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29/10/1903 Erstes Blatt
 
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recht schöne,

SSOES

hoch? wie jetzt." _

Aus den Ausstellungen für die in Amerika zeitweilig ein geführte Einkommensteuer ergibt sich!, daß wahrend der letzten 11 Jahre, von 1876 bis 1887, die Zahl der Personen mit einem jährlichen Einkommen von 3150 bis 10 500 Mk. um mehr als 21 Proz. gestiegen, die 21000 bis 105 000 Mk. Einkommen haben, tatsächlich um 2,1 Proz. gefallen ist. Man darf dessen sicher sein, die Verteilung des Reich­tums unter den gegenwärtigen Verhälllrissen greift ge­radezu reißend um sich und geht ganz von selbst in wohl­tuender Richtung vor sich Die wenigen Reichen werden täglich ärmer und die arbeitenden Klassen täglich reicher."

Der Teil des aus Arbeit und Kapital zusammen- geernteten Gewinnes, welcher heute den Arbeitern zu gute kommt, war niemals so groß und niemals so im Steigen begriffen, der aus dem Kapital gezogene Nutzen niemals so gering, wie gegenwärtig."

Demgegenüber stellt er die Behauptung, daß es wün­schenswert ist, wenn ein paar einzelneHonigbienen" eine große Masse von Reichtümern in ihren Händen vereinigen, indem er schreibt: ,

Tie paar hundert Millionen, die in der Hand eines Nabob vereinigt sind, würden, aus die Gesamtheit der Nation verteilt, nur eine sehr mittelmäßige Verbesserung der Lebensfrage jedes einzelnen her beiführ en; hingegen ver­mag der Reiche mit diesen Millionen einen ganz spezifi- chen Segen zu stiften. Der Mensch lebt ja nicht von Brot allein, fünf oder zehn Prozent mehr an Einkommen, über Tausende zersplittert, würde wenig oder gar nichts Gutes zur Folge haben, jedoch zu einem großen Fonds gehäuft und dann in der Art verwendet, wie etwa Eoopec sein Geld für das Cooper-Institut verwendete, bedeutet ein solches Vermögen Glück und Hilfe, für ganze Geschlechter."

Carnegie selbst ist das beste Beispiel dieser Idee.Es ist kein Akt der Seelengröße, noch ruht ein besonderer

Nr. 354

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem hessischen Landwirt dle Gießener Familien, blätter viermal in der Woche betgelegL

Rotationsdruck u. Ver­lag bei Brüh l'ichen Un wert ^Buch- u. Stein­drucke rrt (Pretsch Erbens Redaktion. Expedition und Druckerei:

«chnlstratze 7.

Adresse für Depeschen:

Anzeiger Gießen.

Fcrnlprechanschluß Nr. 51.

Kirche uni) Kchute.

Eltern und Kinder. In derKöln. Volksztg.* führt ein hessischer Volksschullehrer bittere Klage da­rüber, daß auch m der Schule schon der blaue Montag zur Tatsache geworden sei. Er schreibt: Ich bin Montags jeder Zeit darauf gefaßt, daß eine große Anzahl, ja oft die Mehrzahl der Kinder schlecht oder gar nicht vorbereitet ist.

deutschen Volksgemütes in innigster Berührung. Und er sieht als Humorist die Welt an, wie sie der Weltgeist selber ansehen müßte: um den Mund ein seines, leicht ironisches Lächeüi in der Brust das unendliche Mitleid. Das macht uns auch seine ,,P r i n z e s s i n F i s ch" so lieb und wert. Auch hier sind die Charaktere so lebenswahr, es steckt so viel treffliche Lebensweisheit in dem Buche, ein so milder Geist der Versöhnung, daß mun nur wünschen kann, daß es wie jedes andere Niaabesche Buch, in recht vielen Familien gelesen werden nwge. Mr können den Raabe- schen Schriften, die noch viel zu wenig bekannt sind, nur immer wieder die allerwärmste Empfehlung mit auf den Weg geben. Jedes der Bücher kostet hübsch gebunden 4 Mark.

Sadismus und Masochismus von Dr. E. Lau­rent Autorisierte deutsme Ausgabe von Dolorosa. 272 Seiten großes Format. Mk. 5,. H. Barsdorf in Berlin W 30. Dies Werk eines französischen Arztes stützt sich zumeist auf französische Quellen und bietet daher dem deutschen Leser säst durchweg Neues, Unbekanntes. Es ist ein ernstes, auf wissenschaftlicher Busis ruhendes Buch, das bei dem heutigen Interesse für alles, was das Gebiet des Sadismus, Masochismus, Flagellantismus berührt, viel gekauft werden wird aber es erfordert starke Nerven, denn es führt den Leser in schauerliche Abgründe des menschlichen Lebens.

Literatur und Wurstgeschäft. Wir lesen in der Voss. Ztg.": Friedrich Hebbel schreibt im Jahre 1854 an seinen Freund und Biographen Emil Kuh, als er dessen Charakteristik HebbelS" weder in den Buchhandlungen, noch in den Leihbibliotheken Breslaus gefunden hatte, son­dern nur ,bei dem berühmten Wurst- und Materialwaren- Händler Dietrich aus der Schmiedebrücke", wo sie zu Ein­

müde von feiner Hände Arbeit heimeilt, um fernen Hunger, ein Ruhebedürfnis stillen zu können, statt dessen die Biblio­thek aussucht, dort alle Tages- und Handelszeitungen auf­merksam studiert, um [idy über die Materialpreise und der­gleichen zu orientieren. Daß er trotz dieser etwas pl-antasti- schen Volksbildungsprojekte, trotz seiner fürstlichen Schenk­ungen an Universitäten gegendieakad emische Bild­ung eifert, wundert uns nicht. Das lind wir bei Selfmade­men gewöhnt, daß sie, einmal in der Lage, ihre Volks- schülbildung nach der humanistischen Seite hin vervoll­kommnen zu können, über die klassischen Studien die Nase rümpfen und dem Mademikertum Kraft und Saft absprechen. Es wirft ein recht merkwürdiges Licht auf den amerikatrischen Humanismus, wenn Carnegie zu der Behauptung kommen kann, die jungen Studenten wüßten alles mögliche über Odysseus und Agamemnon, kennten aber Shake- s p e a r e (!) und Milton n i ch t. Was er im allgemeinen über Arbeiterfürsorge sagt, ist sehr lobenswert; im übrigen erkennt er ganz richtig, daß dieser einigermaßen zum Schlagwort herabgesunkene Begriff, auch dahin zu ver­stehen ist, daß die Minderbemittelten auch ein wenig f ü r s i ch s e l b st s o r g e n, daß sie die ihnen offenstehenden Bibliotheken frequentieren, daß sie Lust an einem geist­reichen Unterhaltungsspiel, an einer guten Lektüre finden. Interessant und lehrreich ist auch, was er über das Ver­hältnis von Arbeit und Kapital sagt; z. Bl:

Der Teil des durch Arbeit und Kapital gemeinschaft­lich erworbenen Nutzens, welcher jetzt der Arbeit zufällt, war niemals so groß und dec dem Kapital zufallende Gewinnanteil niemals s,0' gering, wie heutzutage. Wäh­rend der Gewinn aus Kapitalvermögen um mehr als die Hälfte gefallen, ja teilweise ganz verschwunden ist, waren, wie die Statistik nachweist, die Arbeitslöhne niemals so

Gin Wapoleou der Geschäfte.

Dieses Wort Balzacs ist in den letzten Tagen viel zitiert worden. Einer der stärksten Poeten der zweiten Republik hat wenn auch nicht ganz einwandftei die Tragikomödie eines Mannes geschrieben, den sicherer Urteils- blick und geniale Rücksichtslosigkeit zum Millionär gemacht haben, dem Menschen nur Zahlen, Ereignisse nur Conti in dem Hauptbuche seines Lebens sind. Der Tod des ein­zigen Sohnes, des Menschen, für den er ringt und kämpft, betrügt und vernichtet, dieser furchtbare Schlag zermürbt ihn nicht soweit, daß er sich von zwei schlauen Konkurrenten überrumpeln läßt.Geschäft ist Geschäft.. .

Die Komödie Octave Mirbeaus ist typisch für unsere Aera^. das goldene Zeitalter des Kaufmanns, das Wehr und mehr zu dämmern beginnt. Nie, weder zu den Zellen, da römische Reeder dieultima Thule" zu chrer Interessensphäre" rechneten, noch in den Tagen, da ein Fuggerscher Geldsack mehr vermochte, als ein kaiserlich deutsches Heer, hat das Wort vomköniglichen Kaufmann" mehr Berechtigung gehabt, als heute. Erst in der Morgen­röte des zwanzigsten Jahrhunderts konnte eine Schrift er­scheinen, die den stolzen Titel: ,Miuftnanns Herrschgewalt" trägt Die weltumspannende Macht des Kaufmanns, das Be- .wußtsein, daß der welle Blick eines einzigen fähigen Mannes mehr wert ist, als Haufen vonRotz und Reisigen", läßt heute nach und nach das Klassenvorurteil schwinden.

Geschäft ich nicht bloße Kusse allein. Die Dollars sind nur die Schalen, der Kern der Sache aber liegt tiefer und bringt jedem Genüsse mit der Entwicklung höherer Fähigkeiten des Geschäftsmannes, welche beständig auf- gerufen, entwickelt und zur Reife gebracht werden. So­lange Militarismus und barbarische Gewalt die Welt regier­ten, war die Verachtung für alles, was Geschäftsmann hieß, allgemein. Dock) wie ganz und gar hat das alles sich heutzutage geändert! Allerdings darf man nicht ver­gessen, daß diese Verachtung verhältnismäßig neueren Datums war, denn wenn wll in die Geschichte weiter rück­wärts blicken, finden wir, daß die allen Familien auf nichts so stolz waren, als auf die Rolle, welche sie in der Geschäftswelt spielten. Wollsack und Kombüse prangen noch heute in den Wappen einzelner."

Gin Buch» in dem solcbe Worte stehen, das Buch An­drew Carnegies, eines Mannes, der sich vom Klöppel­jungen und Dampfkesselheizer zum Milliardär aufgeschwun- ren, der es von einem Wochenlohn von 5 Mk. zu einem Tageseinkommen von 160 000 M k. gebracht hat, können wir nur, so schreibt derFrks. Herold", mit Freuden

vor, daß einer so überzeugt nach dieser Maxime handelt, wie der Verfasser des Buches selbst. Man könnte einwenden, Carnegie haben keinen Sohn, den er zum Erben seiner immensen Reichtümer machen könnte (er hat nur eine Tochter); aber selbst wenn dem nicht so wäre, so ist an­zunehmen, daß er trotzdem wenigstens den größten Teil eines Ueberslusses fortgeben würde, da er es für das größte Unglück für einen jungen Mann" erachtet, einen Korb mit Staatspapieren" zu erben. Arm müsse der Jüngling sein, wolle er ein tüchtiger Mann werden. Immer wieder betont er, wie glücklich der arm Geborene zn schätzen sei, immer wieder versichert er, daß Gehirn­kraft, der meist gefragte Artikel in der gesamten Geschäfts- ivelt sei, daß keine Firma existiere, die nicht fortwährend auf der Suche nach geschäftlicher Tüchtigkeit Ware, daß es keinen jungen Mann gebe, der niemals Chance gehabt habe, im Geschäftsbetriebe etwas außerordentliches zu werden. Wern siele da nicht des großen Franzosenkaisers Wort vom Marschallstab im Grenadiertornister ein?

Mehr als diesen einen äußerlichen Berührungspunkt haben die beiden, der ehemalige Pittsburger Telegraphen­junge und der Kriegsschüler von Brienne. Beider Größe ist aus einer gährenden, stürmischen Zeit heraus geboren, Bonapartes aus der Periode der politisck)en Revolution der alten, Carnegies aus der Epoche der wirtschaftlichen Um­wälzung der neuen Welt, beide haben es von niedrigem Abhängigkellsverhältnis zur Herrschaft über Tausende ge­bracht, beide waren rücksichtslos in. der Verfolgung chrer Ziele; daß um den Schottisch-Amerikaner weniger Blut ge­flossen als um den korsischen Franzosen auch daß beiden das Land ihrer Erfolge nicht Vaterland war, ist ein auf­fallendes 3u) ammentreffen liegt in der Natur der Sache; dock) siegreiche Sck)lachten hat auch Andrew Carnegre aufzu- weisen (man denke an den großen Streik in den Homestead- werten während der achtziger Jahre). Aber ein St. Helena hat der Stahlkönig nicht gesunden, wiewohl Rockeseller und Morgan willens waren, ihm um jeden Preis eines zu be­reiten. Wegräumen wollten sie ihn, den Stein des An­stoßes auf ihrem Wege zum Stahltrust.

Der Trust hatte bereits alle wichtigen Bahnen und acht der ersten Stahlfirmen der Vereinigten Staaten mit einem K'apllal von Lstr. 118000 000 in Händen; jetzt machte er Anstalten, Carnegre zur Unterwerfung zu zwingen, Rocke- seller und Morgan über sandten dem Stahl könig ein Ulti­matum ; es lautete dahin: er solle wählen zwischen einem Preis für seine Werke von Doll. 10000 000 oder Zer­schmetterung. Das war unverschämt, denn der jährliche stutzen der Carnegieschen Werke betrug beinahe soviel, wie das Angebot. Carnegie antwortete mit der Drohung, für Doll. 3 000 000 neue Werke zu errichten, groß genug, um den Kampf gegen den Trust aufzunehmen. Außerdem drohte er mit dem Bau eigener Bahnen, um dem Trust als Eigen­tümer der von ihm erworbenen Bahnlinien die Spitze zu bieten. Das brachte Morgan und Rockeseller zur Besinnung. Carnegie erhielt von dem Trust 50 Millionen Aktien mit einer Zinsgarantie von mindestens 5 Proz.; er bezieht allein aus diesen Werken eine jährliche Ein­nahme von Mk. 50000000."

So erzählt der deutsche Uebersetzer des Buches in der Einleitung. Es diene zum Beweis, daß der Mann, der das Wort vomEmpire os Busineß" prägte, auch das Zeug hat zu einemEmperor of Busineß.

'M^ck^klinat aber auch gar zu neumodisch, saft Segen darauf, etwas hiuzugeben, was man selbst nicht , nur für eine allerdings länger behalten mag." e>o einfach das klingt und so selbst-

fe,to2ÄaUb r i fa r6 e tter, bet betjtW aM diese Wahrheit rst, es kmnmt gar selten)

Wickelpapier benutzt wurde, Und begreiflicherweise darüber sehr gekränkt war:Warum sehen Sie sich nicht näher in der Budicke um? Sie hätten bald Trost gefunden. Aus telegraphischem Wege habe ich ermittelt, daß dieser Dietrich fast die ganze moderne Literatur bei sich aufgestapelt hat, und daß ihm namentlich von meinen Werken nichts fehlt. Dabei begeht er gegen mich die Bosheit, daß er nur schlechte Ware hineinwickelt, während er Ihre Charakteristik höchst anständig nur als Emballage für Limburger Käse ver­wendet. Verdorbene Blutwürste werden in die erschüt- ternften Szenen der Maria Magdalena gepackt, Schinken,' der zu stinken anfängt, in die Judith, und Sck)malz, von der ärgsten Qualität, in die Genoveva. Einzig und allein das Trauerspiel in Sizilien liegt noch unberührt da, aber nicht, weil Herr Dietrich es schätzt, sondern weil noch keiner seiner Artikel so Übel riecht, daß er es, wie er behauptet, ent­sprechend plazieren könnte."

Ein sonderbarer Vorfall hat in Posen Auf­sehen erregt. Der Hennigsche Gesangverein (eine Abteilung der PosenerDeutschen Gesellschaft für Kunst und Wissen­schaft") veranstaltete dieser Tage ein LudwigWüllner- Konzert. Professor Hennig, der Leiter des Vereins, soll nun eine Anweisung gegeben haben, sämtlichen deutschen Zeitungen Posens die Einlaßkarten zu dem Konzert vor­zuenthalten. Me deutsche Presse der Stadt Posen erflärte daraufhin einmütig, daß sie zum Hennigschen Gesangverein jegliche Beziehungen so lange aufheben werde, als die An­gelegenheit nicht in zufriedenstellender Form geregelt sei. Als Ursache des sonderbaren Vorfalles sieht man Miß- helligkeiten an, die sich, zwischen Professor Hennig und dem Referenten des Posener Tageblattes vor einiger Zeit ergeben haben.

begrüßen.

Streben Sie", so lautet Carnegies oberste Ermahnung, streben Sie stets nach dem Höchsten, seien Sie König in Ihren Träumen, aber scheuen Sie zunächst auch nicht vor ganz untergeordneten Stellungen zurück. Es schadet dem Neuling nichts, wenn er nötigenfalls das Geschäftslokal ausfegt." Und dann warnt er vor drei Gefahren: Trinken, Spielen, Gefälligkeitswechsel. Cs muß gesagt fein, daß diese Grundsätze eigentlich keine neuen sind; aber Jie so ein­dringlich wiederholt zu haben, wie Carnegie das tut, ist auch ein Verdienst. Keiner hat aud) bis jetzt so eindringlich den Wert uiid die Pflickst vernünftigen Sparens betont.

Neuartiger als all dies, amerikanischer wenn man will, mutet der Rat, alles ineinen Topf" zu tun, an.

Tun Sie", sagt Carnegie,tun sie alles in euren und denselben Topf und wachen Sie über diesen Topf. Wer drei Töpfe zu gleid)er Zeit tragen will, muß notwendigerweise einen davon auf dem Kopfe balancieren, und die Gefahr ist so groß, daß der Topf herabfällt. Mit anderen Worten: Ein Häuptsehler geschäftlicher Praxis ist der Mangel an Konzentration."

Feuilleton.

Paul HeYse: Romane und Novellen. Wohl­felle Ausgabe. Erste Serie: Romane Verlag der IG. Eottaschen Budchandluna Nachfolger, G. m. b. H. in ^tutt-1 gart. Die neue wohlfeile Ges amtausgab e von Paul Heys es Ji Oman en geht ihrer Vollendung entgegen. Kürzlich! ist der zweite Band des großen, viel gerühmten RmnansMier- l i n" zur Ausgabe gelangt. Man darf es der Verlagshand­lung Dank wissen, daß sie mit der Veranftalllrng dieser solid ausgestatteten und billigen Ausgabe der Verbreitung der Meisterwerke des Dichters neue Wege gewiesen hat.

Wilhelm Rabe, der gemütvolle greise ^oet bart Braunschweig, den wir heute, nach dem Hingänge Gottfried Kellers und Theodor Storms, mit Hehse unfern größten Romandichter nennen, hat unlängst im Verlage von Otto Janke in Berlin SW. zwei seiner töstlichsten Werke ui neuer Auflage erscheinen lassen. InVilla Schonow , nner Erzählung, die 1884 entstanden ist, wird em Wrmeister aus Berlin, der eine Vil a in der Provin erworben hat, um sie nicht in Wucyerhande geraten zu lassen, zum Schutzgeist eines jungen Liebespaares. .Hier ist das kleinstädtische Leben ungemein ergötzlich geschildert- Dieser gute Alle und seine treffliche Gönnerin und Be­raterin, W Julia Kielitz, sind ein paar oer al er merk­würdigst en Käuze aus Raabes Werken, und das will wahr^ lickr viel heißen. Und man hat diese beiden alten wunder­lichen Herrschaften von ganzem Herzen lleb, all ihre Son- derbarleiten und Sd)nurrp seif er eien, denn ihr innerstes Gmnütsleben legt der Dichter klar vor uns arw. Jl^m anderer deutscher Poet ist in die Philosophie des deutschen Klellibürgerä mit so weichem, warmen Herzen gedrungen vie Raabe. Er steht mit dem Höchsten und Tiefsten des

Erstes Blatt. 153. Jahrgang Donnerstag 29. Oktober 1803

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Glehener Anzeiger«

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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen