Ausgabe 
28.10.1903 Erstes Blatt
 
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Quaker Oats

A

Der Vorsitzende führt einige Momente aus, die be­weisen, daß die Erzählung dieser ZenKin^ uumöglrch aus den Fingern gesogen sein könne. Es sei auf Grund der verschiedensten Kombinationen und feststehenden Tatsachen ermittelt worden, daß in der Tat in Krakau eine solche Hebamme lebt, die die unverehelichte Cäcilie Parcza ent­bunden und das Kind einer Person übergeben habe, die sich als Bonczkowska bezeichnete. Es ist auch ein Melde­zettel mit diesem Namen und einer Handschrift vor ge­sunden worden, die nach sachverständigem Gutachten von der. alten Andruszcwsla herrühre.

Die Angeklagte Chwiatkowska soll am Tage vor der angeblichen Entbindung mit der Knasl'a zusammen das Kind erst aus Krakau geholt haben. Sie ist an geklagt, unter Eid falsche Aussagen über den körperlichen Zustand der Gräfin gemacht zu haben. Sie erklärt, an krankhafter Gedächtnisschwäche zu leiden und wenig Erinnerung zu haben. Sie habe nie bemerkt, daß die Gräfin ihre n Körper künstlich, verändert habe. Sie habe den Zustand stets für echt gehalten.

Die wegen Meineides und Beihilfe der Kiudesunter- schiebung angeklagte Hebamme Ossowska sagt aus, ihre frühere beeidigte Aussage sei wissentlich falsch gewesen. Als sie die Gräfin massiert habe und die Geburt eines Knaben attestierte, sei der Knabe schon 8Mo­nate alt gewesen. Die Gräfin habe sie zu dem Atteste ver­anlaßt, weil die frühere Hebamme angeblich gestorben sei. Ein Beweis für die Geburt habe gefehlt. , Aus Mitleid mit der Gräfin und deren Töchtern habe sie die Geburt attestiert. Bei der Ueberbringung des Ältestes sei der Graf zugegen gewesen. Sie bekenne ihren Meineid aus Ge­wissensbissen. Der Graf habe ihr auch Geld schicken wollen, sie habe es aber abgelehnt.

Die Verteidigung macht auf einen von der Angeklagten geschriebenen Zettel aufmerksam, in dem sie schreibt, der Herr werde sich schon erkenntlich zeigen. Die Angeklagte hoffe also durch ihre Aussage eine Belohnung zu er­hallen.

Tie Gräfin behauptet, die Ossowska habe sie schon vor der Geburt des Knaben massiert und habe das Attest freiwillig geschrieben.

Gras Kwilecka bestreitet, bei der Ueberbringung des Attestes gegenwärtig gewesen zu. sein und erklärt, er habe sich auch nach der Entbindung, bei der er nicht zugegen ge­wesen sei, um nichts zu kümmern brauchen, da die Gräfin olles besorg hatte urrd nach seiner Ankunft sich wohl befand. Wenn die Gräfin zuweilen auf ihn schimpfte, so fei dies meist wegen Verhältnisse mit anderen Frauen ge­schehen.

Tie letzte Angeklagte, die 78jährige Dienerin Knoska, Mutter der Chwiaskowska, ist ebenfalls wegen Beihilfe zur Kindesunterschiebung angeklagt. Sie sagt aus, als sie in der Geburtsnacht gegen 6 Ubr in die Küche kam, teilte die Hebamme die Geburt eines Knaben mit. Die Gräfin fei für die Niederkunft nach Berlin gereift, weil sie dort bessere Pflege zu haben glaubte.

Die Osowska unterbricht erregt die Aussagen der Knoska mit den Worten: Jcv muß mich, wundern, daß eine so alle Person noch so furch tb ar lügen kann; sie sagt kein wahres Worch woraus die Knoska lächelnd erklärt, sie lüge nicht.

Die folgende Zeugendernehmung dreht sich nament­lich um die Vermögenslage der Kwileckas. Hierauf wird die Verhandlung aus morgen vertagt.

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Aus Slüdt und Kund.

Gießen, 28. Oktober 1903.

- Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Seligenstadt, Dr. Hermann v. Ackermann, zum Landgerichtssekretär bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg ernannt.

* Generalleutnant Mootz war doch wohl ge­borener Gießener. Heute schreibt uns Frau Johanna Scheer, geb. Clar, aus Romrod:

Ich mache Ihnen die Mitteilung, daß Generalleutnant Mootz in Gießen geboren ist. Sein Later, der Feldwebel Mootz, war in Großen-Buseck geboren und stand seinerzeit in Gießen beim Militär. Ich kann Ihnen sür die Richtigkeit dieser Angabe bürgen, da ich die Nichte des Generalleutnants Mootz bin und meine Mutter, Karoline Elar, geb. Mootz (Ehesrau des verstorbenen Buchbinders Clar in Gießen), seine Schwester war. Mein Onkel erreichte ein Aller von 96, sein Vater 91 und meine sel. Mutter ein solches von 81 Jahren.

** Zur Errichtung eines massiven Bismarck­turmes auf dem Taufstein sind jetzt zirka 7000 Mk. gesammelt. 9- bis 10 000 Mk. fehlen noch! Bekanntlich mußte der hölzerne baufällige Turm auf dem Tausstein vor einiger Zeit abgerissen werden.

[] Marburg, 26. Okt. Am 13. November 1904 sind es bekanntlich 400 Jahre, daß auf dem hiesigen alten Land­grafenschlosse Landgraf Philipp der Großmütige das Licht der Welt erblickte. Daß dieser Tag besonders hier in -Marburg, das diesem Fürsten so viel, u. a. auch seine Uni­versität, verdankt, gefeiert werden soll, ist wohl klar; wie und in welcher Weise, wird wohl die Zukunft lehren. Dem Vernehmen nach beabsichtigt man, an dem altertümlichen Nathause, das jetzt sowieso renoviert wird, eine Bildsäule anzubringen. Daß im Landeshospital zu Haina ebenfalls ein Denkmal des Fürsten ausgestellt werden soll, ist ja be­kannt. Mit der Ausarbeitung eines Entwurfes hierzu ist Professor Wiese in Hanau betraut worden. Letzterer weilte gestern in Gemeinschaft mit dem Landeshauptmann sür Kur­hessen Frhr. Riedesel zu Eisenbach aus Kassel und Bezirks­konservator Prof. v. Strach von hier in Kloster Haina, um ^en Platz für die Anbringung des Denkmals zu besichtigen.

0 Bad -Nauheim, 27. Okt. Große Bau­veränderungen und Neuanlagen stehen im südlichen Stadtteil westlich der Usa sür die nächste Zeit bevor. An der Stelle eines früheren Siedehauses erhebt sich der stattliche Neubau der Post, der bis nächstes Frühjahr vollendet sein wird. Die noch übrigen anderen Siedehäuser, welche durch ihr unschönes Acußere von jeher störend auf das Auge wirkten, werden abgerissen und weiter nach Süden in die Nähe des Ludwigsbrunnens verlegt. Ein neuer schöner Stadt­teil mit hübschen Anlagen am Usauser wird anstelle der allen Siedehäuser bis südwärts nach dem Ludwigsbrunnen ent­stehen. Am Postgcbäude vorbei wird gegenwärtig eine neue Straße,Viktoria-Melita-Ring", angelegt und beim Ludwigs- bumncii ist eine neue Fahrbrücke über die Usa im Bau. Das alte Kurhaus ist fast niedergelegt und noch im Winter wird mit dem Neubau der Dankeskirche begonnen. Der Kur­brunnen wird neu gefaßt und die Trinkhalle weiter nach

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Wetter

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Oktober

1903.

+ 14,3 °0.

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Höchste Temperatur Niedrigste ,

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potheken, 6911

am 26. bis , 26.

Bew. Himmel

Bew. lcht. bew.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

Was habt ihr denn gegen den Katarrh getan? »Ach, was man eben so tut: den Hals hab ich ihm eingewickelt, Bonbons hat er gekriegt und Kamillen hab ich ihm gekocht und trotzdem ist der Husten stärker geworden."Kein Wunder! Das Einwickeln hilft nichts, wenn der Katarrh da ist; die Bonbons hat Willi nutzlos verschluckt, und daß er keine Kamillen mag, das verdenke ich ihm gar nicht. Da, gebt ihm einmal ein paar Fay's ächte Sodener Miueral- pastilleu in heißer Milch ich habe stets eine Schachtel bei mir und morgen ist der Junge wieder in Ordnung. Und in Zukunft kauft ihr eben sofort die Pastillen, wenn der rx .... r.-.-x.rx ir.......XI- C-ft sc.-k-t..damit

bewährteste Nahrung für

magen­darmkranke 5702

Vermischtes.

* München, 27. Okt. Die heute erschienene Shintmer des Simpli cis simus wurde wegen des TitelbildesEin Vorschlag zur Güte" mit Kvlpv r t ag e v erbo t belegt.

* Kiew, 27. Okt. Gestern erfolgte auf der Station Schmerinka der Südwestbahn in einem Wagen vierter Klasse eines dort haltenden Zuges eine Explosion. Zwei Schaffner, zwei Telegraphisten und53Passagiere wur­den verletzt. Der Grund der Explosion ist unbekannt.

* Selbstmord. Der 65jährige Graf bei Dosso in Mailand stürzte sich aus dem Fenster seiner Wohnung aus die Straße und war auf der Stelle tot.

* Von der eigenen Mutter erdrückt. Es ist ver­schiedentlich daraus hingewiesen worden, daß zahlreiche Kinder auf die Weise zu Grunde gehen, daß sie unabsichtlich von ihrer Aiutter erstickt werden. Wenn die Mutter das Kind in ihr eigenes Bett nimmt und im Schlaf jäh ihre Körperlage verändert, so kann diese Folge leicht eintreten. Bei uns hört man glücklicherweise nicht viel von solchen Todesfällen, aber in England, wo freilich auch die Trunksucht der Frauen eine weit schlimmere Verbreitung hat, sind sie außerordentlich häufig. Eine jüngst veröffentlichte Statistik will festgestellt1 haben, daß in 10 Jahren 15 000 Kinder erstickt wurden, und daß jährlich im Durchschnitt 600 Kinder in London und 150 in Liverpool einen solchen Tod starben. Da die Herabsetzung der Kindersterblichkeit eine der hervorragendsten Ausgaben des modernen Staates sein muß, so ergibt sich die Bedeutung dieser Zahlen von selbst.

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Auszug ans dkll Kirchrubüchttll der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

Getraute. M a tzt h ä u s g e m e i n d e. Den 17. Okt. Martin Nepp, Dachdecker zu Gießen, und Marie Böttner, geb. Keil, Witwe des Schuhmachers Johann Georg Böttner zn Gießen. Den 18. Okt. Wilhelm August Seipp, Weißbinder zu Gießen, und Karolme Mathilde Sack, Tochter des Metzgermelsters Karl Sack II. zu Gießen. Lukasgemeinde. Den 23. Okt. Georg Albert Gernand, Lokomotivheizer, und Katharine Wilhelmine Kohn, Tochter des Metzgermeisters August Kohn zu Marburg. Johannes- gemeinde. Den 24. Okt. August Otto Bertram, Schneider zu Gießen, und Marie Oehler, Tochter des Taglöhners Johann Oehler zu Ober-Ohmen. Peter Rosenbecker, Taglöhner zu Gießen, ein Witwer, und Wilhelmine Luise Hütter, Tochter des verstorbenen Laglöhners Wilhelm Hütter zu Wetzlar. Wilhelm Giesler, Schlosser zu Gießen, em Witwer, und Anna Katharine Schaub, geb. Sippel, Witwe des Schuhmachers Heinrich Schaub zu Gießen.

Getaufte. M a l l h ä u s g e m e i n d e. Den 18. Skt. Dem Schneider Friedrich Bosold ein Sohn Karl Alwin, geb. den 14. Aug. Dem Schuhmacher Heinrich Wiegand eine Tochter Henriette Luise, geb. den 4. Sept. Dem Dachdeckermeister Heinrich Ruck- stuhl ein Sohn Theodor Karl Heinrich, geb. den 3. Sept. Dem Gärtner Ludwig Balßer eine Tochter Frieda Wilhelmine Anna, geb. den 26. Aug. Dem Taglühner Ehristoph Heidelbach ein ^ohn Erlist Ludwig, geb. den 21. Juni. Lukasgemeinde. Den 18. Okt. Dem Lackierer Philipp Weigel eine Tochter Emma Margarete, geb. den 11. Sept. Dem Fuhrmann Konrad Schardt ein Sohn Karl Konrad, geb. den 11. Sept. Dem Fabrikarbeiter Ludwig Käs eine Tochter Minna, geb. den 3. Aug. Den 24. Okt. Dem Bahnarbeiter Wilhelm Gelsebach ein Sohn Emil, geb. den 6. Okt. Dem Regierungsassessor Anton Reimherr eine Tochter Antonie Luise Elisabet Amalie, geb. den 2. Sept. Johannes- gemeinde. Dem Maurer Konrad Spies eine Tochter Auguste Elise Marie, geb. den 11. Sept.

Beerdigte. Matthäusgemeinde. Den 18. Oktober. Luise Pauline Löber, geb. Kitz, Ehefrau des Bäckermeisters Wilhelm Christian Löber, 21 Jahre alt, starb den 16. Okt. Markus- gemeinde. Den 21. Okt. Heinrich Zimmer, Juwelier zu Gießen, verheiratet, 50 Jahre alt, starb den 18. Okt. Johannes- gemeinde. Den 21. Okt. Emma Neuschäfer, geb. Heldmann, Ehefrau des Privatier Otto Neuschäfer, 64 Jahre all, starb dev 19. Okt.

Süden verlegt. Der Musikpavillon am Kurhaus wird ver­legt und die Terrassen sollen eine Erweiterung nach dem Teiche zu erfahren.

-8- Bad Salzschlirf, 26.Okt. Nachdem feit August dss. Js. Herr Berlit aus der Stellung als Vorstand der Aktiengesellschaft ausgeschieden ist, hat Oberleutnant Haeseler, der bisherige Mitvorstund und Badekommissar, die Leitung der Geschäfte allein übernommen. Dem Vernehmen nach wird außerdem noch eine Aenderung insofern erfolgen, als der langjährige Beamte der Verwaltung, Stohr, demnächst in den Ruhestand treten wird. Die Gesellschaft plant, wie wir hören, zur Zeit den Bau eines neuen großen Badehauses, sowie sonstige bedeutende Neuanlagcn, sodaß ür unser Bad eine weitere künftige Entwickelung gewährleistet erscheint.

Darmstadt, 26. Okt. Vor dem Pr-ovinzialaus- -chußhat sich der Privatdozent Dr. phil. Schrader von hier gegen die Heranziehung zur Gemeinde- 'teuer sür 1902/03 beschwert. Die Beschwerde wird be­gründet damit, daß er der Steuer nicht unterliege, da er kein Hesse sei und niemals im Großherzogtum eine mit Erwerb verbundene Beschäftigung ausgeübt habe. Seine Beschäftigung als Privatgelehrter mit der Philosophie sei ausschließlich theoretisch-wissenschaftlicher Natur gewesen; er habe allerdings mehrere ferner Arbeiten im Buchhandel erscheinen lassen, jedoch gehörten diese Veröffentlichungen der Spezialliteratur an; ihr Absatz sei ausschließlich auf einen engen Kreis von Fachgenossen beschränkt. Diese Ver­öffentlichungen würden ihm aber nichts einbringen, er habe vielmehr noch Geld opfern müssen. Seine Vorlesungen an der Hochschule als Privatdozent halte er unentgeltlich. Die Bürgermeisterei Darmstadt erhob zunächst den Einwand der Unzuständigkeit des Kr eisausschuss es und bemerkte, daß der Beschwerdeführer den im Kapitalrentensteuergesetz vorge- chriebenen Rechtsweg hätte einschlagen müssen. Der Art. 8 >es Gesetzes die Gemeindeumlagen bett, vom 30. März 1901 wie die Motive zu diesem Gesetz ließen erkennen, daß Art. 48 II 5 der Kreisordnung einschränkend auSzulegen sei. Der Kreisausschuß gab der Beschwerde statt. In den Urteils­gründen wird ausgeführt, daß wahrend früher die Kapital- rentenfteuer in erster Linie Staatssteuer gewesen wäre, ihr Charakter sich seit der neuen Steuerorganisation ver­ändert habe. Der Staat erhebe lediglich noch zwei Steuern: Vermögens- und Einkommensteuer. Für die Erhebung der Gemeindeumlage sei ein provisorischer Zu stand dadurch ge- chassen, daß sie weiter auf der Grundlage der früheren Staatssteuer: Kapitalrenten-, Einkommen-, Gewerbe- und Grundsteuer erhoben werde. Während früher also eine Be- chwerde gegen die Erhebung der Gemeindesteuern sich in erster Linie gegen deren Grundlage: die Staatssteuern richtete, handelte es sich jetzt nach der Einführung der neuen Staatssteuern um eine interne Gemeindean gelegen- hell. Dementsprechend sei der Kreisausschuß zur Entscheid- ung zuständig. Der von der Bürgermeisterei Darmstadt ein­gelegte Rekurs wurde als unbegründet verworfen. Die Entscheidung des Kreisausschusses bezüglich der Kosten wurde ausgehoben und niedergeschlagen. (D. Tgl. Anz.)

Miltenberg, 24. Okt. In unserer Nachbargemeinde Bürgstadt ereignete sich vorgestern ein bedauerlicher Un- glückssall. In dem jenseits des Maines gelegenen Stem- bruche des Herrn Uehlein waren die Arbeiter beim Berg­graben beschäftigt, als plötzlich die obere Bergpartie zu rutschen ansing und den Vorarbeiter Wilhelm Gahr unter die Stein- und Schuttmasse begrub. Er ist Familien­vater und hinterläßt eine Frau mit sechs Kindern, die durch diesen traurigen Fall ihres Ernährers beraubt sind. (H. A.)

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In der Bekanntmachung, die Herbst- Kontrollverjanunlungen betreffend, in unserem Kreisblatt Nr. 127 vom 24. Oktober ist zu berichtigen, daß in Hungen die Versammlung nicht am 16, sondern am 10. November, vormittags 9 Uhr 15 Minuten stattfindet.

UnivelllMs-Wchnchten.

Studentendisziplin und Karzer. Der scheidende Rektor der Universität B onu Geheimrat Zitelmann, hat sich gelegentlich der Uedergabe des Rektorats an seinen Nachfolger über die studentische Disziplin ausgesprochen. Er erklärte u. a., daß er im allgemeinen nicht zu klagen gehabt habe, auch hatten die ver­schiedenen Korporationen eine wohltuende gegenseitige Toleranz bekundet, worin ein Stück politischer Erziehung liege. Ferner machte Geheimrat Zitelmann die Mitteilung, daß der Senat es chon seit Jahren vermieden habe, bic K arz erstr afe zu ver­hangen. Diese Strafe passe nicht mehr so recht m unsere modernen Zeiwerhältnisfe, die akademische Jugend sei über die Notwendig­keit und Nützlichkeit solcher Strafen hmausgewachseu. Seitdem die Karzerstrase nicht mehr verhängt werde, hätten auch die entsprechen- den Vergehen der Studenten nbgenommeit, woraus sich der Schluß ziehen lasse, daß die Möglichkeit, in den Karzer zu kommen, viel­leicht den Anreiz zu manchen Vergehen gegeben habe. Geheimrat Zilelmann dürste recht haben. Uebrigeus lind die Karzerstrafen heute wohl auf den meisten Universitäten abgeschafft, und der im Karzerbrummende,, Student gehört, wie manches Schöne, der Vergangen hell an.

Junge hüstelt ihr werdet die besten Erfahrunae machen. Zu 85 Pfg. per Schachtel in allen A Trogen- und Mineralwasser-Handlungen zu haben.

27. Oktober

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