Zweites Blatt.
Samstag 26. September 1903
TetLr P. WNtko: für
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153« Jahrgang
, Gerich tSjaal": August Götz - M, den An- ietflcntetl: Han- Veck.
vezngopeetSr monatlich 75P1^ viertel, jährlich Mk. 2L0; durch Aohole- u. Zweigsteller, monatlich 65 Pj.; durch die Post Mk.2.—vrertel- jährU ausjchl. Bestellg. Annahme von Anzeigen ür bte Tag es Nummer jöJ vormittags 10 Uhr. . eilmpretß: lokal IS Pi, auLwLrtS 80 Pjg.
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SiehenerAmeiaer
General-Anzeiger w
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
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Erscheint täglich außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Yesfischrn Landwirt die Gießener KamiUen- vlatter viermal in der Woche beigelegL
Rotationsdruck u. Ver> Jöfl der vrühk'schen Uytvers.-Buch-u. Stein» vruckeret (Pietsch Erben- Redaktion, Drpedtttoa und Druckerei:
Gchnlstratze 7.
Ddretje für Depeschenr «»zeiger Gießen.
Aernsprcchanschluß Nr. 5L
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Solche Hemmungen traten für den Bauernstmrd u. a. ein, als die Fabriken ihre Arbellerzahl erhöhten und das besitzlose Landvolk dem höheren Verdienste der Fa- briken zustrebte. Es entstand eine ganz empfindliche Arbeiternot, und der zurückgebliebene Rest war teilweise minderwertig. Die Löhne auf dem Lande stiegen auch ganz erheblich — es schien, als habe die Landwirtschaft ihre Rentabilität verloren. Da half die Industrie; sie lieferte Vtaschinen (Säe-, Mäh-, Bindemaschinen), welche die Zahl der Arbeiter im landwirtschaftlichen Betrieb verringerten. Durch fortgesetzte Verbesserung der landwirtschaftlichen Geräte, durch bessere Bewirtschaftung, Düngung, Feldbereinigung u. dgl. hat unsere Landwirtschaft ihre Erträge zu steigern gewußt und so einigermaßen mit dem Fortschritt anderer Stände Schritt gehalten. Insbesondere wurde hier im mittleren Oberhessen die Viehzucht berücksichtigt, die dem Bauer bei den stets hohen Vieh preis en ganz erhebliche Renten abwirft. Bei Verkauf und Verpachtung von Grundstücken werden stets so hohe Erträge erzielt, daß man daraus einen günstigen Rückschluß auf die Rentabilität der Oekonomie ziehen kann.
Die Lebenshaltung im Bauernstarrd ist, wie schon gesagt, auch besser geworden. Wenn der Einzelne sich durch Ankauf neuer Güterstucke Ku schr beladen hat und klaget über Lasten, so ist das seine Sache. Eine eigentliche Rot ist nicht vorhanden bei dem wachsenden Wohlstand. „Zu viel Arbeit — keine Dienstboten", ist oft die Klage.
Nun wollen wir einmal untersuchen, wie dem abzuhelfen ist. Zu viel Arbeit macht sich der Bauer sei ost,
Es gehört aus dem Lande sozusagen zum guten
Einen bedeutenden Aufschwung hat unser deutsches Vaterland in den letzten 20 Jahren genommen. Handel und Industrie haben sich in ungeahnter Weise entwickelt. Der Volkswohlstand hat sich seitdem entsprechend gesteigert; die Lebenshaltung des Einzelnen ift infolge höheren Verdienstes besser, wenn auch teurer geworden. Besonders für die Arbeiterklasse haben sich die terielleu Verhältnisse erheblich gebessert. Aber auch alle anderen Stänoe, der Bauernstmrd einbegriffen, können eine stete Aufwärtsbewegung verzeichnen. Zeitweise Hemmungen, Stillstände oder Rückschläge wird man hierbei schon immer beobachtet haben. 'Ein gesunder Stand weiß aber solche Störungen zu überwinden; er wird mit eigener Kraft sich hiudurchkämpfen.
so gern
Ein altes Sprichwort sagt: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!" Wir ändern es um für den —andwrrt: ,Haben deine Dienstboten tüchtig gearbeitet, so gib ihnen auch reichlich und nicht schlecht zu ejsen. Und da hapert's auf dem Lande manchmal. Für die Dienste boten ist da manches gut genug, was der Herrschaft zu schlecht ist. Das finden jene gar rasch heraus. Und wie schlecht ist es mitunter um die Kochkunjt unserer Bäuerinnen bestellt! Ich meine hier gerade alle dce Bauern auf den Dörfern, die ihr Besitztum mit Rindvieh ober 1—2 Pferden bearbeiten. Nicht einmal eme onitandage Kartoffelsuppe kommt da auf den Tisch, dre schmackhafte Zubereitung der Gemüse ist vielen Bäuerinnen eine unbekannte Sache. Und wie leicht und billig wäre es, gut kochen, wenn man's nur könnte.^ Dce^Ä^wrrftchaft produziert alles, was man braucht: Eier, Milch Butter, fleisch, Gemüse u. dgl. Der schlechte Tisch vertreibt Nicht nur gute Dienstboten, er veranlaßt oft auch den Hausherrn, feinen Appetit anderweit zu stillen und sich nach, und nach den reaelmäßiaen Besuch des Wirtshauses anzugewoyuen. Und daß das Eheglück mancher Familie in ^^?ouner gehr, hat osft seine erste Ursache in der schlechten Kochkunst der ai(h ist also für die Heranwachsenden Töchter des Bauernhauses von urigeheurer Wichtigkeit, sich mit der: Geheim- nissen der Küche vertraut zu machen. Tie ^och.er der Reicheren besuchen Haushaltungsschulen, anderen wollen von der Mutter lernen, die in vielen Fällen )erbet noch zu lernen hat, eine große Anzahl lernt gar nicht kochen und
Ton, bei jeder Güt er Versteigerung Grundstücke zu erwerben. Dabei wächst natürlich auch der Mangel an Arbeitskräften.
man aber das im voraus weiß, kann man da den Jahresüberschuß nicht anderweitig nutzbringend anlegen? Oder wenn die Pacht- und Verkaufspreise der Güterstücke stets so hoch sind, warum schlägt man nicht den umgekehrten Weg ein und verpachtet oder verkauft so viel, daß man mit den eigenen^ Leuten auskommen kann? Eine falsche Scham hält manchen davor zurück; und wenn er zehnmal weiß, daß die Vergrößerung seines Gutes und dessen Bewirtschaftung mit fremden Leuten für ihn unrentabel ist: der Bauer kaust doch!
Oft klagt der Landwirt über häufigen Dienstbotenwechsel. Trotz des hohen Lohnes geht der Knecht. Woran mag das liegen? In der Regel ist die Antwort, ihm sei an Arbeit zu viel aufgebürdet worden. Aber die Gründe sind oft ganz andere. Vor allen Dingen liegt sehr viel an der Behandlung- Das Dienstpersonal läßt sich heute nicht mehr als Menschen zweiter Klasse behandeln. Höflichkeit und Freundlichkeit gegen die Dienstboten zelligen überraschende Erfolge. Mürrisches Wesen stößt ab,einzuvor- kommender Mensch findet überall Entgegenkommen. Em fteundliches „Guten Morgen" iber Herrin wirkt oft Wunder bei der Tiensttnagd, sie verrichtet chre Arbeit noch emmal
2ie Heutige Mrrwwer umfaßt 13 Keiterr.
Fortschritte und Mangel in unserem Bauernstand.
Man schreibt uns vom Lande:
Aus Stadt und Land.
Gießen, 26. Sept. 1903.
** Unser Stadttheater wird, worauf wir nochmals aufmerksam machen wollen, am nächsten Dienstag seine Pforten wieder eröffnen. Wenn auch das herrliche Frühherbstwetter tagsüber noch hinauslockt in Wald und Feld, auf die nahen Berge und in die lieblichen Täler der Umgebung, so läßr doch die schon früh hereinbrechende Dunkelheit das Interesse für abendliche Veranstaltungen rege werden. Wohl mancher unserer Leser schaut neugierig in den Anzeigenteil, der ihm Genüsse nennen soll, die chm die langen Abende kürzen helfen. Das Hauptinteresse ist auf die Eröffnung des Stadttheaters gerichtet, in dem die Gießener fortan besonders genußreiche Aberckre hinzubringen hoffen. Mit allgemeinem Interesse hat man vernommen, daß die neue Direktion Steingötter unsere im letzten Winter arg vernachlässigten Theaterverhältnisse in jeder Hinsicht zu bessern verspricht und eine beachtenswerte künstlerische Höhe zu erreichen hofft. Wir erwarten viel von der Gewandtheit, künsfterischen Energie und Arbeitsfteudigkeit des Direktors Steingötters und wollen mit ihm vertrauen, daß er all der zahlreichen Schwierigkeiten, von denen ja nicht wenige stadtbekannt sind, Herr werden wird. Der Spielplan für diesen Winter zeigt ein für hiesige Verhältnisse großes Personal, in denen Künstler jeden Faches vertreten sind. Mit der Erwerbung von Neuheiten auf dem Gebiete des Schau- und Lustspiels dürste vielfachen Wünschen und Forderungen nachgekommeu werden. Unter anderem werden Aufführungen von Go eth eschen, Schiller scheu, Lessingschen, Shakespeareschen und Moliöre- schen Werken verheißen, und daneben eine Anzahl an anderen Orten als zugkräftig erprobter Novitäten. Auch die Namen unserer besten lebenden Dichter sind auf dem Spielplan vertreten, so der Nestor deutscher Poesie Wilhelm Jordan mit seinem entzückenden graziösen Berslustspiel „Durchs Ohr", Paul Heyse mit seinem vaterländischen Drama „Colberg" und einem tragischen Einakter „Ehrenschulden", dann Rich Voß, Sudermann, Halbe, Fulda, der heute so viel gerühmte Russe Gorki, dessen gesammelte Werke z. Zt. bereits in einer guten deutschen Ausgabe erscheinen (Berlin, Cafiirer), der alte Ibsen, der noch weit ältere Spanier Calderon usw. Das neueste Hauptmann'sche Werk „Rose Berndt" wird wohl auch im Laufe der Spielzeit gegeben werden. Dem Eröffnungsabend, ber die berühmtesten drei Einakter unserer National-Literatur bringt, soll zunächst das historische Schauspiel ,Hiselott" von Stobitzer fblaen, wie uns Herr Direktor Steingötter erzählt, eine Art deutscher „Madame Sans Gene". Auf den ersten Theatersonntag ist „Der blinde Passagier" von Blumenthal und Kadelburg angesetzt, ein jokoses Schwänklein vom Range des „Weißen Rößl", das u. a. die Ausfahrt des Prachtpersonendainpsers „Auguste Viktoria" aus dem Hamburger Hafen zeigt mitsamt Wogengeschunkel und Liebesgemunkel. — Es wird in dieser Spielzeit in unserem alten Stadttheater tüchtig gearbeitet und gewirkt werden. Gilt es doch das Einstudleren einer großen Anzahl von Neuheiten, da „das Gießener Publikum Gelegeicheit erhalten soll, über alle interessanten Cricyeinnngen aus vramatischem Gebiete selbst ein Urteil zu fällen", so weit es angeht. Welche Muhe und welches künstlerische Streben Künstler und Spielleitung aufzuwenden haben, versteht nur, wer auch die Arbeit hinter ben Kulissen kennt. Möge der Direktion Steingötter keine Danaidenarbeit beschieden sein und ein zahlreiches Publikum die Anstrengungen der Direktion unterstützen und die Mnstler in ihren Leistungen ansporuen.
* * Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben dem Pfarrassislenten Emil Grünewald zu Langen die evangelische Pfarrstelle zu Badenheim, Dek. Wöllstein, überttn^Ä*
macht dann später ihre Fanrilienangehörigen zu Versuchsobjekten für ine Werke ihrer Kochkunst, — alle aber sollten eine längere Zeit in einer geeigneten Familie bei einer tüchtigen Hausfrau untergebracht werden, wo sie nicht nur kochen, sondern auch etwas Anstand und Umgangsformen lernen sollten. „Das Mädchen muß einmal hinaus" hört man ja schon oft, und wie gut ist's für die Zukunft, wenn es einmal hlnauskommt. Sieht man das nicht an unseren Soldaten? Seht euch einmal unsere strammen Reservisten an; hat ihnen der Soldatenstand etwa geschadet? Tie Körperhaltung ist viel besser, die Umgangs- |armen haben sich vorteilhaft geändert Schade nur, daß noch so viele Jünglinge nicht dienen. Die zwei Dienstjahre ruinieren wüblich nicht unser Volk; en^iehen sie auch manche Arbeitskraft, der Eir^elne hat davon doch großen Vorteil. Auch der Bauer sieht seinen Jungen ganz gen: im blauen Rock, weiß er doch, daß oer Junge gesund ist und bei anderen Menschen etwas anderes hört und sieht und manches lernt.
Daß immer Selb st Hilfe die beste ist, wird jedermann zugeben. Gewissenlose Agitatorerl haben aber weite Kreise unseres Volkes nach Staatshilie schxeien gelehrt urid so vielfach Unzuftiedenheit gesäet. Wir haben aber gezeigt, oaß unser gesunder Bauernstand es schon verstanden hat, sich ver änderten Lebensverhältnissen anzupassen, und glauben, daß er auch fernerhin sich den Fortschritten der Kultur nicht verschließen wird. Krisen kommen von Zeit zu Zeit in jeder Berufs- llasse, und der Beruf ist lebensfähig, der die Kraft hat, aus sich selbst heraus über dieselben yinwegzukommen. Wer sich immer auf fremde Schüllern stützen will, lernt nie ordentlich gehen. Freilich ist dabei nicht ausgeschlossen, daß der Freuno und Nachbar im Falle der Not helfend beispringt.
* * Kun st verein. Der Ausstellung im Saale des Turmhauses am Brand wird von morgen, Sonntag, ab wieder geöffnet sein. Schon jetzt können wir ben Mitgliedern des Vereins und Kunstfteunden mitteilen, daß im Laufe der nächsten Zeit von bekannten Künsllern einige Kollektiv-Ausstellungen veranstaltet werden und auch eine größere kunstgewerbliche Ausstellung, die für Darmstadt und Gießen geplant ist, stattfinden soll.
* * Theaterverein. Auf die im heutigen Anzeigenteil enthaltene Bekanntmachung des Vorstandes seien die Mib glichet besonders aufmerksam gemacht.
* * Ein Promenadekonzert findet morgen Vzl2 Uhr in der Südanlage statt mit folgendem Programm: 1. Ouvertüre z. O. „Norma" von Bellini. 2. Krönungsmarsch von Mcyerbeer. 3. Valse bleue von Margis. 4. Finale aus „Martha" von Flotow.
* * Im Neuen Saalbau wird morgen nachmittag 5 Uhr zur Eröffnung der Winter-Saison ein großes Militär, Konzert der Kapelle unseres Regiments stattfinden.
** Zirkus Lorch hat gestern abend seine Vorstellungen auf Oswaldsgarten eröffnet. Der Zirfirs, der einen alten, guten Ruf hat, bietet noch dieselben vornehmen, gediegenen Leistungen, wie schon vor vielen Jahren. Die Gebrüder Lorch halten ihre bewährten Kräfte dauernd fest und ziehen sie zu immer besseren, fortschrittlichen Darbietung err auf. Der Zirkus war gestern nahezu voll besetzt. Beim Eintritt in das große, schöne Zelt, sieht man sogleich, daß da in allen Dingen Ordnung und Disziplin hekrscht; die Plätze sind bequem und teilweise numeriert, elektrisches Licht erhellt den ganzen Raum, uni) die kleine Zirkuskapelle hätt sich wacker und spektakelt nicht. Zahlreiche Leute in Livree ordnen und öffnen die Manege, und feurige Pferde galoppieren herein. Es wurde in der ganzen Vorstellung nicht irgend etwas Minderwertiges produziert. Das prächtige'Pferdematerial und die hochstehende, vornehme Dressur, auch der Hunde, fefieln am meisten. Em „Pas de i)en£" auf zwei nebeneinander herlaufenden Pferden, von einer Dame und einem Herrn ausgeführt, eröffnete die gefttige Vorstellung. Das ist ein leichter, gleichmäßiger Galopp der beiden Tiere, dem man gerne zusieht, weil alle Bewegungen gemessen erscheinen und voch so leicht von stabten gehen. In gleichem Maße entKückend waren die andern PferdevorsiHmngen, besonders die Dressuren, die Direktor Lorch mit vier herrlichen Pferden vorfuhrte. Retterkunststücke, ein Texas-Ritt wie die Doppel- Jockey-Leistungen eines Geschwisterpaares, zeigten eine vorzügliche Schulung, die das Auge erfreute, nicht wilde Gewattstücke. Reizend anzusehen war der dressierte ^idel mit langem Schweif und aufgesetztem Pferdekopf, der so tadellos nach dem Tatt der Muftt marschierte und nachher seinem Herrn einen losen Pudelstreich spielte. Wenn wir eine Leistung als die • her vor heben sollten, würden wir die ttumerischen Spiele der Geschwister Lorch nennen. Solche Ex-allheit bei so schwierigen Produktionen beobachtet man jetten. Ein etwa 14 jähriges Mädchen unter den Geschwistern erregte durch die Verm-egenhell und Leich« tigkeit seiner Ueberschlagungen allgemein Bewunderung. Eme junge Desucherül„ ein 14 jähriger Backfisch, war von den Spielen so begeistert, daß sre auf dem Nachhauseweg zum Ergötzen der anderen äußerte, sie werde sich einen Tricot kaufen und die kleine Schwester „auch so herum werfen". — Die Rad fahr erkunftstücke auf der "Rennbahn im „Todesring" sind ein Zugeständnis an den modernen Geschmack, waren überaus schwierig, hatten aber nicht eben die angenehme Wirkung auf den Zuschauer wie die turnerischer Spiele und die Dressuren. Wie es üblich ist, sorgten eine hinreichende Anzahl von Späßen der Clowns auch für die Erheiterung des Publikums. Das Auftreten zweier, mit absonderlich großen Köpfen ausgestatteten, in die Länge und in den Armen auAdehnungsfähigen Tänzer oder vielmehr Tänzerinnen waren in dieser humoristischen Art das beste. So kommen denn alle Zirkus- bejucher aus ihre Rechnung. Zirkus Lorch bleibt noch eine Woche lang hier. Hoffentlich bleibt er dabei, von jenen sonst so oft hergebrachten Schluß-Effektstücken, den pauto- nlimischen Vorstellungen abzusehen, die erfahrungsgemäß den Anwesenden dumm und krank machen.
* * K i r ch w e i h f e st e finden morgen statt in Lich, Hungen, Saasen (verbunden mit Schulhausweihe), Kirchgöns und Heldenbergen L d. Wetterau.
v. Bad-Nauheim, 26. Sept. Bis zum 24. ds. sind 23 553 Kurgäste angefommen, wovon an genanntem Tage noch 963 anwesend waren. 318 316 Bäder wurden bis dahin abgegeben.
z. Lauterbach, 24. September. Die Kreislehrerkonferenz sand hier im „Johannisberg" statt. Lehrer Mink-Blitzenrod hielt tinen Vortrag über: „Die Fottbildung des Lehrers als eine der ersten Voraussetzungen zur Lehrtätigkeit." Er sand volle Zustimmung. Hiemach referierte Lehrer Holler-Lauterbach über „die Frage des Züchttgungs- rechts in der Schule". In Lehrerkrcisen ist man allgemein der Ansicht, daß eine Aenderung der für den Lehrer oft verhängnisvollen Bestimmungen bezüglich des Züchtigungsrechts dringend geboten erschiene; vom Landeslehrerverein ist diese Angelegenheit bereits bei der Regierung angeregt worden. — Nach dem Berichte des Kreisschulinspektors Andres über Schulslatistik hat die große Zahl der einklassigen Schulen in den letzten Jahren stetig abgciwmmen, wahrend die Zahl der mehrklasslgen slets wächst. Mehrere neue Schulklassen wurden tm letzten Jahre errichtet, z. B. in Maar, weitere stehen bevor, z. B. in Angersbach.


