der richtig zusammcngestellten Futterrationen ermittelt Die Ergebnisse werden in der Folge bekannt gegeben.
Wir besitzen in der Provinz Oberhessen 6 Schweine- zuchtvereine und wie die 29 Gemeinden bei der Beschaffung bim Vogelsberger Bullen mit zusammen 2293 Mk. unterstützt wurden, so werden die Gemeinden bei der Anschaffung von ausgejuchten Zuchtebern unterstützt. 39 Gemeinden machten davon Gebrauch, der Provinzialverein wendete zu diesem Zwecke 1307 Mk. aus.
Tie Ziegenhaltung macht gleichfalls in der Provinz unerwartete Fortschritte. Es bestehen drei Kreisziegenzuchtvereine, eine Ziegenzuchtstation in Lauterbachs die mit einem Bock und 18 Ziegen besetzt ist In daS Zuchitregcster wurden an -ausgesuchten Tieren 345 Stück eingetragen. Heute ist diese Zahl bereits auf 800 Stück gestiegen. Die Ziegenzuchtoereine sind zu einem Verband zujammenge- treten, der gleichfalls im Provinzialausschuß vertreten ist.
Auch die Geflügelzuchtvereine bilden einen solchen Verband, der 69 Zuchtstationen für Hühner, 16 für Enten, 4 für Gänse ins Leben gerufen hat.
Ter Obst- unö Gemüjebau. Die Tätigkeit auf diesem Gebiet liegt in den Händen des Oberhejsischen Obstbauvereins. Dieser mit rührigen Herren an der Spitze tut alles, um den Obstbau den hochgesteckten Zielen näher zu bringen.
Ich kann meinen Bericht dahin zusammenfassen: aus allen Gebieten des landwirtschaftlichen Gewerben läßt sich ein erfreuliches Borwärtsstreben ertennen. Auch die Lauen werden bei den beständigen Anregungen mitgerisjen. Mr werden hoffentlich die Gefahr uberloinden, die dadurch droht, daß bei den tvachsenden Schwierigkeiten im Betrieb des landwirtschaftlichen Gewerbes Unmut, Unlust die Schaffenskraft lärmte und Rückschritte statt Fortschritte eintreten.
Sihunq der Stadwerordnctcn.
Gießen, den 26, November 1903.
Anwesend: Oberbürgermeister Mecum, die Beigeordneten Curschmann und Georgi, und die Stadtverordneten Brück, Emmelius, Euler, Faber, Gaffch, Guisteisch, Heichelheim, Helfrich, Huhn, Jann, Jughardt, Keller, Kirch, Krumm, Löber, Orbig, Petri, Pirr, Dr. Schäfer, Schaffstaedt, Schiele, Schwall und Wallenfels.
Ter Oberbürgermeister macht vor Eintritt in die Tagesordnung der Versammlung davon Mitteilung, daß Stadtv. Hanau aus den Rat seines Arztes eine längere Kur in Wiesbaden gebrauchen muß und daher bittet, ihn auf drei Monate von den Sitzungen der stäot. Verwaltung zu entbinden, womit man sich auch einverstanden erklärt.
Aus Anlaß des Ablebens der verewigten Prinzessin Elisabeth hat, wie wir bereits mitteilten, der Oberbürgermeister namens der Bürgerschaft und deren Vertreter dem Landesherrn aufrichtiges Mitgefühl ausgesprochen, worauf von Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog der Tank ausgesprochen wurde. — Der Oberbürgermeister macht die Mitteilung, daß der Prozeß, den die Stadr mit den Gerbern, den Anliegern des Stadtbaches, wegen der Entziehung des Wassers fuhrt, in erster Instanz Beim Landgericht von der Staot gewonnen worden ist. — Ferner verliest Oberbürgermeister Miecunr eine Eingabe, unterzeichnet von den Firmen Brüder Sck)midt, Pistor ^Nachfolger, Jakob Happel, Aug. Kröll Söhne und Karl Hensel, worin diese sich beschweren, daß Stadtv. Hau b a ch in jeinei Eigenschaft als Mitglied der Baudeputation ihnen in dem Artikel Oefen eine unzulässige Konkurrenz mache. Es wird darin behauptet, daß H. für die Ofenverkäuse, welche er mache, sich (einen Ofen-Abnehmern gegenüber bei Tispensgesuchen in der Baudeputation gefällig zeige, indem er für Befürwortung eintrete; wenigstens sollen die Bauherren der Ansicht sein, sie müßten bei Haubach die Oefen kaufen, weil dieser ihnen dann bei Baugesuchen keine Schwierigkeiten mache. Die Eisenhandler haben beantragt, H von der Baudeputation auszuschließen und sich bereit erklärt, einzelne Fälle anzugeben, welche ihre Behauptungen erweisen würden. Sie erklären, daß es ihnen ganz und gar fern liege, mit ihrer Eingabe den Stadtverordneten Haubach zu beleidigen, daß sie ihre Beschwerde nur in Wahrnehmung ihrer berechtigten und gefährdeten Eewerbs- interessen an die Bürgermeisterei richteten. Ter Oberbürgermeister erklärt, daß er dem Kollegen Haubach von dem Vorbringen der Eisenhändler Kenntnis gegeben und daß dieser eine strenge und peinliche Untersuchung der schweren Anschuldigungen verlangt habe, deren Resultat er in öffentlicher Sitzung bekannt zu geben bat Die Untersuchung hat ergeben, daß tzaubach, wahrend er Stadtverordneter ist, im ganzen 54 Stück Oefen verkauft hat; dies ergibt aus das Jahr 7 Stück. Der Oberbürgermeister hat diei hm von den Eisenhändlem genannten Personen über die Beweggründe, die sie zu diesen Geschäften veranlaßt haben, vernommen. Die nun zur Verlesung gelangenden Vernehmungsprotokolle entkräften die gegen Haubach durch (eine Konkurrenz erhobenen Anschuldigungen vollständig und erbringen nicht den Schatten eines Verdachtes, daß er
Abbildungen und Harten ausgestattete Werk zur Hand nehmen, um zu beurteilen, welche Tatkraft und welcher Mut dazu gehören, volle vier Jahre im Höch st en Norden, abgeschlossen von der Menschheit, tätig zu fein, mir der Wissenschaft wegen! Nur Männer wie Sverdrup waren derartigen Anforderungen gewachsen. Turch seine Erzählung geht ein erfrischender Zug von Lebenskraft, die nicht lange grübelt, sondern sofort handelt, auch in den schwierigsten Lagen, die aus den größten Gefahren einen Ausweg zu bahnen weiß. Alan denke an den Brand der ,Fram" I Dem wackeren Schiff droht der Untergang; der Tod tritt aber auch in mancherlei anderen Gestalten an die Mitglieder der Expedition heran, bis sie nach vier langen Jahren die Heimat wieder sehen, umjnbelt von ihren Landsleuten und mit Ehren überschüttet. Sverdrups „9leues Land" ist em Buch für alle, die teilnehmen an den Abenteuerli und Erfolgen der modernen Helden, die ausziehen, die noch unbefaimte Welt für das Reich der Wissenschaft zu erobern. Frisch, lebendig und huniorvoll geschrieben und glänzend illustriert, ist es so spanneiid rote em Roman und muß Jung ulid Alt fesseln. Auch durch seine äußere Erscheinung ist es reizvoll und atiziehend.
Schlagender Grund.
Reinheit der Sprache — so sagt der srenrdwortfreundliche Deutsche — Reinheit, sie kümmert mich nicht, Kürze verdienet den Preis.
Siehe, nun weißt du, warum er die Not stets Kalamität nennt. Und von der Mehrheit sagt immer die Majorität.
JBirt heißt Restaurateur und Räume sind Lokalitäten, Taugt eine Sache, so heißt's, dag sie sich qualifiziert.
Wahl? Nein Alternative; Verwalter'? 9lein Administrator;
Aenden er irgend etwas? Glicht doch, er modifiziert.
^lber du Sprache der Mutter, und du, o göttliche Wahrheit, SvreckU. was meinet denn chr? Beide verhüllen ihr Haupt.
v 1 Walter Gensel.
feine Chrenäm^r zu privatem Vorteil habe mißbrauchen können. Oberbürgermeister Mlecum teilt dann weiter mit, daß die Eisenhänbler noch während der Untersuchung ihre Eingabe als gegenstandslos zurückgezogen haben mit der Erklärung, daß sie von falschen Voraussetzungen dabei ausgegangen seien. Man sei fälschlich der Ansicht gewesen, daß es den Mitgliedern der Baudeputation verboten sei, mit Interessenten der Baubranche Geschäfte zu machen. Der Beauftragte der Eisenhändler hat namens seiner Kollegen die Erklärung abgegeben, daß man ein- sehe, dem Stadtverordneten Haubach Unrecht getan zu haben. Der Oberbürgermeister Mecum erkennt an, daß es ehrenhaft von den Petenten sei, daß sie, ohne die schwebende Untersuchung abzuwarten, nachdem sie ihr Unrecht eingesehen, dies unumwunden zugegeben haben. Er wolle bei dieser Gelegenheit seiner festen Ueberzeugung Ausdruck geben, daß es in der Stadt Gießen keinen Stadtverordneten gebe, welcher käuflich sei. Die Vorschlagskonr- mission, welche sich mit der Angelegenheit befaßt hat, habe keine Veranlassung, der Versammlung einen Aar trag zu stellen. Damit wird dieser Gegenstand verlassen.
Zur Tagesordnung übergehend, setzte Oberbgm. Mecum Punkt 1, betr. die Errichtung eines Wohnhauses bei der Gail'schen Dampfziegelei, einstweilen aus.
Das B äuge such des C. A. Kaufmann hier, der in der Marburgerstraße beim neuen Friedhof eine Gärtnerei mit einem Gewächshaus errichten will, wurde genehmigt.
Die Firma Kaufmann u. Cie. ist verpflichtet, mit der Erbauung eines Vordergebäudes am Schisfenbergerweg Nr. 50 zu beginnen. Auf ihr Gesuch wird ihr zur Erbauung und Fertigstellung des Rohbaues eine weitere Frist bis 1. April bezw. 1. Oktober 1906 genehmigt.
Bet der Gelegenheit rügt Stadtv. Jann den schlechten Zustand des Schissenbergerweges, der in einem Dorfe nicht schlimmer sein könne. — Oberbgm. Mecum verweist dem gegenüber auf den in der Sitzung noch zu erledigenden Punkt der Tagesordnung und erklärt, daß nach Uebernahme der Unterhaltung der in Betracht kommenden Straßen, auch des Schiffendergerwegs, mit dem 1. April n. Js. auf die Stadt dem Uebelstande abgeholfen werden solle.
Aus Antrag der Baudeputation beschließt die Versammlung, zur projektierten Straßenanlage neben dem Neubau der veterinärmedizinischen Institute in der Frankfurter- straße von der Stadt aus rechts schon jetzt an den nötigen Geländeerwerb heranzutreten. — Stadtv. Gafjky spricht die Hoffnung aus, daß der Erwerb nicht lange dauern möge.
Den Ausbau des Schiffenbergerweges zwischen Licher- und Bergstraße betreffend, ist die Stadtverwaltung zu der Meinung gekommen, daß zur Befestigung der Böschung an der Friedhofsmauer die Verwendung der schon mit gutem Erfolg erprobten Grottensteine der Anlage einer Futtermauer vorzuziehen sei. Diese Ausführung wird sich nämlich um einige tausend Mark billiger stellen, und die Versammlung genehmigt darum auf Befürwortung der Baudeputation die Uebertragung der nötigen Lieferungen an die Firma Abermann.
Bei dein Vorschlag der Uebernahme der Unterhaltung von Kreis st raßen st recken auf die Stadt nennt Oberbgm. Mecum als in Betracht kommend die Marburgerstraße bis über den Friedhof hinaus, den Wieseckerweg bis zur Gemartungsgrenze, die Grünbergerstraße bis zur Allee auf dem Trieb, den Schiffenbergerweg, die Licherstraße bis zur Eisenbahn und die Franksurterstraße bis zur Gemarkungsgrenze. Der Kreisausschuß ist auf Grund des früheren Antrages damit einverstanden; der Kreis bezahlt für die Uebernahme an die Stadt das, was er selbst für die Unterhaltung ausgegeben hätte. Auf eine Klage betr. die notwendige Verlegung eines Zufuhrweges zu der Kreisstraße nach Wißmar, worüber seit langer Zeit ein Streit darüber schwebt, ob diese Herstellung die Stadt oder der Kreis zu besorgen habe, wird festgestellt, daß die Stadt nun die nötigen Schritte zur Besserung des Weges getan hat. Stadtv. Gutfleisch meint, daß bei solchen Streitigkeiten über die Zuständigkeit des Kreises oder der Stadt, wenn es sich um Mißstände handele, unter denen die Bürger der Stadt zu leiden haben, diese unter allen Umständen ein Interesse daran habe, Uebelstände bei Zeiten zu beseitigen. Allan könne die Kosten der betr. Herstellung genau seststellen lasten und dann mit Ruhe seine etwaigen Ansprüche an den Staat geltend machen. Er hoffe, daß die Stadt dieses Verfahren in der Zukunft einschlagen und in dieser Weise die richtige Interessenvertretung der Bürger übernehmen werde.
Es folgt auf Empfehlung der Baudep. die Genehmigung eines Kaufvertrages mit Kaspar Heinzerling.
Bei dem Gesuch der Gießener Braun st ein- bergwerkeum Ermöglichung eines Bahnanschlusses an d i e Oberhessische Eisenbahn, wobei zwischen der Eisenbahn und der Gail'schen Dampfziegelei ein städtischer Weg verlegt werden müßte, spricht die Versammlung auf Antrag der Baudep. vorbehaltlich weiterer Einvernehmung ihre Einwilligung aus.
Punkt 9, Gesuch der 6. Komp. deS Jnf.-RegtS. Nr. 116 um Benutzung eines städtischen Feldweges zu Zielübungen, wurde ausgesetzt.
Iw. Hause Neuenweg 2 hat die Stadt kürzlich Räume vermietet; der Mieter Fitzler stellte an die Stadtverordneten ein Gesuch um frühere Entbindung von seinem Mietsvertrag, da er in seinem Interesse schon am 15. November auSziehen will, und um Erlassung eines Teils der schuldigen Miete. Die Versammlung will darauf nur dann eingehen, wenn der Gesuchsteller die Einstellung eines anderen Mieters veranlassen kann.
Zur Auffüllung der Gerbergruben in der ehemals Plank'schen Hosraite wird die Auslage von 45 Mark an den Unternehmer Karl Jughardt IL für an* gemessen erachtet.
Die Vergütung für Reinigung und Heizung der Schulbaracken am Hamm vom Oktober bis einschließlich März wird von 12 auf 15 Mk. erhöht.
Die Ueberlassung der städtischen Wiesen hinter den Eichen an den EiSverein wird unter den seither üblichen Bedingungen gewährt.
Es erfolgt die Genehmigung »on Rechnungen für die Vertretung beurlaubter Beamten.
Für die Beschaffung eiserner Warnungstafeln für den Radfa hrerverkehr reicht der Kredit von 150 Mark nickt aus, um die beste und billigste Offerte der Firma August
Eichhorn-Offenbach anzunehmen, die im ganzen 250 Mark verlangt. Diese Summe wird bewilligt. Hiesige Unternehmer konnten nicht berücksichtigt werden, weil keine geeigneten Modelle hier vorhanden sind und ihre Beschaffung die Lieferung zu teuer machen würde.
Stv. Emmelius führt Klage darüber, daß in der Marburgerstraße der Bürgersteig von Radfahrern benutzt werde. Dieser Gepflogenheit soll entgegengetreten werden.
Die Einführung des neuen Grundbuches bedingt die Anlegung eines topographischen Psundregisters, wofür die Stadt die Kosten übernimmt
Ter Zuschuß der Stadt an den Ziegenzuchtverein wird auf 200 Mark erhöht. Stadtv. Pir r sprach für eine Erhöhung auf 300 Mark, was abgelehnt wurde.
Die Institute der medizinischen Fakultät der Landesuniversität ersuchen die Stadt um Erlassung der Hundesteuer für ihre Ver snchs Hunde im Interesse der Wissenschaft. Tie Finanzöommission beantragte, in derselben Weise wie der Staat entgegen zu kommen und die Steuer nichtzuerheben. Es wird demgemäß beschlossen.
Aus Antrag, der hiesigen Bäckermeister, die eine Zeitersparnis bezwecken wollen, wird bestimmt, daß die Abhaltung. von Brenn Holzversteigerungen wie früher einzeln in den Waldungen statt finden soll.
Ter seitherige Feuervisitator Keßler hat seinen Vertrag mit dem Kreisamt gekündigt. Tie Daudeputation empfiehlt zur Verjehung dieser Steile das ftäbtifaje Hochbauamt, und es wurde ein dementsprechender Beschluß gefaßt.
Tas wiederholte Gesuch des A. Geisse um Rück * erstattung von Kosten für die Verlegung der elektrischen Leitung bis an sein Haus wird wiederum von der Majorität der Stadtverordneten abgelehnt. Tie Stadtv. Pirr, Brück und S ch m a 11 waren der Meinung, daß der Leiter des Elektrizitätswerkes damals mit der Anlage des Kabels in der Kaplansgasie nicht bedachtsam vorgegangen sei und dem Gesuchsteller Die teueren Kosten hätte ersparen können. Oberbgm. Mecum führte die früheren Gründe an und die Ab Kimmung ergab die Ablehnung des Gesuchs.
Tie Rechnung der Löber'jchen Stiftung für 1902/03 wurde geprüft und richtig befunden und der Voranschlag für 1903/04 genehmigt, ebenso die Rechnung der Ploll'j^en Stiftung.
Tas Gesuch des W. Am end hier um Erlaubnis zum Schank-Wirt;chaftsbetrieb im Hause Bahnhofstraße 66 wurde ausgesetzt.
Folgende Gesuche umWirtschaftsbetrieb wurden genehmigt: das des A. Wallenfels für Marktplatz 15 (Kleinhandel mit Branntwein), oes Aug. Michel für Walltorstraße 29 (Brannuveinvertauf über die Straße), oes Karl Seipel in der Kaserne, Licherstraße 65 und des Karl Heinr. Ad. Stückrath für Lllarbnrger- straße 27.
Tamit war die Tagesordnung der öffentlichen Sitzung erledigt. Es folgte geheime Sitzung, in der unbedeutende Personalangelegenheiten erledigt wurden.
Aer Darmstädter Koststeaterumvau.
R. W Darmstadt, 26. Nov.
Tie Angelegenheit des Umbaues des Darmstädter Hoftheaters ist bekanntlich vom Finanzausschuß der zweiten Kammer einstweilen wieder von der Tagesordnung ab gesetzt worden, um der Großh. Regierung zu neuen Unterhandlungen mit der Stadtverwaltung Darmstadt Gelegenheit zu geben. Diese ist zu nicht gerin gen Opfern bereit,indem sie sich verpflichtet, das zum alten Hostheater gehörige Gelände nebft Baulichkeiten, das nach ortsgerichtlicher Schätzung einen Wert von 235 775 Atk. besitzt, käuflich zum Preise von 245000 Mk. zu Übernehmen und außerdem einen besonderen Beitrag von 120000 M. zu den Kosten des Umbaues beizusteuern. Da die Gesamtkosten einschließlich der 65 000 Dir. für Herrichtung des alten Hoftheaters für die interimistische Spielzeit sich auf 768000 Mark belaufen, so bleiben abzüglich einiger weiterer Einnahmen für Gelänbeverkauf noch 404 910 Mk. zu decken, die dem Antrag der Regierung gemäß aus dem Domänen- Acquisitionsfond entnommen werden sollen. Auf diese Vorschläge ist nun aber die Kammer nicht eingegangen, sondern yat anheimgegeben, die Stadtverwaltung Darmstadt als Hauptinteressentin zugrößerenOpsern zu veranlassen. Inzwischen hat sich nun auch, S. K. H. der Großherzog bereit erklärt, aus eigenen Mitteln einen Berrag von 175000 Mk. zur Verfügung zu stellen, die aus den durch die gesteigerten Einnahmen nach dem Umbau zu gewinnenden Mitteln mit 3Vs Proz. verzinst werden sollen. Ferner ist die Stadt bereit, statt des bisher schon geleisteten Vertrags von 10000 Mk., jährlich für die sachlichen Ausgaben des Hostheaters von jetzt ab einen Beitrag von 20000 Mk. zu zahlen, jedoch nur unter der Voraussetzung, daß dieser Betrag in erster Linie zur Gehaltsaufbesserung der Hosmusiker und der subalternen Thea ter bedien steten verwendet wird. Da nach einer vorläufigen Ausstellung die Mehreinnahmen nach dem Umbau ca. 14000 M k. betragen dürften, so würden aller Voraussicht nach bei der Zahlung von jährlich 20000 Mk. seitens der Stadt genügende Millel zur Verfügung bleiben, um neben der Verzinsung der 175 000 Mk. mit 6125 Mk. auch die von der Staot, wie von der 2. Kammer geforderte Aufbesserung der Gehalte zur DurMührung zu bringen. Die Theater- direktion soll, wie uns versichert wird, diesem neuen Bertragsvorschlag zunächst noch ablehnend gegenüber stehen, da sie es für bedenklich hält, so bedeutende Summen in ihr je nach den Einnahmen schwannkendes Budget aufzu- nehmen. Es ist jedoch zu erwarten, daß auf der vorstehend gezeichineten Basis demnächst eine enbgiltige Verständigung zu stände kommen wird.
Aus Zwöl ulu) Kmiü.
Gießen, 27. November 1903.
** C. Klingspor t- Gestern abend wurde der tatkräftige und rührige Mann den Seinen entrissen. Ein Schlaganfall setzte dem mühevollen und arbeitsreichen Leben ein Ziel. Mühevoll und arbeitsreich! Wenn auf ein Wirken, s<o kann das Propheienwort auf die Lebensaufgabe des nun Berewigten Anwendung finden. Sein Unternehmen, daS auS den Hein ft en Anfängen sich entwickelt hat, steht heute an bet Spitze der hessischen Bi- garrenfabrilen. Eiserner Fleiß und emsige Schaffens fr euoe verbunden mit strengstem ReHtllchkeitLgefÜhl brachten den Erfolg. Ten Blick tzefchurft für alle-, wa- zur Ausdehnung u«b treuen AnhM»A«chreit seiner über ganz Deutschland verbreiteten Kundjcyaft beitragen könnie, war Herr Klingspor einer der Borkämpfer, die den guten Aus unserer Vaterstadt üt der Aigarrerrbrauche begründeten. In den


