Dienstag AN. September 1903
GietzenerAnzeiger
Seueral-Anzeiger
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Dem Gießener Anzetgee werden tm Wechsel mit dem HMschea Lmrdwirt die Gietzeurr Lamitteu« dWttvr viermal irr der D'^che Se^el-Ht.
KotattonSdrmck *. Berr
Ve-ngsprei-r monatuch75P^ otertti* iäkrllch Mk. 2.20; durch Avhole' u. Zweigstellen monatltd) 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel» lährl. ausschl. Bestellg. 2ltmahme von Anzeigen für die TageSnummer bis vormittags 10 Uhr, ZeUenpreiSr lokal 1L Pf»
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MM Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen
Ter Kaiser hat mut, wie uns heute aus Berlin gemeldet wird, versüßt, daß vorn nächsten Jahre ab den Leiden Berliner Nernrgesellschasten wieder eine Ar^ahl Sonntage freigegeben werden. Es heißt, daß der Hvppe- aarten, der mit größeren Soruen als Carlshocst zu kämpfen hat, acht Sonntage erhalten soll.
Stcurtsgewall. Und dasselbe gilt ja auch von Lei chs- tags-, Landtags- und Stadtverordneten, die, mögen sie abstirmnen wie sie wollen, einen Teil der Le- gierungsgewalt anSnracheir. Ebenso gehören Mitglieder der Gewerbegerichte dazu. Man si^t, die ganze Bebelsche Nosolution war eut Produkt seines Eigensinns und Än Widersinn. In England haben die Sozialisten langst er- karull, in welch krassem Widerspruch sich die dentst^n Genossen befinden, wenn sie sich rrrr Zündt-age Wrd beim Bürgereid eidlich aus die Berfäffung verpfliHeu urrd doch als Parteiverrat bezeichnen, wen» ein Genösse irgend einen staatlichen Posten anrrünnct. Man darf gespannt sein, ob Sc^mdt verzichtet oder etwa die Streitfrage sich dadurch
Keer rmd Motte.
Die für das hessische Leibregiment Nr. 117 in Mainz errichtete K aserne, die bisher den Namen Barba- rosia-Kaserne führte, ist auf den Wunsch deS Großherzogs nach seiner Mutter Alice benannt worden. Der Kaiser hat hierzu die Genehmigung erteilt. Die Einweihung findet am 15. Oktober statt.
In einzelnen Blättern wird der Besorgnis Ausdruck gegeben, eö könnte die nächste Tagung des Reichstages vorübergehen, ohne daß eine Novelle zum Gesetz, bete, den Servistarif und die Klasseneinteilung der Orte vorgelegt würde. Bekanntlich ist durch das Gesetz vom 7. Juli 1902 vorgesehen, daß die nächste Revision, der Klasseneinteilung der Orte spätestens mit Wirkung vom 1. April 1904 ab erfolgen solle. Offiziöser Verlautbarung' zufolge ist es selbstverständlich, daß an ben zuständigen behördlichen Stellen die Vorarbeiten für die in Aussicht zu nehmende. Novelle zu dem frühest möglicher! Termin in Angriff genommen und inzwischen gefördert wurden. Ebenso sicher sei es, daß dem Reichstage die Novelle sobald wie irgend möglich zur Beratung und Beschlußfassung zugestellt werden wird.
Etzr ssztsHrMskratLscher BLrgerrsrister.
In Dresden ist verkündet worden, daß es den revo- lrrtlonLren Grundsätzen der sozialdemokratischen Partei widerspreche, wenn ein „Genosse" irgend einen „Anteil an der Legierungsgewalt innerhcub der bürgerlichen Gesellschaft erstrebe. Jetzt registriert der vorwärts" mit Vergnügen, daß irr BietigchLim, einem 2500 Einwohner zahlenden Städtchen Badens, ein Sozialist zum Bürger- meister gewählt worden ist. Wenn das wahr ist und Schmidt nicht mu der Parteidisziplin willen auf den Losten verzichtet, so muß schleunigst der unbotmäßige Äenosse aus
rede, grause Rache schwor und die Macht hatte, jeden Widerspruch niederheülen und mit der ^kommunikatvon strafen zu lassen-"
Der „Sotto." dWHt augesichM dieser GErung Harden, ,cha er wirklich schlimme, vielleicht auch ungerechte Worte hat über sich ergehen lassen müssen", mildernde Umstärrde zu; zugleich bringt er Gegenerklärungen von Bebel und Bernhardt, die den zwecklosen persönlichen Streit fort- setzerr. Bebel antwortet, er halte es ,,selbstverständlich sirr unter seiner Würde, auf den Versuch Hcrrdens, ihm . einen Kübel voll der -übelriechendsteu JugrediLnzien über den Kopf zu schüttel, auch nur eine Zeile zu antworten. Allem Arrschein nach leide Harden an komplettem Größenwahn. Georg Bernhardt bezeichnet die Behauptungen Hardens über ihn einfach alÄ unwahr.
UoMische Tagesschau.
Harde« eontrs Beöcl und Genoffen.
ZÄ der nenesterr Rümmer der „Zukunft quittiert, wir wir bereits kurz meldeten, Maximilian Harden über die Beschimpfungen, die ihn: von feiten Bebels zugeschleudert toorben sind, und über die Verleugnung, die ihm'feine bisherigen Mitarbeiter, die Bernhardt, Brann, Göhre haben Ärtell werden lassen. Er tut dar, wie sich diese Herren um oie Mitarbeiterschaft an seinem Blatte bemüht und wie sie — speziell Bernhardt — sogleich nach Schluß des Parteitages wieder mit ihm anzukuüpfe'n versucht hoben. Am Schlüsse seiner Ausführungen sagt Harden: „Die Bernhardt, Göhrll Brann, Heine haben auf dem Parteitage über mich nicht die winzigste erweisliche Tatsache erfahren, die sie vorher nicht konnten und die geeignet wäre, ihre hundertmal beteuerte Hochachtung vor meiner Person und Arbeit auch- nur um ein'Quentchen zu mindern. Sie denken auch über Person und Arbeit heute genau wie vor dem Parteitage. Die Genossen Bernhardt und Heine haben's mir in Briefen aus Dresden bestätigt; die Genossen Braun und G-öhre werden nicht wagen, mich unsittlichen Handelns zu zeihen. Und loarum haben die vier durch Reden und Schweigen den Meuchelmordversuch unterstüüt, warum zu Unwahrhaftigkeit und feigem Verrat fuh erniedrigt? Well sie vor der Wut der ausgrstachellen Masse zitterten. Weil der alte Meister
nicht bestätigt wird. _
Niedergang der deutsche« Voklblrtt'Pfer^zrtchll
Die deutsche Vollblutpferdezucht ist nach Ansicht des Oberlcmdstallmeisiers v. Fehndorfs in einem Rückgänge begriffen, der eine gründliche Reform nötig mache. Sicher ist, daß sich gegenwärtig 'auch militärische Kreise für die Frage des Niedergangs der deutschen Vollblutzucht ürter^ ef fieren. Der Kriegsminister v. Einem bereist gegenwärtig die Provinz Ostpreußen zur Anspizierung der Köntgüchen Revcontedepots. Anscheinend wlll er dieseDen Berhältnrffe einer Prüfung unterziehen, über die kürzlich der Vorsitzende aller preußischen Gestüte, der Oberlandstsllweister Graf Fehndorfs, bent L^ais er einen Vortrag hielt. Leber diesen Borrrag erführt der „^okalmrz.", daß er folgende Themen betroffen habe: Graf Ehndorfs behandelte allgenreine Fragen des Renrr- und Zrochtbetriebes, sowie den Niedergang der deutschen Vollblutzucht und die zu tiper Hebung, notwendigen Reformen. Der Oberlandstallmeister führte u. a. aus, daß selbst durch einrnalige Einführung hervorrag end er englischer und ftanzösischer Deckhengste sich eine völlige Regeneration der deuLschen Volldlüter nicht er- nwglichen lasse. Der Grund dafür sei anscheinend m unseren klimatischen und FuLterverhältrnsisen zu suchen, die der Vollblutzucht durchaus ungünstig juib. Um mit dem Auslande erfolgreich konkurrieren -zu können, müßte eine fortwährende Ergänzung unseres Zuchtmaterials durch Ankäufe fremder erstklassiger Pferde erfolgen, für die die zur Verfügung stehenden Mittel bei weitem nicht ausreichen. Deshalb sei, wenn überhaupt Desserurlg geschaffen werden soll, eine durchgreifende Aenderung des Rennbetriebes eine unumgängliche ^iotweirdigkeit. Der Rennbetrreb muß lükra-»- tiver gestaltet werden, und um dieses zu ermöglichen, müsse man in leirfto Linie ew^r Resormatron des Totalisators näher treten.
Areiitzts«h«r KeLegUrjerrtsg -er «atioUlUktöeraürr Partei.
n.
Hannover, 28. Sept.
Tie tzestriaen Derhandllurgen des Delegiertentages der naLllmaüwercllen Partei in Preußen führten zu einstimmiger Annahme des vom ZenüraIausschng vorbereiteten Wahlaufrufs. An den Kaiser wurde ein Huldigungstelegrarmn gesandt. Zum Wahlaufruf sprach Tr. Scrt t l e r über die Kolitischen Mfiga ben d»er jeitzigen LaAe. Mit der Sozialpolitik des richtigen Maßes, des besonnenen und zugleich kräftigen Fortfchxelleus habe die natioualliberale Jartet siegreich bei den Wahlen bestanden. Dieses ,Ber- illen zeichne zugleich die Richtungslinie für die Front- telluug zur Sozialdemokratie. Auch! naiven Gencütern habe wohl der Dresdener Partellag die Llugen geöffnet. Jetzt wisse man, wie die Äwäger der neuen Kultur aussehem Alle solche radikalen Klassenbelvegungen führten immer zur Diktatur des Einzelnen; die brutale Verkündigung des ^anz einseitigen Klassenstandpunktes habe den. fteiheits- ellldlichen Charakter der Sozialdemokratie offenbart. Der Redner bewertet die Stellmcg des Zentrums im neuen Reichstag nud nannte die Konservativen Schlcppeuträger des Zentrmus. Die höchste Gefahr drohe von einer ton*
Friedberg i H., im September 1903.
Mein lieber junger Herr Lmllsbruder! Wie Sie wohl wissen, ist sell etwa Jahresfrist meine hiesige homiletische LehrtatigLell nicht mir, sondern auch meine Personlichkell zum Gegenstände heftigster sachlicher und per sdu* kicher anonymer und öffentlicher Angriffe gemacht worden, die mir mehrfach die Grenzen der Wahrheit'zu überschreiten scheinen. Die jüngste Generation der Mllglleder des Predigerseminars glaubt behaupten zu dürfen, „man lerne nichts" oder „doch lange nicht genug", ich „demoralisiere die Kandidaten schaff, „könne meine Autorität nicht aufrecht erhalten^ und „meine Persönlich feit wirke sittlich-religiös erschlaffen d". Ich würde diese ungerechten Vortvürfe mit gutem Gewissen ruhig ertragen, wem: sie nicht zu vergifteten Waffen Hegen meine berufliche Existenz in Hessen geschmiedet und namenllich als Urteil 5er gesamten früheren Kaudidatenschaft Jett 1896, das heißt seit meinem, von mir nicht begehrten, Eintritt in mein hiesiges Doppel- amt als Professor am Predigerseminar und als Pfarrer der hiesigen Gerneinde, gegen mich in die Wagschale des öffentlichen und behördlichen Urteils geworfen wurden. Es ist geradezu behauptet worden, die jetzige Generation hätte mit ihrem Urteil gegen mch- fast sämtliche Kandidaten der letzten sechs Jahre zu Hintermännern! Elliem so zugespitzten Angriff gegenüber bleibt mir nur übrig, mich an die früheren Jahrgänge und fomit persönlich auch an Sie, geehrter Herr AMtSdrnder, als meinen Mhereu Zuhörer mit der Frage zu. wenden, ob Sie auf Grund Ihrer Semtnar-Er- sahrung hier obiges Urteil und Vorgehen gegen mich bllügen und mich ermaüstigerr, von Ihrem Urteil Gebrauch zu M machen? Da ich demnäM bar wichtige Entscheidungen gestellt bin, darf ich Sie wohl erftrche«, mir' möglÄP umgehend meine Bitte durch ein offenes und, wie ich Mfen darf, wohlwollendes Urteil zu erfüllen. Mein Gewissen gibt mir das Zeugnis, wenn auch in menschlicher Fehlbar- leit, doch mit meinem besten Wissen und Wollen, wie in meinem Pfarramt, so auch in meinem theologischen Ähr- aint den mir anvertrauten Seelen in persönlicher Treue gebient zu haben! Gott befohlen! Mit amtsbruderllchem Gruß tu treuem Gedenken ergebenst
Kirche «Ad Schule.
Die Mißstände im Friedberger Prediger- f em in ar. K)lgender Brief des angegriffenen Pvosesfors Schöler an seine früheren Schüler ist von öffentlichem Jnetresse, den wir in M. 38 des „Protestantenblattes" lesen:
servativ-llerikalen Mehrhell im Landtag der Volksschule, und die Zweifel an dem nötigen Rückgrat der Regierung spornten die letzte Kraft an, eine starke nationale und liberale Partei zu erringen. Der Abg. Wall brecht sprach über die preußische Wirtscha ftsp olitik und erwies an treffenden Beispielen, daß eine gute Verkehrspolitik auch eine gute Sozialpolitik ist.
Der letzte der drei großen Bortrage, die Rede deS Abg. Tr. Hackende rg über Kirche und Schule war eine Auftechnung und Abrechnung mit dem Zentrum und seinen Nachtretern, ein Aufruf mid Alarmruf zur Wahrung der geistigen Güter. Er steckte die Grenzen ab mit sicherer Hand, zeigte die Aufgaben ' der liberalen Wachtposten und belebte den Glauben an einen die Kräfte nach wie vor belebenden Idealismus. Eine nicht endenwollenLe Kundgebung feierte den Redner. Erst nach einer Pause konnte in eine Erörterung ein getreten werden, die keinen großen Umfang annahm. Einen Antrag Berlin betreffend alljährliche öffentliche Parteitage überwies man dem Zentralvorstand; der anbere Berliner Antrag über das etwaige Zusammen gehen mit Sozialdemokraten zu Wahlzwecken fand so gut wie kein Echo. Ter Kölner Delegierte Bau erklärte, daß der Verband der nationalliberalen Jugendvereine damit nichts zu tun habe. Siebert-Hagen und Dr. Lohmann-Kreuznach triefen jede Möglichkeit des Eintretens für einen Sozialdemokraten gegen eine andere Partei, auch gegen das Zentrum, ab. Mll einer Schlußansprache des Abg. v. Eynem waren nach vierstündiger Dauer die Verhandlungen beendigt.
23. Kosgreß des Aeulsche» Aereius für Armenpflege und WoylläligKeit.
(Eigener Bericht des.Gieß. Anz.)
IV.
Der Korreferent Dr. Eschle, Direktor! der Kreispflege- anstalt zu Sinsheim in Baden, erklärt sich gegen jede Verallgemeinerung der aus den besonderen ErfaHmiigen einer Anstalt erwachsenen Grundsätze, auch gegen allzuweitgehende Spezialisierung der Anstallen, da größere Anstalten leistungsfähiger seien. Dagegen ball er eine mannigfaltige Gestaltung der Arbeih ganz den individuellen Bedürprissen entsprechend, für erziehlich unentbehrlich und auch für möglich. Das setze freilich einen Anstaltsleiter voraus, der ganz in seinem. Berufe auf geht, und der durch seine Ausbildung geistig und moralisch b-a^i befähigt sei. Er hält in erster Linie einen Arzt dafür geeignet, besonders um deswillen, weil er geneigt ist, die moralischen Defekte, die sich bei den Anstallsinsassen insofern gellend machen, auf physische Defekte zurückzufuhren.
In der Diskussion tritt Landgerichtsdirektor Dr. Aschrott-Elberfeld auf Grund seiner in England gemachten Erfahrungen für die Vorzüge der geschlossenen Armenpflege ein und hält sie nicht nur in den in den Leitsätzen angeführten Fällen, sondern in viel weitgehenderem Maße für anwendbar. Er wünscht darum eine Fassung der Thesen, die das nicht cmsschjlietze.
Lar^eÄ:at Gerhardt-Bermr hall Anwendung von Zwang für ganz unentbehrlich. Geh. Oberregierungsrat v. Massow beleuchtet die Schwierigkellen, die der Errichtung leistungsfähiger Anstalten und der Bildung größerer Verbäiche entgegen stehen. Es fehll vielfach am Geld und an den Menschen. Es sei aber ein dringendes Bedürfnis, daß toll durch nufere Verhandlungen auf diesem Wege wellerkommen. Kllchenrat Höchstät ter-Lörrach wendet sich gegen die von Dr. Aschrott erftrebte 'Ausdehnung geschlossener Armenpflege, die nur in ebensolcher engen Begrenzung in Anwendung zu kommen habe, wie die Anstaltserziehung für Kinder, da die Anstall in die Freiheit des Menschen und in die Familienrechte allzu tief eingreise, währet Senator Hildebrand-Bremen aus seinen Bremer Erfahrungen bestätigt, daß die Unterordnung unter eine verständige humane Hausordnung für die Pfleglinge des ArmeTchauses den Verlust an Freiheit aufwiege, und daß darum gegen Erweiterung im Sinne der Ausführungen von Dr. Aschroll nichts einzuwenden sei. Auch Referent Dr. Bühl erklärt sich grundsätzlich dafür.
Im Gegensatz zu dem, Storreferenten hält er für die Leitung einer solchen Anstalt einen Praktiker für geeigneter, als einen Arzt. Auch legt er unter dem Beifall der Ber- sammlung dagegen Verwahrung ein, daß durch die Auffassungen des Korreferenten jede moralische Verantwortlich keit beseitigt werde. Zum Schluß werden die von beiden Referenten in der folgenden Form vorgelegten Lellsätze cmgenonynen:
1. Me geschlossene Armenpflege ist im allgemeinen nur da anzuwenden, wo Arbeitszwang unter Aufsicht sich als notwendig erweist, und da, wo der körperliche oder geistige Zustand des Armen eine Beaufsichtigung oder Pflege erfordert, wie sie nur in einer Anstalt geboten werden kann.
2. Da die hierfür erforderlichen Anstalten nur von finanziell leistungsfähigen Körperschaften errichtet und unterhalten werden können, so ist, soweit nicht berells entsprechende Maßnahmen getroffen sind, die Bildung von Gesamtarmenverbänden oder von Zweck- verbäuden nach sächsischem Muster anzustreben.
3. Auch im Rahmen der geschlossenen Armenpflege ist nach Dtöglichkeit zu individualisieren. Von einer Trennung der Geschlechter ist bei würdigen alten Ehe', a ar en Abstand zu nehmen.
4. Eine angenehme Beschäftigung aller arbeitssähigen Insassen erscheint aus individuellen, armenpflegerischen und finanziellen Gründen geboten; für die rüstigeren ist in erster Linie larrdwirtschaftliche und Gartenarbeit zu empfehlen.


