen sucht, wir herzlich lachten. Er zeigte, daß er ein guter Komiker ist, der auch eine Persönlichkeit herzugeben vermag. Von innen heraus schien dessen eminente Verlmnptheit zu kommen, der seine köstlichen Lügen ganz harmlos ohne die geringsten Skrupeln wie etwas ganz Selbstverständliches, ihm nun einmal persönlich Eigentümliches herplaudert, der selber seine Freude an dem eigenen Witz hat und darüber fast seine verzweifelte Lage vergißt, ja sich sogar kalt lächelnd, wenn auch unbesonnen, an die offene Kopfwunde faßt, als von dem verhängnisvollen Schlage auf den Schädel des Topf- zertrümmerers die Rede ist. Das war vielleicht ein nicht ganz unaufdringliches Zugeständnis an das lachlustige Publi- kmn, läßt sich aber auch aus dem Geiste der dichterischen Figur allenfalls erklären. Die ganz wunderbare Spielart der eigenen Schadenfreude, die ihre tollsten Sprünge macht, wenn die Schlinge ihr schon nah am Halse sitzt, ließe sich vielleicht noch schnurriger hervorkehren. Unzweifelhaft aber war
*) Vergl. Ld. XI der unlängst erschienenen großen historisch- kritischen Ausgabe von Friedr. Hebbels sämtl. Werken, besorqt von Rich. Dtaria Werner (Berlin, B. Behrs Verlag).
IHerr C. eine recht ergötzliche Figur. Frl. Hagen war ein Mädel von warmem Herzen und tiefem Empfinden, das ihr Bestes im Zorne gab. Die junge Dame scheint einen schönen Ernst zu besitzen. Das sah man am deutlichsten in der kurzen Szene, da sie mit lockender Liebe den Glauben des Mannes fordert, wie Nora, nur mit mehr Glück wie diese. Die geschwätzige und kluge Mutter Marthe gab Frau Fischer mit derber Naivetät, und als Muhme Brigitte ward Frau Jenny als gute alte Bekannte mit lebhaftem Beifall empfangen. Diese tüchtige Dame aus dem niederländischen Volke bringt mit dem Teufelsglauben ein neues Motiv in das Lustspiel, ihr Auftreten ändert die ganze Situation. Während der Dorfrichter und der Schreiber im letzten Kampfe mit einander ringen, hat der Gerichtsrat die Selbstbeherrschung zu verlieren. Herr Teleky aber kam leider auch hier nicht aus seiner steifen Ruhe. Recht gut war Herr Achterberg als der urwüchsige Bauernbursche, dern die freie Rede schwer fällt, in dem es brodelt :md schällmt. Das war ganz lebensvoll, ungegohrener Most, ungebändigte Frische und Kernhaftigkeit. Herr Tamke bewies für den Schreiber Licht Verständnis, nur hätte er nicht gar so viel „Himmeln", nicht gar so viel Unterwürfigkeit schon in den allerersten Szenen zeigen sollen. — Das ganze Stücklein ist gedacht als ein Bild aus dem Leben mit vollen satten Farben und scherzhaft lachendem Humor, als sei ein alter Niederländer, ein Jean Steen, aus dem Nahmen herabgestiegen. Es hatte sich vielleicht verlohnt, bie, tolle Junggesellenwirtschaft des Dorfrichters, der seine Würste in seine Llkten verpackt und seine Perrücke im Bücherschrank suchen läßt, durch einen Wirrwarr der gewöhnlichsten und poesielosesten Hausgeräte anzudeuten. Im ganzen aber hatte doch die ganze Inszenierung eine frische, gesunde Farbe, und man hatte seine Freude an derK, stimmungsvollen, charakteristischen Leben.
Nach Kleist erhielt der Titane Beethoven das Work, der mit Recht der Fortsetzer und Vollender des Schaffens eines Klopstock, Lessing und Goethe genannt worden ist, dec alle dichterischen Motive der gewaltigen Blütezeit der deutschen Poesie in seine Musik ausgenommen und sie bis zur äußersten Freiheit und Entfesselung vorgeführt hat. Erst seine Mu>ik loste die dichterische Sprache, die in den Dramen Goethes und Kleists bereits zur herrlichsten Entfaltung gekommen war, der aber immer noch ein gedankenhaftes, noch nicht vollständig zpr Sinnlichkeit des Ausdruckes erreichtes Element anhaftete, zu voller Freiheit und brachte gewissermaßen die in dec Poesie dieser Dramen schlummernde Nllliit zunr Ertönen. Das Orchester spielte das „Prometheus"-finale.


