in den crMidjen
Heere oes endlich
Lebenskraft. Aber
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Dienstzeit als Büchsenmacher oder Waffenmeister verliehen werden.
urg uni Krobnitz ternahn er eine
stimmig beschlossen, dem zurückgetretenen bisherigen Dmigenten Gustav Kogel emen lebenslänglichen Ehrensold von 3500 Mk. jährlich zu bewilligen.
beiden großen
geistliche Redner die 'Sorte sprechen
Könige und dem Vaterlandc Ätänner, „ stehen, wie Roon", dessen Lebenssunmi ein mittärischer Biograph, der jetzige .xriegsminister " Worte zusammcnfaßt:
„Er war das leuchtende Vorbild SoldatM."
erkrankte. Eine hinzugetretene Lunger bald darauf, am 23. Februar seinem ein Errde. Mit vollem Recht konnte an
Reise nach Berlin, wo er an aschma .cn Beschwerden -y zündm g machte Februar seinem lbmoolen Leben lenen toabc der
Vermischtes.
• Hannover, 29. April. DaS Opfer eines verwegenen Einbruches wurde, was gewiß zu den Seltenheiten in der Kriminalistik gehört, der Gefängnisdirektor Helling vom hiesigen Gerichtsgefängnis. Demselben wurden in der Nacht mittelst Einbruchs auS den Parterreräumen seiner Dienstwohnung am Gettchtsgefängnis die sämtlichen Gold- und Silbersachen gestohlen. Die Einbrecher haben aus einem nach dem Garten gelegenen Fenster das Glas geschnitten und durch die so gewonnene Oeffnung die Fenster von innen geöffnet. Zum Einsteigen haben sie sich dann eines Gatten- tisches bedient, den sie bei ihrem Fortgänge stehen ließen. Der Einbruchsdiebstahl muß in aller Eile ausgefuhtt sein; denn weder der um das Gettchtsgefängnis patrouillierende Militärposten, noch die die Straße von Zeit zu Zeit passierenden Schutzleute haben etwas von den Einbrechern bemettt. Gegen Morgen hat ein Schutzmann die Anzeichen eines Ein- bruchsdiebstahls bemerkt und sofott Anzeige davon erstattet. Inzwischen war bereits der eine Einbrecher, Tischlergeselle Block, wegen seines verdächtigen Gebarens auf der Straße von einem Schutzmann angehalten und zur Polizeihauptwache gebracht. Der Verhaftete trug einen Sack mit Silber- und Goldsachen, über deren Erwerb er sich nicht genügend ausweisen konnte. Block ist ein bekannter Verbrecher, der erst vor einigen Tagen aus dem Gettchtsgefängnis entlasten ist. Er hatte sich im Gefängnis eine Art Vertrauensstellung erworben und wurde, weil er in feinem Gewerbe geschickt ist, zu Arbeiten in den Beamtenwohnungen usw. herangezogen. So ist er auch längere Zeit bei den Renovierungsarbeiten in der Wohnung des Bestohlenen tätig gewesen und hat sich dabei die Ottskenntniste erworben und erfahren, daß die Parterreräume der Wohnung während der Nacht unbenutzt sind. Er hat dem Bestohlenen bereits ein Geständnis abgelegt mit den an den seltsamen Entschuldigungsbrief HüstenerS erinnernden Watten: ,3a, Herr Direktor, ich habe es getan, nehmen Sie es mir nicht übel!" Von den gestohlenen Sachen fehlen noch mehrere Stücke Silber, die vermutlich der unbekannt entkommene Komplize des Block mitgenommen hat.
* St. Johann, 29. April. Ein Straßenkrawall, wie ihn unsere Stadt noch nickt gesehen hat, spielte sich in der verflossenen Nacht hier ab. Veranlassung dazu gab die Schließung des Cafs Continental. Als die Polizei abends um 6 Uhr in dem Lokal erschien, um es zu schließen, war es ge- pftopst voll von Gästen. Der Wirt und seine 15 jährige Tochter wurden als letzte ebenfalls aus dem Lokal verwiesen. Ersterer, der seit Wochen in fieberhafter Aufregung lebt, verlor dadurch zu seinem Schaden die mühsam behauptete Selbstbeherrschung, und suchte Vergessenheit im Trinken. Das Publikum, das entschieden Partei für den Wirt nahm, heftete sich an seine Fersen und folgte ihm durch verschiedene Lokale unter beständigen Hochrufen bis nach Saarbrücken. Von dort fuhr Bruch au den Rat von Freunden in einer Droschke nach Hause, wurde aber von einer johlenden Menge begleitet. Vor seinem Lokale angenommen, promenierte B. dort mit seiner Tochter auf und ab, als er plötzlich von Schutzleuten umringt, gefesselt und fort geschleppt wurde. DieTochter, welche ihren Vater nicht einlassen wollte, wurde von dem Polizeiwachtmeister zur Sette geschleudert und brach ohnmächtig zusammen. Der Transport des B. zur Wache rief eine un g e h eure Erregung hervor. Eine unabsehbare Menge folgte und Pfeifen und Johlen, man sah blanke Klingen durch die Luft sausen, und em wildes Hin und Her wogte die Bahnhofstraße auf und ab. Zum Glück sind ernstere Zusammenstöße nicht vorgekommen; nur ein halbwüchsiger Junge soll bet dem dreimaligen Blankziehen der erheblich verstärkten Polizei verletzt worden fein. Bis Mitternacht setzten sich dte Demon-
standes der Gemeinen und die innigste Verschmelzung von Linientruppen und Landwehr bewies, für die eine bedeutende Vermehrung sämtlicher milttärischen Unterrichtsanstalten und der Rekrutenzahl unerläßliche Vorbedingung war.
Ter französisch-österreichische Krieg in Oberitalten und die damit in Verbindung stehende preußische Mobilisierung am Rhein brachten die Reorganisationspläne zwar zum vorübergehenden Sttllstand. Nach dem Frieden von Villa Franka wurde Generalleutnant von Roon jedoch uiwerzüg- lich nach Berlin berufen, um im Verein mit dem Kriegsminister von Bonin die Umgestaltung anzubahnen. Nachdem die Grundzüge des Planes vom Pttnzregenten genehmigt waren, wurde von Roon, der jüngste Generalleutnant der Armee am 5. Dezember 1859 als der zur Durchführung der Reorganisation Berufenste zum Kriegsminister ernannt
Wie er mit dem Einsatz feiner vollen Arbeitskraft die große Reform in ihren Grundzugen innerhalb eines kurzen Jahres zum vorläufigen Abschluß brache, rote er dann im Verein mit Bismarck in der Konfliktszeit fein Werk, von dem die Großmachtsstellung Preußens aühing, gegenüber der die Mittel verweigernden Landcsvertretung verteidigte, wie er endlich in feiner gleichzeitigen Stellung als Marineminister fortwährend, leider vergeblich auf die Vermehrung der kleinen Flotte drang, gehört der Geschichte an. Wie mufiergiltig sein Wert aber war, zeigte sich schon in der kleinen Mobilisierung gegen Hessen (1862), und während des polnischen Aufstandes (1863), mehr noch aber im dänischen Kriege, wo sich die Mobilmachung mit einer Ruhe und Ordnung dollzoa, die in der früheren Geschichte aller Militärfttutten kein Beispiel findet
Tie Feuerprobe seines Könnens brachte das Jahr 1866. Nachdem am 3. Mai die Kriegsberettschaft befohlen war, standen bereits am 5. Juni acht und ein halb preußische Armeekorps zum Einmärsche bereit an der böhmischen und sächsischen Grenze; und als nach Beendigung des Krieges die Gefahr einer bewaffneten französischen Einmischung am politischen Horizonte heraufzog, konnte der Kriegs- Minister feinem Könige melden, daß die Armee stärker und friegs ber eiter sei als znm Anfänge des Krieges
Trotzdem von Roons Gesundheit unter dem Uebermaß von Arbeit sichtlich gelitten, unterzog er sich nach dem Friedensschlüsse mit gewohntem Pflichteifer der Ausdehnung der bewährlen Mttttärverfafsung auf die Truppen ba ueuerworbenen Provinzen und der Durchführung der
in Groß-Tiiiz bei Liegnitz, feine spätere, im Jahre 1836 geehelichte Gattin, kennen lernte.
Tie Schilderung seiner zunächst nur pädagogischen Tättgkeit in der neuen Stellung und seiner wissenschaftlichen Werke aus dieser Zett würde hier zu weit fuhren. Won allgemeinerem Interesse ist es dagegen, sein wetteres Aufsteigen auf den Staffeln der milttärischen Stufenleiter zu verfolgen. Fast hätte chn eine langwierige Krankheit damals seinem Berufe entrissen, da man dem kaum Genesenen um jene Zett die Stellung des Direktors der Liegnitzer Ätitterakademie anbot Seebäder und eine Reise nach Italien stellten jedoch zum Glück seine Gesundheit wieder her, sodaß der inzwischen zum Major Beförderte seine Tättgkeit int Generalstabe wieder aufnehmen und gleich- zeittg auch dem Auftrage nachkommen Eonnte, den jugendlichen Prinzen Friedrich Karl von Preußen in Geographie und Taktik zu unterrichten. Er begleitete letzteren zu dessen Universitätsstudien nach Bonn, wo er ein inniges Freundschaftsbündnis mit dem berühmten Professor Perthes knüpfte, und nahm in dieser Zeit auch an den Reisen teil, die den Prinzen nach Belgien, Frankreich- der Schweiz und nach Italien führten.
Als 1849 der Aufstand in Baden und der Rheinpfalz ausbrach, wurde von Otoon zum Generalstabschef des ersten Amieekorps der rheinischen Operationsarmee ernannt, deren Oberbefehlshaber Prinz Wilhelm von Preußen, des Teutschen Reiches uacl)maliger erster Kaiser war. Die nahen Beziehttngen, in die er hier zu letzterem trat, und die hohe X'luertennung seiner Tätigkeit durch liefen fällten 9 Jahre spater von den segensreichsten Folgen für die preußische Armee sein. Prinz Wilhelm behielt fortan den inzwischen zum Obersten des 33. Infanterieregiments Qj- nannten stets im Auge, und fand, als die fortschreitende geistige Zerrüttung Fttedrich Wilhelms IV. die Einsetzung der Regenlschaft notwendig machte, alsbald Gelegenheit, die Tienste des ausgezeichneten Mannes in der wichtigsten Angelegenheit des preußischen Staates in Anspruch zu nehmen.
Im Juni 1858 wurde nämlich der inzwischen zum Generalmajor in Posen Beförderte gelegentlich einer persönlichen Meldung in Babelsberg Dom Prin^Regenten auf* gefordert, eine Denkschrift über die Reorganisation der Arniee auszuarbeiten, die von dem Beanstragteli schon am 24 1858 überreicht wurde unb in welcher er prinzipiell
dis 9totmcnbigEeit einer Verstärkung der Kobres an Offizieren unb Unteroffizieren, eine Vermehrung des Präsenz
Pferden auf den Beinen.
Mit Recht konnte Kaiser Wilhelm I feinem nach der Schlacht von Sedan ausgebrachten To seinem Minister das höchste Lob spenden. „Sie Haber nser Schwert ae- schärft", und wohlverdient waren die chsten El)ren, die der dankbare Monarch, der Reichstaind das deutsche
preußischen Bewaffnung und Ausbildu auf die süddeutschen Kontingente. Im Frühjahr 1870 inte er auch dieses Werk als abgeschlossen betrachten. W<ze Monate daraus sand die gallische Herausforderung i donnerndes Echo von ben Ufern des Rheins. Mit der H stsion eines künst- liehen Uhrwerks vollzog sich, dank ns Tätigkeit, die in der Nacht vom 15. znm 16. Juli 187 ngeorbnete größte Mobilmachung, welche die Welt gef n Aus tiefstem Frieben aufgeschreckt, eilten die Rest sten und Land- wehrmänner zu den Fahnen, und de August hatte Deutschland zum Schutze in dem ihm gedrängten Kriege eine Armee von 1 200 000 Mann mit er Viertelmillion
strattonen gegen die Polizei sott. Gegen oen per heute früh nach Saarbrücken transportiert wurde, soll Anklage wegen Landfriedensbruch erhoben werben. Der Polizeiwachtmeister Mardion wäre übrigen» beinahe gelyncht worden. Er wurde von der Menge umringt, U Boden geworfen und mißhandelt. Ter Janhagel aus )rei Städten war zusammen geströmt. Die Polizeimann- chasten zogen wieder wiederholt blank V i eie wurden verwundet und inhaftiert. (Frks. Ztg.")
• Dr. Stöcker unb der Spiritismus. Aus Berlin wirb berichtet: Ter frühere Hofprediger Dr. Stöcker veröffentlicht eine Erklärung über feine Stellung zum SpitttiS- mus, in bet er sagt, baß alle Erscheinungen bes SpinttsmuS ich burch ein gesteigertes ober krankes Seelenleben erklären affen. Man sollte die Bezeichnung .SpinttsmuS' überhaupt aufgeben unb an besten Stelle von .Hccultismus' reden. Tenn baß hier verborgene Kräfte im Spiel finb, bie wir noch nicht ergrünbet haben, leibet keines Zweifel. »Was mich bewog," erflärt er weiter, ,bem Sattlismus in Berlin entgegenzutreten, waren schwere Erfahrungen, fo ein Selbst- mord unb eine Ehescheibung. So war nur bie Teilnahme an einer Sitzung der Rothe lediglich em Mittel, ben Spitt- tismus kennen zu lernen'.
• Angriffe auf einen Ofsizitr der Spanbauer Garnison machten es nohvenbig, baß bidec zur Waffe griff. Ein Garbeleutnant befanb sich in Beglei mg zweier Damen unb eines Kindes gegen 11 Uhr auf bin Heimwege unb mußte in einer engen Straße an einer iGruppe Menschen vorüber, bie argen Unfug trieben unb f t bie ganze Brette des Bürgersteiges besetzt hielten. Als be Offizier mit seiner Begleitung in ihre unmittelbare Nähe fa , würbe er plötz- lich von einem Burschen mit aller Kraft mgerempelt, sodaß der Offizier taumelte. Nach diesem Anciff zog er blank unb brachte einem ber Strolche Verletzuften bei. In biesem Augenblick sagte ein zu ber Gruppe gchttges Frauenzimmer zu einem ber Excebenten, er möge zurHolizei gehen unb gegen ben Ofsizfer Hilfe herbeiholen. !cr Angerebete er- widette barauf: .Ich bin ja so verruM, mir glauben sie ja boch nicht; wenn ich zur Polizei geh behalten sie mich gleich bal" Inzwischen war ein Revieriächter herbeigekom- men unb bie Strolche ergriffen nun bie flucht. Zwei wurden aber gefaßt unb zur Wache gebrach Der Verletzte, ber ben Angriff auf ben Offizier verübte, i entkommen, feine Persönlichkeit konnte noch nicht festgestellhverben.
' Das Pfeifen im Theater iß ürzlich Gegenstand einer erregten Debatte gewesen. Im Nü berget Stabttheater war währenb einer Vorstellung auf b Gallerie gepfiffen worben, ein Zeichen bes Mißfallens, b; bem energischen Theaterdirektor nicht gefiel. Er ging ai bie Gallette, stellte bie Pfeifer zur Rebe unb verbat sich sehcheutlich biefe pfeife- ttsche Tätigkeit. Darob gab es in Preffeind Stabtvertretung erregte Debatten, unb bie letztere beatragte sogar, bem Direktor eine „Verwarnung" zu geben, btefen Vorfall er- innert ein anberer. Der in ben siebzige Jahren verstorbene Theaterbirektor Nachtigal war besonder in ben größeren Provinzialstäbten Schlesiens eine sehr bannte unb gern gesehene Persönlichkeit. Eines Tages berichtigten Breslauer Stu beuten, bie sich in ben Fetten besten, Nachtigal auS- zupfeifen, weil er ihnen ben Eintritt inLhealer verweigert hatte. Die Ursache hierzu war folgt*: Die Stubenten hatten aus purem Uebermut an einem 'dniereabenb im Gedränge einen Hunb mit inS Theater gimuggelt unb baS Tier währenb ber Vorstellung öfter gcziLt unb gekniffen, so ’ baß burch besten Geheul bie ganze Vorftung in Frage gc- > stellt würbe. Infolge bieses Scherzes rtbe ben Stubenten . der Eintritt verweigert. Die Musensöh« schworen Rache. ■ Nachtigal, selbst ein vortrefflicher Sängcimb Darsteller, trat ' als Tanereb auf. Da, ein Zischen empfgt ben sonst burch 1 Applaus verwöhnten Sänger, dieser ftui beginnt nochmals ; — lautes Pfeifen unb Zischen ist bi Antwort. — DaS ° Publikum nimmt Pattei für ben Gekrciftn, unb es finb alle ° Bebingungen für einen anftanbigen Thi'rskandal gegeben, - als Nachtigal bankenb, als sei ihm eine uszeichnung zuteil
Volk auf seinen Scheitel häuften. T
Grafenstand Erhobene, nach zedern „
Kriege mit einer erheblichen Totativ K'dachte, widmete auch nach dem Frankfurter Frieden tx geeinigten Deutschen Reiches seine gan die Hand, die ui den bewegtesten = m so sicher die Zügel des milttärischen Regiments ge rt hatte, begann allmählich zu erlahmen. Der Kaiser, dr am L November 1873 dem Siebzigjährigen noch de Xarschallstab verliehen hatte, willigte am 9. Novemr 1873 schweren Herzens in den Uebertrüt seines Pal^s in den Ruhestand. „
Sechs Jahre war es dem grei;en ttrichall noch ber» gönnt, sich der wohlverdienten Ruhefu erfttuen, der er sich auf seinen Gütern Neuhof bei bei Görlitz hingad. Jrn Februar 1879
Aus Stadt und Land.
Gießen, 30. April 1903.
- Bataillons-Besichtigungen. Heute sinbtt bie Besichtigung beS 3. Bataillons unseres Regiments burch ben Bttgadekommanbeur Grafen Kanitz unb ben Regiments- kommanbeur Oberst v. Gräoenitz statt. Nächsten Samstag wirb ber kommanbierenbe General Exz. v. Linbequist zur Regimentsbesichtigung hier eintreffen.
z Von ber Jagb. Mit bem 1. Mai beginnt bie Hegezeit für Schnepfen, Brachvögel, Trappen unb Kiditze, sie enbet am 30. Juni. Vom 1. Mai an ist bie Jagb auf ben Rehbock offen.
(:) Dutenhofen, 29. April. Einem längst empfundenen Bedürfnis wird int Laufe dieses Jahres entsprochen werden, das nicht allein unferm im Emporblühen begriffenen Orte, sondern auch den benachbarten Gemeinden Allendorf, Lützellinden und Atzbach große Vortette gewähren wird. Unsere Gemeinde hat nämlich mit der Eisenbahn-Direktton Frankfurt a. M. einen Vertrag abgeschlossen, wonach letztere den Haltepunkt Dutenhofen zu einer Haltestelle mit Güterverkehr erweitert. Als Gegenleistung zahlt die Gemeinde zu den Kosten der neuen Einrichtung einen Bar zuschuß von 15 000 Mark unter gleichzeitiger kosten- und lastenfreier Stellung des zu den Erweiterungsbauten erforderlichen Geländes.
§ Butzbach, 29. April. Beim hiesigen Bataillon fand heute durch ben Regimentskommanbeur unb zwei weitere Militärs eine ökonomische Musterung statt, welche zur großen Zufttebenhett ber Vorgesetzten aus siel.
R. B Darmstadt, 29. April. Das plötzliche, auf so traurige Weise erfolgte Ableben des Vortragenden Rates im Ministerium des Innern, Abteilung für Medizinal-An- gelegenheiten. Geh. Ober-Medizinalrat Dr. Kr außer, begegnet hier in allen Kreisen aufrichtiger Teilnahme. Dr. Kraußer war, wie schon berichtet, Mitte voriger Woche beim Abspringen von einem Wagen der elektrischen Sttaßenbahn so unglücklich zu Fall gekommen, daß er sich eine schwere Schädelverletzung zuzog. Obgleich am Sonntag noch ein operativer Eingriff vollzogen wurde, gelang es der ärztlichen Kunst nicht, den Verunglückten am Leben zu erhalten; er ist heute nacht der schweren Verletzung erlegen. Dr. Kraußer war neben seinem Dienst im Ministerium auch außerordentlicher Professor der Pharmakognosie an der Technischen Hochschule und erfreute sich allgemein der größten Hochachtung und Beliebtheit; er stand erst im 54. Lebensjahre. Die amtliche „Darmst. Ztg." widmet dem Verblichenen einen warm empfundenen Nachruf unb sagt il a.: Mit ihm ist ein hochverdienter Beamter und ein sehr tüchtiger Lehrer aus diesem Leben geschieden, der eine sehr ersprießliche Tätigkeit zum Wohle ber von ihm vertretenen Sache entfaltet hat. Wette Kreise unserer Stadt und des Landes bedauern tief den als Folge eines Unglücksfalles eingetretenen vorzeitigen Heimgang des als Beamter und Mensch gleich hochgeachteten Mannes! Ehre seinem Andenken!
- Frankfurt a. M., 29. April. Der Verein zur Bekämpfung der SchwindsuchtSgefahr für die Provinz Hessen- Nassau und Fürstentum Waldeck, der heute hier seine General- Vett'ammlung abhiett, nahm nach einem Referat des Sanitätsrat Dr. Obettüschen aus Wiesbaden einen Antrag des dortigen Zweigvereins an, betreffend die Errichtung einer Heilstätte für tuberkulöse Kinder und beschloß bie ©Übung eines vor- beratenben Komitees. Ferner würbe bie Einrichtung von Polikliniken unb Pflegschaften in kleinen «Stabten unb auf bem Laube nach einem Referat bes Lanbrats Dr. Schröber aus Kaffel beschlossen. Den Verhanblungen wohnten ber Ober- präsident von Zeblitz-Trützschler, ber Wiesbabener Regierungs- präfibent Hengstenberg, bie Polizeipräsidenten von Frankfurt und Wiesbaden bei.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Die Generalversammlung der Frankfutter Museums-Gesellschaft in Frankfurt a. M. hat ein


