Kunst und Wissenschaft.
er-
P. Gießen, 29. September.
düngen).
203.00 212.75 136.12 1/8.60 183.60
bürg eingewecht. ,
• Nürnberg, 28. Sept. In dem Dorfe Heuntzreuth find zwei Kinder an dem Genüsse von Tollkirschen gestorben.
• Haag, 28. Sept. Max Lebaudy ist immer noch hier und wird nach seiner Aussage noch mindestens zwei I Monate in Paris bleiben. Er hat die beabsichtigte Rundreise im Norden von Europa ausgegeben. Man glaubt, daß er vorläufig auf seinen Plan bezüglich der Errichtung des! ! Saharareiches verzichtet. ,
* Brindisi, 28. Sept. Ein Landwirt aus Ostuni hat in einem Anfall von Wahnsinn seine fünf Kinder ermordet.
'Bern, 28. Sept. Die am Freitag zur Aufsuchung des vermißten 18jährigen Stumpf, Sohn des Gymnasial-^ I Rektors Stumpf aus Ludwigshafen, von Grindetwaid zur I Fungfrau aufgebrochene Führerexpeditton ist erfolglos zurüÄ- gekehrt. Es wurde m« konstatiert, daß Stumpf ani 31. August die Bäregg passiert und sich am gleichen Tage m das Fremdenbuch der Berglihütte eingeschrieben hatte. Laut seiner Notiz im Fremdenbuch wollte er allein die Jungfrau und das Finsteraarhorn besteigen. Vergebens hatte man ihn in
I Grindelwald gewarnt.
* Newport, 27. Sept. Ein Schnellzug der Southern Railway stürzte beim Passieren der Brücke in Dauville, Virginia, in die Tiefe. Der Lokomotivführer, der Heizer ! und 7 Postbeamte wurden getötet, eine Anzahl Reisender ! verletzt, darunter mehrere tätlich.
sich, so tauge es nur irgend angängig tfc auf der Höhe hott, o§re die Wasserscheide zu überschreien. Einige Schwrerrg- keiten wären nur im unteren Salztal zu überwinden.
Gestern vormittag begann das Schwurgericht mrt der Verhandlung gegen die bisher unbestrafte, 24 Jahre alte Land- . arbeiterin Maria Hurua von Obbornhofen wegen Kindes- mordes. Der Gerichtshof wurde gebildet durch den Land-I qerichtsrat Schmeckenbecher als Vorsitzenden, den Land- qerichtsraten Dr. Schäfer und Müller als Beisitzern. Die Anklage wcrd vom Oberstaatsanwalt Theobald vertreten,! während Rechtsanwalt Engisch die Verteidigung führt.
Die Angeklagte, welche arrS der Provinz Posen stammt und seit ihrem 14. Jahre als Landarbeiterin jedes Jahr ihre Heimat verlaßt, ist ihrer Tat geständig. Sie will nicht wissen, wie sie zu dem Verbrechen gekommen ist. Weinend erklärt die Polin, welche aber gut deutsch spricht, der Herrgott muffe sie, als sie ihr Kind tötete, verlaffeu und der Teufel m sie gefahren sein. Die Hurna giebt die Tat unumwunden zu und erklärt unter Tränen, man möge sie dafür nicht zu hart strafen, denn sie fei schon schwer bestraft, weil sie feit dem Vorfall keine Nacht mehr Ruhe habe.
Die Beweisaufnahme ergab u. a., daß dre Angeklagte ein festes Verhältnis mit einem Grubenarbeiter hatte, der bereit war und heute noch bereit ist, sie zu heiraten. Der Arbeitgeber, Gutspachter Borne mann, gab der Angeklagten das Zeugnis einer sonst braven und fleißigen Person. — Oberstaatsanwalt Theobald plaidierte auf schuldig „ des Kindesmordes unter Versagung der mildernden Umstände, und verwies daraus, daß es sich immerhin um eine schwere Tat handele, denn eine Mutter, welche sich gegen ihr eigenes Fleisch und Blut wende, verdiene keine Milde.
Rechtsanwalt Engisch bat die Geschworenen, der Angeklagten mildernde Umstande zu bewilligen. Die Strafe, welche dann der Gerichtshof' erkennen werde, sei eine hin- längÜche Sühne. Man solle bedenken, daß die Angeklagte fern von der Heimat auf sich allein angewiesen sich befand, als sie Hand an chr Kind legte.
D« Geschworenen bejahten die Schuldfragen, billigten aber der Angeklagten mildernde Umstände zu, worauf der Gerichtshof aus eine Gesängnisstrase von 3 Jahren erkannte. Der Vertreter der Staatsbehörde hatte 3% Jahre Gefängnis beantragt.
• Berlin, 28. Sept. Gestern abend entstand im Keller der Kaserne des 2. Garde-Ulanenregimentes Feuer, das, von Petroleum genährt, große Ausdehnung annahm. Es! gelang der Feuerwehr, den Brand aus den Keller zu beschränken.
• Lauenburg t Pommern, 28. Sept. Ein Eisenbahnzug überfuhr bei Leba ein Bauerufuhrwerk. Zwei Personen wurden schiver verletzt.
* Freiburg a. d. Unstrut, 27. Sept. Unter zahlreicher Beteiligung deutscher Turner wurde heute das von der ! deutschen Turnerschast gegründete Jahn-Museum in Frei-
Gießen, 29. Sept. 1903.
- Personalien. S. K. H. der Großherzog haben der durch die' Dekanatsspnode deS Dekanats Rodherm aus die Dauer von fünf Jahren vollzogenen Wahl deS evangelischen Pfarrers Karl Vetter zu Klein-Karben zum Stellvertreter des Dekans deS Dekanats Rodheim die Bestätigung erteilt.
»• Stadttheater. Die DrrÄtiou bittet uns, nochmals darauf aufmerksam zu machen, daß die heutige Vorstellung! außer Abonnement stattfindet; ferner, daß im -Zerbrochenen Krug" Fräulein Hagen die Rolle der Eve giebt.
»» Die Mitteilungen der Großh. Hessischen Zentralstelle für die Landesstatistik enthalten eine Ueberficht der Zahl der Einkommensteuerpflichtigen und den Betrag der Einkommensteuer in Hessen für das Jahr 1903/04.1 Wir entnehmen daraus, daß in Heffen im ganzen 305 307 Einkommensteuerpflichtige (277 712 von der 2, Abt., 27 595 von der 1. Abt.) sind, welche dem Staat 8573521,5 Mk. Steuer einbringeu. Von diesen Gesamtsteuerzahlen entfallen auf die einzelnen Klaffen: mit Einkommen bis 500 Mark: 144555; 600 M.: 319014; 750 Mk.: 491868; 900 Mk.: 482526; 1100 Mk.: 390499,5; 1300 Mk.: 282 587,5; 1500 Mk.: 261970; 1700 Ml.: 265 552; 2000 Mk.: 250747,5; 2300 Mk.: 283 725. — In Gießen sind 1604 Einkommensteuerpflichtige der 1. Abteilung und 11409 der
2. Abteilung, zusammen 13013. Diese 13 013 Einkommen- steuerpflichtigen zahlen im ganzen 433 998 Mark, davon 303 991 Mk. 1. Abteilung und 130007 Mk. 2. Abteilung. Gießen 1725 Steuerzahler, die bis 500 Mark Einkommen haben, 3145 die bis 600 Mk., 2020 die bis 750 Mk., 1321 die bis 900 Mk^ 984 die bis 1100 Mk., 655 die bis 1300 Mark, 454 die bis 1500 Mk., 416 die bis 1700 3JIL, 381 die bis 2000 Mk., 308 die bis 2300 Mark Einkommen
haben.
** Zirkus Lorch war auch gestern abend wieder voll! besetzt. Die Darbietungen sanden wieder allgemeinen Beifall.!
** In der Ost an läge steht gegenwärtig ein Silberahornbaum in wunderbarer Farbenpracht. In flammendem Rot erhebt er sich mit seinem Laubwerk auf dem Rasen der Anlage bis zu mittlerer Höhe und bildet mit den im Hinter-! gründ ihn zum Teil überragenden höheren Bäumen einen reizenden Anblick.
** Der Stenograph en-Kongreß, den die Schule Stolze-Schrey vom 2.—6. Oktober in Frankfurt
witees pi Bau dieser LogMbergbahn an-nschlreßen. Der Bahnbau würde auch Leine besonderen Schwierigkeiten darbieten. wenn die neue Linie, wie es nach dem bererW aus-
Vereinigte Königs- und Lnurahütte. Bei dem Abschluß der Königs- uni) Laurahütte interessieren hauptsächlich die Ab-^ schreibungen. Sie sind mit 3«/, Mill. um 500 000 DJU. höher eingestellt, als die vorhergegangenen. Dies dürste auf die Pläne des Neubaues eines Stahlwerks zurückzuführen sein. Dasselbe soll bereits im nächsten Jahr m Angriff genommen und bte Kosten sollen aus den zu derartigen Zwecken gesammelten Jmltebi — versteckte Reserven möchten wir sie nennen — aufgebracht werden. In dem dem Abschluß beigegebenen Bericht wird dre Besserung der Walz- eisenpreise bervorgehoben. Es ist auch, wre man hört, eure weitere । Erhöhung der oberschlesischen Walzeisenprerse sür das erste Quartal in Sicht.
Die amerikanische Gefahr. Wenn nran den Gerüchten und Nachrichten, die von drüben kommen, auch nur zum kleinen Teil glauben darf, so steht eine Invasion Europas mit amerikanischem Esten in allen Formen und Arten mm doch sehr bald bevor. Ter Morgansche Schiffahrtstrust rechne bereits mit einer bedeutenden Belebung des Frachtgeschäfts infolge riesiger Eisen- und Stahl- frachten, denn der Stahltrust hat beschlossen, seine europäische Invasion in einem Stile zu beginnen, der die auswärtigen Aon- kurrenten in Aufregung versetzen werde. Demnach scheint der Zeitpunkt nicht mehr fern zu sein, da amerikanische Waren zu Schleuder- preüen die europäischen Werke überschwemmen wird. Welchen Erfolg die Amerikaner davontragen werden, bleibt abzuwarten. Möge das preußische Sprichwort Geltung haben: „Bange machen gilt nicht".
Ernte der Bereinigten Staaten. Nach dem Ernteberichl der Regierung sind die höchsten Erwartungen übertroffen. Der Ertrag an Mais, Weizen, Hafer und Baumwolle wird darin auf 2 477 000 000 geschätzt, ungesühr eine halbe Milliarde mehr, als im vorigen Jahr. Alan erwartet, daß in Mais die zweitgrößte, in Weizen die drittgrößte Ernte hereinkommen wird, welche die 23er- einigten Staaten jemals zu verzeichnen gehabt haben
Kirche unö Schule.
fflm 28. Sept. Unter dem Dorsch des Grafen I Mntzroaerode trat heute nachmittag der Zentralvvrfwnd evangelische« Bundes Kur Einlertung 8er Iß. «Keneralvers anunlung des Bundes zusammem Dre L^^Lng beschloß vor Eintritt in die Tdg^ nrhmnnx folgendes Telegramm an den Kaiser zu! kS £aec Majestät dringt die «MneralversamrÄung Ls evangelischen Bundes aus Mm ihre alleruntertänigste ÖU&iflJWfl Mit dem Kaiser missen wir uns eMiätu ^rlläe«euau«L daß die Gefahren sür de« rmreren Frieden
T unseres Älles nur imrch. dm Krach
des Evangelismus bezwungen werden können, wre sre Lncher durch seine Tat zu lebendiger WirUrng wieder rnrfweckte.
feerne den Kars er mit der Kraft aus der Hvh^ allen ^Lichen Mächten zu beZegnen>eich.und)Volk wider seine Feinde siegreich zu schützen. Gras Wintzingerode.
Oest. Kredit .... 202.75
Deutsche Bank . . . 212J.0
Darmstadter Bank . . 135.90
Bochumer Guß . . . 179.75
Harpener Bergbau . . 184.60
Schluß-Tendenz: ruhig.
Madrid' 28. Sept. Gestern abend fand hier ein! anarchistisches Meetingstatt, über hunderts
Anarchisten teilnahmen.. Es wurde beschlossen, den all-
0. Ml abzuhalten gedenkt, verspricht, wre man uns schlecht, eine überaus glänzende Veranstaltung ö^^^bn. Der Schlvaaer unseres Kaisers, Prinz Friedlich Karl von Hessen, bat das Protektorat über den Kongreß Wernormnen; ein , Ehren ausschuß mit dem Reicks km: zllw^afmM^wan < der Spitze, umfaßt die angesehensten rmd höchsten Vertreter. der städtischen und Staatsbehörden. ~ . h. J
- Verlauf der Witterung von Samstag b s Montag. Der Einfluß des vorüberziehenden ^«ltrefS warseit her, wie angenommen, nur ein 9^'^ L^sid^ Auf d^ Vorder- s^te des Tiefs nimmt bei schwachem Südostwinde dre Bewölkung und Temperatur zu, stellenweise Mt Regen, bei jedoch w^r der i schwachen Ausbildung der TieiS, sowie wegen der Nähe deS Hoch I nur qenng ist sio w der Nacht von Freitag auf Samstag und heute nachmittag), auf der Rückseite Hartes auf bei südwestlichem! ^mbe, sodaß ein langsamer Wechsel zwischen klarem und bebe ehern L>immel stattsindet. Die Nächte sind milder als seicher, was m dem Vorhandensein einer Wolleii^cke, welche b“.* 2^^aI^t“n9qY?e^c hindert, und m dem südöstlichen Wmde begründet ist. Heute Montag, dringt das westlich Irland lagernde Haupttief ostwärts vor, während gleichzeitig daS Hoch an Stärke weiter ab zurückzieht. In diesem Süme dürfte sich auch für die nächsten Tage die Luftdruckverteilung ändern, ~ sodaß wohl bald em umschlag eintreten wird; wir hätten also kühles, zeitweise windiges Wetter mit Regens allen in Aussicht. epp l e r.
K. Effolderbach, 28. Sept. In dem Eisenbcchn- I einschnitt am Beginn des Tunnels hier steht eru der Ober- hessischen Eisenbahn gehöriger Baum rn voller Blute. |
Reichelsheim, 26. Sept. Heute nachwittc^ scheute beim Herannahen eines Eisenbahnzuges von tfueb* bera das Pferd des Beigeordneten Bogt von hier. Dieser stürzte vom Wagen, der ihn überfuhr. Er liegt schwer !verletzt darnieder.
1 R. B Darmstadt, 29: Sept. (Ergeuer Draht- bericht.) Das russische Kaiserpaar mad^ heute vormittag in Begleirung S. K. H. d^ Groß Herzogs Mieder «neu Spaziergang durch die Stadt und besorgte mehrere Einkäufe. Leider konnte dres wieder nur unter großem Andrang des Publiruurs gejchelM. Um 12 Uhr Ltarnahmen die beiden ältesten Kcusertochter und ssÄtn- zessin Elisabeth einen Spazierritt nach dem Palars. Heute mittag 1 Uhr fand wieder Frühshückstafel statt.
Darmstadt, 29. Sept. (Eigener Drahtoerrcht.) DieAbreisedesZarenunddas Grafen Lambsdorf nach Wien erfolgt heute abend mit Sonderzug um 5.o5 Uhr. \—^ai Anwesen des Landwirts Kauß am Herdweg rst ! soeben Groß feuer ausgebrochen. Das ganzk Anwesen steht in Flammen. , I
n Marburg, 28. Sept. Ganz unerwartet traf heute früh hier die Kmide ein, daß der hohe Chef des hiesigen Jaaerbataillons, die Lvnrgin-Mutter sRarghe- rita von Italien, im Laufe des Tages Marburg besuchen wolle. Mit fabelhaster Eile wurden nun schnell dre nötigen Empfangsvorbereitungen aetwsfeu. Als der 3ug um s/47 Uhr abends einlief, war die Stadt prächtig rllw miuiert und Tausende von Menschen hielten die Straßen besetzt. Die Königin wurde am Bahnhofe vom lommam dierenden General des 1L Armeekorps, Exeellenz v. Wrttrch und vom Jagerkommandeur Oberstleutnant U Bornes em* | pfcmgem Die hohe Fran besichtigte daun die Elisabethurche, । welche deshalb besonderes Interesse sw.hat, werl sre in direkter Linie von der heiligen Elisabeth abstammt. Später fand vor der Kaserne Vorstellung des Batarllons und im Kasino Festmahl statt. Um 9 Uhr reiste die Könrgm nach dem Süden weiter. .
j Fnlda, 27. Sept. Mr die Hebung des Verkehrs und Förderung von Handel und Industrie im östlichen Bog els- berc würde die Herstellung einer Bahnverbindung zwischen Fulda, Freieuste inan und Salmünster, welche oan beteiligter Seite wtt Eifer erstrebt w-ird, von großer Bedeutung fein, weshalb auch die hier bestchende eraimma zur Hebung der VertehrsverhÄtnisse", welche die
Berlin, 26. Sept Als Vertreter des Kaisers bei der Ent- büllung dä Wagner-Denkmals w.rd Prrnz EUel Friedrich a b t roirb der.FrA.Ztg. geschrieben: Als
neues Mitglied der Darmstädter K u n st l e r k o l o n i e wurde ! f) a n ft e i n aus München berufen. Ter junge Künstler hat sich kuret) Beiträge m illustrierten Zeitschriften und durch Arbeiten auf dem ^Gebiete des Buchschmucks, der Keramik und der Gold- fchmuckkunst einen Namen gemacht. »mber-
— Einer Wiener Depesche zufolge p o l e m i^s i e r t der Kmdev- mit qtrßf E i cb e r i ch im „9)t. Wien. Journ. gegen Profeffor na. s Behauptung auf dem Kasseler Naturforfcherkongreß, daß die k ü n st l i ch e Ernährung mit Kuhmilch eme un- Z_'Ä A x o (a »tfihr e i n e r n e k t i o n zur Tuberkulose zur Folge habe. Diese Behauptung entspreche nicht den klinischen ! Ersahrunaem ^Äehnliche Ansichteri vertreten nock) zwei andere 1 Gelehrte. — Am Sonntag hat eine Unterredung zwischen dem Ministerialdirektor A l t h o f f mit P r o s e s s o r n B e h r i n g in 9lordhausen stattgesmiden. Es hat sich mutmaßlich um die Fratze gehandelt, unter welchen Bedingungen das i n d e r immunisierungsverfahren gegen Tuberkulose von dem vreusiischen Staate erworben werden konnte.
P umer der Redaktion des Hoikapellmeister D r. Ri ch ar d Strauß beginnt demnächst der Verlag von Julius Band m Berlin ein neues, groß angelegtes Unternehmen ,D i e Musik. Es handell sich um eine, in regelmaplger Folge erscheinende Sanunlung von musikästhetischen und mulikbiographischen Monographien. Für das Unternehmen sind u. a. solgende Alltarbeiter gewonnen: die Professoren PH. Wolstum-Heidelberg, Dr. Oskar Bie und H. ^^Septemb2-Heft der „Kunst" (München, Bruckmann, Preis vierteljährlich 6 Mibrmgt zum 100 Geburtstag des MeMers eine hübsche Ludwig Richter-Veröffentlichung, die in - ihren 31 Illustrationen interessante Einblicke in das gesamte Schaffen dieses Künstlers gewährt. Erich Haenel analysiert m einem . b^ileitenüen Aussatz fern das Wesen der Richterschen Kunst die ihm nut Recht ein Tröpslein Himmelsäther in den Z^auheiten und Härteii dieser Wett dünkt. Der sonstige Malt dieses Heikes setzt ' I sich rusammen aus einem Referat über die Ausstellung im Münchener ° Glaspalast (28 Abbildungen), einer Besprechung des der modernen -1 dekorativen Kunst gewidmeten St. Petersburger Unternchmen^ „Ssovremennme Jskusiwo" (21 Abbildungen- und abgesehen von ) bem reichhaltigen Notizentell, den nachstehenderi ckiffiatzen. Künstlerische Holzspielsachen (HAbbildungen); Die neue Kunstyalle m Dessau (13 Abbildungen-: Arbeiten von Max Benirschke (14 Abbch
Gerichtssaal.
Darmstadt, 29. Sept. Vor der Strafkammer stand der Lehramtsassessor Dr. Heinrich Wagner von Oppenheim, früher an der höheren Bürgerschule in Langen, wegen Amts- vergehens. Am 5. Plai hatte der Angeklagte bei den Ausgaben des 12 Jahre alten Friedrich Wilhelm- Schäfer von Langen die Ueberzeugung gewonnen, daß diese aus dem Buch abgeschrieben seien. Auf seine Frage, ob dem so sei, antwortete der ^nit ,Nein^, wobei er auch später l^harrte. D^ Lehrer gab chrn deshalb einige Ohrfeigen und üeß ihm etwas Bedttckzell. Als die Sache trotzdem nicht anders wurde, lleß Wagner den Stock holen, ! nahm den Schüler mit in ein anderes Zimmer, zog ihn über eine ! Bank und verarbeitete ihm das Gesäß. Dem Knaben gelang es, !sich nach hinten durchzuwinden und unter die Bank zu schlupfen, er wurde hervorgeholt und oon neuem zerblaut, habet Uwiinue der Lehrer seinen Kopf zwischen die Beine, jo daß an em Entrmiien m^t mehr zu denken war. Als der Schuler mittags nach Hause kam, zeigte es sich alsbald, daß derselbe^ vom Rucktreuz bis die halben Oberschenkel hinab Striemen an Striemen hatte, der Rektor Schüz, der alsbald Augenschein einnahm, mußte zu seinen Leidwesen zugest^eii, daß hier des Guten zu viel geschehen sei, diese Ansicht teilte auch der Kreisarzt, der 7 Tage spater noch Spuren der A! iß Handlung an dem Körper des blutarmenKmdeswahr- nahm. Der Verletzte hütete eine Zeit lang das Bett, nach fünf I Wochen etwa trat er in die Schule wieder ein. Seme Ottern erhoben Anklage. Wegen dieses Vergehens wurde er zu 50 Mk. Geldstrafe verurteilt. _ . n y
Berlin, 28. Sept. Das Schwurgericht des Landgerichts 1 verurteilte den wegen Urkundenfälschung und Betruges angeklagten Kalkulator im Ministerium des Innern, Meder, unter Zubilligung inildernder Umstände zu vier Ja0ren Gefängnis, unter Anrechnung von 2 Jahren Unt«1uchungshast, und zu fünf Jahren Ehrverlust. Die Fälschungen bestanden darm, daß Meder Anweisungen des Ministers Frhrn. v. Rhembaben und des Geheimrats Aiarbach auf den Dispositionsfonds fälschte und die erhobenen Gelder im Betrage von 7870 Mark für sich ver-
^^Berlin, 28. Sept. Der Lokomotivführer Grothe, bei am 2. Mai im Bahnhof Friedrichstraße das schwere Eiseu- bahnungluck verschuldete, wurde von der ershea Strafkammer zu neun Monaten Gesanguis verurteilt.
Beut Heu (Oberschlesieu), 28. Sept. Heute vormittag begann die Vertzmidlung gegen acht Rädelsführer des Laurahütter Wah l krawalls. Dre Anklage geht aus Aufruhr und Sachbeschädigung, 50 Zeugen sind geladen. । Zalwetund Herlichr^^olküwirlschast Berliuer SSrse vom 28. September 1903.
Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Prioat-Diskont 33/< Prozent.
Ansangs- u. Schlußkurse.


