Ausgabe 
26.11.1903 Zweites Blatt
 
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Sport.

Veranstaltung ist gesichert.

den könnte.

Budapest, 26. Nov. Der evangelische Pfarrer Schultz in Jpolisag stellte sich, dem Gericht unter der Selbstanklage, 100 000 Kronen unterschlagen zu habe n.

Kaschau, 26. Nov. Der Leutnant Alfred Spa­nil y vorn 34. Infanterie-Regiment wurde zum Infan­teristen degradiert und zu sechsjährigem Nachdienen verurteilt, weil er in einem öffentlichen Lokal einen Skandal provozierte, wobei ihm der Sabel ab ge­nommen wurde.

,entner Schlachtgewicht: Fette llk. 6365; Kälber 1. Sorte

ihr Aktienkapital erhöhen und das Bankhaus E. Heimann in sich aufnehmen wolle. Dem wird aber schon wieder widersprochen. Daß etwas im Gange ist, dürste wohl zweifellos sein, und daß es sich dabei in erster Linie um eine Kapitalerhöhung handelt, kann man auch annehmen, schon wegen der Engagements in Oesterreich mit den Petroleumgeschäften und weil die Dresdner Bank und der Schaaffhaufensche Bankverein als gewaltiger Konkurrent erscheinen, dem man die Spitze bieten muß.

Markte.

'Frankfurt a. M., 25. Nov. _ -

veranstaltet im Sommer 1904 eine Zuverlässigkeitsiahrt Frankfurt- Berlin für Kraftfahrräder. Eine mustergiltige Durchführung der

Ueuepe Mrloiuigeu.

Originaldraytmeldnttgen des Gießener Anzeigers.

Berlin, 26. Nov. Die Kosten des beendeten pol­nischen Kindes-Unterschiebungs-Prozesses, die infolge des Freispruches der Staatskasse zur Last fallen, sollen 3o0- bis 400 000 Mark betragen. Das Kwi- leckische Ehepaar war gestern abend bei einem der Ver­teidiger, welcher der gräflichen Familie besonders nahe- steht, zn Gaste. Heute geben die freigejprochenen Eheleute in einem Weinrestaurant der Friedrichstadt ein Diner zu Et.-ren der Verteidigung. Morgen abend soll die Rückkehr

Kunst und Wissenschaft.

Nach Blättermeldungen wurde Professor Moritz Schmidt in Frankfurt a. 2)L, der den Kaiser operierte, zum Wirklichen Geheimen Rat mit dem Prädikat Exzellenz ernannt. Diese hohe Auszeichnung, so bemerkt die Nall-Ztg.", darf als ein weiterer B e w e i s fürdiegelungene Operation beim Kaiser und für die fortschreitende Besserung im Bestnden angesehen werden.

Arbeiterbewegung.

Darmstadt, 25. Nov. Zu der Mitteilung über den Streik der Streckenarbeiter d-.r Dampfstratzenbahn wird noch berichtet, daß sämtliche Arbeiter einschließlich der Haupt­schuldigen Vorarbeiter von der zuständigen Betriebsrnspektion sofort entlassen und ausgelohnt wurden. _

Lyon, 25 Nov. Tie ausständigen Tullarbeiter warfen gestern abend in dem Fabrikgebäude der Firma Charlier sämtliche Fenster ein. Hierbei wurden eine Arbeiterin und em Heizer schwer verletzt.

Ohne

Linde's Kaffee - Essenz schmeckt mir kein Kaffee mehr!"

Gisendahn-Zeitung.

Berlin, 25. Nov. An der heutigen letzten diesjährige Schnelliahrt der Studiengesellschait für e l e k t r i s ch e S ch n e l l - bahnen, bei der wiederum 200 Kilometer per Stunde erzielt wurden, nahmen u. a. teil: der diensttuende Generaladjutant des Kaisers Generalmajor von Loewenfeld, der Chef des Generalstabs General von Schliessen und zahlreiche Offiziere des Generalslabs.

Berlin, 25. Nov. DerPost" zufolge werden gegenwärtig E i s e n b a h n v e r f u ch s f a h r t e n mit g r o ß e r G e s ch w i n -- d^igkeit vom Verein deutscher Eisenbahnverwaltungen, Zentralsitz Berlin, auf verschiedenen Strecken des Reiches veranstaltet.

sagen alle, bei denen Linde's Kaffee-Essenz regel­mäßig verwendet wurde. 8000

v. Gießen, 26. Nov. (V i eh rn ark tb eri ch t). Auf dem dieswöchigen Viehmarkt standen zum Verkauf 700 Stück Milchkühe und Fetwieh, 25 Stück Gangochsen, 100 Kälber und 400 Schweine. Ter gleichzeitig in Butzbach stattgehabte Markt übte seinen Ein­fluß besonders auf den Schweinemarkt aus, während der große Viehmarkt in Fulda nicht nur die Zufuhr von Rindvieh aus den Kreisen Lauterbach und Alsfeld abschnitt, sondern auch einen ge­wichtigen Teil unserer Kundschaft an sich zog. Obschon der Markt etwas spät im Jahre liegt, war der Handel in Milchkühen diesmal nicht schlecht. Das Geschäft entwickelte sich zwar langsam, aber gegen den letzten Markt zogen die Preise für die Ware etwas an. Ebenso machte sich das Geschäft in Fettoieh ganz gut. Frankmrt und Wiesbaden tauften besonders gute, fette Rinder, und der Vor­rat deckte nicht den Bedarf, so daß auch hier die Preise sich etwas hoben. Das Kälbergeschäst war allerdings flau, die Ware war nur zu gedrückten Preisen anzubringen. Es liegt dies ivohl an , dem vielen Wild, welches zur Zeit besonders in den großen Städten I auf den Markt kommt und allerdings billiger ist als Kalbfleisch. Das wenige am Markt befindliche Gangvieh ging nach der Pro­vinz zu annehmbarem Preise ab. Der Handel in Schweinen war diesmal sehr schlecht. Es fehlte an Käufern. Die Verkäufer mußten trotz des recht geringen Vorrates, den sie zu Markt gebracht hallen, stark ab lassen, um die Tiere nicht wieder mit nach Haufe zu nehmen, jedoch gegen Schluß des Marktes kam etwas Leben hinein, ohne daß der Auftrieb ganz abgesetzt werden konnte. Es wurden ge- handell pro Stück: Kühe, srischmelkend und tragend 1. Qual. Mk. 450500, 2. Qual. Mk. 370420, 3. Qual. Mk. 2703-J0; ältere Schlachtware Mk. 175220; pro Zentner Schlachtgewicht: Fette Rinder L Qual. 6769, 2. Qual. Mk. C« -------

(über 50 Psd. wiegend) Mk. 6570, 2. Sorte (zwischen 4050 Pfd. schwer) Mk. 5963, 3. Sorte (leichtere Tiere) Mk. 5356. I Fahrvieh ging fort pro Paar Mittelware Alk. 725800, leichtere Tiere Mk. 630-700. Die Preise für Schweine bewegten sich pro Paar: Jüngere Ferkel Mk. 2636, kräftigere Tiere Aik. 4056, Springer Mk. 6080, schwere Ware Mk. 90110. Weihnachts­markt ist am 8.-9. Dezember d. Js. Am zwecken Markttage

findet gleichzeckig Krämermarkt statt.

= Allendors a. d. Lda., 25. Nov. Der hiesige Herdst- markt, welcher wieder einmal mit Rücksicht auf den preußischen Buß- und Bettag um acht Tage verschoben worden war, fand heute bei günstigem Wetter statt und war im ganzen gut besucht. Auf dem Viehmarkt zeigte sich jedoch eine etwas gedrückte Stim­mung. Ferkel kosteten 2030 Mk., größere 5070 Mk. Schafe waren in großer Zahl vorhanden; Lämmer galten 24 Mk. per Paar. Auf dem Krämermarkte herrschte reges Leben.

Limburg a. d. L., 25. November. Fru ch tm arkt. Durch- schncktspreise pr. Malter. Roter Weizen 13.52 Mk., altes Korn 10.09 Nck., neues Korn 00.00 Mk., Gerste 0.00 Mk., Hafer 6.24 Mk. Hafer alter 0.00 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk.

LserNchen Namen, welchen keiner der beiden Angeklagten geschrieben haben will. Doch gaben beide übereinstimniend zu, daß der Angeklagte P. den Brief verfaßt und dem An­geklagten vorgelesen hat, daß letzterer ihn alsbald in das Kouvert gesteckt und in den Briefkasten geworfen hat. Das Urteil des Gerichts geht dahin: Die beiden Angeklagten sind der versuchten Erpressung als nicht überführt anzu- sehen, denn zum strafrechtlichen Vorsatze der Erpressung gehört neben anderen Momenten auch das Bewußtsein des Täters, daß der durch Drohung erstrebte Vermögensvorteil ein rechtswidriger ist Im vorliegenden Falle aber muß als möglich zugegeben werden, daß beide Angeklagte bei Abfassung des Briefes der Ansicht waren, der jungen Sck>. stände in Wirklichkeit noch ein rechtlich begründeter, --------------- « -- .

Anspruch aus ihrem Dienstverhältnis gegen ihre Dienst- wiegend nasse Wetter bis Ende Oktober anhielt und infolgebenen Herrschaft zu "Dagegen werden beide Angeklagte wegen Ver- die Fortsetzung und Beendigung der unterbrochenen Bestellungs- hpr Urkundenfälschung im Sinne der 88 967 268 arbeiten sehr verzögert wurden, trat im übrigen Deutschland um brechens her UrrunoenfRegung tm ^uine oer ZZ Oktober ein Umschwung zum Besseren em; schönes anhal-

270 St G. B. zu eurer Gefangnrsstrafe von je drer Wochen tenbe5 Herbstwetter förderte die Bestellung und begünstigte die Ent- verurteilt Ein wirklichesenfcmt terrrble rst unleugbar roi(f(anq per Wintersaaten. Aus allen Gegenden kamen Klagen der 36 Jahre alte Taglöhner Heinrich F. von Gießen, welcher über zahlreiches Auftreten von Feldmäusen. Fast ebenso verbreitet am 2. November in der Rodheimerstraße hier eine Kanne ist die Ackerschnecke. Die im September gesäten Saaten entwickelten mit neun Liter Milch wegna hm, damit ins Feld sich dank der günstigen Witterung schön, haben sich kräftig bestockt flüchtete und dort einen Teil der Milch austrank, während und gehen gut in den Winter über. Die erst nach der langen er den Rest wegschüttete und die Kanne liegen ließ. Der Regenperiode gesäten Halmfrüchte lagen am Schluffe der Berichts- Angeklagte hat bereits eine große Anzahl von Vorstrafen Periode teilroeiie noch im Keime, tertt warea sie erst m en tz erlitten und befindet sich in strafrechtlichem Rücksalle, sodaß -agen auigelainen.

eigentlich das Zuchthaus seiner harrte. Mit Rücksicht aber ~TZ ~~7 ___.

auf den geringen Wert des gestohlenen Objekts billigt ihm Handel und Verkehr. VsikswMjlyasl. das Gericht mrldernde Umstande zu und verurterlt ihn zu _ Diskontogesellschaft Berkin. Die Kapitalerhöhungen einer Gefängnisstrafe von vier Monaten, dre er sofort an- liegen wieder einmal in der Luft, weil eine Periode des Aufschwungs erkennt. In der Nacht vom L auf den 2. November un^ per allgemeinen Besserung der Wirtschaftslage auch in der sand auf der Dorsstraße zu Lollar zwischen Fabrikarbeitern Luft liegen soll. Das neueste Gericht, das über bie Diskontogesell- eine Rauferei statt, wobei das Messer wieder einmal I fchvft in Umlauf gesetzt wurde, lautet dahin, daß die Gesellschaft eine traurige Rolle spielte. Einer der Beteiligten erhielt :t -----

nicht weniger als siebzehn blutende Stiche aus den Kopf, iodatz er acht Tage lang bettlägerig war. Es haben sich weswegen heute die Former I. aus ESbi^ry (Dänemark), E. F. W. aus Primkenau und W. aus Groß-Dubberow lKr. Belgard) zn verantworten. Die Angeklagten sind ge­ständig, die beiden erstgenannten erhalten je fünf Monate, der letztgenannte sechs Wochen Gefängnis. Zum Schluß nimmt die 50jährige M. K., Eheftau des Buchhalters K. von Frankfurt a., auf der Anklagebank Platz, um sich vegen Betrugs zn verantworten. Im Jahre 1902 ver­kauften die Eheleute Ludwig Sch. ihr :wesen, das ,^otel taim Stern" in Nidda, an den Kaufm .n Mlhelm B und dessen damalige Verlobte, spätere Ehefrau Josephine K., die Tochter der Angeklagten, für den Preis von 30 000 Mk.

Die Käufer hatten sofort eine Anzahlung von 6G00 Mk. zu leisten und den Bestand an Wein, Bier, Zigarren usw. zum Bettag von weiteren 2000 Mk. bar zu übernehmen. Die Verkäufer hatten selbst mtt finanziellen Schwierigkeiten z-u kämpfen und legten deshalb besonderes Gewicht daraus, einen zahlungsfichigen Käufer zu finden. Die Angeklagte I erklärte ihnen, in dieser Beziehung könnten sie vollständig beruhigt sein, chr Schwiegersohn sei ein sehr vermögender Mann, er Hube einem Schwager aushllfsweise 7000 Mk. geliehen, erhalte von seinem Vater 10 000 Mr. Heiratsgut und, wenn er das Hotel übernehme, nochmals 30000 Mk. I Aus diese Erklärung hin wurde alsdann der Kauf adge- jchlossen In Wirllühkett aber war der Käufer fast ver­mögenslos und konnte das Hotel nicht übernehmen., Die Verkäufer aber, die auf Zahlung von 8000 Dik. bestimmt gerechnet hatten, kamen in Vermögensverfall. Die Ange­klagte hat während der Voruntersuchung stets bestrttten, die ihr zur Last gelegten Aeußerungen über die Vermögens- verhättnisse chres Schwiegersohnes getan zu haben; Ijeute gibt sie sie unumwunden zu, erklärt aber, chr inzwischen! verstorbener Schwiegersohn hcibe ihr diese Angaben gemacht. Sie habe selbst daran geglaubt, sonst hätte sie ihm ihre Tochter nicht gegeben. Eine größere Anzahl von Zeugen bestätigt, daß der inzwisck)en verstorbene B auch ihnen gegenüber die Angaben gemacht habe, er habe 7000 Mk.

aus geliehen und erhalle von seinem Vater 10000Mk.Heirats- gut und 30 000 Alk. Existenzgut, sodaß sich schließlich die Wahrscheinlichkeit ergibt, daß die Angeklagte ihre Angaben in gutem Glauben gemacht had Dem übereinstimmenden Anttag der Staatsanwalljchaft und Verteidigung ent­sprechend erfolgt Freisprechung der Angellagten und Belastung der Staatskasse mit den Kosten des Verfahrens.

Mainz, 25. Nov. Ein hiesiger junger Kellner hat die merkwürdige Angewohnheit, häufig D a m e n f l e i b e r zu tragen, cch der Nacht vom 6. September würbe er wieber einmal so auf- qeariffen unb ba es längst nach Mitternacht war, nach feiner Woh­nung gefragt Da dasFräulein" ungenaue Angaben machte unb behauptete,Labenfräulein" zu fein, kam es auf bie Polizeiwache. Dort fand man bei ber Dame einen sechsläufigen scharf geladenen Revolver, womit sie sich angeblich auf dem Friedhof wegen Liebes­kummer erschießen wollte, weil ihrSchatz" sic verlassen habe. Es wurde dann ferner fesigestellt, daß der junge Mensch unter dem Nmnen einer hiesigen Kellnerinfeuerige" Liebesbrieie an einen Feldwebel schrieb. Nach dem Gutachten des Medizmalrats Dr. Risinger leibet ber junge Mann, der gestern vor dem hiesigen Schöffengericht stand, an Schwachsinn, unb sei für feine Streiche nicht verantwortlich zu machen. Ev erfolgte nach dem M. Tgbl." Freisprechung.

Landwirtschast

DerReichsanzeiger" meldet: Saaten st and im Deutschen Reiche um die Novembermitte (wenn 1 sehr gut, 2 gut, 3 mittel, 4 gering, 5 sehr gering bedeuten): Winterweizen 2,3, Winterspelz 2,1, Winterroggen 2,3, junger Klee 2,3. Die entsprechenden Zahlen im Vormonat lauteten: 2,4, 2,1, 2,4 2,2; die entsprechenden Zahlen im November des Vorjahres: 2,6, 2,4, 2,8, 2,4. Während im nord­westlichen Deutschland das seit Anfang Oktober herrscheiide, über*

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rur Verteibigung einer unhaltbaren Pojrtwn auszufayren, eiu großer Mißbrauch ist. Pflicht unserer Justizverwaltung werde es sein, dafür Sorge zu ttagen, baß durch solche staatsanwaltschnsttichss Husarenstreiche inr Volke nicht noch weiteres Mißtrauen gegen unsere Rechtspflege wachgerusen werde unb daß sich nicht der Argwohn einncste, dre Ta^ unserer Schwurgerichte seien gezählt, wenn sie nicht nach der Pfeife der Anklagebehörde tanzen. DerVorwärts meint, die Beschränkung der Verteidigung, wie sre rm Pro­zesse zutage ttat, sei nur ein Ausfluß der allgemeiner^ Unterdrückung der Redefreihett, die in Deutschland^ jedem beschert ist, der nicht zu den offiziellen Kreisen gehört. Die Morgenpost" berichtet noch, daß die sieudrge Anterl- nahme des Volkes an dern Freispruch, die in den Demon­strationen vor dem Moabiter Justizpalast zu so lebhaftem Ausdruck kam, sich abends in erneuten Kundgebungenn vor dem Hause, wo das gräfliche Paar nach seiner Haftent­lassung abgesttegen war, zeigte. Dort hatte sich> eine große Volksmenge angesammelt, die wiederholl in stürmische Hoch­rufe ausbrach. Die Gräfin zeigte sich mtt ihrem Kinde am Fenster, was der Menge zu noch gesteigertem Jubel Anlaß gab. Dem Hauptverteidiger Justtzrat Wronken wurde, als er nach Beendigung der SchMrgerichtssitzung mtt den Töchtern des Grafenpaares die Kranzlersche Kondttorei Unter den Linden aufsuchte, von ettter zahlreich angesam- melten Menschenmenge lebhafte Ovationen darge- bracht. Wie nach demLok.-Anz." verlautet, ist die 21/2- stündige Beratung der Geschworenen im Kwttecki- Prozeß darauf zurückzusühren, daß bezüglich der Ange­klagten Ossows ka sich erhebliche Meinun gsdifs e- renzen in der SchMfrage ergaben.

Berlin, 26. Nov. Der Reichstag wird voraus­sichtlich erst am 9. Dezember seine eigentlichen Beratungen aufnehmen können. Da am 8. ein katholischer Feiertag ist, ist die Abhaltung einer Sitzung am 7. nicht wahrschein­lich. Am 4. findet die Wahl des Präsidiums statt und einige Tage müssen die Abgeordneten für das Studium des Etats frei haben. Wie man annimmt, wird die Zahl der Interpellationen eine ungemein große sein. Vor den Weihnachts-Feiertagen bleibt nach der ersten Lesung des Reichshaushalts-Voranschlages schwerlich noch mehr Zeck als zur Crlediguirg des englischen 5Zrndels-Provisoriums!

Stuttgart, 26. Nov. In der gestrigen zweiten Sitz­ung nahm der deutsche Arbeitgeberbund für das Baugewerbe einen Anttag au, nur solche Arbeiter einzustellen, welche im Besitz eines Arbeitszeug- nisses sind. Ms Ort der nächsten Versammlung- wurde Magdeburg gewählt.

Wien, 26. 9öov. Zu der Annahme des Reform- Programms durch den Sultan, die gestern erfolgt ist, wird gemeldet, daß dieser plötzliche Umschwung darauf zurückzuführen ist, daß Oesterreich und Rußland der Türkei gedroht haben, das übernommerte Mandat in die Hände des europäischen Konzertes zurückzulegen. Goluchowsky habe erklärt, daß die von der Pforte verlangte Abänder­ung einiger Punkte der Resormforderungen erst nach be­dingungsloser Llnnahme der Forderungen zugestanden wer-

nach Wrobtewo erfolgen. Das graslrche Ehepaar wiro rm Winter zur Stärkung der durch die lange ^^^suchungshaft

Der deufiche Radiahrerbund angegriffenen Gesundhett eine Erhö^gsrerse nach oam ...<«« Sitten antreten. - Fast sämtliche Morgenblatter beschäf­

tigen sich in langen Arttkeln mit dem Aus gange des Pro­zesses und ©eben durchweg chrer Genugtuung uber den Freispruch sämtllcher Angellagten Mrs- druck. Gleichzeittg werden aber auch heftrge Angrrfse gegen die Prozeßleitung, die Staatsanwalt­schaft sowie die Art der V 0 r u n t er s u ch u n g erhoben. TieN a t.-Z t g." erblickt in dem Plattoyer der Staats­anwaltschaft eine starke Beeinflussung der Geschworenen und bezeichnet die Beeinflussung einzelner Zeugen wahrend ree Verhandlung als noch weit stärker. Man fiage pch erstaunt, ob ein solches Ausgelwt von Nicht-Beweismctterral vor den Geschworenen nötig war. DieTägl. Rundschau hebt den schreienden Wtterspruck) zwischen der ossczrellen juristischen Auffassung des Falles und der Beurtettung durch das natürliche Rechtsempfinden besonders hervor. Me ,Berl. Reuest Nachr." bezweifeln, daß auch jettens eines gelehrten Richterkollegiums ein gleicher Ausgang zu erwarten gewesen wäre. Es werde ernste Aufgabe fern, die Erfahrungen des Prozesses für die im Werke besmdlrche Reform des Strafprozesses zu fruktifizreren. Die Sachver- stäudigen-Kommission wird Nlltte Dezember von neuem zu- sammentteten und sich dann, wie verlautet, zunächst mtt der Frage der Berufung beschäftigen. DieVo j j. Zt g. erllärt, das Verdikt der Geschworenen werde nicht der Todes­stoß für das Institut der Geschtvorenengerichte sein, sondern das Ansehen des Schwurgerichts heben und dre lleberzeugung, daß die Erhalttmg und die Erweiteruna seiner Zuständigkeit notwendig sei, in wetten Krersen auch uuter den Berussjuristen festigen. Das ,^berl. Tage bl. wendet sich besonders scharf gegen die Staatsanwaltschaft und erklärt, es sei Pflicht der öffentlichen Mernung, mtt allem Nachdrrtck darauf hinzuweisen, daß solches Geschütz igung einer unhaltbaren Position aufzufahren, Mißbrauch ist Pflicht unserer Justizverwaltung

Gingesandt.

(Für Form und Jnhuci. alter unter dceser Rubrik stehender Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber

keinerlei Verantwortung.)

Anfrage!

Was hindert den Detaillisten-Verein, diejenigen Geschäfte, welche den Mitgliebern eines hiesigen Konsum-Vereins Extra-Vergünstigungen gewähren, im Gießener Anzeiger mit Namen zst nennen'? ^1»

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Donnerstag den 26. November, abends 8 Uhr, im oberen Konftrmandenfaale, Kirchstraße 9: Bibelstunde. Ps. 90.

Pfarrer D. Schlosser.

Israelitische Religionsgemeinde.

Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage.

Samstag, den 28. November 1903.

Vorabend 4.30 Uhr. Morgens 9.00 Uhr.

Nachmittags 3.30 Uhr.

Schristerklärung.

Sabbathausgang 5.15 Uhr.

Gottesdienst der israelitischen KeligionsgestUschast.

Sabbathfeier a m 28. N 0 v e m b e r 1903.

Freitagabend 4.00 Uhr. Samstag Vormittag 8.30 Uhr.

Nachmittag 3.30 Uhr.

Sabbaihausgang 5.15 Uhr.

Wochengottesdienst: morgens 7.00 Uhr, abends 4.00 Uhr.

Frisch eingetronen:

Kaviar, Obst- und Gemüse-Konserven

Car-ä Schwaabg Hoidelikatessengeschäit

Telephon 265. 8131 Seltersweg 23. I