Nr. 121 •rltetet iLgllch
au6« Sonn lag«. Dem (Siebener Anzeiger werben tm Wechsel mit dem Kesßsche, kaidwlrl btt •lebeeer zamilitn- HdHer viermal tn der
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Cftalftrafce V. tlbreflt für Level che« «ozeiger •leben, ^rrnlprrdianldilub Mr 61.
Zweites Blatt.
153. Jahrgang
Dienstag 26 Mai 1903
GiehenerAnzeiger
General-Anzeiger &
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Bezugspreis: mono l int, 76 viertel-
jährlich Mk. 130; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 M>; durch biePost Mk.l— otenel- lährl. au»id)L vellellg. Annahme von Anzeige» für die Tage«nun,mer bi» Dormitrngfl 10 Uhr. ßetlenprtti: total 11*ÜU au»rodet» 10 tilg, tiecunlroenitcb tüt den poltt und aQgem. teil; U Witiko für «Stadt und tianb* und ,(Lencht»1aalE. A uaust Tötz; für den tln- jeiqentetl: Han» veck.
Air heutige Fummer umfaßt 8 Seiten.
Volilische Tagesschau.
Di« Bllßuag eitler protestaotlschen Partei für die bevorstehenden Wahlen soll nach einer Mitteilung bet deutsch-evanaelischen Lorr, vorbereitet und erst im letzten Lugenblick verhindert worden sein, „um niche in protestantischen Streifen daS nationale Wahlelend zu vermehren."
Tie Manner, auf deren Einwirkung hin die Bildung Oer neuen Partei unterblieben ist, haben sich ein nicht geringes Verdienst erworben. Tie Vermehrung der parteipolitischen Organisationen um eine weitere, die naturgemäß zu einer reinen Lamps Partei geworden wäre, hätte gerade noch gefehlt! Schon jetzt geht das politische Leven Teutsch- lands ins Kleine und Kleinliche; man sieht vor lauter Parteien die Partei nicht. Sehr zur rechten Zeit aiebt der Zentrumsführer Frhr. v. Her kling eine Aeußerung des Kaisers bekannt, die in einem PriVorgespräch fiel: „Wir können doch nicht wie unsere Altvordern uns über religiöse Fragen die Löpfe einschlagen, wir müssen doch friedlich miteinander leben!" Tas trifft den Nagel auf den Stopf. Toch nicht nur auf protestantischer, sondern auch auf katholischer Seite möge man dieses Kaiserwort beherzigen und alles vermeiden, was die konfessionellen Gegensätze verschärft. Teutschland hat aller- wärts Neider und Hasser, es darf sich den Luxus weiterer innerer Zersplitterung nicht leisten. Sie Bildung der „Protestantischen Volkspartei" wäre gleichbedeutend gewesen mit der förmlichen Eröffnung des Kulturkampfes, und ein solcher könnte jetzt nur als nationales Unglück bezeichnet werden.
Ter bayerische Ministerpräsident Frhr. v. Podewils ist am Montagabend in Berlin eingetroffen und am Bahnhofe vom bai-erischen Gesandten empfangen worden. Er stieg in der bayerischen Gesandtschaft ab. Reichskanzler Graf Bülow wird heute den bayerischen Ministerpräsidenten empfangen und ihm zu Ehren ein Tiner veranstalten, au dem außer den Mitgliedern der bayerischen Gesandtschaft die preußischen Minister, die Staatssekretäre und andere Bundesratsbevollmächtigte geladen find.
Es ist kein Geheimnis, daß es in Bayern gewisse Persönlichkeiten gieot, die um jeden Preis Unfrieden zwischen München und Berlin haben wollen. Die Herren vom Bundesrat tauschten manchmal ihre Gedanken darüber auS. Sie fühlten sich dazu umsomehr veranlaße, als auch der bayerische Gesandte in Berlin, Graf Lerch en- e l d, in den Bereich dieser dem Zwiespalt dienenden Aus- treuungen gezogen wurde. Bald hieß es, Graf Lercheneid bleibe den Hoffestlichkeilen fern, weil chm die ,^Hof- luft" als zu ,preußisch" nicht zusage. Tann wieder sollte eine Spannung zwischen dem Vertreter Bayerns und dem Reichskanzler obwalten, die ersterem Rückttittsabsich- ten nahcgelegt und an der Isar Verstimmung hervorgerusen habe. Es trifft weder das eine noch das andere zu. So oft Graf Bülow un Reichstag weilte, sah man ihn in freundschaftlichem Gespräch auch mit dem bayerischen Gesandten. Ebensowenig ist Graf Lerchenfeld den Hoffestlichkeiten fern» geblieben. Weder in Berlin noch in München wird die beabsichtigte Wirkung dieser Quertreibereien erreicht — davon dürfte die Begegnung des bayerischen Ministerpräsidenten mit dem Reichskanzler Zeugnis ablegen —, wohl aber im Ausland, dem man Gelegenheit giebt zu hämischen Bemerkungen. Tas sollten die Störenfriede in Bayern sich vor Augen halten.
Die Balkan-Unruhen.
Lehrer Dimow, der mit Deltschew bei Banitza, 15 Kilometer nördlich von Seres, gekämpft und sich gerettet hatte, erzählt, daß die Türken auf die Nachricht, Deltschew stehe dort mit 15 Mann, das Torf durch 8U0 Reguläre und 200 Retter umzingelten. Nachdem Deltschew und sieben Genossen im Straßen kämpfe gefallen, und der Rest der Bande geflohen war, versammelten sie die Bevölkerung an einem Orte außerhalb des Dorfes, metzelten die Männer nieder, oergeroaltigten die Weiber oder führ- ten sie ab und steckten das Torf in Brand. Bon der ganzen Bevölkerung des Dorfes, das 115 Häuser zählte, wurden nur 15 Seelen gerettet Nach Timow hätten die Rebolutionäre der Idee eines allgemeinen Dolksaufftandes entsagt wohl werde man aber trachten, durch Banden die Tätigkeit der türkischen Streitkräfte und Europa bis zum Winter in Atem zu halten.
Die Blatter melden von einem Stampf des Hauptmanns Stojonow bei Godlewo im Rasloggebiet
Nach den Angaben der Pforte fand am Freitag in Smerder, Kreis Castorie im Vilajet Monastir ein großer Kampf mtt einer bulgarischenBande statt, welche vernichtet wurde.
Nach in Wien eingetroffenen Telegrammen hatte diese sich eines Torfes am Presta-See bemächtigt. Die Missetäter verbargen in mehreren Häusern große Mengen Ty- namit und Munition. Eine Kolonne Soldaten schloß das Torf ein und eröffnete den Kampf, der 30 Stunden dauerte. Tie Eingeschlossenen warfen Bomben, welche mehrere Häuser in Brand steckten. Ter heftige,Wind schürte die Feuersbrunst, die das ganze Torf einäscherte. Nachdem das Feuer au»gebramit war, fanden sich 150 verkohlte Leichen von Aufständischen vor. Tie Soldaten hatten nur geringe Verluste erlitten.
Aus Konstantinopel wird noch gemeldet: Tas Unifikations-Irade ist am 24. d. M. erlassen worden.
Die kroatischen Unruhen.
Aus Budapest wird telegraphiett:
Im kroatischen Küstengebiete fanden weitere Unruhen statt. In Gribnik sammelte sich die Menge infolge deS Gerüchtes, daß man den Pfarrer verhaften wolle, zu besten Schutze an, stürmte das Gemeindeamt und die Schule und zerstörte deren Einrichtung. In Draga griff die Bevölkerung den verhaßten Gemeindepfarrer SgumbicS an, der zwei Schüsse auf die Menge abgab. In beiden Orten konnte erst Militär dte Ruhe wieder Herstellen. In Agram stehen die Hörsäle der Universität leer, die Studenten beschlossen, die Vorlesungen nicht eher zu besuchen, als bis ihnen für die Ereignisse am letzten Tage nicht volle Genugtuung geboten wird. In Jeleoje wurden die Telegraphenstangen abgesägt und die Drähte zerristen. In Cirkoenica und Tersato wurde demonstriett, weil der Gottesdienst für das Seelenheil eines bei den Kundgebungen Getöteten untersagt wurde. Sämtliche Briefkästen wurden erbrochen und des Inhalts beraubt. In Agram sind sämtliche Gefängniste umgestaltet worden. In St. Joses bei Buceari wurde der 76jahrige Pfarrer wegen Aufreizung von der Kanzel verhaftet. Bei feiner Ueberführung nach Bueeari gelang es ihm unter Mithilfe der Volksmenge, zu flüchten. In Novi wurde das ungarische Wappen und die Aufschrift am Postamt herabgerissen und besudelt, die Telegraphenstangen wurden umgestürzt und die Drähte zerristen. In Podzued wurde bei den Demonstrationen ein Bauer von der GenSdarmerie getötet, mehrere schwer verletzt. In Neugradicka wurden ebenfalls die ungarischen Embleme bejubelt. In Kaplvnitz wurde daS Schloß ZaSzinya deS BaronS Jenkey erstürmt und in Brand gesteckt. DaS Schloß deS Grundbesitzers Lanti in Cukovecke wurde auS- geplünbcrt. Auf Militärpatrouillen wurde nachts gc- fchosten; Kavallerie und Infanterie wurde zahlreich aufgeboten.
Ministerpräsident v. Szell erklätte im Magnatenhause auf die Aufforderung des Grafen Esterhaczy, er solle endlich einmal energisch auftreten, damit nicht alles darnieder liege: Er, der Ministerpräsident, werde, so lange er baS Vertrauen ber Krone unb ber Majorität habe, seine Haltung nicht ändern.
Wahl-Bewegung.
k- AuS dem Kreise Lauterbach, 26. Mai. Für die Kandidatur Wallau fanden in den letzten Tagen sehr gut besuchte Wählerversammlungen in Stockhausen und Schlitz statt, deren Verlauf erwies, daß die Stimmung unter der ganzen Bevölkerung die denkbar beste für unsere Kandidatur ist. Den Ausführungen beS Dr. Wallau würbe an beiben Orten ber lebhafteste Beifall gezollt unb bie Wahl von verschiebenen Männern, auf beren Stimme in ihrem Berufs- unb Mitbürgerkreise gern gehört wirb, aufs wärmste empfohlen. So traten in Stockhausen bie Bürgermeister Rahn- Rixfelb unb Eichenauer-Stockhausen, sowie Oekonom Back- hauS-RubloS, in Schlitz Herr Paul Hoffmann-Schlitz unb Gutsbesitzer Fischer-Bernshausen, sowie Molkereimgenieur HarmS, unter freubigfter Zustimmung ber Anwesenben für die Wahl beS RreiBratB Wallau ein.
(:) Ulrichstein, 25. Mai. Die erste Versammlung, in ber sich ber ReichStagSkanbibat Dr. Wallau auS Lauterbach seinen Wählern vorstellte, war sehr zahlreich besucht. Dr. Wallau fanb begeisterten BeifaL Amtsrichter Rausch, Ge- GerichtSschreiber Linb, Oekonom Pröscher-Selgenhof, Dr. Schmibt 21. A. sprachen für bie Wahl. ES waren auch sehr viele Wähler aus ben umliegenben Orten anwesenb. DaS Hoch, baS zum Schluffe auf ben Kanbidaten, besten vornehme sachliche KampseSweise allgemein angenehm berührt, von bem Vorsitzenben auSgebracht würbe, fanb begeisterte Zustimmung. Glückauf zum 16. Juni, ber uns jedenfalls endlich einmal einen Abgeordneten auS unserer Mitte bescheeren wird.
— AuS Laubach schreibt man unS: Am Sonntag hielt hier der ReichStagsadg. Bindern alb eine Wahlrebe. Ein sozialdemokratischer Gegner auS Gießen versuchte vergebens bie Segnungen der Sozialdemokratie für bie Lanb- beoölferung barzustellen. Die Wahl Binbewalbs gilt als gesichert. (So? Das glauben wir boch nicht so ohne werteres, nach allen ben anberen Melbungen auS bem benachbarten Wahlkreise. D. Reb. bes Gieß. Anz.)
Offenbach, 24. Mai. LanbtagSabg. Hauck hat zu Gunsten beS Dr. Becker feine Ranbibatur für die beoor- stehenbe ReichStagSwahl zurückgezogen.
Hanau, 25. Mai. Don ben Anttfemiten würbe für ben Reichstagswahlkreis Hanau-Gelnhausen-Orb ber antisemitische Agitator Otto Hirschel aufgestellt. Es ist bieS bie sechste Kanbibatur für ben hiesigen Reichstagswahlkreis.
Berlin, 25. Mai. Der ,ReichS-Anz." schreibt im nichtamtlichen Teile seiner heutigen Nummer: Einem Beschluß beS preuß. StaatSminifterium5 entsprechens sind bie Ressortminister ersucht worden, durch geeignete Anordnungen dafür zu sorgen, daß bei den bevorstehenden ReichstagSwahlen den Beamten ihres Reffotts bie Ausübung des Wahlrechtes an ben Tagen der Haupt-, Stich- unb Nachwahlen möglichst erleichtert werde. — Die .Nat.-Ztg." schreibt: Papst Leo Xlil. soll ben beutschen Bischöfen, wie ausroärtige Blätter meiden, bie Instruktion erteilt haben, bei ben bevorstehenben Wahlen für ben beutschen Reichstag ber Regierung jede Unter*
IstÜ tzung zu gewähren. Zugleich wirb behauptet, die preuß. Regierung wünsche die Errichtung beS Postens eines päpstlichen Legates in Berlin. Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, beruhen beide Meldungen auf Erfinbung.
Deutsches Reich.
Berlin, 25. Mai. Mtt Bezug auf bie falsche 5öe* hauptung, daß im Berlin er T v m neben Luther und Melanchthon auch ein Standbild Karls V. ausgestellt werden sollte, schreibt die ,,'Jiorbb. AUgem. Ztg.": „Wir sind in der Lage, einen Bescheid mitzuteilen, der in seiner Ironie nichts an Deutlichkeit zu wünschen übrig läßt. Ter Kaiser hat nämlich zu bem Zeitungsausschnitt am Rand bein er kt : „A u ß e r ä a r l V. sollen noch Diokletian, Nero, Torquemada und Alba auf gestellt werden. Auch Lucifer selbst ist in Vorschlag gebracht; man weiß bloß nicht recht, ob er an der Kanzel ober an ber Kaiserloge angebracht werden soll."
— In einer Londoner Zuschrift wird der „Germania" beftätigt, daß britische Katholiken die Absendung emer Adresse an ben beutschen Kaiser planen. Die Unterzeichner versichern Kaiser Wilhelm, baß sie unaufhörlich baran arbeiten würben, alle Mißverständnisle zwischen England und Deutschland zu beteiligen und alle» za tun, um die Gefühle der Freunoschaft zwischen beiden Ländern zu erhalten. Tie Adresse geht aber nur von einem latholischen Blatte aus, das sehr wenige Katholiken hinter sich hat. Tic übrigen katholischen Blätter nehmen keine Notiz davon, sodaß bie Adresse, wenn sie überhaupt zu stände kommt, sehr wenige Unterschriften ausweisen wird.
— König (rbuarb vpn England hat bem ersten S^rde-Tragoner-Regiment, dessen Ehef er ist, sein Oel- porträt in der Regimentsuniform geschenkt, das gestern mittag überreicht wurde. Aus dieser Anregung hatte bas Offizierkorps ben großbritannischen Botschafter Sir Frank Lascelles, den bisherigen Militärbevollmächtigten Oberst Waters, sowie die übrigen Herren der Botschaft zum Frühstück geladen. Vor demselben hielt ber Botschafter in englischer Sprache eine Anrede an ben Regimentskommandeur unb brachte zum Schluß ein Hoch auf Kaiser Wilhelm aus. Ter Kommandeur sprach bem Botschafter ben Dank des Offizierkorps für das Geschenk aus. Tie Dankrede schloß mtt einem Hoch auf König Eduard.
— Zum Domherrn in Brandenburg soll, wie ein Mitarbeiter der „Brest. Ztg." erfahren hat, der Reichskanzler ernannt worden. (Tie Dom Herren stellen in Brandenburg find bekannttich Sinekuren, bie gute Einnahmen bringen.)
— Tie Frage, wer von den preußischen Würdenträgern die meisten Orden hat, hat doch immerhin etwas Interesse. Ter Reichskanzler ist, wie einst selbst Bis- marck nicht, der mit Orden am meisten befäete Beamte, obgleich er sich immerhin schon mtt 53 Orden schmücken kann. 3 Orden mehr hat der Generaloberst v. Ha bnke, er wird aber von dem Grafen zu Eulenburg (Oberhof- mavschall), der in der Armee ben Charakter eines Generalleutnants hat, um 12 Crben geschlagen. Ter Chef des Militär-Kabinetts, Graf H ü 1 f e n - H ä s e 1 e r, bat bald 60 Orden und kann vielleicht den höchsten Record erreichen; den Feldmarfchall Grafen Waldersee und den Generalobersten Frhm. v. Lotz üeren 40 refp. 34 Orden: es liegt ja in der Natur der Sache, daß die Beamten, welche direkt um ben Kaiser sind, (Chef des Militär-Kabinetts- am häufigsten dekoriert werden. Ter Verteidiger von Peking, der damalige Oberleutnant, jetzige zweitjüngste Hauptmann im 1. Seebataillon, Graf v. Soden, hat bereits 10 Orden, darunter den Orden pour le meriie.
— Tie Otavi -Gesellschaft, bie bisher mehr in Form einer Aktiengesellschaft bestand, wird ihr Kapital zum Zweck eines Bahnbaues in Deutsch-Südwestafrika von 1 Million auf 20 Millionen Mark erhöhen.
Strelitz, 24. Mai. Der Großherzog und die Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz können am 26. Juni auf den Dag ihres 60jährigen Ehejubiläums zu- rücfbliden. Im Lande werden bereits große Vorbereitungen zur festlichen Begehung dieses Tages getroffen, welche durch eine Kundgebung des Großherzogs wohl eine Einschränkung erfahren werden.
Bonn, 25. Mai. Hier waren gestern Gerüchte über einen Attentatsversuch auf den jungen Herzogvon uobürg verbreitet. Zwei Angestellte horten Schüsse, auch sollen im Garten in ihrer 9iahe Kugeln in den Boden cingebrunaen fein. Ter Vorfall ist noch nicht aufaefiärt, indessen dürften junge Leute in der Nachbarschaft mit Teschings unvorsichtig umgegangen sein.
Die Unglücksreunsayrt Aarts—Madrid.
Heber ein förm liches Leichenfeld ist die erste Etappe des Automobilrennens Paris—Madrid hinweggegangen, und mit Blutspuren ist diese Strecke Paris—Bordeaux gezeichnet. Tie französischen nddiespanische Regierung haben angesichts der Katastrophe jetzt ihr Veto eingelegt Damit ist das Schicksal der Wettfahrt besiegelt. So sind denn die Millionen, bie von ber 2luto> mobilinbuftrie Frankreichs, Englands und Deutschlands in diese Fahrt hineingesteckt wurden, in den Wind geflogen.
Man kann der französischen und der spanischen Regierung nicht^den Vorwurf ersparen, daß sie unerhört leichtsinnig dem Trangen des feudalen ftanzösischen und spanischen Automobilklubs nach Genehmigung der Wettfahrt entgegengekommen sind Jetzt den Brunnen zuzudecken, ist weiter nichts als eine Pflicht und Schuldigkeit gewesen.' Aber konnte die Heberlegung nicht vorher Platz greifen?
Als vor zwei Jahren Die Fahrt Paris—Berlin einige wenige Unfälle im Gefolge hatte, waren Autonwbilrennen m Frankreich eine Zett lang verpönt, und von Berlin aus


