Ausgabe 
27.11.1903 Erstes Blatt
 
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Ausf chr ist der Pakete nmß beutlicfi, vollständig und halt­bar hergestellt sein. Kann die Aufschrift: nicht in deutlicher Weise aus das Paket selbst gesetzt werden, so empfiehlt sich die Verwendung eines Blattes weißen Papiers, welches der ganzen Fläche nach fest aufgeklebt werden muß. Bei Fleischsendungen und solchen Gegenständen in Leinwandver­packung, die Feuchtigkeit, Fett, Blut re. absetzen, darf die Aufschrift nicht auf die llmhüllung geklebt werden. Am zweckmäßigsten sind gedruckte Aufschriften auf weißem Papier. Dagegen dürfen Formulare zu Postpaketadressen für Paketausjchristen nicht verwendet werden. Der Name des Bestimmungsorts muß stets recht groß und kräftig gedruckt oder geschjrieben sein. Die Paketaufschrist muß sämtliche Angaben der Begleitadresse enthalten, zu­treffendenfalls also den Frankovermerk, den Nachnahme- betrag nebst Namen und Wohnung des Absenders, den Vermerk der Eilbestellung usw., damit im Falle des Ver­lustes der Postpaketadresje das Paket doch dem Empfänger ausgehändigt werden kann. Aus Paketen nach grdßeren Orten ist die Wohnung des Empfängers, aus Paketen nach Berlin auch der Buchstabe des Postbezirks (C., W, SO. usw.) anzugeben. Zur Beschleunigung des Betriebs trägt cs wesentlich bei, wenn die Pakete frankiert ausgeliefert werden. Die Vereinigung mehrerer Pakete zu einer Be- gleitadresse ist für die Zeit vom 10. bis 25. Dezember im inneren deutschen Verkü>r (Reichspoftgebiet, Bayern und Württemberg) nicht gestattet. Auch für den Auslands­verkehr empfiehlt es sich im Interesse des Publikums, wäh­rend dieser Zell zu jedem Paket besondere Begleitpapiere auszusertigen.

* Aus dem Bureau des Stadttheaters. Nach der heutigen Theatervereinsoorstellung, die Anzengrubers Kreuzetschreiber" mit Herrn AllhurBauer vom Frank­furter Schauspielhause als Gast bringt, kommt am Sonntag BlumenthalKadelburgs lustigesWeißes Nößl" zur Ausführung. Am Dienstag gelangt als Abonnementsauf­führung Felix Philippis wirkungsvolles SchauspielWohl­täter der Menschheit" zur einmaligen Aufführung. Die Darstellung dieses Stückes jüngst in Marburg bedeutete einen großen Erfolg für unser Ensemble. Donnerstag, den 3. Dezember, gelangt hier außer Abonnement das Ensemble­gastspiel desSalons für alle Kunst" zu Worte, das mit ersten schauspielerischen Kräften und eigenen und eigen­artigen Dekorationen Oskar Wildes Salome und den EinakterDie Gefangene" zur Ausführung bringt.

Frankfurt, 25. Noo. In der Sitzung der Anthro­pologischen Gesellschaft am Montag abend berichtete Hofrat Koster aus Darmstadt über die von ihm geleiteten Aus­grabungen im Kranich st einerFor st. Er gab zunächst eine Schilderung des großen Dreieichforstes, der sich von der Nied bis Eberstadt und von Stockstadt am Main (bei Aschaffenburg) bis Stockstadt am Rhein (Groß-Gerau) er»

Zellen günstigster Konjunktur allen sprungweisen Betriebs- Vergrößerungen abhold, war er ber schlechter Geschäfts­lage mit zeitweise großen Opfern bemüht, seiner nach vielen Hunderten zählenden Arbeiterschaft in Gießen und nächster Umgebung sowie in den badischen Filialfabriken das Brot zu erhalten. Nur in steter ruhiger Entwicklung iah er das Heil, und der heutige Stand des blühenden Ge­schäftes hat ihm Recht gegeben. Weit vorausschauend und auf das Wohl der Seinen bedacht, übernahm der nun Verschiedene im Jahre 1892 die Ruühard'sche Schriftgießerei in Offenbach am Main. Auch dieses Unternehmen mit dem ihm eigenen Geschick in kurzer Zeit einem ungeahnten Aufschwung entgegenführend, durfte er mit Befriedigung der weiteren Entwicklung ent­gegensehen. Den an der Bahre trauernden Söhnen bleibt eine große Ausgabe. Doch dürste der Vater deshalb ruhig die Augen schließen. Sein leuchtendes Vorbild strengster Pflichterfüllung fiel aus guten Boden. Allen äußeren Eyren wenig geneigt, suchte und fand Herr Klingspor stets die volle Befriedigung und sein Genügen in ferner geschäftlichen Tätigkeit. Jahrelang war er Mitglied der Handelskammer. Wie allem, was er einmal erfaßte, wid­mete er sich auch dieser Beschäftigung mit voller Hingabe seines reichen Wissens und Könnens. In den schwierigsten Fragen mit treffendem Urteile stets den richtigen Weg einschlagend, ward er ob seiner glänzenden kaufmännischen Begabung hoch geschätzt und mit größter Aufmerksamkeit gewürdigt. Tas Amt eines Handelsrichters verwaltete er mit dem gleichen Eifer und der ihm eigenen Gründlichkeit. Gestern freilich mußte sich der pflichttreue Mann zum erstenmale seit langer, langer Zeit vertreten lassen. Am Abend war dem Äcimmermüden ein Ziel gesetzt. Alle, die Gelegenheit hatten, mit dem seltenen Manne in nähere Beziehung zu treten, ihn in seinem geschäftlichen Wirken zu beobachten und aus dem reichen Schatze seiner Erfahr­ung Nutzen zu ziehen, werden sagen:Das war -in königlicher Kaufmann". Ehre seinem Andenken! Herr Carl Klingspor war geboren am 25. Juni 1839 zu Siegen. Sehr jung trat er in das Geschäftsleben ein. Im Jahre 1865 gründete er mit dem jetzigen Kommerzienrat Georgi die Zigarrenfabrik Georgi und Klingspor. Nach 18 Jahren gemeinschaftlichen Arbeitens trennten sich die Wege der beiden bisherigen Sozien. Herr Carl Klingspor etablierte sich am 1. Juli 1883 unter der Firma C. Klingspor in Gießen allein, und der Erfolg dieser zweiten Schasfens- veriode ^eigt sich in dem großen Umfange, den die Pro­duktion bieder Firma im Laufe der Jahre nehmen konnte.

** Die Weihnachtssendungem Die Reichs- Postverwaltung richtet auch in diesem Jahre an das Publi­kum das Ersuchen, mit den Weihnachtssendungen bald zu beginnen, damll die Pakellnassen sich nicht in den letzten Tagen vor deut Feste zu sehr zusammendrüngen, wodurch die Pünktlichkell in der Beförderung leidet. Tie Pakete sind d a u e r h a s t zu verpacken. Dünne Pappkasten, schwache Schachteln, Zigarrenkisten rc. sind nicht zu benutzen. Die

streckte. Daran knüpfte er, wie wir berFrkf. Ztg." ent­nehmen, eine Uebersicht und Charakteristik der vorgeschichtlichen Zeitperioden: Stein-, Bronze-, Hallstatt- und La-Töne-Zeit, und ging dann zur Beschreibung der heffischen Hügelgräber und der gemachten Funde über. Mit besonderer Erlaubnis des Großherzogs Ernst Ludwig, der ein großes Interesse an diesen Forschungen nimmt und wiederholt persönlich, zuletzt in Gemeinschaft mit dem Zaren, an den Ausgrabungen sich beteiligte, hatte der Vortragende eine große Anzahl der in den Gräbern gefundenen Gegenstände, wie Waffen, Schmuck­sachen (Arm-, Bein- und Halsringe), Nadeln, Toilettc-Gegen- ftänbe u. s. w. zur Ansicht mitgebracht. Sie sind meist aus Bronze und die Gesellschaft konnte sich durch den Augenschein überzeugen, eine wie hohe Stufe der Kunst damals schon die Bronzezeit dauerte von etwa 2000 bis 1000 Jahre vor Christi Geburt erreicht worden ist. Hosrat Koster erntete für feine höchst interessanten Ausführungen und Darlegungen reichen Beifall. -E

Vermischtes.

* Berlin, 26. Nov. Die Tochter des Schneiders Mankiewicz, die sich in selbstmörderischer Absicht mit ihren beiden Kindern vor einen von Nieder­schönweide kommenden Zug warf, ist kurz nach ihrer Ein­lieferung in das Krankenhaus gestorben.

Breslau, 26. Nov. In Strehlen wurde ein ent» lassener Hilfsbahnwärter verhaftet, well er einen Eisenbahnzug zum Entgleisen bringen wollte.

* Sofia, 26. Noo. In der vergangenen Nacht wurde hier um 1 Uhr 17 Min. eine heftige Ers chütterung wahrgenommen, die sich in der Richtung von Nordwest nach Südost sortpflanzte. Vorher wurde eine unterirdisches Ge­töse bemerkbar. Die Erderschütterung wurde an mehren Stellen besonders im Südwesten Bulgariens verspürt. Am Kloster Rilo sind mehrere Mauern beschädigt. Dort wurden in der Zeit von V/4 bis 6 Uhr morgens 35 Erdstöße gezählt.

Ginen Hruß von meiner Mutter und ich hätte nicht in die Schule kommen können, weil ich @7jB ganz heiser war und stark hustete ,,So," meint der

Lehrer,nun sag deiner Mutter wieder einen Gruß xrf&sfok und sag ihr weiter das wäre keine Entschuldigung flTjfi mehr. Seit Fay's ächte Sodener Miueralpaftilleu existieren, braucht sich kein Mensch mehr mit Husten O und Heiserkeit und wie die schönen Dinge alle heißen, abzuplagen. Da kaust man sich für 85 Pfg. einfach eine Schachtel Pastillen und die Erkältung wird schnell O vorüber jein. Das merk dir für die Zukunft und ihr anderen merkt's euch auch, damit die ewigen Schulversäum­nisse wegen Husten und Erkältung einmal ein Ende nehmen.

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Bekanntmachung.

Behufs einer Ergänzungswahl des Vorlandes unserer ^Gemeinde für das nach dem Dienstalter austretende Mitglied Herrn Israel Rothschild liegt die Liste aller Stimmberechtigten drei Tage lang zur Einsicht der Beteiligten auf dem Bureau des unterzeichneten ersten Vorstehers offen und können Ein­wendungen gegen den Inhalt der Liste nur während dieser Frist zugelassen werden.

Gießen, den 26. November 1903. 8833

Der Borstand der israel. Religionsgemeinde Gießen.

S. Heichelheim.________________

iinii LchkO Gießen.

Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, Saß unsere Kasse vom 3. bis einschließlich 8. Dezember L Js. geschlossen ist. Im übrigen werden im Laufe des Monats Dezember jeden Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag von vormittags 8 bis 12 und von nachmittags 2 bis 4 Uhr Geschäftstage abgehalten.

Gießen, am 21. November 1903.

Der Direktor der äpar- und L^kasse Gießen.

Wiener. 8721

AmisßoMkiser Mtzhch-Vcckus.

Aus dem Freih. Riedesel'schen Revier Ober-Ohmen, Kreis Alsfeld, Distr. Unt. kl. Struth, an der Kreisstraße Groß- EichenMücke, kommt nachstehendes Fichten-Stammholz zum Verkauf:

ca.

44

Stück

Fichten-Stämme I.

Klaffe mit

ca. 130

fm

9

23

9

9

9 H.

9 9

40

9

r

27

9

9

III.

9 9

30

9

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25

9

9

IV.a

9 9

15

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w

30

9

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, IV.b

9 9

10

9

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30

9

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, v.

9 9

, 5

9

9

2

9

9

Abschnitte I.

9 9

3

9

0

16

9

9

hl

9 9

, 7

9

Klassifizierung nach der Elsässer Taxe, Stärkemessung mit der Rinde. Es ist nach Klassen zu bieten. Die allgemeinen Verkaufsbedingungen können von hier bezogen werden.

Gest. Gebote werden bis zum

Montag den 7. Dezember 1903, vormittags 11 Nhr,

an die Unterzeichnete erbeten.

Lauterbach, den 25. November 1903. 8819

Freih^rrlich Niederer Rentkammer.

Holz - Versteigerung.

Montag den 30. d. Mts., nachmittags 1 Uhr, soll im Kurpark zu Bad - Nauheim öffenlllch meistbietend folgendes Nutzholz versteigert werden:

Stämme: 40 Stück Ulmen von 1,6 bis 4,4 m Länge und 25 bis 57 cm Mittendurchmesser mit 14,0 fm Inhalt, und

13 Stück Ahorn von 2 bis 3,4 m Länge und 15 bis 31 cm Mittendurchmesser mit 1,17 fm Inhalt.

Zusammenkunft in der Bahnhofsallee am Hotel Kaiserhof.

Bad-Nauheim, den 24. November 1903.

Großh. Kurverwaltung Bad-Nauheim.

I. A.: Kirchner, Forstassessor. 8821

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