Ausgabe 
27.2.1903 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

teste

"<ä LLKL - »Ä ®t.

4)0««s Stag

*'°so»^v °'E.

*« L ife>fe it beöonnntoH bei

^rktberichn - ."f.» Mn 6» bisito «ne StiEei » i N-s M, ^at-r fand

Q°er eni fUtier

Die Lanoleute , W Preise hervor, l feinen, die ein ** « Mgervieh en hohen Ariosfeb ou immer noch honen Jtouier behaupten, iic ßrei)en des sfettvich« u Schluß des Mariles »d ,ll)weceren teiim^ >ehr unbedemcno. Die ttjyrachen den Preisen em Lorrcu. blieb ein

I!I»g.

i: uin ganzen Lande uswachen von Truppen, Freiwilligen desetzl LS e neue Tepeschenzensur m zum ersten Male in izialistischer Führer am n wollte, um gelegenl- ik-2eliklen im Leruhts ititeit Dem Absender n Selbe zurüägeschictl. b auf Sefefa der vaft gefallen, um bic

\w\a lie^ener Unzeigers. berlain ist heute nach breise wurden chm era- i.

hat sich h« «" 8«" Benin- H-Ä-" Wt Mis-nli-m. 3^® des Simbtä dtt &*

i[b,(4uiin8* r die m jeoei

Lnglnaisiasche eine tzk, kann daher t-- je^verdei^^^ b>sh»L d>° <* 9e,t«rfr- |te6; en ®Cit entbrannt : Mw»

i<& »t!w' 't i« bcdnrlt

e-^totte«60 - tttn X;LrtOPcnet'

Ä worden, ich ansestW naMuns glich.

KÄrS h $el Scifcar'ifr fl?

rnhi^Ä*'

N Ls dtt n- jL,6ae ®e&reinc ÄÄ- 5

I

j-Hr/ ä'> "

FriedrichShorst bci Zwei Personen wurden

Nr-. 49

rfftetnt tSglich außer Sonnlag-.

Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem beffischen Landwirt die Siehener Zamitten- blätter viermal m der Woche betgclcflt

Wotationsörud u. Ver­lag der Brüh l'schen Univer1.-B»lch- u. Stein» bruderei (Pietsch Erben) lUöaflton, Lrpedltloa und Drudere»:

Echulstraße 7.

Adresse tüt Deveschenr Anzeiger Gießen.

AernlvrechanlcklußNr 51.

Erstes Blatt. 153. Jahrgang

FreitagS?. Februar 1903

GietzenerAnzeiger

TUF General-Anzeiger w '6*iZ

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Ve-ug»pre«»i monatlich 76 Pl^ viert e» jährlich 'J)lL 2_2O; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6v ^1.; durch die Post Mt.L. oienel- läbrL ausschl. Bestell-. Annahme von Anzeige» hu die Iage6numrnet bi6 vormittag« 10 Uhr. tieilenprei«; lokal ILP^ abwärts 20 Psg. veraatwoilltch: tüt den poht u. allgem. Teil P Witt ko. tut .Stadl und Land* und .Gerichtssaal* 6 u tl Plato, tüt den An» zetaonteil Hon« Beck.

Politische Tagesschau.

DaS Geschenk des Kaisers.

Man schreibt uns aus Berlin, 26. Februar:

Es sind neuerdings Zweifel laut geworden, ob die jetzt in Bronzeguß vollendete Statue Friedrichs des Großen, das Geschenk Kaiser Wilhelms an die Kriegsakademie in Washington, in einer den Absichten des Stifters ent­sprechenden Weise ausgenommen werde. Die Zweifel grün­den sich auf eine Zeitungsmeldung, derzufolge die Wajching- toner Regierung ein Hinausschieben des Dermins der Ab­sendung des Denkmals wünscht, ivcil der für die Aus­stellung bestimmte Platz angeblich erst hergerichtet werden müsse. Dian glaubt, Präsident Roosevelt wolle dem re- vublikanisch gesinnten Volke, dem die Aufstellung der Statue des preußischen Königs in Washington unerwünscht sei, hiermit eine Konzession machen, und man vermutet, daß es nicht die letzte Konzession in dieser Angelegenheit sein werde. Ein hervorragendes Mitglied der Berliner ameri­kanischen Kolonie ließ sich auf eine Anfrage in folgendem Sinne vernehmen: In der abweisenden Haltung einiger Rewyorker Blätter dürfe man nicht den Ausdruck der ösfent- licüen Meinung überhaupt sehen. Es liege für das amerika­nische Volk ebensowenig Anlaß vor, das Geschenk abLU- lehnen, wie darüber in Begeisterung zu geraten. Ohne Zweifel werde die Statue an dem für sie bestimmten Platz den Besuchern der St. LouiLer LSeltausstellung sich prä­sentieren.

Zur Streikgefahr io Holland.

War Belgien bisher als das klassische Land der Arbeiterbewegungen bekannt, so zählten diese in Holland zu den Seltenheiten. Die phlegmatische Natur des Hollän- oers neigt weniger zu demonstrativem Vorgehen, als die leicht erregbare des Belgiers. Tie holländischen Arbeiter machten zum letzten Male von sich reden, als sie zurzeit des Burenkrieges die Befrachtung und Entladung englischer Schiffe in holländischen Häfen zu verweigern beschlossen, um dadurch dem englischen Handel einen schlag zu ver­setzen. Der Entschluß zeugte von Mitgefühl für die Buren, ließ sich aber, da Hollands eigene Interessen in Mitleiden­schaft gezogen worden wären, nicht durchführen. Jetzt lenkt der drohende Generalstreik der organisierten Eis en - bah narbeiter Hollands die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich, speziell die der am Durchgangsverkehr nach Holland interessierten Staaten, darunter Deutschlands. Der Zwischenfall mag wie immer auslaufen er leitet eine sozialpolitische Kampf-Aera in Holland ein. Auf diesem Gebiet haben die holländischen Ministerien der letzten Jahre mancherlei ^u tun übrig gelassen. Es wäre ungerecht, wollte man nur das zurzeit am Ruder befindliche Mini­sterium Kuyper sozialpolitischer Indifferenz bezichtigen. Auch tzjie Liberalen wandten, als sie die Regierungsgeschäfte führten, diesen Fragen geringes Interesse zu; sie beschäf­tigten sich hauptsächlich mit der Schulpolitik Ministerpräsi­dent Kuyper gab im Parlament unumwunden zu, daß die Regierung durch den Ausstand der Eisenbahnangestellten tm Januar überrascht worden sei. Sie hatte also die Möglichkeit eines Streiks der organisierten Eisenbahner überhaupt nicht in Betracht gezogen und demgemäß zur Beseitigung der Störung im Eisenbahnverkehr keinerlei Vor­sorge getroffen. Jetzt sollen die in aller Elle ausgearbeiteten und der Kammer vorgelegten drei Gesetzentwürfe zur Be­kämpfung der Streiks das Versäumte wettmachen. Ob der Versuch glücken wird, steht dahin. Die nächsten Tage werden erregte Kammerverhandlungen bringen. Zwar darf die Re­gierung einer Mehrhell im Parlament sicher sein, aber es ist nicht ausgeschlossen, daß die Führer der Opposition an die organisierten 90 000 Arbeiter appellieren. Da die mili­tärische Eisenbahnbrigade noch nicht geschaffen ist, würde ein Generalstreik zu schweren Konsequenzen führen.

Preußisches Abgeordnetenhaus.

31. Sitzung vom 26. Februar.

Tages-Ordnung: Fortsetzung der zweiten Beratung des Eisenbahnetats. Abg. Marx (Ztr.) wünscht, daß die Telegraphisten höhere Bezüge erhalten und den Pofttelegra- phisten gleichgestellt werden. Abg. O e s e r (fr. Vp.) Plai- diert für Erhöhung des Wohnungsgeldzuschusses für die unteren Beamten. Bei der allgemeinen Gehaltsaufbesser­ung feien einzelne Beamtenklassen in paritätischer Weise gegenüber anderen zurüctgesetzt worden. Ministerialdirek- tor Wehrmann entgegnet,'die Regierung sei schon feit Jahren bemüht, diesen Wünschen der Beamten gerecht zu werden. Abg. Kirsch (Ztr.) wünscht, daß,die Verwalt­ung den Eisenvahnbetriebssekretären das Ausrücken in die Tisenbahnsekretärftellen möglichst erleichtere. Abg. Tr. Goldschmidt (fr. Vp.) plaidiert für Erhöhung des Wohn­ungsgeldzuschusses für Schaffner und Bremser. Abg. Taub (nl.) bringt Wünsche vor betreffend die Betrrebs- inspektoren und Maschineninspektoren. Abg. Kreit­ling (fr. Vp.) tritt für die Erhöhung der Bezüge der Lokomotivführer ein. Abg. Pleß (Ztr.) vertritt die Interessen der Bahnmeister und verlangt Erhöhung des Wohnungsgeldzuschusses. Abg. Krieger (fr. Vp.) ver­langt, daß die Fahrtartenausgeberinnen ihren männttcyen Kollegen im Gehalt gleichgestellt werden. Abg. Wall- brecht (nl.) tritt für die höheren technischen Beamten em. Abg. Dasbach (Ztr.) meint, die Beschäftigung der Frauen durch die Eisenbahnverwalrung müsse aufhören, die Frauen dürften den Acännem nicht das Brot weg- nehmen. Abg. Hofmann (nl.) fragt, ob schon versucht worden sei, die Bremserhäuschen auf den einzelnen Wagen zu Heizen. Abg. o. Riep en h aufsn (tons.) bittet den Minister um Auskunft, wie er sich den von ihm zu- gesaaten welleren Ausbau des Amtes der.Bahnmetper

denke. Minister Budde sagt wohlwollende Prüfung aller vorgebrachten Wünsche zu; es sei aber eine der schwierigsten Ausgaben, den Wünschen aller Beamten ge­recht zu werden. Im ganzen würden zur Fürsorge für die Arbeiter auf Grund der verschiedensten Titel, z. B. auch des Haftpflichtgesetzes, Unfallgesetzes usw., jährlich 12 441 000 Mk. aufgewendet. Abg. v. Savigny (Ztr.) befürwortet, die Leistungen der Arbeiterpensionskassen zu erhöhen. Abg. Schmidt- Warburg (Ztr.) tritt für die Wünsche der höheren Baubeamten ein. Minister Budde entgegnet, er könne jetzt nicht alle Wünsche erfüllen, weil er Rücksicht aus die Finanzen nehmen müsse.

Deutsches Keich.

Berlin, 26. Febr. Der Kaiser sprach heute beim Reichskanzler vor und hätte später im königlichen Schloß die Votträge des Kttegsministers und des Chefs des General- stabS der Armee. Der Potsdamer Bürgermeister hielt heute abend bei dem Diner, welches der Ober-Präsident von Beth- mann-Hollweg veranstaltete, dem Kaiser über die Verun­treuungen des Bankiers Burghalter Vottrag.

Die kleinen Hochseetorpedoboote8 14" und8 76" er­hielten, wie auS Kiel gemeldet wird, Befehl, den Kaiser auf der Fahrt WilhelmShafen-Helgoland-Breme rhafen als Depeschenbote zu begleiten. Ein weiteres Telegramm meldet, daß das Linienschiff »Kaiser Wilhelm II." seine Probe- fahtt glücklich beendete und soeben nach Wilhelmshaven zur Anbordnahme des Kaisers für die Helgolandfahtt abdampfte. DaS Begleitschiff .Sleipner" folgte.

Beim gestrigen Geburtstage des Königs von Württemberg erschienen der Reichskanzler, der Staats­sekretär und der Unterstaatssekretär des auswärtigen Amtes, sowie zahlreiche Mitglieder des diplomatischen Korps in der hiesigen wütttembergischen Gesandtschaft, um dem Gesandten ihre Glückwünsche für den König auszusprechen. Heute fand auf Einladung des Gesandten imKaiserhof" ein Festmahl zur Feier des Geburtstages statt.

Zur Fe'er des Geburtstages des Königs von Württemberg fand heute auf dem Kasernenhof des 1. Telegraphen-Bataillons eine Parade der Wütttembekger Ab­teilung statt. Dazu erschienen der Inspektor der Verkehrs­truppen, Generalleutnant Werneburg, der Inspektor der Tele­graphentruppen und sämtliche hierher abkommandietten wütttembergischen Offiziere. Rach einer Ansprache des General­leutnants Werneburg folgte ein Parademarsch. Mittags fand eine besondere Festtafel statt, an die sich Theatervorstellung und Ball anschloffen.

Dem Vorsitzenden der Verwaltung des ReichSinoaliden- sonds, Wirkl. Geh. Oberregierungsrat Roe sing, ist die nach­gesuchte Entlassung unter Gewährung des gesetzlichen Ruhe­gehalts erteilt worden. Der vottragende Rat tm Reichsschatz­amt, Wirkl. Geh. Oberregierungsrat Platz, ist zum Vor­sitzenden der Verwaltung des Reichsinoaltdenfonds ernannt worden.

In einem hiesigen Krankenhause starb gestern das Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses, Bandelow, Vertreter des 2. Breslauer Wahlkreises. Derselbe gehötte der konservativen Pattei an.

DieRordd. Allg. Ztg." schreibt: Die von der brasilianischen Regierung am 8. August 1902 angeordnete Beschränkung des freien Handelsverkehrs auf dem Ama­zonenstrom ist durch eine Verfügung des brasilianischen Finanzministers vom 20. Februar, außer für Kriegsmatettal, wieder aufgehoben worden.

In der heutigen Sitzung des Bundesrates wurde dem Ausschußantrage betr. Erweiterung des Frei- hafengebiets in Hamburg, sowie dem Ausschußberichte betr. Entlastung der Rechnungen der Kasse der Oberrechnungs- kammer und des Rechnungshofes des deutschen Reichs für die Rechnungsjahre 1899 und 1900 Zustimmung erteilt.

Eine Wahlparole soll man nach der Deutschen Volkswirtsch. Korr.regierungsseitig" ausgegeben haben oder auszugeben beabsichttgen. Diese soll dahin gehen, daß für die Regierung nur solche Kandidaten an­nehmbar wären, welche sich erstens auf eine gesteigerte Schiffsbautätigkert und zweitens darauf verpflichten würden, von der Regierung dem Reichstage vorzulegende Handelsverträge sans Phrase anzunehmen. Nur Kan­didaten, welche diese beiden Verpflichtungen bindenö ein­gingen, hätten auf die Unterstützung der Regierung zu rechnen. , t ,

Bochum, 26. Febr. Die Handelskammer hat auf eine Anfrage, welche Linienführung die Staatsregierung für den Dortmund-Rheinkanal in Aussicht genommen habe, heute vom Minister der öffentlichen Arbeiten die Antwort erhalten, daß die Emschertal-Linie nach wie vor zur Ausführung in Auspcht genommen sei.

Essen (Ruhr), 26. Febr. TieRh. Wests. Ztg." d e - m entiert entschieden die Nachricht Berliner Blätter, bei Krupp würde bereits an der U m g e st a l t u n g d e s d e u t- schen Feld-Artillerie-Geschützes gearbeitet und bis Oktober werde eine große Anzahl Rohrrücklaufgeschütze fertiggestellt sein. Es handele sich nur um Versuchs-

§ b e n, 26. Febr. Der König gedenkt sich im äfften Monat zu mehrwöchentlrcyem Aufenthalt nach dem Süden zu begeben. Gardone (Riviera) ist hierzu in Aus­sicht genommen. Tie Königin-Witwe beabsichtigt, !ich am 2. März über Berlin naa) Brüssel zu einem vier- zehntägigen Besuch der gräflich Flanderschen Herrschaften

zu begeben. Sic gedenkt dann etwa drei Wochen in St. Juan les Pins ber Antibes Aufenthalt zu nehmen.

Die sächsische Regierung wird, wie es heißt, im Bun» desrat gegen die Aushebung des § 2 des Jesuiten» g e s e tz e s stimmen.

München, 26. Febr. DieMünchener Post" erfährt ausausgezeichneter Berliner Quelle" (?), der Kaiser teile die vieifaü; geäußerten Bedeuten über diebay rische Ministerkrisis nicht. Er habe gesagt, das Ausscheiden von Protestanten aus dem Ministerium sei eine Genug­tuung für die Klerikalen, wodurch der R e i ch s g e d a n k c und die Kaiseride.c gefördert, der ^Partikularis- muS der Klerikalen aber entwaffnet werde.

Wahlbeweguug.

In Wetzlar-Altenkir^en ist vom Bund bet Landwirte als Reichstagskandidat der Landwirt Kei­ner ausgestellt worden. Ter deutschsoziale Kandidat Dr. Giese Hal also nicht die Zustimmung des Bundes gesunden.

Ausland.

Kopenhagen, Febr. W e dem Ritzausck>enBureau aus Helsingsors gemeldet wird, sind 11 Mitglieder des Hof­gerichts in Abo, sowie der Advokatfiskal-Sekretär und drei Notare desselben Gerichts ohne Pension verab­schiedet und sieben neue Assessoren ernannt worden, weil das Hosgericht infolge Privalllagen über die Haltung des Gouverneurs Kaigorodow in Helsingfors bei den Straßen- denwnstrationen im April 1902 eine Untersuchung gegen Kaigorodow eingeleitet hatte.

London, 26. Febr. Unterhaus. Bei der fortge­setzten Adreßberatung bringt Howard Vincent lEonf.) einen Abänderungsantrag ein. Der Antragsteller erklärt, daß die neuerdings bedeutend erhöhte Einwanderung mittel­loser Fremden nach Estend in London eine schwere nationale Gefahr bilde und die Wohlfahrt, die Ar- beits- uiid Wohnungsverhältnisse der englischen Arbeller- llassen in ernster Weise in Mitleidenschaft ziehe. Redner fordert die Regierung auf, einen entsprechenden Gesetzent­wurf einzubringen, indem er darauf hinweist, daß die Zahl der iw letzten Jahre, in Englatid angekommenen Fremden 81402 beträgt gegen 70610 im Jahre 1901. Unter diesen Fremden sei eine beträchtliche Anzahl Bestrafter gewesen. Auch die Zahl der Ausländer in der Handelsmarine sei bedenklich gestiegen. Ter Handelsminister erwidert, die Re­gierung erfenne die Schwierigkeit der Einwanderungsfrage an. Eine Kommission ist mit eingehender Prüfung der An­gelegenheit betraut.

Brüssel, 26. Febr. Gestern abend fand hier unter starkem Andrang das Meeting zu Gunsten der Macedonier und Armenier statt. Es gelangte eine Tagesordnung zur Annahme, worin die Versammlung ihr Einverständnis mit der in Paris angenommenen Tages­ordnung erllärt und die Ausführung der Bestimmungen des Berliner Verttags öerlangt.

Gestern wurde sellens der Gerichtsbehörde in dem anarchistischen K'lublokal in der Vorstadt St. Gilles eine zweistündige Haussuchung Dorgenommen und mehrere Briefe von Mitgliedern des Brüsseler Anarchistenklubs, sowie eine Liste derjenigen Mitglieder, welche an dem demnächst in London statlfindenden Anarchistenkongresse teilzunehmen beabsichtigen, beschlagnahmt. Tie Haussuchung soll auf Grund von Tatsachen erfolgt sein, welche durch den Pvozeß gegen Vandermeulen wegen des Attentats gegen einen katho­lischen Abgeordneten zur Kenntnis der Behörde gelangten.

Paris, 26. Febr. Die Kammer verhandelte heute über das dritte provisorische Zwölftel. In einem Entwurf wird der Finanzminister Rouvier ermächtigt, 1903 2 5 0 Millionen Obligationen zu festem Kurse auszu- geben, um die ungenügenden Ergebnisse des Finanzjahres 1901 und 1902 zu decken. Abg. Ribot fürchtet, daß man gezwungen sein werde, auf eine Anleihe zurückzugreiken. Der Finanzminister erwidert, er könne gegen Die schlechte Finanzlage nichts tun, wenn die Kammer nicht dahin einwillige, die Ausgaberi herabzusetzen und für geroipe Zeit den Finanzen eine Erholung gönne. Finan­zielle Schwierigkeiten sind in allen Staaten Europas vor­handen, ausgenommen Italien. Der Entwurf wird hieraus angenommen.

Der Senat nahm die letzten Artikel der Gesetzes Vorlage betteffend die zweijährige Tienftzeit an. Sodann bewilligte der Senat ein drittes provisorisches Zwölftel.

Wie verlautet, ist die serbische Anleihe sieben bis acht Mal überzeichnet worden. \

Bern, 26. Febr. Wie verlautet, beabsichttgt die deut­sche Regierung den Staaten die Revision der Handelsverträge vorzuschlagen. Die Kündigung der bestehenden Berttägc würde folglich nicht erklärt, und diese würden in Kraft bleiben bis zur Perfektion der neuen Vereinbarungen. Materiell kommt dieser Modus, mit dem die Schweiz einverstanden sein dürfte, einer Kündigung gleich.

New York, 26. Fcdr. Tie Polizei legt den Angaben des verhafteten jungen Schweizers Francois Hirtzel, der von einem Anarchistenkomplott gegen' euro­päische Herrscher gesprochen hat, Wichtigkeit bei, indessen fehlt es an Material, das diese Annahme der Anarchiftenbill, wie sie in dem Kvnserenzkomllee festgestellt wurde, veranlasse.

Washington, 25. Febr. Tie verbündeten Mächte erwägen noch Bowens Entwurf. Inzwischen verhan­delte Bowen mit anderen Mächten und hofft, das Protokoll mit Frankreich in dieser Woche zu beenoigen. Tas Pro­tokoll mll den Ni-ederlanden ist bereits fertiggestellt, doch ein Schiedsrichter noch nicht ernannt