von 75 Jahren gestorben.
Von Groß-Karben nach
kehrten, jeder voll des Lobes über den schönen Verlauf des interessanten und lehrreichen Ausflugs.
** Ausgegebene Begräbnisstätte. Ein mehr als in einer Beziehung interessanter alter israelitischer Begräbnisplatz befindet sich in Großen-Lin den. Keine 200 Schritte von der Hauptstraße des Ortes entfernt liegen neben einander mehrere Grasgärten, mit Obstbäumen bepflanzt, unter denen mehrere Hunderte Israeliten den ewigen Schlaf halten. Die Gärten sind Eigentum von Privatleuten und jeder einzelne i umfriedigt. Inmitten der Gärten stehen hier und dort, teils in Gruppen, teils einzeln, mehr oder weniger vom Zahn der Zeit mitgenommene Grabsteine mit hebräischen Inschriften, darunter einzelne, deren Schrift kunstvoll in Hochreliefmanier ausgeführt ist. Es handelt sich um einen in der Mitte des vorigen Jahrhunderts aufgegebenen jüdischen Beerdigungsplatz, auf dem nicht nur die Gießener Gemeinde, sondern die zahlreichen Juden aus den umliegenden Dörfern, ja sogar bis tief aus der Rabenau und der Wetterau ihre Toten bestattet haben. Wie es gekommen ist, daß das Friedhofsgelände Privateigentum wurde, obwohl die Altvorderen hellte noch bestehender hoch angesehener Fanlilien dort ihre letzte Ruhestätte geflinden haben, ist schwer 311 sagen, jedenfalls haben die jetzigen Besitzer das Gelände von den Vorbesitzern rechtlich erworben. Bürgermeister Leun-Großen-Linden hat das Verdienst, dafür gesorgt zu haben, daß von dieser Stätte der Toten, um die sich als solche niemand künlmert, aller Unfug ferngehalten wird und daß die alten Denkmäler, welche noch vorhanden sind, nicht entfernt werden dürfen. Bemerkt muß allerdings werden, daß einige Frankfurter Famllien, welche aus hiesiger Gegend stammen, das Stück Erde, in dein chre Väter und Großväter ruhen, alls dem Privatbesitz zurück erworben haben und pietätvoll für die Erhaltung der Gräber der ihrigen sorgen. Um so mehr aber stimmt der Verfall der zahlreichen Gräber mit ihren halb versunkenen, mit Moos überzogenen oder verwitterten Grabsteinen, um die sich niemand kümmert, den Besucher dieses stillen Ortes wehmütig und nachdenklich.
p. Lich, 26. Juli. Heute nachmittag veranstaltete der hiesige Kriegerverein ein Preissch eibenschieß en, wozu sich viele einheimische und auswärtige Berechner und Bewohnerinnen eingefunden hatten. Emgelcitet wurde das Fest mit einem Zug durch die Stadt uud Niederlegung eines Kranzes an dem Gedenkstein der 1870/71 gefallenen hiesigen Krieger unter einer erhebenden Ansprache. Den Siegern im darauf folgenden Preisschießen wurden 22 Preise zu teil, welche außer von Veremsmitteln auch von hohen Gönnern gestiftet worden waren, so von Sr. Durchl. dem Prinzen Ludwig und Sr. Durchl. dem Fürsten Karl zu Solms-Hohen- solms-Lich. Die Herrschaften beehrten auch den Festplatz mit ihrem Besuch. Die Festlichkeit nahm unter den alten Eichen am Ufer des nahen malerischen kleinen Waldsees mit Orchesterklängen und Zechgelage um 3 Uhr nachmittags viel versprechenden Anfang. Die Dauer war nach der Preisverteilung in dem Stein'schen Saale hier unter Gesang und Tanz um Mitternacht noch unbestimmt.
(1) Wißmar, 26. Juli. Das Radfahrerfest, das gestern hier stattfand, brachte eine angenehme Abwechslung in unser Stillleben. Die Rennen begannen schon morgens gegen 8 Uhr. Der Festzug mittags durch das Dorf wurde viel bewundert. Auf einem sehr unterhaltsamen Festplatz, bei Forsthöser, vergnügte sich eine große Zahl von Teilnehmern, besonders jungen Mädchen in der schmucken oberhessischen Tracht, die während der Nachmittagsstunden ziemlich still auf den langen Bänken am Tische saßen und der über jede Beschreibung erhabenen Musik lauschten, die aber abends sehr lebendig und fröhlich wurden, als sie sich auf dem geräumigen Tanzboden im Feien ergingen. Das Fest verlief sehr schön.
§ Rockenberg, 26. Juli. Der hiesige Männergesangverein „Konkordia" feierte heute sein 50jähriges Jubiläum. Von den Gründern des Vereins leben noch drei: Sulzbach, Wetz und Nauheimer, welchen gelegentlich des Jubelfestes eine besondere Ehrung zuteil wurde. Der Verein zählt 75 Mitglieder.
1. Friedberg, 26. Juli. Auf der städtischen Seewiese fand heute nachmittag eine Nachfeier zur Kriegerdenkmalsenthüllung statt, die bei schönem Wetter einen guten Verlauf nahm und sich großen Zuspruchs erfreute. Das Kriegerdenkmal hat eine provisorische Drahtumzäunung erhalten. — Das langjährige Mitglied der Kreisschulkommission und des Kreisausschusses Heinrich Ruppel-Kloppenheim ist im Alter
Vermischtes.
* Konstantinopel, 26. Juli. Gestern nacht wurde bei Kilometer 76 der Orientbahnlmie zwischen Kubla-Burgas und Deseagatsch zwei Patronen gefunden. Ob dieselben Dynamit enthalten, ist noch nicht festgestellt. Der Eisenbahn 5 ug konnte rechtzeitig angehalten werden und kam mit 71/2ftünbigec Verspätung ohne Unfall hier an.
* Wewyork, 26. Juli. In Danville (Illinois) stürmte ein Nolkshaufen das Gefängnis, um den schwarzen Angreifer einer weißen Frau zu lynchen. Die Gefängnis- Wächter schossen scharf, töteten einen Weißen und verletzten drei schwer. Der Volkshaufe gewann schließlich die Oberhand, trampelte einen Neger zu Tode und verbrannte einen andern, welcher einen Weißen verwundet hatte.
*TieEhescheidungLeopold Wölflings. An den Mauern der Mairie der Genfer Gemeinde Veyrie-r war bis zum letzten Samstag folgendes Aufgebot affichiert: „Es wollen eine Ehe eingehen: Leopold Wölfling, ohne Prosession, aus Salzburg, Oesterreich,' wohnhaft in Vey- rier, Zivilstand unverehelicht, geboren in Salzburg 2. Dez. 1868, Sohn des Ferdinand Großherzog von Toskana und Erzherzogs von Oesterreich, sowie der Alice Marie Großherzogin von ßwskana und Erzherzogin von Oesterreich, und Wilhelmine Adamovic, ohne .Profession, aus Lundenburg, Oesterreich, wohnhaft in Veyrier, Zivilstand unverehelicht, geboren in Lundenburg 1. Mai 1877, Tochter usw." Seit 1. Juli wohnt Leopold Wölfling mit Fräulein Adamovic in Veyrier ,Lotet Beausejour". Der vormalige Erzherzog Leopold Salvator hat am letzten Samstag FÄiulein Adamovic geheiratet.
Kaichen wird eine neue Kreis st raße erbaut. Die Kosten belaufen sich auf 88 000 Mk., von welcher Summe 38 000 Mk. auf die Gemarkung Groß-Karben entfallen.
Bad-Nauheim, 26. Juli. Dienstag den 28. Juli, nachmittags und abends: Konzert der Kapelle des 2. Leib- Husaren-Regiments Kaiserin 2 aus Danzig. Abends Tanz.
R. B. Darmstadt, 26. Juli. Das große Preis- schiehen der hiesigen Schützengesellschaft, das aus Anlaß der Einweihung des neuen Schießhauses von heute bis Mittwoch stattfindet, nahm heute nachmittag bei zahlreicher Beteiligung einen sehr günstigen Anfang; auch das damit verbundene allgemeine Volksfest war trotz des in den späten Nachmittagsstunden eingetretenen Regenwetters start besucht. Das Preisschießen begann auf 12 Scheiben, sowie auf Wildstand- und Tontaubenstand und wird in den nächsten Tagen fortgesetzt. Tie Ernst Ludwigscheibe ist heute'noch nicht benutzt worden. Se. Königl. Hoheit der Großherzog hat für Dienstagnachmittag seinen Besuch ansagen lassen und wird sich voraussichtlich auch persönlich am Preisschießen beteiligen. — Gleichzeitig fanden heute nachmittag auch die Rad-Rennen des Radfahrervereins Darmstadt statt. Die ersten Rennen verliefen sehr flott. Die späteren Rennen verunglückten aber sämtlich, namentlich das Motorrennen über 10 Kilometer infolge des Regenwetters; die meisten Fahrer stürzten auf der Asphaltbahn, einige trugen erheblich- Verletzungen davon.
Groß-Gerau, 27. Juli. (Originaltelegramm des Gieß. Anz.") Gestern abend wurde zwischen Groß- Gerau und Dornberg auf der Verbindungsstraße an einem Bahnübergang der Wagen des Käsefabrikanten Cäsar Rothenberger II. aus Worfelden von dem um 9.45 Uhr in Groß-Gerau fälligen Mainzer Personenzug erfaßt und zertrümmert. Rothenberger wurde getötet, sein Unecht Roth tätlich verletzt unter dem Zuge hervoc- gezogen.
bj Marburg, 26. Juli. Der Jäger der 4. Komp.
derklnb 6 Min. 56 Sek., 2. Mainzer Ruderverein 6 Mm 56% Sek. VIII. Großherzogs-Vierer, Wanderpreis, geflutet vom Großherzog von Hessen: 1. Spindlersselder Ruderverein von 1878 6 Min. 44 Sek., 2. Ludwigshafener Ruderverein 6 Min. 46 Sek., 3. Mannheimer Ruderverein „Amieitia" 6 Min. 47 Sek., Mainzer Ruderverein 6 Min. 50 Sek. IX. Einer. Rheinpokal, Wanderpreis : Mainzer Rnderverein 7 Min. 28 Sek. (allein gefahren). X- 3 weiter Vierer, Ehrenpreis: 1. Mannheimer Ruderklub 6 Min. 52 Sek., 2. Spindlersselder Ruderverein von 1878 7 Min., 3. Wetzlarer Ruderklub 7 Min. 10 Sek., 4. Frankfurter Ruderverein 7 Min. 12 Sek. XI. Dritter Vierer, Ehrenpreis: 1. Frankenthaler Ruderverein 7 Mm. 14% Sek., 2. Rudergesellschaft Ruhrort 7 Min. 14% Sek., 3. Gießener Rudergesellschaft von 187 7 7 Mm. 22 Sek. X1L Jubiläums - Vierer, Jubiläumspreis : 1. Ruderklub „Allemannia" Hamburg 6 Min. 44 Sek., 2. Mannheimer Ruderklub 6 Mm. 48 Sek. XHL Zweiter Ginei', Ehrenpreis: 1. Frankfurter Rudergesellschaft Oberrad 7 Min. 43 Sek., 2. Kasteler Rudergesellschaft 7 Min. 43 Sek., 3. Bonner Ruderverein 7 Min. 52 Sek. — Nach Beendigung dieses Rennens hat die Regatta, welcher bis dahin der Großherzog v 0 n H e s s e n beigewohnt hatte, eine doppelt unangenehme Störung erlitten, indem ein heftiges Gewitter heranzog, infolge dessen das Achter-Boot des Mannheimer Rudervereins „Amicitia" durch einen hestigen Windstoß unigejagt wurde und deffen ganze Besatzung in den Rhein fiel. Durch rasche Hilfe wurden sieben Mann aus dem Boote alsbald wieder ins Trockene geschafft, während der achte Mann, der Schlagmann des Bootes, angeblich ein Herr Beier von Meißenheim, vermißt wurde. Nach längerem Suchen fand man den Mann unfern der Uwallstelle im Wasser. Von verschiedenen anwesenden Aerzten wurden sofort alle möglichen Wiederbelebungs- versuche angestellt, die indessen erfolglos blieben.
1. Rudergesellschast Ruhrort 7 Min. 54 Sek., 2. Kasteler Ruder- Gesellschaft 7 Min. 55 Sek., 3. Bonner Ruderverein 7 Min. 55 Sek., 4. Mainzer Ruderverein 8 Min 2 Sek. V. Zweiter-Ach ter: 1. Mannheimer Ruderverein „Amieitia" 6 Min 40 Sek., 2. Frankfurter Ruderverein 6 Min. 41 Sek., 3. Rudergesellschaft Worms 6 Alin. 45 Sek., 4. Mannheimer Rudergesellschaft 6 Min. 48 Sek. VI. Vierer ohne Steuer m n n n , Wanderpreis, gestiftet vom deutschen Ruderverband: 1. Ludwigshafener Ruderverein 6 Min. 17 Sek. 2. Mainzer Ruderverein 6 Min. 20 Sek. Zweiter Tag. VII. I u u i 0 r - V i e r e r, Ehrenpreis. 1. Mannheimer Ru-
Markte.
Grürrberg, 25. Juli. Frachtmarkt. (Durchschnitts- preis pro 100 Kilo.) Weizen 16.50 bis —Mk., Korn 15.48, bis 00.00 Mk., Gerste 00.00 bis 00.00 Hafer 14.00 bis 00.00 Mk., Erbsen 18.50—00 Mk., Linsen 00,00 Mk., Lein 00.00 Mk., Wicken 00.00 Mark, .Samen 20.72—20 Mk., Kartoffeln 10.00 bis 00.00 Mk.
1c. Frankfurt a. M., 27. Juli. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise: Weizen Ml. 16.75—17.00, Kurhessischer All. 16.75—17.00, La Plata Mk. 16.25—17.75, Kansas Mk. 16.25—17.75, Roggen (hiesiger) Mark 14.25—14.50, Gerste (Wetterauer) Mk. 00.00—00.00, Frankenfelder Mk. 00,00—00,00, Hafer Mk. 14.25—15.00, Mais Mk. 12.25—12.75 Weizenmehl 0 All. 25.75—26.25, 2. Qualität Mk. 23.75
bis Mk. 24.25, 3. Qualität Mk. 21.75—22.25, Roggenmehl 0 Mk. 22.25—23.00, 1. Qualität Mk. 20.25—21.25, Weizenkleie Mk. 9.00 bis Alk. 9.25, Roggerikleie All. 9.75—10.25, Maiskeime Mk. 10.25 bis All. 10.50, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 00.00—000.0. Alles per 100 Kg. ab hier.
io. Frankfurt a. M., 27. Juli. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz."). Amtliche Stotierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe standen: 476 Ochsen, 191 aus Oestreich, 39 Bullen, 0 aus Oestreich, 716 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 00 aus Oestreich, 182 Kälber, 134 Schafe und Hämmel, 1139 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgeivicht: Ochsen 1. Qualität69—72 Mk., 2. Qual. 65—67 Mk., 3. Qual. 60—63Mk.; Bullen l.Qual. 61 bis 62 Mk., 2. Qual. 57—59 Alk.; Kühe 1. Qual. 63—65 All., 2. Qual. 60—62 Mk., 3. Qual. 51—52 All, 4. Qual. 48—50 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber: 1. Qualität80—81 Pfg., Lebendgewicht 48—49 Pf., 2. Oual._ 69—71 Pfg., Lebendgewicht 40—43 Pfg., Schlachtgewicht 55—60 Pfg., Schafe: l.Qual. Schlachtgewicht 70—72 Pfg., 2. Qual. 66—68 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 59—60.Pfg., Lebendgew. 47 Pfg., 2.Qual. 00—58 Pfg., Lebendgewicht 46—00 Pfg., 3. Qual. 50—54 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. — Geschäft: bet Hornvieh gut, Ueberstand uubedeutend, bei Kleinvieh gut, kein Ueberstaiid.
Gießen, 27. Juli. Radrennen. Bei dem gestrigen Rennen auf der Radrennbahn Sportplatz a. d. Haardt sind folgende Resultate zu verzeichnen : E r st f a h r e n , 2000 m == 5 Runden, offen für Herrenfahrer, welche bei einem öffentlichen Rennen noch keinen ersten Preis errungen hahen. Es starteten Grünhagen- Frankfurt a. 9)L, Roth-Niederrad, Rörig-Köln, Schönau-Ha iger, Fröhlich-Frankfurt a. M., Lauer-Gießen, Erb-Frankfurt, Belowsky- Frankfurt. Erster Sieger: Rörig-Köln in 3,1% Minuten, zweiter Grünhagen in 9,1% Min., dritter: Belowsky-Frankfurt in 3,1% Alin. — Eröffnungsfahren, 2000 m = 5 Runden, offen für alle Herrenfahrer. Im erstell Verlauf starteten Worms-Köln, Gierer-Mainz, Belowskn-Frankfurt, Grünhagen-Frankfurt. Sieger: Worms-Köln in 1,12 Min. Gierer-Mainz in 1,14% Min., Grün- Hagen-Frankfurt in 1,14% Min. Im zweiten Verlaus starteten Erb- Frankfurt, Reuß-Nürnberg, Rörig-Köln. Sieger: Reich in 1,26% Min., Rörig in 1,27 Alin. Entscheidungslauf, erster Sieger Worms- Köln in 3,22 Alin., zweiter Reuß-Nürnberg in 3,22% Min., dritter Rörig-Köln in 22'/» Mun — Vorgabefahren, 2400 m = 6 Runden, offen für alle Herrensahrer. Es starteten Rörig-Köln, Fröhlich-Frarckfurt, Erb-Frankfurt, Gierer-Mainz, Belowsky°Frank° furt, Grünhagen-Frankfurt, Reuß-Nürnberg, Worms-Köln. Erster Sieger Worms-Köln in 3,5% Min., ohne Vorgabe, zweiter Reuß- Nürnberg in 3,6 Min. mit 15 m Vorgabe, dritter Gierer-Mainz in 3,6% Min. mit 60 m Vorgabe. — Mannschaftsrennen, 6000 m = 15 Runden. Es konnte von jedem Verein bis zu fünf Mann gestartet werden. Gemeldet hatten Radrenn-Klub „Mars"- Frankfurt mit 4 Mann und Radklub „Germania"-Gießen mit 5 Mann. Sieger „Mars" mit 5 gegen 6 Punkten. — Großer Breis von Gießen, Dauerrennen mit Motorführung, offen ür Berufsfahrer. Das Rennen wurde in drei Läufen gefahren wie folgt: Erster Lauf 5 km = 12*, Runde, zweiter 10 km = 25 Runde, dritter 10 km = 62% Runde, also zusammen 40 km = 100 Runden. Es starteten Werner-Magdeburg, Möder-Berlin- Friedenau, Gräfe-Frankfurt a. Ai. Sieger in allen drei Läufen Gräf-Frankfurt, zweiter Möder-Berlin, dritter Werner-Magdeburg. Zeitdauer des dritten Laufes = 62% Runde^3,48 Alin. Zeitdauer der bestgefahrenen Runde — 400 m 23% Sek. — Das Rennen war gut besucht, die Tribüneii besetzt und reges Leban wogte auf dem Sattelplatz. Nach der Preisoerteilung im Saal hielt Tanz und Konzert die Besucher noch lange beisammen.
r. Mainz, 26. Juli. Jubiläums-Regatta des Dl a i n z e r Ruderverein. E r st e r T a g. I. G a st - V i e r e r, Wanderpreis der Stadt Mainz: 1. Spindlersselder Ruderverein 6 Min. 56 Sek., 2. Mannheimer Ruderverein „Amizitia" 6 Min. 58 Sek., 3. Ludwigshafener Ruderverein 6 Min. 58% Sek. H. Doppel-Zweier ohne Steuermann, Ehrenpreis vom Mainzer Ruderverein: 1. Mainzer Ruderverein 7 Min. 25. Sek., 2.Ruderklub „Allemania" Hamburg 7 Mm. 28 Sek. DEL Ermunterungs-Vierer, Ehrenpr.: 1. Heidelberger Ruderklub 7 Min. 30 Sek., 2. Mainzer Ruder-Gesellschaft 7 Min. 37 Sek., 3. Gießener Ruder-Gesellschaft v 0 n 1 8 7 7 7 Miri. 38 Sek., 4. Koblenzer Ruderklub 7 Min. 53 Sek. IV. In nior-Einer, Ehrenpreis:
Ururjlr MrwuuMl.
Berlin, 27. Juli. Wie die Blätter melden, ist die Reise des Kultusministers Dr. S t u d t in das Ueberjchwem- mungsgebiet zur Besichtigung der gesundheitlich gefährdeten Gegenden um eine Woche verschoben worden. — Hier zirkulieren Gerüchte, daß der 5Aaupt-Angeklagte im Pommernbank-Prozeß Schultz, sich nach England begeben hat. — In einer Versammlung der Bauarbeiter wurde beschlossen, auf allen Bauten, wo der vertragsmäßige Stundenlohn von 45 Pfg. nicht bezahlt wird, die Arbeit einzustellen.
Rom, 27. Juli. Infolge der großen Hitze ist eine Anzahl Kardinale erkrankt, darunter Eretoni, einer der Testamentsvollstrecker Leos, der infolgedessen kaum an dem Konklave teilnehmen wird. Dabei wird die drückende Schwüle täglich größer. Unter solchen Umständen kann das Konklave nur wenige Stunden dauern. Auch spricht man davon, daß aus Rücksicht auf die Gesundheit der Kardinäle die Krönung des neuen Papstes entweder bis zum Herbst verschoben wird oder sofort nach der Papstwahl abgehalten werden soll.
Wien, 27. Juli. Gestern sanden hier und in der Provinz von Svzialdenrotraten einberufene massenhast besuchte Versammlungen der Arbeiter statt, in denen eine Resolution für die Einführung des allgemeinen und direkt e n W a h l r e ch t s beschlossen und angenommen wurde. Die Versanimlungen verliefen ohne jede Störung.
2. Hongkong, 27. Juli. Ein Agent des russischen Geheimdienstes, der in Peking eingetroffen ist, hat, wie von dort hierher gemeldet wird, in bestimmter Form ausgesprochen, der Krieg zwischen Rußland und I a - van werde binnen wenigen Tagen erklärt werden. Groß britannien und die Vereinigten Staaten würden an dem Kriege nicht beteiligt sein.
des Hess. Jägerbatls. Nr. 11, v. d. Mühlen aus Remscheid, wurde gelegentlich eines Streites mit einem Kameraden von diesem angeblich durch einen Fußtritt so schwer innerlich verletzt, daß er gestern in der Klinik starb.
[] Frankenberg, 26. Juli. Unter den Pferden des Landwirts Schneider und des Kreistierarztes Kalb hier ist die Notzkrankheit ausgebrochen. Von etwa einem Dutzend Pferden sind einige bereits eingegangen, die übrigen mußten erschossen werden.___________________
Generalversammlung des Deutsch-Oesterreichischen Alpenvereins.
Bregenz, 26. Juli. •
Der Deutsch-Oesterreichische Alpen-Verein hat dieses Jahr wieder eine Stadt in seinem eigentlichen Arbeitsgebiet zum Versammlungsort gewählt. Der Empfangs- abend mußte eine kleine Einschränkung erfahren, indem er einem sanften Schnürlregen zuliebe im Forscherschen Saale äbgehalten werden mußte. Die Kosten der Unterhaltung trug lediglich die Kapelle des „Hessen"-Regiments.
Heute fand die Generalversammlung statt. Tie Versammlung wurde vom Zentralpräsidenten des Vereins, Professor Jpsen von Innsbruck geleitet. Statthaltereirat Posselt-Czarig-Jnnsbruck trug den Jahresbericht des Vereins vor. Nach demselben zählt der Verein jetzt 297 Sektionen mit 56 000 Mitgliedern, von denen in der Versammlung 173 Sektionen mit 3332 Stimmen vertreten waren. Der Verein besitzt gegenwärtig 308 Vereinshäuser in den Alpen, wovon 147 bewirtschaftet sind. Demselben unterstehen 1196 Führer und 220 Führeraspiranten und Träger. In den wissenschaftlichen Beirat wurde an Stelle des ausscheidenden Pros. Dr. Richter-Graz Dr. Geyer-Wien, ferner'in den Weg- und Hüttenbauausschuß die Herren Seifert-Nürnberg und Niepmann-Düsseldorf gewählt. Nach Genehmigung des Kassenberichtes für 1902 wird der Voranschlag für 1904 genehmigt, wonach die Einnahmen und Ausgaben mit 367 800 Mark bilanzieren. Für Vereinsschriften werden 199 600 Mk., für Weg- und Hüttenbauten 99 000 Mk., für Führerwesen 16 700 Mark, für wissenschaftliche Unternehmungen 6000 Mark, für Alpenpflanzgärten 1000 Mark und für Rettungswesen 4000 Mark vorgesehen. Tie Versammlung nimmt die Berichte des Zentralausschusses betreffend die Führerangelegenheiten, das neue Vereinsschloß und das Rettungswesen beifällig zur Kenntnis. In jüngster Zeit wurden 103 Rettungsstellen und 171 Meldeposten eingerichtet. Tie Auslagen für die neuen Schlösser und Schlüssel betragen 10 300 Atnrk. Hierdurch soll der aus 3 Millionen Mark zu schätzende Hüttenbesitz besser geschützt werden. Ter namens der Sektionen Berlin, Hamburg und München von Prof. Rothplatz-Mün- chen gestellte Antrag, der Zentralausschuß möge der nächsten Generalversammlung den Entwurf eines Statutes vorlegen, wonach die seitherige provisorische Kommission für das Führerwesen in eine ständige verwandelt werde, wurde einstimmig angenommen. Die diesjährige Vereinszeitschrift wird eine Ueberjichtskarte der westlichen Dolomiten und' eine Karte der Adamellogruppe enthalten. In Vorbereitung befinden sich Karten der Langkofel-Sella- gruppe, der Vbarmolatagruppe und der Allgäuer Alpen. Aus Antrag von Prof. Petersen-Frankfurt a. M. wird für die Jahre 1904 bis 1906 Innsbruck als Vorort und der dermalige Zentralausschuß daselbst wiedergewählt. Die nächstjährige Generalversammlung soll in Bozen stattfinden. Weitere Einladungen lagen vor von Bamberg, Baden-Baden und Elberfeld.
Bei dem Festdiner brachte Ibsen auf den deutschen Kaiser und den Kaiser von Oesterreich einen Trinkspruchi aus. An beide Monarchen wurde ein Huldigungstelegramm abgesandt. Am Nachprittag wurde eine Fahrt auf dem Bodensee veranstaltet.______________________________________
Sport.


