Ausgabe 
30.7.1903 Zweites Blatt
 
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Deutsches Keich.

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Aus Stadt und Land

eitung zur Gründung und 3. Sie Ortsgruppe Gietze: Politisches ABC-Buch', lungsgehilfen-Verbcindes Hut okratie",Sozialdemokrat sammlung in Meßen das E

der Rechte an der Universität Freiburg i. B. Dr. Wilhelm van Calker hat den Ruf als Nachfolger des am 1. Okt. in den Ruhestand tretenden ord. Prof. Dr. Heimburger an-

in den Ruhestand den Charakter alsFörster" verliehen.

** Von der Landesuniversität. Der Privatdozent

an der Partie.

** Ein seltsames Schauspiel wird Sportfreunden am nächsten Sonntag geboten werden, nämlich ein Rennen zwischen Reiter und Radfahrer auf dem Sportplätze an der Hardt. Texas Tex, ein amerikanischer Reiter, den seine Gesichtsfarbe gleich als Mexikaner kennzeichnet, hat einen Preis von 200 Mk. gesetzt. Herr Gennies hat sich erboten, das Rennen mit Texas Tex aufzunehmen. Auch Szenen aus dein Prärieleben der westlichen Teile Nordamerikas sollen geboten werden. Texas Tex, welchem die besten Zeugnisse aus allen größeren Städten Deutschlands zur Sille stehen, ist überall mit seiner Truppe mit größtem Beifall aus-

~ . Ersuchen gerichtet, die Sonn­

tag s'ar 6 eit im Handelsgewerbe aus die Zeit von morgens 11 Uhr bis mittags 1 Uhr zu beschränken, somit also das Ossenhalten der offenen Verkaufsstellen in Gießen nur während diejer zwei Stunden zuzulassen. Die Kam­mer beschloß in einem Gutachten an die Großh. Bürger­meisterei Gießen sich gegen eine Aenderung dex jetzt gelten­den Bestimmungen über die Sonntagsruhe im Handels­gewerbe auszusprechen, zumal auch in den Nachbarstädten

^"Anschluß d es Zuges 504 Gießen-Gelnbausen

6. Sitzung der Großh. Handelskammer Gießen, für die zkrcise Gießen, Alsfeld und Lauterdach.

Arbeiten beantragt, bei der neuen Zusammensetzung der Bezirks-Eisenbahnräte in diesen eine besondere Vertretung der Binnenschiffahrt herbeiführen zu wollen. Wenn auch im Bezirke der Kammer die Binnenschiffahrt nlcht ver­treten ist, so erklärte sich die Kammer doch prinzipiell mit dem Anträge einverstanden.

und Smyrna.

Tie Eingänge können während der Geschäftsstunden un Bureau der Handelskammer eingesehen werden.

7. Eingänge:

Von der Eisenbahnverwaltung wird daraus hinge- wiesen, daß im Herbst voraussichtlich wieder sehr hohe Anfoärerungen an den Staatswagenpark ge­stellt werden und es sich im Interesse eines raschen Verkehrs empfiehlt, den Hausbedarf an Kohlen usw. für den Winter schon jetzt zu beziehen und nicht bis Anfang Oktober oder November damit zu warten. Auch ist tunlichst auf die volle Ausnutzung des Lade­gewichts, sowie auf die schleunige Be- und Entladung der Wagen Bedacht zu nehmen.

Festschrift der ZeitschriftDer deutsche Cigarrenhand- ler, herausgegeben zur Jahresversammlung des Zentralverbandes deutscher Cigarren- und Tabak­ladeninhaber (enthält verschiedene Aufsätze über die Geschichte und Entwicklung der deutsci)en Cigarren- und Tabakindustrie, darunter einen ArtikelGießen

Gießen, 30. Juli 1903.

* Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Heinrich Bertaloth, seither Vizemachtmeister im 1. Großh. Drag.-Regt. (Garde-Drag.-Regt.) Nr. 23, das Sil­berne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem Forstwart der abnormalen Domanialforstwartei Rothen-

Staatsanleihen",Praktische Anleitung zur Gründung und1 Errichtung von Konsumvereinen", Die Irrlehren der Sozialdemokratie", ..

tische Zukunftsbilder",Jugenderinnerungen",Im alten Reichstag",Erinnerungen" rc.

Di' Herb st para de des Gardekorps findet

als Fabrikationsort").

Von zuverlässiger Seite sind der Kammer Mitteid ungen zugegangen über die Einfuhr von Tuchen nach der Türkei, Absatzgelegenheiten für Metalle und Metallwaren nach Syrien, für die deutsche Eisen­industrie nach Japan, über die Geld- und Geschäfts- Verhältnisse in Veraeruz, über den direkten Import nach Portland, über Vorgänge in der nord amerikani­schen Papierindustrie, über die mexikanische Export­kommission, über den Erfolg der Amerikaner im Ex­port, über die sogen, deutsche Handelskammer in Bukarest und über zweifelhafte Firmen in London

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f) 'Zirpen Winterfahrplan 1903/04 hat die Handels- berg II, Georg Braun zu Rothenberg aus Anlaß semer

kammer folgende Aenderungen beantragt: | mit Wirkung vom 1. August 1903 an .erfolgten Versetzung

Anschluß des Zuges 794 (Gießen ab 2.17 nachm.) an den Schnellzug 171 Frankfurt a. M-München.

Anschluß des Zuges 531 Gießen-Fulda (Gießen ab 9.13 abends) an den D-Zug 74 Hamburg-Frank­furt a. M. und an einen Zug von Frankfurt a. M.

Beibehaltung der Frühzugverbindung Alsfeld- Lauterbach-Grebenhain (Grebenhain an 7.13 morgens).

Sicherstellung des Anschlusses zwischen Zug 1341

Burggemünden-Kirchhain (ab Burgaemünden 6.55 morgens) an den Schnellzug 79 nach Cassel in Kirch-

toatn es die EiusteNung der Obstruktion befür- wortv. Als Anfragenden bezeichnet erben Redakteur eines Kcüpwrtageblattes, Arthur Singer, ^lbg. Thof beantragt die Einsetzung einer Kommission zur Untersuchung der ->or- fälle Der Antrag wird einstimmig angenommen. Um 1 Uhr erbebt sich der Ministerpräsident, um zu beantragen, die Erörterung über sein Programm zu unterbrechen und zui Verhandlung der Jndemnitätsvorlage überzugehen. Nach den ersten Worten erhebt die Obstruktion ein viertel­stündiges ohrenbetäubendes Geschrei. Der Vizepräsident ist genötigt, die Sitzung au unterbrechen. Nach der Wiederaufnahme erhebt sich der Ministerpräsident wie­derum, worauf der tobende Lärm neu beginnt Der Mi­nisterpräsident steht zehn Minuten aufrecht, ohne ziun Wort gelangen zu können, und läßt sodann dem Schrift­führer den schriftlichen Antrag überreichen, das Haus möge in die Verhandlung der Jndemnitätsvorlage ein* treten. Als dies die Obstruktion bemerkt, stürzen die Abgg. Rntkeni und Fay nach dem Präsidententisch und versuchen dem Schriftführer den Antrag zu entreißen. Dieser wehrt sich mit Gewalt gegen die auf ihn eindringenden Mitglieder der Obstruktion und nimmt das Blatt mit dem Antrag in die aridere Hand, doch gelingt es den Angreifern, von der anderen Seite das Blatt zu erhaschen und zu zerreißen. Indessen erhielt der Präsident eine zweite Ausfertigung des in zwei Exemplaren eingereichten An­trages. Der Antrag ist somit eingereicht. Die ^ribune nm den Präsidententisch füllt sich mit Abgeordneten beider Par­teien, die in leidenschaftlichen Wortwechsel geraten. Es kam wiederholt zum Handgemenge zwischen Mitglie- deru der Obstruktion und der Regierungspartei. Unter großer Auftegung wurde die Sitzung unterbrochen und ernc geschlossene Sitzung anberaumt. Diese Sitzung, in welcher über die Bestechungsaftäre und über die angeblich geschafts- ordnungswidrige Einreichung des Antrags des Minister­präsidenten verhandelt wurde, dauerte bis nach 4 Uhr. Dann wurden die Verhandlungen wieder öffentlich geführt ^m stürmischen Verlause der öffentlichen Sitzung meldet der der Kossuthpartei angehörige Abg. Paul Nessi, daß Martin Dienes jene Wechsel, die Nessi für den oppositionellen

Magyar Orszag" girierte, zusammengekauft hat, um hier­durch auf Nessi eine Pression auszuüben.

Nachträglich wird noch eine interessante Episode aus der großen Sturmszene bekannt. Als mehrere Abgeordnete die Präsidententribüne stürmten, rief ihnen PräsidentTal- lian zu:Wer mich berührt, und damit die Wurde eines Präsidenten des ungarischen Abgeordnetenhauses verletzt, ist ein Kind des Todes", worauf der oppositionelle Abg. Poszgay erwiderte:Einen Präsidenten, der ungesetzlich vorgeht, werfen wir von der Präsidenten­tribüne herunter."

In ungarischen Regierungskrcisen verlautet, daß Gras Khuen sich mit der Idee der Auslösung des Wgeordneten- hauses trage und ihm daher sicher die jetzigen Sturmszenen, die er durch seinen Antrag gesteigert hat, sehr gelegen kommen. Der bisherige Verlauf der Sitzung, deren Ende unabsehbar ist, hat bereits vier Ehrenaftären im Gefolge.

$ a) Der Sprechbereich von Gießen und Alsfeld na chden! Meinlanden und Westfalen genügt zurzeit nicht den Bedürfnissen des Geschäftsverkehrs. Die Kammer hat daher seine Ausdehnung aus einige weitere Jn- dnstrieplätze beantragt und mit Rücksicht aus die starke Belastung der Fernsprechlinien Gießen-Frankfurt a. M. und Frankfurt a. M.-^löln die Herstellung einer direkten Linie Gießen-Köln in Anregung gebracht, da sich dann eine wesentliche Erweiterung des hiesigen Sprechbereiches ermöglichen läßt. Gleichzeitig hat! die Kammer u. a. die Ausdehnung des Alsfelder Sprechbereichs auf einige kurhessische Orte, sowie die Einbeziehung der Orte Bermutshain und Lichenroth in Vorschlag gebracht.

Auf eine Beschwerde wegen Beschädigung von Guß­waren beim Aus- und Umladen auf der Station Gießen wurde der Kammer mitgeteilt, daß diese Be­schädigungen in der Regel beim Rangieren der Wagen entstünden und daher nicht immer zu vermeiden seien; bei eigenem Verschulden leiste die Eisenbahnverwalt­ung aber regelmäßig Ersatz.

Ter Mangel einer Vertretung der Kammer im Be­zirks-Eisenbahnrat zu Köln hat sich in der letztens Zeit bei verschiedenen tarifarischen Maßnahmen, die die Interessen des KvmmerbezirkS berührten, unon-, genehm fühlbar gemacht. In Anbetracht der viel­fachen geschäftlichen Beziehungen zu den Rheinlanden hat die Kammer die Entsendung eines Vertreters in den Bezirls-Gisenbahnrat zu Köln beantragt.

In der Sitzung des Bezirks-Eisenbahnrats zu Frank­furt a. M. vom 28. Mai d. I. wurde beschlossen, einen Antrag auf Einlegung eines zweiten Schnellzugpaares Köln-Gießen zu befürworten. Die Kammer hat im Einvernehmen mit der Handelskammer zu Siegen be­antragt, den ersten Zug von Köln vormittags gegen ? 10 Uhr in Gießen eintreffen zu lassen Aum Anschluß I an den Schnellzug nach Hamburg und den Gegenzug im Anschluß an den von Halle-Kassel eintreffenden Schnellzug gegen 6 Uhr abends von Gießen abfahren zu lassen, sodaß er in Betzdorf die Fahrgäste des Schnellzuges Hagen-Betzdorf aufnehmen kann L e) Einem vielfach geäußerten Wunsche entsprechend, L brachte die Handelskammer die Ausgabe direkter Fahrkarten Gießen-Kissingen und umgekehrt in Vor- \\

£ef, 29^Jnli. Das ,Mpz. Tagebl." ist zu der ('rilärulia ermächtigt, idaß Profejlor Has; e nicht im Wahlkreis Dessau auf gestellt werden wird.

genommen. a

Pistolenduell. Wir lesen in der ^Franks. Ztg.", daß gestern vormittag hier zwischen Studenten ein Pistolenduell stattgefunden haben soll. Einer der Gegner soll ungefährlich verletzt sein. Bereits vorgestern abend wurde dieses Gerücht in gewissen Kreisen verbreitet. Man

(Gießen ab 5.50 morgens) an den Zug 213 Frank- erzählte sich, der Verletzte habe eine Beinwunde erhalten, furt a. M.--Elm. Etwas Bestimmtes hat sich bisher nicht ermitteln lassen.

Herstellung eines Anschlusses zlvischen den ZugenI .. $inß Exkursion durch das unterirdische Ä9 Gelnbauft^Gießen^ ' fGießen unteniahm gestern nachmittag Geheimrat Professor

Anschluß dc?Zug^6^ Giehen-En (Gießen Dr. Gassky mit etwa 20 seiner Hörer unter Führung deS ab 5.40 nachmtttagZ) an den Schnellzug Köln-Pcrris. Baumeisters Braubach. An der Mundung der Wieseck m die

Sicherstellung des Anschlusses Gießen-Abendstem- Lahn, von wo die Besichtigung des Hauptsieles ihren Anfang Wetzlar in Abendstern um 8.25 morgens. nahm, verbreitete sich der Leiter unseres Tiefbauamtes über

Sicherstellung des Anschlusses Lollar-Abendstern- Zweck und Art der Durchführung der Kanalisation, Gießen an Abendstern um 6.30 nachnnttags.^ ± worauf die Wanderung im gemauerten Siel von dort aus angetreten wurde, um mit der Benutzung des Einsteigschachtes am Dücker an der Wieseck wieder an das Tageslicht zu kommen. Aber gleich am andern Ufer stieg man wieder in die Tiefe, um an der Kaplansgasse, Ecke Bahnhofstraße, die Exkursion zu beenden. Besonders die Kreuzung an der West­anlage, wo der Schoorgraben unter das Siel hingeführt ist und wo die sinnreiche, aber höchst einfache Einrichtung ge­troffen wurde, dereinst mittels des Wassers der Schoor das Siel durch einen Ueberlauf in dasselbe, wenn nötig, reinigen und spülen zu können, erregte das Interesse der Teilnehmer

iMarburg und Wetzlar eine längere ^8ertau^^^eit beftetyt1

AllSUMö. Ter vorliegende Antrag ist geeignet, den sonntäglichen Ver-

Bier Iain 3 als möglich hin. Sie «einen, Balfour musß L 3 j.anbej§tammet jU Metz erblickt zwischen dem der öffentlichen Memnng nachgeben und stch lcht auf ine Bürgerlichen Gesetzbuches und dem 8 63 des

Seite der Freihändler ftcHen ®d)uti.3«i'nner mußten t und regt die Auf-

dann aus dem Kabinett ausschc,dem Der drescr Kombrnatwi . ^ -g^^ 2 Handelsgesetzbuches an,

ist aber nicht in Betrackst gezogen, daß Chamberlam ebenso h g 8 ° tzaudlungsgehilsen, der durch

zäh an seinem Amte hängt lute fern 0»ße8f »^6'06 »iS- ^l^tiebXXte8 ^004 an der Dienstleistung verhin- marcks es tat. Chamberlain wrrd wahrschernlrch tion feiner die ihm etwa zufließenden Beträge aus der Kran-

Schutzzollpolitik zu retten suchen was zu retten rst und dnrabeni Gehalte nicht abge- sich und die Welt damit vertrösten, datz der Rest spater kem uu^Unfallverstch

wo em Frühstück geboten wurde. Morgen ftuh gehtStein o> haltenen H o l z v e r k ä u f e n a u s d e n h e s s i, ch e n wieder in See. DninanialWaldungen sind außer den verkauften Mengen und den erzielten Preisen auch die Namen und Wohnorte der Käufer angegeben. Von einigen Holzhänd­lern wird daraus hingewie^en, daß eine Veröffentlichung Vrotokoll-Ausiua. Ider Namen der Käufer nicht im kaufmännischen Interesse

Protokoll Auszug. unb bie Unterlassung ihrer Bekanntgabe befürwortet.

Gießen, den 28. Juli 1903. ib schätz sich, dieser Anregung an und wird emen

Anwesend die Herren: Kommerzienrat Koch, Vorsitzen- entsprechenden Antrag an die Großh. Regierung richten.

der; Kommerzienrat Heichelheim, Balser Jhrmg, MtzA g. Tie Handelskammer zu Duisburg hat in einer Ein- Moll, Nowack, Rinn, Röhr, Schirmer, Schmall, Zurbuch, Bc an ben preußischen Herrn Minister der öffentlichen sowie der Syndikus Dr. Knipper. . ----------' --------- o^ww<,wUhuttrt

1 Aus dem Geschäftsbericht ist folgendes mit-

B e r l in, 29. Juli. Man meldet ans M o (Norwegen): Tie ,Zohenzollern" mit dem Kaiser an Bord ist heute abend nach Drontheim in See gegangen.

Die Kaiserin hat dem vaterländischen Frauen- Derein in der Provinz Posen als Bechllfe für seine Hilfs- tätigkeit zum Besten der Ueb erschwemmten 1000 Mark zukommen lassen.

Unter dem Vorsitz des FinanzmiUiiters Frhrn. von Rheinbaben fand heute im Finanzministerium unten Zuziehung von Vertretern der Minister der geistlichen An- aelegenheiten, der Landwirtschaft, des Innern und der öffentlichen Arbeiten eine Beratung über die aus Anlaß der diesjährigen Uebe schwemmunrgen in der Pro­vinz Posen zu treffenden Maßnahmen statt. Für die nächsten Maßnahmen wurde der Betrag von 3000 0 0 Mk. als notwendig bezeichnet, von dem seitens des Finanz­ministers vorbehaltlich der nachträglichen Genehmigung des Landtags sofort 270000 Mk. ä fonds perdu zur Verfügung gestellt wurden, während die Vertreter der Provinz die Gewährung einer Beihilfe von 30000 Mk. ä fonds perdu eiten in Aussicht nehmen zu können. Im übrigen | chte Einverständnis, daß auch hier die Entschließung über die weiter erforderlichen Maßnahmen Vor­behalten bleiben müsse, bis die näheren Ermittelungen über den Umfang des Schadens und die Höhe der erforderlichen Beihilfen zum Abschluß gelangt sind. Wegen der Hoch^- wasserschädeu in der Provinz Brandenburg findet morgen unter Teilnahme des Oberpräsidenten von Potsdam und des Regierungspräsidenten in Frankfurt a. O. eine gleiche Beratung im Finanzministerium statt.

Heute konstituierten sich unter dem Vorsitz desStaats- sekretars Grafen Posadowsky etwa 80 Herren aus Berlin und Umgegend als Reichshilfskomitee zu Gunsten der durch das Hochwasser Geschädigten.! Der Kronprinz übernahm das Protektorat über die Tätigkeit des Komitees. Es sind sofort 35000 Mk. nach, Schlesien, 10 000 Mk. nach Posen und 5000 Mk. der Pro­vinz Brandenburg überwiesen worden.

DerReichsanz." veröffentlicht die Ernennung des Regierungsrats Dr. Stühlmann unter Verlechung des Charakters als Geh. Regierungsrat zum Direktor des Bio­logischen landwirtschaftlichen Instituts in Amani in Deutsch­ostafrika. I Gießen .... ~ ,

Am 30. Juli vollendet der Führer der Freisinnigen I 2. Von der Großh. Regierung ist der Kammer ein Ent- Volkspartei Eugen Richter sein 65. Lebensjahr. Wurf von Bestimmungen, bett, bie Einrichtung und Ueber den äußeren Lebensgang des Genannten bemarkea den Betrieb der zur Herstellungvon Cigarren, wir kurz folaendes: In Düsseldorf, als Sohn eines Militär- Cigaretten, von Rauch-, Kau- und S-ch nupf- arztes Geboren, studierte Richter in Bonn, Heidelberg und tabak bestimmten Anlag en, sowie ein weiterer Ent- Berlin die RÄte, war 18591864 Regierungsreferendar, wurs, betr. die Regelung der Heimarbeit in der Ci- dann Reaierungsassessor in Düsseldorf. 1864 trat er aus garrenindustrie zur Begutachtung übersandt wordeu dem Staatsdienst, siedelte nach Berlin über, wo er journa- Tie Kammer hielt zwar die Ausdehnung der Verordnung listisch tätig war. Seit 1867 Mitglied des norddeutschen, auf die Cigaretten-, Rauch-, Kau- und Schnupftabakfabri- seit 1871 des deutschen Reichstages, seit 1869 des Preußin I kation und die Regelung der Cigarren-Heimarbeit für be- schen Abgeordnetenhauses. Seit 1885 ist er Herausgeber rechtigt, erklärte sich aber gegen einige Bestimmungen der ber ^aeinnnigen Zeitung. Er schrieb:Das preußische Entwünfe, die zum teil als überflüssig und undurchführbar Staatsschuldenwesen und die preußischen Staatspapiere", und die Entwicklung der Cigarren- und- Dabatinoustne direkt ^Das neue Gesetz betreffend die Konsolidation preußischer gefährdend angesehen werden müssen.

Staatsanleihen",Praktische Anleitung zur Gründung und 3. Tie Ortsgruppe Gießen des deutschnationalen Hand- an die Stodtverordnetenver-