Ausgabe 
30.5.1903 Zweites Blatt
 
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Nach einem hier eingetroffenen Schreiben aus dem Ekvilkabinett des Kaisers wird bo3 Kaiserpaar durch anderweitige Reijedispositioneu nicht in der Lage sein, der für September in Aussicht genommenen Enthüllung des Denkmals Kaiser Friedrichs und der Kaiserin Augusta bei­zuwohnen. Ter Kronprinz wird jedoch als Vertreter des Kaisers anwesend sein. Voraussichtlich kommt auch der Großherzog und die Großherzogin von Baden.

Crossen a. £)., 29. Mau Ter Geh. Justizrat Wachs- muth, im Hab re 1848 Mitglied der Nationalversammlung, i£ im 93. Lebensjahre heute gestorben.

Neus, 29. Mai. Gestern fand hier die Feier des fünfzigjährigen Bestehens des hiesigen erz­bischöflichen Konvikts statt, an der Vertreter der kirchlichen und staatlichen Behörden teilnahmen. In einer Ansprache dankte Erzbischof Fischer den Staatsbehörden für das bewiesene Wohlwollen und forderte die Zöglinge auf, sich namentlich in den klassischen Sprachen eine gründliche Bild­ung anzueignen, dabei aber die anderen Zweige der Wissen­schaft nicht zu vernachlässigen. Preußische Gymnasien seien Musteranstalten vor aller Walt. Er hoffe, daß das gute Einvernebmeu zwischen Kirche und Staat ungestört be­stehen bleibe.

Wahlbcwegung.

(i) Laubach, 29. Mai. Donnerstag abend hielt der liberale Kandidat, Kreisrat Tr. Wal lau von Lauterbach, vor einer Versammlung von etwa 100 Wählern, meist Freunden, eine ausführliche Rede, in der er besonders sein Eintreten für die Landwirtschaft bezeugte und dem Abg. Bindewald mit Recht den Vorwurf machte, im Reichs­tag bei dem Zolltarif zu viel gefordert zu haben. Bür­germeister Jochem begrüßte mit Freuden die Darleg­ungen des Kreisrates, bekannte sich jedoch selber zu den Forderungen des Bundes der Landwirte, und meinte, man fahre gut dabei, wenn man recht viel fordere, ob man auch nicht alles erreiche! Auch Pfarrer Fritsch von Ruppertsburg erkannte die feine Art der Auseinanderseüungen des Kandidaten an, tadelte auch an dem Abg. Bindewald, daß er die extremsten Forderungen für dir Landwirtschaft aufgestellt habe, während man doch ,in der Politik sich mit dem Erreichbaren begnügen müsse; «er erklärte jedoch im Auftrag der h ie s i g e n ch r i st- lich-sozialeu Gruppe, daß sie die Kandidatur Wall au nicht unterstützen würde schon im Hin­blick aus die nationalliberale Kampfesart im Wahlkreis Siegen gegen Stöcker, wo die Antisemiten für Stöcker ein­treten. Sanitätsrat Vogel erklärte, obwohl dem Krcisrat befreundet, doch nicht für ihn eintreten zu können, weil die Regierung aus dem Ergebnis der Wahlen sehen müsse, daß die Forderungen der Landwirtschaft nicht im Rück­gang begriffen seien. Im ganzen verlief die Tiskusjion durchaus würdig und schloß mit einem einmütigen Hoch auf das deutsche Vaterland. Bemerkenswert und kenn­zeichnend für den Wirrwarr in den Parteiverhältnissen, ist, daß Freunde Bindewalds, wie Pfarrer Frisch, gegen zu hohe Getreidezölle sind und Gegner Binde­walds und Freunde Wallaus für die extremen Forder­ungen, die auch Bindewald vertritt, sind.

Won anderer Seite wird uns über dieselbe Versamm­lung noch folgendes geschrieben: Auf dem Boden der Handelsverträge, glaubt Tr. Wallau, müsse der künftige Reichstag im Interesse der kleinen und mittleren Landwirte für entsprechend hohe Viehzölle eintreten, was auch der Schwerpunkt für unsere Bauern des Vogels­berges sei. Tr. Wallau sprach sein Bedauern aus, daß «r sich in der christl. soz. Partei, in der er nur Ideale» vermutet habe, so getauscht habe, und erntete mit dieser Entgegnung stürmischen Beifall der Versammlung. Eellarius-Schotten brachte ein mit Begeisterung aufgenommenes Hoch auf Tr. Wallau aus. Mit Ausnahme der beiden christl. soz. Redner, Pfr. Fritsch und Tr. Vogel, war die Versammlung einmütig auf Seiten Dr. Wal laus und hofft, ihm auch zum Siege zu fuhren. Ter Wahlkreis, insbesondere die Land­wirtschaft treibende Bevölkerung könnte sich gratulieren, wenn sie einen Mann wie Tr. Wallau mit seinen Kennt­nissen über alle Verhältnisse des Meises in den Reichstag senden würde.

Heer «nd Flotte.

Berlin, 29. Mai. Das .Militärwochenblatt* meldet: Der Erbprinz von Sachsen-Meiningen ist von der Stellung als Kommandeur des 6. Armeekorps ent­hoben und gleichzeitig zum Generalinspekteur der 2. Armeeinspektion mit dem Standort Meiningen ernannt morden, v. Woyrsch, Generalleutnant und Kommandeur der 12. Division, ist mit der Führung des 6. Armeekorps, Zedler, Generalmajor und Kommandeur der 12. Feld­artilleriebrigade, mit der Führung der 12. Division beauf- tragt worden. ____________________________________

Aus Stadt und Land.

Gießen, am 30. Mai 1903.

Der Wahlaufruf der vereinigten liberalen Parteien lieat unserer beutigen Auslage bei. Er sagt in kurzen und knappen, darum aber umso packenderen und treff- licheren Worten alles, was angesichts des liberalen Sammel­kandidaten zu sagen ist. Der Kandidat der Nationalliberalen und Freisinnigen, Kommerzienrat LouisHeyligenttaedt in Gießen, wird eintreten: 1. für die Aufrechterhaltung des allgemeinen, gleichen, direkten, geheimen Wahlrechts; 2. für Vereins- und Versamm­lungsfreiheit- 3. für den weiteren Ausbau der Ar- beiterschutzgesetzgebung und der Koalitions­freiheit der Arbeiter; 4. für alle Maßregeln zur Er­haltung und Hebung des Mittelstandes in Stadt und Land, des Handwerks und Kleingewerbes, vor allem auch für die Schonung der Steuerkraft dieser Stände und für möglichst geringe Belastung notwendiger Lebensmittel; 5. unter sorgfältiger Berücksichtigung und Schonung derFinanzlage des Reichs für die Erhaltung unserer Wehrkraft und ihre Stärkung, soweit eine foldje sich als notwendig erweisen sollte; 6. für die Interessen derLandwirtschaft, insbesondere für einen Zollschutz innerhalb der durch den Zolltarif gegebenen Grenzen uiid für die energische Abwehr jeder Dieh seuchen ge fahr; 7. vor allem aber sür den Abschluß langfristiger Handelsverträge. Mit diesem Programm wird sich feder, der nicht Sozial- demokrat oder extremer Agrarier ist, ohne weiteres ein­verstanden erklären können. Die erste öffentliche Wähler­versammlung findet, wie wir hören, am wichsten Ton nerstag hier stall, in der unser >candU)at sprechen wird. Eine Diskussion, die ja aua) zugleich überflüssig wird und nur zur zwecklosen Hinausziehung der Verjammlung führen

würde, wirk» nicht flattfmben. Aufs neue hört man von sozialdemokratischen AuSs chreitungen und Exzessen in Wähleroersammlungen anderer Parteien. So erzählt j. B neuerdings derFränk. Kur.":

In Oeichendorf waren etwa 30 Genossen, die zum Teil schon stark betrunken waren, erschienen und zwangen durch wüstenLärm und roheBeschimpf- ungen den Redner, sein Referat abzubrechen. In Banderbach versuchten dieselben Bildungsträger des Zukunftsstaates, das gleiche Ergebnis zu erzielen, allein da kamen sie gerade in dem Augenblick an, wo die freisinnige Versammlung geschlossen wurde. Mit ge­meinen Schimpfworten, Gejohle und Droh­ungen stürmten die Genossen in den Saal, und als sie einer der freisinnigen Redner fragte, ob sie vielleicht Mitglieder des sozialistischen Arveiterbildungsvereins wären, antwortete einer von denen, welche der Well ewigen Frieden und Gluck predigen: a st D e i B a ck e n- zähne numeriert?" Das ist Kauipfesweise der So­zialdemokraten!"

Derartige anmutige Scherze, deren wir hier in Gießen womöglich auch teilhaftig werden können, wollen wir uns ersparen.

* Göttinger Geologen. Geheimer RegierungSral Professor v. Köhnen traf geiiern mit einer größeren Anzahl junger Geologen der Umoequät Güttingen hier ein, um unter der liebenswürdigst übernommenen Führung des Oberbergrats Professor Ehelius-Darmstadt das Gießener Braunsteinberg­werk und das geologisch interefiante Gebiet deS Schiffenbergs m Augenschein zu nehmen und zu durchforschen. Heule be­gaben sich die Herren bahnabwärts zu emer auf mehrere Tage berechneten Exkursion ins Dillthal.

* Ent gleisung. Der Eckgüterzug 6018, welcher 3.45 Uhr hier eintnfft, lief am 29. d. M. ohne Postwagen em. Der Postwagen ist angeblich mit einem Teck des ZugeS in der Nähe von Kirchham (bei Anzefahr) entgleist und erheb­lich beschädigt worden. Die von Cassel kommenden Züge hatten infolge dessen im Laufe des Nachmittags mehr ober weniger Verspätung. Der Paketoerkehr war m der Pfingst- woche außergewöhnlich stark.

* Gemäldeausstellung. Die Kollektion von Robert Büchtger-Munchen bleibt nur noch die Feiertage über aus­gestellt. Von Dienstag an ist die Ausstellung wegen Vor­bereitung einer Ausstellung der Darmstädter Kunst­gewerbler einige Tage geschlossen.

* * Pferdelotterie. Bei der gestern in Alzey stattge­fundenen Pferdelottene fiel der vierte und sechste Hauptge­winn in die Kollekte des Kaufmanns Richard Buch acker hier.

* Sonderausgabe unserer Zeitung. Die voll­ständige gestrige Stummer unseres Blattes und der Teck der heutigen Stummer, in der der Bericht über die Jubiläums­feier des 2. Bataillons steht, wird in größerer Anzahl von Exemplaren auf besserem Papier gedruckt und wird von der Geschäftsstelle des Blattes, so lange der Vorrat reicht, bezogen werden können.

* Berichtigung. Wir berichteten gestern fälschlicher­weise, daß Oberleutnant Giese und Leutnant Frhr. v. Stordeck zu Rabenau die Fahne nach dem Paradeplatze getestet hätten. Diese Offiziere sind vielmehr bei der Fahne beS 11. Ba­taillons angetreten, als btefe mit Oberst von Graevenitz vor bie Front fommanbiert wurde.

- t- Bad Nauheim, 29. Mai. Sein bOjähriges Berufsjubiläum als Buchdrucker feierte am gestrigen Tage bet Buchdruckerelbesitzer L. Wagner, Verleger der amtlichen Bad Slauheimer Kurliste und des ,$ßetterauer Anzeigers*.

Vermischtes.

Prinzessin Luise. Aus guter Quelle wollen die »DreSb. N. Nachr.* erfahren haben, Prinzessin Luise von Toskana werde, da sie sich entschieden weigere, Ailfenthalt in einem österreichischen Kloster zu nehmen, Mitte Juni nach Gianooe übersiedeln. Das neugeborene Töchterchen soll ihr bis zum 6. Lebensjahre verbleiben.________________

Gerichtssaal.

roh. Fulda, 29. Mai. In der heutigen Sitzung der hiesigen Strafkamer saßen auf der Anklagebank die Lehrlinge Eßer, Rehrn, Gothe, Doll und Link, sämtlich von hier, nicht über 16 Jahre alt und nicht vorbestraft. Es wurde ihnen zur Last gelegt, in der Zeit von Januar bis Marz d. I. eine Reihe von schweren Einbruchsdiebstählen, 19 selbständige Handlungen hier und in der Umgegend gemeinsam auf Verabred­ung verübt, dein Eßer außerdem noch, im Zusammenhang mit einem dieser Diebstähle am Abend deS lb. Marz den Schlosser .Georg Rinn aus Gießen vorsätzlich getütet zu haben. Sämtliche Angeklagten legten ein unumwundenes Geständ­nis ab, zeigten indes feine Spur von reuiger Niedergeschlagenheit. Sie verschonten garnichts, kein Bethaus und kein Wirtshaus, feinen Weinkeller und Wurstküche, Waffenhandlungen, Mumtionsdepots und bergt Währenb der eine Teil ausräumte, stand der andere »Schmiere*. Auf Weinkeller hatten sie es besonders abgesehen und den Champagner zogen sie dem Weißwein, Schinken der Rotwurst, Rum dem Slordhäuser, Revolver der Pistole vor. Einen Opserstock im Allerseelenhäuschen auf dem Frauenberg entnahmen ste 74 Pfg., mehr war eben nicht drin. 14 Zeugen und 2 Sachverständige waren geladen. Die Beratung des Gerichtshofs dauerte zwei Stunden. Das Urteil lautete für Eßer auf 6 Jahre 3 Wochen, für Rehm auf 1 Jahr 9 Monat 6 Wochen, für Link auf 1 Jahr 7 Monat 3 Wochen, für Gothe auf 8 Monate 6 Wochen und für Toll auf 3'/. Monate und 6 Wochen Gefängnis. Die Haftstrafen (Wochen) sind ihnen als durch die Untersuchungshaft verbüßt er- lassen.

Eingesandt.

iFür Form und Jnha^ uul. muu oie,er Rubrik stehende? Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Zur ReichStagSwahl!

Sehr geehrte Redaktion!

Tie in Hungen erscheinende »Land-Post* bringt unierm 27. Mai in Nr. 43 unter dem Titel »Bauernbewcgung* einen Bericht, der für Ihre Leser und namentlich für die wahlberechtigten Einwohner unserer Stadt gewiß von Interesse ist. »Befürwortet*, »begeistert sich hiernach doch ein vor Jahren als nationalliberaler Reichstags- fanbibat auf gestellter (allerdings durchgefallener) SJlitbürger für die Kandidatur jlöhler. Mau lese hier und staune:

»Am Sonntag, den 24. Mai, folgte fobann dieser ersten Ver­sammlung (Allcndori a. L.) gleich die zweite und zwar zu Belters­hain, besucht u. a. besonders zahlreich von Gesinnungsgenossen unter Fühnmg des Wahlmaunö Zulauf aus Atzeithain aus den Crt- schäften Atzenhain, Stangenrod, Lunda und auch aus der Stadt Grünberg."

»Sieben Kohler-Hirschel sprach hier unter lebhaftem Beifall der Präsident des lairdivirtschaftlichen Vereins für die Provinz

Oberhesien Herr Oekonomierat Schlencke vom Hardthofl bei Gießen. Er befürwortete in begeisterten Worten die Bauern­kandidatur Köhler und verglich die moderne Dauernbewegung mit dem Bauernkrieg von 1525, der jetzt nicht lässiger wie damals, aber dafür zielbewußter unb allein mit den modernen Kriegs­mitteln, der Agitation und dem Stimmzettel geführt rverdeu müsse.*

So bet Bericht! Gott schütz» ttrtS vor unseren Freunden! Gießen, Wonnemonat 1903.

Gin Nationalliberaler.

«ärtte.

Gießen, 30. Mai. Mark tbericht. Auf heutigem Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 0,851,20 Mk., Hühnereier 1 St. 56 Pfg., 2 Stck. 11 Pfa., (9änfeeier 1112 Pfg^ Enteneier 67Pfg^ Kose ar. Stck. 58 Pf., Kasematte 2 Stck. 56 Pfg., Erbsen pr. Liter 21 Pfg^ Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr.Paar 0,801,00 9JIL, Hühner pr. St. 1.402,20 TIL, Lähne pr. Stück 0,852,30 Mk., Enten pr. Stück 2,002,40 Mk., Gänse pr. Pfd. 5460 Psg^ Ochsen fleisch pr. Pfund 6176 Pfa., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 6066 Pfg^ Schweine­fleisch pr. Pfund 6676 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 6874 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 5272 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 7,508,50 ÜJIL, Weißkraut per Stück 0000 Pfg^ Zwiebeln pr. Zentner 9,0010,00 Mk^ Milch per Liter 18 Pfg. Aepsel per Pfd. 000 Pfg^ in Körben 0000 Pfg. Trauben 0000 Pfg.

Kirchliche Uachrichlen.

Israelitische Religionsgemeinde.

Gottesdienst in der Lhnagoge, Lüdaulage. Montag den 1. unb Dienstag den 2. I um l 1 908.

Wochenfest.

1. Tag: Vorabend 7,45 Uhr. Morgens 8 Uhr.

_ KouftrmatiouSfeter.

Nachmittag? 4 Uhr.

, 2e 2^8.: Vorabend 9,15 Uhr. Morgens 8H0 Uhr. Nachmittags 4 Uhr, peitesausgaug 9,2ö Uhr,

Pcuelle UlelouiMiu

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

Bern, 30. Mai. Ein deutscher Bergsteiger, Haupt» man »Richter aus Dresden, hat die erste diesjährige Besteigung des gefährlichen Petersgrates aus­geführt. Trotz der gewaltigen und besoitders in den unteren Lagen weichen Schneemassen, ging die Tour ohne Unfall von statten.

Wien, 30. Mai. TerN. Fr. Pr." wird aus Ueskueb telegraphiert: Hier wird in ernsten Kreisen die Wtöglich- keit erörtert, daß es zu einem Kriege zwischen Bul­garien und der Türkei komme. Eine Sanierung der Verhältnisse in Mazedonien ohne einen Krieg wird be­zweifelt. Zu einem Angriffskriege fehlt es aber beiden Staaten an der nötigen Kraft. Im Gegensatz hierzu wird angeblich von diplomatischer Seite mitgeteilt, daß die Er­zielung eines Einvernehmens zwischen der Türkei und Bulgarien bevorstehe. Ter Sultan sei geneigt, Bulgarien Zugeständnisse zu machen und habe bereits diesbezüg­liche Instruktionen erteilt. Kaiser Wilhelm übersandte durch den Militär-Attache v. Bülow an Kaiser Franz Josef bie in Deutschland neu eingefübrte Generals-Bluse, die nach dem Körpermaß des österreichischen Kaisers ge­macht ist.

Fort de France, 29. Mai. Ter Mont Peleezeigt von neuem eine zunehmende Tätigkeit. Ter Gencralrat verlangt, daß der nördliche Teil der Insel völlig geräumt werde.

Telephonischer Kursbericht*

. 26.03

93-

94.09

87.% 8% 8V,% ä°/o

Reicheanleibe do.

Konsole do. , .

S7a°/o Hessen . . , 81/i% Oberhessen . . . 4% Oesterr. Goldrente . , 4l/6% Oesterr. bilberrente 4% Ungar. Goldrente . 4% Italien. Rente . . ,

47,96 Portugiesen , . ,

8°/. Portugiesen, . . .

1% C. Türken . . .

Türkenlose.....

4% Grieoh. Monopol.-Anl. 4'/,96 äussere Argentiner

. 209.04 . 185.05 . 186.09 . 147.00 . 154.04 . 146.02 . 14.00 . 189.03 . 213.00 . 172.05 . 177.07

8u/q Mexikaner . . , 4>/,"/, Chinesen . . . Electric, bchuckert . . Nordd. Lloyd . . .

Kreditaktien . . . Diskonto-Konunandit. . Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . , . Berliner Handelsges. . Oesterr. Btaatabahn . . Lombarden Gotthardbahn .... Lanrahütte ..... Bochum ...... Harpener.....

still.

102.35

91.09

102.02

91.08

105.01

100.06

103.00

100.65

101.08

103.09

50.02

82.

33 25

130.08

44.08

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