Submission.
Für unsere Kliniker soll die Lieferung von:
25 Eentner Aepfetn
550 , Kartoffeln
10 r Zwiebeln
6 , roten Rüben
2 , weißen Rüben
8 r gelben Rüben
2 , unterird. Kohl-
raben
2 r Meerettig
85 y Weißkraut
100 Stück Rottraut
500 v Sellerie
100 , Lauch
auf dem öffentlichen Sub- missionswege vergeben werden.
Die Liefer^gsbcdingungen liegen nachmittags von 3 bis 5 Uhr auf dem Verwaltungs- bureau offen.
Angebote, versiegeü und mit der Aufschrift: Angebot auf Gemüselieser.mg" versehen, sind mtt den Lllustern bis zum 19. Oktober d. Js., vormitt- tags 11 Uhr, zu welchem Zeit- puntte die Eröffnung der Angebote stattfinden wird, auf dem Vcrwaltungsbureau abzugeben. 7173
Die Zuschlagsfrist erfolgt rs zum 26. Oktober d. Js.
Gießen, den 23. Sept. 1903.
Sroßh. Lcrwattüugs'Direktiou tr chirurgischen u. Augenklinik.
P o p p e r t. >V o s s i u s.
Suvmisston.
Für die psychiatrische Klinik soll die Lieferung von Bett-, Leib- und Tischwäsche auf dem Wege öffentlicher Submission vergeben werden.
Die für dieseLieferung gilligen allgemeinen (Erlaß der Großh. Ministerien vom 16. 6. 1893) und die speziellen Bedingungen liegen an den Wochentagen nachmittags von 3 bis 5 Uhr auf dem Verwaltungsbiireau offen.
Offerten sind versiegeü und mtt entsprechender Auffchrist versehen bis zum Eröffnungstermin, Dienstag d. 29. Sep- 1903, vormitt. 12 Uhr auf dem erwähnten Bureau einzureichen. 7051
Der Zuschlag erfolgt bis zum 10. Oktober 1903.
Gießen, den 18. Sept. 1903. Großh. Verwaltungs-Direktion
der psychiatrischen Minik.
5. 23.: Dr. Dannemann. — Celegeilheitskalls. — Große Betten m. tt. unbed. Fehlern, Ober-, Unterbett ruKissen zus. 11 Va M. Prachtv. Hotelbetten 171/, M. Rote Ausstattungsbetten 22V, M. Nichtpass, zahle Betr. retour. Preist, gratis. [3635
A. Kirschberg, Leipzig 36.
Knaben-Handarbeit.
Mittwoch den 80. September d. I., nachmittags 3 Uhr, sollen in dem Schnlhause am Astcrwcg (Handwcrkcrschule) zwei UntcrrichtSknrse für erziehliche Handarbeit mit je dreistündiger wöchenllicher Unterrlchtszeit eingerichtet werden. In dem einen derselben iverden die Schüler mtt Papparbeiten und in dem anderen mit Kerbschnittarbeiten beschäftigt, Zur Beteiligung an dem Unterricht können allere Schüler der Volksschule sowohl als auch Schüler der höheren Lehranstalten (letztere vom elften Jahre ab) zugelassen werden.
Für Werkzeuge und Materialien, melche den Schülern während der Unterrichtszeit gestellt werden, sind von jedem derselben 2 Mk. zu entrichten; die Schüler der höberen Lehranstalten haben außerdem noch ein Schulgeld von 4 Mk. zu bezahlen.
Anmeldungen zum Unterricht werden zur angegebenen Zeit in genanntem Schnlhause cntgeaengcuommen.
Gießen, den 19. September 1903. 7092
________Mecum, Oberbürgermeister. Hahn, Rektor.
1. Fntterliefernng
für das Tier-Spital in Wiesten.
'Für die Zeit vom 1. November 1903 bis zum 31. Oktober 1904 soll die Lieferung von Heu, Stroh (Maschinen- und Handdrusch), Hafer, Weizcnschalen, Futtermehl und Hundekuchen vergeben werden.
2. Berkans von Dünger.
Der in der Zeit vom 1. November 1903 bis zum 31. Oktober 1904 gewonnene Dünger soll nach dem Gewichte, so wie er sich in der Grube findet, an den Meistbietenden verkauft werden.
Reflektanten werden ersucht, ihre Angebote an die unterzeichnete Direktion bis zum 10. Oktober d. I. einzureichen.
Die Bedingungen sind in dem Tierspital, Frankfurter- Sttaße 85, einzusehen.
Die Direktton des Tierspitals.
____________________Dr. Pfeiffer._______________7179
Wir geben nachstehend die Bestimmungen für den Verkehr mit unserer
Abteilung für Spareinlagen
zur allgemeinen Kenntnis der Interessenten.
Gießen, im Dezember 1902.
Aauk für Kandel und Industrie.
Aeposttenkasse Kießcu.
Dankgebäude: Johannesstraße L
Bestimmungen:
1. Das Einlagebuch wird mit 10 Pfg. berechnet.
2. Einzahlungen können täglich geleistet werden.
3. Das Einlagebuch ist von dem Besitzer gut zu verwahren.
4. Komntt ein Einlagebuch abhanden, so hat der Sparer unverzüglich bei der Bank Anzeige zu erstatten.
5. Die Bank ist berechtigt, aber nicht verpflichtet, bei Kapital- rückzahlungen die Legttimation des Vorzeigenden zu prüfen.
6. Die Berschreibung der Zinsen erfolgt im Januar jeden Jahres in den Bücherll der Bank. Die Besitzer der Einlagebücher können die Auszahlung oder Beischreibung jedoch ganz gelegentlich auch in anderen Monaten veranlassen.
7. Kapitalien unter 1000 Mark können ohne Kündigung abgehoben werden, dagegen hat der Zurücknahme von Beträgen über 1000 Mark in der Regel eine dreinronatliche Kündigung vor- auszugeheu.
8. Bormünder können die Zinsen für ihre Mündel erheben, wenn das Gericht nicht anders bestimmt hat. Bei Kapitalrückzahl- ungen bedarf es der schriftlichen Ermächtigung der obervormund- schaftlichen Behörde. 6833
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Wegen der israelitischen Feiertage ist die auf den 23. l. Mts. anberamnte Versteigerung nicht abgehalten worden und es wird daher der Termin zur Versteigerung des zur Konkursmasse des Jacob Bamberger ge- hörigeu Weinlagcrs, sowie der Keltereigeräte auf Montag den 28. L Mts., mittags 12 Uhr, im Wein- har^ zu Alsfeld verlegt. 7115
Grimberg.Aer Konkursverwalter.
Allce-Schule
Der Unterricht in der Alice-Schule beginnt 6866
Montag den 5. Oktober.
Die Ausnahme findet Samstag den 3. Oktober, morgens 10 Uhr statt. Anmeldungen nimmt an und nähere Auskunft erteilt L. Effloeser, Oberlchrerin, Gartenstrasie 30.
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Die Schulleitung: Höhn, Großh. Hauptlehrer.
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Unter Staatsaufsicht stehende gewerbliche Fachschule.
Fachunterricht für alle Berufsarten, insbesondere für Bauhandwerker.
Begiuu des Winterhalbjahres am 26. Oktober 1903.
Programme und nähere Auskunft durch den unterzeich-
LWerßeigemg.
Montag den 28. d. M., morgens 10 Uhr anfangend, soll das Obst der Gemeinde Annerod versteigert werden.
Zusammenkunft bei der Kirche.
Annerod, am 24. Sept. 1903. Gr. Bürgermeisterei Annerod.
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Unterricht im Zuschneiden der Damen- u. Kindergarderoben, sowie Einrichtcu, Ausstecken u. Garnieren wird gründl. erteilt. Eintritt täglich. 6849
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leicht und unauffällig. Die im Winter in dunstigen Ställen stehenden, an freier Bewegung behinderten Tiere err- kranken in der Regel schwer, nicht selten tätlich.
Wir stehen im Gehört der Fohlenweide. Vergeblich, scheu wir uns aber nach den Tieren um, obwohl wir uns fast auf dem höchsten Punkt der Weideschläge befinden. Das Gelände ist hügelig, Tiere, die in Rudeln wenige hundert Schritt von uns weiden, sehen wir nicht. Die Weideschläge zichen hinüber zum Wald und hinab zur Horloff, und über diese hinweg. Dort begrenzt sie wieder der Bergwald. Heber den Bach führt eine Holzbrücke, an der wie ein Doppelposten zwei gewaltige vielhundertjährige Linden stehen. Talaufwärts wird das Tal weiter, dort liegt am Bache die Zellmühle. Weiter links das stattlich anznsehende Dorf Villingen. Außerordentlich belebt wirb die Landschaft durch den Wallenberger See, in dem sich träge Karpfen mästen und der in der Talsenkung in sumpfiger Niederung von Villingen herab um einen flachen Basalthügel zieht. Ersteigt man diesen, der an der Grenze der Fohlenweide sich erhebt, so lohnt sich der leichte Aufstieg durch eine hübsche Rundsicht, die uns Vlllingen noch besser und außerdem Ruppertsburg mit der Eisenschmelze zeigt. Dahinter und rund um uns erhebt sich scheinbar unermeßlicher Wald. Die fernen Höhen des Vogelsberges verschleiert uns leider ein leichter Dunst, der am Horizont lagert. Wir hören die Glocken in Villingen läuten, in der Umgebung des Dorfes aus den Kartoffeläckern stehen lange und dichte Reihen gefüllter Kartossel- sacke, Säcke, die die Hausfrau sauber gewaschen und gebleicht für die Kartoffelernte bereit hielt und die nun ihr Stolz sind, wie sie da weiß aus der Feldflur herüber- leuchteu.
Nun hat uns ein glückliches Ungefähr in die Fohleuweide geführt, jetzt wollen wir aber auch Fohlen sehen. Wir wenden uns an den Aufseher. Ja, sagt der in seiner langsamen, bedächtigen Art, die Zwei- und Dreijährigen stehen ja wohl meistens da im schattigen Stall, denen scheint eben die Sonne zu warm. Wir sehen nach. Ja, richtig, da stehen in dem geräumigen, hohen, sauber gehaltenen Stall, es ist mehr eine Halle, ein ganzer Hausen Fohlen mit glatter Haut, guten Muskeln, sehnigen, kräftigen Beinen. Fett sind sie nicht, das sollen sie auch nicht sein, fett
werden sie später einmal werden, dann ist die Jugend und die Glanzzeit dabin.
Jetzt stehen die Scheinhelligen da im Stalle, als ob sie nicht fünf zählen könnten. Sie lassen die Köpfe und die Ohren hängen, als ob sie träumten oder schliefen. Der Unkundige ist enttäuscht. So sehen also Fohlen aus, die im Freien leben, das sollen feurige, edle Tiere sein, die den Reiter, selbst kampfeslustig, in die Schlacht tragen? Tas sind ja lauter Schlaftnützen!
Da plötzlich hebt eins der edlen Tiere den Kopf. Das Auge glüht, die Ohren sind lauschend aufgerichtet, alle Musketn gespannt. Hat ihm der wehende Herbstwind draußen eine Herausforderung zum Wettlauf zugetragen? Im nächsten Augenblicke stürmt das Tier mit hochgehobenem Schweife hinaus,, wie elektrisiert folgen die anderen. Wir hören den donnernden Hufschlag, wir sehen überfeiner Staubwolke hochgetragene Köpfe und flatternde Mähnen, dann geht die wilde Jagd über den naheit Kamm des Hügels. Wenn wir mehr sehen wollen, müssen wir bis aus die Höhe folgen.
Da drüben vor dem Walde sind sie schon, noch immer hat das edle Tier die Führung, alle Fohlen, die auf der Weide vorher friedlich grasten, haben sich den Dahinstürmenden angeschlossen. Jetzt kommen sie im weiten Bogen herum, gerade auf uns zu. Nur ruhig stehen bleiben, wenn es auch aussieht, als würden sie uns im nächsten Augenblick überrennen. Das tun sie nicht, sie werden sich vor uns tellen, wie die Wasserflut vor einem Felsen, und werden ungefährlich an uns vorüberbrausen. Aber so weit kommt's gar nicht, der Laus wird kürzer, ca. 20 Schritte vor uns machen die Tiere halt und umgeben uns tm Halbkreis. Jetzt können wir uns die Erregten bequem ansehen. Mit hochgetragenen Köpfen, funkelnden Augen und geblähten Nüstern stehen sie vor uns. Unter der lebhaft glänzenden Haut sind die gespannten Muskeln sichtbar, die Blutgefäße unter der Haut treten hervor und drohen zu springen, die edelsten Tiere stehen so leicht auf den Füßen, als ob sie die Erde raum berührten. Die klugen Augen der Tiere scheinen, zu sprechen, inbem sie uns anblicken: Seht Ihr? das sind wir, das können wir, so können wir rennen!
Nach wenigen Minuten zieht der Schwarm eifrig grasend auseinander, als ob nichts geschehen wäre.
Wir suchen nun noch die Itz^jährigen Fohlen auf, sie sind in der Abteilung B, der 2. Klasse unseres Pensionats. Bei ihrer Jugend hätten sie wohl das Vorrecht, dummes Zeug zu treiben. Aber sie sind bei gutem Appetit, sie grasen so eifrig und haben sich weit und gleichmäßig über die ihnen eingeräumte Grasfläche verteilt. Mtt ihren langen Schweifen halten sie sich die Fliegen fern. Hat sich trotzdem eine, auf dem Rücken festgesetzt, und läßt sich nicht rascher vertreiben, dann legen sie sich wohlig ins Gras und wälzen sich aus dem Rücken, mtt den vier Beinen in der Lust strampelnd.
Es ist mittlerweile beinahe Feierabend geworden, die Glocke des Aufsehers ertönt, sämtliche Tiere werden damit zur Fütterung gerufen. Da giebt's Leckerbissen! Für die Füllen H>aser mit süßer Melasse, für die Rinder Weizen- schalen. Selbst die letzteren kommen auf den Ruf der Glocke in Galoppsprüngen heran. Die Fohlen werden angebunden, damit dre Schwächeren nicht von ben Stärkeren zurückgedrängt werden. Der Wärter hat Mühe dabei, man hört manchen warnenden oder drohenden Zuruf. Bald gilts einer Bella, bald einer Bertha, bald einer Rosa oder einem Harras, und wie die Pferdejugend sonst genannt wird. — Nach der Mahlzeit werden die Füllen wieber losgebunden und können sich aushalten, wo sie wollen, im Stall oder auf der Weide.
Auch für mich ist es Abeird geworden. Nochmals überschaue ich die Landschaft ringsum, den weit ausgedehnten Wald mit seinen sich schon herbstlich färbenden Laubkronen, das Horlofstal, über dessen Gründe leichte Nebelschwaben ziehen. Es ist kühl, mich fröstelt auf dem Heimwege, zu dem ich diesmal den Höhenweg benutze. Aber ich freue mich im Stillen über den hübschen Ausflug, der ganz ohne Programm unternommen, doch sio vieles wie zufällig bot. Ich kann dem freundlichen Leser nur raten, wenn er ein 9Laturfreund und ein Tierfreund ist, ben Weg auch zu machen, er wird, wenn er auch dabei weniger Glück hat, als ich, doch seine Frerrde haben. Llber ich rate, bald! Am 1. Oktober verläßt ein großer Teil der Tiere die Weide, der Herbst rückt mit Macht ins Feld, die schönen Tage sind gezählt. —--5


