Ausgabe 
29.12.1903 Zweites Blatt
 
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Berlin ließen sich nur zwei Drittel (1902 66,9 1901 66,8 v. H.) aller rein evangelischer Paare kirchlich trauen.

* Einem schweren Verbrechen ist man in Elt» mannshausen (Reg.-Bez. Kassel) auf die Spur gekommen. Vor einigen Tagen ist dort in einer Stube, in der sich zwei Kinder befanden, ein Brand ausgebrochen; das eine Kind wurde als Leiche aus dem brennenden Raum herausgeholt, das andere wurde gerettet, hatte aber schwere Brandwunden erlitten und mußte nach Eschwege ins Krankenhaus gebracht

D. Rockefeller sen., der Großvater des neugeborenen Kindes, hat erklärt, daß er den grüßten Teil seines unermeßlichen Vermögens seiner Enkelin vermachen werde. Während der letzten zehn Jahre hat das Vermögen der Rockefeller sich beträchtlich vermehrt; wie behauptet wird, ist es von 600 000 000 Mark auf 4000 000 000 Mark gestiegen. Wenn dieses Vermögen fortsahren sollte, sich im selben Verhältnis M vernnehren, könnte die kleine Abby im Alter von 60 Jahren über die Kleinigkeit von 349 424 000 000 000 Mark verfügen.

Vermischtes.

Paris, 28. Dez. In Qessure, Departement Aveyron, explodierte vor dem dortigen Pfarrhaus eine Dyna- mitpatrone, wodurch das Gebäude zum Teil zerstört wurde. Menschen sind nicht zu Schaden gekommen.

* Wien, 28. Dez. Wegen Fallit-Erklärung beging heute der Inhaber der Seidenfirma Moritz Lunger einen Sel bstm ordversuch, der mißglückte. Wie die ,F. P." meldet, belaufen sich die Passiven auf 7 50 000 Kronen. Beteiligt sind Wien, Berlin, Crefeld, London, Paris, Lyon und Zürich.

Zeitungs-Jubiläum. Die illustrierte Damen- und ModezeitungDer Bazar" beginnt am 1. Januar ihren 50. Jahrgang. Die Jubilarin hat den Ruhm, seit 50 Jahren als Herold der Mode die beliebteste Damenzeitung Deutsch­lands zu sein. Die treue Gunst des Publikums in dieser langen Zeit verdankt sie ihrem steten Bestreben, den Abonnen- tinnen nützlich zu sein: durch frühzeitige Darbietung der i allerneuesten Moden in zahlreichen Toiletten von einfacher Eleganz mit Naturgrößen Schnittmustern unb durch eine Fülle stilvoler Handarbeiten mit leicht faßlichen Anleitungen zum Nacharbeiten. Die feinsinnig redigierten Unterhaltungs- Nununern enthalten fesselnden und belehrenden Lesestoff. Der Bazar" gewährt den Abonnentinnen aus Anlaß des Jubi­läums eine außergewöhnliche Vergünstigung dadurch, daß er ihnen fortan seine rühmlichst bekannten ausgeschnittenen und gebrauchsfertigen Schnitte zum Preise oon nur 10 Psg. franko liefert, die den Nichtabonnenten mit 75 Psg. pro Stück be­rechnet werden. Abonnentinnen, welche diese Vergünstigung benutzen, erzielen damit eine Ersparnis, die der Ausgabe für das Abonnement gleichkommt.j

Die Zahl der evangelischen Taufen und Trauungen zeigt, wie dieStatist. Korresp." auf Grund der von den preuß. Konsistorien ausgenommenen Listen mit­teilt, auch im Jahre 1902 im Vergleich zu der Anzahl der Lebendgeburten und bürgerlichen Eheschließungen eine erfreu­liche Höhe. Auf 100 Lebendgeborene aus rein evangelischen Ehen kommen 96,55 (1901 96,18), auf 100 Lebendgeburten aus evangelischen Mischehen 95,02 (94,96) und aus 100 uneheliche Lebendgeburten evangelischer Mütter 85,07 (84,89) evangelische Taufen. Auf 100 bürgerliche Eheschließungen rein evangelischer Paare wurden 93,60 (1901 93,52) aus 100 bürgerliche Eheschließungen evangelischer Mischpaare wurden 91,69 (91,94) evangelische Trauungen gezählt. In

befand sich kürzlich am^ibcnb auf dem Heimwege. Tu fiel plötzlich ein Schuß. Da er das Geschoß vorbeisausen horte, mußte er wohl annehmen, daß es ihm gegolten habe. Die Untersuchung wird wohl Licht in die my^riose Angelegen­heit bringen.

ß Aus demOhmtale,28. Dez. Eine eigenartige Christ gäbe wurde gestern den Bewohnern verschiedener Ort­schaften unseres Tales beschert. Drei junge Bur-chen a. s Wieseck gaben in jedem yaiije einen Kalender in rotem Umschläge ab. Das Kalendarium i,: Nebensache und Maske, Hauptsache die Propaganda, die namentlich in tun Artikeln /Xie Religion ist Privatsache uno die Sozial­demokratie eine Religion" undWas die So­zialdemokraten wolle n" zur Geltung kommt- Die anderen Parteien könnten sich fürwahr an oieser Art der Agitation ein Muster abgucken. Hier geschieht aber meist nur dann etwas, wenn eine Wahl vor oer Tür steht, in anderen Zeiten kümmert füg niemand um Parteicmgettgen- hetten.

-t. Ulrichstein, 28. Dez. Heute früh nach 4 Uhr wurde unser Bergstädtchen, durch Feuerallarm erschreckt; es brannte in der Hosraite des Landwir.s :Pilyelrn Schmitt, gerade über dem Fuhrwerk an der Straße nach Bobenhausen zu gelegen, fast genau lstnttr der etile, wo es vor ungefähr 3Va Jahren hier auty g. bräunt haue. Duuy

Mit Beginn lies neuen Jahres 1904

wird die parlamentarische Tätigkeit in Berlin und Darmstadt aufs neue einsetzen und außerordentlich interessante Verhandlungen im Reichs- und im Landtage stehen bevor.

Der Gießener Anzeiger

steht unter den Blättern Hessens mit an erster Stelle in Bezug auf Reichhaltigkeit, Schnelligkeit und Zuverlässigkeit gerade der parlamentarischen Berichterstattung. Ec gewährt ein er­schöpfendes, gut orientierendes Spiegelbild des politischen und wirtschaftlichen Lebens.

Wir bitten, bei unseren Bezugsstellen oder bei der Post sofort zu abonnieren, um Verzögerungen in der Zustellung zu vermeiden.

usw. wieder verkauft wurden. Es liegt im Interesse jeder Gemeinde, möglichst viel Gelände zu besitzen.

-c- Aus der Wetterau, 28. Dez. In Frred- berg tft der Bau eines Steuerkommissariatsge­bäudes geplant, welches 1904 begonnen werocn soll, nach­dem das seitherige Rentamtsgebäude für 70 000 Mk. in den Besitz des Kaufmanns Fertsch übergegangen ist, Zurzett hat das Steuerkormnijsariat gemietete Geschäftsräume in der Bismarckstraße. In Staden hat der Gemeinderat den Plan aufgegeben, das alte Schloß zu Schulzwecken ein­zurichten. Die Gemeinde hat das schloß nebst Gut zu rund 50 000 Mk. erworben. In Ostheim ist der Schulhaus­neubau im Rohbau vollendet. Das Gebäude steht in der Nähe der Haltestelle und enthält 2 Schulsäle und zwei Wohnungen. Mit seiner Vollendung im Herbst 1904 wird die jetzt noch eüiklassige Schute in eine zweitlassige ver­wandelt.

)( Grünberg, 27. Dez. Tas vom hiesigen Ge­sangverein gestern abend in der Turnhalle veranstaltete Konzert erfreute sich eines sehr zahlreichen Besuches; so­wohl die Einzel- wie Chorvorträge sanden eine dankbare Zuhörerschaft, und ein nachfolgendes Tänzchen hielt die Teilnehmer in hetterster Stimmung beisammen.

-t. Schotten, 28. Dez. Die verschwunden ge­wesene Frau I. aus Kauistos hat sich w i e d e r e i n g e - stellt. Ueber die Wiederkunft meldet der frohe Ehemann im hiesigen Blatte folgendes:Ter redliche Finder meines Weibes hat trotz meines Gesuches im Blatte sie mir doch wiedergeschickt. Sie wird ihm hoffentlich für die Kost zu teuer geioejcn sein, was bei mir der Fall schon 32 Jahre war.

8Breungeshain,28. Tez. Der in Tcuristenkreisen bekannte Gastwirt Johannes Appel ist vorige Woche ge­storben. Er Hatto sich zur Heilung eures Hal-geschwu.s in die Gießener Klinik begeben und dieselbe, wie verlautet, zu früh verlass en.

)( Höckersd orf, 28. Tez. Einen Schurkenstreich beabsichtigte apn ersten Weihnachtsfeiertage ein noch bis jetzt nicht ermittelter Mensch an einem hiesigen Einwohner auszuftchren. Dieser hat im Lause des Jat-rus (ein Haus und feine kleine Scheuer neu aufbauen laufen. Während die Weihnachtsglocken die Gemeinde zur Christmette riefen, ging ein Schurke hin, begoß den Giebel der Scheune mit Pe.troleum und zündete ihn an. Seine Absicht sollte indessen nicht zur Ausführung kommen, das angelegte Feuer ging von selbst aus, und das Anwesen blieb vom Abbrennen verschont. Hoffentlich gelingt es, den Täter festzustellen und ihm den gebührenden Denkzettel an- zuhängen.

(-) Merlau, 28. Dez. Eine dunkle Geschichte bewegt die Gemüter unserer Einwohner. Unser Bürgermeister

daß er den nächtlichen Uebersall auf den 'Wier Stein­bach verübt hat. Es fanden sich bet ihm alterlei toaten, Einbrecherwerkzeuge, falsche Papiere usw. Er trug

währenden Kurs gebotene Möglichkeit zur weiteren Aus­bildung sollte desh-alb von denjenigen Malern, Lackierern usw., bie sich im Schriftenzeichnen noch nicht ganz sicher fühlen, nicht versäumt werden. Weiterhin fei nochmals auf die im Januar vorgesehenen Kurse für Sattler im An- jertiqen von Kummeten, für Maler, Lackierer und Weiß­binder, sowie für Schreiner und Glaser im Holz- färben und Leizen, für erstere auch im Holz- und Marmor- rnalen aufmerksam gemacht. Erstmals veranstaltet wird in der zweiten Hälfte des Monats Januar auch ein Meister- kursuä für Wagner, über welchen eine kurze Mitteilung bereits gebratfM wurde. Auf diesen Kurs sei aber nochmals besonders hingewiesen, weil bei dem Besuch desselben jedem entsprechend beruflich ausgebildeten Teilnehmer Geiegen- cheit gegeben ist, das Anfzeichnen der Wagen, sowie nach Wunsch die selbständige Anfertigung eines Last-, Gesihäfls- (ober Jagdwagens usw. zu erlernen; eine Gelegenheit, iveidje strebsamen jungen Leuten so leicht nicht wieder geboten ist. Anmeldungen zu allen diesen unter Anleitung tüchtiger Handwerksmeister veranstalteten Kursen werden von der Großh. Zentralstelle für die Gewerbe in Darmstadt ent- > gegengenommen. _

t. Großen-Buseck, 28. Tez. Tiefer Tage hielten die Mitglieder des israelitischen Kr a n k e n v e r e i n s ihre Generalversammlung ab. Nachdem der Rechner ent­lastet ivar, wurden die Herren G. Zvosenberg als Präsident, F. Wallenstein als Rechner wieder- und S. Meyersech als Kontrolleur neugewählt. Tas kürzlich verstorbene Mitglied Ack Wallelistein wurde gebührend geehrt.

** Klein-Linden, 28. Dez. Durch Vermittlung des Direktors Paseoe non Gießen wurde, wie im vorigen Jahre, eine Weihnachtsgabe für unsere Kleinkinderschule und für eine arme Witwe in Höhe von 140 Mk. gespendet.

k. Lützellinden, 27. Tez. Ter frühere Besitzer des Gießener Braunsteinbergwerks, Fernie, hat uns durch seinen Gerieralbevollmächtigten, Direktor Paseoe, in Gießen, auch zu dem diesjährigen Christfeste wiederum, wie seit einer Reihe von Jahren, reiche Liebesgaben zugewandt. Es er­hielten zum Geschenke unsere Kleiiikinderfchule 100 Mk. zur Bestreitung der laufenden Untoften und eine bedürftige Bergmannswitwe in Hörnsheim 40 Mk. Diesen treuen, langjährigen Wohltätern ist man hier aufrichtig buntbar. Bergelt's Gott!

-i- Friedberg, 27. Dez. Die Stadt hak beider Ver­steigerung des Salzmann'scheu Besitztums Grund­stücke in der Größe von 45,550 Quadratmeter zu rund 35 000 Mark angekauft. Tie früheren Gemeindeverwaltungen hatten sehr oft von den ehemals bedeutenden Ländereien der Stadt große Grundstücke verkauft, um die städtischen Aus­gaben zu decken ohne Erhöhung der Gemeindesteuer. Dabei kam es nicht selten vor, daß diese Grundstücke .nach Jahren von dem Käufer mit bedeutendem Gewinn als Baugelände

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den N a ch b a r ft a a t e n. Beigeordneter Dr. Glas sing in Dar tu­st a d t beabsichtigt, seinen ^.osten in kurzem zu verlassen, oa er für eine selbständigere Stellung in der Verwaltung von Mainz vorgesehen ist. Eiledchi. ist^ die Stelle des Pfandmeisters des BeitreibungKbezirks Friedberg. Jii Mühlheim a. Main schog vor einem Gajlyause ein itember Arbeiter ohne jede Veranlassmtg auf einen aus oem Gastzimmer tretenden Italiener, sodaß iDiefer tödlich verletzt wurde. Er wurde in das Kreis tranken Halls zu Offenbach verbracht, iju er verstarb. Der Attentäter soll, die Schußwaffe in der Hand haltend, gerufen haben: Wer aus dem Wirtshaus komme, lveroe totge.chojsen. In Wiesbaden ift der 19jährige Mechaniker F^itz Tilgrr, ^oh.i eines z .l.zeMmmi.jars nt.feldorf, iejigenvmmen ! worden, der iui Sehtemoer schon ul Frankfurt ver- ijajtet uni) aui jeinen ^eisteszu,.and beobachtet wurde, aber vlU| der Beobachtungsjiatwn elirwichen war. Dian glaubt,

Station. Rian fängt jetzt auch vielfach an, Knechte ohne Beköstigung in den Dienst zu nehmen; solche sind mit einem Icchreslohn von 800 Mark und darüber gedingt worden. Kein Wunder, daß gerade in Betreff der Dienstbotenfrage man viele wohlberechtigte Klagen hört, denn die G e finde - löhne sind in der Tat oft kaum zu erfchwingen.

Marburg, 27. Tez. Tie nächstjährige Jahresver­sammlung des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde soll hier abgehalten werden, well es im nächsten Jahre 400 Jahre sind, daß Land­graf Philipp der Großmütige hier geboren wurde, und aus diesem Anlaß mit der Jahresversammlung eine Gedächtnisfeier dieses Geburtstages verbunden werden soll. Vom Magistrat und von den Stadtverordneten wurde eine Kommission gewählt, die in Verbindung mit dem Vor­stand des Hessischen Geschichtsvereins die vorbereitenden Schritte in der Angelegenheit tun soll.

st Marburg, 2,8. Tez. Die heute abgehaltene Sitzung der Stadtverordnetenversammlung trug einen in hohem Grage interessanten Charakter. Tie hiesige Stadt­verwaltung beab,ick)tigt, im Nordviertel ein rund 2-illäffvgLö 1 . prinhffp ps als e§ fidb einiaermaßeu erholt

EfchMn" halte, U ein Verwandter' kurz o°r dem Ausbruch d--Fe»«-

Schlutup aus Charlottenburg den 1000 Mk. betragenden m der Stube gewesen fei, und das Brüderchen, welches beim 1. Preis. Architetlen aus Marburg hallen sich nicht an dem Spielen sehr laut geworden war, derart gezüchtigt habe, Wettbewerb beteiligt. Jetzt hat nun der Magistrat einem daß der Knabe wie tot zu Boden siel. Die Staatsan- Vertrag zugestimmt, nacy welchem Schlump hier für 2500 rvattschast hatte schon infolge umlaufender Gerüchte die Aus- Mark die Anfertigung der detaillierten Pläne für das Ge- Grabung der Leiche des ersten Kindes veranlaßt, und die bäude übertragen werden soll, während das Letzterei se.-bst » ^iche Untersuchung ergab, daß der Tod nicht infolge der unter der Ober auf, rcht des jiadnschen Bauamtvgehaut wird. i8röanbrounben auch nicht infolge Erstickens im Qualm ein- In einem Rundschreiben an die Stadtverordneten bittet Täal Rundsch " eine

nun der Marburger Architekt Tauber darum, bie;eni getreten ift. Es wurde nun nach ber , 9 Magisrratsbeschluß nicht zuzustimmen, da in Marburg genug Untersuchung eingeleitet, da em Verwandter der Kinder dringend Archilellen seien, welche das Schulhaus bauen könnten, verdächtig ist, den Knaben bei der Züchtigung getötet und Zudem sei der prämiierte Entwurf in den Augen das Feuer angelegt zu haben, um die Entdeckung der Tat der Fachleute eine sehr dürftige Arbeich es wären vereiteln.

bedeutend bessere Entwürfe dabei gewesen. Tie sehr um- @ine gro^c Brandkatastrophe ereignete sich un- fangreid^e Debatte endet damit, daß der Magistrats-I d^r Pere-Marquette-Bahn im amerika-

antrag mit Stimmengleichheit fiel und nunmehr als Staate Michigan. 22 Menschen wurden getö tet,

neuer Aiitrag in der nächsten ^adtverordnetenuer mnmlung Der Unfall ,st auf das Austüfchen des roten

Mn MMuNafjuna über die Wltigk^it der Stadt- Tignallichts durch den Sturm zmückzuführen. Zwei Personen- Verordnetenwahlen in der 3. Klasse wurde ausge- züge fuhren nut gewaltiger Schnelligkeit gegeneinander. Sie sührt, daß der Spediteur Heppe Einspruch erhoben habe, wurden vollständig demoliert. Die meinen von den Toten Rach eingehelider Prüfung wurden sämtliche Wahlen, mit und Verletzten waren aus Grand Raplds.

Ausnahme der des KreisjekretärS Voß, der als Polizei- »Die reichste Familie der Welt. Die amerika- beamtet nicht wählbar fei, für gültig erklärt. | S8(ättev sind gegenwärtig voll von Einzelheiten über

die Familie Rockefeller, die sie für die reichste der Welk erklären; den Anlaß bietet ihnen die Mitteilung, die John D. Rockefeller junior aus New-Pork von der Geburt des ersten Kindes macht. Es ift cm Mädchen und hat den Namen Abby-Aldrich erhalten. Der Petroleumkönig, John

Pfund Lebendgewicht.

Darmstadt, 28. Dez. Prinz Friedrich Eugen zu Solms-Braunfels (geb. 1893), der jüngste Svhu des verstorbenen Prinzen Hermann zu Solms-Braunfels, ist gestern hier gestorben. _ I

Erbach i. Odenwald, 28. Dez. Gestern abend wollte der Landwirt Hofjerberth aus Etzengesäß in Mümling Grum- bach aus dem fahrenden Zuge Frankfurt-Eberbach aus st eigen; er tarn unter die Räder, beide Beine wurden ihm abgefahren. Während des Transportes nach dem Hospttcll hierher gab der Verunglückte seinen Geist auf. , . ,

Aus Rheinhessen, 28. Tez. Der bewahrte Arbeiter Schömbs in Albig stürzte beim Dreschen vom Scheunen- qerüft in die Tenne und brachdasGenick. Els­heim verunglückte der Steinbruchbesitzer Braunbeck.

ch. Aus dem Biebertal, 27. Dez. Der dritte Weihnachtstag ift für viele Herrschaften in Stadt und Land zu einem kritischen Tage geworden, indem an demselben die Dienstboten aus dem alten Dienst aus- und in den neuen Dienst eintreten. Vielfach führt der Tag auch den Namen ,Bündels Geburtstag" oder ^Wandertag", da all­jährlich auf diesen Tag die Bündel geschnürt werden oder gewandert wird. Es sind in den letzten Jahren nicht allein die Dienstbotenlöhne stetig gestiegen, sondern es hält überhaupt oft schwer, in hiesiger Gegend Dienstboten zu bekommen, zumal alle freien Arbeitskräfte den Fabriken zu- cilen. Die Löhne der Dienstmädchen sind daher auf dem Lande eben so hoch wie in der Stadt. Ein erwachsenes Dienstniädchen bekommt mitunter 240250 Mark jährlich und, wie üblich, noch einige Zugaben an Kleidungsstücken oder ein paar Schuhe. Ein Knecht erhält einen Jahreslohn von mindestens 350 Mark und noch darüber bei völlig freier

den herrschenden Frvst war ein solches Glatteis auf den Straßen, daß das Fortkommen dort am Bergesabhang sehr ckjlecht und gefährlich war. Ob es unter den schwierigen obtoalteuben Verhältnissen den eifrigen Bemühungen unserer t'Wiqen Feuerwehr bei dem heftig gehenden Rordwestwiiid gelingen wird, das anarenzeiide Nachbarhaus zu rettem i't Koch fraglich. Stall mrd Sck>euer des Schmitt stnd bereits abgebrannt, das Vieh konnte gerettet werden, die Hühner verbrannten. Ueber die Erllstehungsurj achss rst | noch nichts bekannt geworden. Dieser Brand ist wieder! eine lebhafte Warnung für alle Gemeinden, die noch nicht int Besitze einer Wasserleitung sind! Wäre dte Ulrichsteiner j Wasserleitung schon im Gange gewesen^ so hätte fie jetzt die wertvollsten Dienste leisten köunen.

§ Vom oberen Vogelsderge, 27. Dez. Die Ar- beiten an der seit vorigem Jahre im Bau begriffenen Nebcn- bahnslrecke Gedern-Grebenhain nehmen durch die either fortgesetzt günstige Witterung ihren ungestörten Fort­gang. Im gräflichen Walde, an der Staatsstrabe Gedern- Hartmannshain ist die Holzverladestelle so ziemlich vollendet, an mehreren Stellen werden gegenwärtig mächtige Basalt­felsen mit Dynamit gesprengt. Infolge der vielen Quellen und starken Abflüsse sind eine große Anzahl Durchlässe am Bahnkörper zu bauen. Die Schweinepreise sind noch im stetem Sinken begriffen, die Metzger und Händler zahlen durchschnittlich nur noch 46 bis 48 Pfennig pro