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27.6.1903 Erstes Blatt
 
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Nr. 148

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem (Siebener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem kesfischen Landwirt bte Gießener Hamtlien- blätter oiermal tn der Woche betflelegL

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FrrnwrrchanlchlutzAr 51.

Erstes Blatt.

153. Jahrgang

Samstag 27. Juni 1903

G © monaÄfÄd-

GletzenerAnzelgerW

General-Anzeiger SES

v den poltt and aOgern.

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW

getaentetl: Hans Deck.

Die Stichwahl.

definitiv gewählt

bisherige Partei- slärke

Zuwachs bezw.

Verlust

Konservative.....

53

52

4- 1

Deutsche Reichspartei . .

19

20

1

Antisemiten.....

9

12

3

Zentrum . . . . .

101

106

5

Nationalliberale ....

52

53

1

Freisinnige Volkspartei . .

21

28

7

Freisinnige Vereinigung

9

15

6

Deutsche Voltspartei . . .

5

7

1

Sozialdemokraten ....

81

58

4-23

Bund der Landwirte . .

2

6

3

Bayerischer Bauernbund

5

5

0

Polen......

16

15

4- 2

Welsen......

5

3

4- 2

Elsässer......

9

10

1

Wilde ......

9

8

4- 1

Der den Stichwahlen ist auch im Äeiche, wenn wir das obige Resultat betrachten, die Sozialdemokratie in der übergroßen Mehrzahl dem vereinigten Ansturm der bürgerlichen Parteien unterlegen. Immerhin hat sie aus den 122 Stichwahlkämpscn, in denen sie beteiligt war, 25 Sitze herausgeholt, was nur beweist, daß man nicht über­all beim Bürgertum im Deutschen Reich nach großen poli­tischen Gesichtspunkten arbeitet, sondern sich durch mehr oder weniger engherzige, seine einseitigen Sonderinteressen allzu sehr in den Vordergrund drängende wirtschaftliche, kon­fessionelle oder lokale Gegensätze dazu verleiden läßt, dein geschworenen Feind jeglicher Gesellschaftsordnung die Stimme zu geben. Die Sozialdemokratie zieht mit 80 Sitzen in den neuen Reichstag ein; sie ist jetzt die zw eit st är k st e Partei. Der Stimmenzahl nach ist sie ja längst die stärkste und steht mit ihren drei Millionen Stimmen nach der letzten Wahl imponierend an der Tete aller Parteien. Zwei spektakelluftige Männer sind aus dem Reichstage aus­geschieden: die Herren Ulrich und Antrick. Herr Ulrich von Offenbach gebehrdete sich bekanntlich bei den Zolltarif­debatten derartig excentrisch, daß es selbst seinen Partei­freunden zu viel wurde, und Herr Antrick hat den Lohn seiner Achtstunden-Dauerrede bei denselben Verhandlungen. Ein sehr gemäßigtes Mitglied hat die äußerste Linke in dem Abg. Calver verloren, der allerdings, soweit wir uns erinnern, ^äußerst selten als Redner ausgetreten ist, aber schriftstellerisch viel tätig war und handelspolitisch sich dem schutzzöllnerischen Prinzip zuneigte, ähnlich wie Schippel, der wiedergewählt ist.

Am meisten Gewinn aus >den Stichwahlen haben die beiden freisinnigen P<vneien gezogen, die bekannt­lich in der Hauptwahl nicht ein einziges Mandat errangen. 20 Sitze hat die freisinnige Volkspartei und 10 die frei­sinnige Vereinigung errungen, das ist immer noch ein er­heblicher Verlust gegen den früheren Besitzstand, aber die Wunde ist doch einigermaßen verheilt. Sehr erfreulich ist, daß Berlin I dem Freisinn erhalten blieb; es war dies natürlich nur möglich, indem dergesamte reaktionäre Mischmasch" zusammenhielt und dem Sozialdemokraten das Mandat streitig machte.

Der einzige Berliner freisinnige Abgeordnete, Stadt­altester Kaempf, hat es aus kleinen Anfängen zu seiner jetzigen angesehenen Stellung innerhalb der Berliner Finanz- unb Handelswelt gebracht. Kaempf begann seine bürgerliche Laufbahn als Handlungsgehilfe. Aus einer bescheidenen Bankbeamtenstellung arbeitete er sich binnen verhältnis­mäßig kurzer Frist zum Berliner Direktor der Dan k für H and el un d In d ustrie, der sog.Darm­städter Bank", empor. Als solcher nahm er bald im iommunalen Leben der Reichshauptstadt eine hervorragende Stellung ein: die Stadtverordnetenversammlung wählte ihn zum Stadtrat. Auch innerhalb der Organisation der Berliner Kaufmannschaft gewann Kaempf im Lause der Jahre eine hervorragende Position, und als durch die Uebernahme des Vorsitzes der neuen Berliner Handelskammer seitens des Geheimrats Herz das Ehrenamt des Präsidenten des Aeltestenkotlegiums der Berliner Kaufmannschaft erledigt wurde, fand man keinen Würdigeren als Kaeinpf für diesen Posten. Der neue Abgeordnete, der jetzt zum erstenmale in die deutsche Volksvertretung eintritt, steht auch nach seinem Ausscheiden aus der Leitung der Darmstädter Bank in engster Fühlung mit den Kreisen der Großfinanz und des Kaufmannsstandes. Als Vorsitzender des Auf­sichtsrates der Darmstädter Bank, stellver­tretender Aussichtsratsvorsitzender von vier und Aufsichts- ratsmitglied von sechs anderen Unternehmungen unterhält er rege Beziehungen zu der wirtschaftlichen Betätigung Berlins und Deutschlands. Für die Wertschätzung, deren sich Kaempf als Kenner unserer Wirtschaftslage auch in amtlichen Kreisen erfreut, spricht seine Berufung in den Zentralansschuß der Reichsbank.

Aus dem B e r l u st k o n t o d e rf r e i s i n n i g e n L e r- einigung" befinden sich zwei befähigte und besonders in der Wirtschaftspolitik kenntnisreiche Vertreter, Schra­der und Bröniel. Am meisten aber fällt ins Gewicht die Niederlage des Dr. Barth, des hervorragendften.P ubli- zisten der frei)'. Vereinigung. Bei der fr eis. Volks­pa r t e i fehlt nur eine Persönlichkeit, die man als führende beze chnen kann, auf wirtschaftspolitischem Gebiete, Fisch­beck. Der deutschen Volkspartei fehlen die Herren Friedrich Haußmann und Augst; ihre besten, wirk­ungsvollsten Sprecher, Payer und Conraö Hauß­mann, hat die süddeutsche Demokratie behalten.

Das Z e u tr u m, um fünf Abgeordnete verringert, ver­

liert an hervorragenderen Mitgliedern Letocha und Ca- hensly, Mrtschafts- und Sozialpolitiker. Sonst hat es seine alte ~ Starke fast vollkommen behauptet; es wird durch den Ausfall der Stichwahlen in Bayern drei Sitze weniger erhalten. Von den kleineren Parteien haben Antisemiten, Bündler, Elsässer, Welfen Verluste zu tragen, während die Polen zw'ft Sitze gewonnen haben. Ganz ausgeschieden sind die ex­tremen Agrarier, die die ihnen nahestehenden konserva­tiven Parteien beherrschten. Die beiden letzten Säulen des Bundes, Dr. O e r t e 1 und Schrempf liegen am Boden. Um den ersteren ist es nicht allzu schade; die originelle Figur, die Dr. Oertel machte, bestand im wesentlichen aus Embonpoint, weißer Weste und Schwärmerei für die Prügel­strafe. Schrempf bedeutete im Reichstag doch etwas mehr.

Die Polen, die dem Zentrum in Oberschlesien arg in die Quere gekommen find^büßten den agrarisch gerich­teten Herrn v. Komrerol^ki ein. Ihr schneidigster Wortführer, Dr. v. Dziembowsk-Pomiau, der Ver­teidiger im Gnefener Schulprozeß, wurde seltsamerweise nicht wieder aufgestellt als Kandidat, angeblich, roeil man ihn derAdelspartei" zurechnete. Bei den Antisemiten ist Ahl Wardts und Bindewalds parlamentarischer Laufbahn ein Ziel gesetzt. Der DeutschenReich spartet fehlt nur ein Mann, aber keiner von Bedeutung. Die Herren v. Kardorsf, Gamp, Graf Arnim erscheinen wieder auf dem Schauplatz. Auch der Sohn des Altreichskanzlers, Fürst Herbert Bismarck, ist von Wahlglück begünstigt ge­wesen.

Die Konservativen und die Nationallibe- ra en erlschemen nahezu in gleicher Starke im neuen Reichstage.

Daß der nationalliberale Führer Sa ff ermann auf der Wahlstatt geblieben ist, wird auch außerhalb der nationalliberalen Partei bedauert. Bassermann vertrat namentlich in der Sozialpolitik einen Standpunkt, der in warmer und sympathischer Weise die Interessen des wirt­schaftlich Schwachen berücksichtigte. Dem kommenden großen Werk der Reform des Strafprozesses und des Strafgesetz­buches würde die humane Auffassung Bassermanns, der der vorbereitenden Kommission angehört, bei den parlamen­tarischen Beratungen sehr zu statten gekommen sein. Wieder ein guter Redner weniger im Reichstag, der nicht nur seiner Führereigenschaft wegen stets die Llufmerksamkert des Hauses hatte. 2mch die Herren von der Regierung schätzten den Mannheimer Rechtsanwalt ob seines liebenswürdigen Wesens. Minder schwer empfinden die Nationalliberalen den Verlust des bisherigen Abg. für Leipzig, Professor T-r. Hasse. Ter Führer der Alldeutschen wurde manchmal bei seinen Angriffen auf die auswärtige Politik von der Fraktion im Stich gelassen, aber man muß gerechter Weise zugeben, daß er dieser isolierten Stellung zum Trotz mit Mut und Eifer seine Sache geführt hat. Das Landgraf werde hart!", das er den Leitern unserer auswärtigen Politik zurief, war mitunter docy weiten Volks kreisen aus der Seele gesprochen. Das Deutschtum im Auslande hat in Pros. Hasse jedenfalls einen beredten Fürsprecher verloren. An Stelle Bassermanns wird wohl Dr. Sattler, der bis jetzt mehr im preußischen Abgeordnetenhause hervor­trat, die Führerrolle übernehmen. Der agrarische Flügel der Nationalliberalen ist ziemlich unversehrt ge­blieben: Frhr. v. Heyl, Graf Oriola, Professor Dr. Paasche, Münch-Ferber kehren wieder. (Sin parla­mentarischer Neuling erscheint in der Person Patzigs, des langjährigen Generalsekretärs der Partei, im Reichstag. Prinz Schönaich-Carolath, derrote Prinz", zählt zu den Wiedergewählten.

Nun liegt das Resultat ans der letzten noch fehlenden Gemeinde des Wahlkreises Gießen, aus Usenborn, vor. Dort erhielt Heyligenstaedt 20, Krumm 41 Stimmen. Dem­nach das Gesamtresultat:

Heyligenstaedt 10 601, Krumm 7845.

In Steinbach, so schreibt uns wörtlichein Anti­semit", fuhren am Stichwahltage früh 5 Uhr mehrere von demCorps der Rache" nach Gießen an die Arbeit und als sie einen Bauer, der Gras mähte, erblickten und in ihm einen Anhänger von Köhler, jetzt jedoch von Heyligenstaedt erkannten, riefen sie:Wie arm, wie arm" und verhöhnten und verspotteten ihn, weil er so früh schon arbeiten müsse. Er ließ es natürlich an der nötigen Antwort nicht fehlen und xjef Urnen zu, davon wäre er immer noch nichtkrumm". Der Bauer eilte dann nach Hause und arbeitete im Dorfe für Heyligenstaedt, wo­durch diesem eine schöne Anzahl Stimmen (statt 25 bei der ersten, 110 Stimmen bei der zweiten Wahl) zu teil wurde, was der Lohn der roten Brüder war.Mögen, so schließt die Zuschrift, sämtliche Bauern des stets eingedenk fein und für einen Manu wie Heyligenstaedt stimmen, denn wir glauben nicht, daß wir uns in ihm, als einem Manne, der auch für den Bauern- und Handwerkerstand seine Schuldigkeit tun wird, getäuscht haben."

Aus Grün in gen wird uns geschrieben: Auch dies­mal war die Wahlbeteiligung nicht so, wie sie im Interesse der vaterländischen Sache gewünscht und ertoartet worden war. Immerhin haben sich diesmal die liberal Abstimmen­den gegen die erste Wahl um 46 vermehrt, die wohl je zur Hälfte unter den Köhlerianern und den früher Zurück­gebliebenen zu suchen sind. Betrübend ist das hiesige Wahl­ergebnis insofern, als sich die Krumm sch en gcficrn um 11 vermehrt haben, die nur unter den Bauern zu finden find; denn (Mningeii hat nicht, wie die für Krumm ab­gegebenen Stimmen anzugeben scheinen, 59 Arbeiter, son­dern höchstens 40. Wenn man nach der Ursache dieser Tat­sache forjcht, so findet man, daß -- außer der furchtbaren Unwissenheit vieler Wähler in politischen Dingen auch.

hier wieder der gemeindliche Part ei h aper die Schuld trägt Dieser unselige Parteigeist war es auch> abgesehen von den Strapazen der Heuernte der die Wählerversammlung, die am Vorabend der Wahl im Bender- schen Saal stattfand, nicht zu der werden ließ, die sie hätte sein können. Ungefähr 40 Wähler hatten sich eingefuirden und hörten aufmerksam den klaren und schlichten Ausführ­ungen des nunmehrigen Siegers im Wahlkampf zu. Man merkte es Herrn Heyligenstaedt an, daß es ihm Ernst ist mit seinen Versprechungen, nur für das Wohl der Allge­meinheit und nicht bloß einer einzelnen Interessengruppe eintreten zu wollen. Sehr gut verstand es auch sein Nach­redner, Herr K a u f m a n n, dte Aufmerksamkeit der Zuhörer auf sich zu lenken, indem er das sozialdemokratische Flug­blatt mit seinen unerfüllbaren Forderungen recht schön Zer­pflückte. Der Kuriosität halber sei aber auch angeführt, daß zwei Schreihälse, nachdem sie ihr Verslein hergesagt, davon- ßingen. Mit einem beifällig aufgenommenen Hoch auf das deutsche Vaterland schloß der Vorsitzende, Lehrer Jung, um die Mittemachitsstunde die Versammlung.

Ferner liegt uns aus Röthges folgende Zuschrift vor:Daß der Sozialismus auch in den kleineren Ge­meinden Eingang findet, zeigt die Reichstagswahl zur Ge­nüge. War es doch in diesem Jahre das erstemal, daß wir Sozialdemokraten aufzuweisen hatten, nämlich 4 bei der Hauvtwahl. Bei der heutigen Stichwahl aber stieg diese Zahl um 425 Prozent, näinlich auf 17 Stimmen! Wenn das so weiter geht, bekommt unsere Gemeinde welche Ehre! einst womöglich noch ein sozialistisches Oberhaupt Hat doch ' schon ein Gemeinderats-. Mitglied, ein reicher Mann, nach seiner eigenen Aussage sich bewogen gefühlt, feine Stimme für Krumm abzugeben. Wir wollen jedoch hofien, dgß dieser von Mammon erklecklich Gesegnete bald die bessere Hälfte findet"

Noch ein niedliches Wahlkuriosum wird uns mit* geteilt:

In Leihgestern schrieb ein Wähler seine volle Adresse auf den Umschlag des Wahlzettels. Er meinte, das Säubert sei doch dazu, sonst könne man doch nicht wissen, wen er gewählt habe.

Aus dem Wahlbezirk Alsfeld schreibt unser Korrespondent: Daß auch in unserem als unpoetisch ver­schrieenen Vogelsberg die Dichtkunst blüht, das zeigen nach- stehende, freilich von falscher Prophetengabe zeugende Zeilen, die ein Wähler sich geleistet hat:

Herr Kreisrat Wallau, Ja es steht sehr stau! Der Maler Bindewatd Der stellt dich kalt.

Der hess'sche Bauer Steht aus der Lauer, Beamte wähll er nicht, Halt es sür Pflicht.

Wohl die Semiten Treu sür dich stritten, Doch »Fritz" hat Schwer»,, Du bist zu fein.

Laß dich's nicht grämen, Den Mut nicht lähmen, Weil Fritz war grob, Drum siegt er ob!

In Friedberg tagte, wie man uns schreibt, int Hotel Trapp am 25. d. M. abends der Wahlausschuß der nationalliberalen Partei, um die Wablresuliate zusammen zu stellen. Bereits um V28 Uhr trafen Die ersten Nachrichten ein, und es ergab sich alsbald, daß die Zahl der S t i m m e n des nationalliberalen Kandidaten Grafen Oriola» fast in allen Orten gewachsen war, während der Sozialdemokrat Busold nur ganz geringe Zunahme und in einer Anzahl von Orten, darunter auch in der sozialistischen Hochburg des Wahlkreises, in Vilbel, Einbußen erfahren hatte. Um zehn Uhr war das Resultat ans 04 Orten eingetroffen. Der Vorsitzende, Rechtsanwalt Win deck er, verkündigte, daß Graf Oriola bereits Über 4000 Stimmen Mehrheit erlangt habe, welche durch die ausstehenden Orte noch eine Steigerung erfahren würden. Mit Jubel wurde der Ausfall der Wahl, welcher die höchsten Erwartungen übertroffen hatte, begrüßt, und die Versammlung stimmte begeistert ein in das von Rechts­anwalt Windecker dem zum brittcnmale gewählten Rerchs- tagsabgeordneten ausgebracyte Hoch. Mit bewegten Worten dankte Graf Oriola allen Mitarbeitern, insbesondere dem Vorsitzenden und dem Schriftführer des Wahlausschusfes und widmete fein Hoch Kaiser und Großherzog, das jubelnde Zustimmung fand. Die Resultate der noch ausstehenden 17 Budinger Orte kämen erst um 12 Uhr, und es ergab sich, daß für Graf Oriola 11 486, für Busold 6 832 Stimmen abgegeben waren. Die vergleichenden Ziffern der ftüheren Wahlen ergeben, daß Graf Oriola in immer höherem Maße das allgemeine Vertrauen erworben hat. Denn während er bei der ersten Wahl nur etwa 1700 Stimmen mehr wie sein Gegner erzielte, wurde er bei der zweiten Wahl mit 3300, bei der diesmaligen Wähl mit 4654 Stimmen Mehrheit gewählt.

Die Wahlexzeffe von Offenbach.

Nach den von derFranks. Ztg." an Ort und Stelle eingezogcnen Erkundigungen hat sich der von uns gestern abend schon erwähnte häßliche und rüpelhafte Vorfall wie folgt zugetragen: »Im Stadtgarten Schlossersche Liegenschaft war der Wahlausschuß dernationalliberalen Par­teien zur Feststellung des Wahlergebnisses versammelt. Nachdem diese fertig war, begab sich Dr. Becker mit seinen Freunden nach dem Schugenhof, wo der Wahlausschuß der Zentrumspartei. anwesend war. In der Herrnstraßc wogte eine große Menge, unter der man besonders viel halb-