den Oberbefehl über das gesamte serbische Heer, das unter Führung meines unsterblichen Großvaters durch seine Tugenden und militärischen Erfolge die Welt in Staunen versetzte und auch später in den nachherigen Kriegen für die Befreiung des serbischen Volkes soviel Beweise von militärischen Vorzügen geliefert hat, daß ich mjch glücklich fühle, daß mir der Oberbefehl von Gott vergönnt und vom Serbenvolke anvertraut ist. Gott mit euch, ihr Falken des Serbenvolkes! Ich verlange bloß, daß ihr euch herzhaft dem erwählten Berufe hingebt und mir verhelft, euch den Pfaden der Ehre und des Ruhms zuzuführen. So rufe ich ans: Es lebe Die Hoffnung des serbischen Volkes, das Heer!
Der König teilte der Königin Natalie mit, bafj alles, was sich im alten Konak befinde, ihrgehöre. Sie könne darüber verfügen.
Deutsches Keich.
Berlin, 26. Juni. Nach einer Kieler Depesche hatte die kaiserliche Werft wegen des ungünstigen Ergebnisses der Reichstagswahlen beabsichtigt, das aus Anlaß des Stapellaufs geplante Arbeitersest ausfallen zu lassen. Mit Rücksicht auf die bereits gemachten großen Aufwendungen wurde jedoch jetzt enb gütig die Ab h altun g des Festes beschlossen.
— Der kommandierende Admiral des in Kiel weilenden amerikanischen Geschwaders Cotton hat nach Newyork an den Marinesekretär Mvody telegraphiert, daß der h e r z- liche Empfang des Geschwaders durch den deutschen Kaiser die Erwartung aller Offiziere übertroffen habe.
— Zur Kiel er Regatta des kaiserlichen Jachtklubs auf der Kieler Föhrde haben 86 Jachten gemeldet, die in neun Abteilungen starteten. In der ersten Abteilung um 10 Uhr 5 Mm. starteten „Orion", „Navcchoe", „Komet", in der zweiten um 10 Uhr 10 Min. „Meteor"', „Hamburg" und ,Lduna". Es herrscnt Flaute, sodaß die Segelbahn abgekürzt werden dürste. Der Kaiser befand sich an Bord des „Meteor". Dort sind ferner als Gäste des Kaisers antvesend Prinz Heinrich von Preußen, der Großherzog von Oldenburg, der amerikanische Botschafter Char- lemagne Tower und der amerikanische Marineattachee, Korvettenkapitän Potts. Sämtliche großen Jachten sind von Torpedobooten an den Start geschleppt worden. Zahlreiche Begleitdampfer und ausländische Lustjachten begleiteten die Regatta. Der Kaiser kehrte um 3 Uhr 45 Min. an Bord des,Meteor" zurück und folgte sodann einer Einl a dun g Mr. Vanderbilts, der sich als Gast Sr. Majestät aus ,Meteor" befand, auf dessen Darnpflustjacht „^torthstar".
— Der Groß Herzog Friedri ch Wilhelm von Mecklenburg-Strelitz begeht mit seiner Gemahlin, der Großherzogin Augusta Karolina, Tochter des am 8. Juli 1850 verstorbenen Prinzen Adolf von Großbritannien und Irland, Herzogs von Cambridge, am Sonntag, den 28. Juni, die Feier der diamantenen Hochzeit. Die Vermählung des Jubelpaares, von dem der Großherzog im 84., die Großherzogm im 81. Lebensjahre steht, fand am 28. Juni 1843 im Buckinghampalast m London statt. Der Großherzog wurde als Sohn des am 6. September 1860 verstorbenen Großherzogs Georg und dessen am 30. Dezember 1880 verstorbenen Gemahlin, Prinzessin Marie von Hessen-Kassel, am 17. Oktober 1819 zu Neustrelitz geboren uno erhielt seine wissenschaftliche Bildung durch Lehrer des Strelitzer Gymnasiums, worauf er die Universität Bonn bezog. Der Großherzog ist der älteste deutsche Fürst und der dem Patent nach älteste General (seit 1845) der preußischen Armee. Die Universität Oxford hat ihn zum Dr. os civil law ernannt. Seit dem 29. Februar 1840 ist er Ritter des Ordens vom Schwarzen Adler, zu dem er 1883 die Kette erhielt. Das aroßyerzogliche Paar hat nur einen Sohn, den am 22. Juli 18-18 geborenen Erbgroßherzog Adolf Friedrich, seit dem 27 Januar 1897 preußischer General der Kavallerie, vermählt am 17. April 1877 mit Prinzessin Elisabeth von Anhalt.
Ausland.
London, 26. Juni. Im Konstitutional-Klub überreichte heute der Premierminister Balfour im Namen des Klubs Chamberlain eine Adresse und hielt?' dabei eine Ansprache, in der er ausführte, Chamberlains Verwaltung des Kolonialamts stehe einzig in der Geschichte Englands da. Balfour wies auch auf die Zollfrage hin und sagte, England könne keine auswärtige Einmischung in seine fiskalischen Beziehungen zu seinen Kolonien gestatten, die integrierende Teile des Reiches seien. Chamberlain führte in seiner Erwiderung aus, er selbst und Balfour konnten über die Behauptungen, daß eine persönliche Nebenbuhlerschaft zwischen ihnen bestehe, nur lachen, aber am Ende eines großen Meinungsstreites wünsche er, zu erklären, daß Balfours Führerschaft von wesentlicher Bedeutung sei für die Einigung und den Erfolg der unionistischen Partei. Ein engerer Zusammenschluß der Kolonien könne am Besten durch eine handelspolitische Einigung, die durch Vorzugstarife herbeigcführt werde, erreicht werden. Es wäre ungeheuerlich, zu glauben, daß er der Armee größere Lasten aufzuerlegen wünsche.
Budapest, 26. Juni. Das neue Kabinet wurde wie folgt gebildet: Graf Khuen-Hedervary Ministerpräsident, Lukacs Finanzen, Dr. v. Wlassics Kultus und Unterricht, Dr. Varanyi Ackerbau, Cseh Minister für Kroatien, Dr. Plosz Justiz, Dr. Lang Handel, Generalmajor Koloßvary Honwedminister, Graf Tassilo Minister a latere. Gestern abend fanden bei einem von Anhängern der Kossutpartei veranstalteten Fackelzuge arge Zusammenstöße mit Sozialdemokraten statt, die gegen Kossuth und den Grafen Khuen- Hedervary demonstrierten. Die Polizei nahm mehrere Verhaftungen vor.
Sofia, 26. Juni. Die „Agence Telegraphique Bulgare* hebt hervor, daß an der bulgarischen Grenze seit einiger Zeit von türkischer Seite der Grenzposten bedeutend verstärkt sei. Nach in Sofia eingetroffenen Nachrichten sind diese Posten durch starke, aus mehreren Bataillonen Infanterie, Kavallerie und Artillerie gebildete Abteilungen, welche dem Korps des Marschalls Ruschdi Pascha angehören sollen, ersetzt worden. Eine andere Meldung der „Agenee Telgr. Bulg." besagt, die von einigen Blättern verbreitete Nachricht, daß Fürst Ferdinand wegen Befürchtung einer ähnlichen Tragödie wie in Belgrad die Absicht hätte, Bul- gar'en zu verlassen, sei eine zu dem Zwecke aufgebrachte Erfindung, die Lage in Bulgarien als gefährlich und der in Serbien ähnlich darzustellen.
— Da die Polizei erfahren hat, daß in den letzten Tagen mazedonische Revolutionäre eingetroffen sind und
Explosionsstoffe im Hause eines gewiffen Sekuitthski in Knestendil verborgen halten, umzingelte sie in der vergangenen Nacht das Haus, um die Explosionsstoffe zu beschlagnahmen. Bei dem Versuche, in der Eile die Explosionsstoffe vor der Polizei zu verbergen, kam es zu einer Explosion, bei der sechs Personen getötet wurden, darunter ein Führer der Bande; ein Polizeiagent wurde verwundet._________________
Aus Stadt und Land.
Gießen, 27. Juni 1903.
** Die Gemälde-Aus stell un g im Turmhaus am Brand, welche gegenwärtig mit einer kunstgewerblichen Ausstellung der Darmstädter Künstler verbunden ist, hat sich eines außergewöhnlich zahlreichen Besuches zu erfreuen. Daher hat der Vorstand des Kunstvereins bestimmt, daß die Ausstellung außer der üblichen Ausstellungszeit auch Montag noch, nachmittags von 3—5 Uhr, geöffnet sein soll. Leider können einzelne Ausstellungsstücke, der Schonung wegen, nicht bis zum Schluß der Ausstellung, bis 19. Juli, ausgestellt bleiben; e§ empfiehlt sich daher der baldige Besuch der Ausstellung. Verschiedenen Anftagen gegenüber sei mttgeteilt, daß die Mitglieder de§ Kunstoereins auch zu dieser Ausstellung freien Eintritt haben. Sonntags ist die Ausstellung von 11 Uhr vormittags bis nachmittags 3 Uhr ununterbrochen geöffnet. Der Eintritt für Nichtmitglieder beträgt Sonntags 20 Pfg., an Wochentagen 50 Pfg.
** Juristische Fa kultütspr ü fAn g der Landesuniversität. Die am 20. April begonnene juristische Fakultätsprüfung sand gestern abend gegen 8 Uhr ihren Abschluß. Es unterzogen sich derselben insgesamt 38 Kandidaten, davon 11 zum zweiten und einer zum dritten Male. Zwei Herren traten krankheitshalber während des schriftlichen Examens zurück, zwei wettere wurden wegen nicht bestandener schriftlicher Prüfung vom weiteren Examen ausgeschlossen, davon einer zum zweiten Male. Die mündliche Prüfung bestanden 24 Kandidaten, 12 fielen durch davon 4 zum zweiten Male. Es bestanden die Herren: Hermann Hesse aus Darmstadt mit der Note 1 (sehr gut), Johann Falk aus Mainz, Ludwig Lahm aus Groß-Umstadt, Rudolph Petry aus Gießen, Heinrich Winter aus Main^, mit der Note 2 (gut); Hermann Bergheimer aus Laubach, MeierBoden- Heimer aus Darmstadt, Hermann Dröll cmZ Langen, Karl Hein aus Mannheim, Paul Hornberger aus Gießen, Hans Keller aus Bingen, Valentin Lotz aus Hechtsheim, Adolf Petersen aus Darmstadt, Wilhelm Schmidt aus Darmstadt, mit der Note 3 (im ganzen gut); Julins Garnier aus Reinheim, Jakob Henris aus Offenbach Leopold Katz aus Großent- Buseck, Ludwig Keßler aus Dffenbad), Sigmund Loeb aus Griesheim, Rudolf Reitz aus Echzell, Karl Schuchhard aus Brauerschwend, Wilhelm Weber aus Gießen, Rudolph Wendecker aus Alzey, Ferdinand Schaefer aus Offenbach
** Prüfung der Haushaltungsschule. Gestern sand un Schulhause der Neustadt morgens von 10 Uhr ab in Gegenwart mehrerer Schulvorstandsmitglieder die Prüfung der Schülerinnen der Haushaltungsschule statt. Die präzisen und raschen Antworten im theoretischen Teil, sowie die praktischen Leistungen im Kochen und in der Führung eines einfachen Haushaltes zeigten den Zuhörern, daß die Lehrerin, Frl. Anthes, nicht nur mit Fleiß und Geschick, sondern auch methodisch richtig auf diesem für unsere Schülerinnen so wichtigen Unterrichtsfelde arbeitet. Die ausgelegten Handarbeiten waren musterhaft und gefielen sehr gut. So erweist sich diese Anstalt als außerordentlich segensreich und läßt für den nächsten Kursus im Herbste d. I. eine recht zahlreiche Beteiligung erhofsen.
• * Der Friedhof am Rodberg, der am 1. Juli eröffnet wird, steht Sonntag, Montag und Dienstag von 2—7 Uhr nachmittags dem Publikum zur Besichtigung offen.
* • Abstempelung von Waren. Wir machen an dieser Stelle noch einmal aufmerksam auf die in der gestrigen Nummer unseres Blattes veröffentlichte Bekanntmachung des Großh. Polizeiamts, betreffend die Ausführung des Gesetzes zum Schutze des Genfer Neutralitätszeichens. Vom 1. Juli l. Js. ab dürfen mit dem Roten Kreuze bezeichnete Waren nur dann noch vertrieben werden, wenn sie nachweislich am 26. März 1902 schon mit dem Roten Kreuze versehen waren und vor dem 1. Juli d. Js. mtt amtlichem Stempelabdruck versehen worden sind.
* • Der Männer-Turnverein macht, wie bereits in diesem Blatte bekannt gegeben ist, morgen Sonntag einen Familienausflug auf die Badenburg. Für Speisen und Getränke ist bestens gesorgt.
• • Verunglückt. Gestern morgen in der Frühe ist der Sohn des hiesigen Wiesenwärters Müller durch das Fallen einer 4 Zentner schweren Schiene derartig verletzt worden, daß er in die Klinik gebracht werden mußte. Keiner seiner Mitarbeiter oder Kameraden, auch sonst niemand, hat die Eltern von dem Unglück in Kenntnis gesetzt. Gestern abend erst erfuhren die Eltern, daß ihr Sohn gestorben sei. Die Bedauernswerten beklagten tief, daß sie ihren Sohn nicht noch einmal sehen konnten.
* • Promenadenkonzert findet morgen halb 12 Uhr in der Südanlage statt mit folgendem Program: 1. Ouvertüre zur Oper »Der Geiger aus Tyrol" von Genä. 2. Duett aus der Oper „Troubadour" von Verdi 3. Mimosa-Walzer von Jones. 4. Finale aus der Oper ,Mda" von Verdi.
• • »Vier Jahreszeiten." Am Dienstag den 30. Juni und Mittwoch den 1. Juli finden in den ,Vier Jahreszeiten" zwei große Variets-Vorstellungen statt, woraus an dieser Stelle nochmals aufmerksam gemacht sei.
* • Charakter-Darstellungen und Hum or-Vor- ;räge. Wir bekommen wieder einmal etwas Unterhaltendes in unserer Stadt. Das bekannte Künstlerpaar Girier mann wird am Mittwoch, den 1. Juli, ein humoristisches Gastspiel im Saale des Gafe Leid veranstalten. Ein Münsterisches Blatt urteilt über die Leistungen:
„Den guten Ruf, der Herrn Eickermaim und deffen Gemahlin aus ihrer Theaterlausbahn und von den Vorträgen in anderen Städten vorausging, hat das Küusllerpaar auch hier voll und ganz gerechtfertigt. Die durchaus vollendeien künstlerischen Charakter- Darstellungen aus den Werken Fritz Reuters sanden in Herrn Eickermann einen vortrefflichen Interpreten. Die Diktion der Frau Louise Cickermann gibt der ihres Gatten nur wenig nach; zudem kommt ihr iwch ein äußerst modulationssähiges Organ zu Hilfe."
Niln, so werden benn die Künstler auch hier einen großen Erfolg haben.
v. Bad-Nauheim, 26. Juui. Bis zum 25. Juni sind 10 637 Kurgaste angekommen, wovon an genanntem
Tage noch 6002 anwesend waren. Bäder wurden bis zmn 25. Juni 112 670 abgegeben.
e. Friedberg, 26. Juni. Wegen Vergehens gegen die Sittlichkeit und Kuppelei wurde der hiesige Gastwirt P., Besitzer einer Wirtschaft mit Damenbedienung, verhaftet und nach Gießen überführt. — Eine LebenSrettung vollbrachte gestern der hiesige Briefträger Bingel. Bei der Ausübung seines Berufs bemerkte er in der Wetter bei Dorheim über dem Wasser die Kleider eines Kindes. Er sprang sofort in die hier recht tiefe Wetter und rettete mtt großer Anstrengung ein Mädchen vom sicheren Tode des Ertrinkens.
R. B. Darmstadt, 26. Juni. Der Terrarien- und Aquarien-Ausstellung. die morgen vormittag 11 Uhr im Kaisersaal eröffnet wird ^veranstaltet vom Verein Hottonia), stattete heute Nachmittag Se. Kgl. Hoheit der Großherzog einen längeren Besuch ab. Der Groß- Herzog erschien mit der kleinen P r in z e s s i n El i s a - bett) in Begleitung des Oberstallmeisters Arhrn. v. Riedesel direkt von Jagdschloß Wolfsgarlen und besichtigte nach Vorstellung des Empfangskomitees durch ben Vorsitzenden,Herrn 3 ad) mann, die Ausstellung in eingehendster Weise; er ist bekanntlich selber großer Liebhaber der Aquarienpflege und besitzt etwa 12 Behälter. Die sehr hübsch arrangierte Ausstellung im Kaisersaal umfaßt etwa 100 Behälter, die nur von Mitgliedern ausgestellt sind und enthält hervor, ragende Neuheiten hinsichtlich der Züchtung junger Tiere und besonderer Pflanzengattungen. Auf letzteren Gebieten haben auch die Hofgartnerei Dtttmann und A. Henkel sehr schöne Arrangements geliefert. Mit der Ausstattung, die auch mehrere hochinteressante Arten von Zahnkarpfen und Kärpflinge aus 'Nord- und Südamerika, sog. Kampffische aus Ostindien, die neueste Züchtung Gambusia, Givardinos, Deeemakulatus, Bitterlinge mit Zucht re. aufweist, ist mit einer Tombola verbunden und wird bis zum 5. Juli geöffnet sein.
KB. Darmstadt, 27. Juni. (Originaltelegramm des „Gieß. Anz.") Der Kaiser hat den Ministerialrat im sJ)lmi|ierium des Innern, Best, auf die Dauer des von ihm begleiteten Staatsamles zum Präsidenten der Kaiserlichen Dlsziplinarkamnier in Darmstadt ernannt.
Eich bei Worms, 25. Juni. Auch in Damenkreisen wird hier stark Politik getrieben. So stritten z. B. zwei Frauen, die in einem Hause beisammen wohnen, wegen der Kandidatur Heyl und Blum miteinander und schließlich kam es soweit, daß die eine, welche in Miete wohnt, mit ihrer Familie dieser Tage noch aus dem Hause ihrer politischen Gegnerin ziehen wird.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Silberne Hochzeit feierten in Klein- Linden das Ehepaar Ludwig Luh L Herr Luh ist ein Veteran aus dem Feldzug 1870/71.
Vermischtes.
* Berlin, 26. Juni. Der von feiner Frau getrennt lebende Arbeiter Colinsky unternahm heute vormittag einen Mordversuch auf dieselbe. Er wollte die Frau bewegen, zu ihm zurückzukehren und verletzte sie, da er abgewiesen wurde, durch zwei Messerstiche in den Rücken. Er wurde verhaftet. — In der Irrenanstalt Herzberg kam es in der Abteilung, wo die geisteskranken Verbrecher untergebracht sind, dieser Tage zu einem Aufruhr. Zwei zur Beobachtung überwiesene Verbrecher griffen einen Arzt an, als er ihnen Vorhaltungen machte, ebenso zwei zu Hilfe eilende Wärter, denen sie mehrere Verletzungen beibrachten. Im Anschluß hieran entstand ein Aufruhr, wobei 60 Kranke auf 18 Wärter losgingen und ihnen ebenfalls Verletzungen zufügten. Erst nach mehreren Stunden gelang es, die Ruhe wieder herzustellen.
* Berlin, 26. Juni. Gestern nachmittag ereignete sich in einem Hause der Klosterstraße ein Fährst uhlunglück, wobei ein junger Kaufmann Lankow aus Agram seinen Tod fand.
• Bochum, 26. Juni. Das Gewerk Grimberg stiftete anläßlich seines 70jährigen Bestehens 300 000 Mk. der Stadt Bochum zu wohltätigen Zwecken.
* Görlitz, 26. Juni. Die Stadtverordneten bewilligten 100 000 Mk. für eine Musikfesthalle, deren Fonds 300 000 Mark beträgt.
• Plauen i. V., 26. Juni. Im Stadtteile Haselgrund durch schnitt heute vormittag im Verlauf eines Streites der Maurer Fritsch seiner Ehefrau die Kehle und beging darauf zwei Selbstmordversuche, die von Nachbarn vereitelt wurden.
* Lübeck, 26. Juni. Ein Hilfswärter wurde beim Ueberschreiten des Geleises auf dem Bahnhofe Hagenow von einem Zuge erfaßt und zermalmt.
* Eisenach, 26. Juni. Der Bezirksausschuß hieß einen Antrag des Gemeinderates auf Amtsentsetzung des Ersten Bürgermeisters Dr. v. Fewson gut, der der Begünstigung straffälliger Personen befchuldigt war.
• Bologna, 26. Juni. Großes Aussehen erregt die Verhaftung deSUniversitätsprofessors Dr.Sachi, der beschuldigt wird, der eigentliche Urheber des Mordes an dem Grafen Bonmartini zu sein.
* Neapel, 26.Juni. Infolge eines Wortwechsels ohrfeigten der italienische Infanterie-Leutnant Barboglio den russischen Kavallerie-Leutnant Santganoff.
• 53 e r n, 26. Juni. Nach einem hier eingegangenen Telegramm wurden im Wal Piöra oberhalb Airolo 2 Lehrer und 16 Schüler eines Kantonalgymnasiums auf einem Auslug von einer Lawine überrascht. Zehn Mitglieder der Gesellschaft blieben unbeschädigt. Eine starke Hilfskolonne ist von Piöra aufgebrochen. Es wurden 2 Profefforen und 2 Schüler eines Kantongymnasiums verletzt; 7 Schüler blieben unverletzt, 7 Schüler werden noch vermißt.
Brände. Wie der „Franks. Ztg." aus Kaiserslautern berichtet wird, steht die Wattefabrik Lauer u. Piro in Flammen. — In Raner bei Trier hat ein Großfeuer fünf Wohnhäuser nebst den dazu gehörigen Oekonornie-Gebäuden zerstört.
Handel und Verkehr. VulkLwirtschast.
Berliner Börse vom 26. Juui 1903.
(Milgeieitt von der Bant für Handel und Industrie, Gießen.)
Infolge des Berichtes des Jromnonger, welcher, wenn er auch noch die augenblickliche Lage des amerikanischen Erjenmarktes


