— Die großen Strapazen, welche mit den Empfängen der zahlreichen Pilgerzüge der letzten Wochen verbunden waren und die sich plötzlich fühlbar machende Sommerhitze haben die Kräfte des Papstes einigermaßen erschöpft. Sein Befinden ist indessen nicht be- rmruhigend.
Fez, 27. Mai. Vorgestern erhielt der marokkanische Minister de§ Innern ein Schreiben, in dem ein neuer Thronprätendent ihm mitteilt, daß er die Nachfolge des auf sein Geheiß getöteten Bun Hamara im Riffgebiet angetreten hat. Er nennt sich Sidi Mohamed den El Haffan Lssim Ali, ist Scherif und stammt aus Sus.
Lakodja, 20. Mai. Als am 14. Mai Sokoto von den Engländern genommen wurde, entwich der Sultan und floh nach Osten. Jetzt brachte er die Bevölkerung in einen Aufstand und viele schlossen sich ihm zu Angriffen aus die Engländer im Kleinkriege an. Es kam zu einem Gefecht, in dem die Engländer die Anhänger des Sultans zurückschlugen und nach Osten drängten; sie erlitten jedoch selbst bedeutende Verluste.
Newyork, 27. Mai. Die hiesige Kammer für Handel und Verkehr setzte einen Ausschuß ein, welcher den derzeitigen beunruhigenden Stand der amerikanischen Schiffahrt im Verkehr mit dem Auslande prüfen, Mittel zur Schaffung einer amerikanischen Handelsmarine in Vorschlag bringen und den kommerziellen Verbänden das Ergebnis der Untersuchung zur Erwägung unterbreiten soll.
— Das europäische Geschwader der Vereinigten Staaten von Amerika wird ehestens Kiel besuchen. Zur Verstärkung dieses Geschwaders geht das Schlachtschiff „Alabama" von hier ab, sodaß vier Schisse nach Kiel kommen werden.
— In Wallawalla im Staate Washington, wo sich Präsident Roosevelt gegenwärtig aufhält, wurde ein schweizer Sozialdemokrat verhaftet, der Drohungen gegen den Präsidenten und den deutschen Kaiser ausgestoßen hat.
Die Balkan-Unruheu.
Die Gesamtzahl der in der Türkei verhafteten verdächtigen Bulgaren übersteigt, bereits 3000. Der Antrag des Generalinspektors Hilmi-Pascha, solche Bulgaren, deren Teilnahme an der Tätigkeit der Mmitees sicher erscheint, wenn sie auch nicht durch Laten erwiesen sei, nach Tripolis und Kleinasien zu verbannen, wurde bisher nicht genehmigt. Von türkischer Seite wird bestritten, daß 52 Verhaftete nach Kleinasien abgegangen seien. — Nach Angaben der Pforte beschränkt sich die Aktion gegen die oppositionellen Albanesen gegenwärtig aus die Verhaftungen der Haupträdels- sührer und schreitet noch fort
Ein verhafteter junger Bulgare Namens Arso La^o hat den Behörden alle 9 tarnen der bulgarischen Notabclu Salonikis bekannt gegeben, welche dem macedonischen Komitee angehören. Unter ihnen befindet sich ein angesehener Bankier, der stark kompromittiert ist. Ferner hat er den Ort angegeben, wo wichtige Schriftstücke versteckt waren. Aus denselben war ersichtlich, daß mehrere hohe bulgarische Persönlichkeiten die aufständische Bewegung in Macedonien unterstützt und geleitet haben. Er bezeichnet Kwevvilik als Herd des Aufstandes. Das Standgericht hat nach dort eine Kommission entsandt, um Erhebungen einzuleiten.
Das Wiener Fremdenblatt veröffentlicht eine Korrespondenz aus Konstantinopel, die ausführt, daß die von Oesterreich-Ungarn und Rußland ausgestellten und von der Pforte angenommenen Reformen nicht aufgegeben, sondern nur aufgeschoben seien. Der Aufschub in der Durchführung der Reformen sei aber naturgemäß in der Lage der Verhältnisse begründet. Es sei den Entente-Mächten augenblicklich unmöglich, der Pforte die unverweilte Durchführung . der Reformen zuzumuten, es sei aber gewiß, daß in dem Augenblicke, wo die Verhältnisse die Durchführung der Reformen gestatten, die Entente-Mächte den nötigen Druck aus die Psorte ausübey werden, um die sofortige ©in» leitung der nötigen Maßregeln zu veranlassen.
Heer und Flotte.
Berlin, 27. Mai. Auf Befehl des Kaisers find sämtliche kommandierenden Generale nach Berlin berufen worden, um auf dem Truppen-Uebungsplatz Döberitz den militärischen Exerzckien des Garde-Korps, für welche auf ausdrücklichen Befehl des Kaisers die ausgedehntesten Absperrungen vorgenommen werden sollen, beizuwohnen. (Infolgedessen kann also Eeneral von Lindequist an den morgenden Bataillonsfeierlichkeiten in Gießen nicht teilnehmen. D. Red.) Im Laufe des heutigen Tages ist die Mehrzahl der kommandierenden Generale bereits hier cingetroffen. Auch Gcneral-Feldmarschall Graf Waldersee wird den Exerzitien beiwohnen. Prinz Albrecht von Preußen ist durch eine leichte Indisposition am Erscheinen verhindert.
Aus und Lund.
Gießen, 28. Mai 1903.
•• Zur Regiments-Jubiläumsfeier können wir heute einiges über das Programm, das sich morgen abspielen wird, mitteilen. Uni 1 Uhr 51 Min. trifft, wie wir wiederholen, Se. Kgl. Hoheit der Großherzog ein. Die Fahrt zu Oswaldsgarten erfolgt durch die Bahnhofstraße und West- anlage. Anf Oswaldsgarten ist Parade des Regiments. Die Weiterfahrt nach dem alten Schloß geht durch Neustadt, Marktstraße, Marktplatz, Mausdurg, Seltersweg und Südanlage. — Nach der Parade ist außer dem nach Besichtigung des alten Schlosses im Offizierskasino statt findenden Diner, bei dem S. Kgl. H. der Grobherzog das Kaiserhoch ausbringen wird, auch ein Festesten der Gäste und Veteranen im ExerzierhauS des 2. Bataillons. Nahezu 1000 Personen werden an der Tafel teilnehmen. Die Veteranen werden nach Teilnahme an der Parade kompagnieweise zur Kaserne und zum Festesten sich begeben. — Vor dem Antreten zur Parade, um 11 Uhr etwa, findet Apell des 2. Bataillons im Exerzierhause (Neue Kaserne) statt, wobei Major von Schlemmer, der Kommandeur des Bataillons, eine Ansprache halten wird. Die Leute werden vor dem Antritt auf Oswalds Garten zunächst ein warmes Frühstück bekommen. — Wie wir ferner hören, wird das 2. Bataillon während der Parade durch Verleihung eines neuen Fahnenbandes ausgezeichnet werden. — Die Abfahrt des Großherzogs erfolgt, roic wir früher schon mitteilten, um 5 Uhr 53 Min.; die Rückfahrt geht über den SelterSweg.
— Gesellenprüfung. Im städtischen Schlachthofe fand gestern die zwecke Gesellenprüfung hiesiger Metzgerlehrlinge statt. Angemeldet hatten sich Gg. Lenz aus Gießen, Lehrmeisterin L. Sack Wwe., Hch. Langohr aus Elpenrod, Lehrmeister Otto von Eiff, gegenwärtig bei A. Möhl und Jakob Seipp aus Battenberg, Lehrmeister A. Möhl. Die von dem Prüfungsausschuß festgesetzten Arbeiten waren folgende: Für Lenz Schlachten eines Ochsen einschll Spalten, AuSbeinen eines KalbSbugeS geschlosten, Schlitzen und Brühen eines KalbsgekröseS. — Für Langohr: Schlachten eines Schweines mfl. Spalten, Reinigen und Brühen eines Großvieheingeweides, sowie Abnahme eines Ochsennickers. — Für Seip p: Schlachten eines Schweines infl. Spalten, Reinigen und Brühen emeS GroßviehemgeweibeS, sowie Ausbeinen eines Schweinscarrös. Die Prüflinge zeigten durch die vollzogenen Arbecken, daß sie den nicht leicht gestellten Anforderungen vollständig gewachsen erschienen. Im Anschluß an die praktische Arbeit folgte die theoretische Prüfung, an der auch die Herren Schlachthof-Direktor Dr. Liebe und Hauptlehrer Traber in dankenswerter Weise teilnahmen. Die Prüfung erstteckte sich auf Fragen, welche auf bas Handwerk Bezug haben, soweck man sie von einem siebzehnjährigen Lehrling verlangen
kann. Auch dieser Teil der Prüfung fiel zur Befriedigung des Ausschusses aus, dem sich die eingeladenen Herren anschlosten, die auch ihre Anerkennung zollten. — Am Schluffe der Prüfung richtete der Vorsitzende des Ausschusses ermahnende Worte an die Prüflinge, bestrebt zu sein, tüchtig weiter zir ernen, human gegen die zu tötenden Tiere zu sein, treu und leißig im Berufe und zuvorkommend gegen alle Menschen, mit denen sie in Verkehr kommen würden. Gleichzeitig erhielten die Lehrlinge die Mitteilung, daß der Ausschuß mit den Leistungen zufrieden sei und sie nunmehr als Gesellen anerkenne. — Die Ueberreichung der Gesellen-Diplome soll in nächster Innungs-Versammlung stattsinden.
k- Oueckborn b. Grünberg, 27. Mai. Am Hirnrnel- ähdStage unternahm der Gesangverein aus einem Nachbarorte hierher einen Ausflug. Es entstand zwischen Mitgliedern des Vereins eine Schlägerei, wobei es blutige Köpfe setzte.
sd. Darmstadt, 28. Mai. Die feierliche Einsegnung der Leiche des verstorbenen Oberstleutnants Frhr. Schenk zu Schweinsberg, welche heute nachmittag im Krematorium in Offenbach eingeäschert wird, fand heute vormittag unter außerordentlicher Beteckigung durch Prof. Dr. Trempert tatt Als Vertreter des Großherzogs nahm Generaladjutant Generalmajor von Wachter teil. Vertreten waren auch das Ofsizierkorps sowie die staatlichen und städtischen Behörden.
Darmstadt, 27. Mai. In der Psingstwoche wird der evangelisch-soziale Kongreß seine diesjährige Tagung in Darmstadt abhalten. Mittwoch den 3. Juni wird Prof. Dr. Adolf Wagner-Berlin über das „soziale und ethische Moment in Finanzen und Steuern" und Prof. Wilhelm Herrman-Marburg über „die sittlichen Gedanken Jesu in ihrem Verhältnis zu der sittlich-sozialen Lebensbewegung der ©egenroad* referieren. Abends findet eine Volksversammlung statt. Donnerstag den 4. Juni spricht Prof. Dr. Wilhelm Kahl-Berlin über die „Reform des deutschen Straftechts im Lichte evangelischer Sozialpolitik. Nachmittags wird Oberlehrerin Frl. Laura Herrmann-Berlin über das Thema „Welches ist bas Ziel der höheren Mädchenschulen" sprechen.
Mainz, 27. Mai. Die Stadtverordneten bewilligten für die Erbauung eines neuen Schulhauses in der Lcib- nizstraße 257 000 Mk. und gaben ihre Zustimmung für die Erbauung einer Anzahl Häuser für Arbeiterwohnungen an dem unteren Zahlbacher Weg.
Worms, 27. Mai. Zum Besuche des Grafen v. Waldersee erfährt das „W. Tgbl.", daß der Generalfeldmarschall in seiner Eigenschaft als Inspekteur der Dritten Armmee-Jnspektion am Mittwoch, den 10. Juni, abends in Worms eintrifft und im Heylshof absteigt. Für Donnerstag den 11. Juni (Fronleichnamstag) ist abends großer Zapfenstreich der Kapelle und Spielleute deS 118. Regiments vorgesehen, an dem sich auch die Militäroereine des Hastiabezirks Worms beteiligen werden. Am Freitag den 12. Juni findet
entsprechend, eine Figur mit Lyra und Lorbeer trägt: gefertigt ist dieser Pokal von L I. Seligmann. Denso ist ein großer silberner Eichenlaubkranz, die Ehrengabe der Frankfurter Turnerschaft, von Seligmann geliefert; die Widmung ist auf einer reich geschlungenen Schleife, die den Frankfurter Adler trägt, angebracht. Die schöne amerikanische Ehrengabe des Herrn Albrecht Pagenstecher in Newyork haben wir schon beschrieben; die Ehrengaben des Landgrafen Friedrich von Hessen u. a. stehen noch aus. — Für die Ankunft des Kaiserpaares am 3. Juni Äends 7 Uhr ist folgende ^paliecbübung in Aussicht genommen: Von der Scharnhorststraße bis zur WilhelmS- brücke nehmen Ausstellung die dem deutschen Kriegerverband angehörigen hiesigen Kriegervereine und der Verein der Telegraphen-Unterbeamten. Tie Dilhelmsbrücke selbst bleibt unbesetzt, um dem rtaiserpaar einen Ausblick auf den Handelshafen und die Parade-Ausfahrt der hiesigen Ruder- vereine zu gewähren. In der Wilhelmstraße bis zur Ein- ahrt in den Festplatz nehmen 2600 Mädchen ans den hie- igen städtischen Lehranstalten Aufstellung. Abends 9 Uhr zur Abfahrt des Kaiserpaares findet abermals eine Spalierbildung statt, und zwar nehmen Anfitellung die älteren Schüler hiesiger städtischer Knabenschulen in einer Zahl von annähernd 3000 Knaben. An die Schulen anschließend nehmen die Schützen-, Turn-, Sport- und sonstige Vereine Aufstellung, daran anschließend die verschiedenen Beamten-Vereine, namentlich der Kgl. Eisenbahiidirektion, endlich die gesamte Garnison. Tie Spalierbildung findet statt längs des Schaumainlais bis zur Untermainbrucke, welch letztere freibleibt, dann 9leue Mainzerstraße bis zum Sckau- spielhaus, Gallusanlage, Käiserstraße bis zum Bahnhofe. Unter den Platanen des Schaumainkais zieht sich eine Kette bunter Lampions hin, während der Main, belebt von geschmückten Booten und mit bunten Lampions beleuchtet, ein farbenprächtiges Bild bieten wird, da auch die den hiesigen Hafen besuchenden Reedereien den Besuch zahlreicher Schiffe in Aussicht gestellt haben und die Rudervereine und die Sachsenhäuser Färcher Auffahrt halten. Während der F-cchrt der kaiserlichen Herrschaften über die vorgenannte Strecke findet bengalische Beleuchtung des rechten Mainufers bis zu der Alten Brücke statt, ebenso des Domes, des „Langen Franz" und der anderen Turme, sowie der Kuppel des Schauspielhauses.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der in M a i n z zu 15 Jahren Zuchthaus oerudeilte Einbrecher Kaufmann (nicht „Hauptmann", wie uns seinerzeit fälschlich drahtlich übermittelt wurde) Härmens hat angegeben, er habe in Frankfurt einem Herrn Müller, dessen Sohn zurzeit des Diebstahls in Antwerpen gewesen sei, Wertpapiere gestohlen. Nähere Angaben fehlen. Es wird bemerft, daß die Tat in den Jahren 1895 bis 1901 begangen sein muß, und daß HarmenS zu feinen Einbrüchen in verlassene Wohnungen Sonn- und Festtage wählte. — In Kassel ist ein alter hessischer Militär gestorben, Generalmajor z. D. Viktor v. Loßberg. — Aus Bingerbrück meldet man: Auf der Eifenbahnbrücke über die Nahe schlug sich ein stellenloser Kellner mit Namen Franz Krähling mit einigen Kameraden herum. Plötzlich überkam den Betrunkenen die eigentliche Idee, von der Brücke aus sich in die Nahe zu stürzen und sich zu edränfen. Einige Schiffer retteten ihn vor dem sicheren Tode, worauf er ins Spital gebracht wurde. — Das vier Jahre alte Töchterchen der Familie H. Gucked in ®unterSblum zündete in einem unbewachten Augenblicke eine SpirckuSmaschine an, wobei feine Kleider Feuer fingen. Auf fein Geschrei eilte der Vater herbei. Er riß dem Kinde die Kleider vom Leibe, um es auf solche Weise zu retten. Dabei verbrannte er sich die beiden Hände, während baS Kind erhebliche Brandwunden am Arme und an der einen Seite erlitten hat. — Die Stadtverordneten-Versamm- lung in WormS beschloß, zur Errichtung des Küchler- DenkmalS den Lmdenplatz abzutreten und bewilligte den zur Herrichtung deS Platzes geforbeden Kredit. — Die Lehrers- tochter auS dem Dörfchen Gleiberg, die in der Nacht zum Montag eine Hochzeck im Dorfe mckmachte, ist feit der 3eit mit einem gleichaltrigen jungen Menschen verschwunden. DaS Pärchen verfügt über etwa 300 Mark, Ersparniffe des 22 Jahre alten Jünglings, mit denen allerdings nicht weit zu kommen ist.
die Besichtigung der Bataillone deS hiesigen Regiments auf dem Exerzierplätze bei Rofengaden statt. Daran anschließend Parade deS Regiments. Nach einem Frühstück im Offizierkasino wird Graf von Waldersee im Laufe bcS Freitag nachmittag WormS wieder verlassen.
fc. Wiesbaden, 27. Mai. Zu den Festspielen trifft außer dem Kaiserpaar auch die Schwester deSKaisers, Prinzeffin Viktoria von Schaumburg-Lippe hier ein. Auch die regierende Fürstin von Schaumburg-Lippe wird von Schmalbach, wo sie zur Kur weilt, herüberkommen. Ferner trifft nut dem Kaiser der Herzog von Coburg-Gotha hier ein. Der Kaiser wird auch die römischen Ausgrabungen im Bad- haus zum Engel besichtigen.
Frankfurt, 27. Mai. Die Ehrengaben zum Sänger-Wettstreit find von heute ab in dem Schaufenster der Firma Georg Schepeler ausgestellt. Die Stadt Frankfurt a. M. gibt zivei Ehrengaben. Erstens einen großen Humpen, reich ziseliert mit Trauben, der Henkel ein Schwan mit aiis^breiteten Flügeln als Träger des Humpens. Unter dem Ausguß ist der Frankfurter Adler in einem Schild mit Mauer-Kroiie vortellljaft angebracht. Zweitens einen modeni ausgeführten ziselierten Humpen mit dem Frankfurter Adler im Relief; Der Deckel ist durch eine Figur, die Musik, in reicher 'Gewandung gekrönt. Die eine Ehrengabe ist von Hessenberg u. (So., die andere von L. I. Seligmanu geliefert. Sehr schön ist die Ehrengabe der Freiftau Wilhelm v. Rothschild: ein vergoldeter Humpen mit den Bereinsabzeichen der am Fest teilnehmenden Vereine, am Fuße vier Stadtansichten, auf dem Teckel eine Lyra. Ein Obelisk, die Ehreiigabe des Frankfurter Sängerbundes und der Frankfiirter Sängervereinigung, hat am Fuße drei Frankfurter Ansichten in halber Höhe, ferner Die Medaillenbilder von Schubert, Kreuzer und Silcher; Der Frankfurter Mer ist in Email angebracht. Diese zwei Ehrengaben sind von Lazarus Posen Witwe angefertigt, auch die reich ziselierte Platte mit der bekannten Staöt- ansicht mit dein Eisernen Steg, die gemeinschaftliche Gabe des Regatta-Vereins und der hiesigen Ruder Vereine. Ter fculemn tige Humpen nut reicher Lorbeer-Blätter-Ziselier- ung trägt das Vereinsabzeichen des Gebers, des fynuitfurtcr Rennklubs; mit der Anfertigung war E. Schürmann u. Co. betraut. Tie Reihe der geschmackvollen Humpen wird durch Die Gabe des Frankfurter Schützenvereins ergänzt, ein großer I Pokal, der in modernem «til auf dem Deckel, dem Feste
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Berliner Börse vom 27. Mai 1903.
(Mitgeteilt von Der Bank für Handel und Industrie, Gießen.)
Tie Festigkeit der gestrigen Newyorker Börse, forme die ziem- lich beendete llltinw-Liquidatum gaben von Anfang an Anlaß zu einer allgenreinen Besserung. Hierzu kamen noch günstigere Ersen- derichte aus Oberschlesien, welche größere Käufe in Eisenwerken zur Folge hatten. Banken, sowie Bahnen verkehrten m gut behaupteter Tendenz; in letzter Börsenstunde jedoch wurde die Stimmung all- gemem matt infolge Rückganges der österreichischen Renten. Be- soudere Festigkeit zeigten Spanier; Paris trat andauernd als Käufer auf, angeblich auf das Gerücht von der Bildung eines neuen Ministeriums unter Villaverde. Türkenwerte neuerdings gefragt und besser, da wiederum günstigere Nachrichten betreffs der Unifikation vorlagen. Aus dem Eassainduslriemarkt waren größtenteils Kursaufbesserungen zn bemerken.
Prwat-Tiskont 3i/< Prozent.
Anfangs- u. Schlußkurse.
Oest. Kredit.... 209.70 209.00
Deutsche Bank . . . 208.90 209.12
Tarmstädter Bank . . 186.50 136.75
Bochumer Guß . . . 175.90 175.00
Harpener Bergbau . . 178.75 178.25
Schluß-Tendenz: schwächer.
Berlin, 27. Mai. Line Gesellschaft für drahtlose Tele graphie G. m. b. H. wurde hier nach den Systemen Braun und Llaby-Arco begründet. Das Grundkapital beträgt 800 000 Mark und kann nach Bedarf auf eine Million erhöht werden. Tie eine Hälfte der Geschäftsanteile übernimmt die Allgemeine Clektrizitäts- Gesellschaft, die aixbete Halste die Gesellschast für drahtlose Telegraphie (System Braun) und Siemens u. Halske. Tie neue Gesell» schäft schlievt Fabrikationsvedräge mit der Allgemeinen Elektrizi» täts-Gejelljchaft und Siemens u. Halske ab.
• Berlin, 27. Mai. In der Gesellfchafter-Versammlung der Teut scheu Kohlensäure - Gesellschaft konnte deren sofortige Au s los an g nicht beschlossen werden, weil nur 60 Proz. der abgegebenen Summen dafür mären, während das Gesetz Trei- oiertel-Maiorrtät vorjchrecht, doch erklärte die numerische Majorität d,e Auflojnng der Gesellschaft, gestützt auf § 61 des Gesetzes über die Gesellschaften mck beschränkter Haftung auf gerichtlichem Wege erkämpfen zii wollen. Tie Klage wird sofort erbeben werden, damit sie niogllchst noch vor den i^erichtsferien erledigt werden fann.
Märkte.
Limburg a. d. 8., 27. Mai. Fruchtmarkt. Durch' schnittspreije pr. Malter. .'Kater Weizen 14.22 Atk., Weißer Weizen uu.00 Alk., Korn 11.10 Mk., Gerste 9.00 Mk., Hafer 6.85 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk.


