Ausgabe 
27.6.1903 Erstes Blatt
 
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gierung, toie sie das Wahlgeheimnis sicherte, so auch auf Lafitte" von unwahrscheinlichem 2llter verzeichnet, die 180 Beschleunigung des Ermittelungsverfahrens hinwirken durch Franks die Flasche kosteten. Ich fragte den Oberkellner:

schweren Gegenstand

Stock oder Schleuder mit

geude Luwin.

9:

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entsprechende Verfügung. Es muß sobald als möglich der unleidliche Zustand aus der Welt geschafft werden, daß Abgeordnete, deren Mandat nicht unanfechtbar feststeht, während eines großen Teiles der Legislaturperiode gesetz­geberisch tätig sind. In fremdländischen Parlamenten wer­den Wahlproteste als dringliche Angelegenheiten behandelt.

Sagen Sie mir doch, Henry, wer trinkt denn eigentlich diese Weine für 180 Franks?" Henry zögerte einen Augen­blick mit der Antwort, als ob ihn das Geschäftsgeheimnis

So sollte es auch int Deutschen Reichstag sein, denn alle Parteien haben ein Interesse daran. Wie übrigens die Kreuzztg." meldet, sind in Berlin mehrere Wahl­fälschungen sestgestellt und zur Anzeige gebracht

Die Wahlproteste.

Die Zahl der Wahlproteue werd dem Anschein nach nicht so groß fein, wie von derKlosett-Wahl" ursprüng­lich erwartet wurde. Immerhin ist kein Zweifel, daß die Wahlprüfungskommission aua) diesmal ausgiebig Arbeit bekommen, daß Rückfrage und Ermittelung bei den Wahl- vorstünden, namentlich auf dem platten Lande Hinter­pommern steht hier wieder an erster Stelle geraume Zeit beanspruchen wird. Andererseits aber dürste die Re-

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wüchsige Burschen und auch Frauen bemerkte, hin und her. Man hörte häufig den Ruf, auch die Frauen sollen ihn aus­gestoßen haben: .Schlagt ihn (Dr. Becker) nieder!" Diese Worte wurden von Dr. Becker und seinen Begleitern öfters vernommen; sie befanden sich übrigens unter der Ob­hut von zwei Schutzleuten. Trotzdem aber erhielt Dr. Becker in dem Augenblick, als er in die Tür des Schützenhofes treten wollte, von einem der jungen Burschen mit einem

Worms, 26. Juni. Frhr. v. Heyl erläßt in der .Wormser Ztg." folgende Veröffentlichung:

An meine Wähler! Die große Begeisterung über den gestrigen glänzenden Sieg, welchen die deutschen Männer im WahlkreiseWorms-Heppenheim-Wimpsen erfochten haben, wurzelt iu dem festen Gelöbnis, den Wonnegau für alle Zeit bei Kaiser und Reich zu halten, zu dem er seit 34 Jahren un­entwegt in trener vaterländischer Gesinnung gestanden hat. Meinen unermüdlichen Mitkämpfern unb Wählern sage ich in dieser Ge- finnuiig tiesenipsundenen Dank für den neuen, mich in hohem Maße ehrenden Ausdruck des großen Vertrauens, welches ich durch treue Arbeit zu rechtfertigen bestrebt sein werde. Worms, 26. Jrtni 1903. Frhr. Heyl zu Herrnsheim, Mitglied des Reichstags.

Hochfeine, stilvolle i

Einrichtungen |

Preßstimmen.

Bei Besprechung der Stichwahl-Resultate herrscht über­einstimmend die Anschauung, daß das Resultat un allge­meinen zu erwarten war. Nur hatte man vielfach doch noch auf größere Erfolge der Sozialdemokratie gerechnet. Auch die anfänglich ausgesprochene Ansicht, daß keine wesenttiche Verschiebung auf feiten der Mehrheitsparteien eintreten werde, hat sich bestätigt. DieKreuzztg." gießt ihrer ganz besonderen Freude darüber Ausdru^, daß Dr. Barth, der seinen sicheren Wahlkreis in Wittenberge aufgegeben hat, in Colberg, das er den Konservativen abnehmen wollte, burchgefallen sei. DieRat.-Ztg." schreibt: Die Re­gierung kann trotz des Wachstums der ^u^albentofratie verhältnismäßig zufrieden sein. Sie ist von einer An­zahl der ärgsten Schreier befreit und kann sowohl gute Handelsverträge wie die notwendigen Mili­tär- und Marinevorlagen mit der Aussicht aus Annahme bezw. Verständigung einbringen. Vor allen Dingen hat sie die Lehre erhalten, daß die agrarische Macht eine Grenze hat und daß die Zugeständnisse an die Agrarier nicht nur nicht vermehrt zu werden brauchten, sondern vielmehr eine Ablenkung von den gar zu agrarifajen Bahnen sich em­pfehle. Auch für die narionalliberaie Fraktion ist diese letztere Lehre der Beachtung dringend zu empfehlen. Das Blatt bedauert das Ausscheids Ba;sermanns tote Dr. Hasses durchaus nicht, da sich seine Wege weit von der Politik dieser Herren getrennt hätten. DieVoss. Ztg." führt aus: Der Eindruck, den die Hauptwahl gemacht hat, wird nach zwei Richtungen durch das Ergebnis der Stichwahlen be­stätigt. Die Sozialdemokratie hat einen mächtigen Auf­schwung genommen, der Bund der Landwirte eine schwere Niederlage erlitten. Der Bann, unter dem der Bund die konservative Partei eine Zeit lang zusammenzuhalten ver­mochte, ist gebrochen. Nicht ganz so übel, aber doch übel genug ist bic freisinnige Partei gefahren. DasBerl. Lagebl." sagt: Wirb sich schon durch das Ausscheiden der Bündler und das Anwachsen der sozialdemokratischen Fraktion das Aussehen des Reichstages ändern, so kann auch nicht geleugnet werden, daß insgesamt sich der Schwerpunktdes Reichstages mehr nach links bewegt hat Es ist kein Ruck, aber doch eine Verschiebung nach links. DieBerl. N. Nachr." schreiben: Ein arger Optimist wäre derjenige, der das Ergebnis des Stichwayl- tages in irgend einer Weise befriedigend nennen wollte, denn es bestätigt salst alle Befürchtungen, die schon nach der Hauptwahl ausgesprochen werden mußten. Die Sozial­demokratie hat wahrhaft erschreckende Erfolge zu verzeich­nen, selbst in manchen Kreisen, zu deren Verteidigung alle anderen Parteien sich verbündet hatten. Aehnlich äußert sich diePost". Für dieDeutsche Tagesztg." ist es selbstverständlich, daß die liberale und sozialdemokra­tische Presse in ein Jubelgeheul über die Verluste des Bundes der Landwirte ausbricht, so wenig berechtigt dies auch sein mag. Der Einfluß des Bundes im neuen Reichstage sei derselbe geblieben. Von einem Zurückgehen des agrarischen Gedankens sei absolut keine Rede, wenn auch einige Führer zurzeit nicht dem Reichstage angehörten. Diesen Surren ständen Gott sei Dank auch noch andere Mittelund Wege zu Gebote, um außerhalb des Reichstages für die Sache der deutschen Bauern zu wirken. DieGer­mania" sagt: Der Verlust ist angesichts des Gesamit- ergebnisses der letzten Reichstagswahten umsomehr zu ver­schmerzen, als uns dieselben einen über Erwarten großen Stimmenzuwachs von mehr als 330000 Stimmen gebracht haben, trotzdem einerseits durch die Bauernbündler in Bayern, andererseits durch die massenhafte Abtrennung pol­nischer Stimmen in Oberschlesien und im rheinisch-westfäli- chen Jndustriebezirk, die früher für das Zentrum abgegeben wurden, sogar ein Niedergang der Zeutrurnsstirnmen erklär­lich gewesen wäre.

zum Schweigen verpflichtete, dann aber mit einem un­definierbaren Lächeln:König Milan." Ta ich immer ge­hört hatte, daß Bordeaux-Weine nur während einer ge­wissen Zeit durch das Lagern gewinnen, dann aber ihre Qualität wieder verlieren, fragte ich weiter:Haben Sie selbst von diesen Marken getrunken?"Gewiß", er­widerte Henry.Sind sie gut?" Hierauf Henry mit dem nämlichen Lächeln:Ein bischen über die Zeit. . ." Und das war wirklich so. König Milan kannte sich nicht im geringsten aus; er trank diese Weine für 180 Franks, nicht weil sie gut waren, sondern weil sie viel Geld kosteten und weil Serbien die Rechnung bezahlte. In diesem Augenblick trat König Milan ins Restaurant. Er hatte ein rosiges Gesicht und schien sehr heiter. In seiner Gessell- schafl befanden sich einige Lebemänner, nicyt sehr glänzende Exemplare, welche als seine Gäste an derselben Tafel Platz nahmen. Kurz darauf tarnen in Wei den körben Flaschen von ehrwürdigem Aussehen an, und zwischen i/29 und 10 Uhr absorbierte die Tafelrunde von fünf oder sechs Per­sonen ungefähr das Jahresgehalt eines kleinen Beamten in Belgrad.

* Wie sich Popowitsch rächte. Der in der serbi» scheu Angelegenheit jetzt oft genannte Oberst Popowitsch studierte in den siebziger Jahren in Heidelberg. Er war ein bei den deutschen Studenten wohl gelittener, liebens­würdiger, nebenbeitrinkfester" junger '.»Jtann. Daß man seinen Namen ein klein wenig germanisierte und umety­mologisierte, lag u-ahe, und Popowitsch hat sich anfangs oft darüber gewundert, daß so viele Deutsche die Silbe witsch" nicht aussprechen könnten. Auch konnte er nicht begreifen, warum Kommilitonen, denen er vorgestellt wurde, bei Nennung seines Namens so heiter dreinschauten. Eines Tages stieg er nach redlicher Vorbereitung ins Doktor­examen zu Dluntschli. Man wartete abends am Kneip- tische im Essighause auf das Resultat. Plötzlich öffnete sich die Tür, und herein stürmte zornentbrannt Popowitsch und rief der slavische Aceent erhöhte noch den Reiz der Aeußernng:Der Bluntschli, dieser (es war kein serbischer Ausdruck, der hier folgte), hat mich lassen durch- fallen. Aber ich werde mich rächen. Ich wollte seine Werke übersetzen ins Serbische. Nun aber werde ich seine Werke nicht übersetzen ins Serbische, und der Bluntschli wird Serbien unbekannt bleiben." Er hat sein Versprechen ge­halten.

* Ein Baby-Empfang ist das neueste unter ge­sellschaftlichen Festen Londons. Die Gräfin Pembroke hat in solcher Weise bahnbrechend gewirkt, und an einem der letzten Tage 60 kleine Kinder unter vier Jahren aus der höchsten Aristokratie in aller Form mit den üblichen at Home-Karten zu Gaste geladen. Gräfin Pembroke empfing ihre kleinen Besucher, die ganz feierlich angemeldet wur­den, persönlich, nahm sie auf den Arm und erfreute jedes, Knaben wie Mädchen, mit einem Geschenk, die Mäd­chen mit Puppen, die kleinsten Knaben mit Pelzaffen und andern ihrem Alter angemessenen Kleinigkeiten. Der drei­jährige Marquis os Worcester, der älteste Sohn des Herzogs von Beaufort, erhielt eine Trommel und verübte einen Heidenlärm. Andere kleine Kerle, wie Lord Morden Ben- tinck, ein Sohn des Herzogs von Portland, erwiesen sich als Courmacher von ganz bedeutenden Anlagen, so daß sie sich in zwanzig Jahren als gefährliche Herzensbrecher einen Namen machen dürsten. Ein ungewöhnlich niedliches Bürschchen von kaum zwei Jahren wurde von sämtlichen Mädchen so hübsch gefunden, daß sie üjn mit Küssen fast erstickten, was er aber in bester Laune und mit aller Freundlichkeit über sich ergehen ließ. Ueberhaupt unter­hielt sich das junge Volk mit dem gewöhnlichen Geplauder, das man in England small talk nennt, gerade so gut wie ihre Väter unb Mütter, Onkel und Tanten, und wer noch nichts zu sagen wußte, sog an seinem Daumen und blickte ernst und geoankenlos in das lustige Getriebe hinein. Es war c'tiie merkwürdige Sammlung hübscher Kinder und 'ie zeigten sich durchweg auffallend manierlich. Ein Augenzeuge versichert, nach dem Tee hätte die kleine Ge- ellschaft genau so schmuck und sauber ausgesehen wie vorher. Keines hatte sich mit Milch begossen, verschluckt oder am rosigen Mündchen ober Kleidern Spuren von ben genossenen Leckereien aufzuweisen.

Warnung!

Die meiaton Nachahmungen von Dr. Hommel« Haematog^n werden, um das D. K. P. No. 31,391 zu umgehen, mit Zuhilfenahme vou Aether bereitet, ein Zusatz, der insbesondere für Kinder und Nervöse direkt schädlich ist Um sicher zu sein, das aetJ> er freie Original-Präparat zu erhalten, verlange man stets ausdrücklich Dr. HommePa Haematogen und achte auf die SchutzmarkeSau-

HessewNassan.

Was den Wahlausfall im preußischen Hessen anlangt, so darf man mit ihm ebenso wie bei uns im Groß­herzogtum im ganzen zufrieden sein. Der Verlust des Dill­kreises an den christlich-sozialen Dr. Burckhardt der übrigens politisch und persönlich ein sehr ehrenwerter Cha­rakter ist ist für die liberale Partei gewiß schmerzlich; aber sie braucht nicht untröstlich zu sein, weil diesem Ver­luste z w e i G e w i n n e gegenüberstehen, Wiesbaden und Limburg. Uebrigens ist der Dillkreis von je eine Muster­karte der politischen Parteivertretung gewesen; denn frei­sinnige Volkspartei, freisinnige Vereinigung, Konservative, Freikonservative und Nationalliberale waren schon seine Vertreter.

Den schwer bedrohten ersten nassauischen Bezirk hat das Zentrum gegen den Sozialdemokraten gehalten. Da­für traten die Zentrumsparteiler aus dem Rheingau sozu­sagen bis auf den letzten Mann für die Wiesbadener Kan­didatur Bartling ein und verhalfen diesem zu einem glän-- Leuden Sieg über die Sozialdemokratie. Die schwache Hälfte der freisinnigen Partei hat für Bartling gestimmt. Wies­baden ist nun feit Bestehen des Reiches zum erstenmale nicht von einem Freisinnigen vertreten. Als bemerkenswert darf wohl hervorgehoben werden, daß das preußische Hessen die einzige Provinz Preußens ist, in der kein Sozialdemo trat gewählt wurde.

Ein Natioualsozialer wird in den Reichstag Ziehen, Herr v. Ger lach aus unserer Nachbarstadt Mar- bürg. Herr Naumann, der Ideologe, aber lautere Cha­rakter, wäre uns freilich noch lieber gewesen. Herr v. Ger- lach hat sich immerhin vom Ultra-Antisemiten und Stock- Agrarier zu einem Parteigänger des Herrn Barth in etwa 4 oder 5 Jahren entwickett.

Berlin, 26. Juni. In Spandau kam es nachts nach der Stichwahl, in der Liebknecht (Soz.) unter­legen ist, zu Ruhe störun gen auf der Straße. Die Polizisten wurden von der Menge insultiert und mit Holz­stücken und Bierflaschen beworfen. Ein Zug Pioniere zerstreute die Menge, welche von Liebknecht vergeblich zur Ruhe ermahnt war.

Dortmund, 26. Juni. Auch hier kam es zu hefttgen Zusammenstößen mit der Polizei, die wiederholt mit blanker Waffe die Straßen absperren mußte. Sie Beamten, die mit Steinen beworfen wurden, gaben Schüsse ab. Eine ganze Anzahl von Per­sonen wurde durch Säbelhiebe verletzt. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen. Erst nach Mttternacht ließ der Lärm etwas nach.

Bleigewicht einen Schlag über den Hinterköpf. Obgleich der steife Hut, den Dr. Becker trug, die Wirkung des Schlages abschwächte, war der Angegriffene einen Augen­blick wie betäubt und mußte von seinen Beglei­tern gestützt werden. Im Nu war vor dem Schützen­hof eine dichtgedrängte johlende Menge versammelt. Sie machte tatsächlich Miene das Haus zu stürmen. Die inzwischen rasch verstärkte Schutzmannschaft zog blank und trieb die Menge zurück. Dies gelang ihr denn auch rasch, ohne daß sie nötig hatte, von der Waffe Gebrauch zu machen, die Leute wichen zurück und die Ruhe war bald wieder hergestellt. Die Verletzung von Dr. Becker ist nicht gefährlich, immerhin hat er eine tüchtige Beule am Hinterkopf abbekommen. Im Stadtgarten wurde eine Anzahl Fensterscheiben eingeworfen."

Von groben Ausschreitungen, die sich Partei­gänger der Sozialdemokratie den Anhängern Dr. Beckers oder diesem selbst gegenüber auch im Landkreis Offenbach in den letzten Tagen haben zu schulden kommen lasten, gehen ferner der .Offenb. Ztg." so viele Meldungen zu, daß selbst von diesem Blatt nicht alle veröffentlicht werden können. Fast in allen Otten mit vorwiegend gegnerischer Bevölkerung wurde Dr. Becker bei seiner Ankunft oder Wegfahtt mit ge­meinsten Schimpfworten empfangen; in Mühlheim zeichnete sich in dieser Beziehung der Sohn eines sehr be­kannten dottigen Sozialdemokraten ganz besonders aus. Am Mittwoch abend wurde in der Nähe von Mühlheim das Automobil, in dem Dr. Becker mit seinen Begleitern fuhr, mit großen Ziegelsteinen beworfen. Im Walde bei Isenburg hatten einige Genosten sich den »Scherz" erlaubt, den bürgerlichen Kandidaten als ausgestopfte Puppe in efiigie an einem Baum aufzuhängen! Auf diese Früchte ihrer »Kulturkommission" können, so meint das genannte Offen­bacher Blatt, unsere Gegner wahrlich stolz sein! Ferner er­zählt die ,Dffenb. Ztg.", daß durch ein nächtlicherweile über die Chaussee gespanntes Seil die auf einer Agitationstour begriffenen Jnfiisten zweier Automobile, in denen sich auch Dr. Becker und Boehm befanden, in einer Weise gefährdet war, die, wenn das Seil beim Anprall nicht zerristen wäre, unbedingt zu einer Katastrophe geführt hätte.

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Vermischtes.

*Sarah Bernhardt und dieLondoner Stu­denten. Ein Theaterskandal, der augenscheinlich nur auf Rechnung jugendlichen Leichtsinns gefetzt werden kann, er­eignete sich bei der Aufführung derKameliendarne" im Adelphi-Theater in London, in der Madame Sarah Bern­hardt die Titelrolle spielte. Tie Galerie war für diesen Abend ausschließlich für Studenten reserviert worden, und diese nahmen die Gelegenheit wahr, dein Londoner Theaier- publikum zu zeigen, daß sie sich auf das Skandalieren ebenso gut verstünden wie ihre Väter und Großväter. Wäh­rend der ganzen Vorstellung erschollen von der Galerie Zwischenrufe, Tücher wurden geschwenkt, und die Aufmerk- amkeit des Publikums von dem, was auf der Bühne vor­ging, ganz und gar abgelenkt. Den Höhepunkt erreichte der Lärm jedoch in den Pausen, als die jungen Leute auf der Galerie verlangten und auch erreichten, daß die KapelleCakewalk", Couplets rc. spiele. Weshalb eigent- ich die Störung vollführt wurde, ist schwer einzusehen, )enn es kann nicht aus Feinüseligkett gegen die größte ranzösische Schauspielerin geschehen fein, da derselbenim Kamen der studentischen Jugend" am Schluß der Vor- tellung ein großes Rosenbouquet überreicht wurde. Die Spender auf der Galerie verlangten stürmisch nach einer Ansprache, aber die große Sarah hatte augenscheinlich voll- tändig genug, und zog sich nach einigen höflichen Ver­beugungen schweigend zurück.

* Peter I. hoffähig! Vom Verlage des Gothai- chen Hofkalenders ist beschlossen worden, den neuen serbi- chen König Peter I. in den Spalten dieses Jahrbuches aufzunehmen. Der Name der Dynastie Karageorgiewitsch ist bisher in diesem Kalender mit Stillschweigen über­gangen worden, und auch auf erst unlängst bei Äbzeiten König Alexanders gestellte direkte Ansprüche an dem Hof­kalender war ein ablehnender Bescheid erteilt worden. Nun­mehr werden die Karageorgiewitsch die Obrenowitsch ab­lösen.

s König Milan. Im PariserMotin" erzählt M. Harduin folgende Anekdote vom König Milan:Eines Tages, als ich in einem Boulevard-Restaurant dinierte, bemerkte ich auf der WeinkarteChateau Diorgaux" undChateau

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