Ausgabe 
28.8.1903 Erstes Blatt
 
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lokal und die Wartesale erster und zweiter Klasse nieder. 3 Feuerwehrleute wurden schwer verletzt.

Budapest, 28. Aug. Die Leichenfunde in dem Schutt des verbrannten Waren-MaLazin s Gold­berger mehren sich von Tag zu Tag. Wenn auch eine gründliche Durchsuchung des Hauses wegen der noch immer glimmenden Trümmer und der (Ansturmgefahr bisher nicht möglich war, gewinnt die Vermutung, daß in den Flammen mehrLeute umgekommen sind, als durch die Todes­sprünge bei den Rettungsversuchen an Wahrscheinlichkeit. Aus allen größeren Städten Europas sind Sachver­ständige hier angekommen, um die Bauverhältnisse des Hauses zu studieren. Die meisten erklären, das Unglück hätte sich nicht ereignen können, wenn bei Erteilung der Bau-Erlaubnis nicht so lei chtsin n i g verfahren und wenn die Feuerwehr nicht so kopflos gewesen wäre.

Sofia, 28. August. Alle Ortschaften in der Nähe von Melkotinowo im Wilajet Adrianopcl sind in den Händen der Insurgenten. Alle Wachthäuser sind bis zur Meeresküste zer­

stört worden und die türkischen Wachtposten getötet oder vertrieben.

Belgrad, 28. August. Die hier eingetroffenen Nach­richten aus Ipek lauten äußerst alarmierend. Die Albanesen massakrieren dieChristen aus offener Straße. Die Bazare in Ipek mußten gesperrt werden. Alle Blätter fordern die Regierung auf, etwas zum Schutze der serbischen Bevölkerung zu tun.

Algier, 28. Aug. Zahlreiche Leichenschändungen sind hier auf dem Friedhose verübt worden. Viele Leichen wurden ausgegraben, ihres Schmuckes beraubt und dann wieder notdürftig begraben. Es besteht Verdacht gegen Leute, die Metall verkauft haben. Gegen das Friedhofspersonal ist eine Untersuchung eingeleitet worden.

L. Washington, 28. Aug. Der amerikanische Ge­sandte in Konstantinopel, Leitschman, ist wegen der Ermord­ung des amerikanischen Vizekonsuls Magelffon in Beirut am 23. d. M. bei der Pforte vorstellig geworden. Der

Mörder ist noch nicht ermittelt. Sofort nach Empiang oe§ Kabeltelegramms, das dem Staatsdepartement den Vorfall mitteilte, hatte der stellvertretende Staatssekretär Loomis eine Konferenz mit dem Unterstaatssekretär Adee. Dann wurde der Gesandte Leischman telegraphisch angewiesen, sofort energisch einzugreisen und der türkischen Regierung den Ernst der Lage klar zu-machen. Er erhielt serner Austrag, die Verhaftung und Bestrafung^ der Mörder zu verlangen und der Pforte mitzuteilen, oaß die Vereinigten Staaten nicht die geringste Verzögerung der Angelegenheit dulden würden. Im Staatsdepartement wird mitgeteilt, daß die Union dieselbe Genugtuung verlangen wiro, die Ruß­land wegen der Ermordung des Konsuls Rostowskis for­derte.

New-Port, 28. Aug. Wie verlautet, beabsichtigt die Regierung, von der Türker eme ebenso strenge Sühne zu verlangen, wie Rußland für seinen ermordeten Konsul. Unter anderem soll ein namhafter Geldbetrag für die Familie des Ermordeten gefordert werden.

Bekanntmachung.

Bei der hiesigen Stadtkasse ist die Stelle des

zweiten Stadtkassegehrlferr

auf 1. Oktober anderweit zu besetzen. Bei zufriedenstellenden Leist­ungen kann nach 6 monatlicher ProbedienstzeU Anstellung erfolgen. Mit der Stelle ist ein pensionsfähiger Gehalt von 1480 Mark, steigend um jährlich 40 Mark bis zum Höchstbetrag von 2200 Mark, sowie Witwen- und Waisenversorgung verbunden.

Im Rechnungswesen bewanderte Bewerber wollen chre Meldung mit Lebenslauf, Zeugnissen und Gesundheitsschein bis zum 20. September hierher einreich en.

Gießen, den 24. August 1903. 6429

Der Oberbürgermeister.

M ecum.

Bekanntmachung.

Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß der km Hessischen Landkalender für Dienstag den 15. und Mittwoch den 16. September vorgesehene Viehmarkt im Anschluß an die landwirtschaftliche Ausstellung bereits am Montag den 14. und Dienstag den 15. September, au ersterem Tag auf dem Trieb, stattsindet. Der Krämermarkt bleibt auf Mittwoch den 16. September bestehen.

Gießen, den 24. August 1903. 6443

Der Oberbürgermeister:

Mecum.

Submission.

Die Lieferung von Weißzeug, Bettwerk, Krankenkleidern, Stoff zu Stores und Bettteppichen soll auf dem öffentlichen Submissionswege für das Rechnungsjahr 1903/04 ver­geben werden.

Bezüglich der Lieferungsbedingungen ist der Erlaß Großh. Ministeriums des Innern vom 16. Juni 1893, das Ver­dingungswesen betreffend, und dessen Anlage A maßgebend.

Die Lieferungsbedingungen und Musterstücke sind auf dem Verwaltungsbüreau der neuen Kliniken in Gießen an den Wochentagen nachmittags von 36 Uhr einzusehen.

Offerten mit der AufschriftLieferung von Weißzeug rc. sind verschlossen bis zum

Montag den 14. Septeurber 1903, mittags 12 Uhr, unter Beifügung von Stoffmustern an die Großh. Verwaltung der neuen Kliniken einzureichen.

Zuschlagsfrist bis zum 19. September d. I. Die Lieferung kann auch geteilt vergeben werden.

Gießen, den 21. August 1903. 6317

Die Berwaltungsdirektion der neuen Kliniken.

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Gegenwärtige Preise:

Für den Zentner ab Verkaufsstelle: Stück-Kots .............. 1,10 All.

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Nußkoks 9h:. 2.....1,20 ,

Bei Entnahme von mindestens 200 Zentnern: Stückkots.......1, Mk.

Nutzkoks 9h:. 1.....l,lo

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Für Koksabnehmer, welche zwei und mehr Doppelwaggons beziehen, ermäßigt sich der Preis um wettere 5 Pfg. für den Zentner.

Für Anfuhr au das Haus werden 5 Pfennig für den Zentner berechnet.

NB. Sofern das Verbringen der Koks bis zu 6 Zentnern auf die bell'. Lagerplätze (Keller, Stall 2c.) mit keinem außergewöhnlichen Zeuaufwand verbunden ist, geschieht dies ohne besondere Vergütung.

Im Gaswerk stndet nur ein Berkaui von über 5 Zentner Koks statt; dagegen ist bei folgenden hiesigen Firmen der llmwmuf im SaskM von 1 bis 5 Zentner-

eingerichtet, nämlich bei den Herren:

Bachenheimer & Schaumberger, Marburger straße -2, Andreas Euler, Steinstraße 11, Joh. Fischer, Alieeslraße 19, H. Hof, Bahnhofstraße 34, _ Gebe. Kahl, Frankfurters trage lol, Ed. Klinket, Bahnhofstraße 10, Emil Loy, Kirchenplatz 9, .

Emil Pistor Nachfolger, Marktstraße 10,

Georg Schäfer, Licherslraße 2, August Struck, Bismarckstrave 6, Georg Unverzagt, Grünbergerstrave 13.

Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gaskokv jamt Anfuhr wie das Gaswerk und verabfolgen dieselben and) in Mengen unter 5 Zentnern. ,

Die Preise unserer Gaskots für die Abnehmer au^nhn.5 der Gemarkung Gießen ermäßigen fid) um den Betrag oer Oktroirüüvergütung von 4 Pfg. für den Zentner. bd

Städtisches Gas- und Wasserwerk Gietzeu.

Konkursverfahren.

lieber den Nachlaß des Kaufmanns Wilhelm Schom- ber zu Gießen, gestorben am 20. Mai 1903, wird heute am 27. August 1903, nachmittags 6 Uhr 20 Min., das Konkurs­verfahren eröffnet.

Der Kaufmann Emil Fisch­bach in Gießen wird zum Konkursverwalter ernannt.

Konkursforderungen sind bis zum 18. September 1903 bei dem Gerichte anzumelden.

Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des er­nannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und ein­tretenden Falls über die in § 132 der Konkursordnung be­zeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Samstag den 26. September 1903, vormit­tags 10 Uhr vor dem unter­zeichneten Gerichte Termin an­beraumt.

Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse . gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schul­dig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auf­erlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forder­ungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedig­ung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 18. September 1903 Anzeige zu machen. 6465

Großherzogliches Amtsgericht zu Gießen._________

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