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Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem beffischen Landwirt die Siehener Zamitten- blätter viermal m der Woche betgclcflt
Wotationsörud u. Verlag der Brüh l'schen Univer1.-B»lch- u. Stein» bruderei (Pietsch Erben) lUöaflton, Lrpedltloa und Drudere»:
Echulstraße 7.
Adresse tüt Deveschenr Anzeiger Gießen.
AernlvrechanlcklußNr 51.
Erstes Blatt. 153. Jahrgang
FreitagS?. Februar 1903
GietzenerAnzeiger
TUF General-Anzeiger w '6*iZ
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Ve-ug»pre«»i monatlich 76 Pl^ viert e» jährlich 'J)lL 2_2O; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6v ^1.; durch die Post Mt.L.— oienel- läbrL ausschl. Bestell-. Annahme von Anzeige» hu die Iage6numrnet bi6 vormittag« 10 Uhr. tieilenprei«; lokal ILP^ abwärts 20 Psg. veraatwoilltch: tüt den poht u. allgem. Teil P Witt ko. tut .Stadl und Land* und .Gerichtssaal* 6 u tl Plato, tüt den An» zetaonteil Hon« Beck.
Politische Tagesschau.
DaS Geschenk des Kaisers.
Man schreibt uns aus Berlin, 26. Februar:
Es sind neuerdings Zweifel laut geworden, ob die jetzt in Bronzeguß vollendete Statue Friedrichs des Großen, das Geschenk Kaiser Wilhelms an die Kriegsakademie in Washington, in einer den Absichten des Stifters entsprechenden Weise ausgenommen werde. Die Zweifel gründen sich auf eine Zeitungsmeldung, derzufolge die Wajching- toner Regierung ein Hinausschieben des Dermins der Absendung des Denkmals wünscht, ivcil der für die Ausstellung bestimmte Platz angeblich erst hergerichtet werden müsse. Dian glaubt, Präsident Roosevelt wolle dem re- vublikanisch gesinnten Volke, dem die Aufstellung der Statue des preußischen Königs in Washington unerwünscht sei, hiermit eine Konzession machen, und man vermutet, daß es nicht die letzte Konzession in dieser Angelegenheit sein werde. Ein hervorragendes Mitglied der Berliner amerikanischen Kolonie ließ sich auf eine Anfrage in folgendem Sinne vernehmen: In der abweisenden Haltung einiger Rewyorker Blätter dürfe man nicht den Ausdruck der ösfent- licüen Meinung überhaupt sehen. Es liege für das amerikanische Volk ebensowenig Anlaß vor, das Geschenk abLU- lehnen, wie darüber in Begeisterung zu geraten. Ohne Zweifel werde die Statue an dem für sie bestimmten Platz den Besuchern der St. LouiLer LSeltausstellung sich präsentieren.
Zur Streikgefahr io Holland.
War Belgien bisher als das klassische Land der Arbeiterbewegungen bekannt, so zählten diese in Holland zu den Seltenheiten. Die phlegmatische Natur des Hollän- oers neigt weniger zu demonstrativem Vorgehen, als die leicht erregbare des Belgiers. Tie holländischen Arbeiter machten zum letzten Male von sich reden, als sie zurzeit des Burenkrieges die Befrachtung und Entladung englischer Schiffe in holländischen Häfen zu verweigern beschlossen, um dadurch dem englischen Handel einen schlag zu versetzen. Der Entschluß zeugte von Mitgefühl für die Buren, ließ sich aber, da Hollands eigene Interessen in Mitleidenschaft gezogen worden wären, nicht durchführen. Jetzt lenkt der drohende Generalstreik der organisierten Eis en - bah narbeiter Hollands die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich, speziell die der am Durchgangsverkehr nach Holland interessierten Staaten, darunter Deutschlands. Der Zwischenfall mag wie immer auslaufen — er leitet eine sozialpolitische Kampf-Aera in Holland ein. Auf diesem Gebiet haben die holländischen Ministerien der letzten Jahre mancherlei ^u tun übrig gelassen. Es wäre ungerecht, wollte man nur das zurzeit am Ruder befindliche Ministerium Kuyper sozialpolitischer Indifferenz bezichtigen. Auch tzjie Liberalen wandten, als sie die Regierungsgeschäfte führten, diesen Fragen geringes Interesse zu; sie beschäftigten sich hauptsächlich mit der Schulpolitik Ministerpräsident Kuyper gab im Parlament unumwunden zu, daß die Regierung durch den Ausstand der Eisenbahnangestellten tm Januar überrascht worden sei. Sie hatte also die Möglichkeit eines Streiks der organisierten Eisenbahner überhaupt nicht in Betracht gezogen und demgemäß zur Beseitigung der Störung im Eisenbahnverkehr keinerlei Vorsorge getroffen. Jetzt sollen die in aller Elle ausgearbeiteten und der Kammer vorgelegten drei Gesetzentwürfe zur Bekämpfung der Streiks das Versäumte wettmachen. Ob der Versuch glücken wird, steht dahin. Die nächsten Tage werden erregte Kammerverhandlungen bringen. Zwar darf die Regierung einer Mehrhell im Parlament sicher sein, aber es ist nicht ausgeschlossen, daß die Führer der Opposition an die organisierten 90 000 Arbeiter appellieren. Da die militärische Eisenbahnbrigade noch nicht geschaffen ist, würde ein Generalstreik zu schweren Konsequenzen führen.
Preußisches Abgeordnetenhaus.
31. Sitzung vom 26. Februar.
Tages-Ordnung: Fortsetzung der zweiten Beratung des Eisenbahnetats. — Abg. Marx (Ztr.) wünscht, daß die Telegraphisten höhere Bezüge erhalten und den Pofttelegra- phisten gleichgestellt werden. — Abg. O e s e r (fr. Vp.) Plai- diert für Erhöhung des Wohnungsgeldzuschusses für die unteren Beamten. Bei der allgemeinen Gehaltsaufbesserung feien einzelne Beamtenklassen in paritätischer Weise gegenüber anderen zurüctgesetzt worden. — Ministerialdirek- tor Wehrmann entgegnet,'die Regierung sei schon feit Jahren bemüht, diesen Wünschen der Beamten gerecht zu werden. — Abg. Kirsch (Ztr.) wünscht, daß,die Verwaltung den Eisenvahnbetriebssekretären das Ausrücken in die Tisenbahnsekretärftellen möglichst erleichtere. — Abg. Tr. Goldschmidt (fr. Vp.) plaidiert für Erhöhung des Wohnungsgeldzuschusses für Schaffner und Bremser. — Abg. Taub (nl.) bringt Wünsche vor betreffend die Betrrebs- inspektoren und Maschineninspektoren. — Abg. Kreitling (fr. Vp.) tritt für die Erhöhung der Bezüge der Lokomotivführer ein. — Abg. Pleß (Ztr.) vertritt die Interessen der Bahnmeister und verlangt Erhöhung des Wohnungsgeldzuschusses. — Abg. Krieger (fr. Vp.) verlangt, daß die Fahrtartenausgeberinnen ihren männttcyen Kollegen im Gehalt gleichgestellt werden. — Abg. Wall- brecht (nl.) tritt für die höheren technischen Beamten em. — Abg. Dasbach (Ztr.) meint, die Beschäftigung der Frauen durch die Eisenbahnverwalrung müsse aufhören, die Frauen dürften den Acännem nicht das Brot weg- nehmen. — Abg. Hofmann (nl.) fragt, ob schon versucht worden sei, die Bremserhäuschen auf den einzelnen Wagen zu Heizen. — Abg. o. Riep en h aufsn (tons.) bittet den Minister um Auskunft, wie er sich den von ihm zu- gesaaten welleren Ausbau des Amtes der.Bahnmetper
denke. — Minister Budde sagt wohlwollende Prüfung aller vorgebrachten Wünsche zu; es sei aber eine der schwierigsten Ausgaben, den Wünschen aller Beamten gerecht zu werden. Im ganzen würden zur Fürsorge für die Arbeiter auf Grund der verschiedensten Titel, z. B. auch des Haftpflichtgesetzes, Unfallgesetzes usw., jährlich 12 441 000 Mk. aufgewendet. — Abg. v. Savigny (Ztr.) befürwortet, die Leistungen der Arbeiterpensionskassen zu erhöhen. — Abg. Schmidt- Warburg (Ztr.) tritt für die Wünsche der höheren Baubeamten ein. — Minister Budde entgegnet, er könne jetzt nicht alle Wünsche erfüllen, weil er Rücksicht aus die Finanzen nehmen müsse.
Deutsches Keich.
Berlin, 26. Febr. Der Kaiser sprach heute beim Reichskanzler vor und hätte später im königlichen Schloß die Votträge des Kttegsministers und des Chefs des General- stabS der Armee. Der Potsdamer Bürgermeister hielt heute abend bei dem Diner, welches der Ober-Präsident von Beth- mann-Hollweg veranstaltete, dem Kaiser über die Veruntreuungen des Bankiers Burghalter Vottrag.
— Die kleinen Hochseetorpedoboote „8 14" und „8 76" erhielten, wie auS Kiel gemeldet wird, Befehl, den Kaiser auf der Fahrt WilhelmShafen-Helgoland-Breme rhafen als Depeschenbote zu begleiten. — Ein weiteres Telegramm meldet, daß das Linienschiff »Kaiser Wilhelm II." seine Probe- fahtt glücklich beendete und soeben nach Wilhelmshaven zur Anbordnahme des Kaisers für die Helgolandfahtt abdampfte. DaS Begleitschiff .Sleipner" folgte.
— Beim gestrigen Geburtstage des Königs von Württemberg erschienen der Reichskanzler, der Staatssekretär und der Unterstaatssekretär des auswärtigen Amtes, sowie zahlreiche Mitglieder des diplomatischen Korps in der hiesigen wütttembergischen Gesandtschaft, um dem Gesandten ihre Glückwünsche für den König auszusprechen. Heute fand auf Einladung des Gesandten im „Kaiserhof" ein Festmahl zur Feier des Geburtstages statt.
— Zur Fe'er des Geburtstages des Königs von Württemberg fand heute auf dem Kasernenhof des 1. Telegraphen-Bataillons eine Parade der Wütttembekger Abteilung statt. Dazu erschienen der Inspektor der Verkehrstruppen, Generalleutnant Werneburg, der Inspektor der Telegraphentruppen und sämtliche hierher abkommandietten wütttembergischen Offiziere. Rach einer Ansprache des Generalleutnants Werneburg folgte ein Parademarsch. Mittags fand eine besondere Festtafel statt, an die sich Theatervorstellung und Ball anschloffen.
— Dem Vorsitzenden der Verwaltung des ReichSinoaliden- sonds, Wirkl. Geh. Oberregierungsrat Roe sing, ist die nachgesuchte Entlassung unter Gewährung des gesetzlichen Ruhegehalts erteilt worden. Der vottragende Rat tm Reichsschatzamt, Wirkl. Geh. Oberregierungsrat Platz, ist zum Vorsitzenden der Verwaltung des Reichsinoaltdenfonds ernannt worden.
— In einem hiesigen Krankenhause starb gestern das Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses, Bandelow, Vertreter des 2. Breslauer Wahlkreises. Derselbe gehötte der konservativen Pattei an.
— Die „Rordd. Allg. Ztg." schreibt: Die von der brasilianischen Regierung am 8. August 1902 angeordnete Beschränkung des freien Handelsverkehrs auf dem Amazonenstrom ist durch eine Verfügung des brasilianischen Finanzministers vom 20. Februar, außer für Kriegsmatettal, wieder aufgehoben worden.
— In der heutigen Sitzung des Bundesrates wurde dem Ausschußantrage betr. Erweiterung des Frei- hafengebiets in Hamburg, sowie dem Ausschußberichte betr. Entlastung der Rechnungen der Kasse der Oberrechnungs- kammer und des Rechnungshofes des deutschen Reichs für die Rechnungsjahre 1899 und 1900 Zustimmung erteilt.
— Eine Wahlparole soll man nach der Deutschen Volkswirtsch. Korr. „regierungsseitig" ausgegeben haben oder auszugeben beabsichttgen. Diese soll dahin gehen, daß für die Regierung nur solche Kandidaten annehmbar wären, welche sich erstens auf eine gesteigerte Schiffsbautätigkert und zweitens darauf verpflichten würden, von der Regierung dem Reichstage vorzulegende Handelsverträge sans Phrase anzunehmen. Nur Kandidaten, welche diese beiden Verpflichtungen bindenö eingingen, hätten auf die Unterstützung der Regierung zu rechnen. , t ,
Bochum, 26. Febr. Die Handelskammer hat auf eine Anfrage, welche Linienführung die Staatsregierung für den Dortmund-Rheinkanal in Aussicht genommen habe, heute vom Minister der öffentlichen Arbeiten die Antwort erhalten, daß die Emschertal-Linie nach wie vor zur Ausführung in Auspcht genommen sei.
Essen (Ruhr), 26. Febr. Tie „Rh. Wests. Ztg." d e - m entiert entschieden die Nachricht Berliner Blätter, bei Krupp würde bereits an der U m g e st a l t u n g d e s d e u t- schen Feld-Artillerie-Geschützes gearbeitet und bis Oktober werde eine große Anzahl Rohrrücklaufgeschütze fertiggestellt sein. Es handele sich nur um Versuchs-
§ b e n, 26. Febr. Der König gedenkt sich im äfften Monat zu mehrwöchentlrcyem Aufenthalt nach dem Süden zu begeben. Gardone (Riviera) ist hierzu in Aussicht genommen. — Tie Königin-Witwe beabsichtigt, !ich am 2. März über Berlin naa) Brüssel zu einem vier- zehntägigen Besuch der gräflich Flanderschen Herrschaften
zu begeben. Sic gedenkt dann etwa drei Wochen in St. Juan les Pins ber Antibes Aufenthalt zu nehmen.
— Die sächsische Regierung wird, wie es heißt, im Bun» desrat gegen die Aushebung des § 2 des Jesuiten» g e s e tz e s stimmen.
München, 26. Febr. Die „Münchener Post" erfährt aus „ausgezeichneter Berliner Quelle" (?), der Kaiser teile die vieifaü; geäußerten Bedeuten über diebay rische Ministerkrisis nicht. Er habe gesagt, das Ausscheiden von Protestanten aus dem Ministerium sei eine Genugtuung für die Klerikalen, wodurch der R e i ch s g e d a n k c und die Kaiseride.c gefördert, der ^Partikularis- muS der Klerikalen aber entwaffnet werde.
Wahlbeweguug.
In Wetzlar-Altenkir^en ist vom Bund bet Landwirte als Reichstagskandidat der Landwirt Keiner ausgestellt worden. Ter deutschsoziale Kandidat Dr. Giese Hal also nicht die Zustimmung des Bundes gesunden.
Ausland.
Kopenhagen, Febr. W e dem Ritzausck>enBureau aus Helsingsors gemeldet wird, sind 11 Mitglieder des Hofgerichts in Abo, sowie der Advokatfiskal-Sekretär und drei Notare desselben Gerichts ohne Pension verabschiedet und sieben neue Assessoren ernannt worden, weil das Hosgericht infolge Privalllagen über die Haltung des Gouverneurs Kaigorodow in Helsingfors bei den Straßen- denwnstrationen im April 1902 eine Untersuchung gegen Kaigorodow eingeleitet hatte.
London, 26. Febr. Unterhaus. Bei der fortgesetzten Adreßberatung bringt Howard Vincent lEonf.) einen Abänderungsantrag ein. Der Antragsteller erklärt, daß die neuerdings bedeutend erhöhte Einwanderung mittelloser Fremden nach Estend in London eine schwere nationale Gefahr bilde und die Wohlfahrt, die Ar- beits- uiid Wohnungsverhältnisse der englischen Arbeller- llassen in ernster Weise in Mitleidenschaft ziehe. Redner fordert die Regierung auf, einen entsprechenden Gesetzentwurf einzubringen, indem er darauf hinweist, daß die Zahl der iw letzten Jahre, in Englatid angekommenen Fremden 81402 beträgt gegen 70610 im Jahre 1901. Unter diesen Fremden sei eine beträchtliche Anzahl Bestrafter gewesen. Auch die Zahl der Ausländer in der Handelsmarine sei bedenklich gestiegen. Ter Handelsminister erwidert, die Regierung erfenne die Schwierigkeit der Einwanderungsfrage an. Eine Kommission ist mit eingehender Prüfung der Angelegenheit betraut.
Brüssel, 26. Febr. Gestern abend fand hier unter starkem Andrang das Meeting zu Gunsten der Macedonier und Armenier statt. Es gelangte eine Tagesordnung zur Annahme, worin die Versammlung ihr Einverständnis mit der in Paris angenommenen Tagesordnung erllärt und die Ausführung der Bestimmungen des Berliner Verttags öerlangt.
— Gestern wurde sellens der Gerichtsbehörde in dem anarchistischen K'lublokal in der Vorstadt St. Gilles eine zweistündige Haussuchung Dorgenommen und mehrere Briefe von Mitgliedern des Brüsseler Anarchistenklubs, sowie eine Liste derjenigen Mitglieder, welche an dem demnächst in London statlfindenden Anarchistenkongresse teilzunehmen beabsichtigen, beschlagnahmt. Tie Haussuchung soll auf Grund von Tatsachen erfolgt sein, welche durch den Pvozeß gegen Vandermeulen wegen des Attentats gegen einen katholischen Abgeordneten zur Kenntnis der Behörde gelangten.
Paris, 26. Febr. Die Kammer verhandelte heute über das dritte provisorische Zwölftel. In einem Entwurf wird der Finanzminister Rouvier ermächtigt, 1903 2 5 0 Millionen Obligationen zu festem Kurse auszu- geben, um die ungenügenden Ergebnisse des Finanzjahres 1901 und 1902 zu decken. Abg. Ribot fürchtet, daß man gezwungen sein werde, auf eine Anleihe zurückzugreiken. Der Finanzminister erwidert, er könne gegen Die schlechte Finanzlage nichts tun, wenn die Kammer nicht dahin einwillige, die Ausgaberi herabzusetzen und für geroipe Zeit den Finanzen eine Erholung gönne. Finanzielle Schwierigkeiten sind in allen Staaten Europas vorhanden, ausgenommen Italien. Der Entwurf wird hieraus angenommen.
— Der Senat nahm die letzten Artikel der Gesetzes Vorlage betteffend die zweijährige Tienftzeit an. Sodann bewilligte der Senat ein drittes provisorisches Zwölftel.
— Wie verlautet, ist die serbische Anleihe sieben bis acht Mal überzeichnet worden. \
Bern, 26. Febr. Wie verlautet, beabsichttgt die deutsche Regierung den Staaten die Revision der Handelsverträge vorzuschlagen. Die Kündigung der bestehenden Berttägc würde folglich nicht erklärt, und diese würden in Kraft bleiben bis zur Perfektion der neuen Vereinbarungen. Materiell kommt dieser Modus, mit dem die Schweiz einverstanden sein dürfte, einer Kündigung gleich.
New York, 26. Fcdr. Tie Polizei legt den Angaben des verhafteten jungen Schweizers Francois Hirtzel, der von einem Anarchistenkomplott gegen' europäische Herrscher gesprochen hat, Wichtigkeit bei, indessen fehlt es an Material, das diese Annahme der Anarchiftenbill, wie sie in dem Kvnserenzkomllee festgestellt wurde, veranlasse.
Washington, 25. Febr. Tie verbündeten Mächte erwägen noch Bowens Entwurf. Inzwischen verhandelte Bowen mit anderen Mächten und hofft, das Protokoll mit Frankreich in dieser Woche zu beenoigen. Tas Protokoll mll den Ni-ederlanden ist bereits fertiggestellt, doch ein Schiedsrichter noch nicht ernannt


