getan. Der Redner empfahl die Bestrebungen des deutschen Vereins vom heiligen Lande, des Afrikaners und besonders des Bonifaziusvereins, der sich die Unterstützung der Katholiken in der Diaspora zur Aufgabe macht, und schloß seine Rede mit einem Appell an die Katholiken, sich aufzumachen, zum Schutze des heiligen Landes, des Glaubens. (Stürmischer Beifall.) Dann sprach Reichstagsabg. Dr. Schäd- ler über die Kirch en Politik und das Eintreten für die Freih eit der Kirche und die Pari t,ät. An Stelle des Liberalismus rücke nun im Reichstage eine andere Macht an, der es nicht um die Vizepräsidentenfchast, sondern um die Macht zu tun sei. Die Katholikenversammlungen träten für die kirchliche wie für die staatliche Autorität ein und blickten vertrauensvoll auf den Papst und den Kaiser. Redner erklärte, kein Kreuzesverteidiger dürfe von der deutschen Erde ausgeschlossen sein, auch nicht die Jesuiten, undd schloß mit der Versicherung der Treue gegenüber Rom und denr Vaterland und der Liebe und des Gehorsams für den Kaiser und die Land es fürsten.
Darauf sprach Prof. Mausbach-Münster über Kunst, Schönheit und Sittlichkeit. Ter Verein für christliche Kunst erstrebt die V e r s ö h n u n g d e s ch r i st- lichen Gedank ens mit den Aufgaben der Kunst. Die Kunst muß den Gesetzen der Wahrheit, Schönheit und Sittlichkeit treu bleiben. Tas tue die moderne Kunst nicht. Wir haben nichts dagegen, wenn der moderne Künstler die Formen der Natur genauer wiedergiebt, als es früher üblich war, aber die neue Kunst spiegele alle „Irrlehren der modernen Zeit"" wieder, den Darwinismus bei Zola, den Pantheismus bei Böcklin und den Goethe- schWürmern, den Individualismus bei Nietzsche, die ganze Zerfahrenheit des Zeitalters bei Björn s on, Uhde und Klinger. Rafael und Dürer hatten zu ihren Bildern keine Kommentare nötig. Ter höchste Zweck sei die Sittlichkeit. Tiefe ist heiliger als die ästhetischen Gesetze. Wir gestatten unserem Klerus nicht mehr das leichtfertige Leben jener Zeit, wir gestatten unseren Tiplomaten nicht mehr, so grob zu schmeicheln und zu lügen, und lediglich die Künstler wollen so rückständig bleiben, daß sie uns eine künstlerische Unterhaltung an Dingen zmnuten, die unserer Anschauungsweise fernliegen? Ium Schluß wies der Redner auf Kunst hin, wie sie in den Domen zu Köln und Mailand vertreten sei. Diese könne den christlichen Künstlern als Vorbild dienen.
Ferner sprachen noch der Kardinal-Erzbischof Ferrari von Mailand und Vizepräsident Frhr. v. Stotzinaen.
Ein farbenreiches Bild bot am Montagabend der große Kartellkommers der (farbentragenden) katholischen deutschen Studentenverbindun gen. Der Vorortspräsident, Kand. jur. Schreiber von der Hassorhen ania (Gießen) eröffnete den Kommers mit Begrüßungsworten. Tie Festrede hielt der Vorsitzende des Kölner Philisterzirkels, Rechtsanwalt Paul v. Collen. Ter Redner feierte den Kartellverband als treuen Mentor auf fixem Wege zur Wissenschaft. Er lehre seine Mitglieder, die rechte Milte einzuhalten; wie er eine glückliche Entfaltung frischer Jugendlust fördere, so mehre er anderseits immer wieder aufs neue das heilige Feuer der Berufsfteudigkeit. Ter Verband wolle aber auch dafür sorgen, daß über allem wissenschaftlichen Streben das höchste der Ideale, die Religion, nicht verloren gehe.
Das bereits kurz erwähnte Schreiben des Pap st es an den Katholikentag beginnt mit einer Danksagung für die vom vorbereitenden' Komitee an Pius X. gerichteten Glückwünsche zur '.Thronbesteigung. Der Papst würdigt dann die Bedeutung des Umstandes, daß diesmal das 50. Jahr seit dem Beginn der katholischen Generalversammlungen vollendet worden ist, und fährt fort: „Menn euch nun bei dieser Jubeloersammlung besonders am Herzen liegt, gegen Gott, den Spender aller guten Gaben, die Pflicht des Dankes zu erfüllen, so will es Uns obliegen, das wohlverdiente Lob Laut zu verkünden. Wir tun dies um so Lieber, je offenkundiger und gewisser schon vorher die Gesinnungen der Bewunderung und liebevoller Zuneigung waren, von denen Unser Vorgänger Leo XIII. unsterblichen Andenkens gegen die Generalversammlung der katholischen Vereine erfüllt war. Wir tun es in der feierlichen Weise, damit ihr, durch dieses Zeugnis der Liebe von feiten des Papstes aus gemuntert, nicht nur um so bereitwilliger, sondern auch noch um so freudiger fortfahret in euren Arbeiten und eurem Wirken für die heilige Kirche. Auch wird es bei dieser Jubeloersammlung gewiß sehr angemessen erscheinen, das Andenken der Hingeschiedenen aus eurem Bunde, des Ludwig Windthorst und der anderen hervorragenden Miän- ner zu erneuern, deren Verlust von Vaterland und Kirche schmerzlich empfunden wird, und die vordem Lange Zeit hindurch eure Versammlungen durch ihre Teilnahme geehrt und durch das Gewicht ihrer Persönlichkeit , geleitet haben. Vor allem bleib.e die erste Stelle gewahrt dem hehren Alaune Leo XIII., der eure Vereine stets begünstigt und gefördert hat; Leo XIII., welcher von seinem wiederholt gegen das deutsche Volk betätigten väterlichen Wohlwollen jüngst noch einen herrlichen Beweis gegeben, indem er den ausgezeichneten Oberhirten der Stadt, in welcher ihr eure Zusammenkunft feiern werdet, in Anerkennung seiner Verdienste in das heilige Kollegium der Kardinäle berufen hat.
Aus Stadl und Kund.
Gießen, 26. August 1903.
** Von der Kanalisation. Die Stadt beabsichtigt in Bälde das für den Hauptfammler und die Kläranlagen zur Kanalisation erforderliche Gelände zu erwerben. Die Kläranlagen kommen auf die Flur zwischen Lahn und Margarethenhütte. Den etwa 95 Eigentümern wurde für den Quadratmeter 3 8 Pfg. bis 3 Mark geboten! Die Uebergabe erfolgt im Winter.
** Der Gesamtflächen in halt des Großherzogtums nach dem Stand des Hauptzenlralkatasters des Jahres 1901/02 betrug, nach den Mitteilungen der Zentralstelle für Landesstatistik, einschließlich der den betreffenden Gemarkungen zuzuteilenden Stromslächen 767,931.00 Hektar. Dieselben verteilen sich auf die Kreise und Provinzen wie folgt:
A. Provinz Starkenburg.
Hektar
1. Kreis Tarmstadt . 29,803.66
2. „ Bensheim . 39,106.10
3. „ Dieburg . . 50,415.33
4. „ Erbach . . 59,311.71
5. „ Groß-Gerau 44,951.55
6. „ Heppenheim. 40,645.89
7. „ Offenbach. . 37,676.64
Prov. Starkenburg 301,910.88 B. Provinz Oderhessen.
L Kreis Gießen . . 60,235.17
2. „ Alfeld . . 62,174.66
3. Kreis Büdingen . 49,135.26
4. „ Friedberg . 57,302.58
5. „ Lauterbach . 53,843.00
6. „ Schotten . . 46,054.20
Prov. Oberhessen 328,744.87
C. Prov inz Rheinhessen.
1. Kreis Mainz . . 19,821.01
2. „ Alzey . . . 31,186.40
3. „ Bingen . . 19,633.79
4. „ Oppenheim . 33.425.04
5. „ Worms . . 33,425.04
Prov. Rheinhessen 137,407.82
*• Das Dünsberg-Wetturnen findet nächsten Sonntag vormittag statt und erstreckt sich auf volkstümliche Hebungen.
§ Glashütten, 25. Aug. Am schlimmsten hat wohl das Unwetter hier und in dem benachbarten Ober- Lais gehaust. Die Halme kamen bis in die Dörfer geflogen und die Garben lagen überallhin zerstreut. Gestern ging die ganze Gemeinde aufs Feld, da die Ortsbehörde noch an demselben Abend das Betreten polizeilich verboten hatte, um die Frucht zu verteilen. Wie nötig es ist, daß der Landwirt beim Binden seine Garben zählt, ist hieraus ersichtlich. Die Bewohner des Weilers Streithain waren während des Wetters aus den Häusern in den Wald geflüchtet. Nur wenige Obstbäume" sind verschont geblieben; die Ernte ist gänzlich^ vernichtet. Ein großer Fichtenbestand unweit des Streithain liegt gänzlich zusammen. Die Däch er sind fast ganz ab gedeckt; dasselbe wird aus dem 11/2 Stunden von hier entfernten Burkhards gemeldet. Ganze Wagenladungen mit Ziegel gingen dorthin ab; einem Manne wurde der ganze Obstgarten bis auf einen Baum zerstört. — Ein alter Köhler, aus Thüringen stammend, welcher am Schutzhause au der Oberwaldstraße gegenwärtig beschäftigt ist, erklärte, daß er während seines 35 jährigen Aufenthaltes im Walde noch kein solches Unwetter erlebt habe.'
Darmstadt, 25. August. S. K. H. der Groß herzog nahmen gestern nachmittag unter Führung des Oberbürger- lneisters Dr. Gaßner und des Architekten Opfermann das ehern. Kurfürstliche Schloß und das Zollgebäude in Mainz in Augenschein und kehrten heute gegen Mittag von dort nach Jagdschloß Wolfsgarten zurück. Prinz Andreas von Griechenland kehrte am gestrigen Abend hierher zurück.
Darmstadt, 25. Aug. Der Gründung einer allgemeinen hessischen Beamten - Sterbekasje galten die Verhandlungen einer Delegierten-Versammlung hessischer Beamten am Sonntag. Es wurde eine Statutenentwurfs-Kommission gewählt. Die weiteren Vorarbeiten und die noch einzuholende Genehmigung des Neichsaufsichtsamts für Privatversicherungen erfordern noch einige Zeit, sodaß die neue Kaffe voraussichtlich erst am 1. April 1904 ins Leben treten kann.
fc. Mainz, 25. Aug. Der Kaiser war von seinem hiesigen Aufenthalte äußerst befriedigt. Auf dem Bahn- Hose sagte er scherzend zum Oberbürgermeister Dr. Gaßner: Eins kann man En ch nicht nehmen, den Rhein und die hübschen „Meedcher""! — Der neue Gouverneur v. Scheele rühmte die musterhafte Ordnung des Publikums, wie sie ihm noch in keiner etabt vorgekommen ei. Dos Publikum endlich beklagte sich über die strenge Absperrung während der Truppenschau auf dem Großen Sande.
Frankfurt a. M., 25. Aug. Prinz Friedrich Karl von Hessen übernahm das Protektorat für den Stenographentag, der Anfang Oktober stattfindet.
fc. Höch ft a. M, 25. Aug. Aus der Nieder Chaussee wurde gestern ein achtjähriges Mädchen Namens Scherer von einem Automobil überfahre n und schwer verletzt. Es wurde bewußllos vom Platze getragen. — Ein 45jahriger verheirateter Arbeiter wurde wegen schweren Sittlichreitsverbrechens, begangen an seiner eigenen 16- jährigen Tochter, verhaftet.
Hanau, 25. Aug. Dem scheidenden Oberpräsidenten v. Zedlitz-Trützschler soll eine Ehrengabe der Provinz überreicht werden mit der Bitte, sie für die Notleidenden Schlesiens nach eigenem Ermessen zu verwenden.
Kassel, 25. August. An dem Festmahl, das der Kaiser für die Offiziere des 11. Armeekorps am 27. d. M. im Residenzschloffe zu Kassel veranstalten wird, werden sämtliche höhere Chargen bis zum Major abwärts teilnehmen. Zu dem am 28. d. M. für die Ziv il b e hörd en dort stattfindenden Festmahl sind unter anderen auch die Oberbürgermeister und Bürgermeister sämtlicher hessen-nassauischen Städte von mehr als 10000 Einwohnern mit Einladungen bedacht worden.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Hattersheim fuhr ein Automobil, das aus Paris angeblich nach Frankfurt zum Nennen fahren wollte, in einen Wagen — ein Pferd ist getötet. — Der Kreisaffistenzarzt Dr. Vahle aus Marburg ist zum Kreisarzt ernannt und mit der Verwaltung des Kreisarztbezirks Kreis Frankenberg beauftragt worden. — Eine Auszeichnung. Aus der unter dem Protektorate des Königs der Belgier vom 4. bis 13. Jult in Brügge (Belgien) stattgehabten Ausstellung landwirtschaftlicher Maschinen wurde der Firma Ph. Mayfarth u. Co. in Frankfurt a. M. die höchste Auszeichnung, Grand Prix und 2 goldene Medaillen, zuteil. — In Rheinhesse n wird der Stand der Reben im allgemeinen als ausgezeichnet bezeichnet; die Trauben sind nahezu ausgewachsen. Der Aescherisch (Oi'dium) hat leider, gefördert durch die anhaltende feuchte Witteriing, größere Ausdehnung erfahren, als man früher annahm.
Vermischtes.
* Berlin, 25. August. Der Kellner Scheffler versuchte am Nachmittag den Musiker Tenius in einem Zigarrenladen zu erschießen. Tenius wurde fünf mal am Arm und an der Seite verletzt. Der Täter ist verhaftet.
* Paris, 25. August. Wie in Gerichtskreisen verlautet, sind die in dem geheimen Dossier enthaltenen Schriftstücke, durch welche zahlreiche hochstehende Persönlichkeiten m der Humbört-Affäre kompromittiert werden, gefälscht. Dieselben seien von dem Abg. Frßderic Humbert auf Papier mit dem Zeichen der Abgeordnetenkammer angefertigt worden. Auch sei das Schreiben des früheren Ministers Flourens eine Fälschung.
* Paris, 26. August. Therese und Frßderic Humbert unterzeichneten gestern abend die Berufung. Emil und Romain Daurignac unterzeichneten nicht.
* Innsbruck, 25. August. Im Kaisergebirge ist der Tourift Karl aus Straßburg i. E. abgestürzt und blieb tot. Von der Rosthornspitze ist der Tourist Lauer Schwarz aus Düsseldorf infolge einer Steinlawine abgestürzt, wurde indessen nur leicht verletzt. Der deutsche Student Steglitz ist von der Luna di Eanali abgestürzt.
Der „Kaiser der Sahara". Nach einer Meldung des New-Pock Herold soll sich der Millionär Jaeques Le- baudy, der m jüngster Zeit durch seinen Plan der Gründung eines neuen Kaiserreiches der Sahara Aufsehen erregte, auf
einem Wörmann-Dampfer von Las Palmas nach Hamburg eingeschifft haben. Der Zweck seiner Reise ist noch unbekannt.
* Von zwei Strolchen überfallen wurde, wie schon kurz gemeldet, der O b er - R e g i e r u n gs rat Kn a u t h, der seit in Ilsenburg in der Sommerfrische weilte. Der alte Herr war auf einem Ausfluge nach dem Jungborn begriffen und setzte sich unterwegs am Besenbinderstieg auf eine Bank, hierbei die Zeitung lesend. Plötzlich tauchte ein Handwerksbursche vor ihm auf, dem er auf seine Bitte eine Gabe verabreichte. Bei dieser Gelegenheit niuß der Bettler wohl gesehen haben, daß Knauth eine größere Summe Geldes im Portemonnaie bei sich führte; denn er kehrte bald darauf in Begleitung eines zweiten Handwerksburschen zurück und verlangte abermals Geld. Als ihm dies verweigert wurde, schliig der Vagabond mit einem Knüppel auf den Sommergast ein, während sein Komplize mit einem abgebrochenen Kavalleriesäbel auf Knauth einhieb. Der Heber* fa(lene wollte die Flucht ergreifen, wurde aber zu Boden geschlagen und seines Portemonnaies mit ca. 80 Mk. Inhalt beraubt. Der Schwerverletzte, der anfänglich bewußtlos liegen geblieben war, schleppte sich später nach der Behausung des Amtsvorstehers, wo er Anzeige von dem Raubanfalle erstattete. Die sofort aufgenomme Verfolgung der Räuber führte schließlich zu deren Festnahme. Dem einen von ihnen gelang es zwar, sich vorläufig seiner Verhaftung zu entziehen, indem er mit dem Kavalleriesäbel nach seinen Verfolgern
schlug und dann m den Wald flüchtete, doch konnte er dort bald ermittelt und dingfest gemacht werden. Den Kavalleriesäbel und das geraubte Geld hatte er inzwischen im Walde
vergraben, wo es nach vielen Suchen gefunden wurde.
Briefkasten der Redaktion.
(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.)
L. L. Die Univerfitätöinftitute sind nur mit Genehmigung ber Herren Direktoren zugänglich.
Neueste Meldungen.
OriginaldrahtrrreLdungett des Gießener Anzeigers.
Berlin, 25. August. Sechs sozialdemokratische Versammlungen wiirden gestern abend abgehalten, welche die zum Dresdener Parteitage zu stellenden Anträge erörterten. Dabei trat die von Eduard Bernstein aufgerollte Frage bezüglich des Vizepräsidentenpostens im Reichstage in den Vordergrund. Von fast allen Rednern wurden die heftigsten Angriffe gegen die Revisionisten erhoben. Namentlich hielten es einige für angebracht, den zu ivählenden Delegierten aufzugeben: auf dem Parteitage mit Bernstein ordentlich abzurechnen, damit seinen „Quertreibereien ein Ende gemacht"" werde.
L. Berlin, 26. Ang. Tas amtliche Warenve r - zeichuis zum Zolltarisiwird vom Bundesrat in Her Sitzungsperiode, die Ende September oder Anfangs Oktober beginnt, voraussichtlich endgiltig festgesetzt werden. Gegenwärtig wird in den zuständigen Ressorts an dem Entwurf gearbeitet.
Breslau, 26. August. In einer hier abgehaltenen özialdemokratischen Parteiversammlung wurde einstimmig be» schlossen, die Reichstags-Abg. Schippel und Bernstein öwie den Zeitungs-Verleger Schütz aus Breslau als Landtags-Wahlkandidaten für Breslau aufzustellen. Die Genannten erklärten sich bereit, die Kandidatur anzunehmen.
Hdine, 26. Aug. Graf Manane ist nach Hinterlassung großer Schulden m Höhe von einer Viertelmillion Lire geflüchtet. Seine Frau hat sich erschossen.
Wien, 26. Aug. Vom Peilstein sind zwei Wiener Touristen abgestürzt. Dieselben wurden schwer verletzt aufgefunden.
Semlin, 26. Aug. Die in Belgrad erscheinende Zeitung „Narodni Listi" veröffentlicht einen Bries, in welchem dem C hefredakteur des Blattes angekündigt wird, daß er, owie drei Obersten und zwei Hauptleute von einem geheimen Komitee zum Tode verurteilt eien.
Sofia, 26. Aug. Hier verlautet, der russisch e Admiral Krüger habe vom Sultan eine Einladung erhalten, diese aber energisch abgelehnt.
Newy 0 rk, 26. Aug. Präsident Roosevelt läßt das Dekret veröffentlichen, wodurch der Staatssekretär des Krieges, Boot, vom nächsten Januar ab feines Po stens enthoben wird. Er wird wahrscheinlich durch den jetzigen General-Gouverneur der Philippinen, Taff, ersetzt werden.
TeBepEwmschea* Kursbericht
37ß°/o 3% 3V,% 3°/o 'W/n
Reichsanleihe do.
Konsole . do . .
Hessen
871% Oberhessen . . , 4% Oesterr. Goldrente .
4 Hz 96 Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente .
4°/j Italien. Rente . .
4'/, 56 Portugiesen . . , 3°/ > Portugiesen. , . .
1% C. Türken . . .
Türkenlose.....
4% Griech. Monopol.-Anl. 4l/,% äussere Argentiner
. 101.80 . 90.00 . 101.50 . 90.00 . 100.50 . 99.20 . 102.90
100.50 . 100.40 . 103.00 . 50.10 . 30.95 . 34 90 . 129.20
44.00
41.70
4,/g^/ü Chinesen . . Electric, bohuckert . . Nordd. Lloyd . , Kreditaktien . . .
Diskonto-Kommandit. . Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . .
Berliner Handelsges. Oesterr. Staats bahn , .
Lombarden . , , Gotthard bahn . . . Laurahütte.....
Bochum ... ... Harpener.....
Tendenz: ruhig-
Fra Bk klurt u. J4., 26. August 3u/q Mexikaner
ldu3
. 27.20
. 92.45
. 95.00 . 100.50 . 202.60 . 186.30 . 135.60 . 146.40 . 152.50 - 139.00 . 16.50 . 189.60 . 224.50
. 183.00 . 182.60
Bekanntmachung.
In das Genossenschaftsre- gister wurde heute bezüglich des landwirtschaftlichen Kon- umvcreins Treis a. d. Luinda eingetragen: Heinrich Michel V ist aus dem Vorstande ausge- chieden und an seine Stelle Philipp Kehr V, Schneidermeister zu Treis a. d. Lumda, zum Vorstand gewählt. § 36 der Statuten ist dahm abgeändert, daß die Veröffentlichungen im Gießener Anzeiger (,11 erfolgen haben. 6422
Gießen, 25. August 1903.
Großh. Amtsgericht.
Versteigerung.
Donnerstag den 27. August, nachmittags 3 Hhr, sollen dahier, Marktplatz Nr. 20, „Zum Adler"
1. Haus- und Küchengeräte aller Art,
2. eine größere Partie Schuh- waren,
3. eine Ladeneinrichtung und verschiedene Kurzwaren,
4. 2 goldene Medaillons u. v. a. gegen bar versteigert werden.
Gießen, 26. Äug. 1903. 6424 _ Seipel, Gerichtsvollzieher.
Stöbt. Schlachthaus.
greibant
Heule und morgen: 6381 IHs-nurflklstz 40 Psg.


