gierung, toie sie das Wahlgeheimnis sicherte, so auch auf Lafitte" von unwahrscheinlichem 2llter verzeichnet, die 180 Beschleunigung des Ermittelungsverfahrens hinwirken durch Franks die Flasche kosteten. Ich fragte den Oberkellner:
schweren Gegenstand
Stock oder Schleuder mit
geude Luwin.“
9:
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entsprechende Verfügung. Es muß sobald als möglich der unleidliche Zustand aus der Welt geschafft werden, daß Abgeordnete, deren Mandat nicht unanfechtbar feststeht, während eines großen Teiles der Legislaturperiode gesetzgeberisch tätig sind. In fremdländischen Parlamenten werden Wahlproteste als dringliche Angelegenheiten behandelt.
„Sagen Sie mir doch, Henry, wer trinkt denn eigentlich diese Weine für 180 Franks?" Henry zögerte einen Augenblick mit der Antwort, als ob ihn das Geschäftsgeheimnis
So sollte es auch int Deutschen Reichstag sein, denn alle Parteien haben ein Interesse daran. Wie übrigens die „Kreuzztg." meldet, sind in Berlin mehrere Wahlfälschungen sestgestellt und zur Anzeige gebracht
Die Wahlproteste.
Die Zahl der Wahlproteue werd dem Anschein nach nicht so groß fein, wie von der „Klosett-Wahl" ursprünglich erwartet wurde. Immerhin ist kein Zweifel, daß die Wahlprüfungskommission aua) diesmal ausgiebig Arbeit bekommen, daß Rückfrage und Ermittelung bei den Wahl- vorstünden, namentlich auf dem platten Lande — Hinterpommern steht hier wieder an erster Stelle — geraume Zeit beanspruchen wird. Andererseits aber dürste die Re-
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wüchsige Burschen und auch Frauen bemerkte, hin und her. Man hörte häufig den Ruf, auch die Frauen sollen ihn ausgestoßen haben: .Schlagt ihn (Dr. Becker) nieder!" Diese Worte wurden von Dr. Becker und seinen Begleitern öfters vernommen; sie befanden sich übrigens unter der Obhut von zwei Schutzleuten. Trotzdem aber erhielt Dr. Becker in dem Augenblick, als er in die Tür des Schützenhofes treten wollte, von einem der jungen Burschen mit einem
Worms, 26. Juni. Frhr. v. Heyl erläßt in der .Wormser Ztg." folgende Veröffentlichung:
An meine Wähler! Die große Begeisterung über den gestrigen glänzenden Sieg, welchen die deutschen Männer im WahlkreiseWorms-Heppenheim-Wimpsen erfochten haben, wurzelt iu dem festen Gelöbnis, den Wonnegau für alle Zeit bei Kaiser und Reich zu halten, zu dem er seit 34 Jahren unentwegt in trener vaterländischer Gesinnung gestanden hat. Meinen unermüdlichen Mitkämpfern unb Wählern sage ich in dieser Ge- finnuiig tiesenipsundenen Dank für den neuen, mich in hohem Maße ehrenden Ausdruck des großen Vertrauens, welches ich durch treue Arbeit zu rechtfertigen bestrebt sein werde. Worms, 26. Jrtni 1903. Frhr. Heyl zu Herrnsheim, Mitglied des Reichstags.
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Preßstimmen.
Bei Besprechung der Stichwahl-Resultate herrscht übereinstimmend die Anschauung, daß das Resultat un allgemeinen zu erwarten war. Nur hatte man vielfach doch noch auf größere Erfolge der Sozialdemokratie gerechnet. Auch die anfänglich ausgesprochene Ansicht, daß keine wesenttiche Verschiebung auf feiten der Mehrheitsparteien eintreten werde, hat sich bestätigt. Die „Kreuzztg." gießt ihrer ganz besonderen Freude darüber Ausdru^, daß Dr. Barth, der seinen sicheren Wahlkreis in Wittenberge aufgegeben hat, in Colberg, das er den Konservativen abnehmen wollte, burchgefallen sei. — Die „Rat.-Ztg." schreibt: Die Regierung kann trotz des Wachstums der ^u^albentofratie verhältnismäßig zufrieden sein. Sie ist von einer Anzahl der ärgsten Schreier befreit und kann sowohl gute Handelsverträge wie die notwendigen Militär- und Marinevorlagen mit der Aussicht aus Annahme bezw. Verständigung einbringen. Vor allen Dingen hat sie die Lehre erhalten, daß die agrarische Macht eine Grenze hat und daß die Zugeständnisse an die Agrarier nicht nur nicht vermehrt zu werden brauchten, sondern vielmehr eine Ablenkung von den gar zu agrarifajen Bahnen sich empfehle. Auch für die narionalliberaie Fraktion ist diese letztere Lehre der Beachtung dringend zu empfehlen. Das Blatt bedauert das Ausscheids Ba;sermanns tote Dr. Hasses durchaus nicht, da sich seine Wege weit von der Politik dieser Herren getrennt hätten. — Die „Voss. Ztg." führt aus: Der Eindruck, den die Hauptwahl gemacht hat, wird nach zwei Richtungen durch das Ergebnis der Stichwahlen bestätigt. Die Sozialdemokratie hat einen mächtigen Aufschwung genommen, der Bund der Landwirte eine schwere Niederlage erlitten. Der Bann, unter dem der Bund die konservative Partei eine Zeit lang zusammenzuhalten vermochte, ist gebrochen. Nicht ganz so übel, aber doch übel genug ist bic freisinnige Partei gefahren. — Das „Berl. Lagebl." sagt: Wirb sich schon durch das Ausscheiden der Bündler und das Anwachsen der sozialdemokratischen Fraktion das Aussehen des Reichstages ändern, so kann auch nicht geleugnet werden, daß insgesamt sich der Schwerpunktdes Reichstages mehr nach links bewegt hat Es ist kein Ruck, aber doch eine Verschiebung nach links. — Die „Berl. N. Nachr." schreiben: Ein arger Optimist wäre derjenige, der das Ergebnis des Stichwayl- tages in irgend einer Weise befriedigend nennen wollte, denn es bestätigt salst alle Befürchtungen, die schon nach der Hauptwahl ausgesprochen werden mußten. Die Sozialdemokratie hat wahrhaft erschreckende Erfolge zu verzeichnen, selbst in manchen Kreisen, zu deren Verteidigung alle anderen Parteien sich verbündet hatten. — Aehnlich äußert sich die „Post". — Für die „Deutsche Tagesztg." ist es selbstverständlich, daß die liberale und sozialdemokratische Presse in ein Jubelgeheul über die Verluste des Bundes der Landwirte ausbricht, so wenig berechtigt dies auch sein mag. Der Einfluß des Bundes im neuen Reichstage sei derselbe geblieben. Von einem Zurückgehen des agrarischen Gedankens sei absolut keine Rede, wenn auch einige Führer zurzeit nicht dem Reichstage angehörten. Diesen Surren ständen Gott sei Dank auch noch andere Mittelund Wege zu Gebote, um außerhalb des Reichstages für die Sache der deutschen Bauern zu wirken. — Die „Germania" sagt: Der Verlust ist angesichts des Gesamit- ergebnisses der letzten Reichstagswahten umsomehr zu verschmerzen, als uns dieselben einen über Erwarten großen Stimmenzuwachs von mehr als 330000 Stimmen gebracht haben, trotzdem einerseits durch die Bauernbündler in Bayern, andererseits durch die massenhafte Abtrennung polnischer Stimmen in Oberschlesien und im rheinisch-westfäli- chen Jndustriebezirk, die früher für das Zentrum abgegeben wurden, sogar ein Niedergang der Zeutrurnsstirnmen erklärlich gewesen wäre.
zum Schweigen verpflichtete, dann aber mit einem undefinierbaren Lächeln: „König Milan." Ta ich immer gehört hatte, daß Bordeaux-Weine nur während einer gewissen Zeit durch das Lagern gewinnen, dann aber ihre Qualität wieder verlieren, fragte ich weiter: „Haben Sie selbst von diesen Marken getrunken?" — „Gewiß", erwiderte Henry. — „Sind sie gut?" Hierauf Henry mit dem nämlichen Lächeln: „Ein bischen über die Zeit. . ." Und das war wirklich so. König Milan kannte sich nicht im geringsten aus; er trank diese Weine für 180 Franks, nicht weil sie gut waren, sondern weil sie viel Geld kosteten und weil Serbien die Rechnung bezahlte. In diesem Augenblick trat König Milan ins Restaurant. Er hatte ein rosiges Gesicht und schien sehr heiter. In seiner Gessell- schafl befanden sich einige Lebemänner, nicyt sehr glänzende Exemplare, welche als seine Gäste an derselben Tafel Platz nahmen. Kurz darauf tarnen in Wei den körben Flaschen von ehrwürdigem Aussehen an, und zwischen i/29 und 10 Uhr absorbierte die Tafelrunde von fünf oder sechs Personen ungefähr das Jahresgehalt eines kleinen Beamten in Belgrad.
* Wie sich Popowitsch rächte. Der in der serbi» scheu Angelegenheit jetzt oft genannte Oberst Popowitsch studierte in den siebziger Jahren in Heidelberg. Er war ein bei den deutschen Studenten wohl gelittener, liebenswürdiger, nebenbei „trinkfester" junger '.»Jtann. Daß man seinen Namen ein klein wenig germanisierte und umetymologisierte, lag u-ahe, und Popowitsch hat sich anfangs oft darüber gewundert, daß so viele Deutsche die Silbe „witsch" nicht aussprechen könnten. Auch konnte er nicht begreifen, warum Kommilitonen, denen er vorgestellt wurde, bei Nennung seines Namens so heiter dreinschauten. Eines Tages stieg er nach redlicher Vorbereitung ins Doktorexamen zu Dluntschli. Man wartete abends am Kneip- tische im Essighause auf das Resultat. Plötzlich öffnete sich die Tür, und herein stürmte zornentbrannt Popowitsch und rief — der slavische Aceent erhöhte noch den Reiz der Aeußernng —: „Der Bluntschli, dieser (es war kein serbischer Ausdruck, der hier folgte), hat mich lassen durch- fallen. Aber ich werde mich rächen. Ich wollte seine Werke übersetzen ins Serbische. Nun aber werde ich seine Werke nicht übersetzen ins Serbische, und der Bluntschli wird Serbien unbekannt bleiben." Er hat sein Versprechen gehalten.
* Ein Baby-Empfang ist das neueste unter gesellschaftlichen Festen Londons. Die Gräfin Pembroke hat in solcher Weise bahnbrechend gewirkt, und an einem der letzten Tage 60 kleine Kinder unter vier Jahren aus der höchsten Aristokratie in aller Form mit den üblichen at Home-Karten zu Gaste geladen. Gräfin Pembroke empfing ihre kleinen Besucher, die ganz feierlich angemeldet wurden, persönlich, nahm sie auf den Arm und erfreute jedes, Knaben wie Mädchen, mit einem Geschenk, die Mädchen mit Puppen, die kleinsten Knaben mit Pelzaffen und andern ihrem Alter angemessenen Kleinigkeiten. Der dreijährige Marquis os Worcester, der älteste Sohn des Herzogs von Beaufort, erhielt eine Trommel und verübte einen Heidenlärm. Andere kleine Kerle, wie Lord Morden Ben- tinck, ein Sohn des Herzogs von Portland, erwiesen sich als Courmacher von ganz bedeutenden Anlagen, so daß sie sich in zwanzig Jahren als gefährliche Herzensbrecher einen Namen machen dürsten. Ein ungewöhnlich niedliches Bürschchen von kaum zwei Jahren wurde von sämtlichen Mädchen so hübsch gefunden, daß sie üjn mit Küssen fast erstickten, was er aber in bester Laune und mit aller Freundlichkeit über sich ergehen ließ. Ueberhaupt unterhielt sich das junge Volk mit dem gewöhnlichen Geplauder, das man in England small talk nennt, gerade so gut wie ihre Väter unb Mütter, Onkel und Tanten, und wer noch nichts zu sagen wußte, sog an seinem Daumen und blickte ernst und geoankenlos in das lustige Getriebe hinein. Es war c'tiie merkwürdige Sammlung hübscher Kinder und 'ie zeigten sich durchweg auffallend manierlich. Ein Augenzeuge versichert, nach dem Tee hätte die kleine Ge- ellschaft genau so schmuck und sauber ausgesehen wie vorher. Keines hatte sich mit Milch begossen, verschluckt oder am rosigen Mündchen ober Kleidern Spuren von ben genossenen Leckereien aufzuweisen.
Warnung!
Die meiaton Nachahmungen von Dr. Hommel« Haematog^n werden, um das D. K. P. No. 31,391 zu umgehen, mit Zuhilfenahme vou Aether bereitet, ein Zusatz, der insbesondere für Kinder und Nervöse direkt schädlich ist Um sicher zu sein, das aetJ> er freie Original-Präparat zu erhalten, verlange man stets ausdrücklich Dr. HommePa Haematogen und achte auf die Schutzmarke „Sau-
HessewNassan.
Was den Wahlausfall im preußischen Hessen anlangt, so darf man mit ihm ebenso wie bei uns im Großherzogtum im ganzen zufrieden sein. Der Verlust des Dillkreises an den christlich-sozialen Dr. Burckhardt — der übrigens politisch und persönlich ein sehr ehrenwerter Charakter ist — ist für die liberale Partei gewiß schmerzlich; aber sie braucht nicht untröstlich zu sein, weil diesem Verluste z w e i G e w i n n e gegenüberstehen, Wiesbaden und Limburg. Uebrigens ist der Dillkreis von je eine Musterkarte der politischen Parteivertretung gewesen; denn freisinnige Volkspartei, freisinnige Vereinigung, Konservative, Freikonservative und Nationalliberale waren schon seine Vertreter.
Den schwer bedrohten ersten nassauischen Bezirk hat das Zentrum gegen den Sozialdemokraten gehalten. Dafür traten die Zentrumsparteiler aus dem Rheingau sozusagen bis auf den letzten Mann für die Wiesbadener Kandidatur Bartling ein und verhalfen diesem zu einem glän-- Leuden Sieg über die Sozialdemokratie. Die schwache Hälfte der freisinnigen Partei hat für Bartling gestimmt. Wiesbaden ist nun feit Bestehen des Reiches zum erstenmale nicht von einem Freisinnigen vertreten. Als bemerkenswert darf wohl hervorgehoben werden, daß das preußische Hessen die einzige Provinz Preußens ist, in der kein Sozialdemo trat gewählt wurde.
Ein Natioualsozialer wird in den Reichstag Ziehen, Herr v. Ger lach aus unserer Nachbarstadt Mar- bürg. Herr Naumann, der Ideologe, aber lautere Charakter, wäre uns freilich noch lieber gewesen. Herr v. Ger- lach hat sich immerhin vom Ultra-Antisemiten und Stock- Agrarier zu einem Parteigänger des Herrn Barth in etwa 4 oder 5 Jahren entwickett.
Berlin, 26. Juni. In Spandau kam es nachts nach der Stichwahl, in der Liebknecht (Soz.) unterlegen ist, zu Ruhe störun gen auf der Straße. Die Polizisten wurden von der Menge insultiert und mit Holzstücken und Bierflaschen beworfen. Ein Zug Pioniere zerstreute die Menge, welche von Liebknecht vergeblich zur Ruhe ermahnt war.
Dortmund, 26. Juni. Auch hier kam es zu hefttgen Zusammenstößen mit der Polizei, die wiederholt mit blanker Waffe die Straßen absperren mußte. Sie Beamten, die mit Steinen beworfen wurden, gaben Schüsse ab. Eine ganze Anzahl von Personen wurde durch Säbelhiebe verletzt. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen. Erst nach Mttternacht ließ der Lärm etwas nach.
Bleigewicht — einen Schlag über den Hinterköpf. Obgleich der steife Hut, den Dr. Becker trug, die Wirkung des Schlages abschwächte, war der Angegriffene einen Augenblick wie betäubt und mußte von seinen Begleitern gestützt werden. Im Nu war vor dem Schützenhof eine dichtgedrängte johlende Menge versammelt. Sie machte tatsächlich Miene das Haus zu stürmen. Die inzwischen rasch verstärkte Schutzmannschaft zog blank und trieb die Menge zurück. Dies gelang ihr denn auch rasch, ohne daß sie nötig hatte, von der Waffe Gebrauch zu machen, die Leute wichen zurück und die Ruhe war bald wieder hergestellt. Die Verletzung von Dr. Becker ist nicht gefährlich, immerhin hat er eine tüchtige Beule am Hinterkopf abbekommen. Im Stadtgarten wurde eine Anzahl Fensterscheiben eingeworfen."
Von groben Ausschreitungen, die sich Parteigänger der Sozialdemokratie den Anhängern Dr. Beckers oder diesem selbst gegenüber auch im Landkreis Offenbach in den letzten Tagen haben zu schulden kommen lasten, gehen ferner der .Offenb. Ztg." so viele Meldungen zu, daß selbst von diesem Blatt nicht alle veröffentlicht werden können. Fast in allen Otten mit vorwiegend gegnerischer Bevölkerung wurde Dr. Becker bei seiner Ankunft oder Wegfahtt mit gemeinsten Schimpfworten empfangen; in Mühlheim zeichnete sich in dieser Beziehung der Sohn eines sehr bekannten dottigen Sozialdemokraten ganz besonders aus. Am Mittwoch abend wurde in der Nähe von Mühlheim das Automobil, in dem Dr. Becker mit seinen Begleitern fuhr, mit großen Ziegelsteinen beworfen. Im Walde bei Isenburg hatten einige Genosten sich den »Scherz" erlaubt, den bürgerlichen Kandidaten als ausgestopfte Puppe in efiigie an einem Baum aufzuhängen! Auf diese Früchte ihrer »Kulturkommission" können, so meint das genannte Offenbacher Blatt, unsere Gegner wahrlich stolz sein! Ferner erzählt die ,Dffenb. Ztg.", daß durch ein nächtlicherweile über die Chaussee gespanntes Seil die auf einer Agitationstour begriffenen Jnfiisten zweier Automobile, in denen sich auch Dr. Becker und Boehm befanden, in einer Weise gefährdet war, die, wenn das Seil beim Anprall nicht zerristen wäre, unbedingt zu einer Katastrophe geführt hätte.
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Vermischtes.
*Sarah Bernhardt und dieLondoner Studenten. Ein Theaterskandal, der augenscheinlich nur auf Rechnung jugendlichen Leichtsinns gefetzt werden kann, ereignete sich bei der Aufführung der „Kameliendarne" im Adelphi-Theater in London, in der Madame Sarah Bernhardt die Titelrolle spielte. Tie Galerie war für diesen Abend ausschließlich für Studenten reserviert worden, und diese nahmen die Gelegenheit wahr, dein Londoner Theaier- publikum zu zeigen, daß sie sich auf das Skandalieren ebenso gut verstünden wie ihre Väter und Großväter. Während der ganzen Vorstellung erschollen von der Galerie Zwischenrufe, Tücher wurden geschwenkt, und die Aufmerk- amkeit des Publikums von dem, was auf der Bühne vorging, ganz und gar abgelenkt. Den Höhepunkt erreichte der Lärm jedoch in den Pausen, als die jungen Leute auf der Galerie verlangten — und auch erreichten, daß die Kapelle „Cakewalk", Couplets rc. spiele. Weshalb eigent- ich die Störung vollführt wurde, ist schwer einzusehen, )enn es kann nicht aus Feinüseligkett gegen die größte ranzösische Schauspielerin geschehen fein, da derselben „im Kamen der studentischen Jugend" am Schluß der Vor- tellung ein großes Rosenbouquet überreicht wurde. Die Spender auf der Galerie verlangten stürmisch nach einer Ansprache, aber die große Sarah hatte augenscheinlich voll- tändig genug, und zog sich nach einigen höflichen Verbeugungen schweigend zurück.
* Peter I. — hoffähig! Vom Verlage des Gothai- chen Hofkalenders ist beschlossen worden, den neuen serbi- chen König Peter I. in den Spalten dieses Jahrbuches aufzunehmen. Der Name der Dynastie Karageorgiewitsch ist bisher in diesem Kalender mit Stillschweigen übergangen worden, und auch auf erst unlängst bei Äbzeiten König Alexanders gestellte direkte Ansprüche an dem Hofkalender war ein ablehnender Bescheid erteilt worden. Nunmehr werden die Karageorgiewitsch die Obrenowitsch ablösen.
s König Milan. Im Pariser „Motin" erzählt M. Harduin folgende Anekdote vom König Milan: „Eines Tages, als ich in einem Boulevard-Restaurant dinierte, bemerkte ich auf der Weinkarte „Chateau Diorgaux" und „Chateau
Haematonon „ünzickei“.
Von medizinischen Autoritäten, zumal Frauenärzten, warm empföhle».
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Bleichsucht, Blutarmut und deren Folgezustäudcu. Lehr 'Appetit anregend neben kräftiger Eijeuwirkung.
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