schloß man sich diesem Vorgehen an imb stellte den Auto- mobllismus, soweit er rennmäßig betrieben wird, auf den Index. Dann kam im vergangenen Jahre die Fahrt Paris— Wien. Tie französische Regierung ließ sich wieder erweichen, unb der Ausgana des Rennens, der ziemlich glimpflich ohne allzu auffällige Katastrophen verlief, schien ihr Recht gegeben zu haben. Unterdessen hat die AutomobU- industrre gewaltige Fortschritte gemacht, nicht zuletzt dan! den Rennen, die den Ansporn zu rastloser Konkurrenz bildeten.
Die Rekordraserei trat in immer zunehmendem Maße m die Erscheinung. Eine Art Wahnsinnstaumel ergriff die Chauffeure, da möglichst jeder einen neuen Weltrekord aufstellen wollte, und — wie das die Kundigen lange vorausi'ahen — das Unglück blieb nicht aus. Die Nizzaer Woche ist ja noch in lebendiger Erinnerung.
Trotzdem ist das Rennen Paris—Madrid nicht sofort dem Verbot verfallen. In dieser warmen Jahreszeit, wo die Rennwagen, werm sie die Chausseen dahinsausen, einen undurchdringlichen Staub hinterlassen, auf zum Teil miserablen Straßen — ganz zu schweigen von den schlechten kalkigen Straßen Spaniens — hat man die „Ritter von der Geschwindigkeit hinausziehen lassen im 100 Kilometertempo. Sport ist Sport.
Wer sich ihm mit Leib und Seele verschrieben hat und den bravourös zu nennenden Mut besitzt, jeder Gefahr, die am Wege lauert, unerschrocken ins Gesicht zu blicken und, wenn es sein muß, sein Leben in die Schanze zu schlagen, muß das Schicksal walten lasten. Vlan kann auch verstehen, daß die Automobilindustrie einen so ungeheurer: Wert auf Automobilrennen legt und ihre vornehmsten Fürsprecher ins Gefecht schickt, wenn es einmal heißt: Dies Rennen muß verboten werden.
In erster Reihe steht aber die Rücksicht gegenüber der unbeteiligten Vollsmasse. Automobilrennen in oer Fassung wie Paris—Madrid, zugeschnitten auf wahnwitzige Raserei, gehören nicht auf die Straße, dazu sind Rennbahnen da, und wo sie nicht bestehen, mögen sie, wenn der Industrie es notwendig erscheint, gebaut werden. Aber d:e Landstraße ist für solche gefährliche Vergnügungen nicht da. Noch so strenge Vorsichtsmaßregeln (und Paris—Madrid war gewiß sorgfältig vorbereitet) werden nie verhindern können, daß neugierige Zuschauer, die harmlos ohne Ahnung von den Gefahren des Töff-Töff, am Wege stehen, plötzlich in eine Katastrophe verwickelt werden. Darum tut es bei Zeiten not, dieser Art Rennen den Garaus zu macken. Das „Berl. Tagebl." hört, daß der deutsche Automobilklub Versuche unternimmt, die Regierung möge gestatten, daß der Gordon Vennett-Pokal, falls er in diesem Jahre in Irland von deutschen Wagen gewonnen werden sollte, im nächsten Jahr hier zum Austrag kommt. Es ist an der Zeit, schon jetzt davor zu warnen. Prinz Heinrich hat vor kurzem ein sehr schönes Wort über die Automobilisten gesprochen: „Liebe Deinen Nächsten wie dich selbst!" Darum fort mit den Straßenrennen. Touristenfahrer tun auch rhre Schuldigkeit.
Die gestern bekannt gewordene Liste war höchst un- vollständtg; nach den heute vorliegenden wahrschernlich auch noch lückenhaften Nachrichten ist die Zahl der Toten und tödlich Verletzten auf 17 gefliegen. Außerdem sind 30 Personen mehr oder weniger schwer verletzt.
Marcell Renault, der Sieger der Wettfahrt Paris- Wien, liegt anscheinend in Agonie, er hat einen Schädelbruch, auch beide Beine sind gebrochen. Er ist mit seinem Automobil gegen einen Baum geflogen, als er seinen Konkurrenten Thery überholen wollte. Angeblich soll der Arzt erklärt haben, seine Rettung sei möglich, doch ist er andauernd ohne Bewußtsein. Er ist Mitinhaber der Auto- mobilfabrit Nenault-Fröres. Als sein Bruder Louis Renault, der als Erster in Bordeaux eingetroffen war, das Unglück vernahm, ließ er sofort sämtliche Wagen der Firma aus der Wettfahrt zurückziehen. Der Fahrer Lorraine- Barrow, der einen Dietrich-Wagen lenkte, liegt in Libourne, ihm ist der Brustkasten eingedrückt und ein Schenkel zermalmt. Sein Zustand gilt als ziemlich hoffnungslos. Lorraines Mechaniker ist, wie bereits gemeldet, tot. Tot sind ferner folgende Personen: Wettfahrer Porter, dessen Automobil zwei Kilometer von Bouneval umstürzte. Porter lag unter dem Wagen. Der Autolnobilisl, der sich nicht bewegen konnte, verbrannte. Ferner Wetlfahrer Stad, der mit einem Dietrich-Wagen die anderen Automobile überholen wollte und dabei kollidierte; tot liegen 6lieb der von dem Automobll des Wettfahrers Tou.rang herabgeschleuderte und schwer verletzte Mechaniker; dann eine Frau, die bei Ablis die Chaussee überschritt und von einem Automobil ergriffen, und zermalmt wurde. Sodann kamen zwei Soldaten und ein Kind, nach anderen Meldungen ein Soldat und ein Kind um. Die Soldaten wollten bei Barbezieux das Kind von der Chaussee zurückhalten und wurden dabei selbst von dem Automobll Tourangs ergriffen. Bei diesem Unfall kam auch der schon erwähnte Mechaniker Tourangs um, während Tourang selbst schwer verletzt wurde. Schwere Verletzungen erlitt auch der Wettfahrer Georges Richard, der umstürzte und mehrere Rippen zerbrach. Vor der Abfahrt von Versailles wurden zwei Velozipedisten überfahren.
Wie dem „Lok.-Anz." noch aus Paris berichtet wird, wurde der Sieger in der Fernfahrt Paris—Berlin, Fournier, bei dem Zusammenstoß seines Wagens aus dem Gefährt herausgeschleudert und verletzt. Er gab infolgedessen das Rennen auf. Fürst Albert von Monaco, welcher auf seinem Moto-Cyclet eine Tourenfahrt von Monaco nach Paris unternehmen wollte, kam dadurch, daß er einem Hunde ausweich en wollte, zu Fall und erlitt Verletzungen am rechten Arm unb am rechten Schulterblatt. Der mitfahrende Chirurg legte dem Fürsten einen Notverband an.
Wie demselben Blatt aus Loudon gemeldet wird, kollidierten bei einem Automobil-Wettrennen von Postbeamten in Bristol zwei Wettfahrer, sodaß sie ins Publikum stürzten. Zwei Knaben wurden getötet, 10 Personen schwer verwundet. Einer der Wettfahrer trug ebenfalls schwere Verletzungen davon.
Aus Libourne wird noch berichtet, daß dieFraueines Musiklehrers, welche sich mit ihrem Mann mit dem Fahrrad vor die Stadt begeben habe, um die Rennwagen vor beikommen zu sehen, von einem Automobil überfahren und tödlich verletzt wurde.
In dem Senat und in der Mammer zu Paris wird die Regierung lucyen der Unglücksfälle interpelliert werden. Die Bevölkerung des «üdwestcns Frankreichs ist in so gereizter Stimmung, daß den Automobilisren ein anderer Rückweg nach Paris an geraten wird.
Der deutsche Automobilwettfahrer Werner mit [einer Merxedes-Majchiue von 9» Pferdekräften gab ferne Fahrt auf infolge eures Defektes an seiner Maschine. Ebenso schied Atme. de Jast vor dem Beaknntwerden des Verbots
von der Beteiligung auS. Die projektierte Illumination in Bordeaux unterblieb zum Zeichen der Trauer für die Unfälle.
(Auü £xtui>t und Land.
Gießen, 26. Mai 1903.
— Personalien. S. K. H. der Gcoßherzog haben den Fritz Schultz aus Seddin zum Fachlehrer für Drechseln und Holzschnitzen an der Fachschule für Elfenbeinschnitzerei und verwandte Gewerbe zu Erbach u O. ernannt — Der Oberförster Georg Ohl zu Grebenhain wurde m gleicher Diensteigenschaft in die Oberförsterei Ober-Rosbach versetzt. — Ernannt wurde der Steueraufseheraspirant Bernhard Vogt aus Küllstedt zum Steueraufseher.
— Eine Regierungsvorlage betr. Hagelversicherung ist soeben der 2. Kammer vorgelegt worden. Sie bezweckt den Abschluß eines Vertrages mit der Rordd. Hagel- versicherungsgesellschaft auf Gegenseitigkeit in Berlin sowie die Bildung eines Hagelversicherungsfonds.
*• Das Großherzogliche Regierungsblatt, Beilage Nr. 16, enthalt u. A.: Uebersicht der von Großh. Ministerium des Innern für das Etatsjahr 1903/04 genehmigten Kommunalbedürfnisse in den Landgemeinden des Kreises Gießen.
t Butzbach, 26. Mat Die Arbeiten an der nenen Bahnstrecke Lich — Butzbach sind jetzt auf der ganzen Strecke — seit kurzem auch zwischen hier und Griedel — sehr energisch in Angriff gnnommen worden. Die Bahn soll bestimmt am 1. Oktober d. I. eröffnet werden. Die Weiterführung der Bahn über Lich, Bessingen, Ettingshausen und Queckborn nach Grünberg dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein. — Die Arbeiten an der St. Markuskirche schreiten rüstig weiter und dürsten bis Herbst vollendet sein. Die Kosten der Renovierung werden sich auf etwa 30—40 000 Mark belaufen. — Das Infanterie-Bataillon ist am Samstag nachmittag per Bahn wieder von Griesheim bei Darmstadt zurückgekehrt, wo es Schießübungen hatte.
K. B. Darmstadt, 26. Mai. (Telegramm des »Gießener Anzeiger"). Der Deutsche Bühnenverein (nicht zu verwechseln mit der Genosienschaft deutscher Bühnenangehörigerl D. R.) ist seit gestern vormittag hier versammelt. Es haben sich bisher der stellvertretende Vorsitzende, Generalintendant Baron v. Perfall-München, Generalintendant Exz. Frhr. v. Plaggert-Wien, Exz Graf v. Seebach-Dresden, Exz. Dr. Tem p e ltai- Coburg, Frhr. v. Lede b our-Schwerin, Baron v. Puttlitz -Stuttgart, der Hess. Geh. Hofrat Max Staazmann-Leipzig u. a. eingestellt. Präsident Graf Hoch berg trifft erst am Mittwoch ein. Die bisherigen im Foyer des Hostheaters stattgehabten Beratungen waren mehr Vorbesprechungen und von vertraulicher Art. Nachmittags */,3 Uhr war gemeinschaftliches Essen im „Hotel zur Traube". Heute nachmittag 5 Uhr findet ein von der hiesigen Generaldirektion gegebenes Festessen ebendaselbst statt und für Mittwoch mittag sind sämtliche Teilnehmer zum Diner bei Sr. K. Hoheit dem Großherzog geladen.
ed. Darmstadt, 26. Mai. (Originaltelegramm des „Gieß. Anz." Der langjährige Adjutant des verstorbenen Prinzen Heinrich von Hessen, Oberstleutnant Freiherr Moritz von Schenk zu Schweinsberg, eine in Sport- und Hofkreisen beliebte Persönlichkeit, ist gestern abend plötzlich einem Schlaganfall erlegen.
Mainz, 25, Mai. Wegen Stellungnahme zum § 13a des Zolltarifgesetzes, der die Aufhebung des Oktroi in sich birgt, fand heute nachmittag in Mainz im Stadthause eine Vertreterversammlung derjenigen Städte statt, die von dieser Maßregel betroffen werden. Durch ihre Bürgermeister und Oberbürgermeister waren u. a. vertreten: Straßburg i. E., Markich, Colmar, Aschaffenburg, Würzburg, Koblenz, Schmalkalden, Rastatt, Offenbach a. M., Darmstadt, Freiburg i. B., Biebrich, Friedberg, Mainz, Esch- roege, Marburg, Fulda, Homburg v. d. H., Saarburg, St. Avold, Dieuze, Forbach, Ulm, Karlsruhe, Kassel, Wiesbaden, Metz, Dietenhofen, Hersfeld, Baden-Baden, Gießen, Hanau, Mörchingen und Worms. In den Beratungen wurde entschieden betont, daß der § 13a einen schweren Eingriff in die Landesgesetzgebung und die Selbstverwaltung der davon betroffenen 1392 Gemeinden bedeutet. Die Aufhebung des Okroi käme nur einigen Großhändlern zugute, während die durch die Aufhebung des Oktroi bedingte notwendige Steuererhöhungen nur die schwächer situierten Leute treffe. Als bezeichnend wurde darauf hingewiesen, daß die Aufhebung des Oktroi auf Mehl in Gießen nicht die geringste Brotoerbilli gung veranlaßt habe und daß deshalb daselbst demnächst das Oktroi wieder eingeführt werden solle. Die Beratungen gipfelten in einer von dem Oberbürgermeister Ernst Müller-Kaffel vorgeschlagenen Resolution, in der zunächst betont wird, daß der § 13a des Zolltarifgesetzes mit der Verfassung des deutschen Reiches in Widerspruch stehe, da diese die Zuständigkeit der Reichsgesetzgebung auf dem Gebiete des kommunalen Steuerrechts nicht erstrebt hat. Im Uebrigen wird das bereits Gesagte in der Resolution bestätigt und aufgefordert, unter allen Umständen dahin zu wirken, daß jenes Gesetz, welches 1910 in Kraft zu treten hätte, vorher wieder beseitigt wird.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In der Nähe von Kastel wurde die Leiche des MusketterS Schmidt II von der 8. Kompagnie deS 81. Infanterie-Regiments auf dem Eisenbahn-Geleise vorgefunden. Ob Unfall oder Selbstmord vorliegt, ist noch unbekannt.
Vermischtes.
'Remagen, 25. Mai. Die gesammte Mannschaft eines hier vor Anker liegenden Schiffes wurde unter dem dringenden Verdacht verhaftet, einen jungen Mann in den Rhein gestürzt zu haben, der ertranf.
• SoSnowice, 25. Mai. Hütteninspektor GorsenSki wurde hier ermordet aufgefunöen. Die Tat wurde auf Anstiften der Frau von ihrem Liebhaber mit dem Rasier- meffer verübt. Beide wurden verhaftet.
• Petersburg, 25. Mai. Tolstoi dementiert die Nachricht, daß er 15 000 Rubel für die Juden in Kischinew gespendet habe.
Kunst und Wissenschaft.
Julius Lohrneyer f- Der empfindungsreiche, fein* sinnige Dichter und Begründer namhafter journalistischer Unternehmungen Julius Lohrneyer ist nun doch nach längerem Leiden, 67 Jahre alt, gestorben. 1835 in Neiße als Sohn eines Apothekers geboren, folgte Lohrneyer dem Berufe des Vaters. Als Apotheker in Elbing — et erinnert hier an Liebigs, Fontanes und Sudermanns Jugend, die auch in ihren Jugendjahren in lateinischen Küchen tätig waren — leitete er seine dichterische Begabung in die Wege des berufsmäßigen SchriftstellerMms. Zunächst fand er für seine formreiche Poesie ein Arbeitsfeld beim Kladderadatsch, in dessen Redaktion er eintrat. Eine Menge Leitgedichte des Kladderadatsch aus dem Ende der 60er Jahre ist von Lohrneyer verfaßt. Da die Statur des Poeten aber mehr ernst als humoristisch beanlagt war und die scharfe Satire des Kladderadatsch iciner Steigung nach Betätigung auf dem Gebiete des Gemütvollen nicht behagte, gründete Lohrneyer 1873 die große illustrierte Zeitschrift Deutsche Jugend. Hier vereinigte das Redaktionstalent des rührigen Mcumes alles, was sich mit Feder und Stift der Wett der Kleinen geistig und künstlerisch widmete. Daneben gründete er ein originelles Blatt für harmlosen Humor, den Schalk, der spater von unserem Ernst Eckstein redigiert wurde. Vor zwei Jahren gab der unermüdlich tätige, an Ideen stets reiche SJlann in der Deutschen Monatsschrift für das gesamte Leben der Gegenwart dem nationalen Gedanken auf allen Gebieten des Deutschtums eine Stätte der Aussprache. Sieben seiner öicjätigcu redaktionellen Tätigkeit fand Loh- meyer immer noch ^>eit zur poetischen Produktion. Seme „Gedichte eines Optimisten", die sich der naturalistischen Modeströmung eutgegeustellen, enthalten den reinsten Ausdruck seines dichterischen Wesens. Tiefe der Empfindung, vornehmes Pathos der Vaterlandsliebe, graziöser Wohllaut der Form — das sind die Vorzüge Loymeyerscher Poesie, über der zuweilen auch das Lächeln eines harmlosen Humors schwebte.
— Ter Forschungsreisende Eugen Wolf in München wurde vom französischen Mimsler des Unterrichts und der schonen Künste zum Oltizier de l’histruction publique ernannt.
München, 25. Mai. Gegen den Zeichner des Simpli» cissimus, Th. Th. Heine, ichwebl wegen des Titelbildes .Gesandten-Erziehung" in der längst konsiszierten Stummer des genannten Blattes em St rafver fahren.
Neueste Mewmigeu.
Originaldraytmcldungcu des Gießener Anzeigers.
Berlin, 26. Mai. Der Präsident des mitteleuropäischen Motorwagen-VereinS, Graf von Talleyrand-Perigord erklärte in einer Unterredung mit einem Mitarbeiter der ,Nat.-Ztg.", daß die Straßcn-Rennen zwar zur Erreichung eines vollkommenen Motors, den man leider noch nicht habe, nach seiner Meinung unbedingt nötig seien, bei Privaten jedoch sei Schnelligkeit Wahnsinn.
London, 26. Mai. Die Morgenblätter enthalten langt Artikel über eme Regelung der Automobil-Wettfahrten auf der Landstraße. Die Blätter drücken ihre Genugtuung auS, daß die spanische Regierung ebenfalls die Fortsetzung der Wettfahrt untersagt hat und ersuchen die englische Regierung, zu erwägen, ob nicht auch die Wettfahrten in Irland verboten werden sollten. In Londoner Automobilistenkreisen glaubt man, daß dies nicht geschehen wird, obgleich man auch hier die Unfälle der französischen Wettfahrer auf das lebhafteste bedauert.
London, 26. Mai. „Morniug Leader" meldet aus New York: Ter großen Hitze der letzten Tage ist ein heftiger Cy klon gefolgt, welcher besonders Nebraska heimsuchte. Genauere Einzelheiten fehlen noch, da die Haupt-Telegraphen-Linie meist gestört ist. Zahlreiche Einwohner der Stadt Sä)rman sind unter den Trümmern ihrer Häuser begraben. Eine große Menge Vieh ist auf offenem Felde umgekommen. Ein Postwagen, in dem sich 12 Passagiere befanden, wurde umgeworfen, mehrere der Insassen schwer verletzt. Bisher sind über hundert Familien als obdachlos gemeldet.
London, 26. Mai. Durch einen beim K^riegSministe- rium eingegangenen ausführlichen amtlichen Bericht aus Kapstadt über den Verkauf von mit Typhus-Bazillen infizierten Wolldecken werden hohe Militärbeamte schwer belastet, sodaß die peinlichsten Enthüllungen bevorstehen. In City-Kreisen verlautet, große Partten von vermutlich ebenfalls infizierten Decken wären auf dem Wege nach dem Kontinent und biete die Regierung alles auf, die Sendung nach London -urückzu- dirigieren.
Paris, 26. Mai. Ein weiterer Unfall beiden» Automobil-Wettfahren wird aus St. Andrs de Culzac gemeldet. Ein Professo r und seine Gattin, welche sich auf den Weg machten, um der Wettfahrt zuzuschauen, wurden umgerannt. Ter Frau wurden beide Beine gebrochen. Ihr Zustand isst hoffnungslos.
Wien, 26. Mai. Die „Neue Fr. Pr." meldet aus Ueskueb, daß am Sonntag im Walde bei Smerdosch-Balkan ein Zusammenstoß türlifcher Truppen mit bulgarischen Banden stattgefuuden habe, wobei 17 Bulgaren getötet wurden. Die übrigen flüchteten und wurden verfolgt. Im Kampfe der türkischen Kavallerie mit den Albanesen am 13. Mai wurden 13 Türken, darunter zwei Offiziere, getötet und 7 verwundet. Bon den Albanesen sollen etwa 100 Mann gefallen oder verwundet sein.
Telephonischer Kursberichte
8*/t°/o Reichnanleihe . . 102.02 3n/0 do. ... 91.75 3V,°/c Konsols .... 101.09 3«/o do.....91.08
31/t°/o Hessen .... 101.02 3*/j% Oberhessen . . . 100.06 4% Oesterr. Goldrente . . 103.06 4* Oesterr. bilberrente 100.06
4% Ungar. Goldrente . . 102.01 4°/ Italien. Rente . . . 103.06 4*',% Portugiesen . . . 50.05 »0/ Portugiesen. .... 31.09 1% C. Türken .... 33 35 Türkenlose . . . . . 130.02
4% Grieoh. Monopo’.-Anl. 44.08 4' .% äussere Aigentiner —.—
3j/q Mexikaner .... 26.75 4,/i7o Chinesen .... 92.08 Electric, bobuckert . . . 95.00 Nordd Lloyd . . . . 101 75
Kreditaktien .... 209.03 Diskonto-Kommandit. . . 185.02 Darmstädter Bank . . . 136.09 Dresdener Bank .... 147.04 Beniner Handelsgos. . . 153 01 Oesterr. Staatabahn . . . 145.09 Lombarden ..... 14.05 Gottbardbahn ..... 190.00 Laurabütte ...... 215.00 Bochum ....... 173.09 Harpener......176.09
Tendenz: schwach.
Zarte, weiße Kaut, schönen, klaren Teint erhall man; Haut- nnrcinigkcitcn, Pusteln re. hmqcqcn vev fchwuidcn, wascht man üd) inti Doering sunübertrefflichen Eulen-Leise, die trotz t^ret au-.-- gezeichneten L-ualitär für 40 Pfg. per Stuck überall erhältlich lst. _____________________2301


