waren, wurden der Polizei übergeben. An demselben Tage sand eine von melieren hmrdert Studenten besuchte Ver- »cmrmlung statt, die einen stürmischen Verlauf nal-m. Nach längeren" Beratungen verließen die Studenten den Saal und drangen mit Fahnen und denr Porträt Balmaschews in die Aula, wo sie eine Gedächtnisfeier abhieltem Nach mehreren vergeblichen Aufforderungen des Rektors loste sich endlich die Bersarmnlung auf. — Am 24. ix M. sand im Polytechnikum wieder eine Versammlung der Studierenden der mechanischen Abteilung statt, in der beschlossen wurde, den Tekan, Professor Sworikin, zur dtiederlegung seines Aurtes auszufordern. Dem Rektor, der zlu der Versammlung eingeladen war, wurde die Forderung vorgelegt. Zugleich forderten die Polytechniker auch die Entlassung des Prof. Somonsows.
Kirche urrd Schute.
— Wie der „Tägl. Rundschau" aus Rom berichtet wird, geht in geistlichen Kreisen das Gerücht von einer Abdankung des Bischofs Korum in Trier. Die preußische Regierung habe schon zu Lebzeiten Leos XIII. gelegentlich der Romreise Kaiser Wilhelms eure dahingehende Zusicherung erhalten. Papst Pius wünsche jedoch, daß der Rücktritt freiwillig ruck» ausfällig erfolgen möge. Damit hänge auch der jüngste Besuch des Kardinals Fischer in Trier zusammen.
— DerLeichnam des Bischofs Anzer wird, wie man aus Rom meldet, in der Kirche della Anima ausgestellt. Die Beisetzung erfolgt am Freitag vormittag auf dem deutschen Friedhof. — Tie „9t o r d d. A llg. Zt g." schreibt: Et Bischof Anzer ist eine Persönlichkeit aus dem Leben geschieden, die sich in opferwilliger Arbeit für die chrigliche Million in Asien dauernde Verdienste um die deutschen Interessen in China erworben hat. Die patriotische Wirksamkeit des Verstorbenen, den lebhaftes Narionalcp fühl beseelte, wurde vom Kaiser durch wiederholte Auszeichnungen anerkannt. Seine langtährrge Tätigkeit für die Ausbreitung christlicher Kultur unter dem chinesischen Volke war von den Sympathien werter Kreise begleitet. Dem energischen Manne werden auch die Deutschen anderer Konfessionen die Anerkennung nicht versagen, daß er als ein treuer Sohn seiner Kirche wre seines Vaterlandes mit unerschrockenem Mute gestritten und gelitten hat und daß sein Name mit der Entwicklung der nationalen Bestrebungen im fernen Osten ehrenvoll verknüpft bleibt.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 26. November 1903.
^Personalien. S.K.H. der Groß Herzog haben den Regierungsbaumeister Karl Hechler aus Tarmstadt zum Kreisbauinspektor des Kreises Lauterbach ernannt. — Zn den Ruhestarrb wurde versetzt der Bahnwärter in der Hess.-Preuß. Eijenbahngemeinschaft Ferdinand Geiß zu Büches.
** Der Lahnkanalverein ist nach einem Schreiben seines Vorsitzenden mit der Reduzierung des Kanalprojektes für Schiffe bis 300 Tons Tragfähigkeit einverstanden, wie es zunächst nur von den Interessenten am Unterlauf gewünscht worden war. Baurat Röoer- Tiez soll, der „Frk'j. Zig." zufolge, ein entsprechendes Projekt ausarbeiten.
**DieHeilsarmee halt, wie uns geschrieben wird, am Freitag hier in Lony's Bierkeller einen Vortrag ab. Da man überall von dem wohltätigen Wirken der Heilsarmee hört, wird diese Gelegenheit, einen ihr« Borträge zu besuchen, für manchen von großem Interesse sein. Das Nähere enthält der Inseratenteil.
- Eine Feuerlöschprobe sollte gestern nachmittag /twa um 5 Uhr aus dem Hose der Attienbrauerei ftattfinden. Man hatte aus Scheüholz und leeren Fäßern einen «Scheiterhaufen errichtet, der in Brand gesetzt wurde. Mittels eines besonderen Löschapparates, der hier erprobt werden sollte, wollte man das Feuer löschen. Doch obwohl vier solcher Apparate vollständig in Benutzung genommen wurden, hielt das Feuer munter an, und es mußte ein Hydrant der Wasserleitung in Anspruch genommen werden, der erst das Feuer vollständig löschte.
Nationaler Gesangs-Wettstreit Pfingsten 1904. Die erste Versammlung der Herren vom Ehrenkomitee fand am Montag abend im Hotel Schütz statt. Nachdem Provinzialdirektor Dr. Breidert einstimmig zum Ehren- Vorsitzenden gewählt worden war, übernahm wegen Abwesenheit des Provmzialdirektors Stadtverordneter Kirch den Ehren-Vorsitz für den Abend. Herr Linker, als Vorsitzender des geschäftsführenden Ausschusses, erstattete Bericht über die bisherige Tätigkeit des Ausschusses. An der folgenden Diskussion beteiligten sich Oberbürgermeister Mecum sowie verschiedene Stadtverordnete, Polizeiamtmann Hechler u. a. Es wurde beschlossen, eine weitere Versammlung anzusetzen und dabei die Bildung resp. Ergänzung der weiteren Ausschüsse vorzunehmen. Zum Schluß dankte Herr Kirch für die zahlreiche Beteiligung der Herren des Ehrenkomitees und drückte die Hoffnung aus, daß das Fest recht wohl gelingen möge, um unsere gastliche Stadt bei den Festbesuchern aus Fern und Nah im altgewohnten guten Andenken zu erhalten.
(!) Lollar, 25. Nov. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr veranstaltete gestern abend zu Ehren des Direktors St ein ecke, welcher sich um die Wehr sehr verdient gemacht hat und gestern seinen Geburtstag feierte, einen imposanten F a ck e l z u g, an welchem etwa 100 Mitglieder teilnahmen. Ter Zug bewegte sich unter Vor- anttitt einer Musikkapelle durch das Torf nach der Villa. Hier hielt Hauptmann Feller eine kurze Ansprache, von der Kapelle wurden einige Musikstücke gespielt und von Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr ein lwsonders zu diesem Zwecke eingeübtes Lied vorgetragen. Tirektor Steinecke dankte für die ihm durch diese Ovationen bereitete Freude und fügte hinzu, daß er auch weiterhin ein Förderer der Interessen der Feuerwehrsache sein werde. Tarau setzte sich der Zug wieder in Bewegung und begab sich durch den Park und das Dorf zurück nach dem Vereinslokal „Znm Schwanen", wohin Direktor Steinecke die Teilnehmer des Fackelzuges in liebenswürdiger Weise zu Gaste lud. Hier hat die Feier eine überaus gemütliche Fortsetzung bis in die Morgenstunden gefunden.
R. B. Darmstadt, 25. Nov. Ter Großherzog, Prinzessin Heinrich, Großfürst und Großfürstin Sergius und Prinze;jin Ludwig von Battenberg besuchten heute nachmittag oas Mausoleum auf der Rosenhöhe und verweilten längere Zeit am Sarge der Prinzessin Elisabeth in stillem Gebet. — Die hiesige Handelskammer hielt gestern abend eine umfangreiche Sitzung ab, in der u. a. eine vom Syndikus der Kämmer zu bearbeitende Denk- ickrriit welche die Herbeiführung einheitlicher Bestimm
ungen über die Ausübung des Nahrungsmittel- Gesetzes bezweckt und die Aufhebung des „fliegenden Gerichtsstandes" für NahrungSmittelfabrivanten erstrebt, beraten wurde. Die Handelskammer stimmte ferner einmütig dem energischen Protest bei, den die rheinischen Handelskammern gegen die geplante Einführung von Schifsahrtsabgaben auf dem Rhein erlassen haben. _______________________________
Aer Arozcß wegen Klndesuntertchrevung gegen die Krafin KwUccLl.
Berlin, 25. Nov.
Zu Beginn der heutigen Sitzung plädiert Rechtsanwalt Chodziesner. Er weirdet sich gegen die Beschränkung der Fragestellung der Verteidigung. Dch Gräfin verdanke es ihrem unerschütterlichen Gottvertrauen, daß sie mit so großer Ruhe ertragen könnte, daß die tiefsten Geheimnisse ihres Ehe- und Familienlebens vor aller Welt enthüllt würden. Bei dem letzten Besuche der Gräfin am Samstag hätten die Verteidiger sie förmlich strahlend gefunden, sicher, daß ihre Unschuld an den Tag komme. Als man Mißtrauen ijigte gegenüber der Schwu.ngerjchaft der Gräfin, ecwacyt ihre Herrennatur. Sie entschließt sich, alles zu tun, was die Agnaten ärgern kann. Graf Sge!tor hatte Recht mit seiner Handlungsweise. Dies gelte aber auch vom Grasen Zbigniew. Der Staatsanwalt sagte, in der Wrob- lewoer Gegend grassiere eine Meineidsseuche. Wunderbarerweise blieben nur Hechelski und Hedwig Andvusz-ewska ver- chont. Die Stellung des Staatsanwalts zu dem Sachverständigen Pros. Dührssen sei merkwürdig. Es sei ein W-ider- pmch des Gesetzes, daß nicht die Geschworenen über die Vereidigung eines Zeugen entscheiden, sondern das Dreimännerkollegium. Die Schwurgerichte seien einem Manchen ein Dom im Auge, schon weil sie aus dem Jahre 1848 stammen. Sie werden aber noch lange den jung* ten Berliner Staatsanwalt überleben. (Heiterkeit.) Chodziesner fährt fort: Ich halte es für nicht erwiesen, daß der kleine Parcza nach Berlin gekommen ist. Ter Knabe kam schon zwischen dem 12. und 14. Januar aus Krakau weg, wohm, dafür giebt es eine nachOsnuce fahrende Spur, aber diese hat man nicht verfolgt, jetzt ist sie verweht. Redner würdigt dann die Motive des Grafen Hektor, der Hedwig Andruszewstä und Hechels'tis und charakterisiert diesen als den Versucher und stellt dem die Tatsache gegenüber, daß er über den Gang des Verfahrens informiert wurde. Nach satirischer Besprechung der Auslagen des Droscht kenkutschers Wllke bemerkt er gegenüber Prof. Dührssen: ,FDer als wissenschaftlicher Gutachter auf Grund der tat- ächlichen Aäomente der Beweisaufnahme dazu kommt, ein Glaubensbekenntnis ab zu le gen, diskreditiert sich selbst und eine Wissenschaft." Redner bittet schließlich umVernein- rng d er Schuld fr ag en.
Als dritter Verteidiger des Grafenpaares spricht R Y ch - lowski. Er sucht die Anschauung zu beseitigen, es sei änderbar, daß als Hebamme nicht die Osjowsta, sondern )ie fern wohnende Czwel engagiert und daß Dr. Rosinski o spät gerufen wurde. Er bemerkt dann, wenn das Kind der Frau Meyer über die schwarz-weißen Grenzpfähle gekommen wäre, hätten die Zollbeamten schon aus Sanitäis- rücksichten die Nachgeburt angehalten. Zudem stehe fest, daß die Reise nicht nach dem 17. Januar stattfand. Er stellt sodann dem Trifolium Hedwig, Valentine und Hechelski das Zeugnis der beiden adligen hochangesehenen Damen gegenüber, die der Entbindung beiwohnten, und betont die zwischen dem kleinen Grafen und den Komtessen festgestellte Aehnlichkeit.
Rechts anwalt Ebosowski spricht hieraus für die Knoska und Chwiatkowska.
Nach den Repliken des ersten Staatsanwalts Steinbrech t, der sich namerlllich gegen Wronkers Ausführungen über die Voruntersuchung wendet, und des Staatsanwalres Dr. Müller verzichten die Verteidiger auf Erwiderung.
Ter Vorsitzende gibt den Angellagten das letzte Wort. Tie Gräfin erklärt: Ich bin unschuldig, weiter habe ich nichts zu sagen. Tieselbe Erklämng geben der Graf, Knoska, und Chiatowska ab. Tie Ange- llagte Orsowska erklärt gleichfalls, daß sie nichts zu sagen habe.
Sodann erteilt der Vorsitzende die Rechtsbelehrung und weist die Behauptung, daß die Nicht- Vereidigung einiger Zeugen ein Zeichen von Voreingenommenheit des Gerichts fei, zurück. Nach eingehender Rechts- belehrnng -ordert der Vorsitzende die Geschworenen auf, sich lediglich vom besten Wissen und Gewissen leiten zu lassen, nicht aus die öffentliche Meinung Rücksicht zu nehmen, dafür zu sorgen, daß kein Unschuldiger verurteilt werde, aber auch, daß ein Sck)uldiger nicht hohnlächelnd darüber den Saal verläßt, daß die Richter kleinlich und nicht scharfsinnig genug gewesen sind.
Kurz vor i/24 Uhr ziehen sich die Geschworenen zur Beratung zurück und erschemen um 6 Uhr wieder im Saal. Obmann Stadtv. Fritsch verkündet unter lautloser Spannung den Spmch der Geschworenen, wonach die sämtlichen Angeklagten nicht schuldig erklärt lverden. Als der Obmann zu der ersten Frage, ob die Gräfin der Kin d es un t e r s chi e b u ng sck)uldig sei, mit lauter Stimme „Nein" ausspricht, bricht das Publikum spontan in ein viel hundertstimmiges Bravo aus, was der Vorsitzende rügt. Während der Obmann die weiteren Fragen verliest, schallen von der Straße herauf Hochrufe der Menjchenmasjen, die sich seit Stunden zu Tausenden angesammelt hatten. Tie Gräfin, der sich die allgemeine Austnerkjamkeit zuwendet, hört den Spruch mit vollster Selbstbeherrschung an, während sie die Lorgnette auf den Gerichtshof gerichtet hat, ohne mit einer Miene zu zucken.
Ter Vorsitzende verkündet das Urteil: Sämtliche Angeklagten werden fr ei g e spr o chen. Tie Kosten des Verfahrens der Staatskasse auferlegt und die erlassenen Haftbefehle aufgehoben.
Tie Gräfin winkt nach dem Urteil freundlich mit dem Taschentuch nach den Logen und dem Zeugenraum. Ter Graf wirst den Zeugen Kußhände zu. Die Os,owsta scheint das Glück nicht zu fassen. Sie spricht lebhaft mit dem Verteidiger Eger. Mit lebhaftem Dank an die Geschworenen schließt der Vorsitzende die Sitzung um 6^ Uhr. Das gräfliche Paar verläßt mit einer Verbeugung vor dem Gerichtshof den Gerichts!aal.
Weiter wird noch gemeldet:
Seit heute vomnitlag umstand eine ungeheure Menschenmenge den Justizpalast in Moabit. Die Polizei hatte umfassende Absperrungsmaßregeln getroffen, um den Wagen- verkehr aufrecht zu erhalten. Am Nachmittag schwoll die Menschenmenge ungeheuer an. Die Korridore des Gerichtsgebäudes waren überfüllt. Die Singe Klagten standen eine
Viertelstunde vor der Verkündigung des Urteils gleichfallA auf dem Korridor. Nach dem Freispruch umdrängten zahl- reiche vornehme Polen die Gräfin und küßten ihr die H»and. 9hir mühevoll wurde ihnen der Weg durch den Korridor gebahnt und sie über eine Hintertreppe nach dem aus dem 5)ose haltenden Wagen geleitet. Tie Hurrarufe setzten sich bis auf die Straße fort. Das Urteil wurde aberns durch Extrablätter bekannt und ries unter der Bevölkerung a l l e n t h alben lebhafte Befriedigun g hervor.
Vermischtes.
* Köln, 25. Nov. Gegen einen hiesigen Rechtsan» walt ist ein Untersuchungsverfahren wegen Unterschlagung in zahlreichen Fällen eingeleitet worden.
* Stendal, 24. Nov. Amtlich wird mitgeteilt: Nach Zeitungsberichten soll von den am 22. 9tov. durch den Unfall des Zuges 445 zwischen Seehausen und Osterburg er- heblich Verletzten drei Personen eine verstorben sein. Dies ist nicht der Fall. Nach der gestern amtlich erhaltenen Auskunft ist einer der im Krankenhause zu Osterburg aufgenommenen Verletzten bereits entlassen. Die im Krankenhause zu Seehausen bestndlichen beiden anderen Verletzten werden binnen vier bis fünf Tagen als geheilt entlassen werden.
* Posen, 25. Nov. Von den bei der Landschaft» lichen Bank veruntreuten 64 500 Mk. sind, wie gemeldet, 18 000 Mk. alsbald mit Beschlag belegt worden. Durch die Verhaftung eines Mitschuldigen in Belgien gelang es festzustellen, daß dieser bei einem nahen Verwandten 42 000 Mk. versteckt hatte, welche gefunden und ebenfalls mit Beschlag belegt wurden, sodaß sich der Verlust der Bank auf einen sehr geringen Betrag verringert.
. * W i c n , 25. Nov. Der am Sonntag im Raxgebiete verunglückte Wiener Arzt L o e w e n ba ch ist den Blättern zufolge heute Vormittag unter einer Lawine tot aufgesunden worden.
* Innsbruck, 25. Nov. Gestern nacht veranstaltete anläßlich der Abreise des Professors de Gubernatis eine größere Anzahl Deutscher vor dem Bahnhose eine Kundgebung. Durch energisches Einschreiten der Gendarmerie und der Sicherheitswache wurde alsdann ein Zusammenstoß zwischen den deutschen und italienischen Studenten verhindert. Eine geplante Demonstration vor dem italienischen Konsulat wurde durch die Sicherheitswache vereitelt.
* Graz, 25. Nov. Amtlich wird sestgestellt, daß die Explosion in Ardning (Vgl. Vermischtes in unserer Nr. 277) durch Erwärmung von Dynamit in einem Badezimmer herbeigeführt wurde. Eine Person ist leicht verletzt. Meldungen aus Lietzen zufolge soll schon am 21. Nov. eine Bombe erfolglos geworfen worden sein. Dabei seien zwei Personen schwer verletzt worden. — Nach einer Meldung des „Corr. Bureau" aus Lietzen ist die Blättermeldung von dem Dynamitanschlag in Ardmng darauf zurückzuführen, daß das Kanzleigebäude der Tunnnelbau-llnternehmung Zatabanda durch Explosion von Dynamit, die infolge von Unvorsichtigkeit, erfolgte zerstört wurde.
* Petersburg, 25. Nov. Das infolge des starken Unwetters sehr gestiegene Wasser der Newa und der Kanäle beginnt zu fallen.
• Syrakus, 25. Nov. Heute vormittag sand eine heftige Erderschütterung statt.
• New-Port, 25. Nov. Infolge einer Gas» explosion in einer Kohlengrube zu Bonanza (Arkansas) wurden 13 Arbeiter getötet
GerichlssM.
Bremen, 25. Nov. Der kürzlich in Lissabon als Gra) de Toulouse-Lautrec verhaftete, vielfach vorbestrafte russische Zioiliuqeuieur Nikolaus S a v i n e wurde von der 2. Strafkammer des Landgerichts wegen Betruges hiesiger Firmen zu einem Kabr und drei Nlonaten Zuchthaus verurteilt.
Braunschweig, 25. November. Das Kriegsgericht der 20. Division verhandelte gegen den früheren Bezirkskommandeur O b e r st l e u t n a n t a. D. Karl B o e ck l e r wegen B etrugs und Erstattung einer wissentlich unrichtigen Dien ft» meldun g. Eine große Anzahl Zeugen war geladen. Das Urteil lautete auf Freisprechung.
Prag, 25. Nov. Heute vormittag begann der Prozeß gegen die früheren Beamten der St. W e n ze l s-V o r s ch u ß k a s s e. Drozd, der Vorstand des Instituts, Direktor Kohout uud die Revisoren Bily und Grlinwald sind wegen Betrugs, ölassenverwalter Herik und Rechnungsführer Päkeländer wegen Veruntreuung an- geklagt. Die 842 weiten umfassende Anklageschrift berichtet über die Geschäftsgebahnmg des Geldinstituts seit dem Eintritt ^rozds und legt auf Grund von Rechnungsabschlüssen und Bilanzen die Schuld aller Angeklagten dar. Tie Anklage weist Machinationen seil 1877 stach. Bilanzen wurden gefälscht und von den Revisoren nicht beanstandet. Aus den Geldern der Einleger wurden Geschenke, Tantiemen, Remunerationen und Subventloiien katholischer Unternehmungen bezahll, wodurch schließlich ein Tesizit von acht Millionen sich ergab.
Arbeiterbewegung.
Bremen, 25. Nov. Die ausständigen Arbeiter der Firma Bremer Neismühlen, vorm. Anton Nielsen u. Eo., nahmen die Arbeit bedingungslos wieder auf.
Wan geöe Acht daß der Sekt stets in liegendem Zustande aufbemafat wird, damit der Kork von der Flüssigkeit völlig umspült wird. Dadurch wird das Entweichen der Kohlensäure verhindert und der Sekt kann infolgedessen jahrelang aufbewahrt werden, ohne an Qualität und Mousseux zu verlieren. Die Temperatur des Aufbewahrungsortes sei k ü h l.
„Kupferberg Gold" ist derjenige deutsche Sekt, welcher völligeinwandfrei dasteht. Seine erstklassigen Eigenschaften, sein vorzüglicher Geschmack, seine leichte Art und seine große Bekömmlichkeit haben ihn zu einem Lieblingsgetränk des deutschen Volles gemacht. 7987


