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29.10.1903 Zweites Blatt
 
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Nr. 254 «rfftetttt täglich außer Sonntags.

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Zweites Blatt« ISS. Jahrgang Donnerstag 2S. Oktober LN03

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Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen WWZ

9r zeigenteil: Hans Beck.

Die Heutige Wummer umsaßt 8 Seite«

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Deutsches Keich.

Berlin, 28. Okt. Zur letzten Abendgesellschaft b e i nr R e i ch s k an z l e r, zu der, wie wir meldeten, ein kleiner erlesener Kreis, Männer wie Adolf Harnack, Rein- hold Begas, Slaby u. a., geladen war, hatte der Kaiser eine noch nicht erschienene, ihm vorher überreichte kunst- kritische Schrift mitgebracht. Sie hat zum Verfasser den 71jährigen Kunsthistoriker und Aesthetiker Geh. Re- gierungsrat Prof. Dr. Karl Justi, Ordinarius in Bonn, bei dem der Monarch auch tvährend seiner Studienzeit in der rheinischen Musenfladt kunstgeschichtliche Vorlesungen gehört hat. Der Kaiser hatte die Schrift bereits gelesen; davon zeugten blaue Anstriche hier und dort am Rande. Rach dem Abendessen bat er den Direktor des Neuen Schau­spielhauses in Hamburg, Prof. Dr. Freiherrn Alfred von Berger, die Arbeit dem Kreise der Gäste vorzulesen. Die Schrift Justis beleuchtet die m o d e r n e Kunstrichtung in scharfer, k r i t i s ch e r W e i s e, ausgehend auch von historischen und ästhetischen Gesichtspunkten. Die Vorlesung dauerte etwa eine Stunde. Unter den Zuhörern befanden sich auch Drau Gräfin Bülow und ihre Mutter Donna ^aura Minghetti. c,

Der Kaiser vollzog heute die Ernennung des Re­gierungspräsidenten in Potsdam, v. Moltke, zum Ober­präsidenten der Provinz Ostpreußen.

__ Der Kaiser verlieh dem Admiral ä la mite des Seeoffizierkorps, Freiherrn v. d. Goltz, durch allerhöchste Kcrbinettsordre vom 28. Oktober die Brillanten zum Groß­kreuz des Roten Adlerordens mit Eichenlaub.

Der Zusammenkunft des Li' a i s e r s mit dem Z a r e n inWies baden wird, wie aus Petersburg gemeldet wird, der dortige deutsche Botschafter Graf Alvensleben bei­wohnen. Die Zuziehung des Reichskanzlers Grafen Bü­low zu der Kaiserbegegnung erfolgt auf Einladung des Zaren. ,, . , .

Das Kaiserpaar machte heute einen Spazier­gang im Park von Sanssouei. Von 10i/2 Uhr ab hörte der Kaiser die Vorträge des Ministers des Königl. Hauses v. Wedel, des Ministers des Innern Frhrn. v. Hamnierstein und des Chefs des Zivilkabinetts v. Luchnus. Mittags empfing der Kaiser den neu ernannten Präsidenten des Reichsgerichts Dr. Gutbrod und den Chef des Marine- kabinetts Frhrn. Senden-Bibran.

DieNordd. Allg. Ztg." berichtet über eine im Reichsamt des Innern zusammengetretene Kom mi ssio n, sie bezwecke den Austausch der Erfahrungen auf dem Ge­biete der Schlachtviehversicherung. Den Vorsitz führt der vortragende Rat im Reichsamt des Innern Eucken-Addenhausen; außerdem nehmen aus dem Reichs­amt des Innern teil die Regierungsräte Beckmann und Dänisch Von den 40 Vertretern der verbündeten Regier­ungen seien genannt die Geheimräte Förster, Pistor, von Knebel-Döberitz, Freusberg und Schrötter aus Berlin, Prä­sident v .Haag aus München, Geheimrat Kunze-Dresden, Regierungsrat Sting-Stuttgart, Geheimrat Krems-Karls- ruhe^_ ber heMgen Sitzung der fünften ordentlichen

Aus Spanien.

Aus Berlin, 28. Oktober, wird uns geschrieben:

Die politischen Nöte, in denen bas spanische Ministerium Villa Verde sich befindet und die bereits das Gerücht vom Rücktritt des Kabinetts auftauchen ließen, scheint König Alfons für vorübergehend zu halten. Sie hindern chn jedenfalls nicot, mit der Frage seines Be­suches an fremdländischen Höfen sich lebhaft zu beschäftigen. Es ist ja auch zweifellos, daß diese Visiten dein Ansehen der Monarchie und der Regierung bei dem für festliche Vorgänge nun einmal empfänglichen spanischen Volk nur förderlich sein können. So wird in der spanischen Presse angelegentlich erörtert die Audienz, die König Alfons dieser Tage dem deutschen Botschafter in Madrid, v. Radowitz, gewährte. Man sieht in ihr den Vorboten einer Reise des Zungen Königs an den Berliner Hof und des Gegen­besuchs KaiserWilhelmsin M a d r i d. Nach unseren an unterrichteter Stelle eingezogenen Erkundigungen dürste diese wechselseitige Visite nicht vor dem nächsten Jahre zu erwarten sein. In diesem Jahre ist somit nur mit einem Auslandsbesuch des Königs von Spanien zu rechnen, dem am Hofe zu Lissabon. Auch! diese Visite wird sich glanzvoll gestalten und ist politisch insofern bemerkenswert, als die Beziehungen zwischen den beiden Pyrenäenstaaten bisher recht kühler Natur waren. Dip Anregung zu diesem Besuch soll von Don Carlos, dem Regenten Portugals, ausgegangen sein. 9Lach Portugal wird der andere Nachbar­staat Spaniens, Frankreich, an die Reche kommen. Der Besuch Königs Alfons in Paris ist für den Mai in Aus­sicht genommen. Er wird wohl die einzige polirische Aktion sein, von der Minister Delcasse, sofern er dann noch im Amt ist, sagen kann:Hierbei habe ich Vorhaltungen und Bemängelungen seitens Liußlands nicht zu befürchten." England ist für Spanien anscheinendneutrales" Land, auch in finanzieller Hinsicht. Damit soll aber keineswegs gesagt sein, daß den Auslandsreisen des Königs von Spanien ein ,,m e t a l l i s ch e r B e i g e s ch m a ck" anhaftet. Portugal steckt selbst tief in Schulden, Frankreich ist von jeher Spaniens finanzielle Stüne gewesen, und in Deutschland finden spanische Titres äußerst schwer Eingang, wie die Madrider Regierung sehr wohl wissen wird.

Nolitische Tagesschau.

Tie Vorschläge der Berliner Miuisterkouferenz.

Man schreibt uns aus Berlin, 28. Oktober:

Von einem Hin- und Her-Orakeln über die Berliner Finanzministerkonferenz wird mit Recht gesprochen. Die Nordd. Allgem. Ztg.", dieNationallib. Korr.", dieBerl. Pol. Nachr." haben der Reihe nach allerlei Mitteilungen über den Zweck der Veranstaltung gebracht, dieSüdb. Reichskorr." steuert einen Beitrag aus Berlin bei, aber nach­dem mau das alles in sich ausgenommen hat, ist man nicht viel klüger als zuvor. Von größtem Wert war aller­dings die von mehreren Seiten gegebene Versicherung, daß eine Mehrbelastung von Tabak oder Bier zur­zeit nicht in Aussicht genommen ist.

Worin bestehen aber dieVorschläge", die von den Vertretern der Bundesregierungen einmütig gut geheißen morden sind? Wir wollen versuchen, diese Frage aus Grund verläßlicher Information zu beantworten. Pro­jektiert sind einekleine" und einegroße" Reichsfinanzreform. Nur die erstere kommt zu­nächst in Betracht, da die F-inanzresorm großen Stiles wesentlich von den Einnahmen abhängig ist, die sich aus dem neue n Zolltarif ergeben. Diekleine" Finanz- reform, die dem Reichstag unterbreitet werden soll, und zwar, wie wir hören, mit öiner Denkschrift über den Einfluß der Reichsfinanzen auf die Bundesstaatsfinanzen, setzt grundsätzlich fest, daß die Einzielstaaten an sogen. Matrikul ar bei trägen, an Beitragen für das Reich, nicht mehr uufMbriirgen haben, als d en Ern. zel- staaten das Reich aus den Zöllen und Ver­brauchs a b g ab en überweist. Es soll durch diese Maßregel die Störung der einzelstaatl ichen Fi- nanzverhältnisse durch Mehranfpruche des Reiches verhindert werden. Andererseits aber soll das Reich - und das ist die Kehrseite ter Medaille für dm ge­schützten Einzelstaaten nicht die U eb er s chuss e an diese letzteren zu vert eilen gehalten sein, dm sich in guten Jahren über den erforderlichen Betrug an Mutritularbeitrugen hinaus ergeben. Diese Ueberschusfe sollen nach Miquelschem Plan gewiftermaßen zu einem Re­servefonds des Reiches gesammelt werden, aus den das Reich in ungünstigen Finanzjahren zurück greisen kann.

Es käme also das Rezept Josefs m Aegypten, in den fetten Juhren für die mageren zu sammeln, auch rn diesem Falle zu Ehren. Der so geschaffene Ausgleich ist an sich nicht übel; er hat jedenfalls den Vorteil, daß er eine stetige und gegen unliebsame Ueberraschungen ge­sicherte Finanzpolitik der Bundesstaaten ermöglicht, und daß er das Reich aus selbständigere tfiipe stellt. Die kleine" Finanzresorm hat den Charakter emeS Provi­soriums. Nach Abschluß der Handelsverträge ,vürde dann diegroße" Finanzreform an die Stelle treten, nämlich eine völlige Reuordnung der dem Reich vorbehaltenen Einnahmen, auf Grund der zu erwarten­den namhaften Steigerung der Z o ll e in t un s t e. Aber die Regierung wünscht schon jetzt die Grundzuge auch oieser Finanzresorm mit dem Reichstag zu vereinbaren, um reinen Tisch zu machen, die Frage der Beziehungen Zwischen den Finanzen des Reiches und der Einzelstaaten einer endailtiaen und einheitlichen Lösung entgegenzufuhren.

Dom Kanal Kompromiß.

Ein Berliner Mitarbeiter schreibt uns unterm 28. Oktober:

Das preußische Staatsministerium ist heute zu einer Sitzung zusammengetreten. Die Vorberellung der dem neuen preußischen Landtag zunächst zugehenden Gesetzentwürfe dürfte größtenteils soweit vorgeschritten ein, daß eine Beschlußfassung erforderlich wird. Als den Tatsachen entsprechend wird auch uns die Meldung der Boss. Ztg." von einem Kanal-Kompromiß bezeichnet, ab­geschlossen zwischen der Regierung und hervorragenden Führern der Konservativen, des Zentrums und der Nationalliberalen, derart, daß zunächst der Dortmund-Rhein-Kanal aufs Tapet gebracht, und das Projekt des Rh ein-Elb e-Kan alseinstweilen" all enge lass en wird. Das Interessante ist, daß die erste Anregung zu diesem von den entschiedenen Agrariern heftig bekämpften Kompromiß von einem Voll- und Ganz- Agrarier ausgegangen ist, der seinerzeit, als die Kanal- chlacht tobte, Miquel den guten Rat erteilte,stückweise )ie Sache zu machen".

Dr. Böckel und Zimmermann.

Aus die kürzlich mitgeteilte Erllürung des früheren Mg. Dr. Böckel in Sachen des Marburger Reichstagswahl- kreifes veröffentlicht der sächsische Landtagsabg. Z i m m e r- mann folgende Erwiderung:

Die Erklärung des Herrn Dr. Böckel nötigt mich zu der nochmaligen Feststellung, daß das, was ich auf dem Parteitag der Resormpartei in Berlin wegen der Wahl in Marburg vorbrachte, durch Briefe und Zeug­nisse erhärtet ist. Wenn ich in einer Zuschrift, nach Dr. Böckels Behauptung,ihm Geld an bot", so geschah es doch ausschließlich, wie der Wortlaut des Brieses ergibt, zur selbstverstäudlicheii Deckung seiner Unkosten, falls er im Kreise agitatorisch eingreisen wollte. Daß ich in der Vergangenheit Freund und Allt- kärnpser Dr. Böckels gewesen bin, ist im Parteileben zur Genüge bekannt. Noa) während des Wahltarnpjes 1U03 hätte ich Herrn Dr. Bocket nimmer zugetraut, was wäh­rend des letzten Parteitages ein Freund von ihm schrist- lich bestätigre: daß nämtich Herr Dr. Böckel aus Anfrage eines Vertrauensmannes, wer im Marburger Kreise ge­wählt werden sollte, ihm in feiner Anwort den konser­vativen Kandidaten, Herrn v. Pappen heim, nicht den antisemitischen Bewerber empfohlen h a t."

Generalsynode wurde mit großer Majorität dem An­träge Glasewald-Magdeburg zugestimmt, dahingehend, die Generalsynode wolle beschließen: In Erwägung, daß das WortTaufe", angewendet auf die Einweihung von Schiffen, Festungswerken und anderen leblosen Gegenständen, ein Mißverständnis über die Bedeutung einer solchen Handlung zu veranlassen geeignet sein mag, daß aber ein Aergernis über die> Anwendung in größeren Kreisen bisher nicht bemerkt ist, auch ein ausschließlich kirchlicher Gebrauch des Wortestaufen" nicht sestgestellt werden kann, über die diesbezüglichen Petitionen zur Ta­gesordnung übe.rzugehem

Die zweite deutsche Nationalkonferen^ zur Bekämpfung des Mädchenhandels tagte: heute hier. Prof. v. Ullmann-München sprach über straf-^ rechtliche Bekämpfung des dNädchenhandels und beantragte,, dem Reichsjustizamt bei der bevorstehenden Reform des deutschen Strafgesetzbuches auch die Ausdehnung ter Straf­barkeit der Kuppelei aus versuchte Kuppelei zu empfehlen.. Privatdozeiit Burchord besprach die Beschränkung der Frei­zügigkeit der Prostituierten. Hierauf redet Dr. Naumann- München über Mädchenhandel und Kunst und legt dar, wie ost die Kunst zum Vorwande genommen werde, um Mädchen für Varietes und Vergnügungsetablissements, die nichts anderes als Bordelle seien, ins Ausland zu ver­schleppen. Er schlägt eine schärfere Kontrolle dieser Unter­nehmungen, Gründung einer artistischen Genossenschaft und Vorgehen der Presse gegen die Uebelstände vor. Schlimmer noch stehe es um den indirekten Mädchenhandel bei den Theatern. ReichsLagsabg. Henning-Berlin re­feriert sodann über Herbergerecht und Vermietungsbureaus. Als Ort für die nächstjährige Nationalkonferenz wird Mün­chen vorgeschlagen. Die Entscheidung darüber bleibt dem Vorstand überlassen. Der Nationalkonserenz ging auf das an den Kaiser gerichtete Telegramm folgende Antwort aus Potsdam ein: Der Kaiser und König lassen allen Mit­gliedern der Nationalkonserenz für den fteundlichen Gruß bestens danken und den Beratungen der Konferenz, deren bedeutungsvolle Arbeit der Kaiser mit besonderem Interesse und lebhajter Besriedigung begleiten wird, segensreichen Erfolg wünschen. Auf Allerhöchsten Befehl: Geh. Kabi­nettsrat v. Lucanus.

Da mit dem 31. März 1904 das sogenannte Quin- quenat abläust, wurde bisher allgemein angenommen, daß dem Reichstage in dieser Session eine neue Militär vor läge zugehen werde, bei welcher es sich in erster Linie um eine Vermehrung der Kavalle­rie und um die Komplettierung der Infante­rie-Regimenter zu zwei Bataillonen aus die nor­male Zahl von drei Bataillonen handeln werde. Nach den Berl. N. N." verlautet mit Sicherheit, daß in dieser Session eine derartige Vorlage dem Reichstage nicht zugehen, vielmehr erst im nächsten Jahre eingebracht werden wird. Dagegen sollen vom 1. April 1904 ab neben dem neuen Pensionsgesetz, die fehlenden Oberstleut­nants bei den Stäben der Infanterie-Regimenter zu zwei Bataillonen eingestellt und außerdemkleinen Forderungen" erhoben werden.

Kolonialpost.

Von den schwarzen Älitg liedern der deut­schen Schutz truppe in Kamerun hat Oberleutnant Leßner auf Grund )einer in Kamerun gesammelten Erfahr­ungen als Schutztruppenofsizier in einem Vortrag in der Deutschen Kolonialgesellschasr in Berlin folgende Schllder- ung entworfen:

Von Treue, Anhänglichkeit und anderen soldatischen Tugenden ist vorläufig bei dem schwarzen Soldaten noch wenig zu merken. Im Gefecht ist der alte Soldat ruhig und überlegt, der Vorgesetzte tarnt sich unbedingt aus ihn verlassen; der junge Soldat ist sehr aufgeregt, mißachtet die Feuerdisziplin und gefährdet vielfach dadurch die Mann­schaften der eigenen Truppe. Beim Verfolgen des fliehen­den Feindes i|t der eingeborene Soldtzt blindwütig. Den Gefallenen schneidet er häufig nach Landessitte die Köpfe ab und'bringt sie als Liegeslrophäe ins Lager. Der Europäer sucht dieser barbarischen Sitte zwar nach Möglichkeii zu steuern, aber nicht immer mit Erfolg. Das Geschrei vom grünen Tisch über solche barbarischen Sitten sei lächerlich, dem Soldaten, der in die Hände der Feinde fallt, werde von diesen noch viel grausamer mitgespielt, sodaß begreiflich fei, wenn der eingeborene Soldat gleiches mit gleichem zu vergelten suche. Die Strafen für die far­bigen Chargierten bestehen in Lohnabzügen, für dieGemeinen zumeist in Prügelstrafe, die im ganzen Schutz- gebietüblich i|t. Die Prügelstrafe sei die einzige Strafe, die Eindruck aus den Neger macht. Setzt man ihn ins Ge­fängnis, wo er nichts tut und obendrein gefüttert wird, so glaube er sich ins Paradies versetzt. Eine wichtige Rolle im Leben des Negers spiele das Weib. Alte Soldaten verfügen oft über einen ganzen Harem, mit dessen Insassinnen sie einen schwunghaften Handel treiben. Ein ausgewachsenes Weib kostet an der Küste 200 bis 300 Mk. Man müsse vorläufig mit dieser Unsitte der Vielweiberei wohl oder Übel rechnen. Eine plötz­liche Ausrottung sei unmöglich. Der monatliche Lohn des schwarzen Soldaten beträgt 30 Mk.

Ausland.

London, 28. Okt. DerStandard" meldet ans Ottawa: Im Ministerrat vom 28.^ Oktober wurde be­schlossen, den s ü d a s r i k a n i s ch e n Kolonien im Ans- taujaj! gegen von ihnen zu gewährende Tarifkonzessionen einen Vorzugstarif von 33V3 Prozent anzubieten, wie er jetzt Großbritannien zugestaiiden ist.