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Jul. Bach
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L Lützellinden, 26. Nov. Ein Unterrichts- kursus im Obstbau begann am vorigen Montag hier unter Leitung des Obstbaulehrers Kilp aus Wetzlar. Es beteiligten sich an dem Kursus etwa 20 Personen. Ter praktische und theoretische Unterricht umfaßte Pflanzung, Schnitt und Pflege der Obstbäume. .Heute wurde der Kursus geschlossen. Die tägliche Unterrichtszeit lag von 9—12 und von 2—5 Uhr.
Q Fronhausen, 26. Nov. In der Nähe der Neh- mühle wurde gestern abend ein Knecht von seinem eigenen Gefährt überfahren. Nachdem die Pferde dann ohne Führer zu Hause anlangten, suchte man nach und fand den Bedauernswerten bewußtlos auf der Chaussee liegen. Man brachte ihn sofort in die Marburger Klinik.
[] M arburg, 26. Nov. Dem soeben erschienenen Stutz e n t e n v er ze ichn is ist folgendes zu entnehmen: Die Gesamtzahl der Studierenden beträgt 1154 gegen 1096 im letzten Winter und 1286 im Sommer. Außerdem sind noch 92 Hörer zugelassen. Es studieren 92 Theologie, 315 Jura, 149 Medizin und 597 Philosophie.
Fr a n kfur t a. Mu, 27. Nov. In der neulichen Gesamd- sitzung des Bezirks-Eis enb ah nrates Frankfurt wurde zunächst der Antrag der Magdeburger Zichorien- sabriken aus Ermäßigung der Fracht aus Zichorienfabrikate —■ um denselben den Wettbewerb gegen die süddeutschen Fabriken zu erleichtern — abgelehnt in der Erwägung, daß der Vorsprung der letzteren wesentlich auf der Güte des Fabrikates und geeigneter Reklame beruht und nicht auf der Ungunst der Tarife. Ter Antrag der Direktion Mainz aus Gleichstellung der Zriertarise im früheren Gebiete der hessischen Lutzwigsbahn mit den allgemeinen Tarifen der preußischen Staatsbahn fand vielfachen Widerspruch von hessischen Vertretern, wurde aber gegen eine kleine Minderheit angenommen. Die Vertreter badischer und hessischer Handelskammern erhoben Widerspruch wegen der zu befürchtenden Schädigung der süddeutschen Steinsalzbergwerke Keilbronn) und der Neckarschisfahrt. Nach Befürwortung durch die Staatsbahnverwaltung wird der Ausnahmetarif nach Belgien mit 26 gegen 15 und die Gleichstellung der Frachten von Volpriehausen und Freden mit denen der Stationen des Syndikates mit allen gegen 3 Stimmen angenommen. Ein Antrag des Frhrn. Waitz v. Escheu (Kassel) auf vermehrte Einstellung von 10 Tonnen-Wagen bezw. Neubestellung von solchen an Stelle der abgenutzten (gegenüber der Tendenz, immer größere Wagen von 15 und 20 Tonnen Tragkraft allmählich einzusühren), gab Anlaß zu einer lebhaften Diskussion. Der gegenwärtige Wagenbestand der Staatsbahnverwaltung besteht in: a. gedeckten Wagen 22000 zu 10, 15 600 zu 121/2 und 42 000 zu 15 Tonnen; b. offenen Wagen 47 000 zu 10, 29 000 zu 12V2 und 71000 zu 15 Tonnen. Die Verwaltung erkennt an, daß die vermehrte Beschaffung größerer Wagen hier und da Schwierigkeiten machte, beruft sich aber daraus, daß seit kurzer Zeit von vielen Seiten darauf gedrängt werde. Die Gewährung der billigen Rohstoff-, Düngemittel- usw. Tarife hänge mit der Anschaffung der größeren Wagen zusammen. Vertreter der Ton- und B-ri- kettindustrie traten für Beibehaltung der 10-To nn en-Wag e n ein, desgleichen solche der Landwirtschaft und der chemischen Industrie. Ter Antrag wurde mit Stimmengleichheit abgelehnt.
gearbeitete gilt immer noch als etwas besonderes — und mit Recht. Es braucht ja gar nicht so kunstvoll und korrekt auszu fallen, wie man's für Geld gleich fertig kaufen kann; es braucht auch keineswegs ein recht kostbarer Gegenstand zu werden, — die Hauptsache ist und bleibt doch die Liebe, die den: Vater, der Mutter oder sonst einem teueren Fa- miliengliede erzeigt werden soll. Und dann die Vorfreude hei diesem Arbeiten an Weihnachtssachen! Wenn da ein kleiner Dreikäsehoch für den Papa die erste „Zeichnung," macht , oder wenn das Töchterchen seine Ausangs-Stick- verjuche mit allem Eifer neben der größeren Scchvester betreibt, und wenn dann alle die Laubsägearbeiten, Brandmalereien, Wand-, Tisch- und Sophastickereien, alle die Schlummerrollen, Briefbeschwerer, Zeitungsmappen und Pantoffeln glücklich fertig sind, — welch ein Nichterwartenkönnen des großen BescherungstageH, wo diese gewich- fligen Tinge unter Freudenblicken überreicht werden! Es geht auf Weihnachten! Leise erst und dann immer lauter erheben sich die alten beseligenden Weiynachtsstimmen; fte reden von Licht und Freude, von Frieden und Liebe. Rian stürt es wieder: die Menschen sind doch nicht bloß dazu du, um in wilder Konkurrenz einander möglichst viel abzujagen. Tas Heilairtzswort vom Geben, das seliger sei als das Nehmen, — gerade in diesen Wochen vor Weihnachten wird es von Millionen Ehristenherzen empfunben, uni) nicht nur der eigenen Familie wird dabei gedacht, sondern auch der Armen, die selbst kein Weihnachten bereiten können. Es geht aus Weihnachten! Da vnrd das Lerz auch gegen so manchen weicher, mit dem man in Verstimmung oder Feindschaft geraten war. Weihnachtsgedanken haben schon vielen Familienzwist geschttchlet, und unter dem Chrisrbaum finden sich Hände und Herzen, auch wenn schon saft niemand mehr an eine Versöhnung dachte. Möchte auch diesmal ein neuer, frischer Zug die Herzen beleben, ein Geist der Güte und des Friedens! Möchte es iin solchem Sinne wieder recht vielen zum Bewußtsein Lcmmen: Es geht auf Weihnachten!
§ Butzbach, 26. Nov. Nach heftigem Sturmwinde jeuie früh stellte sich gegen 9 Uhr bedeutender Schneefall hier ein, welcher mit kurzen Unterbrechungen bis gegen abend währte und meistens von Sturm begleitet war. Las Unwetter richtete wieder manch rlei Schaden an. — Die letzte der diesjährigen Kirch weihen der Umhegend wird von heute bis Samstag in dem benachbarten Fauerbach v. d. & gefeiert. Sie fallt so spät, daß int Volksmunde der dortigen Gegend das Sprichwort sagt: „Wenn's regnet und schneit, ist die Fauerbach er Kerb nicht weit."
)( Bad Nauheim, 26. Nov. Ein Ausbildungs- kurstis in der Krankenpflege findet im Laufe des Winters hier im neuen Volksschulgebäude statt. Ter Kursus verdankt seine Anregung dem Alice-Frauen-Verein.
g. Alzey, 25. Nov. Der hiesige Gewerbeverein hatte auf gestern abend eine Versammlung einberusen, in welcher das Wohnungsfürsorgegesetz besprochen wurde. Ten einleitenden Vortrag hatte Landeswohnungsinspektor Gretzschel aus Darmstadt übernommen. Es wurde einstimmig eine Resolution angenommen, in welcher der Wunsch ausgesprochen wird, daß die Stadtverwaltung in eine eingehende Prüfung der Frage der Besserung der Wohnungsverhältnisse eintreten möge.
Jul. Bach
Seltersweg Ecke Plockstrasse
Jul. Bach
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Vermischtes.
Dresden, 26. Nov. Beim Empfang der neugewählten Landtagsabgeordneten wurde dem König Georg auch der Bankdirektor Ulrich mit den Worten: Direktor Ulrich, Vertreter des 30. ländlicher! Wahlkreises, vorgestellt. Der König fragte: „Was sind Sie für ein Direktor?" Hieraus Ulrich: Ich bin einer von den wenigen, die noch nicht sitzen. Ter König drehte sich lachend um und meinte: Also einer von der besseren Sorte.
* Die Reste einer mäcytigen Nömerbrücke wurden kürzlich nach dem „Fränt. Kur." bei Klein- Krotzenburg unterhalb von Aschaffenburg bei einer Strombefahrung des Mains durch IDie Flußbaubehörde unterhalb des Wasserspiegels gefunden. Manche Pseiler- fundamente erwiesen sich als noch vollkommen gut erhalten. In den letzten Tagen hat man nun auch die Reste eines Landpseilers entdeckt. Die von der Behörde veranlaßten Nachgrabungen ergaben das Vorhandensein von acht Pseilerpsahlen von genau derselben Beschaffenheit, wie sie vorher auch gesunden worden waren. Die Länge der int September aus dem Flußbette hervorgeholten eichenen Pfeilerpfähle schwankt zwischen 75 Zentimeter und 2 Meter; meistens sind sie versehen mit etwa 35 Zentimeter langen zweilappigen, seltener dreilappigen Pfeilerpfahlschuhen. Im ganzen wurden bisher 45 vortrefflich erhaltene eichene Brüüenpfeilerpfähle ans Tageslicht gefördert. Die Römerbrücke hat wahrscheinlich auf neun Pfeilern geruht.
Wann unv wie soll man Sekt tnnkcn?
Diese Frage erscheint für den ersten Augenblick lächer* lich. Als ob man noch keinen Sekt getrunken hätte! Oder nicht wüßte, wie er zu trinken wäre! Und doch ist die Frage berechtigt. Denn es gibt verhältnismäßig nur sehr wenig Leute, die ihn zur rechten Zeit genießen. In der Regel kommt man auf ihn erst zurück, nachdem so viele andere, leichte und schwere Weine, vorangegangen sind. Das i st grundfalsch. Abgesehen davon, daß das Durcheinander von Wemen fast immer einen trüben Kopf hinterläßt, wird man einen richtigen Genuß von Sekt in solchen Fällen n i e haben» Den hat man nur dann, wenn man direkt zum Sekte greift, solange also Zungeund Gaumen noch nicht überreizt sind. Wer sich davon nicht ohne weiteres überzeugen lassen will, der mache einen Versuch. Er verlohnt sich, weil er dem Betreffenden einen Genuß verschafft, den er vorher nicht gekannt hat.
Man trinke auch nicht zu hastig und nicht zu viel auf einmal. Was für die Weine im allgemeinen gilt, gilt auch für den Sekt. Je mäßiger man im augenblicklichen Genüsse ist, um so mehr wird einem derselbe bekommen. Man wird dann nicht die üblen Nachwirkungen haben, welche sonst einzutreten pflegen. Als selbstverständlich ist, daß man nur zu solchen Marten greift, welche in Qualität und Geschmack völlig einwandfrei sind, wie „Kupferberg Gold". Für seine Güte und deliziösen Geschmack sprechen nicht nur der Umstand, daß es bei Hofe zu den immer wiederkehrenden Tafelgetränken gehört, sondern auch die vielen bisher erhaltenen Auszeichnungen. 7987
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