»eitte'Me an Ort nnb Stelle ÄSÄ £
Vi^feldwebel C. I. verhandelt. Ter Gerichtshof war ge- ~lo1'|LL ,UJ: ____1 n\& yinrühenbem
an der Haltestelle bei Tanz und Volksbelustigung ein reges Treiben.
u. Grünberg, 28. Sept. Ein schon in weiteren! Kreisen bekannter Künstler und Sohn unserer Stadt, Charles! Gieß vorn Kgl.Musitkonservatorium zu Leipzig, veranstaltete gestern abend in der hiesigen Turnhalle ein wohlgelungenes Konzert. Als Mitwirkende waren Frl. Käthe Daubert (Sopran) vom Konservatorium zu Frankfurt und Herr Peter 1 Volk (Pianosorte) aus Gießen gewonnen. Aus die Einzelleistungen einzugehen, würde zu weit sühren; wir wollen unser Urteil dahin beschränken, daß bie Vortragenden in dem vorzüglich zusammengestellten Programm chr Bestes boten und sanden damit ein dankbares Publikum.
..(!) Röthges, 26. «J
schwer mißhandelt. Vor-
übereinstimmend zu machen.
Tie unterschlagenen «Seine kreidete der Angeklagte ein. fach den Offizieren, so wie es sich tun ließ, mit an, daber den wohlhabenden Gästen den Löwenanteil aufhalsend. Er änderte in den Büchern zu diesem Zwecke die Zahlen ab. Tie Ordonnanzen, welche ihren Vorgesetzten schon llinger beobachtet hatten und dessen starken Konsum von Sekt und Rotwein nicht begreifen tonnten, richteten schließlich eine scharfe Kontrolle oes Mannes ein und kamen nun sehr bald I dahinter, wie er den Schwindel trieb. Volle 3 Aionate lang wurden genaue Auszeichnungen gemacht und dann auf Grund derselben die Anzeige beim Hauptmann Kotschau
Kriegsgericht.
—t. Gießen, 28. Sept.
Am Freitag wurde vor dem Kriegsgericht gegen den
großes Festdiner.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und ben 1 Nachbarstaaten. Konrad Dreher, die frühere bayerische Hofschauspieler, beabsichtigt, in Frankfurt em „Festspielhaus" zu errichten. Zu diesem Zweck hat er bereits Unter- , Handlungen zum Erwerb der früheren Braunfelsschen Häuser, Oederweg-Anlage, angeknüpst. — Die Fleischer-Innung m Worms hat den Beschluß gefaßt, zum Schutze ihrer Mitglieder eine eigene Schlachtviehversicherung ins Leben zu
I rufen.
bericht.) In der Nacht von „ in der Landwirtschaftlichen Versuchsstation em schäftigter junger Mann einen Betrag von 600 Mk. wurde am Samstag verhaftet. ~ ,
R B. Groß-Umstadt, 27. Sept. In unserem regen Städtchen, in welchem erst vor wenigen Jahren eine: sehr , mit beschickte Industrie- und Gewerbeausstellung staitsand, ' ist gestern eine land wir t schas tli che Aus st e llun g , eröffnest worden, die ein in jeder Hinsicht sehr erfreuliches I Bild von dem günstigen Stand der Landwirtschaft in der Provinz Starkenburg zeigt. Ministerialrat Braun wies in seiner Eröffnungsansprache auf die hohe Bedeutung der Landwirtschaft für Staat und Gemeinde hin, die auch in I Zükmift von der Großh. Negierung mit allen Kräften unter- i stützt und gefördert werden würde. Um 1 Uhr mittags fand eine PreisverteUung und Vorführung der prämirerten Pferde und Ztinder statt. Nachmittags fmib Festessen im Gasthof zum Baum und F-estbonzert auf dem Ausstellungs- vlatze statt. Für den heutigen Sonntag war em großes landwirtschaftliches Fest mit Festzug rc. arrangiert. Der von Herolden und Reitern eröffnete Zug ging unter sehr zahlreicher Beteiligung der Bevölkerung durch den festlich geschmückten Ort von statten. Man erblickte in dem Festzua u. a. ein hübsches Blumenarrangement des 3iad- fahrervereins Groß-Umstadt mit dem Stadtwappen, eine ährende Odenwälder Spinnstube, eine Gruppe mir Darstellung der vier Jahreszeiten, Huldigung der Ceres je. Besonderen Beifall fand eine zierliche Ztotokkogruppe des Meaenzuchtvereins. Der Besuch des landwirtschaftlichen Festes war namentlich in den Nachmittagsstunden autzer- ordentlich stark. Mit der Ausstellung ist auch eine Abteilung für landwirtschaftliche Geräte, Obstkultur rc. verbunden. Am Montag findet ein Faselmarkt mit im Herdbuch emgetra- tragenen älteren Tieren statt.
Mainz, 26. Sept. Die hiesigen Bäckermeister haben den Preis des Brodes um fünf Pfennige per 2 Kilo herabgesetzt.
Alzey, 26. Sept. Im neuen Amtsgerichtsgebaude| ! erfolgte gestern eine Gasexplosion und richtete großen Schaden an. Zwei Zimmerdecken sind vollständig eingestürzt. Die Wohnung des Oberamtsrichters ist beschädigt. Die Explosion entstand dadurch, daß ein Gasrohr nicht verstopft war und infolgedessen sich eine größere Gasmenge zwischen dem , hohlen Raume einer Zimmerdecke und dem Fußboden der : oberen Stockwerke angesammelt hatte. Em Schlossermeister, ) der mit einem brennenden Lichte die Gasleitung absuchen l wollte, verursachte die Explosion. Ein Glück war es, daß der Gehilfe des Amtsanwaltes in einem anderen Zimmer beschäftigt war, sonst wäre er zweifellos nicht mit dem Leben davongekommen, denn sein Schreibtisch wurde vollständig zertrümmert. Die Gasexplosion hätte beinahe noch cm weiteres Unglück im Gefolge gehabt. Der dort, während der Explosion beschäftigte Schlossenneister wurde vor Schrecken bewußtlos. Ms er sich erholt hatte, ging er nach Hause, wo ihm ferne Frau rasch ein Glas Wein einschänken wollte. Sie ergriff jedoch eine Flasche mit stark verdünnter Salzsäure. Zum Glück bemerke der Mann beim Trinken die Verwechselung, > sodaß er nur sehr wenig von dieser Flüffigkeit in den Mund ! bekam. Der sofort herbeigerufene Arzt stellte fest, daß keine besonderen Verletzungen vorhanden seien. (M. Tgbl.)
Frankfurt a. M., 27. Sept. Am Freitag abend wurde eine Rettungswache nach der großen Schifferstraße gerufen. Dort wohnt die 78 Jahre alte Frau Adam. Sie hatte sich in chr Zimmer eingeschlossen. Ms die übrigen I Hauseinwohner einen Brandgeruch aus dem Zimmer wahrnahmen und die Frau auf die Rufe keine Antwort gab, ließen sie die Tür gewaltsam öffnen. Sie sanden die Greisin aus der Erde liegen zwischen dem Bett und einem Küchenschrank. Ihre Kleider standen in hellen Flammen. Vor chr stand auf der Erde eine noch brennende Stearinkerze. Dich Frau, die schwere Brandwunden am ganzen Körper erlitten hatte, war bereits tot. Sie lag auf dem Gesicht und war nur mit Hemd und Nachtjacke bekleidet.
Marburg, 26. Sept. Die Teilnehmer des 75. Kongresses der Aerzte und Naturforscher in Kaffel folgten heute einer Einladung der Stabt Marburg. Nach dem offiziellen Empfang am Vormittag besichtigten die Gäste die | Sehenswürdigketten der Stadt, die Klintten, Institute und !Laboratorien von Prof. v. Behring und folgten dann einer Einladung der Stadt zu einem Frühschoppen. Am Nachmittag machte man einen Ausstug aus das Schloß, um 4 Uhr war
**%) Ettingshausen, 26. Sept. Gestern nacht mußte st bie Feuerwehr alarmiert werden, nm zwei starke Ziaeunerfanden in einer Stärke von 80 und 401 äfofen zu vertreiben. Die beiden Banden, von denen die ebne am nördlichen, die andere am südlichen Dorfausgang lagen, waren in' einer Wirtschaft in Strett geraten und e3 tarn znerner großen Schlägerei Der ortspolizeilichen Aufforderung, binnen einer Stunde die Grenze zu verlassen, I leisteten sie nicht Fotzx, worauf die Feuerwehr alarmicpc werden mußte. Vor dem nassen Bad ergriffen sie nach geringem Widerstaiid die Flucht. Am nächsten Morgen entdeckte man erst die Freveltaten, Klee und Grummet war gestohlen unb zahlreiche Obstbaume geplündert. Auch einen Radfahrer von Ach hatten sie belästigt.
Baasen, 27. Sept. Heute fand die Einweihung Ucheres Schulhausneubaus statt verbunden mtt dem diesjährigen Kirchweihfest. Um V24 Uhr versammelte sich aus dem Veitzberg eine stattliche Festversammlung, um von dem alten Schulhaus Abschied zu nehmen. Von der Kreis- schullommission und der obersten Baubehörde waren erschienen Regierungsrat Dr. Wagner und Baurat Diehm. Lehrer Herber hielt die Abfchiedsrede und gedachte der Bedeutung des alten Schulhauses, in welchem die Jugend der Gemeinde seit etwa 250 Jahren unterrichtet wurde. Von 1850—1700 wirkte der Lehrer Pfeffer 50 Jahre hier, darnach sein Sohn 35 Jahre, auf diesen folgte Lehrer Konrad Jakob Justus, bekannt als „der Kalendermann vom Veits- berg" in der gleichnamigen Erzählung von O. Glaubrecht. Sett Anfang des vorigen Jahrhunderts wirkten hier die beiden Lehrer Gomps, Vater und Sohn, bis zum Jahre 1895. Nach j der Festrede spielte die Musik den Choral „Lobe den Herren o meine Seele" und der Schülerchor trug ein Abschiedslied vor. Unter Vorantrttt der Schullinder setzte sich dann der Festzug nach dem neuen Schulhaus in Bewegung. Es nahmen daran leck: Regierungsrat Dr. Wagner, Baurat Diehm, der Schul-, Orts- und Kirchenvorstand und der Gesangverein. Das neue Schulhaus steht im Dors in der Nähe des Bahnhofs und enthält einen Lehrsaal und eine Lehrerwohnung. Nachdem der Gesangverein das Weihelied „Gott grüße dich" vorgetragen hatte, übergab Baurat Diehm den Schlüssel an den Vertreter der Kreisschulkommission Gießen, Negierungsrat Dr. Wagner, welcher den Wunsch aussprach, daß das Gebäude | allezeit eme Pflanzstätte gründlicher Bildung, wahrer Frömmigkeit und echter Vaterlandsliebe sein möge. Bürgermeister Schmitt nahm hierauf namens der Gemeinde von dem Schulhaus Besitz und überreichte den Schlüssel dem Vorsitzenden des Schulvorstandes, Pfarrer Biedenkopf von Wirrberg, welcher die Weiherede hielt. Es erfolgte darauf die Besichtigung des Neubaus, dessen Einrichtungen allen hygienischen Ansprüchen unserer Zeit entsprechen. Darnach herrschte auf dem Festplatz
mrnij. Em niedlich» Backfisch, der • < $ t J-orstwart wurde von den hreftgen ^yag«
das schulpflichtige Wer zahlen mag, ist das reizende Haupt beleidigt und scht
persönchen dabei. Die aufgelösten blonden Haare leuchten, weilte die Staatsanwaltschair
wen» sie in schnellem Fluge oder Schwung- Kops über Kopf na()m mehrere Verhaftungen vor.
unter fallen und cs ist eine Freude, der Anmut und Gelenkig. ... nrr a f r h M Kent. <Kadii>ent
teil ihrer zarten Glieder wie der des nicht minder tüchtigen . übrigen halben Dutzend Geschwister zuzuschauen. Der Clown , führt ein 47 Ztm. hohes .Pferdchens d. h. , emen als richtiges Rößlein in feinem m°hrenh°ften Aeuße-en ^ hergestutzten Pudel vor, der d,e pf-rdemaßigsten Kunststucke 1 mit innigster Hingabe an seinen weit .höheren" Berus aus- sührt. Herr Alfons A Ith off turnt aus seinem stattlichen und flinken Renner herum und geigt und bläst dazu, wie Wilhelm Busch sagt: .freilich verschiedenerlei, meistens i-doch tätelüt'. Ganz toll, maßlos aufregend und kaum glaudlicy, ja schier unmöglich sind die Radfahrten zweier Herren und einer Dame in einem sogen. Todesringe, das ist em trichterförmiger Laüenzaun, auf dem dieses Kleeblatt m einer mannigfachen Reihe umheimlicher Runden herumsaust. — Doch genug. Wir können unmöglich hier nochmals erzählen, was es alles im Zirkus Lorch an Wundern giebt. Es hat fast alles eine künstlerisch gehobene Form.
** Die Gesellschaft Fröhlichkeit feilte igr 22jähriges Stiftungsfest im Bereinslokal (Cafe Leib). Die Vereinsmttgtteder hatten sich recht zahlreich Qngefunden, I ja selbst bie „Alten Herren" waren stark tierteeten. Bereinskneipe war mit Guirlanden wirkungsvoll berörtert, aus denen sich das blau-rot-goldene Band überall heroorhob. Tie Mnstk stellte die Kapelle Weller. Dre oewr fand mit einem schön verlaufenen Ausflug nach Wetzlar I einen würdigen Abschluß. K.
V Heuchelheim, 27. Sept. Den Reigen der dies- /ahnaen Svmmerfestlichkeiten beschloß der hiesige Turnverein am heuttaeu Tage mit seinem angekundtgten Preis- rund Schauturnen. Eine über alles rarten große Anzahl Schaulustiger hatte sich in den ^okatt^ tätknr des Vereinswtrtes eingefunden, und mit großem Interesse folgte man den dargebotenen Hebungen.
e. Lich, 28. Sept Ein besseres Wetter konnten wir uns für unsere gesttige Kirchweih wohl kaum wünschen, imb die zahlreichen Besucher, die sich aus der Umgegeno emaeftmden hatten, brauchten nicht mit dem Gedanken an eine verregnete Partie ihren Heimweg anzutteten. Mch> unsere Wirte schienen alle recht zufrieden zu sein. Am Emaang unseres Städtchens, an der Gießener Straße, torSeui der Turnhalle den ganzen Nachmtttag über flott aeianxt Rur schade, daß hier oben, wo auch mehrere Ver- tauföbuben ihre Herrlichkeiten anboten, das Karussel und die amerikanische Schifsschaukel keinen Platz geftnden hatten, sondern aMB vereinsamt unten am Bahnhof die Jugend anzulockeu versucksten. Bei einbrechender Dunkelheit wurde aber auch hier das Leben reger, und nicht wenig Heiterkeit erregte es, als plötzlich ein junges Rind auf dem Jux- Dlaü^fchien und sich verwundert das blitzende, drehbare Hmis beachtete- es kehrte aber bald von selbst zu seinem Besitzer zurück, der sein Vieh holte und dem es entlaufen
-b-^Alsf e ld^LS. Sepp Nachdem der Kreistag voriges bildet aus Oberstleutnant v. Mosch^Mcben als ^rüliaür in danken Zweier Weise die Mittel zur Beschafs. Kriegsgerichtsrat Platz-Marnz als Berhaudlungslerttt, UNO eines ca. 8 Morgen großen Versuchsfeldes für Kriegsgerichtsrat Dr. Heß-Darmstadt, Hauptmann bie diesige landw. Winter schule bewilligt hatte, Oberleutnant Krömmelbein. Dem Angeklagten werde tft bas Grundstück erworben und seinem Zwecke übertoiefen [trafbare Handlungen zur Last gelegt. Gr ist aus Roh ) worden E?sÄd schon im verflossenen Sonnncr vergleichende I Küdiligcn gebürtig und vor seiner Mrlltarzert Tage- WllaErsuche mit vser^Gersten- und acht Hafcrsorten durch-\\ül)nn geLcsen Sein Einkommen bestand auße" iK Anbauveriucye mri vier I^ebensunterlalt aus 600 Mk. Löhnung pro Jahr, 15 Mk.
monatlicher Zulage für seine Tätigkeit rin Kasino, ewa 15 Mk. Trinkgeld pro Monat durch,chntttlich, und 70 Mk. Gratifikationen jährlich zu Weihnachten und beim- nungsabschluß. i^r gesteht nur zu, in der letzten Zeit aip den Bestanden des Kasinos etwa 8—12 Flaschen Wein für sich verbraucht zu haben. Der Angeklagte er klart, er habe bäniia wenn ein Offizier im Kasino seinen Geburtstag ge- feicrt9/bat wenn Liebesmahle ober sonstige Festlichkeiten qewesen seien, von den bettesfenden Veranstalttrn eine ^laswe Wein geschenkt erhalten. Er will die Absicht gehabt haben die für sich verbrauchten Flaschen zu ergänze^ fei I aber durch feine plötzliche Verhaftung Anfangs Mat daran gehindert worden. Richtig sei, daß er von der Kannokochin einmal eine Büchse voll Zunge als Geschenk erhalten habe, bie Hunqe sei aber angeschimmelt gewesen. In der Beweis- I aufnahme zu der etwa 50 Zeugen geladen sirtt), wird zuerst
^Mrt w^en de^en Resultate demnächst veröffentlicht, werden dürften. In diesem Herbste kommen zum vcrgleichs- weisen Anbau folgende Winttrgetreidesorten: Roggen 1 Lochows Petkufer, 2. Schlanstedter, 3 Heines verbesserter Zeeländer, 4. Alt Paleschtener, 5. Probsteier und 6. Hess. | Staudenroggen. Weizen: 1. Spuarehead von Mette, 2. Spuarebead von Steiger in Leutewitz, 3. Spuarehead von Strube ' m Schlanstebt, 4. Eppweizen, 5. Loehmerweizen 6. Dividendenweizen. Unseren Landwirten wird durch solche vergleichende Anbauversuche sicher ein „großer Dienst erwiesen, da sie selbst solche kaum durchfuhren können.
I Darmstadt, 28. Sept. (Drahtmeldung.) Für unsere Künstlerkolonie ist wieder eine neue Kraft gewonnen worden in der Person des Münchener Klemkunstlers Paul Haustein. Derselbe ist 25 Jahre alt und besonders durch seine Mitarbett au der „Jugend" bekannt geworden.
ad Darmstadt, 29. Septbr. (Eigener 5) r q b t =. UUi in*. , u - - , . - .•
Freitag auf Samstag stahl Hauptmanii Koetschau gehört, dieser bemertt, daß e
’ daselbst be- Avril d. I. 2. Vorsitzender des Osftzierkasinos geworden — ! ß-T Er habe persönlich den Angeklagten infolge einer An- * Li’ne der Kasinoorboniranzen verhaften lassen. Er I)abe
’ben Eindruck gehabt, daß das, was die Leute angaben, die volle Wahrheit war. Auf Befragen des KnegsgerichtsroLs Link erklärte Hauptmann Koetschau, daß ihm i.eßannt geworden sei, daß I. allgemein in Lieserantentrei,en „Cham- pacnier-Augustt genannt worden sei.
Tie Vernehmung einer großen Anzahl Zeugen, welche in den Jahren 1899—1903 beim Regiment gedient und nacheinander int Ossizierkasino als Ordonnanzen tätig waren, ergiebt, daß I. als Rechnungsführer gewirtschaftet hat als ob er der Herr im Hause sei. Tie Leute bekunden, daß er fast tagtiai sich teueren vtotwein und Sekt von ihnen habe auf das Zinimer bringen lassen ober jclber am Abend unter dem Mantel mitgenommen habe, yauftg habe er Gäste in seinem Zimmer bewirtet. Tie Köchin des I Kasinos bekam jeden Sonntag je eine Flasche Rot- und Weißwein für ihren Privatgebrauch. Dagegen lieferte, fie dem Vizeseldwebel eine ausgesuchte Verpflegung. Hasen- paftete, Kaviarbrödchen, zum Abendbrot Filets, die extra durch eine Ordonnanz frisch vom Metzger geholt werden mußten, erhielt der Manu, die er mit Henkel Trocken oder Matheus Müller, für die er eine besondere Vorliebe hatte, hinuutersputte. Selbst eine volle, unantzebrochene Bucyse tlinderpötelziuige, die er seinem Schwager schenken wollte, erhielt er 'von der Köchin, deren Tochr-er übrigens seme Brau5 ist' Ilm aber dem Schwager etwas ganz Apartes schenken zu Il.lnen, nahm I. heimlich, wie er behauptet, vom Kuchentisch zu der Pökelzunge eme Büchse Trüffeln, die er mit 15 Flas ft en Wein an seinen Schwager absendete. '
Aber auch an Privatleute verkaufte der Angerlagte Wein, Kognak und Sett zu verschiedenen Malen, ohne daß er I nachweisen konnte, daß der Betrag dafür in die Kasino- I lasse geflossen ist. . « „
I Tie monatliche Kontrolle des Weinkellers sand regett I mäßig einige Tage nach dem von I. üorgetegten Rechnungsabschluß statt, uro regelmäßig machte I. im Keller^nventur, I uni dabei das Kell er buch mit dem vorhandenen Vorrat
gemacht. „ , t ...... .r,
Die sonst noch unter Anklage stehenden militärischen Vergehen sind unerheblickser Art. Jnteresscuit in der Verhandlung waren auch die Bekundungen der ehemaligen Küchenordonnanzen, von der seit 16 Jahren im Dienst des Kasinos befindlichen Köchin. Diese ist gleichfalls stark bloß- SC|tefciefl§gerk()t§rat Liu k plädiertc für schuldig im vollen Umfange der Anklage. Als mildernd ber Zumessung der Strafe müsse berücksichtigt werden dre unzurerchende Kor.- trolle. Er beantrag! 8 Monate Gefängnis und Degradation und Anrechnung der erlitterenen Untersuchungshaft (dre, Monate). Nach langer Beratung verkündete Kriegsgericht rat Platz den Spruch des Gericytshofs, welcher den Ange- I nagten zu 1 Jahr Gefängnis und Degradation berurteilic. Daß der von I. fast täglich verbrauchte Wein samtln.) geschenkt worden sei, habe sich als falsch erwiesen, ^er Gerichtshof habe angenommen, daß es bet den Unterschlagungen sich um 450 Flaschen handelte. Die Berechnung der unterschlagenen Weine zu Lasten der Offiziere hat das Gericht, entsprechend den Ausführungen des Vertewlger^> Rechtsanwalt Römheld, nicht als Urkundenfälschung angesehen, sondern nur als Betrug. Auch yabe man in beiden n-ällen je eine fortgesetzte Straftat angenommen. Der Dieo- ! stahl einer Reche Trüffeln aus der Küche, ebenso Heh.i ?, bezüglich der Buchse Rinderpökelzunge sei erwiesen, en.o
! habe Verurteilung erfolgen müssen wegen absichtlich fUdteter Meldung an einen Vorgesetzten und wegen Lrrtz-- s brauchs der Dienslgewalt zu privaten Zwecken.
GeitchwsM.
lau 26. Sept. Das Schöffenaerichr verurteilte heutt dsn U n i v e r N l ä t s - P r o f e s j o r D r. M u t h e r wegen B e - leidiaunq des Dtalers Carlo B ö cklin zu 300 Mf. Geld- ft r a i e9 und Tragung der Kosten. Dem Beleidigten wurde die Vublikations-Befugnis zugesprochen. Der Gerichtshof erachtete dell I Wabrbeüs-Beweis als vollständig mißglückt. Dem Beklagtem stände auch nicht die Wahruehnnmg berechtigter Interessen zur | VrAtp Die Beweiserhebung erstreckte sich auf sechs Bilder, die drei Supraporten ftpolyphem", „Vision", „Meeresidylle", iotuie die I Bilder Jagd der Diana", „Melpomene" und das Porträt voii , I ^rau Clara Bruckmann, von dem Pros. Muther öffentlich behauptet l hatte sie seien nicht Werke des verstorbenen großen Meisters, unter . I hassen Namen sie in Ausstellungen erschienen, sondern Schöpsnngen von dessen Sohii Carlo. Pros. v. Tschildi, sowie mehrere Ataler 1 haben einzelne der Bilder oder alle bei Arnold Böcklms Lebzeiten in dessen Billa gesehen. Direktor Schwarz-Atülichen sagte aus, er sei ebenfalls stutzig geworden über die vielen Bilder, bh nach


