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besonders damals, als Fntz Reuter dort als Kurgast weilte und als solcher seine köstliche ,Waterkunst' schrieb. In den letzten Jahren konnte es trotz aller Bemühungen nicht gelingen, das Unternehmen einträglich zu gestalten. — In Kirchhain wurde im Amöneburger Stadtwalde ein schauer- licher Fund gelegentlich einer Treibjagd gemacht. Man fand dort im tiefsten Dickicht die stark in Verwesung übergegangene und von wilden Tieren zernagte Leiche eines Amöneburger Einwohners, der seinem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht hatte. Der Unglückliche war fett Mai d. Js. ver- schivunden, und die damaligen Nachforschungen nach dem Verbleib hatten keinen Erfolg.
digte soll sich in dem Mer seines Hotels vor venr Gasmesser eine Extraleitting haben leg^n lassen und dadurch das städtische Gaswerk in Len Jahren 1896 bis 1903 um den Betrag von 6ü00 Mark bestohlen haben. Die Verhandlung erfolgte unter Ausschluß der Oefsentlichk^it. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen des Gasdreibstah.s zu fünf Monaten Gefängnis, von der Anklage der Kuppele: wurde er sreigesprochen. ,, , , .
[] Marburg, 27. Nov. Ein Messerprozeß, be: dem es sich um acht Angeklagte, der neunte fehlte, handelte, beschäftigte heute das Lanogericht. In der Nacht zum 20. Oktober v. I. kam es in Liesseio im Kreise Breoenrops bei einem Rekruten-ALschiedsttänzchen zu einer gewaltigen Schlägerei zwischen Burschen des genannten Ortes und solchen von Frechenhausen. In der Wirtsfcube löschte man oie Lampen aus, bei welcher Gelegenheit ein kleiner Brand entsiaiw, und dann schlug man mit Messern, Flaschen, Glärern, Stühlen re. aufeinander los.. Dann gabs noch Fortsetzung aus der Straße, und schließlich wurden die izrechenhäuser aus der Flucht in einem Wielengrunde von einer Anzahl vermummrer Burschen übersatten und nochmals geprügelt. Auf beiden Setten hatte es damals Verletzte g.g.ben. Die gegen die Angeklagten erkannten Strafen gingen ots zu sechs Monaten tä?efängu.s.
— Ein neuer Dippold. Wie aus 9 i e g n i tz gemeldet wird, verurteilte das dortige Schöffengericht den Kaui m a n n s- l e h r l i n g Hütter, der wiederholt Knaben auf eine ent- legeneWieje g e l o ct t hatte und sie dort nut Stockhieben mißhandelte, sodaß euiev eine ganze Woche krank mar, zu drei Monaten Gefängnis, obwohl der Anttsanwali nur 60 Alk. Geldstrafe beantragt Hane. In dem Urteil wurde aus- geuihrt, der Angel lagie feiSadift. Er habe aus reiner Wollust schwächliche Rinder brutal gepeinigt. Hütter habe ähnliche An- lügen wie Tippold.
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Iraukhiri u. 28. Novernuer tau3
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d. Mainz, 28. Nov. Wilhelm Reich von hier ist vor der Strafkammer des schweren Diebstahls utw dec gewerbsmäßigen Kuppelei angeklagt. Der Angejchul-
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Kunst und Msenschüjt.
Berlin, 28. Nov. Tie Berliner L a r y n g o l o g i f ch e Gesellschaft wählte am Freitag Geh. Rat Professor Aloritz Schmidt einstimmig zum Ehrenmitglied. Ter Vorsitzende, Prosessor Fraenkel, verlas aus einem Briefe des wieder in Franl- furt weilenden Geh. Rates Schmidt die 'JJhttcilung, daß der Kaiser bei Ueberreichung des Geheimrats-Dekrets ihm gesagt habe: „Ta wirb sich auch die Laryngologie freuen!" Professor Fraenkel versicherte daß die Laryngologen darob voll freudigen Stolzes seien, und fügte hinzu: /Wir wollen Geh. Rat Schmidt durch Ernennung zum Ehrenmitglied Taiik abstatten, daß er unseren Kaiser durch eine glückliche Operation wieder hergesieüt hat.
— Wie aus Innsbruck gemeldet wird, erlitt die berühmte Wiener Schauspielerin .Helene Odilon im Tirolerhos vor der Nora Vorstellung eine Nervenerschütterung mit teilweiser einseitiger Zähmung. D:e Künstlerin ,oU in den letzten Wochen an hochgradiger Aus- regung gelitten haben. .
Airwiuigcti.
Origrrraldrahtmclduttgen des Gießener ^lnzeigers.
sc. F r a n : f u r i u. L l., "~3. 9cov. Im Alter von 87 Fahren starb p'ötz^ch der letzte offizielle Vertreter oer ehemals freien Reichsstadt Frankfurt a. M., Senator Dr. von Oran.
Märkte.
Gießen, 28. Nov. Marktbericht. Auf heutigem Wochenmarkt kosteten: Butter pc. Pfd. 1,00—1.20 Mk., Hühnereier 1 St. 8—10 Big., 2 Stck. 00—00 Pfg., Gausceier 00—00 Pig., Enteiieler8—0 Pfg., Ku,e pr.Stck.6—8 Ps.,Käjematte2Stck.5—6Plg., Erbsen pr.Ltter 21 Pfg., Liufeupr. Liter 32 P>g., Dauben pr.Paar0,70—09,oMk., Hühnerpr. St. 1 Bo—1,80 'jJiL, zahlte pr. Stück 0,70—1,50 Alk., Emen pr. totiid 1,70—2,20 Alk., Ganje pr. Pfd. 50—60 Pfg., Ochscuslcisch pr. Pfund 68—78 Pfg., Kuh- und "Rindfleisch pr. Pfund 62—66 Pfg., Schweine- geisch pr. Pstnid 66—76 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd.'70—76 Pfg., Hammelsleifch pr. Pfund 65—74 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 5,00—5,50 Alk., Weißkraut per Stück 5—7 Pfg., per Zentner 1.3Ü—1.60 Alk., Zwiebeln pr. Zentner 4,50—5,00 Ack., Alilch per Liter 18 Pfg., Aepfel per Zentlier 16 bis 02 Alk., tu Korben 00—00 Pig. Nufse 100 40 4^9-—
ußfl ütn ä>tüvörsamsreMla oer Alaüt ^tr^eü.
Aufgebote.
November. 19. Heinrich Krauskopf, Hilfsheizer dahier, mit Christine Eitles in Oberelbert. 23. Heinrich Karl Johann ^cijmeUjer, Daglohner dahier, nut Elisabeth Augufie Wilhelmme Gehrte hier- selbft. 24. Philipp 9locker, Herzer dahier, mit Katharine Schmer m Annerod. 24. Hemrich Borig, Bahnarbeiter ui Garbemeich, mit 'jjiavie Janz dahier. 24. Tr. Eduard Leonhard Waldeck, pratt. Arzt m Rockenhausen, nut Wilhelmine Sophie Jughardt dahier. 25 Johannes Ruck, Dienfcknecht in Glieder-Walgern, nut Margarethe Siegel dahier.
Eheschließungen.
November. 21. Johannes Emmerich, Fuhrknecht dahier, mit Karoline Elisabeth Scha'er, geb. Scholl, hierjelbfl. 21. Louts Schäfer, Schneider dahier, mit Anno dllartha Schneider hierfelbft. 21. Konrad 'Maltomesius, Bremser dahier, nut Lotitse oay hierfelbft. 21. Johs. Erdniaun, Privatmann dahier, mit Aiarie Plock hierfelbft. 24. Georg August Berg, Grofzh. Regierungsafiefior m Aiaiuz, nut Karoline Jalobrne Schlüter dahier. 26. Alexander Hermamt Herr, Kellner dahier, mit Elise Margarethe Wnmecker hierfelbft.
Geborene.
November. 17. Tem Bahuwertftätteschlosier Heinrich Gödel ein Sohn, Wilhelm August Heinrich ^oljann Karl Ernft. 17. Dem Dachdecker Heinrich Schmidt XIX. ein ^ohu, Heinrich. 18. Dem Tienftmann Ehrifttau ^coll em Sohn. 2o. -tem llniverfuatsproiefior Franz v. Wagner eine Tochter, Hilda. 20. Dem Gerber Heinrich Belten em Sohn, Willy. 21. Dem Fuhrmann Karl Haas VI. eine Tochter, Anna Marie. 22. Dem Buchhalter Hans Greilich eine Tochter, Maria Johanna Eleouora. 24. Dem Taglohuer Friedrich Tretrich eine Tochter.
Gestorbene.
November. 20. Eva Katharine Emma Lehrmund, 1 Jahr alt, Tochter des Kellners Philipp Lehrmund dahier. 21. Baltha,er Emil Mallomesius, 70 Jahre alt, Privatier dahier. 22. Friedrich Ernft Schlffner, 9 Atoiiate alt, Sohn des Laglöhners Ernft ^chiffner dahier. 23. Alfred Muth, 3 Jahre alt, ^>ohn des Backermeifters Erlist Muth dahier. 24. Anna Aiuller, 5 Aionate alt, Tochter des »mhrmamies Friedrich Alüller dahier. 24. Heuirlch Schmall, 52 Jahre alt, Tachdeckermelfter dahier. 26. Ludwig Karl Aiuller, 69 Jahre alt, Schreniermeifter dahier. 26. Karl Klmgfpor, 64 Jahre alt, Fabrckalit dahier. 26. Alarte Hofmann, geb.öliesbach, 58 Jahre alt, Witwe des Alüllers Johaiiues Hofmaiiu dahier.
Vermischtes.
♦ Berlin, 27. Nov. Graf tzettor K w i l e ck i teilt nnt, daß weder er noch seine Verlvandten entgegen nnderweltü- gen Meldungen die Absicht haben, die Zeugengrbühren zu liquidieren t v .
* Berlin, 27. Nov. In der Handels'statte „Brandenburg" an der Spandauerbrücke, einem der größten Geschäftshäuser Berlins, brach gegen 4 M)r im ob-.ften Stockwerk ein großes Schadenjeuer aus. Ein Dienstmädchen schwebte in Lebensgefahr, wurde aber durch die Feuerwehr gerettet. Durch Eingreijen der letztern blieb der Brand aus das oberste Swckwerk beschiränkt, das größtenteils ausbrannte.
• Hildburghausen, 27. Nov. In der 1749 von Herzog Friedrich gegründeten Le ich ent ässe ,Fraternität" wurde em Manko von 100000 Ntark entdeckt.
• München, 27. Nov. Heute nachmittag entdeckte der Gendarmerie-Kommandant von Schleißheun in seinem Bezirk zwei Wilderer. Als er sich ihnen näherte, feuerten diese aus ihrem Zwillingsgewe hr aus ihn, ohne aber zu troffen. Der Kommandant zog seinen Revolver und schoß ebenfalls, wodurch einer der Angreifer schwer, der andere leichter verletzt wurde. Die beiden Burschen, welche Münchener smd, wurden mittelst Vorortzuges dotthin gebracht.
• Kopenhagen, 27. Nov. Im militärischen Staats- laboratorium wurde der Buchhalter Levtnant Petersen unter dem Verdachte, Unterschlagungen begangen zu haben, verhaftet.
• Rotterdam, 27. Nov. An Bord der „Caledonia', die im hiesigen Hafen ankert, ereignete sich eine schreckliche Explosion. Drei Nlatrosen wurden getötet, vier tätlich verletzt. Das Schiff erlitt erhebliche Havarien. Die Ladung mit Benzinfässern ist augenblicklich noch gefährdet.
• Troppau, 27. Nov. Seck mehreren Tagen sind hier über 5000 Personen an Brechdurchfall erkrankt.
» Der Hauptgewinn der Preußischen Klassen- Lotterie von 500 000 Mk. siel auf Nummer 135 927.
Vniverfitäts-Vachrichten.
— Der preußische Kultusminister hat durch Runderlaß an die Universitätskuratoren ungeordnet, daß künftig m den Abgangs- Zeugnissen der Studierenden neben den von den aka- denuichen Behörden ausgesprocheilen Disziplinarftraien auch die von den Gerichten wegen Verbrechen oder Vergehen ertanntin Strafen zu bemerken sind. Tie Aitordnung ist unter anderem un Huiblick darauf ermißt, daß nach der neuen Prüfungsordnung für Aerzte die Zulassung zu den Prüiungen und zum prattischen Jahre, sowie die Erteilung der Approbauoii zu öerjagen .fmö, wenn der Studierende oder Praktikant sich schwerer strafrechtlicher oder sittlicher Verfehlungen schuldig gemacht hat. Diese Befiimmung sand sich in der bisher geltenden Prüfungsordnung nicht.
Berlin, 28. Nov. Für die Stärkung b e 5 Deutschtums fin den Ost marken sollen in den nächsten preußischen Etat neue Forderungen eingestellt werden. Den ebangelischeu Deutschen in den Ostmarken soll ebenso wie den Katholiken bessere Gelegenheit gegeben, werden, ihren kirchlichen Bedürfnissen zu genügen, da sich annehmen lasse, daß dort, wo es an der Unterstützung der evangelijchen Kirche fehlt, das Nationalpolentum Ford- chritte macht. ™ ,
Wien, 28. Nov. Im Krschrnewer Prozeß be- -tätigte der Polizei-Pristaw Luzinsty, daß ihm schon vor dem Osterfest der bevorstehende Ausbruch der Unruhen bekannt war. Es sei ihm von dem Agitator Pronin das Aianustript einer von die.em verfaßten Hetzschrift „Wer ist der Schuldige" 14 Tage vor Opern übergeben worden, mit dem Ersuchen, ber der Verbreitung mitzuwirken.
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Privatklägers, gegen die Ehefrau des Karl Semmler in Gießen,
Angeklagte, wegen Beleidigung, hat das Großh. Schöffengericht zu Gießen am 20. November 1903 für Recht erkannt:
Die Angeklagte ist schuldig der Beleidigung im Sinne der §§ 185, 186, 200 St. G. B. und wird deshalb in eine Geldstrafe von fünfundzwanzig Wkark, ev. fünf Tagen Gefängnis und in die Kosten des Verfahrens, einfchließlich der dem Privatkläger erwachsenen notwendigen Auslagen verurteilt. Gleichzeitig wird dem Privatkläger die Befugnis zu- gesprochen, den entscheidenden Teil des Utteils nach Rechtskraft desselben innerhalb acht Tagen von Zustellung eines Auszugs des Urteils an ge-
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rechnet, im ^Gießener Anzeiger" auf Kosten der Angeklagten zu veröffentlichen.
Die Richtigkeit der Abschrift der Utteilsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urteils bescheinigt.
Gießen, den 21. Nov. 1903.
(L. 8.) gez. Losch, GenchtSschreiber des Großherzogl. Amtsgerichts.
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