Ausgabe 
29.10.1903 Zweites Blatt
 
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Märkte.

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Hessen Oberhessenj

in seinen Aufnuhmebedingungen eine ganz neue B e st 1m m u n g I von tieseinschueidender Bedeutung. Dre Ausländer und solche deutsche Studierende, die das Reifezeugnis eines deutschen Gymnasrums, Realgymnasiums odereiner Oberrealschule nicht be^ sitzen, werden zwar, wie bisher, nach Erfüllung besonderer Vor­bedingungen auch ferner immatrikuliert und zur Ablegung der Diplomprüfungen zunächst noch zugelassen, müssen jedoch dre Haupt­prüfung spätestens am 31. Juli 1908 beendet haben. Das hecht, nach der »Frkf. Ztg." mit anderen Worten, daß diesen b eiben Kategorien der studierenden nach dem 31. Juli 1908 keine Ge- leaenhett mehr geboten ist, ihr Studium mit dem Diplomexamen abzuschließen. Für sie ist es also fast zwecklos gewordtti, die Tech­nische Hochschule aufzusuchen, wenn sie srch nicht mit sogenannten Fachprüfungen", die vom L Oktober 1906 an für diese Studierenden eingerichtet werden, begnügen wollen. Mit dieser neuen Verfügung Pird sicherlich eine wesentliche Einschränkung der Zahl studierender

Berlin, 29. Okt. Der Kaiser ordnete unter dem 27. Oktober, dem Tage der Kapitulation von Metz, an, daß der Ersenbahnminister Budde, der bisher Generalmajor a. D. war, zu den zur D i s p 0 s i t i 0 n stehenden Offizieren übergeführt werde. Dies ist mit dem Buch Buddes über die französischen Eisenbahnen im Kriege 1870/71 -in Ver­bindung zu bringen.

Hamburg, 29. Okt. Die wegen Enc verfolgte Frau Schröder aus Harburg tour Straße verhaftet.

Kirchliche Nachrichten.

Hstterdienst drr israelitischen Keligionsgesellschast.

Sabbathfeier am 31. Oktober 1903.

Freitagabend 4.35 Uhr. Samstag Vormittag 8L0 Uhr.

Nachmittag 3.30 Uhr.

Sabbathausgang 5.50 Uhr.

Wochengottesdienst: morgens 7.00 Uhr, abends 4.30 Uhr.

4°/o G riech. Monopol.-Änl. 43.90 47,% äussere Argentiner 41.35

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. 99.50 . 102.10

3% Mexikaner . . . 4V2°/o Chinesen . . . Electric, ßohuekort . . Nordd. Lloyd . . .

Kreditaktien .... Diskonto-Kommandit. . Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . . Lombarden . . . . Gotthardbahn .... Laurahütte ..... Bochum ..... Harpener

Tendenz: fest.

. 91.75

. 113.00

. 104.75

. 210.50 . 195.90 . 145.50 . 153.90 . 163.10 . 142.80 . 16.60 . 190.00 . 238.50 . 189.70 . 200.10

Gerichtssaal.

Essen (Ruhr), 28. Ott. Nach hiesigen Informationen wird purch das heutige UrteU des Reichsgerichts in Sachen Krupp gegen die Rheinische Metallwaren- und Maschinenfabrik das Urteil des Reichspatentamtes, betreffend das E h r h a r d t s ch e deutsche Reichspatent Nr. 95 336 (R0 h rrü ck l a uf g e s ch ütz) insoweit tellweise vernichtet, als es in Uebereinstimmung mit dem

Antrag der Klägerin den Gegenstand des Anspruchs 1 für nicht neu erklärt mrd nur in Verbindung mit dem Anspruch 2 unter Patentschutz gestellt hat. Die Kosten werden gegen einander auf-1

genUnter! chlagung amtlicher Geld e r wurden tn Altenburg der städtische Kassenrendant Meutschke tn Ateusel- witz zu 18 Monaten und Rechtsanwalt Wiegand aus Ronneburg zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. r

Störche in einem Madch enpens r 0 n ate. Em Studentenulk, der den betreffenden Musensöhneu je­doch sehr teuer zu stehen kommt, beschäftigte den Strafsenat des Oberlandesgerichts zu Dresden. Ztoer junge Forst­akademiker hatten am 18. Januar d. I. in Tharandt eine flotte Nacht verlebt und waren, da sie dem Gambrmus tapfer gehuldigt hatten, zu allen möglichen Scherzen und

Schiffsnachrichtrn.

Norddeutsch er Lloyd.

In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz.

Bremen, 28. Okt. (Per transatlantischen Telegraph.) Ter Doppelschrauben-Schnellpostdampfer ^Kronprinz Wilhelm , Kapitän A. Richter, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 11 Uhr abends wohlbehalten in New-Pork angekommen.

Bremen, 23. Oktober. (Per transatlantischen Telegraph.) Ter Doppelschrauben-PoftdampferKöln", Kapitän H. Langreuter, voni Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heiite 9 Uhr niorgens wohlbehalten in Baltimore angekommen. .

Frisch eingetroffen:

Krammetsvögel und Geflügel

Cari Schwaab, Hoflieferant.

UniversUAs-Uachrtchtr». ____________

Darmstadt, 26. Okt. Das Programm der Technischen! Wetterbericht vom 28. Oktober.

Hochschule zu Darmstadt für das Studienjahr 1903/04 enthält »Verlauf der Witterung von D i e n stag br s M i t t w 0 ch. - - ' ' ' - - - - ------ 1 Das westliche Tief dringt ganz langsam ostwärts vor, wahrend

das Hoch im Osten etwas zurückweicht. Heute, früh lagert das Tief mit seinem Kern über England, auf seiner Sud- und Ostsette sind Teiltiefs entwickell, welche, nordsüdwärts fortschreüend, zeitweise dünne Bewölkung Hervorrufen. Das Wetter ist bei meist südöst­lichem Winde trocken und untertags sehr mild. Mr Donnerstag und Freitag ist Fortdauer, jedoch bei kälteren Nachten, wahr-

Limburg a. d. L., 28. Oktober. Fruchtmarkt. Durch­schnittspreise pr. Maller. Roter Weizen 13.50 Mk., alles Korn 00.00 Mk., neues Korn 10.00 Mk., Gerste 0.00 Mk., Haier 7.20 Mk., neuer Hafer 6.20 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk.

München, 29. Okt. Felix Mottl's EngagemeM für bas Hoftheater ist vorbehaltlich der Gwehmtgung[ den Pmnzregenten perfekt. Mottl durfte die nächsten Wagnrrfestspiele im Prinzregenlen-Theater dtrtgierem

L. Birmingham, 29. ^kt. Kaiser Wilhelm ch derBirmingham Post" zufolge durch den brrtifchen Bot­schafter in Berlin ein Handschreiben K0nig Edu ar ds überreicht worden, das sich auf erneu bevorstehenden Besuch des Kaisers in England bezog. Der Besuch soll der Besprechung gewisser wichtiger Fragen dienen, an denen beide Staaten interessiert sind.

Wien, 29. Okt. Sämtliche medrzinch chen und ärztlichen Korporationen und Vereine beschlossen- Resolutionen, worin nicht nur gegen die Angriffe der Ehriftlichsozialen auf die medizinische Wissenschaft und aen ärztlichen Stand Einspruch erhoben, sondern auch das- Bedauern ausgesprochen wird, daß der Statthalter es unter­ließ für die Spitäler und medizinischen Institute etn- zutreten. Die Auftegung in ärztlichen und medizinischen Greifen ist sehr groß. Aton verlangt Genugtuung.

Budapest, 29. Okt. Das in der Konferenz der lrbe- ralen 'Partei vorgelegte Programm brachte eine große Ueberraschung besonders hinsichtlich des viel umstritte­nen Punktes von dem Hoheitsrecht. Dieser Passus erttärt, daß der Monarch die deutsche Kommando- spräche nur aus Grund seiner verfassungsmäßigen Rechte und der Verantwortlichkeit des Ministeriums und nut Zu­stimmung des Reichstags auftecht erhalte und daß dre Legislative dieses Recht abändern darf. Dies be- derttet einen vollständigen Widerruf des be­kannten Armeebefehls. Die Konferenz führte zu einem Zerwürfnis Tiszas mit der Apponyr- GruPPe. r ,.

Budapest, 29. Okt. In Bares wurden neuerdings, zwei heftige Erdstöße unter donnerähnlichem Getöse verspürt. Unter der Bevölkerung herrscht große Auftegung.

Odessa, 29. Okt. Der Beamte der hiesigen Geheim- Polizei Janko, wurde aus offener Straße von einem aus Sibirien entflohenen Verbrecher durch Messerstiche ge­tötet, weil dieser seinerzeit infolge der Aussagen Jankos verurteilt worden war.

Telephonischer Kursbericht*

If'ranktnrt m. 11., 29. Oktober 1903.

Eingesandt.

( Für Form und Inhalt alter unter Vieser Rubrik stehenden

1 Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber

AIUtliflvElDEßUng» keinerlei Verantwortung.)

- Hamburg, 28. Okt. Ju sämtlichen Konditoreien Das ganze Frühjahr und vorigen Winteiwodurch legtM die Gehiljen wegen verweigerter Lohnerhöhung die Arbeit dt« Kana/»^S,Lungen still,chwekgend. Jetzt mede^ ß. ßoo eura e bilfen hielten! bekommen wir eine neue Auflagem der Form, daß uns

-chwe-veretzt wurden « Ä gemacht, durch derart.ge

e u h Ede "eine s'r au 6 = t öte t'und^L P°r,onen 'verletzt, | Störungen ihre Auslagen -c. zur Geltung zu brmgen. B. darunter 6 schwer. Etwa 300 Schüße wurden abgegeben.

Bud a p est, 28. Ott. Infolge des allgemetnerr Setzer- ftreiks in Großwardein haben die dortigen Blätter i^t sch einen auf unbestimmte Zeit eingestellt.

Krieskasten der Redaktion.

(Anonyme Anfragen bleiben nnberückjichtiat.)

F. Z. Der Großvater des neu ernannten Präsidenten des Reichsgerichts, Dr. Gutbrod, rvar Obermeiüer der Metzgerzunft in Stuttgart.

Neueste Melduugeii.

Originaldraytmelduitge» des Gießener Anzeigers.

stoffdeklerdete Schallwand von anderchälb Manneshühe, so--IStreichen anfgeleA. In Stllnrmmg b^chiofftn wie stufenfvrrniq nach hinten abfallende Bodenfläche den den gugendlrchen tztovizen ernes Tl^arandter MadchenHenfro- Blicken des Prchlchums vollständig entzogen werden, an- nats, firr die sie: im ftiUen: eu«: Hefe

derersetts aber audi ans die gewöhnliche Höhe ernporge- eine besondereFreude und lleberrchchnng' zn herellsr. S S Äch siir^ren Chor von eto w« Sie wußten, daß tm Garten ber toafin EchvÄr rn^

hundert Dtann ist ein du^ Schallportieren abschlleßbarer randt als Rajenschimnrk zwer blecherne S^che chr^^t R«uu unter der die obere Rückwand des Orchesterraumes Tre llebernrutrgen drangm nun « das ^iLngrrEstnck einnebmenden Orael veschiassen, sodaß Werke für Soli, Chor ein, beseitigten bte Sträucher und hoben ,,Gevutter Stor^ und -Orchester fa?ls es chrem musikalischen Charakter ent- aus dem Boden. Mit dieser ^ast begabmi fw ftchi

spricht von aunzlich unsichtbar bleibenden MitwirkendenInach dem Mädcherft>euftonat unb pflanzten dort

MMführt wöden tonnen. Diese Einrichtung sowohl, wie wieder auf. Als am anderen Morgen ine jungen Dtodchen die wohltuende Verdunkelung des Saales hat allgemeinen aus süßem Traum erwacht^, bllcllen sie demBruder Ank^a aeftntoen und sich auch akustisch vortrefflich be- Ad^ in dessen schelmisches, Gesrchb Sie eMen nun mit wahrt. 3 Überhaupt verlief das Musikfest sehr ansprechend geröteten Gesichtern zur Peufrmrsmutter wrb tolltm d^- bis auf den letzten Tag, wo die von PH. Wolftum tom- selben das große Erergnrs, daß über Nacht z!E horche vonierte Festmusik zur Zentenarfeier der llni- eiugekehrt seien, mit. Mese war ob des tofen Studmten- v^r iität Heidelberg infolge ihres anthologischen Charak- streiches sehr empört und brachte dre Sache zur

und ihrer gefuckften äußeren Effekte leider den aus- Die übermütigen Forstleute hatten sich atototo t^gen Hau^- asLeickmeten Eindruck verwischte, den man von dem Manne ftiedensbrucl)!es vor dem SchpffOtgericht zu Frerberg zu ttmst erhalten. Großes Interesse erweckte 3t Strauß' verantworten, das sie zu ie dr er Wochen Gefananrs Dail leset"; leider aber befriedigte er wenig, da die verurteille. Auf die beim ^a7rdgerto^.^r erber g emgelegte Cborbehandlung ziemlich unglücklich und die Tonmalerei, Berufung wurde diese strafe btstcckrgt Auch' das Ober­to der das 5-auptgewicht auf die kriegerischen Vorgänge landes-gerrcht sah srch> nrcht veranlaßt, t^r ^^sivn^statt- aeleat ist, übertrieben realistisch sind. Das Heldenleben zugeben. Den Studenten blerbt somit urchts anderes übrig, ^^eii ^Des Helden Widersacher" ist eto Kinderspiel gegen | als ihrenSpaß" hrnterfchwedrjchen Gardrnew zu bereuen. dieses Sausen von Pfellen, Klirren von Schwertern usw. ""

Daß der Chorballade and), wunderbare Schönheiten eigen GutNvÜM'ZtllMg.

sllw, ist bei Strauß selbstverständlich nur treten sie hier Berlin 28. Okt. Der elektrische Schnellbahn­gewissermaßen als Entschädigung für das wilde Tougewühl! bec ^gemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft erreichte heute

der musikalischen Schlacht mll be)anders volkstümlicher Me- Hber Versuchsstrecke BerlinZossen eine Geschwmdlgkert von lodrenfulle und hinreißender Eindr in glich,kell auf. Hervor- 210 Kilometern pro Stunde, die höchste bisher erreichte, gerufen wurde Strauß als jüngster Ech^ndoktor von Heidel-. -------------------

berg natürlich mll stürmischer Begeisterung, wäl)rend sonst' eto wirklich großer Enthusiasmus nicht aufkam.

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Sekiöereitung.

Wenngleich man sich kein richtiges Fest, sei es welcher Art es wolle, ohne Sekt denken kann, und wenn es dem­nach nur noch wenig Personen giebt, welche die belebende Wirkung des Sektes auf den Gaumen und den Geist noch nicht kennen gelernt haben, so wissen doch die wenigsten von ihnen, wie die Herstellung des Sektes eigentlich vor sich geht. Einige Angaben darüber werden daher vielleicht will­kommen sein.

Um einen feinen Stillwein zu erzielen, läßt man die Trauben bis spät in den Herbst hinein an den Reben hängen, damit sie überreif oderedelfaul« werden und ha­bet möglichst eintrocknen. Man erlangt durch diese Spätlese jene konzentrierten Moste, welche in guten Jahrgängen die hochfarbigen, schweren und aromatischen Flaschenweine liefern. Wertvolle Eigenschaften des Produktes sind dabei gewonnen, aber es ist auf Kosten der herrlichen Jugendfrische des Weines geschehen. Von solcher Weinbereitung will die Sektindustrie nichts wissen. Was der Weinproduzent preisgiebt, die Lieb­lichkeit des Traubcnsaftes, um andere Werte dafür einzu­tauschen, das will die Sektindustrie gerade unversehrt er­halten. Die Sonne soll ihn gereist haben, nicht der Herbsl- ÄT; man begehrt die Anmut des Jünglings, nicht die Würde des Mannes. So klar und gesund die edclreise, nicht cdelfaulc, Traube mit ihren schwellenden Beeren aus dem frischen Grün der Reben hervorleuchict, wenn die wohl- thätiae Sonne ihre Schuldigkeit gethan hat, so rein und frisch soll der Beere der köstliche Saft entströmen, welcher bestimmt

ist, als Sekt die Jugend zu begeistern und das Alter zu l verjüngen.

Naht alljährlich die Zeit des Herbstens, so findet die Sektindustrie selbst im Weinlande sich ein, um das Lesen und Keltern zu überwachen, da der Winzer m der Regel wenig Verlangen trägt, diese Arbeiten mit solcher Sorgfalt auszusühren, wie es die Sektindustrie für notwendig hält. Es darf keine vorzeitig faul gewordene Beere an der Traube verbleiben, und etwa vorhandener, nicht recht zur Reife ge­langter Nachwuchs muß ferngehalten werden. Eingemaischt, zerstoßen oder mit der Traubenmühle gemahlen werden die Trauben nicht. Man will so wenig wie möglich vom Safte der Stengel der Trauben in den Aiost gelangen lassen, was beim Einmaischen nicht zu vermeiden wäre. Unverletzt wandern die Trauben auf rasch arbeitende Keltern, um so schnell wie möglich abgepreßt zu werden. Man gewinnt nicht mehr als ungefähr 60 Prozent vom Gesamtgeivicht des Saftes, denn der Rest, der schon Geichmack und Geruch von den Trestern annimmt, genügt den Anforderungen nicht. So erzeugt man Moste, aus denen jene flüchtigen, frischen Weine entstehen, die allein zur Herstellung eines leichten, eleganten Sektes tauglich sind.

Der Kelterungsprozeß geht so schnell von statten^ daß man auch blaue Trauben verwenden kann, denn der Farb­stoff für den Rotwein rst nicht im Safte, sondern in den Beerenhülsen enthalten, worin er bei raschem Abpressen ver­bleibt. Man nimmt sogar farbige Sorten mit Vorliebe, be­sonders solche, welche in die edle Burgunderfamilie gehören, weil diese dem Werne die Grazie der Jugend in besonders hohem Grade verleihen

In der jüngsten Zeit ist es der Firma Chr. Adt. Kupfer­berg & Co., Mainz, gelungen, eine zum Patent angemeldete Mechode auszuftnden, die es möglich macht, die Trauben noch schneller zu entsaften, als dies mit Hilfe der besten Presse geschehen kann, und zugleich die verunreinigenden Säfte der Stengel, sowie die schädlichen Fasern zerrissener Hülsen von dem Moste fernzuhalten. Dieses Verfahren be­steht in der Absonderung des Saftes von den Hülsen, Kernen und Stengeln durch Absaugen der eben nur geborstenen, nicht aber gepreßten Trariben mit Hilfe der Luftpumpe. Das Ergebnis ist ein Wein, der reiner im Geschmack, haltbarer, und der Gesundheit zuträglicher sich er­weist, als das Beste, das man bis jetzt zu erlangen im­stande gewesen.

So entsteht das für die Herstellung des Sektes notwendige Rohprodukt. Da es noch in warmer Jahreszeit gewonnen wird, so hat es dre Neigung, schnell in Gärung überzu­gehen, und deshalb muß es bald auf kühles Kellerlager ge­bracht werden, wo unter Brodeln und Brausen die Um- rvandlung sich beendet. Bei dieser ersten stürmischen Gärung entsteht Kohlensäure in großer Menge, aber das ist nicht die Kohlensäure, deren aufsteigende Perlen im funkelnden Sekt­kelche geschäftig sprudeln. Sie geht vollständig verloren. Hat derNeue" ausgetobt, so muß er noch mehrere Monate einer sehr sorgfältigen Kellerbehandlung unterworfen werden, um im Frühjahre nach vollendeter Klärflng zur Zusanfmen- stellung des Verschnitts (Cuvoe), d. 1. die zur Sektfabrikation dienende Weinmischung, bereit zu sein. 7987

(Fortsetzung folgt in nächster Soiintag-Nummer.)