• Langen dreer, 27. Juli. Ein schreckliches Unglück ereignete sich auf den hiesigen Drahtwerken. Das Ende eines glühenden DrahtwerkeS traf den Walzmeister Sanderbrink oberhalb der Brust und zerschnitt ihm die Schlagader, sodaß er in 5 Minuten verblutete. Der Verun- -glückte hinterläßt Frau und 5 Kinder.
* München-Gladbach, 27. Juli. In der Kunst- tvollsabnk von Konrad Krcmenprot entstand infolge Selbstentzündung von Putzwolle ein Brand, der einen Schaden' von etwa 100 000 Mk. verursachte.
• Kopenhagen, 27. Juli. Der Dampfer Vega, mit dem Nordenskjöld seine berühmte Forschungsreise unter* Dahm und der jetzt als Wallfischfahrer verwendet wurde, ist tm der Küste Grönlands durch Eismassen zerschmetter worden. Die aus 45 Mann bestehende Besatzung ist nad schrecklichen Leiden, nachdem sie 8 Tage lang in einem Bote umhergetrieben waren, bei der dänischen Kolonie Umanak gerettet worden.
Glasgow, 27. Juli. Auf der Station Saint Enochs sand heute morgen ein Eisenbahnunglück statt, 13 Personen wurden getötet und 20 verletzt. Zwei Wagen wurden ineinander geschoben. Der Zug führte viele Ausflügler mit sich, die von der Insel Man zurückkehrten.
* Paris, 27. Juli. Im Militärlager von Chalons hat sich gestern aus bisher unbekannten Gründen ein Hauptmann des 6. Kürrassierregts. ersch ossen.
* Dieppe, 27. Juli. Während der vergangenen Nacht wurde eine hiesige Fischer-Schaluppe auf die Klippen von Pauly geworfen. Die 5 Insassen ertranken.
* Mailand, 27. Juli. Die Baumwollspinnerei Poma in Biella ist total niedergebrannt. Der Schaden is bedeutend. 200 Familien sind brotlos.
* Thalgau, 27. Juli. Während eines Gewitters schlug der Blitz in ein Bauerngut ein und zündete. Das Gw brannte vollständig nieder. Vier Kinder kamen in den Flammen um.
* Budapest, 27. Juli. In der Gemeinde Zsebelz entstand bei der Lohnauszahlung zwischen rumänischen und, deutschen Feldarbettern eine Rauferei, bei der 3 deutsche Arbeiter getötet, 4 lebensgefährlich verletzt wurden. Tie Gendarmerie verhaftete die Rädelsführer.
* Schisfsunter gang. Das norwegische Eisenschif „Theodora", von Rosario nach Hüll unterwegs, ging mit der ganzen Besatzung unter.
* Kein Tag ohne Automobil Unfälle? Bei dem 100 Kilometer-Wettfahren von Automobilbooten in Paris geriet ein Boot in Brand. Die Insassen, Jngemeur Perignon und der Maschinist Große sprangen erschreckt ins Wasser. Große ertrank, wahrscheinlich in Folge eines Schlaganfalles. — In der Nähe von Rocroy stürzte ein Automobil, in dem sich Prinz Philipp Chimai befand, in einen Graben. Der Führer wurde getötet, der Prinz erlitt schwere Verletzungen an der Brust und wurde in ein benachbartes Landhaus gebracht,
* Aus den Bergen. Beim Aufstteg auf die Rax- alpe stürzte ein junger Tourist namens Mahlmeier ab und wurde schwer verletzt und bewußtlos aufgefunden. — Im Fischleintal in den Sextner Dolomiten stürzte beim Edelweißsuchen em zwanzigjähriger Theologe namens Alfons Gottschlich aus Glatz in Schlesien ab. Er starb bald darauf.
* Erdbeben in Italien. In Pontremoli wurde am 27. d. M. früh 3 Uhr ein Erdbeben wahrgenommen, welches sich gegen 5 Uhr mit größerer Heftigkeit wiederholte und einige Häuser der Umgebung beschädigte. Ein neues Erdbeben wurde um 11 Uhr verspürt. Zwei Personen wurden bei d^mselben^ leicht verletzt. Auch in Florenz, Pistoria, Lucca, Pisa, San Miniato, Pontedera, Empoli, Port-Maurizio, Cyivari, Modena, Piacenza, Padua, Patna und Turin wurde ein leichter Erstoß wahrgenommen.
* Der Einsturz eines Theaters. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich in der vorigen Woche in Arlon (Belgien). Während des Jahrmarktes gab das Theater Plays eine Vorstellung auf dem Marktplatz; alle Plätze waren besetzt und der Saal war so> voll, daß eine ganze Anzahl Zuschauer unter der Hitze litten. Plötzlich hörte man ein unheildrohendes Krachen, die Stufenbänke des Amphitheaters stürzten ein und zog-en die Zuschauer bei ihrem Zusammenbruch nach, sich. Eine unbeschreibliche Panik und eine allgemeine Flucht Hals über Kopf folgte. Ein Trupp Soldaten kam den Zuschauern zu Hilfe und suchte aus einem Durcheinander von Brettern und Materialien jeder Art eine Anzahl Verwundete heraus; einige davon sind sehr schwer verwundet.
* Der Nachlaß der Königin Henriette von Belgien. Aus Brüssel wird gemeldet; Anwalt Charles Clerbaut hat, wie bereits gemeldet, eine Vorladung wegen gerichtlicher Erledigung des Nachlasses der Königin Henriette namens elf Pariser Geschäftssirmen, sämtlich Gläubiger der Prinzessin Louise von Koburg, zu Händen des Gerichtspräsidenten Dequesne, eingereicht. Außer dem König Leopold, der Prinzessin Klementine, dem Grafen und der Gräfin Lonyay ist auch Dr. Karl Ritter von Feistmantel, Präsident der Advokatenkammer von Niederösterreich als Kurator der Prinzessin Louise vorgeladen. Subsidiarisch wird nach eventueller Notwendigkeit auch die Vorladung der Prinzessin und des Prinzen Philipp von Koburg beantragt. Diese 11 Forderungen betragen 150 000 Fr. Vertreter der Gläubiger ist Paul Emil Janson. Ein identisches Vorladungsgesuch ist seitens der Wiener Firma Drecoll, ebenfalls Gläubigerin der Prinzessin Louise von Koburg, eingereicht worden. Diese For- eerung beträgt gleichfalls 150 000 Fr. Drecolls Rechtsvertreter ist der Anwalt Charles de Jungh. Falls Gerichtspräsident Dequesne diesen Gesuchen nicht Folge leistet, werden unverzüglich Schritte bei der Staatsanwaltschaft unternommen verden.
* Die teuersten Zigarren der Welt sind, wie Newporter Blätter erzählen, 1500 Stück Havana-Zigarren, welche jüngst das Zollamt Newyorks passierten. Sie kosten 20 Mark pro Stück. Der für die kostbaren Glimmstengel verwendete Tabak ist im Vuelta Abajo-Distrikte in Central- ^"ba gewachsen und stammt von seit Jahren mit größter Sorgfalt gezogenen Pflanzen. Selbstverständlich werden für diese Zigarren nur vollständig fehlerfreie Blätter der besten Qualität verwendet, und die Zigarren werden von erfahrenen Arbeitern hergestellt, die nicht mehr als 8 Stück im Tag ertig stellen. Diese Zigarren sind 16 Zoll lang, und das lOOO wiegt ca. 30 Kilogramm. Jede Zigarre ist in japan
isches Papier gehüllt und befindet sich in einem luftdichten Kästchen aus parfümiertem Holze.
* Eine „Regenprobe" hat dieser Tage auf der Bühne des Breslauer Stadttheaters stattgefunden. Zum erstenmale ließ man dort den neuen Regenapparat spielen, der im Verein mit den an allen Ausgängen der Bühne befindlichen, durch einen Handgriff in Betrieb zu fetzenden Brausevorrichtungen jetzt die Gewähr dafür bietet, daß etwa auf der Bühne des Stadttheaters entstehende Brände rasch und sicher gelöscht werden können, und auch Personen mit brennenden Kleidern nicht mehr außerhalb der Bühne Rettung zu suchen brauchen. Der Regenapparat besteht aus einem an die städtische Wasserleitung angeschlossenen System von über dem Schnürboden parallel entlang gehenden, an der Untersette mit Löchern versehenen eisernen Wasserrohren, das von vier Stellen aus — und zwar jeder selbständig — in Tätigkeit gesetzt werden kann: von der Bühne, vom Schnürboden und von der Galerie aus durch einen elektrisch betriebenen Motor, der den sonstigen Wasserdruck von brei Atmosphären noch um fünf bis sechs Atmosphären verstärkt. Zu der Regenprobe hatten sich außer leitenden Vertretern der Baupolizei und der Feuerwehr zahlreiche Mitglieder des Magisttats und der Stadtverordnetenversammlung eingefunden. Da ein Guß aus dem Regenapparat alle Kulissen, Versatzstücke usw. einfach ruiniert, waren für die Regenprobe alle diese Dinge aus dem Wege geräumt, und sogar alles Tauwerk vom Schnürboden entfernt worden. Ter ganze, kolossale Bühnenraum lag frei da, nach dem Zuschauerrcrum hin durch den eisernen Vorhang abgeschlossen. Ter Fußboden war mit drei mächttgen, wasserdichten Planen vollständig bedeckt; nur an einer Stelle, in der Mttte des vorderen Bühnenrandes, hatte eine Plane eine runde Oesfnung, und unter dieser lag ein Abflußloch. Es herrschte ein reges Gewimmel von Feuerwehrmannschaften und Theaterarbeitern, bis alles so weit als möglich gegen unnützes Naßwerden gesichert war. Dann mußte sich alles von der Bühne zurückziehen, es erscholl das Kommando „Wasser marsch!" Es dauerte kaum 20 Sekunden — da kam ein richtiger Wolkenbruch. Es rauschte und klatschte aus den Boden hernieder, daß ganze Wolken von Wasser tröpsch en aufslogen, und bald war der Fußboden gehörig überschpiemmt. Nach dem Kommando „Wasser ljalt!" hörte der Wolkenbruch nicht so schnell auf, wie er gekommen war, sondern ging zunächst in einen etwas müderen Landregen über, während dessen die Feuerwehrleute schon mit den von der Sttaße her bekannten Gummisegern die aus den Plänen lagernden Gewässer dem Abflußloch zuschoben. Nachher wurde noch mit Hjlse des erwähnten Motors ein zwetter Regenguß auf die Bühne gesandt. Jedenfalls sah man bei dieser Probe, daß der Regenapparat auch den stärksten Bühnenbrand sicher sehr bald zu löschen vermag, und so bietet die neue Einrichtung dem theatervejucheriden Publikum eine wertvolle Bürgschaft für seine persönliche Sicherheit, ebenso wie auch den au: der Bühne und in den übrigen Theaterräumen beschäftigten Personen. Allerdings wird bei der kräftigen Wirkung des Apparates dann vieles, was das Feuer übrig läßt, durch Wasser vernichtet. Schon eine solche Regenprobe ist eine ziemlich kostspielige Sache. Mit dem Herausnehmen aller Züge (d. h. des Tauwerkes) aus dem Schnürboden waren viele Arbeiter sehr lange beschäftigt; jetzt ist das ganze Holzwerk des Schnürbodens vollständig naß, und wenn es erst leidlich wieder gettocknet sein wird, wird man es doch noch vollständig ein)elfen müssen, ehe man die Züge wieder anbringen kann. _________________________
UnwerjiMs-UachUchteu.
Marburg, 27. Juli. Die Aula unserer Universität erhalt in nächster Zeit einen künstlerischen Schmuck. Während der Ferien werden nämlich in ihr Gemälde des Direktors der Düsseldorfer Kunstschule, Peter Jansen, die Szenen aus der hessischen Landesgeschichte darstellend, angebracht werden.
Bonn a. Rh., 27. Juli. Oberpräsident Nasse ist aus Anlaß seines heutigen 50 jährigen Dienstjubiläus zum j u r i st i s ch e n Ehren-Doklor ernannt worden.
Brüssel, 27. Juli. Eine junge Russin Namens Hosches- kova, hat mit großer Auszeichnung das Diplom als Doktor der sozialen Wissenschaft an der hiesigen Universität erworben. Ihre Disiertation behandelte „Die Frauenlöhne in Belgien".
Bern, 27. Juli. Die gesamte Zuhörerzahl an der hiesigen Universität beträgt im laufenden Sommersemester 1407. Davon sind 443 weibliche Zuhörer. Ter Staatsangehörigkeit nach sind von den immatrikulierten Studierenden: 658 Schweizer, 328 Russen und 103 Reichsdeutsche. Der Heimat nach sind unter den immatrikulierten Studentinnen: 42 aus der Schweiz und 320 Russinnen. Davon sind 4 Juristinnen, 288 Medizinerinnen und 151 Ph ilophmnen. Von 288 Medizinerinnen sind 278 Russinnen. Von den 64 Auskultantinnen studieren 2 Medizin und 62 Philo- sophie. ______________
Landwirtschaft.
Alsfeld, 27. Juli. Heber den Prämienmarkt schreibt die „Alsf. Oberh. Ztg.": Reges Treiben herrscht seit heute früh in unserer Stadt. Die Landwirtschaft hat das Wort. Und was sie uns sagen will, befriedigt in hohem Grade den Kenner wie den Laien, die an all den ausgestellten Pferden, dem Rindvieh, den Schweinen und Ziegen ihre Helle Freude haben. Jede dieser Gattungen wies Prachtexmplare auf, die das alte Züchter-Renomee unserer Landwirtschaft wieder einmal rechtfertigten. Der Auftrieb von Pferden war em beträchtlicher, ca. 300 Stück waren zur Stelle. Die Prämiierung des vorzüglichen Pferdematerials ging rasch von tatten und konnten eine größere Anzahl Preise zuerkannt werden. Rindvieh, Schweine und Ziegen waren zahlreich vertreten; auch diese Gattungen waren in Bezug auf Quantität und Qualität bestens beschickt. — Landwirtschaftliche Maschinen und Geräte hatten ausgestellt die Fttmen: Otto Emmel und Heinrich u. August Rößner; erstere Firma bringt u. a. praktische Erntestrike in öen Handel. Mit Erzeugnissen der .Ruferet warten die Herren Konrad Södler-Alsfeld und Fr. Köhler aus Zell auf. Herr Hein- Bornmann in Alsfeld zeigte einen elektrisch betriebenen „Älfa-Laval- Separator" zum Entrahmen der Milch, ferner Fahrräder- und Wasserspülungsklosets. Herr Karl Ramspeck (Inh.: Ad. Ramspeck) ist mit hauswirtschaftlichen Maschinen und Geräten vertreten. Herr L. Völzing aus Groß-Felda hat eine Ausstellung seiner berühmten Arbeits- und Luxusgeschirre veranstaltet. Die renommierten Patentkummete ohne Naht sind hier zu sehen. Herr Völzing fabriziert, wie man sieht, auch Ziegenbocks-Geschirre. Einen erfreulichen Beweis tüchtigen Strebens liefert Herr Wagnermeister Werner Geisel durch ein elegant gebautes sog. Break besserer Art. Das ent- prechende Geschirr dazu ist eine hübsche Arbeit des Herrn Sattlermeisters Bernhard Duchardt. — Das Wetter ist gut und der Wirt hat alle Hände voll zu tun, um die Hungrigen und Durstigen 511 befriedigen. Die Stadtkapelle W. Muller konzertiert, für allerhand onstige Unterhaltung ist Sorge getragen. Alles in Allem scheint auch der heurige Prämienmarkt den heften Verlauf zu nehmen.
Nach einer soeben erschienenen Statistik über die sogenannte Schweinepest im Grobherzogtum Hessen sind im ganzen 53 Gemeinden mit 185 Gehöften verseucht.
FauüUrn Nachrichten.
Gestorben: Frau Rosine Meyer geb. Woog, Darmstadt. Frau Klara 9laljm geb. Cramer, Frankfurt a. 2JL
Gerichtssaal.
Wien, 27. Juli. Ter Bankdiener Franz KopetzHä, der seine Gattin mit einem Jagdgewehr erschoß, weil er sie aus der Untreue ertappte, wurde heute von: Schwurgericht frei- gesprochen. Die Geschworelten hatten die Mordfrage einstimmig und die To.tschlagsfrage mit elf Stimmen vernemt. Die Urteilsverkündigung wurde von dem Publikum, unter dem sich viele Frauen befanden, mit Beifall begrüßt.
Arbeiterbewegung.
Krimmitschau, 27. Juli. Die von der hiesigen e t i l - A r b e i t e r s ch a f t feit langem betriebene Forderung, lOstündtge Arbeitszeit in allen Betrieben, beschäftigte drei am Samstag abgehaltene Versammlungen, in welchen beschlossen wurde, den Gesaintvorstand des Textilarbeiter-Verbandes zu beauftragen, beim hiesigen Spinnerei- und Webereiverein dahin gehende Schritte zu unternehmen. Im Falle eines Streiks würden 76 060 Mk. Streikmittel nötia sein. Betroffen würden von dem Streik 73 Betrieb emtt3800A r b e it ern.
Sport.
8. Gießen, 27. Juli. Bei dem Radrennen in Wißmar am Sonntag gtngen beim 15 Kilometer-Fahren P h. Bauer- Greß e n als Erster, L. Schmalz-Gießen als Zweiter, Wilh. Hamel-Greyen als Dritter über das Ziel.
Neueste Meldungen.
Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.
Berlin, 28. Juli. Ter Landwirtschaftsmirüster hat zur Hilfe bei den Arbeiten zur Wiederherstellung der zerstörten Wege und sonstigen Anlagen im U e v e r s ch. w e m m - ungsgebiet dem Oberpräsidium zwei Regiernrngsbvu- meisrer überwiesen. — Das Zentralkomitee des Vereins vom Roten Kreuz hat zur Beseitigung der Wohnungsnot im schlesischen Uederschwemmungsgebiet brei Töckerfche Baracken sowie einen entsprechenden Vorrat an Lagerungseinrichtungen nach Brockau bei Breslau gesandt.
Hamburg , 28. Juli. Tie Leiche der Frau Schindler, der Gattin des durch Selbstmord geendeten Berliner Bankiers Schindler, ist in Grevenmühlen gefunden worden. Ein dortiger Bürger, oer Frau Schindler von einem früheren Aufenthalt in dem Kurort kannte, hat die Leiche rekognosziert.
Breslau, 28. Juli. Der Kaiser spendete, wie die ,,Schles. Ztg." meldet, zu den Sammlungen für die von den Ueöerschw emmungen Betroffenen m Schlesien 10000 Mark.
Breslau, 28. Juli. Zwischen Merzdorf und Ruhlauk wurde gestern abend, wie aus Landeshut gemeldet wird, ein über den Bahnübergang fahrender Wagen von der Maschine eines Zuges zertrümmert. 3 Personen sind tot, 2 schwer verletzt.
London, 28. Juli. Wie „Morning Leader" aus gador (Marokko) berichtet, sind in der Provinz Sous am 17. ds. ernste Unruhen gegen die Juden aus- gebrochen. Mehrfach wurden die Judenviertel zerstört, viele Juden getötet und die Frauen entführt. Tie Lage in der ganzen Provinz sei sehr ernst.
Rom, 28. Juli. Die vorbereitenden Ärbeiren der Kar- dinäle zum Konklave werden fortgesetzt. Den ganzen Tag über sieht man Equipagen mit Kardinälen durcy oie Straßen rollen umd bei den Gesandtschaften vorfahren. Wre verlautet, wird Gottt, obschon er der Kandidat Ram- pollas ist, von den Jesuiten bekämpft und zwar aus Ordens- Eifersucht, weil Gotti Karmelttaner ist. In einflußreichen Kreisen des heiligen Kollegiums trttt immer mehr der Wunsch nach einem Papst hervor, der mehr den religiösen als den politischen Charakter zur Geltung bringt. — Am Konklave werden, wie nunmehr feststeht, 62 Kardinäle teilnehmen und zwar 38 italienische und 24 ausländische Kardinäle. Celesta in Palermo entschuldigte sein Fernbleiben mit Altersschwäche und der australische Kardinal kann nicht mehr rechtzeitig ein treffen.
Rom, 28. Juli. In Kardinalkreisen wttd auf das bestimmteste versichert, daß bereits im dritten Wahlgange und zwar Sonntag mittag die Entscheidung in der P a p st w a h l erfolgen wttd.
Belgrad, 28.Juli. Die Schwestern der Königin Draga werden fick) im kommenden Semester an der Genfer Universität eins ch reib en lassen.
Belgrad, 28. Juli. Es verlautet, der König habe vor der Abreise nach Topola anonyme Drohbriefe erhalten. Damit wiro auch das große Polizeiaufgebot bei der Abfahrt und Ankunft des Königs .ertlürt, was allgemein einen sehr schlechten Eindruck machte.
Washington, 27. Juli. Man hat allen Grund zu der Annahme, daß der Vectra g, der die Handelsftellung Amerikas in der Ntandschurei endgiltig bestimmt, 00c dem 1. August zur Unterzeichnung fertig ist. Wie von zuständiger Seite erklärt wird, ist die Frage der Oeffnung neuerer mandschurischer Plätze für den Handel im Wesentlichen befriedigend mitChina geregelt. Es bleibt nichts mehr zu erledigen als der Zeitpunkt der Oeffnung.
Pietermaritzburg, 27. Juli. Aus dem Zulu lande sind beunruhigende Nachrichten eingetroffen; Dmizulu soll sich unruhig verhalten. Familien sollen an die Küste gebracht worden sein.
Teiephomsciher Kursbericht.
Jb'rankturi u. .J., 28. Juli
37g% Reiöheanleihe . . 102.45 8% do. ... 91.00 8Ve% Konsole .... 102.05 3O/o do......91.05
372% Hessen .... 101.10 S 1/,% Oberhessen . . . —.— 4-6 Oesterr. Goldrente . . 102.90 41/6% Oesterr. bilberrente 100.80 4% Ungar. Goldrente . . 101.75 4°/j Italien. Rente . . . 103.30 4V8 % Portugiesen . . . 49.35 8% Portugiesen.....30.80
1% C. Türken .... 34 35 Türkenlose......131.60
4% Griech. Monopol.-Anl. 44.20 47, % äussere Argentiner 40.90
3u/o Mexikaner . . -U/gVo Chinesen . . Electric. ScLuckert . Nordd. Lloyd . .
Kreditaktien Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Ber.iner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden . . . Gottbardbahn . . . Laurabütte .... Bochum ..... Harpener ....
Tendenz: fes
iau3
. 26.90
. 92.20
. 90.50 . 98 00 . 208.30
187.25
. 135.95
. 147.10
. 154.20
. 143.20
. 17.60
191.30
. 220.00
. 180.50
. 181.60
als® Metall-Putzmittel


