Ausgabe 
30.4.1903 Zweites Blatt
 
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Reichsanleihe do.

Konsole . do. . .

Hessen

8% Mexikaner . . 4%% Chinesen . . Electric, bei.ackert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit, Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Beniner Handelsges. Gestern Btaatsbahn . Lombarden . , . üottbardbahn . . . Laurabütte . . . . Bochum . . , . . Harpener ....

Tendens: fest

4°/u Italien. Rente . . .

47, % Portugieeen , . .

3°/ Portugiesen. . . .

196 C. Türken . . .

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4% üriech. Monopol.-AnL

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. 92.45 . 101.80 . 101.20 . 103.70

. 104.00

. 51.50

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. 8230

. 132.80

. 44.95

ganz unverkennbar die Gesichtszüge deS Deutschen Kaisers. Cb eS wahr ist, daß der Kaiser über diesen .Architektenwitz*, wie die französischen Zeitungen die Freiheit deS Baumeisters nennen, sehr ungehalten sei und eure Aenderung der Statue befohlen habe, wird sich bald zeigen. Die hiesige Polizei hat einstweilen die öffentliche Ausstellung der zahlreichen photographischen Aufnahmen verboten, nichts- destoweniger wird das Portal mit der oberen Statue in seinem oberen Teil der untere ist wieder mit einem Bretterzäune umgeben für in- und ausländische illustrierte Zeitungen .geknipst^, und schon am Sonntag werden wohl die ersten Bilder erscheinen.

Vergiftet. Nach einer Meldung auS Torgau fand man m einem Zimmer, daS hmter der Wachtstube deS dortigen GarnisonarrefthauscS liegt, den HauSinspektor, Sergeant Re dell, mit einem jungen Mädchen vergiftet auf. Die beiden waren in den Tod gegangen, als sich ihrer ehelichen Verbindung Hindernisse entgegenstellten.

DaS Gerücht von einem Raubmord war am Dienstag abend in Lichtenberg bei Berlin verbreitet. Zu Grunde lag ,hm folgender Vorgang: Lin Bureauvorlteher Ernst D ittmann läßt sich von der ehemaligen Braut des Schlächters Emil Adam die Wirtschaft führen. Adam stellte ihm deswegen auS Eifersucht schon länger nach, lauerte ihm mit seinem Bruder, dem Schlosser Richard Adam, vor seiner Wohnung auf und verletzte ihn so schwer, daß er nach dem Krankenhaus am FnednchShain gebracht werden mußte. Der Ueberfallene erhielt mehrere Mesierstiche m die Brust und den Rücken, außerdem wurden ihm an der rechten Hand, mit der er das Mesier faßte, alle Sehnen durchgeschnitten. Die beiden Uebeltüter entflohen, wurden aber, da Dittmann sic erkannt hatte, in ihrer Wohnung später verhaftet und dem Untersuchungsrichter vorgeführt.

Duellierende Damen. In Moskau fand zwischen der Gattin eines hohen Militärs und der Arztwitwe Marie Wosikow ein Säbclduell statt, in dem die letztere eine schwere Verwundung am rechten Ann erhielt. Die beiden Duellantinnen schieden unversöhnt. Die Ursache des Zwei­kampfes bildete ein Wortwechsel, in dem die Arztwitwe ihre Gegnerin beschuldigte, Beziehungen zu einem jungen Offizier zu unterhalten. Als Zeugen fungierten bei dem Duell Freundinnen der beiden Duellantinnen.

37,-6 Oberhessen .

4-6 Oesterr. Goldrente

4',,96 Oesterr. bilberrente 101.05

496 Ungar. Goldrento . . 122.1"?

. 102.70

. 92.85

. 102.60

Arbeiterbewegung.

Lübeck, 29. April. Der im März begonnene AuSstand der Steinsetzer, Rammer und Hilfsarbeiter ist infolge beiderfetttgen Nachgedenä beendet worden.

Petersburg, 29. April. In Mefched ist wegen emer Brotteuerung ein Voltsaufstand ausgebrochen.

fcettesbttnft kt tsmlüifdjtn gtligionsgtftüfdjafl

Eabbathfeier am 2. Mai 1908.

Freitagabend 7.15 Uhr. Samstag Vormittag 8 Uhr.

Nachmillag 4 Uhr.

Sabbalhausgang 835 Uhr.

Wochenqottesdienst: Morgens 6.30 Uhr, nachmittags 6.30 Uhr, abends 8.35 Uhr.

Schiffsnachrichten.

Red Star Linie.

Der Poftdampfer .Vaderland" der Red Star Linie in Ant­werpen ist laut Telegramm am 27. April wohlbehalten in New- ^)orf angekommen.

des Kongresses statt. , .

Rom, 30. April. Wie eS heißt, soll Kon 1 g Eduard, höchst überrascht durch die geistige Klarheit de» Papstes, geäußert haben, derselbe scheine t>3 und nicht 93 Jahre all zu sein. Am «bcnd übcrbrad)te an päpst­licher Gehettn-Kämmcrcr in der englischen für

: König Eduard eine Photographie des Papstes mit ^ssen eigenbanDtger Unterschrift. Wie verlautet, ha: der Papst mit dem Honig über die Lage der Katholiken in Enßland gesprochen und mit großer Wärme der R'ömgin Bittorta ge­dacht, die er 1846 kennen gelernt habe. Der Papst soll der Hoffnung Ausdruck gegeben haben, daß iVönig Eduard den Katholiken dieselbe Freiheit erhatten werde, wie sie du> elbe unter der Königin Viktoria hatten. Ter,^Lsservatore fiomano" weift darauf hin, daß der Katholizismus ui Gnglant» feit Heinrich VIII. große Fortschritte gemaclst habe. Tie liberale Presse behandelt den Papslbesuch des Känigs kühl und betrachtet ihn als politisch unbedeutend. Ter Besuch des deutschen Kaisers ist nunmehr dem Papst offiziell angemeldet worden. Sogleich nach der An- tunft des Kaisers wird sich Rampolla in die preußisch Gesandtschaft begeben, um den Kaiser willkommen zu heißen. An dem Frühstück, toelttyto am 3. Mai mittags 1 Uhr in der preußischen Gesandtschaft stattftndet, tverdeu der Kaiser und Rainpolla teilnehmen. Um 3 Uhr wird alsdann der Kaiser sich in den Vatikan zum Besuch des Papstes begeben.

Lemberg, 30. April. Ein nachts in Putintynce aus» gebrochener Brand äscherte 227 Wohnhäuser ein. Die vom Brande im Schlaf überraschten Einwohner konnten nur das nackte Leben retten. Zwei Kinder kamen in den Flammen um, zehn Personen erlitten schwere Brandwunden. . c , ,

Taiiger, 30. April. Mehrere Perjonen, bic soeben von Arzila hier ankainen, melden, daß diese Stadt gestern morgen von den Riss-Kabylen unter Raisuli, dem Führer der Beniares, angegriffen wurde, wobei auf beiden Setten mehrere Personen getötet wurden. Die Stadt habe sich qut verteidigt, doch fehlten ihr Munition und Lebens­mittel Der Pascha von Tanger sandte 200 Alaun, 20 000 Patronen und Lebensrnittel nach Arzila Die Flüchtlinge sind sehr erregt, daher ist es möglich daß die Lage nicht so ernst ist, wie berichtet wird.

Mannheim, 30. April. Die Deutsche Petro- leum-Jmportgesellschaft erhöht die Preise um 40 Pfg. pro 100 Kilo. .

Heidelberg, 30. April. Die Bah n ste t «sperr soll nunmehr auch in Baden eingeführt werden, und zwar zunächst auf den Strecken Mannheim-Heidelberg und Heidelberg-Karlsruhe, beginnend mit dem L Juni.

Portsmouth, 30. April. Die Versuchs-Kommis,ion der Admiralität hat mit einem in Australien hergestellten, durch Elektrizität lenkbaren Torpedoboot zu- friedenstellende Versuche gemacht. Es scheint, daß dieses Boot große Vorteile vor den übrigen Systemen hat, da es von der Seite mittels des elektrischen Sttomes zu lenken ist.

M a d r i d, 30. April. In der gestrigen geheimen una der (Dren-Präsidenten des internationalen Aerzte-Kongresses konnte noch keine Eimgung über den nächsten Kongreßort erzielt werden. Da amtliche Ein­

ladungen nickt Vorlagen, beschloß man, in Budapest, Stock­holm, Athen, Amsterdam und Chicago an^ufragen. yer Preis von Moskau fallt M e n t s chi kow vom Pasteurschen Institut zu, der Preis von Paris wurde per Acclama- tion dem Entdecker der Malaria-Infektton, Grasfi, zu- jcfprodicn. Tas Gartenfest im Sckloßpark verlief trotz x4 starken Windes glänzend. Heute fand die Schlußsitzung

Gerichtssaal.

Mainz. 28. April. Der katholische Pfarrer Schön Herr von Sprendlingen hatte sich vor der Strafkammer wegen einer Reihe von Beleidigungen und Anschuldigungen gegen den Bürgermeister Hoffmann und den Beigeordneten schnell zu ver­antworten. Ter Angeklagte stellte den Antrag auf Vertagung, da er eine Reihe wichtiger Entlastungszeugen, auf die er nicht ver­zichten könne, laden müsse. Er nannte die KreiSräte o. Hombergk und Süssen und verschiedene Einwohner von Sprendlingen als Zeugen. Die Erhöhung der Steuern sei ihm in die Schuhe ge­schoben worden, weil daS Schulgeld adgefchafft worden fei. Auch könnten verschiedene Zeugen von seiner weitgehendsten religiösen Duldung Zeugnis ablegen. Dom Vorsitzenden, Herrn LandgerrchtSrat Nees, wurde darauf hingewiesen, daß der Prozeß, der sich schon seit einem Jahre hinschleppe, endlich zur Erledigung kommen muffe. Ter Angeklagte habe genügend Zeit gehabt, die Zeugen zur «teile zu bringen. Pfarrer Schönherr entgeanet jedoch, daß es seinen Bemühungen nicht gelungen sei, einen Verteidiger zu erhalten und sein Antrag auf Stellung eines Offizialverteidigers fei mit der Be-

Telephonischer Kursbericht«

Frankfurt a. H., 30. April 1908.

Neueste Meldungen,

vriginaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

Marburg, 30. April. Der hiesige außerordentliche Professor für klassische Philosophie, Tr. Georg Wenzel ist an die Berliner Universität berufen worden als Nach oloer des vor kurzem nach Königsberg berufenen Pro- essors Heintze. Wenzel wird sofort nach Berlin uber- iedeln, um noch in diesem Semester feine Lehrtätigkeit

fiferTTn, 30. April. Jm Herrenhause haben Frhr. von Manteuffel und Graf Mirbach nach Rücksprache mit bei konservativen Fraktion den Antrag eingebracht, datz die preußische Staatsregierung aufgefordert werden soll, ihren Einfluß für die Kündigung der Handels- Verträge emzusetzen.

Breslau, 30. April. Der außerordentl. Professor für semittsche Sprachen, Dr. Brockel mann ist zum or­dentlichen Professor an der Universität Königsberg ernannt

orünbung abgetönt worben, daß et fich selbst verteidigen könne. Dem Antrag auf Vertagung wurde ftahgegeben und Termin auf den 20. Juni anberaumt. Tie Anklage verttttt Herr 0dettlaatS- Qnroalt Dr. Schmidt, als Nebenkläger bcS Bürgermeisters Hoffmann tritt Herr Justi;rat Görz auf. tM. -rgbl.)

Zandel und Uerkehr. Uolkswittschast

Die Gründung einer Gtukausögeuoffeuschaft deutscher Zigarreuhäubler, welche bezweckt, ihren Mitgliedern gute und billige Tabakfabrikate und sämtliche einschlägigen Bedattsartikel zu beschaffen, sand dieser Tage in Berlin statt. Nach den Satzungen kann Mitglied jeder gesetzlich unbeanstandeteZigarrenhandler werden, der in Deutschland seine» Wohnsitz hat und etn offenes Tetall- oefchöft für eigene Rechnung und selbständig betreibt; ausgeschloffen tnb solche Händler, welche mehr als drei Filialgeschane unter­hatten. Der Geschäftsanteil beträgt 100 Mk. Es wird beabsichtigt, sogenannte GenoffenschaftSmarken einzuführen, die jedes Mitglied beziehen kann. Tie betreffenden Zigarrendeta,lgeschäfte^ welche diese Marken führen, sollen durch Anzeigen, Plakate und Schilder in der Reklame unterstützt werden.

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