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28.11.1903 Erstes Blatt
 
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Nr. 280

®r|(f)ftut eägltch auBei Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem heffifchen Landwirt bte Siebener Kamillen- blätter viermal in der Woche betgelegL

Rotationsdruck u. Der» In*] der Brühl lchen Urnverl.-Buch- u. Stein» drucke rel iPretlch Erden) StedakNon, Lrpedttwn und Druckerei:

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153. Jahrgang

Erstes Blatt

General-Anzeiger

Samstag 28. November 1903

monatlich 75 viertel-

jährlich Ml. 8.20; durch Abhole- u. Zweigstelle»' monatlich 65 M.. durch die Bott M.L.menel- jährl. auslchl. Beitellg. Annahme von Anzeigen ür Oie Lagesnummer jU pormtliagfl 10 Uhr. feilenpreiS total 12^ auSivdcti 8V tbg.

Deraaiworttich Hht der» polll and augem. Teil U W'itko kür .Stadt und ttanb* und .ÄerichlSjaal* August Gütz. *üt den An- zeiaenteil t>an e Deck.

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Zusamnttlischluß der kvangclischen Kirche.

Ter am G-eburtötagi Luth-ers, am 10. November, in Tresden erfolgte Zusammentritt desDeutschen e v äu­ge l i s ch e n K i r ch e n a u s j ch u s s e s" ist bei aller äußerer Bescheidenheit voch ein ktrchengeschichttiches Ereignis ersten Ranges, dessen B-edeutung und Wirkung erst in Jahrzehnten völlig, zur Geltung kommen wird. Wir geben denn nachstehend die Ansprache wieder, die der Kirch enaus schuß aus diesem Anlaß an die deutsche evange­lische Kirche gerichtet hat.

An Tr. 9jLarnn Suchers Geburtstag ist der neu ge­bildete deutsche Evangelische Kirchenausschuß zu seiner ersten Beratung in Tresden zusammengetreten. Seit hun­dert Jahren hat der deutschen evangelischen Christenheit ein äußeres Band ihrer Zusammengehörigkeit gefehlt. Nach dem Zusammenbruch des alten Rreiches, in dem sie noch eine gemeinjame Vertretung hatte, blled jede einzelne Llan- deslirche sich selLst überlassen. Wie mächtig bald daraus im deutschen Bolte der Trang nach Einheit erwachte uno wie die,e immer wachsende Sehnsucht in der Ausrichtung des deutschen Reiches ihre Befriedigung fand, i|t in den Müttern der Geschichte verzeichnet. Zu gleicher Zeit hat die katholische Kirche sich in Deutschland kraftvoll zu­jamm engejchlossen. Auch die deutsche evangelische Kirche hat im lebten Jahrhundert große Tage gesehen. Nie zuvor ist sie so reich an Werren barmherziger rliebe ge­wesen. Turch bahnbrechende Arbeit bedeutender Zehrer ist auch das Licht theologischer Wissenscyaft in bie evange­lische Welt hinausgedrungen. Aber wer hat nicht gar Manchmal mit uns schmerzlich empfunden, daß es ihr an jeder äußeren Einheit gebrach? Kein Wunder, daß Tausende mit uns seit langen Jahren nach festerem Zu­sammenschluß sich sehnten. Nun ist endlich auch damit ein hvfsnungsvvller Ansang gemacht. Nach Genehmigung der Laiidesherren, unter Zustimmung der Kircherrcegier- Lngen hat sich aus Vertretern der obersten Kirchenbehörden der Teutsche Evangelische Kirchenausschuß gebildet. Was wir anstreben, ist nicht eine kirchliche Neugestaltung nach Urt eines weltlichen Reiches. Tas wollen nur nicht; und wenn wir es wollten, so konnten wir nicht. Die Kirche jedes Landes soll wie bisher nach ihrem Belenntncs, nach ihrer Ligenart und gemäß ihren Ordnungen und Einrichtungen leben. Aber es gibt gemeinsame Jnreres,en die wollen wir fördern; gemeinsame Guter die wollen wir wehren; gemeinsame Not die wollen wir wehren.

Wenn künftig wieder ein Re^chsgese^ beschlossen wer­den soll, das auch für religiös-sittliche Fragen nicht ohne Bedeutung ist, so soll es nicht nur unter dem gewichtigen Lrnfluß der andern Kirche zustande kommen, wahrend die große evangeli.che Mehrheit des Volkes ohne gemeinsame Vertretung bleibt. Aua) wir werden im gegebenen Augen­blick unsern Mund auftun und an maßgebender Stelle die Interessen der evangel. Kirche wahrnehmen. Wir lieben den Frieden und wollen wahrhastig die Kluft, die unser Vaterland aus religiösem Gebiete durchzieht, nicht er­weitern. Aber wenn die Ehre unserer evangelischen Kirche öffentlich geschmäht wird, so soll es in Zukunft nicht von ungewissen llmständen abhängen, ob und wie dem be­gegnet wird wir werden auf dem Plane sein, um sofort dem entgegenzutreten. Der große Weltverkehr hat auch außerdeutscye evangelische Kirchen uns näher gebracht. Aber an wen sollten sie bisher sich wenden, wenn sie der evangeli.chen Kirche Deutschlands Gemeinschaft suchten? Wir werden künstig jeden Ruf von drüben freundlich erwidern unb alles tun, um das Band der Gemeinschaft auch mit den außerdeutschen Brüdern immer fester zu knüpfen. Und wie viele Kinder unseres Volkes ziehen aus der deutschen Heimat alljährlich hinaus in die weite Welt! Sie sollen doch weder deutscher Sprache und Sitte, noch ihrer Kirche verloren gehen. Unser Auge will ihnen in 2lebe folgen. Und da aucv hier gemeinsames Zusammen­wirken mehr Erfolg verspricht, als noch so treu gemeinte vereinzelte Hilfe, jo wollen wir den hervortretenden kirch­lichen Notständen in den deutschen Kolonien wie in der außerdeutschen Diaspora, unter möglichster Wahrung des Dekenntn.sstandes, gemeinsam begegnen. Und wieviel Ge­legenheit ivird sonst sich noch finden, für gemeinsame evangelische Interessen tätig zu sein! Nicht eine neue kirch­liche Oberbehörde tritt also mit dem deutschen Evange­listen Kirchenausschuh ins Leben. Was wir sollen und wollen, ist einzig und allein ein Dienst, dessen die deutsche eoangeli,a)e Kirche dringend bedarf und der ihr zur Zeit von keiner anderen Stelle aus geleistet werden kann.

Tie Ansprache schließt mit einem Appell. zur ver­trauensvollen Teilnahme und herzlichen Fürbitte aller oangetischen Glaubensgenossew

Keec uno

DerNationallib. Corr." zufolge soll gelegentlich einer Besprechung der Unz uträglichkeilen in den kleinen Grenzgarnifonen im Reichstage angeregt werden, den Offizieren, die längere Zeit in kleinen Grenzgarnisonen Dienst tun, Aeq ui valente zu gewähren in Gestatt von Zulagen, wie solche in den Ostmarken geschaffen sind.

cAiis Klam und innd.

Gießen, den 29. November 1903.

» Eine große Reihe von Artikeln haben wir, /ivegen außerordentlichen Jnseratenandranges in letzter Stunde, slüc die nächste Nummer zurückstellen müssen.

* Gemälde-Ausstellung. Die erst seit acht Tagen ^lsgestellten Kollektionen von Fader du Faur, München, Frau Wethe-Loetve, Gießen, Tltka Götz, Florenz, und Dr. Greiner,

Berlin, bleiben nur noch kurze Zeit ausgestellt, da wieder eine große Anzahl Gemälde zu einer neuen Ausstellung angemeldet ind. Der Vorstand hat beschlossen, von morgen, Sonntag, ab den Besuch der Ausstellung denjenigen mit ihren Familien rei zu gestatten, die erst für das kommende Jahr 1904 als Mitglied dem Kunstverein beitreten wollen. Durch diese Ver­günstigung haben die neu eintretenden Mitglieder Gelegen­heit, schon die gegenwärtige und die Dezember-Ausstellung rei zu besichtigen. Eine Liste zum Einzeichnen als Mitglied ür das Jahr 1904 liegt im Ausstellungssaale offen, auch ind die Herren vom Vorstand bereit, Anmeldungen entgegen­zunehmen.

** Promenadenkonzert findet morgen um ^12 Uhr in der Südanlage mit folgendem Spielplan statt: 1. Ouver­türe z. O.Die schöne Galathea" von Suppß. 2. Meditation von Bach. 3. Valse bleue von Margis. 4. Fantasie a. d. Op.Der fliegende Hollander" von Wagner.

** A us dem Bureau des Stadttheaters. Während der Sonntag uns mitIm weißen Rößl" und der Dienstag mitWohlthäter der Mensch­heit" ältere Stücke bringt, gelangt am Donnerstag den 3. Dezember das eigenartige einmalige Gastspiel des Ber­liner Salons für alle Kunst zur Aufführung. Die Gäste bringen eigenes Personal und eigene Dekorationen und Requi­siten mit. Zur Aufführung gelangen bekanntlichSalome" von Oskar Wilde, und dieGefangene" von Kayssler. Ueber die Absichten der hochinteressanten Gastspieltourn^c wird folgendes geschrieben: In der Ausstattung zuSalome" sind die bildenden Künstler einer Anregung des Direktors des BerlinerSalon für alle Kunst" gefolgt, die sie in ihrem Gründungsexposs mit folgenden Worten klar zu legen suchten: Es soll den Gebildeten ein Haus geschaffen werden, in dem er alles Schöne, das die Künste vereinzelt heroorbringen, in einem harmonifchen Ganzen vereint findet. Der Besucher soll in idealer praktischer wie ästhetischer Form genießen und mit den Werken der Kunst in so intime Fühlung treten, wie es sein eigner Wunsch ihm diktiert. Die Elemente stellen die Bühnenkünste, die bildenden Künste und die Musik. Die Verbindung mit der Bildhauerei und oec 9)ia(erci wird die Bühnenausstattung soweit fördern, daß die Kulissenvorhänge völlig verdrängt werden, wahrend die Musik das Wort des Dichters unterstützen soll, wo der Stimmgehalt der Dichtung es fordert. Die Aufgabe haben die Herrn Kruse und Corinth glänzend gelöst und anstelle der Soffitten und Kulissen plastische Bauten geschaffen mit Toren aus funkelnden Mosaik. An Stelle der Over- und Seiten- beleuchtiing wird das mystische stimmungsvolle Licht aus den Feuerbecken dec Säulen und dem leuchtenden Firmament des alles umschließenden Himinels gespendet. So haben hier Bildhauerei, Malerei, Musik und Dichtung sich zu einem Ganzen vereint, das die Darstellung des vortrefflichen En­sembles vollenden wird.

** Fünf Einbruchsdieb stähle wurden in der Nacht vom Donnerstag aus Freitag in unserer Stadt verübt und zwar am Seltersweg bei Tichy, Levy und Will). Horn­berger, in der P lockst raße bei Nennstiel und in ber Neuen Baue bei Jnderthal. Ten Einbrechern war es darum zu tun, bares Geld zu stehlen, doch sanden sie zum Glück weder in den Läden noch in den zwei Kontoren, die sie heim­suchten, nennenswerte greifbare Beträge vor Im Tichy- schen Laden wurde die Tageskasse, ca. 3540 Mk., welche zufälligerweise am Abend nicht gebeert war, mitgehen heißen. Man nimmt allgemein anFdaß die Tiebe von außerhalb^ gekommen sind.

** Stadtv. Haubach teilt uns im Anschluß an das Referat über die Stadtverordnetensitzung vom Donnerstag ergänzend mit, daß er das Ofengeschäft nicht, wie man viel­leicht annehmen könnte, erst betreibe, seit er Stadtverordneter sei, sondern daß er amerikanische Oefen schon seit etwa 25 Jahren verkaufe, überhaupt diese Art Oefen damals m Verbindung mit Herrn Theodor Küchler hier in Gießen ein- gesührt habe.

8. Friedberg, 27. Nov. Heute tagte hier im Hotel Trapp unter dem Vorsitz des Freiherrn v. Leonhardi zu Groß-Karben der Vorstand der Sektion Oberhessen der Gesellschaft für soziale Reform. Die Beratungen galten in erster Linie der Wohnungsfrage. Die deshalb veranstaltete Umfrage hatte bezüglich der Landgemeinden und der kleineren Städte das Ergebnis, daß eine eigentliche Wohnungsnot in Oberhessen nur an wenigen Orten bestehe, daß jedoch an manchen Orten die Erbauung einer Anzahl billiger Wohnungen Bedürfnis sei und daß es nur an dem rechten Unternehmungsgeist dazu fehle. Im Einverständnis mit den dem Vorstand angehörenden Vertretern der kleineren Städte wurde daher an das gleichfalls anwesende Vorstands­mitglied, Bauunternehmer Winn aus Gießen, das Ersuchen gerichtet, er möge den von Seiten der Gemeindeverwaltungen an ihn ergehenden Wünschen nach Erbauung billiger Arbeiter­wohnungen tunlichst entsprechen, was Herr Winn in dankens­werter Weise zusagte. Im übrigen war man der Meinung, daß angesichts der regen Tätigkeit, die der neu ernannte Wohnungsinspektor, zugleich auch als Geschäftsführer des Ernst-Ludwigsvereins, entfaltet, diesem die weitere Verfolgung dieser Frage vorerst zu überlassen und der Erfolg seiner Arbeit abzuwarten sei. Den zweiten Gegenstand dec Tages­ordnung bildete der Arbeitsnachweis. Auch bezüglich dessen ivar eine Umfrage veranstaltet worden. Man hatte

daraus die Ueberzeugung gewonnen, daß eine Ausdehnung des Arbeitsnachweises auch auf die Landstädte und das Land einem wirklichen Bedürfnis entspreche, und daß die Ver­waltungsbehörden dem freundlich entgegenkommen werden. Allerdings wurde die Schwierigkeit betont, daß bei dem großen Ärbeitermangel, der auf dem Lande bestehe, die Land­gemeinden einer jeden Einrichtung, die die Landflucht noch mehr zu begünstigen drohe, sehr mißtrauisch gegenüber stehen, an­erkannt, daß diese Gefahr sorgfältig vermieden, vielmehr aus eine Zurückführung der Arbeiter auf das Land Bedacht ge­nommen ivecden müsse. Von der Einrichtung einer Zentral­stelle für die ganze Provinz erwartet man aber auch dafür eine gute Wirkung. Es wurde beschlossen, zunächst mit dem Arbeitsnachweis der Stadt Gießen, sodann mit den Bürger­meistern der Landstädte in Verbindung zu treten, um dem­nächst in gemeinsamer Beratung die weiteren Schritte zur allgemeinen Organisation des Arbeitsnachweises festzustellen. Auch eine Beteiligung der Verbände dec Arbeitgeber und Arbeitnehmer wurde in Aussicht genommen. Zum Schluß machte der Schriftführer, Schiedsgerlchtssetretär Scherf aus Gießen, noch Alltteilungen über die für diesen Winter in Aussicht stehenden Vorträge.

R. B. Darmstadt, 27. Nov. Die Stadtverord­netenversammlung hat in geheimer Beratung bert gestern von uns mltgeteilien neuen Vereinbarungen mit ocr Großh. Regierung, wonach der jährliche Beitrag auf 20000 Mk. erhöht wird, einstimmig und ohne Debatte ihre Genehmigung erteilt. Die Frage der Feuerbestatt­ung in Darmstadt ist neuerdings in ein anderes Stadium eingeireten, das einen baldigen Abschluß im Sinne der Freunde der Feuerbestattung erwarten läßt. Schpn unter dem früheren Oberbürgermeister Ohly hatte die Stadt dem sehr rührigen hiesigen Verein für Feuer­bestattung einen Plaß zur Errichtung eines Krematoriums zur Ver,ugung gestellt und Kivar östlich vom Friedhof. Lieser Beschluß der Stadtverordneten wurde auch im vorigen Jahr auss neue bestätigt, und die Angelegenheit schien sich um so schneller zu entwickeln, als sich die Bürger­meisterei'bereit erklärte, das dort zu erbauende Krematorium in städtische Verwaltung zu nehin.n. Ter Feuerbestattuilgs- verein, dem für diesen Zweck ein Kapital von ca. 30 000 Mart zur Verfügung steht, nahm darauf mit erneutem Eifer die Verwirklichung des Projekts in Angriff und beauftragte den hiesigen Architekten Kling mit dem Entwurf eines Bauplans. Inzwischen wurde dem Verein unter der Hand, ein Platz am südlichen Ende des Friedhofes, etwa am Terrain des früheren Schützenhauses, für die Errichtung des Krematoriums empfohlen, der eine direkte ZugangA- straße besaß und deshalb freudig begrüßt wurde. Nach Dem vom Architeiten Kllng aus gearbeitet en Projekt sollte das Krematorium in einfacher, gediegener Weise ausgeführt, aber ein in seiner ganzen Architektur vornehmer Bau werden, dessen Kosten auf 75 000 Mk. berechnet wurden. Ter Feuerbepattungsverein richtete nunmehr an die Stadt­verordnetenversammlung das Ersuchen, den Krematoriums­bau zur Ausführung zu bringen und die noch fehlenden 21000 Mk. beizusteuern, deren Amortisierung durch die Beträge fürt die einzelnen Feuerbestattungen erfolgen sollte. Das städtische Bauamt aber, dem das Projekt zur Prüfung überwiesen wurde, empfahl nun, die Profilierung des Gebäudes in Hausteinen auszuchhren, wodurch sich der Voranschlag aus 72 000 Mk. erhöhte. Unter diesen Um­ständen hat sowohl die städtische Finanzkommission den erbetenen Zuschuß versagt, als auch die Friedhofskommission den Platz verweigert und zwar mit der Motivierung, daß das gewünschte Terrain für die spätere Errichtung des dortigen Villenviertels re)erfriert bleiben müsse. Es wird nun dem Feuerbestattungsverein nichts anderes übrig bleiben, als ein neues Projekt mit ca. 40 000 Mk. Kosten aiiszuarbeiten und die Errichtung eines Krematoriums aus eigener Kraft, ohne Mithilfe der Stadt, zur Ausführung zu bringen.

r. Mainz, 27. Nov. Nachdem seither das größte Schweigen beobachtet worden ist, werden jetzt die Bischofs­kandidaten allgemein öffentlich genannt Es sind: Geist­licher Rat Dr. Eltz in Darmstadt, Bistumsverweser Dom­kapitular Selbst, Domkapitular Dr. Engelhardt, Dom­kapitular Kirstein, Domkapitular Dr. Benedix und Dom­pfarrer Gödecker. Tie neue Rheinüberbrückung für die Eisenbahnlinien Mainz-Wiesbaden und Mainz- Bischofsheim ist jetzt so gut wie vollendet und nur an den beiden Hauptpfeilern auf dem rechten und dem linken Ufer ist man noch mit Turmaufbauten beschäftigt. Vertragsgemäß soll die Brücke am 1. Dezember 1903 dem Eisenbahnfiskus zur Legung der Eisenbahnschienen übergeben werden, aber das ist schon längere Zeit geschehen, und die Brücke kann heute schon zum Transport von Materialzügen benutzt werden. Die Betriebsübergabe soll nach dem Vertrag am 1. April 1904 erfolgen; nach dem Stand der Arbeiten kann sie jeden­falls aber auch viel früher geschehen. Die Kosten der ganzen Rheinbrücke belaufen sich auf fünf Millionen Mark, jeder der Stronipfeiler erforderte allein einen Kostenaufwand von 300000 Mk. Die Brücke ist die längste über den Rhein, da sie eine Länge von 850 Meter aufweist.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Ueber das Vermögen des Meisterrad­fahrers und Sportplatzbesitzers Georg Drescher inNtalnz ist demMainzer Tageblatt" zufolge das Konkursverfahren er­öffnet worden. Ueber das Vermögen der FirmaVor- ivaltung Bad Laubach" bei Coblenz ist der Konkurs eröffnet. Das Bad hat früher glänzendere Zellen gesehen,