Ausgabe 
28.5.1903 Erstes Blatt
 
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Donnerstag 28. Mai1N03

158. Jahrgang

Erstes Blatt.

tlbrefie für Depelchen: Anzeiger Wiefcrn.

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Test- U tttttfo: für Stobt imb Land^ und .DenchtSfaal*. Auoust DStzi füx den *ln- jctaenteü: Han« Beck.

Nr. 123

Erscheint täglich außer Sonntag«.

Dem Siebener Anzeiger werben Im Wechsel mit bem Kesstsche, Landwirt ble Siebener Kamillen- blätter viermal in bet Woche betgelegt

Rotationtbrud u. Ver­lag bet Brühl 'scheu Unweri.-Buch-u.Steu»- bruderet (Putsch Erben- tebafttfl*. Erpebttto« und Druckerei:

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Gietzener Anzeiger

** General-Anzeiger w

Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Aus dem Wahlkreise AlSfeld-Lauterbach. Tchotte«

liegen uns heute drei Zuschriften vor. Die eine stammt auß Stockhause» und lautet folgendermaßen:

»Dieser Tage hielt AreiSrat Tr. Wallau eine Wahl­versammlung hier ab, die auch von Bewohnern der Nachbar­orte zahlreich besucht war. Nach dem »Lauterb. Anz.* ern­tete er allseitigen, lebhaften Beifall, ein Beweis, wie Jeder- mann von seinen Darlegungen, wie von seinem ganzen Auf­treten überhaupt aufs angenehmste berührt war. Da konnte man vergeblich warten auf große Versprechungen, die später doch nicht gehalten werden, weil, sie nicht gehalten werden können; da war nichts zu hören von Verunglimpfung des Gegners, worin seither gelegentlich der Wahlen Unglaubliches geleistet wurde. Daran könnte sich mancher ein Beispiel neh­men, der sich berufen fühlt, als Redner in Wahlversamm­lungen aufzutreten; dem Wahlkampf würde dadurch viel von seiner Leidenschaftlichkeit und Gehässigkeit genommen werden. Mit dem seitherigen Vertreter unseres Wahlkreises wurde sehr glimpflich verfahren und auf die nobelste Weise mit ihm abgerechnet. LS kann auch von dem überzeugungstreuesten Anhänger be6 Herrn Bindewald nicht geleugnet werden, daß besten Verhalten bei Beratung des Zolltarifs nicht dem Sinne seiner Wähler entsprach. Bindewald konnte nicht so handeln, wenn er innigere hlung mit seinen Wählern gesucht und über die Interessen der hiesigen Landwirtschaft sich besser infor- mirt hätte. Auch nach einer anderen Seite hin mußte der Vortrag des Dr. Wallau fteudigste Zu­stimmung erwecken. Unser Vaterland, »einst nach außen schwertgewaltig*, leidet an einer schweren, inneren Krankheit, an der Parteisucht. Die Partei über alles l Das ist allerwärtS die Devise im Wahlkampf; sie wirkt auch viel­fach bestimmend auf das Tun und Lasten der Volksver­treter. An dieser Parteisucht muß schließlich unser Staats­wesen zugrunde gehen, während doch die Geschichte gerade unS Deutsche eines Besteren belehren sollte. Lreisral Dr. Wallau steht nicht auf einem so engherzigen, selbstsüchtigen Standpunkt; er verfolgt nicht einseitige SlandeSinteresten, ihm gilt daS Wohlergehen der Gesamtheit mehr, als die Partei. Deutschland über alle«! das ist seine Losung für den Wahl­kampf und wird in Zukunft die Triebfeder seines Handelns sein. Seine Rede war durchdrungen von wahrer Begeiste­rung und warmer Liebe zum Vaterland. Darum ist seine Kandidatur die denkbar beste für unfern Wahl­kreis; auf ihn können alle Stimmen sich vereinigen; mag auch der eine zu dieser, der andere zu jener Partei hinneigen, in KreiSrat Dr. Wallau findet jeder, der nicht ganz und gar in Partciintereffen verbohrt ist, einen würdigen Vertreter. Dafür bürgen seine politische Anschauung, sein ausgezeichnetes Wissen und seine reiche Erfahrung, die sein Beruf ihn machen läßt. Möge er und noch recht viele Gleichgesinnte Einzug halten im neuen Reichstag.*

Zn der Laubacher Gegend scheint man allerdings vielfach dem Antisemiten Bindewald zuzuneigen. Wenigstens schreibt man uns von dort in diesem Sinne. Aber selbst dieser Anhänger BindewaldS gicbt in seiner Zuschrift zu, daß »daS Programm von Dr. Wallau für die Landwirte wirklich nicht übel lautet*, hält es jedoch für Zweifel- haft, .ob er eS in der nationalliberalen Fraktion deS Reichs­tages,'der er sich anfchlteßen wird (I), zur Geltung bringen tann.* Der Herr Einsender scheint nicht zu wisten, daß der nationalliberalen Reichstagsfraktion Agrarier von reinstem

Master angehören. Er denke doch nur an den Grafen Onola in dem auch ihm benachbarten Wahlkreise I Zudem tritt das nationaüiberale Programm bekanntlich mit aller Entschiedenheit für die berechtigten Interessen der Land­wirtschaft, namentlich deS mittleren und kleineren bäuerlichen Besitzes, ausdrücklich ein. Heißt eS doch in dem Wahlaufiuf der'nationalliberalen Partei: »Die Land­wirtschaft kämpft feit langen Jahren schwer gegen andere, unter günstigeren Bedingungen arbeitende Länder. Soweit eS der Staatsgewalt möglich ist, muß hier ein Zustand ge- chafsen werden, der unter gerechtem Ausgleich der verschiedenartigen Jnteresten von Landwirtschaft, Gewerbe und Handel dem deutschen Erwerbsfleiß lohnende Arbeit ermöglicht.' Tie Zuschrift aus der Laubacher Gegend findet ferner rück- haltlos Dr. WallauS Persönlichkeitgewinnend*, glaubt aber, eine Aussichten würden dadurch, daßer Beamter, KreiSral ist, sehr verringert. Ein Kreisrat ist schon ein Vertreter der Regierung und muß auch im Reichstag demgemäß abstimmen, allS er nicht den Landräten es nachmachcn will, die um deS Mittellandkanals willen Opposition machten. DaS sind aber Ausnahmen gewesen.* Tas ist doch wohl nicht ganz richtig. Erst dieser Tage ging wieder eine Notiz durch die Preste, der zufolge sich selbst ein preußischer Landrat nicht gescheut hat, in öffentlicher Versammlung ein Hoch auszubringen auf den Bund der Landwirte, eine der heute hauptsächlichsten regierungs­oppositionellen Parteien, deren Vertreter sich nicht scheuen, dem Reichskanzler nachzusagen, daß sie ihm nicht das ge­ringste Vertrauen entgegen bringen. Und wir leben ja nicht in Preußen, sondern in Hessen, dessen Beamtenstand denn doch eine unverhältnismäßig größere Unabhängigkeit besitzt, als der preußische. Sehr wesentlich ist der Passus dieser Zu­schrift, der da ohne weiteres einräumt, daßdie seit­herigen Wähler mit manchen Abstimmungen Bindewalds, z. B. in der Zolltariffrage, wo er auf Seiten der Obstruktion stand, nicht einverstanden sind*. Trotzdem aber glaubt der Herr Einsender, daß sic ihm doch »treu bleiben* werden. DaS wäre doch höchst sonderbar, wenn ein Mann wiedergewählt werden sollte, der gerade in der allerwichtigsten wirtschaftlichen Frage sich in den entschiedensten Gegensatz zu der Mehr­zahl seiner Wähler gesetzt hat, während der Gegenkandidat, der obendrein einegewinnende Persönlichkeit* ist, ein landwirtschaftliches Programm vertritt, daS bie Anerkennung der gesamten Landwirtschaft besitzt. Daß Herr Kreisrat Dr. Wallau mit aller Energie auch dafür eintreten wird, was er verspricht, dafür bürgt doch wohl seine nicht nurgewinnende*, sondern seine ganze charakterstarke Per­sönlichkeit! Daß die christlich-sozial Gesinnten nicht für Herrn Dr. Wallau eintreten werden, wie die Zuschrift zum Schluß bemerkt, glauben wir gern; öb sie aber die Mehrheit am 16. Juni sein werden, das bleibt abzuwarien.

Eine Lauterbacher Stimme spricht sich in ähnlicher Weise aus. Sie meint, Herr Dr. Wallau findetnur" »in den Orten Anhänger, die nie ftnen auch nur mäßigen Pro­zentsatz zu den antisemitischen Stimmen gestellt haben*. In Schlitz z. B. sei weder diedenkbar beste Stimmung* vor­handen nochlebhafter Beifall* gezollt worden. Gerade in dieser Stadt soll sich eine starke Opposition bemerkbar gemacht haben. Auch soll die Versammlung dort recht mäßig besucht gewesen sein.Ulrichstein, Schotten, Lauterbach sind fast ganz freifinnig. Stockhausen ist ganz und gar nicht indenk­bar günstigster Stimmung" für die Liberalen'. (Vgl. den obigen Artikel nach demLauterb. Anz.*! Soll dieses Blatt wirklich so faustdicke Lügen verbreiten? D. Red. desGieß.

Anz.*)Wer die Stimmung deS Bauernstandes kennt, der weiß, daß die Aussichten der Kandidatur Wallau zwar nicht die denkbar schlechtesten, in keinem Fall aber freudeoerheißend ind. Warten wir ruhig den Wahltag ab!*

Ja, daS meinen wir auch, und zwar sehr ruhig!

Aas UrtcU in dem Frozesse Küssener

hat folgenden Wortlaut:

Das Kriegsgericht hat folgenden Tatbestand für vor­liegend erachtet: Am 11. April nachts gegen 12 Uhr kamen Hartmann, Schröder und Lütscher vom 3. Hagen in Essen nach der Brattdsttaße, um sich nach der Müllerschen Re­stauration zu begeben, wo sie Freunde erwarteten. Sie hatten alle drei ziemlich viel Bier getrunken, Hartmann war so betrunken, daß er schwankte. Da die drei lunaen Leute auf der Straße ziemlich laut waren, wurde der Angeklagte auf sie aufmerksam, trat an Hartmann heran und forderte ibn auf, ihm zur Wache zu folgen. Hartmann nahm dies scherzhaft auf, oder wie der Angeklagte sich ausdrückt, plump vertraulich. Darauf versetzte der Ange­klagte: Ich bin im Dienst und erteile Ihnen den dienst- lichen Befehl, mir zu folgen. Lütfcher redete Hartmann zu, dem Befehle Folge zu leisten. Die drei waren etwa 30 Schritte gegangen, da riß sich Hartmann los und wandte sich zur Flucht. Ob Hartmann von dem Angeklagten schon früher losgelassen war, konnte nicht festgestellt werden. Der Gerichtshof billigt nicht die Privatvernehmungen, hat aber die Ueberzeugung, daß die Zeugen die Wahrheit gesagt haben, auch Lütscher, obwohl dieser geschrieben hatte, er wolle den Tod seines Freundes Hartmann rächen. Es ist nicht erwiesen, ob Hartmann dem Angeklagten einen Stoß versetzt har oder eine Wendung machte, woraus der Angeklagte annehmen konnte, der Angeklagte wolle ihn angreifen. Fest steht, daß der Angeklagte dem fliehenden HartmannHalt" zugerufen und ihn, da er nicht stand, an die Wange geschlagen habe, sodaß diese blutete. Da Hartmann auch daraufhin nicht stehen blieb, stach ihn der Angeklagte in den Rücken, sodaß nach kurzer Zeit der Tod eintrat. Der Angeklagte hat sich dann sofort der Be­hörde gegellt. Der Angeklagte war ungehorsam gegen die Dienstvorschriften. Er durfte Hartmann nicht an fassen, da es voll ständiggenügte, wenn er ihm gut zuredete. Noch weniger liegt ein Grund dafür vor, daß er Hartmann mit dem Dolch e st ach. Es mag dem Angeklagten geglaubt werden, daß er der Meinung war, Hartmann wolle schlagen und er sei verpflichtet, den vermeintlichen Angriff abzuwehren. Bon Notwehr kann bei dem Vorgehen des Angeklagten keine Rede sein. Der Gerichtshof hat nicht ange­nommen, daß der Angeklagte die Absicht hatte, den Hartmann zu töten, sondern nur vorsätzliche Miß­handlung im Sinne der §§ 122 und 123 des Militär­strafgesetzbuches, sowie wegen unbefugten Wassen- gebrauchs im Sinne des § 148 des MU ttär str a f g e f e tzes, endlich wegen Ungehorsams gegen dienstliche Vor­schriften im Sinne des § 92. .Bei der Sttafabmessung hat der Gerichtshof die große Jugend und die Unreife des Angeklagten und auch den Umstand in Bettacht gezogen, daß der Angeklagte sich in gutem Glauben befunden bat. In Erwägung aller biefer Umstande hat der Gerichts- yof vier Jahre eine Woche Gefängnis und Degradation erkannt. Eine Woche roirb dem Angeklagten auf bie Unter­suchungshaft angerechnet.

Wie man aus Stiel meldet, beabsichtigt Hüssener, gegen das Urteil Berufung einzulegen. Die Verurteilung zur Degradation hat zur Folge, daß Hüssener nach Verbüßung seiner Strafe als gemeiner Matrose der allgemeinen Dienstpflicht nachkommen muß, soweit er dieser nach den Bestimmungen des Gesetzes noch nicht völlig genügt bat Der aktiven Dienstzeit hat Hüssener als Freiwilliger genügt.

Darmstädter Arief.

R. B. Darmstadt, 27. Mai.

Zum Besten der unter dem Protektorat Sr. Kgl. Hoheit deS Großherzogs stehenden Kleinkinderschule in der Mauergasse (gegründet 1833) fand heute abend im Saalbau ein Kün st 1 ertön zert statt, das auch einen schönen materiellen Erfolg erzielt haben dürfte. Nach einem kurzen Prolog gaben mehrere Mitglieder des HoftheaterS chre SangeSkunst zum besten. Die Hofopernsängerin Frl. Klara Roediger errang mit mehreren stimmungsvollen Liedern schnell die volle Gunst des Publikums und die Herren Kammersänger Wilh. Riech- mann und Georg Weber, sowie Hofopemsänger Hans o. Hessert erfreuten die Zuhörer gleichfalls mit einer Reihe von Gesangsvorträgen; Herr Pianist Hans Hayn brachte mehrere Klaviersoli von Chopin und Bach-Tausig sehr wirk­sam und gehaltvoll zu Gehör. Nach bem in jeder Hinsicht fein künstlerisch durchgeführten Konzert fand noch gesellige Vereinigung mit Buffets und kleinem Bazar statt, wobei sich auch auf der großen Terraffe und im ©arten ein lebhaftes, fröhliches Treiben entfaltete.

Nachdem die beiden ersten Tage der Jahresversammlung, die der deutsche Bühnenverein hier in Darmstadt ab hält, hauptsächlich den Kommissionsberatungen und Vor­besprechungen gewidmet waren, fand heute vormittag um 10 Uhr im Foyer des Hoftheaters die erste Plenarver­sammlung statt, die von ca. 60 Mitgliedern aus allen Teilen Deutschlands, ferner ans Wien (Ehrenmitglied Baron v. Plappart,', Basel, Petersburg ic. besucht war. Tie Ver- fanunlung, die unter Ausschluß der Oeffentlichkett (auch der Presse!) tagte, wählte nach unseren zuverlässigen In­formationen zuerst den Intendanten des Schweriner Hof­

theaters, Baron v.Ledebour, zum Vizepräsidenten; Präsi­dent des Vereins ist nach der bisherigen Gepflogenheit stets der Berliner Generalintendant, zu welchem in Kürze der Wiesbadener Hofthcaterintendant, Herr v. Hülsen, befinitw ernannt werden dürfte. Den nächsten Gegenstand der Beratung bildete neben einigen organisatorischen Aen» berungen der Dereinsbesrimmungen eine im Einvernehmen mit der Deutschen Bühnengenos.cnschaft fertigaestellte neue Schiedsgerichtsordnung, in welcher namentlich die durch das Bürgerliche Gesetzbuch und durch praktische Erfahrungen bedingten Bestimmungen Aufnahme gefunden haben. Die wesentlichsten sind die Einführung örtlicher Schiedsgerichte und die Hinzuziehung von Bühnenmttgliedern zu der obersten Rekursinstanz, in der bisher nur die Buhnen­vorstände vertreten waren. Ten wichtigsten Beratungs­gegenstand bildete der Bericht der gemischten Kommission über die Schäftung eines neuen Theatergesetzes, worüber der Berichterstatter Dr. Paul Lindau referierte. Tie Ver­sammlung nahm den ersten Teil der Vorschläge, die sich auf die Theaterkonzession rc. beziehen, nach kurzer Be­ratung an. Eine lebhafte Debatte rief Punkt 4 hervor, der bie Stellung der Kostüme auch für die weiblichen Bühnenmilglieder durch die Theaterbirektion bestimmt. Tie Beschlußfassung darüber und über die einseitige Kün­digung nn ersten Engagementsmonat wurde auf morgen vormittag vertagt. Heute abend folgten die Teilnehmer einer Einladung des Großherzogs zur Tafel im Residenz- schlosse.

Die Patriz Huber-Ausstellung zu Tarmstadt ist bisher von über dOuu gewerblichen Besuchern besichtigt worden. In der Erwägung, baß zahlreiche Jnttreftenttn und freunde Hubersche. Kunst gerade an Pfingsten Zett finden werden, die Ausstellung eingehender zu jmbieren, wurde die Tauer derselben bis zum 8. Juni ver­

längert. Da inzwischen auch die Darm städt er Kuust, Zeitschriften Gelegenheit gefunden haben, auf diese hochbedeutsame Ausstellung, welche übrigens den größten Teil bet Parterreräumlichkeiten bes Gewerbe-Museums, Neckarstraße 3, füllen, nachdrücklichst hinzmveisen, so dürfte wohl auf einen lebhaften Besuch von auswärts zu rechnen sein. Tie Ausstellung, bie an beiden Pfingstfeiertagen von 101 Uhr unb von 35 Uhr für jedermann kostenfrei ge­öffnet ist, bietet mit zwei komplett eingerichteten Zimmern unb mehreren hunbert Gegenständen unb Entwürfen aus allen Gebieten ber modernen Wohnungskunst einen voll­ständigen Ueberblüf über bas Schaffen und Streben dieses hochbegabten Künstlers, ber im Vorjahre, erst 24jährig, ein so tragisches Ende fanb.

Straßburg, 27. Mai. Vom 24. bis 26. Jutt findet hier ein Seismologenkongreß statt, an welchem außer Teutschland teilnehmen werden: Rumänien, Spanien, Belgien, Bulgarien, Mexiko, Rußland, Griechenland, Japan, die Schweiz, Schweden, Italien, Großbritannien, die Meder- lande und Chile. Vom 18. bis 23. Juli tagt hier die 48. Wander Versammlung deutscher, östteichischer und unga­rischer Bienenzüchter gemeinsam mit der 10. Hauptver jammlung des deutschen Zenttalvereins für Bienenzucht.

Wien, 27. Mai. Die kaiserliche Atademie der Wissen­schaften wählte für bie philosophisch-historische ülaüe zum Ehrenmitg.iede den Professor Heinrich Brunner-Berlin, zu korrespondierenden Mitgliedern die Professoren Heinrich M' ern-Leyden, Hermann H ü f f e r - Bonn, Ludwig Fried- n Steinschneider -Berlin;

. zu Ehren-, off*Berlin, Diobert Koch- Beilin, jiim torrefponbierenoen Mitglieds Professor Georg N e um a y er-Hamburg.