Wetter
am 27. Dez. bis 28.
28.
27.
Sonnenschein
Helt. Himmel
Keer unO Kiotte.
— Freiherr v. Esebeck, Major z. D., zuletzt beim Stabe des 2. Großh. Hess. Dragoner-Regiments (Leib.-Dcag.- Rcgts.) Nr. 24, wurde unter Verleihung des Charakters als Oberstleutnant, mit der Erlaubnis zum ferneren Tragen der Uniform des 3. Garde-Ulanen-Regiments, bei den Offizieren & la suite der Armee angeslellt.
— Wie die „Voss. Ztg." erfährt, werden auch für das Seeofsizierkorps und die höheren Beamten der Marineverwaltung entsprechende Bestimmungen über Abänderungen der Mäntel und Achselstücke er- lasien werden, wie sie für die Armee bereits verfügt find.
— Aus Paris wird berichtet: Vor Kurzem legte der Soldat Dumortier vom 145. Linienregiment seinen Vorgesetzten die Erfindung einer neuen Mitrail lense vor. Man dispensierte Dumortier vom Dienste und stellte ihm ein Bureau für seine Studien zur Verfügung, lehnte aber schließlich nach näherer Prüfung die Erfindung ab. Dumortier ist jetzt nach London desertiert, wo er offenbar seine Erfindung zu verkaufen hofft.
MereoLoLogljche NeovuchNLugerr der Station Gießen._________
Aus Au0t uni) jand.
Gießen, 29. Dezember 1903.
-o-. Langgöns, 28. Dez. Dieser Tage schloffen sich die hiesigen Mitglieder des Deutschen Flotten Vereins zu einer selbständigen Ortsgruppe zusammen. Die Zahl derselben beträgt 75. Zu Vorsitzenden wurden gewählt: Stationsverwalter Schmoll, Bürgermeister Nompf und Lehrer Mann.
Darmstadt, 28. Dez. Heute gegen 12 Uhr wurde in der Nähe des nördlichen Stellwerks der Hilisbrem,er Mager aus Stockstadt a. dch. von dem von F an'sturt kommen- ven Schnellzug .0 über , ahren. Dem Bedauernswerten wurde oer schadet v o l l st ä n d i g g e j p a l-t e n. Man verbrachte ihri in das slädtt.che Llrankmhaus, wo ec nachmittags feinen Verletzungen erlegen ist. Ter Verun- ' glückte hinterläßt eine urau und zwei noch unmündige Kinder.
Darmstadt, 28. Dez. Se. Kgl. Hoh. der Groll - h erzog werden am Niituvoch den 30. Dezember weder Audienzen erteilen, noch Meldungen oder Vorträge cntgegen- nehmem
Niedrigste Temperatur H ö chüe
Kunst und Ailstenschaft.
Königin Elisabeth von Rumänien, die Dichterin Carmen Sylva, die heute, am 29. Dezember, ihr 60. Lebensjahr vollendet, hat einmal einer jungen Berlinerin eine besondere Ausmerkjamkeit erwiesen. Tie Dame, die sie erireute, war Fräulein Gertrud Telge, die Tochter des Hosgoldschmieds, jetzige Frau Amts- richler Dr. Knßmann in Gnejen. Tie Widmung beltand in emem prächtigen Album aus rotem Leder mit dem Namenszuge der Königin in Gold. Das erste Blatt schmückt ein von Carmen Sylva eigeiis verfaßtes und von ihr selbst geschriebenes Gedicht:
Für Goldschmieds Töchterlein.
Rein ist's Gold und rein der Stein, Nur braucht es zartes Ründen, Es kommt erst Seelenglanz hinein Wenn sie Gedanken künden.
Sie haben von der Ewigkeit Geheimnisvolles Wissen, 9lie hat vergänglich Erdenleid Sie ausgelöscht, zerrissen.
Vergessen gibt es nicht, ihr Wert Ist zeitlos, ohne Grenzen, Sie bleiben rein, in Schmutz gezerrt. Nichts trübt ihr Urweltglänzen.
So gehen sie von Hand zu Hand, Wie leuchtende Gedanken, Gleich vornehm, wenn auch unerkannt, Gleich stark beim Schicksalsschwanken.
Rein ist's Gold und rein der Stein, Aus Erdenschatzes Truhen, Drum sollten sie nur Wohltat fein, An reinem Herzen ruhen!
Carmen Sylva.
Bukarest, 22. Mai 1899.
Ardetterveivigurrg.
Berlin, 28. Tez. In einer heute nachmittag abgehaltenen von 2000 Taxamererkutschern besuchten Versammlung wurde eine Resoliilion angenommen, m welcher die Kutscher erklären, aus die Vorschläge der Fuhrherren nicht emzugehen. Im übrigen sind die Kutscher zu Verhandlungen mit den Fuhrherren über den Abschluß von neuen Arbeitsbedingungen bereit.
HerichtsjaaL.
Düsseldorf, 28. Tez. Das Kriegsgericht in Mühlheim a. Ruhr verurteilte den Unteroffizier sinken siey vom 150. Regiment wegen Mißhandlungen Untergebener m über 500 Fallen zu ernem Jahr Gefängnis.
Breslau 38. Dez. Die Strafkammer verurteilte den ehemaligen Reserveleutnant und Rittergutsbesitzer B au cke wegen Betrugs im Rückfall schwerer Urkundenfälschung zu 4 I a h r e 'n Z u ch t h a u s und 6 Jahren Ehrverlust______________
Mainz, 28. Dez. Genoffe Friedberg ^ersucht die „Mainzer Volkszeitung" um Aufnahme folgenden Schreibens: An den Parteioorsland der sozialdemokratischen Partei dahier. Ich lese in der „Mainzer Volksztg.", daß die Parteiversammlung einen Antrag auf Ausschluß ni e iner Person gils der Mainzer Parteiorganisation mit Majorität annahm. Nach § 2 des Organisationsstatuts der sozialdemokratischen Partei kann nur aus der Partei ausgeschlossen werden, wer sich eines groben Verstoßes gegen die Grundsätze des Parteiprogramms oder einer ehrlosen Handlung schuldig gemacht hat. Ueber die fernere Zugehörigkeit zur Partei hat, nach beregtcrn Paragraphen, em Schiedsgericht zu entscheiden, das der Parteivorstand beruft. Ich ersuche daher den Parteivorstand, sofort ein Schiedsgericht im Sinne des § 2 in die Wege zu leiten, welches zu prüfen haben wird, ob irgendwer es wagen darf, mich eines Verstoßes gegen das Parteiprogramm oder einer ehrlosen Handlung zu bezichtigen. Bis zu erfolgtem Schiedssprüche enthalte ich mich jeder weiteren öffentlichen Aeußerung in der Angelegenheit." Dazu bemerkt das Blatt: »Wie uns mitgetellt wird, hat der Mainzer Parteivorstand bereits die Schritte zur Einberufung eines Schiedsgerichts unternommen." (Der Mann wird wohl nach event. Schiedssprüche zu seinen Gunsten dec sozialdemokratischen Partei den Rücken kehren, in der man mit solchen drakonischen Zwangsmaßregeln vorgeht.)
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Die städtische Verwaltung in Mainz beabsichtigt nunmehr auch die am Main gelegene Gemeinde Kostheim einzugemeinden, und dieserhalb haben bereits Verhandlungen stattgefunden. Kostheim hat sich in den letzten Jahren ungemein rasch entwickelt und zählt bereits weit über 6000 Einwohner. —In Wetzlar ist ein Fabrikschlosser freiwillig aus dem Leben geschieden. Seit dem vor zwei Jahren erfolgten Tode seiner braven Frau, die ihn mit 4 kleinen Kindern zurückließ, hatte ihn eine tiefe Schwermut ergriffen. Die Empfindung des zerstörten Familienglücks, die am heiligen Abend manches Menschenherz so lebhaft ersaßt, mag bet dem ordentlichen fleißigen Manne den Anstoß zu seiner Tat gegeben haben. — In einer in Eudorf abgehaltenen Versammlung zur Gründung einer K orn h a usge n oss en scha s t und Errichtung eines Getreidelagerhauses für den Kreis Alsfeld hielt Oehlsen-Dotzelrode einen längeren Vortrag. 24 Herren erklärten sofort ihren Beitritt zu der Genossenschaft und zeichneten eine jährliche Lieferung von zusammen 3000 Zentnern Getreide. — In Groß-Eichen brannte es im Wohnhause des Einwohners Hiserich. Das Feuer griff nut der größten Schnelligkeit um sich. Im oberen Stock hat die Frau, welche einen Garnhandel treibt, ihre Warenbestände lagern. Weder diese, noch irgend ein anderes Stück von Mobilien oder Kleidern konnte gerettet werden. Das Feuer ergriff auch Scheuer und Stallung und legte diese in Äsche. Tie Stachbacwohnung wurde ebenfalls vom Feuer ergriffen. Zwar hatten die hier auf Miete wohnenden ^Leute noch Zeit gehabt, ihre Habseligleiten zu reiten, als das Feuer auf ihre Wohnung übersprang, aber auch diese samt Scheuer und Nebengebäuden sanc in Asche. Die Abgebrannten, bei denen das Feuer ausbrach, {mb nicht versichert. — Eine Strafkammer am Landgericht in Frankfurt am Main itft nach der „Frkf. Ztg." gegenwärtig mit einem Landgercchtsdirektor als Vorsitzenden und vier (sage und schreibe: vier!) Assessoren als Beisitzern besetzt. Tie Assessoren gehören sämtlich zu den jüngeren Jahrgängen, zwei, von ihnen fiub erst in diesem Jahre Assessoren geworden.
Dez. 4- 0,1« C.
ii - 5,5'0.
Wetterbericht vom 28. Dezember.
Verlauf der Willerungvon Sonntag bisMontag
Em umfangreiches Hoch bedeckt Nord- und Mitteleuropa, während ein flaches Tief über Italien lagert. Jn'olgedessen weyen nordöstliche Winde, welche trockenes, zeitweise heileres Froitweuer yervorruien. Tie Wetterlage scheint m den nächsten Tagen feine inertliche Aenderung zu erleiden.
Daher für Dienstag und Mittwoch: Zeitweise heiter, windig, strenges Frostwetter. _ .. . . r Qr m f
Wetterdienst in Gießen: A. Peppler.
| Gedenket der hungernden Vögel!
*• Auszeichnung. S. K. H. der Großherzog haben Allergnädigst geruht, dem Oberlehrer an der höheren Mädchenschule zu Gießen Prof. Dr. Aug. Buch hold das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen.
*• Ernennung. Eisenbahnsekretär Wilker bei der Bekriebsinspektton I Gießen wurde zum Rechnungsrat ernannt.
** Fünfzigjähriges Doktorjubiläum. Morgen, am 30. Dezember, begeht der Professor an der Technischen Hochschule in Karlsruhe, Geh. Hofrat Dr. Meidinger, die Feier seines 50jährigen Doktorjubiläums. Meidinger hat am 30. Dezember 1853 an unserer Universität promoviert. Die philosophische Fakultät hat ihm zur 50. Wiederkehr dieses Tages das Diplom erneuert In weiteren Kreisen ist Meidinger bekannt geworden durch die Konstruktion von Dauerbrennern, die sich bis heute bewährt haben, die Konstruktion einer Eismaschine und besonders durch die Zusammenstellung eines galvanischen Elementes, das in der Telegraphie weite Verbreitung gefunden hat.
Geh. Hofrat Prof. Dr. Heinrich Ate i ding er gehört einer alten Frankfurter, jetzt allerdings dort ausgestorbenen Familie an. Er trieb zwei Jahre bei Bunsen in Heidelberg Chemie und ging darauf nach Frankreich und Englaiid. 1857 habllitierte er sich in Heidelberg für Technologie und wurde 1865 als Vorstand der neu gegründeten Großherzogl. Landesgewerbehalle nach Karlsruhe berufen; 1869 wurde er ordentlicher Professor für technische Physik von der technischen Hochschule, welche beiden Stellen der Treiundsiebzigjährige noch heute bekleidet.
** Eissport. Wie uns von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, dürfte die Eisbahn des Eisvereins bei anhaltendem Frostwetter bereits Mittwoch, spätestens Donnerstag eröffnet werden. Anmeldungen als Mitglied (Jahresbeitrag Mk. 2, Eintrittsgeld Mk. 1) können an der Kasse auf der Eisbahn erfolgen.
** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Nochmals sei auf die morgigen Vorstellungen hingewiesen: Nachmittag 3V2 Uhr „Plappermäulchen", Kmdermärchen in 6 Bildern, abends 8 Uhr: „Zapfenstreich" als Wiederholung der Theatervereins-Vorstellung.
** Kerl kein Schimpfwort. Tie „Alsf. Oberh. Ztg." hatte einen Artikel aus der „Straßb. Post" über Soldatenmißhandlungen abgedruckt, in dem es u. a. hieß, daß ein Schimpfwort wie „Kerl" in der Seele eines ehr- liebenden jungen Mansch en schmerzlich wie ein Schlag auf die Wange brenne. 9tun wird demselben Blatte folgendes geschrieben: Gerade bezüglich des Wortes „Kerl" trifft das nicht überall zu. In unjerer Gegend wie in ganz Lberhefsen hat vas Wort noch den alten Sinn der Tüchtigkeit mit ettvas rauhem Beigeschmack. Es ist dasselbe Wort wie der Vorname „Kari", der ja auch ais Personenname Karle, Karlen in Oberhessen stark verbreitet ist. Ter berühmteste Kerl in die,em Sinn war Karl der Große aus dem Geschlecht der Kerlinger oder Karolinger. Bekannt ist auch bas Wort: „Was iw es e Kerl is, das is e Owerheß".
stadt. Tort hatten nachits die Gr ä siti n en Go etzen einen Kampf auf Leben und Tod mit einem Wahnsinnigen zu bestehen. Am heiligen Abend hatten die beiden alten Damen der Weihnachtsfeier im Haufe eines Oberstleutnants b er gewohnt, waren dann gegen 10 Uhr in ihren Gasthof zuruckgekehrt. Ebenfalls im Dienholdschieu Gast ho, wohnte der aus Hannover gebürtige Student der Nechte Hans Gähde, der zum Besuche feiner Großmutter, der Geheimrätin Gähde, ein getroffen war. Der 22 Jahre alte Student hatte im Haufe der alten Geheimrätin den heiligen Abend verlebt und sich dann gegen 1/211 Uhr in den Gasthof zuruck- begeben. Getrunken hatte er gar nicht. Sein Zimmer lag unmittelbar neben vem der Gräfinnen. Um die vierte Morgenstunde ereignete sich die «grausige Szene. Ein urchtbares Gepolter und Gekrache im Gasthofe hatte die Frau des Besitzers aus dem Schlafe gestört. Sie weckte ihren Mann und dieser stürzte, fast unbekleidet, in den zweiten Stock. Hier bot sich ihm ein furchtbares Bild. Die in das Schlafzimmer der Gräfinnen führende Tür stand angelweit offen, die Türfüllung war zertrümmert und die Wafchkommod'
angelweit offen, die Türfüllung war zertrümmert und die
.......,je zur Seite geschleudert. Aus dem Schlafzimmer heraus ertönten Hilferufe, und als der Gastwirt ein Streichholz anzündete, sah er zum Entsetzen, daß ein Mann im Nachtgewande auf der älteren Gräfin kniete, während die Schwester bewußtlos geworden war. Gähde hatte em blankes Taschenmesser in der Faust und hatte seinem Opfer bereits drei Stiche beigebracht, als Tienhold sich von hinten aus den Studenten, der plötzlich von Tobsucht befalle, war, warf. Nun begann ein Ringen auf Leben und Tod. Der Wahnsinnige hatte den Besitzer mit furckMarec Gewalt am Genick gefaßt und schleifte ihn nun cnK Fenster, um Tienhold aus dem zweiten Stock auf die Straße z,u schleudern. Verzweifelt wehrte sich der Mann und &u rechter Zeit erschien die Gattrn Dieupolds nebst dem Oberkellner, um ein schweres Unglück zu verhüten. Dienhold war aufs äußerste erschöpft, seine Hand blutete, im Kampfe hatte der Wahnsinnige ihm ben Heinen Finger der rechten Hand abgebissen. Aufs neue begann nun der Kampf. Frau Dienhold, der Oberkellner, Der Gastwirt selbst und die Gräfinnen griffen nun mit vereinten Kräften den Wahnfinnigen an. Man rief zudem aus den Fenstern um Hilfe, und nun erschien ein Schutzmann. Eine Polizeipatrouille wurde noch geholt, und nun erst gelang es, den Wahnsinnigen, der sich immer wieder auf feine Gegner stürzte, und dem der Schaum vor dem Munde stand, zu überwältigen und ihn zu binden. Der Unglückliche wurde in Sicherheit gebracht. Aehnliche Anfälle sollen früher bei chm nicht vorgekommen sein, doch sollen Verwandte ersten Grades irrsinnig sein. Bei dem Studenten ist die Tobsucht urplötzlich zum Ausbruch gekommen, denn am heiligen Abend sind nicht die geringsten ausfälligen Anzeichen an ihm bemerkt worden. Die beiden Gräfinnen liegen krank darnieder.
erwogen tocrt>e, vb Frankreich genötigt wäre, Rußland beizustchen, falls Japan und China ju- fammensländcn. Man erinnert an eine Aeußerung tzes rufst chen Gefandien in Peking, der gefügt haben soll wir muffen die japanisckjL Katze reizen, bisste Miene macht, zu beißen.
Kirche uns schule.
__ Der Papst besaht, wie die „Germania" meldet, in bem Motuproprio vom 22. November und dem Schreiben an den Kardmalvikar von Nom vom 8. Dezember eine Reform des Chorals und der Kirchenmusik. Der Papst will die alten traditionellen Melodien des gregorianischen Chorals beim Gottesdienste eingeführt wissen und verlangt energisch die Abstellung unwürdiger Kirchenmusik in den Gotteshäusern Roms.
vermrjet-tes.
* Kassel, 28. Tvz. In d^o ijouior einer Seifenfabrik drangen am Tage zwei Unbekannte ein und raubten eine eiserne Geldtruhe, in der sich Obligationen, Wechsel und mehrere tausend Mark in bar berauben.
* Dortmund, 28. Tez. In Brücherhos ertranken zwei Knaben beim Schlittschuhlaufen.
* Neunkirchen (Bez. Trier), 28. Dez. In der Grube Resen stürzte em junger Bergmann, der sich mit einem Pferde auf der Föcderschale befand, mit dem Pferde, das unruhig geworden war und die beiden Türen der Förder- fchale eingedrückt hatte, in die Tiefe. Der Bergmann sowie das Pferd sind zerschmettert und bis zur Unkenntlichkeit verstü mnielt. — In einer Waldschlucht zwischen Güdingen und Kleinblittersdorf traf der Förster Haas aus Kleiliblittecs- docs mit Wilddieben zusammen, die auf feinen Anruf die Waffen nicht niebcrlegten, sondern auf den Förster feuerten. Dem Förster wurde durch einen Schuß die rechte Hand zerschmettert; außerdem wurde er von den Wilddieben mit Messern arg zugerichtet. Schwer verwundet konnte er sich nach Hause schleppen. Von den Wilddieben ist bisher noch nichts ermittelt.
* Tilling en, 29. Dez. Gestern sind hier an dem Bau von neuen Hochöfen, den das hiesige Hüttenwerk aus- fuhcen läßt, die Arbeiter Jenal mw Gecgen ab g e stür z t unb alsbald geftorben. t,
* Sidney, 27. Tez. In der Daßstraße (der für die Schisfahrt gefährlichen Meerenge zwifchen dem Festlande Australien unb Tasmarna) hat bei Nebelwetter ein Zusammenstoß zw.s^en beni italienischen Schisse „For- luuato Figari" unb dem Melboucmer Personen- Dampfer „Eoogee" ftatigcfunben; beide Schisse haben große £ ab ade erlitten. Ter Kapitän des letzteren und em Matrose wurden g^e tötet. — In Port Adelaide hat ein Zyklon bdemez.den Schaben cnueri(f).et. — Ter Dampfer oes dlocooeuiichen Llvyo „Sophie Eyuriotte" lag auf oer rmßemNhede und ist vermutlich nach Melbourne beordert worben.
* Bitse. Der „Forb. Ztg." zufolge t|t das kriegsgerichtliche Urteil gegen Leutnant Bilse vom 11. November 1903, auf Dienstentlassung und sechs Ntonate Gefängnis lautend, am 23. Dezember vom Kaiser bestätigt worden. In der Bit je-Affäre ist ferner, wie verlautet, die eidliche Vernehmung des Veclags-BuchhündlerS Sattler in Braunschweig auf Ersuchen des ersten Staatsanwalts in Berlin verfugt worden. Bei diejec Gelegenheit wird noch angegeben, Daß an den genannten Verleger in den letzten Wochen nicht weniger als aus fünf östlichen und westlichen Garnisonen des Reiches und zwar aus Offiziers- und Untecosfizlerskreisen Manustcipte zur Drucklegung zugegangen sind, welche Pec- sonen und Vechättnlffe der betreffenden Garnisonen schildern.
* T i e uj r c u c u iD i a t eines a y n sinnigen in der WeiYngchtsnacht. Schauplatz einer grauen» gasten Schreckensszene war in der heuigen Nacht der Dlen- ijvivj-ip ck-ajchof ,^um Frankenbräu" in Dresden-Neu-
Dezember 1903.
V arometer auf 0° reduziert
। Temperatur der Luft
Absolute । Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
28.
2"
752,5
—3,0
3,3
66
6
28.
926
753,8
-5,4
2,4
70
NE.
2
29.
72b
752,6
—8,0
2,2
79
nne. NE.
2


