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Anzeiger Gießen.
Kernlprechanschluß Nr. 51.
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153. Jahrgang
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Amts- und AnzeigebIM für den Kreis Eichen MW
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Uslüisthe Tagesschau.
Ein parlamentarisches Streiflicht.
Man schreibt uns aus Berlin, 27. JuLi:
Die Fertigstellung des Reichshaushaltsetatsl soll, wie von gut unterrichteter Seite verlautet, in diesem Jahre so beschleunigt werden, daß der Reichstag bei seinem Zusammentritt den Et a t bereits vorfindet und die erste Lesung vor den Ferien veranstaltet werden kann, wie das früher üblich war. Wahrend der Zolltarif dem Etat voranging, wird danach der erste Handelsvertrag den Reichstag erst später, nach den Ferien, beschäftigen. Das Schwergewicht der parlamentarischen Verhandlungen dürfte also in die Zeit zlvischen Weihnachten und Ostern fallen, da hier die Spezialerörterung des Etats, die Handelsvertrags- debatten und die Beratung der Mi li t är v o r l a g e statt- ftnden werden. Das Programm ist reichhaltig und interessant; ob der Reichstag besser besetzt sein wird, muß nach den Erfahrungen der letzten Jahre gleichwohl bezweifelt werden. Andererseits wird die Beschlußfähigkeit mehr denn je erforderlich, da die Riederzwingung sozialdemokratischer Obstruktion bei den Handelsverträgen schwieriger sein dürfte, als beim Zolltarif. Eine Revision des Tarifs, wie die Sozialdemokraten sie fordern, ist ausgeschlossen.
Aus Studt und KanL.
Gießen, den 28. Juli 1903.
Der Abdruck unserer Origiualmelduugen ist uur bei deutlicher Angabe der Quelle, „Metz. Anz.", gestattet.
** Au dienz. Se. Kgl. Hoheit der Groß Herzog empfingen am 27. Juli aus Jagdschloß Wolfsgarten den Reichskommissar für die Weltausstellung in St. Louis, Geh. Oberregierungsrat Lewald, in Audienz.
** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung Donnerstag, den 30. Juli 1903, nachmittags 4 Uhr. 1. Genehmigung von Rechnungen. 2. Daugesuch des L. Huhn für die Wetzsteingasse. 3. Desgl. des Peter Pfeiffer für die Neustadt 24. 4. Desgl. des H. Winn für die Liebigstraße; hier: Dispens. 5. Desgl. des Fr. Egly für den Brandplatz 10. 6. Desgl. von A. u. M. Körner für die Westanlage. 7. Desgl. des Ph. Reitzel für die Bahnhofstraße; hier: Dispens. 8. Desgl. des M. Abermann für die Plockstraße; hier: Dispens. 9. Desgl. des Ev. Arbeitervereins für den Wetzlarerweg; hier: Dispens. 10. Benennung der von der Marburgerstraße äbzweigenden Querstraße. 11. Beleuchtung des Platzes neben der Johanneskirche. 12. Den Straßen- kostenbeitrag des Kaufmännischen Vereins für den Platz neben seinem Vereinshaus. 13. Ausbau der Straße Mittelweg; hier: Straßenkostenbeitrag von I. L. Spieß. 14. Gesuch des Ziegenzuchtvereins dahier um Überlassung des städtischen Viehmarktplatzes zu einer am 8. August er. statt- sindenden Ziegenschau. 15. Genehmigung von Hand abgaben aus den städtischen Waldungen für 1902/03. 16. Das städt. Elektrizitätswerk; hier: Gesuch des A. Geisse um Zurückerstattung von Kosten der Zuleitung zu seinem Hause Seltersweg. 17. Gesuch der Friedr. Schäfer Ehefrau um Erlaubnis zum Schankwirtschastsbetrieb im Hause Neustadt 1. 18. Desgl. der Heinrich Bello ff III. Witwe inr Hause Weser- straße 8. 19. Desgl. des Louis Belloff zum Branntwein- verkauf über die Straße im Hause Neuenbäue 10. 20. Desgl. des H. Carle zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Neuenweg 28.
0 Bad-Salzhausen, 27. Juli. Das von hiesiger Kurverwaltung gestern, veranstaltete Konzert der Gie
ßener Regimentskapelle erfreute sich eines zahlreichen Besuchs, auch von auswärts. Das reichhaltige Programm bot den Musikfreunden einen großen Genuß und sand allenthalben Beifall.
** „Ausgegebene Begräbnisstätte." Vom Vorstande der israelitischen Religionsgemeinde Gießen wird uns mitgeteilt, daß er in Gemeinschaft mit dem Landjudenschafts- vorsteher der Provinz Oberhessen seit Jahren wegen Wreder- inbesitznahme des Friedhofes zu Großen-Linden (vgl. unsere gestrige Nummer) Verhandlungen pflegt. Auch das Großh. Kreisamt Gießen, als vorgesetzte Behörde, hat sich mit der Angelegenheit befaßt und dieser Tage zur Sache geäußert. Die Bemühungen zum Wiedererwerb jener Begräbnisstätte dauern fort.
*[ Jubiläums -Hauptversammlung der Pensio ns anstatt deutscher Journalisten und S ch r i j t st e l l e r. Sehr erfreulich ist die Anteilnahme der Städte an dem Jubiläum des zehnjährigen Bestehens der Pensionsanstalt. Außer München haben bis jetzt Ansbach, Augsburg, Freiburg i. Br., Fürth, Hannover und Würzburg Jubiläumsspenden gezeichnet. Von einer Reihe weiterer Städte sind Zuwendungen in Aussicht gestellt worden. Der Verband deutscher Journalisten- und Schriftsteller-Vereine hat auf Antrag des Vorortes Breslau der Pensionsanstalt 1000 Mk. überwiesen. Unter den weiteren Jnbiläumsspenden ist die S. K. H. des GroßHerzogs von Hessen hervorzuheben.
Friedberg, 26. Juli. In der letzten Handels- kammersrtzung sprach man sich, nachdem die Regierung den Landständen eine Vorlage betr. Hagelversicherung hat zugehen lassen, die bezweckt, der Norddeutschen Hagelversicherungsgesellschaft cuif Gegenseitigkeit eine bevorzugte Stellung vor anderen Hagelversicherungsgesellschasten einzuräumen, im Jntereffe des freien Wettbewerbs dagegen aus. Ferner beschloß man, dem Ernst-Ludwig-Verein, dem Hessischen Zentralverein für Errichtung billiger Wohnungen beizutreten. Die Eisenbahnverwaltungen erheben z. Z. von den Empfängern von Wagenladungen Wagenstandgeld an Sonn- und Feiertagen und zwar auch in solchen Fällen, in denen dem Empfängern die Wagen an den den Sonn- oder Feiertagen oorausgehenden Tagen überliefert werden, daß eine Entladung nicht mehr möglich ist. Die Versammlung erklärt diese Uebung für unbillig und ungerecht und beschließt, bei der zuständigen Stelle vorstellig zu werden. Der Bund deutscher Nahrungsmittelfabrikanten und Händler hat an den Reichskanzler das Gesuch gerichtet, den im Zusammenhang mit § 10 des Nahrungsmittelgesetzes bestehenden sogenannten fliegenden Gerichtsstand zu beseitigen. Die Handelskammer ist in Uebereinstimmung mit dieser Eingabe ebenfalls der Ansicht, daß eine event. Bestrafung zunächst bei demjenigen Gericht erfolgen solle, in dessen Bezirk die strafbare Handlung ursprünglich vorgenommen wurde, nicht aber dort, wo sie gerade zur Kenntnis gelangt. Es wird beschlossen, die Eingabe zu urckerstützeu. Vom Bund der Industriellen ist zur Regelung der Flaschenftage dem Staatssekretär des Innern ein Flaschenschutz-Gesetzentwurf für das deutsche Reich unterbreitet worden. Die Kammer spricht sich ebenfalls für denselben aus. Die Handelskammer zu Koblenz hat bei dem preußischen Minister der öffentlichen Arbeiten eine Eingabe eingereicht, die sich gegen die Einschränkung der Post- packetbesörderung mit den Schnellzügen richtet. Da auch in unserem Bezirk Klagen über Verzögerung von
Packetbestellungen vorliegen und zahlreiche und wichtige In- tereffen auf dem Spiele stehen, beschließt die Kammer, die Eingabe energisch zu unterstützen. Die Kammer kann sich von Einführung einer Warenhaussteuer keinen Erfolg versprechen, da sie voraussichtllch auf Lieferanten und Konsumenten abgewälzt wird, jedenfalls aber nicht geeignet"ist, die Konkurrenz der Warenhäuser gegenüber den kleineren und mittleren Detailgeschäften zu beschränken. Auch würden durch die Steuer höchstens 3 Geschäfte in ganz Hessen getroffen werden, während die in dem benachbarten Frankfurt bestehenden großen Warenhäuser, deren Wettbewerb die hessischen Detaillisten am meisten schädigt, der hessischen Steuer nicht unterworfen werden könnten. Die Kammer fordert dagegen eine schleunige Reform unseres aus dem Jahre 1827 stammenden Gewerbesteuergesetzes. Dieses Gesetz trifft die kleineren Betriebe prozentual bis zum zehnfachen Satz der größeren Betriebe, und müßte die Reform des Gesetzes eine schärfere Progression nach oben bringen. Auf diesem Weg würden Filialgeschäfte, Konsumvereine, Warenhäuser, Hausierer und Versandgeschäfte entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit im Rahmen des Gewerbesteuergesetzes — ohne daß es einer Sonderbesteuerung bedarf — besteuert werden können.
0 Altenstadt, 27. Juli. Fünfzig Jahre sind es her, daß die Justizbehörde von Groß Larven nach Altenstadt verlegt ttfrtb das hiesige Haftlokal erbaut wurde.
Darmstadt, 27. Juli. Die zweite diesjährige Schlußprüfung der Kandidaten der evangelischen Theologie hat heute vormittag in dem Amtsraume des Großh. Oberkonsistoriums ihren Anfang genommen. Es beteiligten sich daran sechs Examinanden, wovon zwei aus Starkenburg, drei aus Oberhessen und einer aus Rheinhessen sind. (D. Z.)
Mainz, 25. Juli. Gegen die Animierkneipen wird die Bürgermeisterei als Lokalpolizeibehdrde dadurch Stellung nehmen, daß sie in allen Lokalen, die im Verdacht stehen, zu dieser Kategorie von Wirtschaften zu gehören, die Feierabendstunde wieder einführt, die für alle anderen Wirtschaften bekanntlich abgeschasft ist. — Zwei Knaben im Alter von sechs und sieben Jayren sind durch ein offen- stehendes Fenster in eine Schreibstube eingedrungen, wo sie aus einer Kaffe einen Geldbetrag stahlen. Nachdem sie dann in einer Wirtschaft einige Glas Bier getrunken und auch zu Nacht gespeist hatten, wurden sie errnittelt. Einen kleinen Teil des Geldes hatten sie bereits an „einen guten Freund" verschenkt. Ter Rest wurde bei ihnen noch gefunden.
Bingen, 25. Juli. Seit gestern abend fehlt der Postunterbeamte Hecrer, der die in Bingerbrück für die andere Seite des Rheines eingelaufenen Postsachen auf dem Trajektdampfer nach Rüdesheim zu bringen hat. Der Beamte hat seinen Postjack usw. gestern abend noch ab- geliefert und ist auf das Schiss zurückgekehrt, doch war er in Bingerbrück nicht mehr auf dem Schiff. Man kann nur annehmen, daß der Mann unterwegs in den Rhein gestürzt und ertrunken ist.
)( Marburg, 27. Juli. Die Genehmigung des Ministeriums zur Ausgabe von Marburger Stadtobligationen im Betrag von 5100 000 Mark zur Ablösung der alten Schulden und zur Bestreitung der Ausgaben für Erbauung von Schulen, Straßen und Ausführung sonstiger Projekte ist hier eingetroffen.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den
Feuilleton.
Ei« Gang durch das Knnstgewerbe-Muserwr in Frankfurt a. M.
(Original-Feuilleton des „Gieß. Anz.")
In der jetzigen Hochflut der Reisezeit weWen sich die Besucher der Großstädte hauptsächlich den Gemäldegalerien, Archiven, Skulpturensammlungen usw. zu; einem Kunstgewerbemuseum schenken nur wenige der mit dem roten Reiseführer Ausgerüsteten Beachtung. Und doch ist es von großem Interesse, geschichtlich verfolgen zu können, wie die Kunst zu verschiedenen Zeiten bei verschiedenen Völkern in das tägliche Leben hineinzuspielen sucht, um es zu verschönern, behaglicher und gemütlicher zu gestalten. Ein flüchtiger Blick in das Museum des Frankfurter Kuust- gewerbevereins wird genügen, den Besucher zum Verweilen und genießendem Betrachten anzuregen.
Gleich in dem Eingangsraurn wird das^ Interesse ge
fesselt durch die Vitrinen mit Medaillen und Plaquetten ranzösischer und deutscher Künstler. Unter den ftanzösi- schen Arbeiten mit dem vorwiegend zarten Linienschwung fällt der Charakterkops Emil Zolas auf; unter den deutschen Künstlern ist besonders A. Hildebrand mit drei ausdrucksvollen Medaillen.(Bismarck, Bode, Pettenkofer) vertreten.
Der große Schauschrank in demselben Zimmer enthält Neuerwerbungen aus der Pariser Weltausstellun g. Eine Cntwickelungsgeschichte des Bucheinbandes stellt der zweite Raunr zur Schau. Die Wände zeigen die verwandte Kunst des Pressens, Prägens und Bemalens der Ledertapete. ,
Der anstoßende Saal ist die Nachbildung ernes^Re- naiNance-Zimmers aus dem Fürsteneck in der Fahr- asse nrit der gesamten echten Ausstattung und der in ^jps dem Origirrale nachgebildeten Decke. ,
Wü gelangen weiterschreitend in die Säle, welche den Kunstgewerbeschülern in scharfen Abgüssen ein reiches Bild
der Geschichte der Bildhauerkunst bieten, von den Werlen eines Phidias urrd Praxiteles an bis zu den Meistern der italienffchen, deutschen und ftanzösi- scheu Renaissance.
Saal 6, deffenMünde mib^7 Mattern des Monnmental- werkes „D i e R h e i n p r o v i n z" von dem bekannten poesievollen Maler der Rh ein land schäft Caspar Scheuren geziert sind, enchält eine Sonderausstellung der Br ü h l'schen Universitätsdruckerei .in Gießen. Der saubere, schärfe Truck mit den kräftigen, vornehm wirkenden modernen Schriften, der auch in den geschmackvollen Farbenzusammen- tellungen auf farbigen Papieren äußerst wirksam ist, ällt sofort angenehm auf bei all diesen Accidentien (llr- nnden Wer Ehrenwitgliedschaft, Tischkarten, Geschästs- empsehlungen, Kommersprogrammen, Mitglieder karten uff.) Ein Prachtstück dieser Ausstellung ist der Wandkalender für 1903, von Malter Georgi m München (aus der fugend" bekannt) entworfen. In seiner Entstehmrg durch Abdruck der einzelnen Farbenplatten (grau, gelb, blau, rot und schwarz) vorgeführt, ist er zugleich eine sinteressante Belehrung Wer die Technik des Buchdruckes. Wer Freude hat an gesckpuackvolleu, kräftigen und gediegenen Druckwerken, kommt hier auch auf seine Rechnung. —
Wenden wir uns zurück, so finden wir neben dem Ein- gaugssaal die interessanten Leistiürgen der Jünger Vulkans, Schmiedearbeiten (Schlösser, Türklopser, Beschläge usw.) von der Gotik bis zur Neuzeit. In der Gewerbesammlung überrajchM die drei prWsivollen Gobelins neben einer Kollektion von koptischen Stoffresten aus ägyptischen Gräbern des 5—8. JahrhimdertS n. Chr., die der Freigiebigkeit des Herrn Leop. Sonnemann zu verdanken sind. Eine zlveite Sonderausstellung ist Arbeiten der Steglitzer Künstler-Genossenschaft gewidmet. Entwürfe für Plakate, Bucheinbände uslo. von Ehuickc, Exlibris, Mono gram ncc für Briefe und Uinschläge, Tischkarten und dgl. von Behre, sind besonders hervorzuheben. Ter große Saal 9 bietet in seinen vier Unterabteilungen, Gotik,
italienffche uW deutsche Renaissance, 17. und 18. Jahrhundert, eine ermüdende Fülle von Möbeln, Truhen in reicher Schnitz- und Einlegearbeit, Gesäßen für soliden und poetischen Trunk (Steinzeug, Gläser) Majoliken u dgl.
Auch das orientalische Kunstgewerbe hat einen besonderen Raum. Hier erfreuen türkische, persische und japanische Arbeiten in reicher Ornamentik und bunter Farbensülle das Auge. Kostbare Schätze birgt die Sammlung Linel, welche dieser kunstsinnige Herr gegen Gewährung einer Leibrente der Stadt Frankfurt geschenkt hat, sich^ Wer nur vier Wochen dieser Ehrengabe erfreuen konnte. Noch einen Augenblick schenken wir den Metallarbeiten, die unter anderem auch Nachbildungen der in Hildesheim und Bosco Reale ausgegpabenen Silberschätzc aufweisen, und scheiden dann mit dem Bewußtsein, viel des Schönen und Belehrenden genossen zu hWen, und mit dem Vorsatz, bald den Besuch zu wiederholen und die flüchtigen Eindrücke zu vertiefen. A. Sauer- Frankfurt
„Herr Ober!"
Ein Leser der „Frkj. Ztg." schrieb dieser Tage: „Vor einigen Tggen war es, daß ich in einem wohlbekannten Gasthof zu Eisenach saß. Mir gegenüber hatte ein junger Franzose Platz genommen, der mir von seiner Reise durchs thüringer Land erzählte. Wir waren noch nicht lange im Gespräch, als ein Herr in das Gastzimmer trat und mit dröhnender Stimme „Ober!" rief. Der Kellner befand sich just im anstoßenden Raum, und der ungeduldige Gast schrie noch einmal: „Ober!" Der Franzose sah mich verwundert an. „Verzeihen Sie, was ruft der Herr?" — „Der Herr", antwortete ich, „verlangt den Oberkellner, und weil er offenbar zu bequem ist, das Wort auszusprechen, gebraucht er die Abkürzung „Ober". Ter Franzose als ein Aiann von Lebensart erwiderte nichts darauf, sondenr lächelte nur - cm mokantes Lächeln, das ich durchaus berechtigt fand. „Tic Unsitte, die Kellner so zu titulieren", fuhr ich fort, „hat bei uns in Deutsch-


