Ausgabe 
26.11.1903 Zweites Blatt
 
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Nr. Ä78

PrjHetu« täglich außer Sonntags.

Dem (Siebener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Giehcner Kamillen- blätter oiermal tn der Woche betgelegt tRoiottoußbrud u. Ser- tag bei Brüh l'schen Unrverl.-Buch- u.6tein- drucke re» (Pietsch Erden)

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Zweites Blatt«

ISS. Jahrgang

General-Anzeiger w

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Donnerstag 26. November 1908

_ BezngSprero.

E) monatlich 7b Pi., oterret-

ährlich Mk. LL0' durch

Äbhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pi., durch bie Post Mk. 2. viertel- jähvL auSschl. BeNellg. Annahme oon Anzelgen für öle Lagesnununer bis oonntUagfl 10 Uhr.

Zeilen preis total auStvünfl 80 tilg.

tf3« v*al »e cl lt<£ tüx den v*>tit und atigern» Teil P Witiko für ,Ltadi und tanö' und lAerichtSsaal" August

Götz, tüt Öen An- $etqentetl: £)an« Beck.

Ile heutige Dummer umfaßt 8 Seiteu.

H»om ueuen Ieichstag.

D. B. Hd. meldet aus Berlin: Tas Präsidium des neuen Reichstages wird, wie bestimmt angenommen wird, weiter in den Händen des Grafen Balle str em bleiben. Für den Posten deserstenVizepräsidenten dürfte Graf Udo Stolberg-Wernigerode, als zweiter Vizepräsident von den Nativnalliberalen ein Er­satzmann für Büsina, der dem Reichstage fernbleibt, prä­sentiert werden, falls nicht die Sozialdemokraten als die zweitstärkste Partei Anspruch auf die Mitbesetzung des Präsidiums erheben.

Wichtiger aber als die Personalsragen dünkt uns die parlamentarische Bescherung- die den Grafen Bülow beim Zusammentritt des Reichstags erwartet. In der langen parlamentsreieu Zeit hat sich soviel ereignet und nicht ereignet, daß das Fragebedürsnis der Volksvertretung zweifellos bedeutend sein wird. Ms Haupt- und Staats­aktion wird vieljach das Anliegen des I e s u i t e n a n t r a gs dargestellt, mit dem das Zentrum angeblich unverzüglich beim Reichskanzler vorstellig zu werden gedenkt. Es heißt, Graf Bülow sei andauernd bemüht, für die Aushebung des § 2 des Jesuitengesetzes eine Mehrheit im Bundesrat zu erlangen, und zwar jetzt insofern mit größerer Zuver­sicht aus Erfolg, als die Machtstellung des Zentrums durch die Besserung seiner Beziehungen zu den Konservativen-ge­stärkt erscheine. Tas trifft wohl mehr zu auf Preußen, als auf das Reich, und gerade in der Jesuitenfrage versagt ein beträchtlicher Teil der Konservativen dem Zentrum die Gefolgschaft. Wenn aber Graf Bülow in der Tat die widerstrebenden Bundesregierungen zu bekehren sich be­müht, so erwirbt er sich dadurch Anspruch auf den Dank des Zentrums und kann der Interpellation im Parlainent mit Gelassenheit entaegensehen. Doch die ausschlaggebende Partei denkt garnicht daran, den leitenden Staatsmann mit dem Jesuilenantrage zu überfallen. Ein führerrdes Mitglied der Partei versichert, daß man es mit der be­treffenden Interpellation keineswegs eilig habe. Graf Bülow habe nach Meinung der Zentrumspolitiker bisher in dieser Sache nichts erreicht; es erübrige sich also, oie neue parlamentarische Kampagne mit einem Akte der Un­freundlichkeit gegen den Kanzler einzuleiten. Solche zarte Rücksichtnahme mag den Grasen Bülow immerhin erfreuen, in der Sache selbst aber wird sie ohne Einfluß bleiben, nämlich aus die widerstrebenden Einzelregiernngen. Und wenn das Zentrum die Jesuitenanfrage bis ans Ende der nächsten Tagung verschieben sollte, es würde keine andere Antwort vom Regierungstisch aus erhalten. Die Mehrheit -der Einzelregierungen will eben nicht vor der Machtstellt­

Feuilleton.

Meister der Gegenwart. Im 14. Hefte der wundervollen SammlungHundert Meister der Gegen­wart, das fünf charakteristische Werke Wienerischer Kunst enthält (Vertag von E. A. Seemann in Leipzig) marschiert an der Spitze der jetzt 92jährige Rudolf v. Alt, der mitder zittrigsten aller Hände noch Bilder malt", und von dem eine Figurenstudie aus dem Jahre 1843 in vortrefflicher Weise wiedergegeben ist. R. v. Alt ist der Maler des Wiener Stefansturrns; zum erstenmal por­trätierte er diesen Altwiener im Todesjahre Goethes, 1832, als Zwanzigjähriger. Seitdem hat er ihn wohl hundert- und mehrmal abgebildet. Daß die Farbenpracht der Malerei seit M a r t a r t s Tagen in Wien nicht erloschen -ist, ja daß sie der Dämpfungen, die Makart, der mit seiner Falkenjägerin" in mesem Hefte vertreten ist, aus der Pilotyschule mitbrachte, entraten kann, zeigen uns zwei andere koloristische Kunststücke der Wiener Sezession; eine im Zwielicht gemalte gedeckte Abendtafel von Karl Moll (Original in der Dresdener Gemäldegalerie) und ein Bild vom Wiener Fasching von Josef Engelhart. Und daß das Skizzenhafte nicht ein Charakteristikum der mo­dernen Malerei ist, lehrt die Nachbildung derEismänner" von Karl Mediz, dessen Werk kürzlich der Wiener Mo­dernen Galerie einverleibt worden ist. Mediz ist ein Meister der Detailausführung; die Härchen des Filzes, die Maschen eines Strumpfes, die Risse der Baumrinde malt er mit der größten Peinlichkeit. Welche Gegensätze bei der modernen Malerei zutage treten, zeigen die uns vorliegenden Heste 1113 der oben erwähnten Publikation, die u. a. Stuttgarter, Münchener, Düsseldor- ier und Worpsweder Malerei vorfuhrt. Hier wer­den die verschiedensten Töne angeschlagen; .Landschaften, Figurenbilder, Seebilder von dLord und Süd, Frühling, Sommer, Herbst und Winter, Alter und Jugend, wechselt in bunter Fülle. Das schönste Heft ist das der Stutt­garter (11), die uns Lichtwirkungen von seltsamer Schön- L/eit zeigen. Das Werk, welches jetzt schon 70 Proben moderner Malerei darbietet, zeigt sich so reich und viel- qestaltig, daß es fast eine ganze Kunstausstellung ^u überbieten vermag Und dies alles, in echter Farben­erscheinung der Originale, für den Preis von 2 Nik. das Heft,, in einer Qualität, die kaum zu überbieten fein ^v-ird.

Friedrich Spielhagen, Romane Neue Folge. Wohlfeile Lieferungsausgabe in äO Heften ä 35 Psg. (Verlag Aon L. Staaämann in Leipzig.) Die Lieferungen 23 bis 30, »eiche uns vorliegen, bringen den Schluß des vromai.s n p f e r", sowie die vollständige NovelleF a u st u l u s", 57Auslage, und den größeren Teil der 9kovelleHerrin", ä. Auflaae. Herrenmoral ist das Leitmotiv der Novelle

img des Zentrums in diesem Falle die Flagge streichen. So liegen in der Tat die Dinge, und es ist anzunehmen, daß das Zentrum hierüber genau so unterrichtet ist wie Graf Bülow.

Volitische Tagesschau.

Eisenbahneiunahmen.

Die Einnahmen der preußischen Staatseisenbähnen haben im Oktober d. I. eine Höhe erreicht, wie sie Veit mehreren Jahren in keinem Man ar festgestellt ist, unb der Ueberschuß im Vergleich zum entsprea)enden Monat des Vorjahres war um nahezu8Millionen Mark ganz beispiellos.

Aus dem Personen- und Gepäckverkehr wurden 34 816 000 Mark vereinnahmt gegen 32674 000 Mark im Oktober 1902, also jetzt 2142 000 Mark oder 6,5 v. H. mehr. Ter Güterverkehr brachte 93 261000 Mk. gegen 88 217 000 Mark im Vorjahre, d. s. jetzt 5 044 000 Mk. oder 5,7 v. H. mehr. Tie Steigerung aus dem Personenverkehr war also verhältnismäßig bedeutender als die aus dem Güterverkehr, während in den voraufgegangenen Monaten stets der Güterverkehr den größeren Ueberschuß ergeben hatte. Unter Hinzurechnung der Einnahmen aus sonstigen Quellen (Ver­kauf von altem Material, Mieten usw.), die mit 7 958 000 Mark um 786 000 Mark über den vorjährigen lagen, er­gibt sich eine Gesamteinnahme von 136 035 000 Mark gegen 128 063 000 Mart im Oktober 1902 und 122 475 000 Mk. im Oktober 1901, so daß gegenüber dem Vorjahre eine Zunahme um 7 972 000 wcark oder 6,2 (im September 5,3) stattgefunden hat. In den ersten sieben Atonalen des laufenden Rechnungsjahres haben die Einnahmen aus dem Personen- und Gepäckverkehr mit 276 324 000 Alark die vor­jährigen um 12 803 000 Mark oder 4,9 v. H. übertroffen; die Einnahmen aus dem Güterverkehr waren mit 5 <8 484 000 Alark um 34 265 000 Mark oder 6,3 v. H. größer unb auch die Einnahmen aus sonstigen Quellen lagen mit 56 763 000 Diark um 2 062 000 Mark Über den vorjährigen. Tie gesamten Einnahmen betrugen hiernach in den sieben Rionaten 905 571000 Mk. gegen 656 441000 Mk. im gleichen Zeitraum des Vorjahres, sodaß der Ueberschuß des laufen­den Jahres bisher 49 130 000 Mark oder 5,7 v. H. beträgt. Tie auf das Kilometer entfallende durchschnittliche Ein­nahme liegt mit 27 670 Mart um 1108 Aiark oder 4,2 v. H. Über der vorjährigen.

Deutsches Reich.

Berlin, 25. Nov. Ter Kaiser hörte heute den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts v. Lucanns und empfing später den Geheimen Oberhofbaurat Ihne.

TieNat.-Ztg." erklärt gegenüber allen ungünstigen Gerüchten, daß nach besonderen von ihr eingezogenen Informationen keinGrund zu irgendwelchenBe- sorgnissen vorliegt. Es ist nicket ausgeschlossen, daß der Kaiser, wie bisher regelmäßig bei Beginn einer Legis­laturperiode, den Reichstag, am 3. Dezember er­öffnet und die Thronrede ber lieft

Geheimrat Tr. Goedecke, Vortragender Rat im preuß. Finanzministerium, ist zum Geh. Obersinanzrat be­fördert worden. Er übernahm 1896 die Verwaltung des Landratsamts in Wetzlar und wurde am 1. April 1897 zum Landrat dieses Kreises ernannt. 1900 in das Finanz­ministerium einberufen, wurde er Geheimer Finanz rat und Vortragender Rat.

Ter Zenlralausschuß Berliner kaufmännischer, ge» werblicher und industrieller Vereine nahm in seiner gestri­gen Sitzung einen Beschlußantrag gegen die Einführung von S chi f f a h r t s - A b g a b e n auf den freien Strömen an.

Tem Bundesrate soll ein Entwurf zur Neu­regelung des Servistarifes und der Masseneinteil- ung der Orte zugegapgen sein.

Stuttgart, 25. 4dov. Der Deutsche Arbeit­geberbund für das Baugewerbe hielt heute hier seine 5. Generalversammlung ab. Im Mittelpunkte der Ver­handlungen standen die Berichte über den Verlaus der dies­jährigen Arbeitseinstellungen. Der Vorsitzende, Baumeister Felisch-Berlin, stellte in seinem Jahresberichte als erste Forderung fest, daß streikende Arbeiter an an­deren Orten nicht beschäftigt werden sollen. Die Anträge aus Errichtung eines Arbeitsausschusses, der bei Arbeitseinstellungen eingreisen soll, wurden ange­nommen. Zum Vorsitzenden wurde wieder Baumeister Fe­tisch, zum stellvertretenden Vorsitzenden Simon-Breslau ge­wählt.

München, 25. 9Lov. Die Kammer der Abgeord­neten verhandelte heute über den Antrag Müller-Mün­chen (soz.), welcher dahingeht, das Kriegsminifterium zu ersuchen, dahin zu wirken, daß die Offiziere und Un­teroffiziere, deren Mttschuld, fei es durch aktive Be- teiligung, sei es durch Mangel an pflichtgemäßer Beauf- sichttgung, an systematischen Soldatenmißhand­lungen nachgewie.en ist, unnachsichtlich aus dem aktiven Heere entfernt werden. Nachdem Müller den Antrag begründet hatte, erklärten Lemo (Ztr.), Wagner (lib.) und Dürr (fr. Vg.) die Zustimmung ihrer Frattionen zu dem Anträge. Hierauf nahm der Kriegsminister das Wort. Er führte aus, er werde nach wie vor den leider in nicht geringer Zahl vor kommend en Soldatenmißhand­lungen und dem Mißbrauch der Dienftgewalt mit aller Kraft entgegentreten. Er müsse gegen den Antrag aber ein formelles Bedenken erheben. Tie Entfernung aus dem Heere könne nach dem Rttlttärstrafgesetz nur auf

F austutu s". Die Ostsee, in deren Schilderung die alte Kraft des Verfassers sich voll bewährt, die schlichte Lotsen- jamilie auf dem Inselchen und die mit sattrischem Griffel gezeichnete Honoratiorengesellschaft der Heinen Seestadt bil­den das Milieu. Der S^elb dieser Novelle ist ein Mensch, welcher ursprünglich gut und mit gewinnenden Eigenschaf­ten cmsgestattet ist, aber an dem Mangel an Selbstzucht und ungezügelter Genußgier moralisch zu Grunde geht. Erstaun­lich ist die Kraft, mit der Spielhagen noch heute die stür­mischen Wallungen jungen heißen Blutes darzustellen ver­mag. Das Bild des Ue her men fegen wird vervollständigt durch die Hauptsigur der zweiten NovelleHerrin". Hier tritt uns als Held eine emanzipierte Frau entgegen, die im Getriebe der Welt Stellung und Geltung zu erringen sucht und im Kampfe danach des Sinnes für den Beruf und das häusliche Glück des Weibes verlustig werden muß. Das Herz kommt zu kurz bei dem Ringen der Frau von heute, denn überall und immer läuft dieser Kampf auf die Frage hinaus: Herr - oder Herrin?

Björn st je r ne Björn son. Ein Fallissement, Schauspiel, geh. 2 Mk., Serlag von Mert Langen in Mün­chen. Biörnsons Fallissement, in Gießen zuletzt bei einem Gastspiel Jürgensens auö Kassel aufgefÄhrt, ist seit langem ein Lieblingsstück des deutschen Volkes. Zieht man die Zeit in Betracht, in der das Fallissement ge­schrieben wurde, und erwägt man den Standpunkt, auf dem )id) damals die deutsche Dramatik befand, so wächst die Bewunderung^ für Björnson.lieber unsere Kraft" ist erst dreizehn Zaire nach seiner Entstehung auf die Bühne ge­langt, und oie Dichtung wirkt mit einer Frische, als wäre sie gestern geschrieben. So ist auch das Fallissement, das seit vielen Jahren unzählige Male über die deutschen Bühnen gegangen ist, jung geblieben, und die Freunde des Stückes werden es begrüßen, daß sie jetzt zu billigem Preise eine neue Ausgabe in hervorragender Uebersetzung und vornehmer Ausstattung erhalten ibnnen.

Knut Hamsun, Muncken Vendt, Ein drama­tisches Gedicht, geheftet 3 Mark. Verlag von Albert Langen in München. Tas umfangreiche Stück ist gern* in gereimten Versen von perlendem Fluß und eutzkKenoem Mohlklang geschrieben, deren Hebertragung der lieber» jetzerin so ausgezeichnet gelungen ist, daß man meinen könnte, eine deutscheDrigüialarbeit zu lesen. CharaSte- ristijch ist es, daß tz. sich zuw Helden seines dramati- jchen Gedichtes einen entlaufenenTheologen wählt, der Streiche über Streiche macht, der oft grnug mit dem G-ejetz in Konflikt gerät, dem man mit allen feinen Schel­menstücken in unserer Literatur vielleicht den Till Euien- jpiegel zur Seite stellen tonnte. Nur ist Muncken Vendl eine menschlich veniestere Gestalt, er wird zum Symbol des Menscyen überhaupt, jein Leben zum Symbol des menschlichen Lebens mit allen seinen Zufällen und seiner scheinbaren Sinnlosigkeit. Hamsun toe-iti, daß das

Leben sich selber Zweck genug ist, darum liebt er es mit all seiner Buntheit. So hat er uns in seinem neuen Werl ein Abbild davon gegeben, reich an Farben, im Grund­gedanken tief ernst, aber überwuchert von den Blüten seines originellen Humors, ein Werk, das in feiner Art nicht minder bedeutend ist, als etwa Ibsens Peer Gywt.

Wer seinen Kindern ein fesselndes, höchst ergötzliches und gleichzeitig erziehendes Bilderbuch schenken will, dem empfehlen wir denStrampelpeter" von K. Wald­mann, illusttiert von H. Albrecht. Ter Verfasser schöpft einerseits die Unarten, denen er den Spiegel vorhalten will, aus der Wirklichkeit und läßt andererseits seiner Phantasie freien Spielraum, wo es gilt, die daraus ent­stehenden bösen Schicksale zu schildern und so ein möglichst abschreckendes Bild zu entwerfen. Ein wahrer Kinder- Psychologe, kennt er die Kindesseele gut und weiß, wo unb wie er die Kinder zu packen hat. Er weiß seine Er­mahnungen so einzurichten, daß sie sich unwillkürlich einprägen. Die köstlichen humorvollen Bilder und Verse nehmen das Kind völlig gefangen, fesseln und unter­halten es. Auf 30 Seiten mit farbigen Bildern bietet das Buch zwslf Erzählungen in hübschen, leicht ins Ohr Sallenden Versen. Die Ausstattung ist vornehm und der Zreis von 2,5o Mk. billig. Wir empfehlen es allen Eltern aufs beste. (Verlag von Otto Maier in Ravensburg.)

Tie allgemeine Liebe, unb Zuneigung, welche die Heimgegangene Prinzessin Elisabeth in allen Schich­ten oer hessischen Deoölterung genoß, kommt nicht zum wenigsten auuj tn deut ausgedehnten Verkauf von Ansichts­postkarten zum Ausdruck, deren viele Tausende noch täglich gekauft werden. Jeder, auch der ärmste, nimmt das lieb­liche Bild der so früh Verblichenen zur Erinnerung nach Hanse oder sendet es an hesjische Freunde und Bekannte in der Ferne. Die mit Geburts- und Sterbetag versehenen Karten zeigen die kleine Prinzeß in verschiedenen Aufnah- men, im hessischen Nationattostüm aber im Arme ihres Vaters, unseres Erotzherzogs, in ballet ftigur, im Sttatzen- ober GeselischÄftSkletdchen, oder nur das reizende, an ent­zückende Kreuze-Dildchen erinnernde Kövfchcn. Desondere Deachtung bervienen die von bet Künstinstalt Lantz u. Balzar in ^arm^bt her gestellten Kurten nach den neuesten Porträt« aufnahmen des PrinzeßchenS, welckje die Heimgegangenc in dem ganzen Liebrerz unschul-SvOllen fvohen Kinoer- glücks fefityalten.

Irene Trie sch vom Deutschen Theater in Berlin wird, toie aus Berlin gemeldet wird, während ihres Mnter- Urlaubs srü den ganzen Januar eine Gastspielreise unternehmen. Die Künstlerin tritt in dieser Zeit in Köln, Bonn, Mainz, L>asel, München, Karlsruhe uiw in Frank­furt a. M. auf. Gießen wirb hier nicht genannt. Trotzdem wollen wir hoffen, daß wir die große Kunsttertn im Januar auch bei uns sehen werden.